Die Tage werden dunkler, nasser, kälter.... das beschreibt momentan ganz gut die Stimmung die zuhause herrscht. Ziemlich ungemütlich, ich fühl mich in meinen eigenen vier Wänden nicht mehr wohl, ich mag nicht mehr zuhause sein, ich mag meine Freundin nicht mehr sehen, nicht mehr mit ihr reden 
Donnerstag Abend kam ich nach Hause, sie hatte mich 30 Minuten vorher noch im Messanger angeschrieben und mir versichert das alles in Ordnung sei. Im Grunde wusste ich es eh besser, einsilbige Antworten verraten mir wie der Stand der Dinge ist. So machte ich also die Wohnungstür auf und schaue aus lauter Angst gar nicht erst ins Wohnzimmer, da ich sowieso schon nicht begrüßt wurde. Kurz die Jacke an den Nagel gehängt (da, wo auch schon unsere Beziehung baumelt) und doch ins Wohnzimmer. Da lag sie also, schlafend, obwohl sie vor 25 Minuten doch noch wach gewesen war, obwohl der gestrige Abend so beschissen gelaufen ist, das ich hätte an ihrer Stelle nicht schlafen können, aber egal, da ist wohl jeder verschieden...
Ich muss zugeben ich bin nicht sanft mit ihr umgesprungen (nicht falsch verstehen, damit ist keine Gewalt gemeint) und habe ihr ein Wohnzimmerkissen an den Kopf geworfen... keine Reaktion.... ich habe sie geschüttelt.... keine Reaktion.... Decke weggezogen.... null Reaktion.... Ich gestehe, ich war gekränkt, der zweite Tag lief also genauso wie der vorherige, ich habe einen Waschlappen nass gemacht und ihr ins Gesicht gerieben, da hat sie dann die Augen aufgemacht und ist kurz aufgestanden um gleich wieder auf das Sofa zu plumpsen, weswegen muss ich kaum betonen. Sie ist trotzdem aufgestanden und ich habe sie gebeten, bzw. sie ins Schlafzimmer geschoben, das sie mir aus den Augen gehen soll und bitte im Bett bleibt. Natürlich hat sie das nicht getan und mich lallend gefragt "wieso - weshalb - warum". Was sollte ich entgegnen, natürlich weil sie getrunken hat, welches sie natürlich sofort leugnete.... tja, das alte Spielchen, ich habe ihr gesagt das es jetzt wirklich nichts mehr bringen würde zu lügen und das sie es doch zur Abwechselung mal mit der Wahrheit versuchen solle, worauf sie mir dann gestanden hat, das sie sich Korn oder Vodka hinter die Binde gekippt hatte... in der U-Bahn und im Bus auf dem Heimweg...
Ich habe meine Jacke wieder angezogen und bin vom Schauplatz des Grauens verschwunden, ich wollte mir das nicht geben, nicht schon wieder. War kurz bei den Nachbarn um denen mein Leid zu klagen, ich muss einfach über diese Vorkommnisse reden, ich brauche das, weil mir daheim ja niemand zuhört. Anschließend bin ich weiter gefahren, wollte an sich die Nacht nicht nach Hause kommen, hat sich aber aufgrund von banalen Parkplatzproblemchen anders entwickelt und ich bin wieder in mein gruseliges Heim gefahren, widerwillig. Sabine schlief um halb zwölf schon, war nicht anders zu erwarten, ist die einfachste Methode mir aus dem Weg zu gehen, so läuft das immer.
Freitag, gestern: nach der arbeit bin ich zu meiner Mutter gefahren, sie war gerade eine Stunde aus dem Urlaub zurück und ich hatte noch eine Kleinigkeit dort zu erledigen, was ich ihr versprochen hatte. Natürlich sprach meine Mutter mich an wie es zuhause ausschauen würde - wie's Sabine geht - was sie so macht. Ich lüge nicht mehr, nicht bei meiner Mutter und bei allen anderen inzwischen auch nicht mehr, sie wissen eh alle Bescheid. Also sprudelte es nur so aus mir heraus, meine Mutter lauschte und wir plauderten ein wenig, bis sie zu mir meinte, das ich es ihr bitte nicht böse sein möge, aber sie möchte Weihnachten aktuell nicht mit uns, bzw. Sabine feiern, da zöge sie es vor alleine daheim zu bleiben.... fuck.... ich hatte in Handumdrehen einen trockenen Hals und obendrein ein Kloß im selbigen. "Meine Mutter möchte nicht mit mir Weinachten feiern, wegen meiner Freundin" - das hat mich hart getroffen, aber ich konnte es verstehen, denn an sich möchte ich mit Sabine auch keine Weihnachten mehr feiern, ich würde mich fast freuen, würde sie ihren Besuch kurz vor Heiligabend bei ihrer Familie in Wien aufs unendliche verlängern.
Gegen 23.15 Uhr bin ich wieder nach Hause gefahren, Sabine lag, wie immer, schon im Bett, gab vor zu schlafen, für mich kaum vorstellbar, aber sie regte sich nicht. Später habe ich sie geweckt, weil’s im Schlafzimmer auch Sprit gerochen hat, sie entgegnete nur, das sie nichts getrunken hat, ich stellte noch zwei weitere Fragen, bekam aber keine Antwort mehr und sie dreht sich um, um weiter zu schlafen.
Heute morgen habe ich diese Verhalten dann weitergeführt, ich habe nicht mehr mit ihr geredet, weil ich keinen Sinn darin sah, was sollte ich auch sagen, sie schien mir wieder gelogen zu haben und ich bin es leid, wirklich so leid, das es schmerzt. Sie macht systematisch alles kaputt was kurz zuvor noch heil war, unsere gemeinsame Welt liegt in Scherben.
Mit meiner Mutter bin ich zu dem Entschluss gekommen, das es wohl das beste ist wenn sie jetzt auszieht. Da sie aus der Wohnung an sich nichts mitnehmen kann, es würde nur der Wohnzimmerschrank bleiben, weil alles andere theoretisch schon vor unserer Beziehung da war, würde entweder eine möblierte Wohnung Sinn machen, oder wir kaufen ihr die nötigen Sachen, damit der Horror zuhause endlich ein Ende nimmt.
Sie weiß von diesem Gespräch nichts, ich denke hier, an dieser Stelle wird sie es lesen, da sie seit gestern hier wieder online ist. Wir kommunizieren also inzwischen schriftlich - das Leben ist schön... schön beschissen 