Beiträge von likeafeather

    Hallo an alle,

    die letzten Tage plätscherten so dahin, mittlerweile ist eine Art "Alltag" eingekehrt und ich fühle mich mit meinem Leben momentan wirklich wohl. Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, wann ich das letzte Mal mit mir selber zufrieden war. Wie oft habe ich in den letzten Monaten und Jahren z.B. beim Einkaufen neidisch die anderen Menschen beobachtet, wie sie glücklich und fröhlich durch die Gegend liefen, lachten, einfach lebten, scheinbar ohne Probleme und ohne negative Gedanken. "Wie machen die das?" Habe ich mich dann immer gefragt. Jeder Mensch hat doch sein Päckchen zu tragen, auch die fröhlich-lachenden. Wie bewältigen diese Menschen ihre Probleme ohne daran zu zerbrechen? Ohne ständig darüber nachzudenken? Ohne sich irgendwie zu betäuben?

    Mittlerweile bin ich nicht mehr der stille Beobachter, sondern kann auch wieder lachen und Momente genießen. Diese Erkenntnis, dass der Alkohol mich so lange Zeit daran gehindert hat MEIN glückliches Leben zu führen, tut irgendwie weh. Aber gleichzeitig bin ich sehr dankbar, dass ich diese Chance bekommen habe und nun langsam meinen Weg finde.


    So viel zu den Gedanken, die mir in den letzten Tagen immer wieder durch den Kopf schwirrten.

    Liebe Grüße, Ina

    Zitat von Calida78

    Mir ist grad einfach ganz oft danach, mich zurückzuziehen.
    Und das tu ich auch. Bin gespannt, wie lange dieser Prozess
    noch dauert......

    Hallo Calida, schön nochmal von dir zu lesen. Ich denke auch, dass es wichtig ist, sich einfach selber die Zeit zu geben, die man braucht. Ein Trauma oder auch unsere Alkoholkrankheit sind ja leider nicht so schnell auskuriert wie eine Erkältung. Wir müssen Monate oder gar Jahre auf uns achten, in uns hineinhören, an uns arbeiten um dann irgendwann wieder ein "normales" Leben führen zu können. Meine Ungeduld macht mich manchmal wahnsinnig. Diese winzig kleinen Schritte gehen mir manchmal nicht schnell genug. Aber wenn ich darüber nachdenke, wie sehr ich mich in den letzten Monaten bereits verändert habe, macht mich das stolz und lässt mich positiv nach vorne schauen.

    Wenn du dich in deiner Therapie gut aufgehoben fühlst und immer ein Stück weiter voran kommst, ist das viel wert. Ich drücke dir die Daumen und wünsche dir viel Kraft!

    Liebe Grüße, Ina

    Guten Morgen!

    Hier ist ja was los. Also ich habe für mich selber gemerkt, dass es momentan keine gute Idee ist auch noch mit dem Rauchen aufzuhören. Es würde mich überfordern. Dann hätte ich gar nichts mehr, woran ich mich in Krisenzeiten "festhalten" könnte und so wäre, wie Karsten es treffend beschrieben hat, der Griff zur Flasche wahrscheinlich nicht mehr weit. Diese Entscheidung habe ich mit meinem Therapeuten besprochen und er unterstützt das. Es ist ja auch so, dass der Körper sich relativ schnell vom Nikotin erholt und gerade in jüngeren Jahren macht es in den meisten Fällen keinen großen Unterschied, ob man jetzt noch ein paar Wochen oder Monate weiterraucht oder nicht. Vielleicht sagte mein Therapeut das auch nur um mich zu beruhigen - wie auch immer, es hat funktoniert. Ich habe vorerst mit meiner Nikotin-Sucht Frieden geschlossen und werde das nächstes Jahr in Angriff nehmen, wenn ich mich dann stabil genug fühle. Momentan gibt es einfach noch zu viele Baustellen im Alltag, an denen ich arbeiten muss. Mal ganz davon abgesehen bin ich kein Kettenraucher, ich rauche wenn es hoch kommt eine halbe Schachtel allerschwächste Light-Zigaretten und hoffe, dass mein Körper mir das noch ein paar Monate verzeiht. *halloausrede* ;)

    Bei meiner beginnenden Abstinenz hat es mir auch sehr geholfen, mich erstmal im Vorhinein damit zu beschäftigen, mein Problem zu erkennen, mich zu informieren und mich gedanklich auf den Ausstieg vorzubereiten. So werde ich es jetzt auch mit den Zigaretten machen und hoffe, dass ich nächstes Jahr mit dieser Strategie erfolg haben werde.

