Es ist hier im Forum schon häufig von "Offenheit" im Hinblick auf die Krankheit die Rede gewesen. Dann gesellte sich der Begriff der "Öffentlichkeit" hinzu. Es wird aber nicht herausgearbeitet, was darunter verstanden wird.
Was die Offenheit anbelangt, war und bin ich denjenigen Personen gegenüber offen, die es etwas angeht, die ich nahe an mich heran lasse bzw. die mich noch als Trinker kennen. Der Personenkreis ist recht überschaubar. Das sind exakt die Personen, die ich auch über andere "intime" Krankheiten in Kenntnis setzen würde. Weshalb ich das Thema Alkohol anders und großzügiger handhaben sollte, erschließt sich mir nicht.
Nach diesem Grundsatz hätte ich an der Stelle von Calida, die betreffende Verwandte, mit der sie ja bereits in der Vergangenheit gekocht und getrunken hat, bereits bei der Verabredung informiert. Dann wäre das Thema bei ihr in der Zwischenzeit "gesackt".
Nächster Personenkreis: Arbeitskollegen und Vorgesetzte. Wer dort als Trinker aufgefallen ist oder auf seinen Alkoholkonsum angesprochen worden ist, wäre sicherlich gut beraten klar zustellen, dass er das Thema angeht und sich in Therapie begeben hat.
Das ist beispielsweise bei mir nicht der Fall. Dort habe ich nie getrunken, auch nicht auf Feiern. Ich wurde dort nie auf meinen übermäßigen Alkoholkonsum angesprochen. Entsprechende Gerüchte wären mir, da ich gut vernetzt bin, sicherlich zu Ohren gekommen. Hinzu kommt, dass ich Pendler bin. Ich wohne ganz woanders und tummel mich privat nicht in der Stadt, in der ich arbeite. Und eine gelegentliche Fahne haben auch andere und die war bei mir sicherlich nicht an der Tagesordnung, da ich in der Woche eher moderat getrunken habe und schon darauf achte, gepflegt in Erscheinung zu treten.
Daher besteht für mich absolut keine Veranlassung, irgend jemand auf der Arbeit zu informieren, zumal ich mit meinen sog. Kollegen keinen privaten Kontakt pflege (s.o. Pendler)
Bislang bin ich mit dieser Informationpolitik gut gefahren.
Begriff der "Öffentlichkeit": Öffentlich bedeutet eine unbestimmte Vielzahl von Personen. Warum sollte ich das tun? Der Sinn erschließt sich mir nicht.
Meine Vorgehensweise ist mit meinem Therapeuten abgestimmt.
Dies hat auch nichts mit einem Stehlen aus der Sucht und Heimlichtuerei zu tun. Aber da mag jeder so verfahren, wie er möchte.
Gruß Carl Friedrich