Beiträge von Joro

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    Ich mache mir natürlich auch Gedanken zu Sylvester und möchte auf keinen Fall etwas trinken und werde es auch nicht und Du schaffst das auch und wirst nichts Trinken sonst wären alle Mühen umsonst und wir fangen wieder von vorne an.

    So, jetzt bin ich sicher in meinem Bett angekommen und habe diesen Silvesterabend ohne Alkoholkonsum überstanden.

    Zuvor hatte ich wieder einen Skitag bei Postkartenwetter. Habe mir heute einen Ski gemietet, der für Tiefschnee geeigneter ist als der den ich sonst fahre. Aber der Ski alleine richtet es noch nicht, da muss ich noch tüchtig an der Technik arbeiten. Dafür habe ich meine Oberschenkel Muskulatur etwas überbelastet, die werden mir das mit einem gehörigen Muskelkater verdanken.

    Damit habe ich mit diesem Jahr abgeschlossen, bye 2017, du warst ein schweres Jahr. Trotzdem durfte ich auch schönes und gutes erleben und ich bin glücklich, dass ich trocken ins neue Jahr starten darf.

    Zumindest die Weihnachts Feiertage sind jetzt gut und alkoholfrei überstanden ausser am 24. waren das für mich Arbeitstage wie sonst auch, allerdings hatte ich an den Abenden, so ganz allein zuhause, schon etwas Schwierigkeiten und die Versuchung der Einsamkeit mit Alkohol entgegen zu wirken war ein paar mal recht gross. Glücklicherweise gibt es in diesem Haus keinen Alk mehr, so konnte ich die heiklen Situationen überstehen.
    Nun stehen Silvester und Neujahr vor der Tür, das könnte noch etwas schwieriger werden, da ich beide Tage frei habe. An Silvester habe ich was mit jemandem abgemacht, der auch keinen Alkohol trinkt, dummerweise nur für den Tag, weil er am Abend anderweitig besetzt ist.
    Darum habe ich mir fest vorgenommen, früh schlafen zu gehen und so dem ganzen Alkohol-Fest auszuweichen.
    Hoffentlich funktioniert das!

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    Wenn Du manchen Bedürfnissen nicht nachkommen kannst, nicht selbst, kannst Du Dir Hilfe dafür organisieren?


    Hi Calida, der Verlust des Menschen, der Jahrzehnte lang die Wichtigste Bezugsperson war, die grosse Liebe des Lebens war, reisst sehr tiefe Wunden und hinterlässt klaffende Lücken in einem Leben. Wunden und Lücken die sich auch mit der besten Therapie nicht schliessen lassen, Schmerz den nur die Zeit lindern kann. Da entstehen Bedürfnisse denen nachzukommen unmöglich ist, schlicht weil der Mensch, mit dem diese Bedürfnisse verbunden sind nicht mehr ist.

    Heute war meine Tochter mit Familie zu Besuch bei mir. Nicht ganz unfreiwillig, denn ich brauchte noch Hilfe beim Versorgen von Brennholz.
    Nach getaner Arbeit sind wir dann noch ins Thermalbad gegangen mit den 3 Enkeln ein Riesengaudi. Mann sind das Wasserratten. Auf jeden fall hatten wir viel Spass und ich habe meine Enkel so richtig geniessen können.

    Solche Tage und Momente zeigen mir, dass doch noch Lebensfreude in mir steckt und geben mir Mut und Hoffnung für die Zukunft, dass doch alles oder mindestens einiges wieder zum Guten kommen wird.

    Ich habe diese Gelegenheit auch gleich nutzen können um klar zu stellen, dass es für mich und in diesem Haushalt keinen Alkohol mehr gibt. Da alle Anwesenden schon seit Jahren von meinem Alkolproblem wissen, wurde das gelassen und mit nur einer warum Frage zur Kenntnis genommen. Trotzdem gut, dass ich es bei meiner Tochter u. Fam. mal schon deponieren konnte da die diesjährige Weihnachtsfeier bei Ihr stattfinden wird. Dort warten dann noch Sohn und Eltern, denen ich das dann auch noch offenbaren darf. Aber ich denke auch das wird problemlos sein, da auch Sie das Problem schon lange kennen.

    L. G.
    Joro

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    Bei aufkommenden Saufdruck erstmal nachschauen, ob man genug gegessen, getrunken und geschlafen hat.
    Denn allein das können schon Auslöser sein.
    Man muss nicht immer sonst wie tief graben, machmal ist es nur sowas ganz "banales". Winken

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    Das ist ein ganz hervorragender Hinweis. Sucht- und somit Leidensdruck, weil man sich selbst und seine eigenen Bedürfnisse irgendwie vernachlässigt hat.