    Insgesamt geht es mir momentan ganz gut. Auch wenn immer mal wieder ein schlechter Tag dabei ist, fühlt es sich mittlerweile anders an. Ich merke, dass ich nicht mehr so angespannt bin, die Grübelei ist weniger geworden, es fällt mir leichter, den Mist-Tag zu akzeptieren und vorüberziehen zu lassen. Als ob mein Gehirn langsam lernt, dass eben auch wieder gute Tage folgen. Ich bin zufrieden, so kann es gerne weitergehen.

    Am Wochenende überkam mich dann in einer Situation doch nochmal seit längerem Suchtdruck. Mein Mann hat mir eine Flasche Bionade mitgebracht, die ich gerne ab und zu mal trinke. Er stellte die Flasche ohne Glas auf den Tisch, ich sagte ihm, ich möchte ein Glas dazu haben und nicht aus der Flasche trinken. Auch wenn ich nie Bier getrunken habe, würde ich mich dabei unwohl fühlen. Kein Problem, er hat ein Glas geholt. Aber aufgrund dieser Situation hatten wir dann seit längerem nochmal ein langes und intensives Gespräch über meine Krankheit. Wir haben uns darüber unterhalten, wie es mir momentan allgemein und in der Therapie geht, woran ich arbeiten möchte, welche Situationen mir noch Probleme bereiten, etc ... Ich bin wirklich froh, dass mein Mann so hinter mir steht, sehr verständnisvoll ist und immer versucht Rücksicht auf mich zu nehmen. Aber dieses lange Gespräch hat mich dann doch ziemlich aufgewühlt und den restlichen Abend war ich sehr nervös und stand ein bisschen neben mir. Ich hatte zwar nicht das unbändige Verlangen, mir eine Flasche Wein zu kaufen, aber diese Nervosität hat mit Sicherheit mein Suchtgedächtnis zu verantworten. Wir haben dann zur Ablenkung ein bisschen TV geschaut und so habe ich den Abend gut rumbekommen.

    So viel erstmal von mir. Ich wünsche allen noch eine entspannte Restwoche und melde mich Ende der Woche nochmal.

    Liebe Grüße, Ina

    Guten Morgen an alle,

    nach dem aufwühlenden Gespräch letzte Woche habe ich mittlerweile mein inneres Gleichgewicht wieder gefunden. Ich denke auch, dass es mich momentan überforden würde jetzt auch noch mit dem Rauchen aufzuhören. Aber ein paar Ansätze aus dem Gespräch habe ich verinnerlicht und versuche das jetzt umzusetzen, z.B. bevor ich rauche oder Süßkram esse erstmal in mich hineinzuhöre und zu versuche mein momentanes Gefühl in Worte zu fassen. Bin ich nervös, aufgeregt, ängstlich, gestresst, ist mir langweilig - warum habe ich das Verlangen nach einer Zigarette? Kann ich vielleicht in dieser Situation auch etwas anderes machen, damit es mir besser geht? Damit fahre ich die letzten Tage ganz gut. Und ein schlechtes Gewissen habe ich momentan auch nicht mehr - ich arbeite an mir, mehr kann ich nicht tun. Auch wenn ich ein sehr ungeduldiger Mensch bin, muss ich akzeptieren, dass diese Arbeit noch Wochen und Monate dauern wird.

    LG, Ina

    Ich möchte mir auch nicht zu viel auf einmal zumuten, daher denke ich momentan noch nicht daran z.B. in den nächsten Wochen mit dem Rauchen aufzuhören. Ich denke mein Therapeut meinte eher das immer wiederkehrende Muster Stress-Rauchen-Stress-Süßkram-Stress-Rauchen-usw. Ich versuche problematische Situationen jetzt mit Nikotin und Schokolade zu "ertragen" (statt früher mit Alkohol), dabei sollte ich doch eher an der Wurzel des Übels arbeiten und zusehen, dass diese schwer erträglichen Situationen weniger werden oder ich lerne ohne Hilfsmittel damit umzugehen. Aber genau dafür ist ja die Therapie da ... nur leider wird man ja nach 50 Minuten vor die Tür gesetzt und muss dann erstmal alleine schauen, was man mit der Erkenntnis anstellt - das hast du ja auch schon spürbar miterlebt ...

