Beiträge von Carl Friedrich

    Hallo!

    Thalias Frage nach dem Suchtdruck wird von mir geteilt. Ich würde mal zum Doc gehen, um das zu überprüfen.

    Gegen aufgewühlte Stimmung empfehle ich körperliche Betätigung an frischer Luft wie Laufen, Radfahren, Walking, Gartenarbeiten für den der Spaß daran hat... Da kann man mächtig Dampf aus dem Kessel lassen und fühlt sich recht schnell besser. Dazu ordentlich Wasser trinken.

    Zu Hause hocken und grübeln verstärkt bloß die negative Aufladung .

    Gruß Carl Friedrich

    Hallo Kate!

    Ob Du jetzt schon sicher beurteilen kannst, dass Du den Stoff nicht "brauchst" wird sich noch zeigen.

    In der Suchtfibel heißt es so schön (sinngemäß zitiert):
    1.) Ich darf nicht, weil ich es mir verbiete
    2.) Ich kann nicht ohne mein Ziel der Abstinenz und mein Leben zu gefährden
    3.) Ich will nicht, da mir meine Erfahrungen zeigen

    4) Ich brauche es nicht, um gut zu leben.

    Dieses Stadium stellt sich erst nach langer Zeit ein, wenn Dein Suchtgedächtnis wie eine Art neue Software überschrieben worden ist.

    Auf dem langen Weg dahin drücke ich fest die Daumen, wie auch allen anderen zur Einsicht gelangten Süchtigen.

    Hallo wellensittich!

    Wusste Dein Mann nichts von Deinem Problem? Fällt mir schwer zu glauben. Der eigene Partner merkt ziemlich schnell, wenn was beim anderen nicht stimmt und sei es der übermäßige Alkoholgenuss. Zunächst kommen nur Andeutungen, danach wird die Dosis an Kritik gesteigert. So ging es nicht nur mir, sondern ich hörte dasselbe von Teilnehmern meiner Therapiegruppe.

    Gruß Carl Friedrich

    Hallo!

    Bücherecke habe ich bislang überlesen. Werde ich mal reinschauen.

    @dominik: Ich würde an Deiner Stelle mit "Alk" anfangen, der liest sich in einem Rutsch und beinhaltet jede Menge Ironie. Danach den Lindenmeyer und erst zum Schluss die Suchtfilbel, die ist nämlich etwas schwerer zu lesen, dort immer nur Kapitel für Kapitel durcharbeiten. Eingangs findet sich eine gute Leseempfehlung des Autorss, womit begonnen werden soll.

    Gruß Carl Friedrich

    Hallo Dominik!

    Viel gebracht hat mir neben der Unterstützung der Familie, die hat schließlich den Kontakt zur Suchtberatung hergestellt, weil mir dazu in der nassen Phase trotz Problembewusstsein der letzte Mut fehlte.

    Was mir viel brachte waren insgesamt 3 Bücher, die ich gleich mehrmals gelesen habe: 1.) "Alk" von Borowiak; 2.) "Suchtfibel" von Schneider 3.) "Lieber schlau, als blau" von Lindenmeyer.

    Ich kann die Werke nur wärmstens empfehlen. Man lernt und versteht viel.

    Ich wundere mich immer über so einige Teilnehmer in meiner Therapiegruppe. Die hocken sich da hin und wollen quasi bespaßt werden. In die genannten Werke haben die meisten noch nie Nase gesteckt. Es würde ihnen aber was bringen.

    Gruß Carl Friedrich

    Bitte um Nachsicht, dass ich im zweiten und dritten Satz etwas als verlockend geschildert habe. Ich möchte durch die Beschreibung keinen in Zwang bringen oder was auslösen. Werde zukünftig genauer hinschauen. Apropos, eine Edit-Funktion wäre nicht schlecht, sagen wir mal für 5 Minuten nach Absendung.

    Gruß Carl Friedrich

    Habe gerade mal gerechnet: Sind jetzt 100 Tage. Ansonsten rechne ich nur noch in Monaten. Suchtdruck: Einmal heute minimal, als ich mit dem Rad an einer Kneipe mit Außengastronomie vorbei kam und gerade einem Gast ein frischgezapftes 0,4 Pils gebracht wurde. Das sah auf den ersten Blick schon lecker aus. 50m weiter war es schon kein Thema mehr.

