Beiträge von Thalia1913

    Liebe Eklisee,

    das tut mir sehr leid. Ich verstehe, dass du jetzt erstmal traurig bist. Für alles andere ist es noch zu früh. Aber sehr sicher bin ich mir, dass du "es" bestimmt kannst. Und mit den Erfahrungen, die du in den letzten Jahren gemacht hast, jetzt noch ein bisschen mehr.

    Ich schick dir einen sehr herzlichen Gruß!

    Thalia

    Hallo Forum,

    Angelehnt an das Gespräch im Thread von Stoffel
    https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…topic35468.html

    würde ich gerne eure Erfahrungen und Einschätzungen hierzu lesen. Ist das Leben mit einem trockenen Alkoholiker ein Leben auf dem Pulverfass? Sitze ich als trockener Alkoholiker selber auf meinem eigenen Pulverfass? Wie gelingt es, wieder zu vertrauen - dem trockenen Partner oder sich selbst? Ist das überhaupt möglich?

    Dies wäre ein Thema, bei dem sowohl Angehörige von trockenen Alkoholikern ihre Erfahrungen teilen könnten, als auch wir trockenen Alkoholiker selbst.

    Mein Vertrauen zu mir selbst ist zutiefst erschüttert gewesen, aber langsam baue ich wieder welches auf. Ist das blauäugig? Verkenne ich damit das Wesen der Sucht? Oder geht es nur so, durch Wiederaufbau von Vertrauen.

    Und wie ist das bei euch Angehörigen? Was hat euch geholfen, (hilft euch), wieder Vertrauen in den alkoholkranken Angehörigen aufzubauen?

    Über Beiträge würde ich mich freuen.

    Grüße
    Thalia

    Danke Karamasow, das geht mir ganz genauso.
    Ich finde es für mich übrigens interessant und hilfreich, auch bei den noch nicht so lange trockenen oder noch fast nassen Alkoholikern zu lesen. Was ich selbst an mir nicht verstanden habe und auch nicht akzeptieren konnte, als ich selber noch "drin" war im Suchtverhalten, das kann ich bei anderen, die heute an dem Punkt sind, viel klarer sehen und verstehen und Mitgefühl empfinden. Und das hilft mir dann auch dabei, Mitgefühl mit mir selber zu entwickeln. Insofern ist der Austausch in Selbsthilfegruppen, ob hier oder anderswo, für mein Dafürhalten in alle Richtungen ein Gewinn.

    Dir ein schönes Wochenende!

    Thalia

    Hallo und willkommen hier im Offenen Bereich unseres Forums.

    Schön, dass du dich hier mit uns austauschen möchtest.

    Hast du schon eine Vorstellung entwickelt, wie es dir gelingen kann, dauerhaft und zufrieden trocken zu leben? Was du dafür brauchst?

    Hast du schon früher Anläufe gemacht, trocken zu werden, und was ist jetzt anders?

    viele Grüße
    und ein schönes Wochenende.
    Thalia

    Liebe Viola,

    Danke für deine Antworten! :)

    Ich freue mich, dich zu lesen, und ich hoffe, es geht dir gut.

    Besonders gefällt mir dein Gedanke, dich (auch am Anfang) auf das zu konzentrieren, was du willst, und nicht auf das, was du nicht mehr wolltest. So einfach, und doch so wirkungsvoll.

    Und natürlich das hier:

    Zitat

    Beim Trinken habe ich trotz Trinken immer noch was vermisst. Dass das Trinken selber dazu betrug, hätte ich früher nicht gedacht. Jetzt ist es mir sonnenklar.

    Ich schick dir einen ganz besonders herzlichen Gruß!

    Thalia

    Vielen vielen Dank für die Diskussionsbeiträge bzw. wertvollen Erfahrungsberichte bis hierher!

    Ich kam auf die Fragestellung durch die Angst einer relativ frisch Abstinenten in meinem Umfeld, sie könnte, wenn sie den Alkohol meidet, sozusagen unvorbereitet sein, wenn sie dann doch mal in eine Situation gerät, in der getrunken wird, und dann nicht "gelernt" haben, damit umzugehen und, wie sie sagte, zu "widerstehen.

    Viele eurer Beiträge haben mir nochmal deutlich gemacht, dass es durch die wachsende, auch innere Distanz zum Alkohol (irgendwann) nicht mehr darum geht, zu "widerstehen".

    Das hier finde ich auch gut:

    Zitat von Penta

    die Dinge anders zu machen als vorher,

    Das ist etwas, an das ich mich auch heute nach dreieinhalb Jahren trockenem Leben noch manchmal erinnern darf, wenn ich wieder in alte Fahrwasser rutsche. So, wie ich früher gelebt habe, habe ich getrunken. Jetzt lebe ich anders.

    Schönen Sonntag Euch allen, und denen, die hier lesen.

    Thalia

    Diskussionsthema: "Ich kann dem Alkohol doch sowieso nicht aus dem Weg gehen."