    LG

    Hallo Schelm,

    wer sagt denn überhaupt, dass du jetzt sofort auf alles und für immer verzichten musst? Das ist doch gar nicht so. Du tust ja gerade so, als ob ein anfänglich vorsichtiges trockenes Leben öde, langweilig und nicht lebenswert ist.

    Es geht doch hier vielmehr darum am ANFANG Risikominimierung zu betreiben, damit du dein trockenes Leben stabilisieren kannst. Nach ein paar Wochen oder Monaten wird sich dein manipulatives Suchtgedächtnis immer weniger melden und dann kann man auch wieder Essen gehen, Urlaub genießen, Geburtstage feiern, Veranstaltungen besuchen, etc... Diese Zeit der "Entbehrung" ist doch nicht für immer. Was sind denn schon ein paar Wochen oder Monate im Vergleich zum Rest deines Lebens?!

    Außerdem wirst du in dieser "besonnenen" Anfangszeit sicherlich auch viele neue Dinge und Hobbys entdecken, die du zukünftig vielleicht dann gar nicht mehr missen möchtest.

    Also ich fühle mich momentan nicht wie eine "Spaßbremse" weil ich weniger Essen oder feiern gehe - im Gegenteil - ich genieße die Zeit mich mehr um mich zu kümmern und nicht wie früher überall mitmischen zu müssen.

    LG, Ina

    Hallo Calida,

    heute hatte ich wieder eine Sitzung, es war ziemlich ernüchternd. Ich muss meine "Suchtverlagerung" durch Zigaretten und Süßkram in den Griff bekommen, sonst komme ich aus diesem Suchtgedächtnis-Teufelskreis nicht raus und kann nicht an der Ursache arbeiten. Diese Erkenntnis muss ich jetzt erstmal sacken lassen...

    LG, Ina

    Mein Therapeut war heute so "nett" und hat mich auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Fazit der Sitzung: Ich betreibe Suchtverlagerung. Ich konsumiere Zigaretten und Schokolade in genau den Situationen, in denen ich sonst getrunken habe. Da sieht man mal wieder, dass der Satz "Nur nichts trinken reicht nicht." mehr als wahr ist ... Tja, dementsprechend gedrückt ist nun auch meine Stimmung. Eigentlich fühlte ich mich auf einem guten Weg (mein jetziger Weg ist sicherlich auch besser als vorher), jedoch liegt noch eine Menge Arbeit vor mir. Ich bin ein hektischer Mensch, mache mir andauernd Stress, komme schlecht zur Ruhe und kann mich nicht gut entspannen. So lange ich daran nichts ändere, werde ich immer wieder Situationen haben, die mich triggern und mein Suchtgedächtnis aufflammen lassen. Ich muss das nun alles erstmal sacken lassen.

    LG, Ina

    Hallo csqn!

    Auch von mir noch herzlich willkommen im Forum! Ein alkoholfreies Zuhause halte ich persönlich für sehr sehr wichtig, oft genug hat es mir in den ersten Tagen den Hintern gerettet, dass ich keinen Alkohol zu Hause habe.

    Ich kann deine Angst vor dem WE verstehen, der Alkohol hat bei uns in der Vergangenheit einen riesengroßen Teil unseres Alltags eingenommen, diesen Teil gilt es nun anders und sinnvoll zu füllen. Such dir ein Hobby, irgendeine Beschäftigung (vielleicht etwas Handwerkliches, das tut mir oft gut, wenn ich sonst nicht weiß wohin mit mir), treibe Sport, koch und iss gut und gesund, ... mach das worauf du Lust hast und dich ablenkt.