    In diesen zwei Zitaten scheint, zumindest für dieses mal, des Rätsels Lösung zu stecken. Letzte Nacht habe ich über 7 Stunden am Stück, wie ein Stein geschlafen. Heute ging es mir entsprechend gut, ich habe mich ausgeruht und erholt gefühlt.
    Warum ich aber in diesen KO Zustand geraten bin ist mir nicht so recht klar. Ok. Die letzten Nächte habe ich meist nur +/- 5 Stunden geschlafen, aber nicht weil ich das so wollte, sondern ich bin nach dieser Zeit einfach aufgewacht und konnte nicht wieder einschlafen. Also bin ich dann halt irgendwann aufgestanden und habe was anderes gemacht.

    Essen war die letzte Zeit sowieso eher schwierig, da ich mich über weite Strecken dazu zwingen musste, und auch 5 Kilo verloren habe. Das klappt aber mittlerweile wieder ganz ordentlich.

    Meinen sonstigen Bedürfnissen gerecht zu werden ist im Moment schwierig oder besser gesagt unmöglich. Hier kann nur die Zeit helfen und hoffentlich irgendwann heilen.

    Aber zumindest in den Bereichen, in denen ich kann, werde ich versuchen mehr Acht auf mich selbst zu geben.

    Heute ging es auf jeden Fall gut und auch der Saufdruck hat sich glücklicherweise nicht wieder eingestellt. Und jetz bin ich bereit für die nächste Runde schlafen, sofern es denn schlafen will.
    Danke euch für die guten Tipps.

    L. G. Joro

    Es ist doch interessant oder besser gesagt beängstigend, da habe ich tagelang Ruhe und es plagen mich keine oder kaum Gedanken Alkohol.
    Heute jedoch im Laufe des Nachmittags hat das plötzlich angefangen. Erst waren es nur so Gedanken nebenbei, dann wurde das länger wie aufdringlicher, bis schliesslich die Gedanken sich anfingen um die konkrete Umsetzung zu drehen.

    Da endlich wurde mir bewusst was hier gerade abläuft. Glücklicherweise konnte ich mich kurz zurück ziehen und ernsthaft mich selbst ins Gebet nehmen. Danach waren die Gedanken zwar nicht einfach weg, aber ich konnte das ganze kontrollieren und Gedanken von wegen in die Tat umsetzen abblocken.
    Die folgenden Sätze habe ich mir vorher schon mal rauskopiert und die waren heute eine grosse Hilfe.


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    Dass der Einflüsterer zu den unmöglichsten Zeiten kommt ist leider normal.
    Und er wird es immer wieder versuchen.
    Selbst dann, wenn Du Dich schon sicherer fühlst.
    Aber jedes Tschüss zu diesem Zeitgenossen macht Dich stabiler.

    Genau mit solchen Einflüsterungen beginnt der Rückfall im Kopf: *Ach, war doch alles nicht so schlimm - Du hast das doch im Griff, also könntest Du doch mal wieder.... * Hier finde ich es wichtig, dem Teufel konsequent Redeverbot zu erteilen. Denn Du möchtest ja nicht mehr trinken - und davon sollte es auch keine Ausnahmen geben. Egal, welche Tageszeit es gerade ist.

    Ich hab hier mal gelesen, dass man dann das „was wäre wenn“ zu Ende denken sollte. Das hab ich getan. Ich hab weiter gedacht. Wenn ich jetzt auch Wein trinken würde, dann würde es abends weiter gehen und vermutlich auch nächsten Morgen gegen den Kater. Ich würde kein Ende finden. Hab an Situationen gedacht, die mir unter Alkoholeinfluss passiert sind.
    Und schon war ich glücklich über meinen Kaffee zur Torte.

    Auslöser für das ganze kann ich nicht unbedingt ausmachen, ausser vielleicht, dass ich mich den ganzen Tag über sehr müde gefühlt habe und irgendwie KO war.

    Zum guten Glück bin ich noch einmal mit dem Schrecken davon gekommen und mittlerweile hat sich die ganze Angelegenheit wieder beruhigt.

