Zitat
“Es kann MICH geben, auch außerhalb der Verbindung mit anderen Menschen.“
Über den Zwischenschritt:
„Es kann mich NUR geben außerhalb der Verbindung mit anderen Menschen.“
Komme ich jetzt ganz langsam sogar zu diesem:
„Es kann mich auch geben IN der Verbindung mit anderen Menschen.
Zitat
kannst du das näher erklären? Wie fühlt es sich an, andere Menschen zu brauchen? Liegt das in der Kindheit begründet?
Hallo Hull,
Ich weiß nicht genau, ob ich deine Fragen richtig verstehe, also richtig im Sinne von „so, wie du sie gemeint hast“. Ich kann dir nicht viel darüber sagen, wie es sich (generell) anfühlt, andere Menschen zu brauchen. Als kleine Kinder brauchen wir alle ja zumindest einen anderen Menschen, und von da aus entwickelt sich das dann in die individuellen Richtungen.
Ich kann aber gerne meine Aussagen bei Slowly näher erklären, bzw. noch mehr dazu schreiben.
Ich hab irgendwann als bereits Erwachsene realisiert, dass ich kein wirkliches Gefühl für MICH SELBST hatte. Also nicht eigentlich Gefühl, sondern Wahrnehmung. Das ist mir lange gar nicht aufgefallen. Denn ich hatte mir ja ein „Selbst“ gebaut, das ich für mein Ich hielt, so eine Art Pseudo-Ich, orientiert an den Vorgaben der mich umgebenden Menschen (Eltern zunächst, später auch andere). Dieses Pseudo-Ich kann nur in Verbindung mit dem (den) anderen Menschen existieren. Ohne dass ich damals so klar darüber nachgedacht habe, wie ich es heute kann, hatte ich doch das Gefühl, innerlich leer zu sein, wie ein menschliches Spiegelkabinett ohne Kern, oder gleich gar nicht mehr da, wenn ich alleine war. Insofern brauchte ich die (Pseudo-/symbiotische)Verbindung zu anderen, um mich (mein Pseudo-Ich) zu spüren. Das war existentiell. Und auch mit existentiellen Ängsten verbunden.
Indem ich irgendwann begann, mich zu finden (unter anderem auch durch Therapie), lernte ich langsam, MICH zu spüren. Das fiel mir sehr schwer, und ging am ehesten, wenn ich ganz für mich war. Auch innerlich. Das ist auch heute noch schwer für mich. Daher mein Satz „Es kann MICH nur geben außerhalb der Verbindung zu anderen.“
Etwas wirklich Schönes ereignet sich jetzt manchmal, wenn es mir gelingt, in Verbindung zu einem anderen Menschen zu treten, ohne dabei „verloren“ zu gehen. Also eine echte Verbindung zwischen zwei Menschen, die separat sind und es auch bleiben können und dürfen. Das übe ich jetzt.
„Es kann MICH auch geben IN der Verbindung zu anderen Menschen.“
Danke für dein Interesse.
Wie erlebst du dich selbst in Bezug auf „Verbindung mit anderen?“
Grüße,
Thalia