Beiträge von panem

    Hallo RömchenS,

    herzlich willkommen!

    Aller Anfang ist schwer. Ich habe am Anfang die Supermärkte gemieden, wenn ich gemerkt habe, dass ich keinen guten Tag hatte oder habe auf dem Weg nach Hause telefoniert, damit ich nicht einfach so abbiege ;)
    Und ich habe mich mental immer darauf vorbereitet, dass ich Alkohol gleich sehen werde, wenn ich da reingehe. Obwohl mich allein der Anblick eigentlich nicht triggert...

    Für mich ganz wichtig war auch, dass meine Wohnung alkfrei war. Vielleicht kannst Du das ja nochmal mit deinem Mann besprechen...

    Hast Du sonst noch Pläne?

    vg,

    panem

    Hallo Power,

    willkommen zurück hier im Forum.


    Zitat

    Ich bin einerseits froh, dass er sich gar nicht meldet, andererseits nagt es ehrlich gesagt etwas an meinem Selbstwertgefühl weil ich mir denke...bin ich das nicht wert, dass man für mich ohne Alkohol lebt?

    Als Alkoholikerin kann ich nur sagen, dass ich für mich alleine die Entscheidung fällen musste. Ich habe aufgehört, weil ich es wollte und nicht um jemanden anderen zu beruhigen oder ruhig zu stellen. Die Entscheidung muss jeder Mensch für sich treffen und nicht für einen anderen Menschen.

    Außerdem sei doch froh, dass der Typ sich nicht mehr meldet. Du sagst, Du hast deine Entscheidung getroffen, umso besser, dass er Dir nicht auf den Sack geht. So hast Du genug Zeit, dich um dich selbst zu kümmern.

    Du hast ja schon jede Menge Tipps und Ratschläge von sehr vielen erfahrenen Forumsmitgliedern bekommen. Welche willst Du davon umsetzen? Was hast Du dir für dich vorgenommen? Was willst Du diesmal anders machen?

    vg, panem

    Hallo Hanni,

    willkommen hier im Forum!

    Als ich deinen Beitrag gelesen habe, habe ich mich zunächst selbst gefragt, in welcher Situation oder aus welchen Gründen ich einen anderen Menschen so beschimpfen, quälen, erniedrigen, bedrohen und fertig machen würde.

    Ich kann mir für mich selber ehrlich gesagt, keine Situation vorstellen, in der ich mich so verhalten würde. Kannst Du dir das für dich vorstellen? Würdest Du jemals einen anderen Menschen so behandeln, den Du angeblich liebst, mit dem Du eine Partnerschaft führst?

    Als nächstes habe ich mich gefragt, was dieses Verhalten ausdrückt bzw. welche Bedeutung es haben könnte, wie sich dein xy verhält bzw. ich es empfinden würde.

    Wenn ein Mensch mich so behandeln würde, würde mir das zeigen, dass dieser Mensch, mich nicht als gleichwertig ansieht und mir nicht auf Augenhöhe begegnet. Es würde mir zeigen, dass mein Partner mich nicht respektiert und werschätzt. Es würde mir zeigen, dass mein Partner Probleme hat, mit denen er nicht umgehen kann und seinen Frust und seine Aggressionen an mir auslässt, weil er selber nicht in der Lage ist, seine Probleme in Angriff zu nehmen und sein Umfeld und seine Familie als Ventil für seine Grausamkeiten nutzt.

    Diese Gedanken könnte ich mir immer weiter machen und versuchen den Partner zu verstehen oder die Dinge nachzuvollziehen. Aber am Ende komme ich immer wieder bei einem Punkt an. Und das ist: Ich! (und in deinem Fall die Kinder) Ich entscheide, wie ich mein Leben führe. Ich muss eine Grenze ziehen, ich lasse mich so nicht behandeln. Was ich damit sagen will: Du entscheidest, wie dein Leben weitergeht. Du hast die "Macht" zu gehen und Dir und deinen Kindern ein gewaltfreies (verbal und non-verbal) Leben zu ermöglichen.