    Joro

    Hallo
    obwohl ich eigentlich gar nicht weiss was ich erzählen soll, melde ich mich wieder mal.
    Mir geht es zumindest körperlich und was Alkohol angeht erstaunlich gut. Ich verspüre absolut keinen Saufdruck und auch die anfängliche Unruhe verschwindet von Tag zu Tag mehr. Viele berichten, dass sie am Anfang der Trockenheit Mühe haben mit schlafen. Bei mir ist das Gegenteil der Fall, ich lege mich abends ins Bett und kaum ist das Licht gelöscht, da schlafe ich wie ein Murmeltier. Nach ca. 5-6 Stunden erwache ich von selbst und dann ist aus mit schlafen. Inzwischen habe ich aber gemerkt, dass diese Zeit völlig ausreichend ist und ich trotzdem den ganzen Tag total fit und hellwach bin. Ist ja eigentlich auch nicht weiter verwunderlich, da die paar Stunden Schlaf jetzt vollständig für die Erholung zur Verfügung stehen und der Körper nicht erst noch Alkohol abbauen und was weiss ich reparieren muss.
    Und dann kann ich aufstehen, Kaffee trinken, Katze füttern, duschen und dabei staunen und es geniessen, wie wohl man sich am Morgen fühlen kann.
    Psychisch geht es mittlerweile auch ein wenig besser, aber dieser Heilungsprozess wird wahrscheinlich noch viel an Zeit brauchen. Aber auf jeden Fall geht auch das ohne Alkohol bedeutend besser.
    Gestern habe ich auf dem Spaziergang mit dem Hund eine neue, interessante Bekanntschaft gemacht. Der Spaziergang hat sich um einiges verlängert während wir uns gut unterhalten haben. Ich war erstaunt, wie einfach und locker ich im Gespräch mitmachen konnte, kein Vergleich zur Zeit mit Alkohol. Da hätte ich mich wahrscheinlich sehr schnell mit einer faulen Ausrede verdrückt, einfach so eine längere Unterhaltung mit jemand den ich nicht kenne zu führen, wäre kaum denkbar gewesen. Statt dessen sind wir am Ende noch gemeinsam Kaffee trinken gegangen und haben uns für ein nächstes mal verabredet.
    Wie sich vieles jetzt zum besseren verändert, ist erstaunlich vorallem überrascht bin ich, wie schnell das geht. Ich bin jetzt ja erst etwas mehr als 3 Wochen trocken.
    Nun mir soll es recht sein und ich werde es geniessen solange es anhält. Zum Dauerzustand wird das ja wohl kaum werden. Aber über die nächste Talsohle kann ich mir auch noch Gedanken machen wenn sie erreicht ist.

    L. G. Joro

    Hallo alle
    nun ist dieser Skitag also gelaufen und es war HAMMER...... Postkartenwetter, sensationelle Pisten und nur wenig andere Skifahrer unterwegs. Ich habe gar nicht gemerkt, dass ich seit Jahren nicht mehr auf den Skiern gestanden habe und bin den ganzen Tag diese Hänge hinunter gebrettert, bis meine Beine einfach zu müde und schwach waren um weiter zu fahren.
    Mittagessen, da muss man einfach zwischendurch was essen, und Kaffee mit Kuchen zum Abschluss gab es in der Skihütte.
    Und auch das war absolut kein Problem, die Meisten anwesenden in meiner näheren Umgebung haben nämlich auch auch keinen Alkohol konsumiert, man ist jetzt noch unter Einheimischen und da sind die Meisten recht sportlich unterwegs. Da verträgt es nur wenig oder gar keinen Alkohol, sonst funktioniert das nämlich nicht mehr.
    Und selbst wenn, der Alkohol den Andere trinken, der triggert mich nicht, solange das am Nebentisch passiert, von Leuten die nicht in meiner Begleitung sind ist mir das völlig egal. Ausser es wird dann zuviel, dann nervt mich das blöde Benehmen der angetrunkenen, was mich aber eher in meinem Entschluss bestärkt, keinen Alkohol mehr zu trinken, da will ich nämlich nicht mehr dazu gehören. Schlechte Beispiele können auch heilsam sein.
    Allerdings, habe ich mich beide Male schon bei derAnfahrt zur Hütte vorbereitet und wusste genau was ich mir holen werde und war auch bereit, den Schauplatz sofort zu verlassen falls mir irgendwas nicht gut tun oder zu nahe kommen sollte.
    Ich weiss, einige von Euch werden mein Verhalten leichtsinnig und riskant finden. Das kann dann auch daran liegen, dass wir völlig andere Vorstellungen von Skilaufen und Skihütte haben. Für mich ist Skilaufen Sport und nicht Ferienvergnügen, Zeitvertreib und RambaZamba. Entsprechend fühle ich mich jetzt auch, meine Beine sind wie Betonklötze (das kommt jetz von der fehlenden Übung) und ich bin total KO und morgen werde ich wahrscheinlich einen tüchtigen MUSKEL-kater haben. Aber im Gegensatz zum Alkohol-Kater macht das nichts, im Gegenteil, es ist eigentlich ganz schön und befriedigend seinen Körper so richtig zu spüren wenn man weiss weshalb es überall etwas zwackt und zieht. :wink:

    Hallo Ernest
    Hals und Beine sind zum Glück heil geblieben. :D
    Gute Idee, raus mit diesen Schneeschuhen und ab an die frische Luft, so richtig auspowern tut nämlich echt gut und bringt einen auf andere Gedanken.
    Viel Spass!!