    Statt dessen ab nach Hause und einen großen Kaffee aufgebrüht. Wir sind völlig zurück zu Großmutters Zeiten und brühen selbst. Dazu ein vernünftiger Kaffee von einem namhaften Münchener Hersteller, etwas stärker dosiert mit einem großen Schuss erwärmter Vollmilch.

    Ich hatte mal mit dem Gedanken gespielt, einen Vollautomaten zu kaufen, aber bei den Preisen für ein vernünftiges Gerät und dem damit verbundenen Reinigungsaufwand kehre ich lieber zurück in die Vergangenheit.

    Weiterhin ein schönes WE wünscht Carl Friedrich

    Hallo Dominik!

    Es geht nicht darum, was Dir "mehr zusagt". Das ist ein reines Bauchgefühl. Eine SHG ist wichtig, professionelle Beratung als zweite Seite der Medaille auch. Am besten zweigleisig fahren.

    Müdigkeit nach Entgiftung bzw. Beginn der Abstinenz kenne ich nicht. Ich war direkt scharf auf Sport und größeren Trainingseinheiten. Allerdings war ich auch in der nassen Phasen nicht sportfrei.

    Gruß Carl Friedrich

    Hallo und willkommen!

    Lass Dich mal von einem Arzt (Internist oder Facharzt für Allgemeinmedizin) komplett durchchecken und ein richtiges (großes Blutbild) machen, einschließlich Vitamin D-Spiegel und Schilddrüsenwerte. Blutwerte sind nicht gleich Blutwerte, es kommt stets auf den Umfang der Untersuchung an und gerade daran wird in Deutschland bei Kassenpatienten extrem gespart. Die erhalten meist nur ein Miniaturprogramm.

    Und teil dem Arzt unbedingt Dein wahres Problem mit.

    Dann solltest Du zur Suchtberatung, dass dürfte in A nicht wesentlich anders laufen, als in D und Dich nach Behandlungsmöglichkeiten erkundigen. Du bist noch viel zu jung, um in bzw. an der Flasche zu krepieren.

    Viel Glück wünscht Carl Friedrich

    Hallo Martin,

    war mir klar, dass sofort Widerspruch beim Thema Urlaub kommt.

    1.) Ich habe strikte Vorkehrungen getroffen und dies als Geschäftsgrundlage mit meiner Frau fest vereinbart.

    2.) Es handelt sich nicht um einen Urlaub, den viele darunter verstehen, also kein Hotel und erst recht kein AI. Alles wird selbst zubereitet. In unserer Anlage gibt es nicht mal 'ne Bar geschweige denn Animationsquatsch oder buchbare Verpflegungsleistungen. Da steigen ruhesuchende Herrschaften ab. Kampftrinkergeschwader nicht. Dafür liegt sie außerhalb und ziemlich ab vom Schuss.

    3.) Was spricht dagegen? Für mich nichts. Warum sollte ich mir mit meiner Frau nicht was Freude gönnen? Ich wüsste nicht, weshalb schöne Tage der angestrebten dauerhaften Abstinenz in meinem Fall im Wege stehen sollten. Ich lebe nicht nur für die Arbeit, sondern arbeite, um mir auch mal ein paar schöne Dinge zu leisten und zu genießen. Nachdenken über mein Problem kann ich auch am Strand oder bei einer Wanderung. Das mache ich auch hier, aber nicht permanent.

    4.) Alkoholgedanken? Die können jederzeit und überall kommen. Auch bei den Langzeiterprobten. Die Frage ist nur, wie man damit umgeht.

    Gruß Carl Friedrich

    Hallo!

    Ich kann es nur wiederholen: Ambulante oder stationäre Therapie.

    1x im Quartal bei der bisherigen Therapeutin haben hinsichtlich des Alkohols noch nicht viel bewirkt. Das muss engmaschiger werden und zwar bei einer Institution, die auf dieses Problem spezialisiert ist. Ob die bislang besuchte Therapeutin, die ja bislang eher für andere Problemfelder aufgesucht wurde, insoweit die nötige Qualifikation und ganz wichtig die erforderliche Erfahrung besitzt, wurde noch nicht mitgeteilt.