    Lass deinen Mann seine Dinge alleine regeln. Wenn er euch nicht mehr in greifbarer Nähe hat, hat er kein Ventil mehr und muss sich vielleicht mal mit sich selber beschäftigen. Er muss seinen Weg gehen, weil er ihn gehen will und nicht, weil ihr wie ein erhobener Zeigefinger um ihn herum schwebt. Will er sich wirklich ändern, sucht er sich allein Hilfe und schickt nicht seine Mutter zu seinem Arzt. Will er sich nicht ändern, hättest Du sowieso die richtige Entscheidung getroffen und er kann seine Wut weiter an den Möbeln, alleine in dem Haus oder sonstwo auslassen. Aber ihr wärt in Sicherheit!

    Ich wünsche Dir viel Kraft!

    panem

    Liebe Mäuki,

    das fiese an Depressionen ist, dass das Selbstbewusstsein immer weiter in den Keller sinkt und irgendwann trampelt man mit seinen eigenen Füßen auf demselbigen herum und es hat keine Chance sich langsam wieder aufzurappeln. Allerdings solltest Du vielleicht deinem Partner zugestehen, dass er alleine entscheiden kann, ob er es mit dir "aushält" oder dich als Belastung empfindet oder eben nicht. Er ist ein erwachsener Mensch, der frei entscheiden kann mit wem er sein Leben verbringen möchten und wen er unterstützt. Wenn Du sagst, dass Du es "besser weißt", entziehst Du damit nicht deinem Partner irgendwie das Vertrauen? Denn das würde bedeuten, dass Du der Meinung bist, dass er dich anlügt. Aber warum sollte er an deiner Seite bleiben, wenn Du ihn nur belastest? Das Gefühl, dass man sich selber als Belastung empfindet, sollte man niemand anderem aufdrängen, auch wenn es schwer ist.

    Toll, dass Du ein paar Therapeuten angeschrieben hast! Es ist leider immer wieder so, dass es lange Zeit dauert, bis man einen Therapieplatz findet. Aber Du machst die richtigen Schritte. Bleib unbedingt am Ball!

    Und vielleicht bringt dich ja auch der Termin beim Neurologen weiter. Das mit den Medikamenten solltest Du unbedingt ansprechen, aber bedenke auch, dass es teilweise bis zu 6 Wochen dauert, bis diese richtig wirken.

    Und wenn Du dich wieder einsam fühlst, hier findest Du immer Menschen, die deine Beiträge lesen und für Dich da sind!

    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft,

    panem

    Hallo zusammen!

    Die Zeit fliegt an mir vorbei...Das neue Jahr ist leider genauso stressig weitergegangen, wie das letzte aufgehört hat. Ich hoffe aber, dass auf Arbeit langsam wieder ein wenig Ruhe einkehrt.

    Ich fühle mich soweit ganz gut. Zwischendurch musste ich etwas Abstand vom Forum nehmen, da mir hier viele Lebensgeschichten doch sehr nahe gehen und mich auch offline begleitet haben. Irgendwie war das zu viel für mich.

    Mein Drang mich täglich mitzuteilen hat deutlich abgenommen und ich hoffe, dass das kein Zeichen von Unachtsamkeit ist, sondern eher ein Zeichen von Stabilität. Das Schreiben hat mir die ersten Wochen sehr geholfen, den täglichen Wahnsinn in meinem Kopf etwas zu ordnen und ein Ventil dafür zu finden. Im Vergleich zum vorletzten Jahr habe ich folgende Veränderung festgestellt:

    - es gibt keine Zweifel in mir, ob ich jemals wieder "normal" trinken kann. NEIN, das kann ich nicht, denn ich bin krank.