    Hallo Forum,

    da ich mir gerade wieder mal konkretere Gedanken über Risikominimierung gemacht habe/mache, würde ich gerne mal über obiges Thema diskutieren. Klar, ist etwas provozierend formuliert, aber ich würde es gerne mal auseinandernehmen.

    Ich praktiziere Risikominimierung in erster Linie als Selbstfürsorge – neben der Achtsamkeit mir selbst gegenüber und dem Austausch mit anderen Alkoholikern z.B. in Selbsthilfegruppen treffe ich konkrete Maßnahmen, indem ich

    - keinen Alkohol zu Hause habe, auch nicht für Gäste
    - mich privat mit Menschen umgebe, die nie oder selten Alkohol trinken
    - auch im Berufsleben klargestellt habe, dass ich nicht trinke
    - und ähnliches mehr

    Aber ist es nicht auch wichtig, zu „trainieren“, in Gegenwart von Alkohol trinkenden Menschen zu sein, um die Erfahrung mit mir zu machen, dass ich auch dann nicht rückfällig werde, auch wenn sich mal Suchtdruck einstellen sollte?
    Denn „ich kann dem Alkohol doch auf Dauer sowieso nicht aus dem Weg gehen“, wenn ich in unserer Gesellschaft leben will.

    Ich selbst denke, dass es für mich gut und richtig war, sehr lange einen sehr großen Bogen um Alkohol (trinkende Menschen) zu machen.

    Gerade von den länger Trockenen, die schon auf eigene Erfahrungen zurückblicken, würde mich interessieren, wie Ihr das konkret handhabt, und auch vor allem, was Ihr am Anfang offenbar richtig gemacht habt, so dass Ihr jetzt eben bereits länger als ein paar Monate trocken seid? Oder auch was ihr, im Nachhinein betrachtet, vielleicht „falsch“ gemacht habt.

    Danke schon mal für Rückmeldungen.

    Viele Grüße
    Thalia

    Hallo Linde,

    Gestern sah ich eine Dokumentation über einen fünf Jahre trockenen Alkoholiker, der rückfällig wurde, indem er eine Flasche Wein, die im Kühlschrank war, "einfach nahm und austrank". Das bestärkt mich in meiner Form der Risikominimierung, deren vielleicht wichtigster Pfeiler ein alkoholfreier Haushalt ist, und auch ein möglichst alkoholarmes Umfeld. Auch noch nach Jahren der Abstinenz.

    Linde, du fragst in deinem Eingangspost auch nach einer Sammlung von Maßnahmen "auf die Schnelle", zum Beispiel für Situationen mit akutem Suchtdruck. Das würde ich eher als "Notfallkoffer" sehen. (Vielleicht als separater "Aufhänger"?)

    Viele Grüße
    Thalia

    Hallo Carl Friedrich,

    dann ist's vielleicht nicht die richtige SHG für dich. Du wirst jetzt ja die Erfahrung mit dir machen, wie es dir ohne so geht.

    Ich bin in meiner R-SHG jetzt seit zwei Jahren, und sie ist mir sehr wichtig. Sie hat eine Art Ankerfunktion für mich. Zum Glück kann ich bei mir in der SHG auch mitgestalten.

    Viele Grüße
    Thalia

    Hallo Kamarasow,

    ich bin zum Beispiel psychisch so aufgestellt, dass ich manchmal gar nicht merke, wenn mir etwas nicht gut tut. Also, ich lasse es nicht zu, das zu merken. Das läuft ganz automatisch. Irgendwie bin ich jemand geworden, der die Erwartungen anderer versucht zu erfüllen - oder das, was ich dafür halte in meiner teilweise verqueren Innenwelt.

    Seit ich trocken bin, versuche ich, einige Automatismen zu durchbrechen, weil ich erkenne, dass mich auch dieses "nicht auf mich selbst achten" dazu hingeführt hat, im Alkohol einen Ausgleich, ein Ventil, irgendsowas zu suchen.

    Wenn ich jetzt mit jemandem zusammen bin, der Alkohol trinkt, dann versuche ich zumindest herauszufinden, ob es mir wirklich nichts ausmacht, oder ob ich nur will, dass es mir nichts ausmacht. Meist stelle ich fest, dass es mir doch was ausmacht. Und dann habe ich immer noch die Option, daraus eine Handlung abzuleiten oder eben nicht.

    Für mich ist die Entscheidung, nicht mehr trinken zu wollen, erst der Anfang.

    Viele Grüße
    Thalia

    Liebe Jule,

    die Zeit nutzen klingt gut. Aber nutz sie für dich!

    Was deinen Mann dann irgendwann mal triggert, kann nur er merkenund entsprechend handeln. Das Gläser wegschmeißen ist nur dann deine Sache, wenn sie dich stören.

    Viele Grüße
    Thalia
    trockene Alkoholikerin

    Guten Morgen,

    auch nach einigen Jahren Forumszugehörigkeit stöbere von immer noch in den alten Threads und finde Sätze, die innere Türen in mir öffnen.
    Heute zum Beispiel diesen (noch nicht sehr alten) Beitrag von Slowly.