    Für den Freitag Abend hast du doch mit deinem neuen Buch schon eine gute Beschäftigung. ;)

    Ich wünsche dir viel Erfolg!
    LG, Ina

    Ich fasse das nicht als Jammern auf, wenn es mal nicht so gut läuft, muss man sich auch mal Luft machen. In meinem Thread jammere ich auch oft rum ... ;)

    Kann dich gut verstehene, ich habe auch keine große Unterstützung durch Verwandtschaft. Ohne meinen Mann wäre ich wohl erstmal aufgeschmissen. Diese Woche bin ich wieder temporär "alleinerziehend" - das sind für mich die schwierigsten Wochen, da ich mich um alles alleine kümmern muss. Durch die Schichtarbeit meines Mannes kann ich z.B. nicht regelmäßig zum Sport gehen o.Ä. - das würde ich mir wohl auch anders wünschen. So muss ich mich eben irgendwie damit arrangieren und versuchen das beste draus zu machen. Zum Glück ist unser Leben nicht statisch und irgendwo irgendwie irgendwann ändert sich ja auch immer mal wieder was zum Positiven.

    LG, Ina

    Ausreden gibt es so unendlich viele, warum dies oder das gerade nicht geht oder nicht passt ... Die hatte ich ja selber auch ... Was ist wenn Gäste kommen? Den muss ich doch irgendwas anbieten? Laber Rhabarber ...

    Ich stimme Karsten zu, dein bisheriger Weg hat dich nicht zur endgültigen Trockenheit geführt, die Chancen stehen also schlecht, das es zukünftig anders sein wird.

    Dennoch wünsche ich dir weiterhin viel Erfolg. LG, Ina

    Zitat von Calida78

    Mal allein zu verreisen, das wäre schon schön. Aber das ist ein Punkt, da komme ich nicht weiter. Meine Kinder sind zu klein dafür. Ich arbeite 40 Stunden, bin unter der Woche nur abends zu Hause - also das würde ich im Moment noch nicht übers Herz zu bringen, ein Wochenende allein wegzufahren. Aber sie werden ja älter.....

    Hallo Calida,

    wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. :wink: Seit unsere Tochter 1 Jahr jung ist, vereise ich ab und zu am WE mit einer Freundin. Ich denke deine Kinder nimmt das weit weniger mit, als dich selber. Ich kann gut nachvollziehen, dass man nach einer langen Arbeitswoche das Wochenende mit der Familie verbringen möchte (oder man denkt, man "sollte" das Wochenende doch mit seiner Familie verbringen...). Doch da sind wir wieder beim Thema "gesunder Egoismus". Du hast mit 40Std./Woche plus Kinder plus Haushalt ja ein ordentliches Pensum, ich denke eine kleine Auszeit würde dir bestimmt sehr gut tun. Vielleicht könntest du dir ein WE freischaufeln um alleine wegzufahren und nimmst dir den Montag darauf Urlaub um den Tag dann intensiv mit deinen Kindern zu verbringen? Da muss sich dann auch kein schlechtes Gewissen melden. Hast du mit deinem Mann denn schon mal über eine solche Idee (also dass du überhaupt mal einen Tag oder ein WE für dich brauchst) gesprochen?

    LG, Ina

    Guten Morgen!

    Ich starte in die 8. Woche, bald kann ich schon in Monaten denken. Neulich habe ich in einem Faden gelesen, dass einem die schwierigen Momente irgendwann leichter fallen, je öfter man sie ohne Alkohol erlebt. Das merke ich gerade. Mein Mann arbeitet im Schichtdienst, die Spätschichten sind für mich die schlimmsten. Vormittags arbeite ich, nachmittags bin ich alleine für Kind, Haushalt, etc. verantwortlich. Niemand ist (unmittelbar) da, der mir Hilft. Ich bin in diesen Wochen quasi "alleinerziehend", diese Verantwortung habe ich lange Zeit ohne Alkohol nicht ausgehalten. Diese Woche hat mein Mann wieder Spätschicht, zum 3. Mal seit Beginn meiner neuerlichen Abstinenz - und es wird tatsächlich einfacher. Ich bin nicht mehr so arg angespannt und wünsche mir auch nicht mehr Anfang der Woche das Ende herbei. Ich versuche die Woche so zu organisieren, dass ich möglichst wenig Stress habe, aber auch keine Langeweile aufkommt. Vor allem habe ich auch endlich mal mit meinem Mann darüber gesprochen, welche Momente für mich besonders anstrengend sind, alleine das hat schon gut getan und mir auch irgendwie ein wenig Druck genommen. Ich hoffe meine positive Energie hält noch bis Ende der Woche an ... ;)

    LG, Ina

    Zitat von kleiner_Schelm

    Andere Punkte eurer Grundbausteine bin ich im Augenblick noch nicht bereit umzusetzen, so wie ein alkoholfreier Haushalt.