    - ich trauere dem Alk weder hinterher noch vermisse ihn, jedoch fehlt das hier viel beschriebene Gefühl, dass das Leben viel besser ohne ihn ist, dass man sich befreit fühlt (allerdings glaube ich, dass mir viele Dinge vielleicht gar nicht auffallen). Ähnlich wie vor 1,5 Jahren genieße ich es jedoch, dass ich mit klarem Verstand aufwache und nicht den Vormittag vernebelt durchlebe

    - mir fällt es immer noch schwer, meine Freizeit "sinnvoll" zu füllen, Sport ist immer noch Mord (sagt der Schweinehund ;))

    - seit ich nicht mehr saufe, schlackern die Hosen wieder...(wozu also noch Sport )
    :lol:

    - Situationen, in denen ich trinkenden bzw. eher betrunkenen Menschen begegne, gehe ich bewusst aus dem Weg. Ich möchte nicht mehr, dass das Teil meines Lebens ist und es stößt mich ab

    - Ich habe es noch nicht geschafft einen Therapieplatz zu suchen (!!!) -> ich muss lernen, Dinge nicht auf die lange Bank zu schieben

    - bei der Suchtberatung bin ich nicht wirklich weitergekommen, die SHG´s bei der einen Suchtberatung sind scheinbar geschlossene Gruppen mit Psychologenbetreuung...Dafür muss ich 3 Monate abstinent sein...Also Geduld haben...

    Soweit ein kleines Lebenszeichen von mir...Das Leben ist schön (und schön, dass ich das wieder wahrnehme)!


    Vg,

    panem

    Hallo alk_örgs, hallo alle anderen,

    ich bin ziemlich im Streß und deswegen hier nur mal eine kleine Meldung am Rande ;)

    alk_örgs : Zum jetzigen Zeitpunkt denke ich, dass ein Rückfall bei mir auch weniger Situationsbedingt (Anblick, Geruch usw. von Alkohol), als vielmehr in der Psyche passiert. -->Deswegen fester Plan für 2015 eine Therapie machen (mal gucken, obs hilft)

    Weihnachten habe ich bei meinen Eltern verbracht. Habe wieder festgestellt, dass beide ein Alkoholproblem haben und bin ehrlich gesagt den Nachfragen, warum ich keinen Alkohol mehr trinke, aus dem Weg gegangen. Bzw. kam das Thema eigentlich auch nur 1 mal richtig auf. Insgesamt war es gut, es war seit Jahren das erste Weihnachten, was wir wieder zusammen verbracht haben. Obwohl meine Eltern jeden Tag ihr "Glas/Gläser" Wein getrunken haben, habe ich mich einigermaßen stark gefühlt und bin auch trocken geblieben.

    Die letzten Tage sind an mir irgendwie vorbeigeflogen, Arbeiten und Erholen und morgen noch den letzten Arbeitstag hinter mich bringen, dann beginnt das neue Jahr ohne Alkohol. Sylvester ist auch schon geplant und die Menschen, mit denen ich den Abend verbringe, habe ich gesagt, dass ich seit 4 Wochen wieder trocken bin, damit ich nicht in doofe Situationen komme. Ich habe ganz viel Verständnis dabei erlebt und auch ein paar "Vorwürfe", warum ich mich nicht gemeldet habe, als es mir so schlecht ging und ich wieder getrunken habe. Ich muss wohl noch lernen, dass ich auch nach Hilfe fragen muss, wenn ich niemandem was sage, dann kann mir auch keiner helfen...

    Ich wünsche euch allen einen schönen Start ins neue Jahr!

    Vg, panem

    Hallo Mäuki,

    wir alle sind verschieden und individuell. Und zum Glück gibt es keine "Norm" wie ein Mensch sein muss...Auch wenn die Werbung oder das Umfeld/die Gesellschaft einem das manchmal vermittelt. Wenn man ganz genau hinguckt, verhält sich jeder Mensch anders oder empfindet anders.

    Jeder Mensch, mit all seinen Eigenheiten, Empfindungen und Ansichten ist Teil dieser Welt, macht sie aus und bereichert sie. Meiner Meinung nach sollte sich kein Mensch verbiegen, um in diese Welt zu "passen".

    Ich hoffe deine Traurigkeit geht vorüber. Fühl dich gedrückt und viel Kraft für deinen Weg.

    vg panem

    Hallo Katha, hallo Alle,

    haha, ich habe gut gelacht. Weihnachtsengel aus Toilettenpapierrollen, darauf wäre ich nie gekommen! Und den buddhistischen Pulli würde ich auch liebend gerne einmal sehen...Als Kind habe ich eine zeitlang Schals für meine Puppen getrickt oder gehäkelt...Die waren aber irgendwie immer krumm und schief. Naja, die Puppen hats nicht gestört;)

    Ich bleibe weiter auf der Suche nach einem Hobby, aber stresse mich damit auch nicht...Es wird sich schon etwas auftun.

