Liebe Baghira,
Herzlich willkommen hier und meine Hochachtung, hier so früh nach deinem Entschluss, mit dem Trinken aufzuhören, schon so ehrlich und offen schreiben zu können. Das ist ganz viel wert.
Ich finde meine eigene Geschichte in vielem von dem, was du schreibst, wieder. Auch ich habe "heimlich" getrunken, auch ähnliche Mengen.
Und auch ich konnte mir in der ersten Zeit noch nicht vorstellen, nie wieder ein "schönes Glas Wein" zu trinken. Sehr lange sogar. Es gibt nun einmal auch kein Schalter, der sich umlegt, von "nass" auf "trocken". Es ist ein Prozess, und die Kunst ist es gerade am Anfang, dem Prozess die Chance zu geben, indem du Tag für Tag, einen nach dem anderen, abstinent bleibst. Und dich mit der Krankheit, die du hast, die ich habe, auseinandersetzt.
Mir hat geholfen, darüber zu lesen. Erfahrungsberichte hier im Forum, aber auch Bücher. Für mich war auch wichtig, gegenüber meiner Ärztin offen zu sein. Du glaubst gar nicht, welchen Unterschied das macht, wenn du diesen Schritt gehst und sagst - es ist so, ich bin krank, alkoholkrank.
Das mir selbst gegenüber wirklich einzugestehen hat übrigens viele viele Monate gedauert, nachdem ich schon aufgehört hatte.
Wie gesagt, ich seh mich in dir gespiegelt und bin dir dankbar, dass du deine Geschichte hier erzählst, und ich würde mich freuen, weiterhin hier von dir zu lesen.
Erzähl mal, wenn du magst, was du in den letzten 12 Tagen noch verändert hast, ausser nicht zu trinken.
Viele Grüße
Thalia