Hallo Francine,
in Notfällen kann man Höflichkeiten ruhig mal hinten anstellen.
Ich verstehe das. 
Nasses Denken heißt für mich in erster Linie, Auswege suchen, Ausreden finden, warum ich getrunken habe, warum ich eventuell doch in Zukunft kontrolliert trinken kann.
Von 2003 bis 2011 habe ich schon einmal abstinent gelebt. Aus heutiger Sicht kann ich mit Sicherheit sagen, dass ich NICHT TROCKEN war. Auch wenn ich es damals glaubte.
Ich hatte nasse Gedanken. Mein Ziel war es irgendwann mal wieder kontrolliert Trinken zu können. Dazu hatte ich mir eine 10jährige Abstinenz auferlegt (Wie man sieht, hat die nur 9 Jahre gehalten), mit dem Hintergedanken "Wenn Du 10 Jahre keinen Alkohol brauchst, dann bist Du ja auch nicht abhängig und kannst danach kontrolliert trinken." Nach einigen Jahre sagte mir die innere Stimme "Du hast Dir was eingebildet, Du bist gar nicht abhängig. Hast mal wieder übertrieben, ist ja typisch für Dich!"
In den 9 Jahren habe ich mich kein bisschen mit der Krankheit auseinandergesetzt, nichts dazu gelesen, geschweige denn eine Gruppe besucht. Kopp in den Sand und warten bis es vorbei geht.
2011 war ich soweit, dass ich das 10-Jahres-Ziel beiseite wischte und zu Weihnachten das erste Glas Sekt trank.
Kürzeste Zeit später war ich wieder voll drin, heimlich trinken, maßlos trinken, täglich trinken etc. Zur Fastenzeit 2012 hatte ich bereits das Vorhaben "7 Wochen ohne ... Alkohol" soweit war es also wieder.
Die Zeit bis Ostern habe ich durchgehalten, danach mehr getrunken als vorher. Ich hatte mir ja bewiesen, dass ich ohne Alk leben kann, ergo bin ich nicht abhängig. Und so weiter und so fort.
Anfang letzten Jahres wuchs der Wille ein alkholunabhängies Leben zu führen. Ich las Unmengen Literatur zum Thema "Kontrolliertes Trinken", ignorierte alle Aussagen, dass dies nicht möglich ist für einen Alkoholiker.
Parallel führte ich eine Trinktagebuch, gnadenlos und ehrlich notierte ich jeden Schluck, jedes Gefühl und alle Gedanken.
Dadurch, dass ich Schwarz auf Weiß lesen konnte wieviel, wie oft ich trank und vor allen Dingen wie häufig ich es nicht schaffte kontrolliert zu trinken reifte dann die Erkenntnis doch irgendwie alkoholabhängig zu sein.
Ich fand dieses Forum, las und las und schaffte dann im Juni 2014 den Absprung.
Heute weiß ich, dass ich Alkoholiker bin und es immer bleiben werde. Dass ist "trocken" kann ich nur hoffen, ich hinterfrage mich aber diesbezüglich häufig.
Du, liebe Francine, bist so weit, dass Du "Ein echtes Leben" suchst. Ich finde, das ist ein guter Anfang. Wer suchet, der findet!
Suche weiter, er lohnt sich. Das echte Leben ist richtig schön!
Ach ja, alle die hier schreiben, wollen Dir helfen, jeder auf seine Art. 
Liebe Grüße
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