    Auf Arbeit sind die letzten Tage an mir vorbeigeflogen...Im Handel sind die Weihnachtstage immer am stressigsten.

    Was ich hier bisher noch nicht erzählt habe: Ich habe mit Lebensmitteln zu tun. Also auch mit Alkohol, den wir verkaufen. Für mich bedeutet das, dass ich jeden Tag vor dem Weinregal stehe und Bestellungen mache, Ware einräumen und Weinverkostungen aufbaue. (Natürlich auch andere Ware, aber Alkohol ist oft mit dabei) Ist nicht Ideal, aber ich habe festgestellt, dass ich da wie eine Schranke im Kopf habe. Ich sehe die Flaschen nicht als Alkohol vor mir, die einen Druck auslösen, sondern als normale Ware, die ich halt bestellen oder ausräumen muss. Kennt das vielleicht jemand von euch? Ich erwähne das hier, einfach weil ich offen und ehrlich sein will und weil es zu den Tatsachen in meinem Arbeitsleben zählt, die ich nicht ändern kann.

    Was mir gerade in den letzten Tagen aufgefallen ist: Es gibt verdammt viele Lebensmittel mit "verstecktem" Alkohol. Marzipan!(Nicht alle Produkte, aber einige). Hätte ich nie gedacht und gucke jetzt immer 2 mal hin bevor ich Familien mit Kindern was empfehle oder selbst kaufe...

    Ansonsten fühle ich mich weiterhin gut. Ich merke, dass ich durch das Forum viel achtsamer als im letzten Jahr bin und hoffe, dass das auch so bleibt...Zur Suchtberatung werde ich erst Anfang des Jahres gehen und eine Therapie kommt wohl auch erst im Frühling in Frage, da ich den Wohnort wechsel. Und bis ich hier einen Termin bekomme bzw. einen Platz gefunden habe, bin ich wohl schon umgezogen.

    Ich wünsche euch allen einen schönen Sonntag!

    vg panem

    Hallo 415, 514 oder doch 415 ;) ,

    Du hast die letzten Tage viel erlebt! Die verschiedendsten emotionalen Eindrücke gehabt, "gekämpft" und doch hast Du "gewonnen". Mich hat dieses neue Spektrum an Gefühlen (vorallem letztes Jahr) sehr überrascht. Aber es macht einem auch bewusst, dass man wieder lebt und nüchtern seinen Alltag verbringt mit all seinen Facetten. Im Suff hätteste Du das alles nicht wahrnehmen können. Die Gefühle (die guten, wie die schlechten) wären im Alkohol ersoffen.

    Gerade in der Anfangszeit passiert so viel und es tun sich manchmal an allen Ecken und Kanten neue Baustellen auf und plötzlich hat man einen riesen Berg vor sich. Vielleicht täusche ich mich, aber ich habe das Gefühl, dass Du gerade vieles gleichzeitig erreichen willst.

    Mir hilft immer, wenn ich mir meine Ziele und Prioriäten deutlich mache. Quasi eine Rangliste meiner Ziele. Ich brauche mir keine Freunde suchen, die nicht trinken, wenn ich selber noch trinke oder gerade meinen Entzug mache. Und meine Freizeitgestaltung kann ich auch nicht komplett umstellen, wenn Körper und Geist noch mit dem Entzug zu tun haben. Das muss natürlich jede/r für sich selber entscheiden. Aber manche Dinge brauchen Zeit. Und man darf sich selber nicht stressen oder unter Druck setzen, weil man alles "richtig" machen will.

    Du schreibst immer wieder vom Meditieren und von Yoga. Das scheint für Dich eine gute Möglichkeit zu sein, zu entspannen und zur Ruhe zu kommen. Und alleine im Kino warst Du auch...(Ob ich mich das jemals trauen werde?).


    Zitat

    Morgen und übermorgen werd ich mich die Abende zuhause einbunkern.