    Gutes Gelingen wünscht Carl Friedrich

    Hallo Thalia1913,

    danke der Nachfrage. Die Gruppe ist halt "durchwachsen", aber ich war erst 3x dort. Die Einzelgespräche sind für mich (noch) effektiver.

    Heute wurde auch noch mal das Thema Urlaub erörtert. Wie gesagt, bei strikter Risikovermeidung wie geplant, kein Hotel, alles selber machen, keine Bars und Kneipen, das Ganze außerhalb klassischer Hochburgen, kann es Mitte Oktober losgehen, den Sommer verlängern. Ob ich jetzt daheim bleibe und Risiken vermeide oder im Süden, kann vor dem Blickwinkel der Abstinenz keinen Unterschied machen. Dieser Standpunkt wird hier von einigen jedoch nicht geteilt. Mit meiner Frau ist alles so erörtert und abgesprochen.

    Grüße Carl Friedrich

    Hallo Kate!

    Ich würde die Problematik des "kontrollierten Trinkens" noch mal mit der Therapeutin der Suchtberatung erörtern. Wenn es nämlich nicht funktioniert, wie bei mir, dann bleibt einem nur die Abstinenz und zwar lebenslang.

    Dass aber die Abstinenz automatisch dazu führt, ein erfülltes und glückliches Leben zu führen, kann niemand garantieren. Man hat aber den Vorteil, dass man alles bei klarem Verstand mitbekommt.

    Was sagt denn der Arzt? Oder weiß er gar nichts von Deinem Problem?

    Gruß Carl Friedrich

    Hallo Ferra!

    Das kenne ich auch von mir. Nach einem Monat sank auch bei mir die innere Anspannung und mehr Gelassenheit machte sich breit. Und das gepaart mit größerer Freude an Genüssen, die in der Alk-Phase viel zu kurz gekommen sind.

    Ich fange schon an in Monaten und nicht mehr in Tagen oder Wochen zu rechnen. Aber dieses Stadium erreichst Du auch.

    Gruß Carl Friedrich

    Das erste Viertel Jahr ist rum, bin weiterhin topmotiviert. Suchtdruck tritt nur selten auf und ist nur ganz schwach ausgeprägt. Der verging zuletzt binnen Sekunden. Zu den Kassikern wie große Mengen Wasser trinken o.ä. musste ich gar nicht erst greifen. Die Abstände werden zudem immer größer.

    Zur Therapie: Der Therapeut, der mir jetzt zugeteilt wurde, strahl viel positive Energie und ein hohes Maß an Kompetenz aus. Man spürt förmlich, dass er genau weiß, wovon er spricht.
    Die Therapiegruppe ist in der Zusammensetzung so "la-la". Ich muss mich da erst noch einfinden. Mit gut der Hälfte kann ich rein gar nichts anfangen, da wir viel zu weit auseinanderliegen. Aber vielleicht bessert sich das ja noch. Leider hören in Kürze mehrere Leute auf -nach 1 bzw. 1 1/2 Jahren-, die ich für symphatisch halte und mit denen ich sofort auf einer Wellenlänge lag. Mal schauen, wer nachrückt.

    Drücke allen Mitkranken die Daumen und wünsche ein schönes und sonniges Hochsommerwochenende.

    Klar hat die Brühe Alkohol: Die Werbung ist völlig irreführend, aber der Gesetzgeber will es so edit Martin:bitte keine externe Links einstellen, danke
    In meinen früheren abstinenten Phasen habe ich das Zeug auch mal getrunken. Der erste Schritt zum richtigen Gebräu. Es schmeckt zumindest mir nicht richtig und verführt dank Aufmachung in Bierflaschen und durch die Farbe, wieder zum Original zu greifen, dass einfach besser und richtig schmeckt.

    Geht mir ähnlich wie mit fettarmem Käse. Fett und Alkohol sind irgendwie Geschmacksträger.

    Mein Rat an Mitbetroffene: Finger weg von dem Zeug.