Hallo Leute,
Woh - viele Posts seit dem letzten Eintrag, ich weiß nicht, ob ich sie alle jetzt beantworten kann. Falls nicht, gehe ich sie nach und nach durch, wenn Bedarf besteht.
Zur Information, weil ich den Eindruck hatte, es wurde vielleicht durch die Erwähnung des Umzugs nicht richtig verstanden: Ich lebe bereits seit einem halben Jahr von meinem Exmann räumlich getrennt (er hat eine Wohnung) und verlasse nun auch das ehemalige, gemeinsame Haus. Ich habe ihn Ende letzten Jahres verlassen. Allerdings verbindet unser gemeinsamer Sohn uns, sodass wir durch ihn zwangsläufig in Kontakt stehen.
Die Frage wurde aufgeworfen, ob ich meinem Schwiegervater nun meine Rolle zuschustern will. Ich habe darüber nachgedacht und die Antwort lautet: nein. Mit der Offenbarung habe ich vielmehr meinen Co-abhängigen Schweigevertrag, der meinen Mann vor lästigen Mitwissern schützt, gebrochen. Ich habe ein Band zerschnitten. Und das war gut, denn nun erkenne ich überhaupt mein Problem in seiner Tragweite.. Bis dahin habe ich ihn auf sein Drängen hin und durch meine Abhängigkeit von ihm durch meine Lügen geschützt. Das tue ich nun nicht mehr. Für mich der schwerste Schritt nach der Trennung. Was wäre die Alternative gewesen? Wieder zu schweigen, um meinem Schwiegervater vor der Möglichkeit meiner Rolle zu schützen? Er ist erwachsen, er kann selbst entscheiden, was er mit dem Wissen anstellt.
Mein Schwiegervater hat mich gebeten, ihn zu der Beratung zu begleiten. Warum sollte ich ihm den Gefallen nicht tun?
Ja und ihr habt Recht: ich bin neidisch, selbstmitleidig, ungerecht, total unweich und voller Fehler! Lach, zum Glück wusste ich das schon vorher, sonst wäre ich jetzt echt hart getroffen! Es ist halt so: Ich will nicht nur gesäuberte und korrekte Gefühle präsentieren, klar, ich könnte so tun, aber gelogen wärs doch.
Update:
Habe seit dem Flaschenfund vom WE, als mein Exmann alleine bei unserem Sohn war, zum ersten mal mit ihm gesprochen und ihn mit dem Fund und meiner Entscheidung für den weiteren Umgang konfrontiert.
Das Gespräch war kurz, weil ich nicht mehr zu sagen hatte, als dass er, solange er sich nicht in professionelle Hände begibt um trocken zu werden, seinen Sohn zwar jederzeit sehen darf, aber nicht betrunken, nicht alleine und nicht über Nacht.
Er spulte das Übliche ab, es sei ein einmaliger Ausrutscher blablubb, ich sähe das alles zu kaltherzig und eng, worauf ich meinen Entschluss noch einmal deutlich wiederholt habe. Er hat gemerkt, dass Diskussionen nun zwecklos sind und hat mich als Nächstes gebeten, dass ich "wenigstens" niemandem von seinem Trink-Problem erzähle. Daraufhin sagte ich, dass ich nicht mehr für ihn lüge und schweige.
Daraufhin habe ich das Gespräch beendet.
Ich bin froh, dass ich nicht eingeknickt bin.
Ich bemühe mich, die Posts heute am späten Abend zu beantworten, der Job ruft und gleich ist noch der Termin bei der Caritas. Danach liefere ich euch garantiert noch mehr Stoff zum Meckern 
Danke für die sanften und harten Worte, an jeden, der sich die Mühe macht, hier zu schreiben
bis später
Ahoi