Hallo Estefania,
bei mir ist es insofern etwas anders, weil die Trennung von uns beiden ausging. Eher sogar mehr von meiner Seite. Und ich konnte auch erst nach der Trennung trocken werden. Die Beziehung selber war bereits so belastet von Misstrauen, Schuldgefühlen, Vertrauensbrüchen, zusätzlich zu anderen Belastungen, die nichts mit dem Alkohol zu tun hatten, durch mein Trinken aber noch verstärkt wurden. Ich will hier im offenen Bereich nicht so ins Detail gehen. (Ich schreibe sonst eher "drinnen".)
Ich weiß noch genau, wie mich meine Schuldgefühle zu Boden gedrückt haben. Ich habe im November 2013 aufgehört zu trinken und mich danach sehr intensiv mit der Krankheit und mir selber beschäftigt und bin sehr sehr (!) langsam aus diesen Schuldgefühlen herausgekommen und konnte sehen, dass sie bei mir zur Krankheit gehören. Konnte sehr langsam begreifen, dass ich tatsächlich nicht verabscheuungswürdig, sondern krank bin.
Mir hat in den ersten Monaten die Konzentration auf meine Lebensumstellung nach der Trennung geholfen. Die ersten Monate hatte ich dieses Forum noch nicht entdeckt. Ich habe aber sehr viel zum Thema gelesen.
Und als ich das Forum dann hatte, bin ich recht flott in den erweiterten Bereich gewechselt, wo ich mich seither sehr hilfreich austausche und schon ganz erstaunliche und tolle innere Veränderungen mit mir erlebe.
Wenn du gesund wirst (soll heißen: deine Krankheit dauerhaft zum Stoppen bringst), dann ist das für deine Tochter sehr viel wichtiger, als dass ihre Eltern unter einem Dach leben. Das ist meine feste Überzeugung.
Guck doch auch mal in unsere Bücherliste, und lies dir die alten Fädchen durch. Und schreib hier, und frag ruhig alles, was dir in den Sinn kommt.
Viele Grüße
Thalia