    Viele Grüße und einen glücklichen Sonntag,
    Thalia

    Hallo nochmal Camomille,

    ich habe auch zusätzlich zu diesem Forum noch eine weitere Selbsthilfegruppe.

    Ich kenne auch jemanden, der in den ersten Wochen und Monaten der Abstinenz fast jeden Abend in eine SHG gegangen ist.

    Du versuchst viele Dinge anzugehen, um deine Nüchternheit zu stabilisieren.

    Hast du dir eine Art Notfallkoffer gepackt?

    Was könnte denn passieren, dass du wieder rückfällig wirst jetzt, heute, oder morgen? Hast du Suchtdruck?

    Viele Grüße
    Thalia

    Vielen Dank an alle für die Beteiligung an dieser Diskussion/Erfahrungssammlung!

    Motek, das hier find ich interessant:

    Zitat

    , ich wusste schon vorher, dass ich selbst mir nicht eingestehen würde, abhängig zu sein.

    Dass du einen Menschen deines Vertrauens gebeten hast, deine Selbstwahrnehmung quasi zu ergänzen, weil du wusstest, dass sie in der Abhängigkeit nicht mehr zuverlässig ist.

    Ich selber bin ins Grübeln gekommen durch diese Diskussion, ob ich es wirklich nicht erkannt habe, oder ob meine Verdrängung nur so besonders gut funktionierte. Aber ist im Ergebnis vermutlich egal.

    Auf jeden Fall hab ich Glück gehabt, dass ich aufhören konnte und lange genug trocken bleiben konnte, um auch irgendwann zur Krankheitseinsicht zu kommen. Denn zur dauerhaft stabilen Trockenheit brauch ich die.

    Viele Grüße und ein schönes Wochenende!
    Thalia

    Hallo Lila,

    herzlich willkommen. Ich habe auch eine ganze Weile versucht, mein Trinken zu kontrollieren. Wenn du alkoholabhängig bist, dann kann das nicht mehr gelingen. Das musste (durfte) ich auch für mich irgendwann erkennen.

    Ich freu mich jedenfalls, dass du hierher gefunden hast und werde mich gerne mit dir austauschen, da ich dich so verstehe, dass du dauerhaft abstinent leben willst.

    Viele Grüße ebenfalls von einem Nordlicht.

    Thalia

    Vielen Dank für die interessanten Beiträge!

    Es ist offenbar ganz unterschiedlich, wie und wann das Erkennen der Erkrankung stattfindet. Hier fiel ja auch das Wort "Ehrlichkeit" (bei Slowly) und das hat mich angepiekt. Bin ich ein weniger ehrlicher Mensch, wenn ich nicht erkennen kann, dass ich alkoholabhängig geworden bin?

    Und Hull, zu deinem Beitrag kam mir auch eine Frage in den Sinn, nicht nur an dich, sondern an mich selbst oder an alle: es heißt ja, die Krankheitseinsicht ist die wichtigste Voraussetzung fürs Trockenwerden. Aber was heißt das eigentlich, wenn jemand erkennt, dass er Alkoholiker ist, und "kein Problem damit hat" (wie Hull schreibt), und dann weitertrinkt - dann nimmt er seinen Tod doch billigend in Kauf, oder? Denn der Tod, und vorher noch viel Leid, ist doch die automatische Folge des abhängigen Trinkens, oder? Heißt das dann nicht, dass dieser jemand sich dann trotzdem noch was vormacht, so wie auch Penta geschrieben hat?

    Mir ging es jedenfalls so, dass ich erst nach vielen abstinenten Monaten, wahrscheinlich nach mehr als einem Jahr, trocken genug war, um zu erkennen, dass ich tatsächlich Alkoholikerin bin. Ich flachse manchmal herum und sage, ich bin erst Alkoholikerin, seit ich trocken bin. ;)

    Vielen Dank für die Beteiligung bis hierher (und weiter ;))

    Schönes Wochenende!

    Thalia

    Danke für a) bis f), Karl, da ist auch für mich gleich mehreres dabei.

    Zusätzlich auch noch das mit dem Selbstwert bei mir. Durch die heimliche Trinkerei fühlte ich mich bereits so besch..., und da hatte ich das Gefühl, wenn ich jetzt noch Alkoholikerin bin, dann bin ich gar nichts mehr wert. Total absurd.

    Ja, und da war dann auch f), denn wenn ich einfach weiterhin keine Alkoholikerin bleibe, "darf" ich ja auch weiterhin trinken. Wenn ich es wäre, gäbe es ja keine Alternative zum endgültigen Aufhören. Und so mitten in der nassen Phase ist das doch so ziemlich der erschreckendste Gedanke überhaupt.

    Ich finde es total irre, wie lange ich die Tatsache, Alkoholikerin zu sein, vor mir selber verstecken konnte. Ich konnte noch neben dem eben entdeckten Versteck leerer Flaschen sitzen und behaupten (und glauben!) "Ich bin schließlich keine Alkoholikerin!"

    Viele Grüße
    Thalia