    --> daran ist nichts schlimmes! Im Gegenteil, gerade am Anfang können die eigenen 4 Wände der "sichere" Rückzugsraum sein, den Mensch in eben dieser Situation brauch. Das heißt ja auch nicht, dass man das die nächsten Wochen oder Monate so weitermacht....

    In meinem letzten Post habe ich von "Schwäche" geschrieben. Das war nicht auf dich bezogen, sondern auf mich und meine Empfindungen. Wollte nur nochmal klarstellen, dass ich Dir nichts unterstellen wollte :D

    Ich wünsche Dir einen schönen, trockenen Sonntag!

    vg panem

    Hallo 415!

    Ich bin zwar irgendwie immer irritiert mit einer "Nummer" zu schreiben, aber das ist hier ja eigentlich nebensächlich :D

    Zitat

    Tatsache ist einfach, dass das Trinken mein Leben einschränkt und dass ich den Entschluss gefasst habe, das Zeug nicht mehr anzurühren. Punkt.


    Diesen Entschluss finde ich sehr gut und wünsche Dir viel Kraft auf deinem Weg!

    Was ist denn bei Dir am Wochenende anders als in der Woche? Fehlende Ablenkung durch die Arbeit? Und hast Du die Möglichkeit Dich am Wochenende mit Menschen zu umgeben, die ebenfalls nicht trinken? Oder die von deinem Entschluss wissen und Dich unterstützen? Gerade in der Anfangszeit hat mir das sehr geholfen...

    Die Weihnachtstage tauchen immer wieder als Thema auf, sei es hier im Forum oder im RL. Auch für mich ein Thema, denn meine Eltern wissen noch nicht, dass ich Alkoholikern bin. Ihnen das zu erzählen, fällt mir sehr schwer und im Moment fühle ich mich auch noch nicht stark genug dazu. Ein Telefonat mit meiner Mutter hat mich aber zumindest dahingehend beruhigt, dass sie gefragt hat, welche Getränke sie zu Weihnachten besorgen soll, weil: "Alkohol trinkst du/ihr ja gar nicht".

    Diese Methode, die Karten nicht richtig auf den Tisch zu legen ist für mich definitiv keine Dauerlösung. Ich möchte nie wieder Alkohol trinken, dann kann ich das doch eigentlich auch so formulieren...Doch dann taucht immer der Gedanke von einem "Makel" auf. Dass man die Kontrolle über sich selbst verloren hat und "schwach" ist - obwohl ich weiß, dass das eigentlich totaler Quatsch ist.

    Wie ist das bei Dir? Gehst du offen mit Deiner Entscheidung um oder wirst es?

    vg und bis bald,

    panem

    Hallo Slowly,

    ja, daran habe ich auch schon gedacht. Leider ist da auch nicht so richtig viel bei rumgekommen. Ich habe immer gerne was mit den Händen gemacht. Gebastelt, renoviert, gebaut. Nicht zu filigran, eher so Sachen, wo man hinterher was geschaffen hat. Aber ich kann ja nicht die ganze Wohnung abschleifen, pinseln und die Wände mit Regalen zupflastern;) Dafür fehlt mir leider die Zeit und bei so Großprojekten verlässt mich leider ziemlich schnell die Energie...

    Ich habe mich heute von ein paar alten Dingen getrennt und meinen Schrank ziemlich radikal aussortiert...Das war ein sehr befreiendes Gefühl. Sich von Dingen trennen und hinter sich lassen. Jetzt hoffe ich nur, dass der Kleidersack nicht die nächsten 8 Wochen in meiner Wohnung bleibt :lol:

    vg,

    panem

    Hallo zusammen,

    mir wird immer bewusster, dass ich mit dem Trinken eine Leere füllen wollte bzw. gefüllt hab. Ich habe morgen frei und seit heute nachmittag hat mich eine innere Unruhe gepackt, der Gedanke an alte Verhaltenmuster schlich sich ein. Normalerweise habe ich mir gerade an Abenden, wo ich lange aufbleiben konnte, ganz bewusst ne große Flasche Wein oder auch 2 geholt und gesoffen. Es fällt mir immer noch sehr schwer meine Freizeit zu füllen und auch heute ist mir nix weiter eingefallen, als ne Serie gucken und zu warten, bis ich müde genug zum Schlafen bin.