    Und jetzt ist schlafen angesagt, bevor mir noch die Augen zufallen.

    Viele Grüsse
    Joro

    Hallo alle
    schön, die rege Beteiligung von Euch, da gibt es ja richtig viel zu lesen und auch zu beantworten. Jedenfalls danke allen die hier geschrieben haben.

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    ist doch toll. dass Du es heute geschafft hast direkt nach Hause zu fahren! Stricke


    Ja, so kann man das auch sehen :wink: aber das war verdammt knapp, das muss ich nicht haben.

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    Darum rate ich persönlich immer dazu, sich erstmal eine STABILE TROCKENHEIT aufzubauen, ehe man diese anderen Sachen angeht.
    Denn was nützt Dir eine Aufarbeitung, wenn Du dabei nicht trocken bleiben kannst?
    Ich kann verstehen, das man Erlebtes aufarbeiten möchte, aber ich halte eine so frische Abstinenz für noch zu wackelig, um sich mit so schwierigen Themen zu beschäftigen.


    Hallo Sunshine, die Situation ist die, dass meine Frau, die ich über alles geliebt habe, anfangs Oktober nach schwerer Krankheit aber auf dem Weg zur Genesung plötzlich und überraschend gestorben ist. Es geht hier also nicht um Vergangenheitsbewältigung oder Aufarbeitung sondern schlicht darum mit der jetzigen, aktuellen und sehr schweren Situation klar zu kommen.

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    Hab nur auf dem Schirm, dass sich Suchtdruck einstellen kann, falls Du früher dort gebechert hast.


    Ich habe mir für den Anfang (für morgen) ein Skigebiet ausgesucht in dem ich noch sehr selten war und zu dem ich absolut keine Suchterinnerung habe.

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    Was steht, oder besser, was stand damals beim Ski fahren im Vordergrund: Die Abfahrt oder der Jagertee?


    Beim Skifahren stand immer das Ski fahren im Vordergrund, selbst bei Pausen an der Sonne, bei der Skihütte habe ich, wenn überhaupt, nur sehr wenig Alkohol konsumiert. Weiche Knie und Skifahren geht für mich nicht zusammen.

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    Du würdest also nach dem Ablauf einfach wieder deine Sachen greifen & nach Hause fahren, das ja trocken sein sollte.


    Ja, genau so ist das geplant und ja, das Zuhause ist trocken. Da ist restlos alles weggeräumt.

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    Ich hab hier mal gelesen, dass man dann das „was wäre wenn“ zu Ende denken sollte. Das hab ich getan. Ich hab weiter gedacht. Wenn ich jetzt auch Wein trinken würde, dann würde es abends weiter gehen und vermutlich auch nächsten Morgen gegen den Kater. Ich würde kein Ende finden. Hab an Situationen gedacht, die mir unter Alkoholeinfluss passiert sind.
    Und schon war ich glücklich über meinen Kaffee zur Torte.


    Danke Cadda, das ist sehr hilfreich. Das gehört in meinen virtuellen Notfallkoffer! Übrigens ich liebe Kaffee und Torte, das ist für mich schon fast Ersatzdroge. :lol::lol:

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    Wäre nicht auch der geschlossene Bereich etwas für Dich? Da tauschen wir uns sehr intensiv auch über diese Themen aus.


    Der Antrag läuft und Überweisung ist gemacht, ich erwarte eigentlich baldige Freischaltung, vielleicht dauert es noch etwas wegen Auslandüberweisung.

    Hallo Thalia, danke für die Grüsse, auch ich erinnere mich noch.

    L. G. Joro

    Hallo alle
    Heute habe ich eine Psychologin besucht, um mir bei der Bewältigung der Trauer und des Verlustes helfen zu lassen.
    Da haben wir dann während einer Stunde die ganze Geschichte von Krankheit, Behandlung, Operation und schliesslich Tod ausgebreitet und darüber geredet. Ob es was hilft, weiss ich noch nicht. Danach war ich auf jeden Fall total aufgewühlt und trotzdem gleichzeitig völlig erledigt. Kaum draussen, überkam mich ein recht starker Drang nach einer Zigarette, obschon ich nicht mehr rauche und auch das Verlangen nach Alkohol. Wenn ich etwas davon zur Hand gehabt hätte, ich weiss nicht ob ich hätte widerstehen können. So habe ich mich schnellstmöglich ins Auto gerettet und bin nach Hause gefahren. Alle die Shops an denen ich vorbei komme, habe ich mit etwas Mühe nicht angeschaut.

    Da hatten wir doch gerade das Thema vom wohin ich gehen und mit wem ich noch Umgang pflegen kann ohne meine Trockenheit zu gefährden. Und dann kommt so eine Situation, die nie auf meiner Liste gestanden hat und erwischt mich kalt.

