Beiträge von Thalia1913

    Liebe Katha,

    ich kenne die Straße mit den Kirschbäumen, die Blüten schneien, die ist hier gleich um die Ecke. :)

    Nein, dein "schwerer Fall" ließ im Gegenteil vieles für mich leichter werden. Leichter zu akzeptieren, dass auch ein Mensch wie ich (und du?), der noch eine und noch eine Gedankenrunde dreht, um der "Wahrheit" aber ganz auf den Grund zu gehen, dass so jemand in seiner Sucht schlimmer gefangen sein kann und vielleicht sogar härter (oder anders hart) dafür arbeiten muss, sich da raus zu wurschteln (um mal deine Bildsprache zu verwenden), als jemand anders, der es vermeintlich, oberflächlich betrachtet, "schwerer" getroffen hat, weil er vielleicht schon im sozialen freien Fall begriffen ist.

    Es hat mir geholfen zu verstehen, dass meine Alkoholsucht keine Sache ist, die ich durch Denken in den Griff kriegen kann. So wie ich immer versuche, mein Leben durch Denken zu beherrschen. (Ha!) Es hat mir auch deutlich gemacht, (durch deinen Hinweis, vielleicht sogar zwei Selbsthilfegruppen zu besuchen), dass es nötig ist, über den Tellerrand meines eigenen Hirns hinauszuschauen. Und vor allem auch anderes hineinzulassen.

    Ich weiß momentan gar nicht, ob ich hier draußen schon mal was über mein Glücklichsein schrieb, wenn nicht, hole ich das demnächst mal nach. Also keine Sorge, dass deine Worte zuviel Schwere auslösten. :)

    Und immer noch bin ich nicht fertig mit dem, was ich dir schreiben will. Aber für heute. :)

    Viele Grüße
    Thalia

    Hallo Gaby,

    ich weiß von mir (als Alkoholabhängige), dass es schwer ist, aufzuhören, und ich kann mir vorstellen (als Mutter), dass es schwer ist, sein Kind darin zu begleiten.

    Als Alkoholikerin weiß ich aber auch, dass ein kontrolliertes Trinken für einen Alkoholabhängigen nicht möglich ist.

    Wenn dein Sohn wirklich aufhören möchte, könnte er doch jetzt in eine qualifizierte Entgiftung gehen?

    Du könntest ihm auch dieses Forum hier empfehlen ;)

    Hier im Forum kannst du für ihn keine Hilfe holen, denn das kann nur er selber. Aber hier schreiben andere Angehörige, die für sich selbst einen guten Weg suchen. Vielleicht wäre ein Austausch über dich selber für dich eine gute Sache?

    Viele Grüße
    Thalia

    Liebe Katha,

    als ich vor knapp zwei Jahren hierher kam, warst du eine von denen, die mich hier begrüßten, und eins, das du mir schriebst, hat sich sofort den Weg in meine tieferen Schichten gebahnt, und zwar "schwere Fälle so wie ich" - das machte mir etwas Wichtiges über mich deutlich und wirkt immer noch nach.

    Ich will dir noch mehr antworten, aber dazu brauch ich noch was länger.

    Viele Grüße
    Thalia

    Als ich noch heimlich trank, und jemand mich fragte, ob ich getrunken hätte, log ich in der Regel. Für mich bedeutete dieses "Nein" noch viel mehr als nur die Antwort auf die Frage, ob ich getrunken hätte; ich antwortete gleichzeitig auf die Frage, "bist du ein erbärmlicher, willensschwacher, schlechter Mensch, der es nicht wert ist, geliebt zu werden?" - und das Nein fühlte sich auch auf diese Frage wie eine Lüge an. Denn nicht nur hatte ich getrunken, ich war auch ein wertloser Mensch. So war das bei mir im Hirn verknüpft. Das ist Teil meiner Krankheit, das weiß ich jetzt. Und es ist so perfide, weil der Weg zur Genesung damit beginnt, den letzten Rest dieser falschen Selbstachtung über Bord zu schmeißen, die sich darauf gründet, andere und sich selbst über das Trinken zu belügen.
    Das ist, glaube ich, für mich persönlich das, was ich unter dem Tiefpunkt verstehe. Loslassen, woran ich mich noch klammere. Trotz der wahnsinnig großen Angst, die damit verbunden ist.

    Hallo Katha,

    ich freu mich sehr, wieder von dir zu lesen. Wirklich sehr. Und wünsche dir sehr, dass es bei dir gesundheitlich bergauf gehen möge. Es tut mir wirklich leid zu lesen, dass es dir so schlecht geht, und auch, wenn du keinen Zuspruch einforderst, möchte ich dir trotzdem sagen, dass ich dir von Herzen alles Gute wünsche.

    Wie schade, dass du dich derzeit (noch?) nicht wieder für den erweiterten Bereich entscheiden konntest. Ich hätte sehr gerne die Chance, drinnen etwas konkreteren Austausch mit dir zu pflegen. Ich finde es sehr schwer (zu schwer), hier draußen nicht zu privat, aber trotzdem persönlich, oder auch: nicht zu detailliert, aber trotzdem relevant zu schreiben.