    Irgendwie habe ich nie so richtig Hobbys entwickelt. Meine Freizeit hat sich aufs Lesen und Saufen beschränkt. Mir fehlt gerade irgendwie der Anknüpfungspunkt für ne sinnvolle oder auch spaßmachende Freizeitgestaltung.

    Irgendwie hänge ich gerade etwas in der Luft. Extrem viel Arbeiten, viel Trubel und Streß dort und dann totale Stille bzw. Stillstand zu Hause. Dann leg ich mich erschöpft ins Bett und plötzlich ist mein Kopf wieder hellwach. Die Gedanken kreisen, mir fällt ein, was ich noch alles machen muss/will. Gespräche, Konflikte und dann ist es vorbei mitm Schlafen. Mittlerweile habe ich schon Zettel und Stift neben dem Bett liegen, damit ich die Sachen einfach aufschreiben kann und mich erst am nächsten Tag damit auseinandersetzen muss, sie aber nicht vergesse. Körper schlapp, Hirn tanzt Samba. Was macht ihr in solchen Situationen?

    Selbst das kochen macht mir gerade keinen Spaß bzw. habe ich wenig Appetit, sodass es sich gar nicht lohnt den Herd anzuschmeißen...

    vg, panem

    Hallo Mäuki,

    schön, von Dir zu hören...ja, fast 2 Monate sind lang, wenn es einem nicht so gut geht. Das kann ich total nachvollziehen. Aber, du gehst weiter voran und kümmerst Dich darum.

    Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber wenn ich Dinge in die Wege leite, fühle ich mich gleich immer ein wenig besser. Das Gefühl auf der Stelle zu treten, nimmt dann immer ein bischen ab;)

    Gibt es vielleicht eine Möglichkeit, die Zeit bis zu dem Termin zu überbrücken? Eine Beratungsstelle, wo Du hingehen kannst oder vielleicht eine SHG vor Ort?

    viele liebe Grüße,

    panem

    Hallo 415,

    ich bin natürlich kein Arzt und kann sagen: Du bist Alkoholiker und Du nicht.

    Du scheinst aber der Meinung zu sein, dass Du ein Problem mit Alkohol hast. Und hast in der Vergangenheit auch schon Schritte aus der Sucht (SHG) gesucht. Aber am Ende kann dir niemand von außen sagen, was Du bist oder machen musst. Man kann Dir Ratschläge geben, dich unterstützen und dich begleiten. Die Entscheidung dafür bzw. gegen den Alkohol, musst Du aber ganz alleine treffen.


    Zitat

    ..."kontrolliert trank" (irgendwie bin ich dann doch erst um halb fünf in der Früh mit ziemlich was im Tank im Bett gelandet)

    Die Aussagen mit dem kontrollierten Trinken, finde ich persönlich immer sehr bezeichnend. Warum muss man etwas kontrollieren, wenn es kein Problem darstellt?

    Ich habe auch immer wieder die Gedanken gehabt, dass es bei mir "nicht so schlimm" ist. Ich bin mit meiner Flasche Wein gut zurecht gekommen, konnte arbeiten gehen, Freunde treffen usw. Habe auch manchmal tagelang und wochenlang nix getrunken. Aber irgendwann merkt man, dass man sich Ziele sucht. An dem Wochenende ist das und da ist das. Da kann ich dann trinken. Bei mir steigerte sich das immer mehr. Irgendwann saß ich jeden Abend alleine mit meiner Flasche, stürzte sie mehr oder weniger runter, nur um dann nicht denken zu müssen, den Streß zu verdrängen und schnell einzuschlafen.

    Die "Kunst" ist, auf Dauer achtsam zu bleiben. Die Entscheidung trocken zu bleiben auch in 2 Wochen, 5 Monaten oder 10 Jahren nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Das wird meine größte Baustelle werden, denn genau wie Du, konnte ich phasenweise ganz einfach mit dem Trinken aufhören.

    So, jetzt muss ich ab in die Koje!

    Freue mich darauf mehr von Dir zu lesen,

    panem

    Hallo 415,

    Herzlich Willkommen!