    Da frage ich mich schon langsam ob es überhaupt möglich ist sich auf alle möglichen Situationen einzustellen und bereit zu sein. Im Nachhinein erscheint mir klar, dass ich mit sowas hätte rechnen müssen, aber im Nachhinein ist vielleicht irgendwann einmal zu spät.

    Heute habe ich beschlossen mein altes Hobby, Skifahren, zu reaktivieren. Mit etwas schlechtem Gefühl habe ich die schlecht eingelagerten Skier zum Service gebracht und habe schon so halb damit gerechnet, dass die nicht mehr zu retten sind. Aber ich hatte Glück, es lässt sich alles wieder in Ordnung bringen.
    Und da bin ich doch schon wieder vor so einer vertrackten Situation. In den Skigebieten wird doch auch wieder überall Alkohol angeboten. Was nun? Auch nicht skifahren oder reicht es um die Schneebars etc. einen grossen Bogen zu machen?
    Irgend etwas muss ich ja noch machen.
    L. G. Joro

    Hallo alle
    so langsam begreife ich schon, dass ich nicht einfach im bisherigen Fahrwasser bleiben kann einfach ohne zu trinken. Auch wenn ich mir momentan überhaupt nicht vorstellen kann wie, so muss ich wohl mein Leben komplett neu gestalten. Vielleicht ist es am besten, wenn ich das einfach mal loslasse, auf mich zukommen lasse und einmal schaue was sich von selbst ergibt.
    Und wie jemand hier geschrieben hat, in der Zwischenzeit werde ich einmal Zeit für mich selbst haben und vielleicht auch erkennen was mir wichtig ist, mir Freude macht und mir gut tut. Ich denke ich sollte einfach einmal damit aufhören, alles mit der Brechstange durchsetzen zu wollen und das JETZT so annehmen wie es halt ist und die Zukunft auf mich zukommen lassen. Das braucht halt wahrscheinlich einiges an Geduld, dummerweise ist und war gerade Geduld noch nie meine Stärke. Aber es ist glaube ich halt schon so, dass mir im Augenblick gar nichts anderes übrig bleibt.
    Also werde ich von jetzt an versuchen mich in Geduld zu üben. :roll:
    Viele Grüsse, Joro.

    Hallo alle
    nein, nein ich leide nicht an Schlafstörungen, bin erst jetzt von der Arbeit heim gekommen (ohne Zwischenstopp) und kann nicht sofort ins Bett und schlafen. Darum schreibe ich um diese Zeit noch.

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    Entfernte Bekannte oder Kollegen im Restaurant und beim Trinken, da fühl ich mich nicht wohl. Und nicht wohlfühlen und trotzdem machen, kann schlecht für die Trockenheit sein. Deshalb lass ich es in der Regel.


    Da würde ich mich glaube ich auch nicht wohl fühlen. Habe heute bei der Arbeit ein paar gut angetrunkene Gäste gehabt, nicht sturzbetrunken, trotzdem habe ich mich schnell einmal gefragt, ob ich mich auch so unmöglich benommen habe unter Alkoholeinfluss. (Die Antwort bin ich mir vorerst schuldig geblieben.) Auf jedenfall würde ich es in solcher Gesellschaft keine paar Minuten aushalten, das wäre mir einfach zu blöd. Und wenn es mir schon nicht passt oder ich mich nicht wohl fühle, gibt es auch keinen Grund zu bleiben resp. überhaupt erst hinzugehen.

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    Jedenfalls mir vorzustellen, wie ich mich wo und mit wem fühle, hat mir bisher geholfen.


    Das scheint mir ein guter Ansatz, danke!!!! Wenn ich mir vorzustellen versuche, was und wie das geplante ablaufen könnte, setze ich mich ja mit der/den möglichen Situation/en auseinander und BEREITE MICH VOR.
    Und somit stolpere ich nicht einfach in Situationen, von denen ich dann völlig überrumpelt werde und Dummheiten mache.

    Danke und Grüsse
    Joro

    Hallo alle
    schön, dass langsam etwas Betrieb aufkommt hier bei mir. Darum danke, dass Ihr hier mit lest und Eure Erfahrungen mit mir teilt.