    Viele Grüße
    Thalia

    Hallo Step,

    schön, von dir zu lesen. Ich hab mich nicht getraut, einen Zuckerentzug zu machen dieses Jahr. Ist schon heftig, wie der Körper da reagiert!

    Wenn du schreibst,

    Zitat

    seitens einiger Freunde negativ vorgehalten ...

    meinst du, negativ, weil dies deine einzige SHG ist, oder weil du überhaupt eine SHG hast ...?

    Viele Grüße
    Thalia

    Hallo Tanja,

    da schließ ich mich Calida an und freu mich auch auf einen Austausch "drinnen".

    Und dem, was sie über die Wahrnehmung schreibt, schließ ich mich auch an. ;)

    Es ist ja übrigens eine Menge wert, dass du weisst, was dir gut tut (Schwimmen z.B.). Das ist etwas, das ich erst sehr langsam lerne, herauszufinden, was ich mag und was ich nicht mag. Und was mir gut tut, was nicht immer dasselbe ist. Das birgt so manche Überraschung. Für mich und für andere :)

    Viele Grüße und morgen einen besseren Tag!
    Thalia

    Hallo,

    danke für die Gedanken, die hier schon zum Thema Selbsthilfe geäußert worden sind.

    Manches ist für mich noch nicht so ganz greifbar. Zum Beispiel, wenn du, Carl Friedrich, schreibst

    Zitat

    Nur wir selbst können uns helfen (...). Doch gerade dazu benötigen wir Hilfe, um uns selbst helfen zu können.


    Das klingt so ...

    Zitat

    kurz und bündig


    ;)
    So nach Schlagworten. Aber wie füllst du das mit Inhalt? Also so ganz konkret?

    Ich frage mich nämlich wirklich ganz konkret, was gerade eine Selbsthilfegruppe zu so einem wertvollen, und vielleicht unersetzbaren, Pfeiler, oder Baustein, der Trockenheit macht. Ist es die Kombination aus "angenommen werden", weil ja die anderen "auch so sind wie ich" und dem Profitieren von den gelebten und mitgeteilten Erfahrungen der anderen, länger Trockenen? Und was macht die Selbsthilfegruppe so wichtig auch für schon länger Trockene? Denn ich glaube ja, auch schon länger Trockene sind in erster Linie für sich selbst hier/in ihrer SHG und erst in zweiter (oder dritter) Linie (oder auch gar nicht) für "die anderen".

    Für mich gilt das auf jeden Fall. (Als nicht ganz kurz aber auch noch nicht lang Trockene.)

    Und was ich zum Beispiel auch besonders toll finde in meinen beiden SHGs ist das Zuhören (oder Lesen), wenn andere von sich erzählen, und dann oft direkt den Anstoß in mir zu spüren, mich mit den angesprochenen Themen für mich selbst auch einmal auseinanderzusetzen. Worauf ich alleine in meinem stillen Kämmerlein sicher in vielen Fällen gar nicht gekommen wäre.

    Freut mich, wenn die Gedanken zum Thema hier vielleicht noch etwas weiter fließen :)

    Viele Grüße
    Thalia

    Hallo ihr zwei :),
    ich finds nicht schlimm, dass die Resonanz schleppend ist. Ist schließlich Ostern, und außerdem hatte ich auch nicht gleich ne Antwort auf meine eigene Frage, sondern musste erstmal ne Runde darüber nachdenken.

    Ich find auch, es geht ums Selbst. In die Selbsthilfegruppe, also hier ins Forum ;), gehe ich meinetwegen. Es bietet mir die Möglichkeit, mich mit mir selbst zu beschäftigen. Und das in einer Gruppe von Leuten, die meine Krankheit verstehen, weil sie selbst sie haben. Da ist schon ein Stück Vertrauen da. (Im geschlossenen Forum trifft das natürlich noch mehr zu.)

    Ein Bekannter von mir, selbst trockener Alkoholiker und seit 20 Jahren in der Selbsthilfe aktiv, sagte mal von sich, es ist schon gut, einfach jede Woche wieder den Raum zu betreten, wo die Gruppe stattfindet. Einfach als Erinnerung an das Thema.

    Und das finde ich im Forum hier auch: Ich mach die Seite auf, ich lese hier täglich, und über das Gelesene denke ich nach. Und teile meine Gedanken hier mit. (Zumindest habe ich die Chance dazu ;)) Und dann krieg ich auch noch Feedback! Was für eine tolle Sache, oder?

    So, nun geh ich auch erstmal an die Sonne. :)

    Schöne Ostern allen, die vorbeischauen.
    Thalia

    Hallo,

    dieses Forum versteht sich ja als (Online) Selbsthilfegruppe.
    Ich selber gehöre dieser Gruppe jetzt seit etwas weniger als zwei Jahren an. Neben dieser Gruppe hier habe ich seit etwas weniger als einem Jahr auch noch eine (nicht online) Selbsthilfegruppe.