    Was Du schreibst, erinnert mich stark an mich selber (außer die SHGs, die habe ich im RL bisher nicht besucht).

    Ein Alkoholiker lässt sich für mich weder an den Mengen, noch an der Regelmäßigleit des Trinkens festmachen. Wenn man auf Dauer ohne Alkohol nicht mehr auskommt, ist man einer. Auch ich konnte/kann über Monate nichts trinken, das ging fast ein Jahr lang so. Aber dann kam wieder der Rückfall. Und am Ende die Erkenntnis, dass "normales", reduziertes oder sonstwie Trinken nicht möglich ist. Das war der Punkt, wo ich erkannt habe, dass ich Alkoholikerin bin (auch wenn ich nicht Literweise Alkohol in mich hineinschütten musste) und nie wieder Alkohol trinken darf (damals - klingt so lang her...es passt wohl eher: zum Zeitpunkt der Erkenntnis) bzw. möchte (aktueller Stand).

    Auch wenn Du keine (offensichtlichen) Entzugserscheinungen hast, möchtest Du dich ärztlich begleiten lassen?

    Viel Kraft auf deinem Weg!

    panem

    Hallo Mäuki,

    jetzt hatte ich gerade meinen ganzen Text fertig geschrieben und wollte ihn gerade posten, da war ich auf einmal ausgeloggt und weg war der Text...

    Aber das hält mich nicht davon ab, ihn nochmal zu schreiben.

    Gut, dass Du geschrieben hast! Allein die Tatsache, dass dir das hilft, ist doch sehr wertvoll! Bei mir ist das auch so. Ich nutze das Forum, um hier meine Gedanken und Erlebnisse aufzuschreiben. Es verlangt niemand, dass Du hier alles liest oder kommentierst.

    Zum Malen: Ich bewundere immer Menschen, die Malen! Ganz ehrlich, ich konnte mich da nie so richtig reinfinden, gerade weil es mich auch eher gestresst hat, weil ich auch immer der Meinung war, dass ich es nicht "richtig" mache. Aber ehrlich gesagt: In der Kunst gibt es kein "richtig" oder "falsch". Und wäre Kunst nicht auch irgendwie langweilig, wenn alles gleich aussehen würde?

    Das Gefühl, dass man nicht Ernst genommen wird, kenne ich auch. Aber wer weiß, warum der Termin verschoben wurde? Ärzte sind auch Menschen, die mal einen schlechten Tag haben oder krank werden können. Das war bestimmt keine persönliche Zurückweisung. Trotzdem Hut ab, dass Du trotz deiner Bedenken zu dem Termin gegangen bist. Was mich gleich zum nächsten Punkt kommen lässt:

    Zitat

    Und mittlerweile glaube ich auch ........ich hab es nicht in der Hand es zu ändern.

    Allein, dass Du zu dem Termin gegangen bist, zeigt mir, dass Du "es" in die Hand nimmst. Es zeigt Stärke und hat dich sicherlich Überwindung gekostet. Aber Du hast es durchgezogen. Auch wenn es Dir nicht so vorkommt, es war ein wichtiger und richtiger Schritt dorthin zu gehen. Vielleicht kannst Du ja nochmal bei dem Arzt anrufen und deine Bedenken bezüglich der Medikamente mit ihm besprechen?

    Ich sende Dir ganz viel Kraft und schreib wieder, wenn Dir danach ist!

    panem

    Hallo alk-örgs,

    seit letzter Woche bin ich um deine letzten Beiträge herumgeschlichen. Ich wollte Dir gerne etwas dazu schreiben, aber irgendwie fehlten mir die Worte. Erst war ich mir nicht sicher, ob ich alles richtig verstanden habe, dann wusste ich nicht, wie ich die Dinge ausdrücken sollte. Irgendwie gelähmt von deinen Aussagen und Erlebnissen. Katha hat viele Dinge sehr gut in Worte gefasst. Vielen Dank dafür!

    Ich freue mich darauf mehr von Dir zu lesen und vielleicht schaffe ich es ja auch in Zukunft, meine Gedanken dazu in Worte zu fassen.

    viele grüße von der "stillen" mitlesenden

    panem