Zitat von MieLa
Plötzlich war ich bei folgender Situation: Irgendwann in der Zukunft, wenn ich stabil nüchtern geblieben bin, drückt mir jemand im beruflichen Kontext ein Glas Sekt in die Hand. Wie reagieren, wenn ich nicht auffallen und Nachfragen vermeiden will? Also könnte ich ja nur nippen und mich am Glas festhalten. Das wird schon nichts auslösen, immerhin bin ich ja schon lange stabil. Das werde ich unter Kontrolle haben und selbst wenn dies Suchtdruck auslöst: sooo schlimm waren die ersten Tage des Entzuges ja nicht - das kann ich wiederholen...
Hallo!
Dein Suchtgedächtnis piesackt dich. Das geht fast allen Neuanfängern in den ersten Monate so. Später werden die Abstände deutlich größer. Da musst Du notgedrungen durch.
Lenk dich mit Dingen ab, die dir Freude machen z.B. Hobbies, raus in die Natur ...
Zur Sektglasnummer: Auf die habe ich mich auch vorbereitet und umgesetzt. Mir drückt keiner ein Sektglas in die Hand. Ich lehne dankend ab. Falls ich wider Erwarten das Glas dennoch in die Hand nähme, wird es sogleich irgendwo abgestellt.
Ich kann nur davor warnen, an dem Zeug zu nippen. Da ist die Gefahr zu groß, das Du dir den ganzen Becher rein kippst und dann gleich noch mal Nachschub orderst, weil Du meinst, ein, zwei Gläschen sind doch nur ein Tropfen auf den hohlen Stein.
In der Anfangszeit habe ich keine Sektempfänge besucht und ich rate von so was in den ersten Monaten auch ab. Die Veranstaltung selbst kann enorm triggern. Selbst wenn man auf der Veranstaltung brav trocken geblieben ist, kann einen das animierte Suchtgedächtnis auf dem Heimweg in einen Laden/Tanke führen, um das aktivierte Bedürfnis zu befriedigen.
Falls Du dennoch nicht um ein solches Ereignis herumkommst, nimm sofort in eine Hand ein Wasser-/Saftglas und in der anderen befindet sich dein Handy, dann hättest Du zumindest keine Hand mehr für ein Sekt-/Weinglas frei. Wohlgemerkt: Ich würde in dem frühen Stadium auf alhohollastigen Feiern/Veranstaltungen nicht antreten. Meine persönliche Sicherheit geht mir da vor.
Genau so wenig renne ich demnächst an Karneval zu irgendwelchen Feiern. Warum? ich genieße meine Nüchternheit/Abstinenz. Mir gehen alkoholisierte Menschen inzwischen auf die Nerven. Das tue ich mir nicht an.
Gruß
Carl Friedrich