    Eben auf dem Weg nach Hause von dieser anderen SHG dachte ich darüber nach, was Selbsthilfe eigentlich für mich bedeutet. Und auch darüber, warum Selbsthilfegruppen für uns Suchtkranke so eine wichtige Funktion haben. Woran liegt das, warum ist das so?

    Ich wollte diese Frage mal hier in die Runde weitergeben. Vielleicht hat ja eine(r) von euch, die ihr hier (mal öfter, mal weniger oft, schon länger oder erst sehr kurz) schreibt und lest, Lust, sich für sich ganz persönlich auch diese Gedanken zu machen (und sie dann vielleicht sogar hier mitzuteilen).
    Würde mich freuen.

    Viele Grüße und frohe trockene Ostern,
    Thalia

    Hallo Tanja,

    ich finde es auch leichter, statt einfach nur etwas nicht mehr zu tun, stattdessen etwas anderes zu tun. Sonst entsteht da schnell dieses Loch. Ich trinke nicht mehr - und jetzt?

    Ich wünsche dir schon mal schöne Ostertage. Hast du Pläne?

    Außerdem lade ich dich ein, auch mal im erweiterten Bereich vorbeizuschauen. Dort schreibe ich (und manch anderer) regelmäßig, und der Austausch ist persönlicher, weil nicht das ganze Internet mitlesen kann.

    Herzlichen Gruß
    Thalia

    Herzlich willkommen Os, und Gratulation zu deinem jetzt eingeschlagenen abstinenten Weg.

    Was verbindest du mit dem Wort "Rausch"? Ich stolpere über deinen Titel. Das liegt vielleicht daran, dass es mir beim Trinken nie um den Rausch ging.

    Es ist eine andere Art von Glück, das bei mir mit der Nüchternheit kommt. Es ist stiller, und tiefer, und dauerhafter.

    Wann beginnt für dich dir "Zeit danach", auf die du dich vorbereitest? (Find ich gut!)

    Ich wünsch dir hier bei uns einen guten Austausch und ermutige dich, ihn aktiv zu gestalten.

    Viele Grüße
    Thalia

    Hallo Aloisia,

    herzlich willkommen hier bei uns. Schön, dass du hergefunden hast.

    Ich bin seit nicht ganz zwei Jahren in dieser Selbsthilfegruppe (meist im erweiterten Bereich) und habe schon sehr viel über mich und meine Krankheit Alkoholismus gelernt. Der Austausch mit anderen ist für mich sehr wertvoll, gerade auch, weil er jeden Tag stattfinden kann.
    Finde ich gut, dass du noch mehr ändern möchtest, weil du mit den bisherigen Maßnahmen nicht trocken bleiben (oder werden) konntest.

    Kennst du unsere Grundbausteine schon?
    https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…echternheit.php
    Ich wünsche dir hier einen hilfreichen Austausch.

    Viele Grüße
    Thalia

    Hallo Tanja,

    etwas, was ich erst im Laufe der Zeit verstanden habe, ist, dass es für das Trockenwerden (wie für viele andere Sachen) ZEIT braucht. Und die Aufgabe der ersten Wochen und Monate (und Jahre ;)) für mich darin bestand und besteht, mir diese Zeit auch zu geben. Also trocken. Anfangs dachte ich, wenn ich so innere Unruhe hatte zum Beispiel, dass ich nur den richtigen "Dreh" noch nicht gefunden hätte. Inzwischen vertraue ich viel mehr darauf, dass das Trocken Leben auch eine eigene Dynamik entwickelt und ich mich verändere, einfach durch die Erfahrung des trockenen Lebens, wenn ich mir denn die Chance - und die Zeit - dazu gebe.

    Ich wünsch dir heute viel Spaß beim Schwimmen und ein schönes Wochenende.

    Viele Grüße
    Thalia

    Liebe Ajnat,

    willkommen. Schön, dass du jetzt hier schreibst. Ich habe deine Beiträge mit Interesse gelesen und werde sicherlich auch weiterhin bei dir lesen. (Schreiben tue ich mehr im erweiterten Bereich.)

    Glückwunsch zu den ersten zwei Wochen!

    Ich wünsch dir hier ein hilfreiches Schreiben und Lesen. Für mich hat das Forum einen großen Anteil daran, dass ich inzwischen von mir sagen kann, dass ich ein glücklicher Mensch bin. :)

    Viele Grüße
    Thalia

    Hallo Marnie,

    ich schreib dir mal hier in deinem Faden auf dein Posting bei Loya.

    Ich bin ja im erweiterten Bereich aktiv und halte diese SHG auch für sehr wertvoll. Aber die Mitgliedschaft im erweiterten Bereich legt dich nicht trocken. Mit trinken aufhören musst du selbst.
    Deine Argumentation, warum du noch warten willst, trägt für mich nur bedingt. Sie beruht auf Spekulation. Trinken tust du aber real. Wenn du entschlossen bist, damit aufzuhören, dann gehe jetzt in die Entgiftung.
    Trocken hast du auch mehr von deiner Selbsthilfegruppe.

    Ich wünsch dir einen guten Tag und Kraft, deinen Entschluss nun in die Tat umzusetzen.

    Viele Grüße
    Thalia