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    Dies gelingt oder scheitert daran, ob ein Leben ohne Alkohol als „Einschränkung“ angesehen wird oder nicht


    Da bin ich wohl etwas missverstanden worden, ein Leben ohne Alkohol sehe ich überhaupt nicht als Einschränkung, im Gegenteil. Ich weiss, dass ein Leben ohne Alkohol viel entspannter und reicher ist als eines mit. Was ich meinte ist eher, dass wenn ich da nicht hingehen kann, dies nicht tun sollte, sprich alle Orte oder Menschen meiden muss wenn irgendwie Alkohol vorhanden ist, dann laufe ich Gefahr komplett zu vereinsamen. Das würde ja bedeuten, dass ich zwar trocken wäre aber nicht zufrieden sein könnte mit dieser Art Leben. Also hätte mich der Alkohol, auch wenn ich ihn nicht konsumiere, wieder in der Zange und ins Abseits gedrängt.
    Ich weiss aus meinen vorherigen trockenen Zeiten, dass man dem Alkohol nicht völlig ausweichen kann, denn der ist praktisch überall vorhanden.
    Also muss ich doch eine Möglichkeit finden, mich auch in Kreisen in denen Alkohol konsumiert wird bewegen zu können, ohne, dass ich selbst welchen trinke.
    Der Alk den die anderen trinken, der tut mir ja nichts. Wichtig ist aber, dass ich frühzeitig genug erkenne, wenn es für mich gefährlich wird und dann entsprechend reagieren kann und zwar konsequent.
    Das scheint bei mir irgendwie der Knackpunkt zu sein, dass ich das nicht konsequent genug schaffe und möglicherweise darum immer wieder zurück falle. Dies obwohl ich mich in meiner Trockenheit wohl fühle und eigentlich genau weiss, wo das hinführt. Aber im entscheidenden Augenblick kommt diese Erkenntnis irgendwie nicht durch.......??
    Hmmmm, da ist guter Rat wohl teuer.

    Viele Grüsse
    Roland

    Hallo Sunshine_33
    erst mal vielen Dank für Deine Worte.

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    Was meinst Du denn genau mit dem "kritischen Moment", wo Du nicht vorbereitet bist?
    Ich frag nach, weil ich mir das jetzt nicht so genau vorstellen kann, was damit gemeint ist.


    Im Grossen und Ganzen meine ich damit so ziemlich das, was Du als „unvorhersehbare Situation“ beschreibst. Hier auch eine kleine Geschichte zur Veranschaulichung:
    Im 2014 haben wir eine 3 Wöchige Kreuzfahrt gemacht. Als ich dieses Vorhaben hier im Forum geäussert habe, wurde ich sofort davor gewarnt, so von wegen da ist überall Alkohol im Spiel und mich unnötigen Gefahren auszusetzen. Da dies aber nicht unsere Erste Kreuzfahrt war, wusste ich in etwa wie es da zugeht. Nämlich ziemlich gesittet, also war ich der Überzeugung, das Risiko einschätzen zu können und auch, dass ich das ohne Probleme meistern kann. So kam es dann auch und die Kreuzfahrt verlief ohne die geringsten Probleme für mich. Ich war ja vorbereitet.
    Dann kam die Heimreise und eine Übernachtung in einem Flughafenhotel. Der Einfachheit halber und ohne mir was dabei zu denken, hatte ich das Selbe Hotel gebucht, in dem wir schon öfter waren. Dass dies ein kontaminierter Ort ist, an dem wir gewohnheitsmässig immer etwas getrunken haben ist mir bei der Buchung gar nicht eingefallen.
    Und da kam es, kaum hatte ich das Hotel betreten, wollte ich nur noch eines, nämlich so schnell wie möglich ein paar Biere hinunter kippen. Was ich dann auch gemacht habe und damit eine doch längere Phase der Trockenheit beendet habe. Ich war halt nicht vorbereitet, wäre ich es gewesen, hätte ich ein anderes Hotel gebucht.

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    Bei mir ist es so, das ich meine Alkoholkrankheit für mich als selbstverständlich hinnehme Das bedeutet, ich WEISS, das sie immer da ist und auch dableiben wird, bis ans Ende meines Lebens.
    Das ist einfach so und unabänderbar. Somit für mich selbstverständlich.


    Ja, das ist wahrscheinlich die Einstellung, die es zu erreichen gilt. Die Frage ist nur, wie komme ich dorthin? Im Moment kann ich mir das überhaupt nicht vorstellen. Ich weiss,dass das was jetzt kommt grundfalsch ist aber es ist das was im Moment in mir vorgeht.
    Wenn ich also akzeptiere, dass ich lebenslänglich alkolkrank bin und mich deswegen immer wieder einschränken muss, dann bedeutet das gleichzeitig irgendwie auch, dass der Alkohol weiterhin mein Leben diktieren wird und das ist doch genau das was ich nicht will. Hattest / hast Du keine solchen Vorbehalte? Wenn doch, wie bist Du dagegen angegangen? Ein paar gute Tipps werden hier gerne angenommen.
    Aber vielleicht ist das im Moment einfach noch zu hohe Schule für mich.

    Ich danke Dir für deinen Beitrag.
    Viele Grüsse, Joro

    Hallo
    Nun sind also die zwei Wochen definitiv geschafft, ein Grund zur Freude, auch wenn mir klar ist, dass damit erst ein ganz kleiner Teil eines langen Weges zurückgelegt ist. Aber jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt.

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    Das Gefühl, Bäume ausreißen zu können, kenne ich auch noch.
    Pass auf, dass du dieses gute Gefühl nicht mit dem falschen Sahnehäubchen krönen willst.

    Danke Dante für die Warnung.

    Tatendrang und Bäume ausreissen wollen, spielt sich bei mir hauptsächlich im Kopf ab. Wenn ich dann mutig zur Tat schreiten will, muss ich ziemlich schnell einsehen, dass meine körperlichen Kräfte nicht weit hinreichen. So ermüde ich viel schneller als es mit Alkohol der Fall war und ich bin viel zu unorganisiert so, dass ich für alles viel zu lange brauche und nirgends hinkomme. Zum Übermut gibt es vorläufig nicht viel Grund.

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    Genau dann kommt der Punkt, da ist es wichtig, dran zu bleiben.
    Zum Beispiel durch regelmäßigen Austausch hier....

    Ja, und ich denke, genau da liegt bei mir der Hase im Pfeffer. Nach einer gewissen Zeit, geht es mir gut und ich werde nachlässig und nehme die Trockenheit als selbstverständlich hin. Dann kommt ein kritischer Augenblick, ich bin nicht vorbereitet und schon ist es wieder passiert. Da muss ich jetzt wirklich mal versuchen am Ball zu bleiben.

    Meiner Erkältung geht es schon ein bisschen besser, habe heute daran herum gedoktert und die Spaziergänge an der kühlen Luft haben gut getan.

    Ich wünsche Euch allen eine gute Nacht und ein gelungenes Morgen.
    Viele Grüsse
    Joro

    Hallo Ernest
    erstmal danke für deinen Besuch in meinem Thema und für deine Worte.
    Tatendrang und Bäume ausreissen wollen, spielt sich bei mir hauptsächlich im Kopf ab. Wenn ich dann mutig zur Tat schreiten will, muss ich ziemlich schnell einsehen, dass meine körperlichen Kräfte nicht weit hinreichen. So ermüde ich viel schneller als es mit Alkohol der Fall war und ich bin viel zu unorganisiert so, dass ich für alles viel zu lange brauche und nirgends hinkomme.
    Deine Parabel finde ich sehr witzig und trotzdem zutreffend, wir fallen ja ungefähr an den selben Stockwerken vorbei, aber irgendwie und irgendwann sollten wir doch anfangen uns Gedanken über die Landung zu machen.
    Das Problem mit dem schlafen habe ich dieses Mal bis jetzt (noch ?) nicht, kenne das aber von früheren Versuchen. Bei mir hat sich das jeweils relativ schnell gelegt und ist dann fast ins Gegenteil umgeschlagen, dass ich nämlich am liebsten den ganzen Tag geschlafen hätte.
    Ansonsten wünsche ich uns beiden, dass wir Tag um Tag nehmen und dabei trocken bleiben, einiges wird die Zeit und der Abstand vom Alkohol vielleicht für uns erledigen?!
    Viele Grüsse
    Joro

    Hallo
    Und schon sind fast zwei Wochen vergangen in denen der Alkohol keinen Platz mehr in meinem Leben hat.
    Gestern Morgen bin ich aufgewacht und hatte das Gefühl Bäume ausreissen zu können. So voller Energie und Tatendrang fühlte ich mich schon lange nicht mehr. Es ist schon beeindruckend wie toll man sich fühlen kann, wenn man nicht an den Folgen des Alkoholkonsums vom Vortag leidet. Dieses Hochgefühl hielt dann bis gegen Mittag an, dann haben sich erste Symptome einer Erkältung bemerkbar gemacht und die sind inzwischen zu einer ordentlichen Erkältung angewachsen. Die quält mich jetzt ein bisschen.
    Die Gedanken an Alkohol werden immer seltener und lassen sich problemlos beiseite wischen. Dafür gibt es jetzt Abendessen zu einer vernünftigen Zeit, ich komme früher ins Bett und mag am Morgen besser aufstehen. Auch die Bewältigung meines herben Verlustes funktioniert jetzt bedeutend besser.
    Die Erkältung wird mehr oder weniger von alleine wieder verschwinden, was soll es also. So lange ich nichts trinke, wird es mir morgen gut gehen und wenn nicht, dann bin ich wenigstens nicht selber schuld daran.
    Die nächsten zwei Tage habe ich frei und Zeit genug mich auszukurieren und mit dem Hund spazieren zu gehen.

    Viele Grüsse
    Joro

    Hallo
    ich soll mich ja hier austauschen, nur weiss ich oft gar nicht was ich eigentlich schreiben soll. So ereignisreich sind meine Tage nicht, dass sie viel Gesprächsstoff hergeben. Dafür sind sie manchmal ziemlich lang, 13 oder 14 Std. Präsenzzeit sind keine Seltenheit und da bin ich dann am Abend ziemlich ausgepumpt. Aber Spass macht mir meine Arbeit trotzdem.

    Ich konnte auch die letzten beiden Tage, ohne grosse Schwierigkeiten, den Alkohol stehen lassen. Es gibt schon Situationen in denen er plötzlich in meinem Kopf ist, aber solche Gedanken lassen sich bis jetzt recht mühelos wegschieben, in dem ich mir sage „es gibt jetzt nichts, diese Zeiten sind vorbei und es hat sowieso gar nichts hier“.

    Danke „Calida 78“ das nervig werden hat wirklich damit zu tun, dass ich dauernd den ganzen Berg Arbeit als fast unlösbare Aufgabe vor mir sehe. Deine Worte helfen mir, mich auf das zu konzentrieren was ich gerade mache und den Rest weg zu schieben. Das bringt etwas Ruhe in die Sache. Auch irgendwann einmal sagen, so das reicht jetzt für heute und dann noch etwas machen das mir gut tut, bringt mich herunter.

    So, Zeit zum schlafen, morgen geht’s wieder beizeiten los.
    Viele Grüsse
    Joro

    Hallo
    Tag Nummer 8 ist auch geschafft, ungefähr im selben Stil wie die letzten drei oder vier.
    Eigentlich geht es ganz ordentlich, sobald ich aber Anfange im Haushalt zu arbeiten, den ich jetzt ja alleine schmeissen muss, da werde ich sehr nervig und fahrig, da ich den Eindruck bekomme, dass ich das nicht schaffe. Überall sehe ich Sachen die auch noch gemacht werden müssen. Dieser, mir selbst gemachte Stress, ist nicht gut und löst in mir das Verlangen nach Alkohol aus. Nicht wahnsinnig stark, aber in diesen Situationen denke ich schon öfter daran als wenn ich ruhig und entspannt bin.
    Gestern hat mir eine Stunde Joggen geholfen, heute waren es zwei Spaziergänge mit dem Hund die mich vorübergehend etwas herunter geholt haben.

    Gotti : Danke für deine aufmunternden Worte, ich muss es einfach schaffen, sonst gehe ich in der jetzigen Situation am Alkohol zugrunde.
    Vorort habe ich leider niemand, ausser einem wirklich sehr guten Hausarzt der mir helfen kann. Habe mich heute mal nach realen SHG in der Nähe umgeschaut und eine gefunden die zwei mal Wöchentlich stattfindet. Ziemlich grosse Entfernung und unregelmässige Arbeitszeiten werden zumindest einen regelmässigen Besuch nicht zulassen. Aber so hin und wieder könnte ich dort hingehen, wenn ich mich dazu überwinden kann.

    Hans : Auch dir danke für die ermutigenden Worte. Dass der Alkohol die Traurigkeit nur noch verschlimmert, musste ich gerade selber erfahren. Da gerate ich in eine sehr gefährliche Negativ Spirale hinein. Glücklicherweise habe ich das einigermassen schnell gemerkt.

    Ich wünsche euch allen einen guten Abend und eine gute Nacht.
    Joro

    Hallo
    Ich bin Joro, 59 Jahre, und möchte mich hier nochmal kurz vorstellen.

    Mit ca. 16 Jahren kam ich zum ersten mal mit Alkohol in Berührung, mit fatalen Folgen, denn dieser eine Kontakt hat den Suchtteufel in mir geweckt und bis ich ca. 30 Jahren alt war, habe ich von da an praktisch täglich getrunken und immer öfter zuviel.
    Dann habe ich einen stationären Enzug gemacht und bin mit Hilfe einer SHG
    8 Jahre trocken geblieben. Da dachte ich mir, ich weiss jetzt wie es funktioniert und habe die SHG nicht mehr besucht. Es dauerte dann nicht lange, bis ich wieder in den Alk. abrutschte.
    Seitdem habe ich einige Versuche unternommen, wieder trocken zu werden. Diese dauerten aber meistens nicht lange. Tage, Wochen, zwei oder drei mal sogar ein paar Monate.
    Vor ca. 3 Jahren war ich schon einmal hier und das war einer der am längsten dauernden Versuche.

    Ein schwerer Schicksalsschlag hat mich jetzt erneut hierher geführt, weil ich seitdem angefangen habe exzessiver zu trinken um alles zu betäuben.

    Heute bin ich den 7. Tag in Folge trocken und hoffe innigst, dass es mir diesmal gelingen möge dem Alk endgültig abzuschwören.

    Viele Grüsse, Joro