    Guten Morgen!

    Die Frage wurde zwar bereits gestellt, aber nochmal fragen schadet ja nicht. ;) WARUM um Himmels Willen brauchst du denn noch Alkohol zu Hause? Wenn ich beschließe alkoholfrei und trocken zu leben, dann schmeiße ich doch als allererstes das ganze Zeug aus dem Haus? Das ist übrigens DER Grundbaustein, der mir bisher mehr als einmal den Hintern gerettet hat! Und ich denke den meisten hier geht es (gerade am Anfang!) genauso.

    Anfang des Jahres haben wir konsequent ALLES entsorgt, was mit Alkohol zu tun hat: natürlich alle Flaschen, aber auch Gläser, Korkenzieher, Bieröffner, alles was ich mit dem Zeug in Verbindung bringe. Mein armer Mann hat sich sogar von seiner teuren Whisky-Sammlung getrennt. Ja dieser Schritt tut vielleicht am Anfang weh - weil es sich so endgültig anfühlt. Aber das ist gut so, denn es soll ja auch endgültig sein, oder?

    LG, Ina

    Ich mache eine suchtspezifische Verhaltenstherapie - es wird also nicht allzu sehr in der Vergangenheit rumgewühlt, sondern zielt eher darauf ab, mein suchtauslösendes Verhalten zu ändern. Aber dennoch spricht man ja automatisch auch über die Vergangenheit. Heute haben wir als "Einstieg" über stressauslösende Situationen gesprochen. Ich bin oft gestresst, wenn unsere Tochter knatschig ist. Ich fühle mich dann überfordert und habe sogar manchmal das Gefühl, dass mir hier einfach jemand ein 3jähriges Kind vor die Nase gesetzt hat und ich irgendwie die ersten Jahre "verpasst" habe, nicht mit meiner Tochter und den wachsenden Anforderungen mitgewachsen bin und mir auch tatsächlich ein paar Erinnerungen fehlen. Das hat mich schlagartig so traurig gemacht. Denn diese Zeit kann man nun mal nicht nachholen ... Auch wenn ich in Gegenwart meiner Tochter nie getrunken habe und auch keine Ausfälle hatte, hat mich der Alkohol dennoch verändert. Naja, ich habe ja jetzt erstmal 25 Sitzungen um das ganze aufzuarbeiten ...

    LG, Ina

    Diese schönen und wichtigen Worte von Sunshine packe ich auch mal in meinen Thread, damit ich sie nicht vergesse ... Und ich merke gerade, dass ich wohl heute einen Heul-Tag habe. ;)

    Zitat von likeafeather

    Hallo Rattenschwanz,

    ich will hier nicht deinen Thread missbrauchen, aber Sunshines Worte gehen mir gerade sehr nahe. Ich mache mir viele Gedanken über die Vergangenheit und bin noch lange nicht an dem Punkt angelangt, dass ich mir selber verzeihen könnte. Es tut mir alles so leid, dass ich meine Familie lange Zeit angelogen habe, dass ich manchmal nicht richtig für meine Tochter da sein konnte, dass ich überhaupt in den ganzen Mist reingerutscht bin. Sunshine, ich verdrücke gerade ein paar Tränen und hoffe, dass ich mir das alles irgendwann auch verzeihen kann.

    LG, Ina

    Hallo,

    die erste Therapiesitzung habe ich hinter mich gebracht. Habe zuerst ein paar Fragebögen am PC ausgefüllt und dann noch kurz mit dem Therapeuten gesprochen. Er hat schon ordentlich nachgebort und nach der Sitzung musste ich erstmal eine Runde heulen ... so viele Emotionen haben sich in den letzten Wochen und Monaten aufgestaut, die dürfen jetzt alle nach und nach raus. Ich bin auf die nächsten Wochen gespannt, habe aber auch sehr großen Respekt vor dem Haufen Arbeit, der jetzt auf mich zukommt ...

    LG, Ina

    Zitat von Sunshine_33

    Erst später habe ich begriffen, das vieles von meinem damaligen Verhalten ganz typische Symptome meiner Krankheit sind.
    Da konnte ich mir auch selbst verzeihen.
    Ich glaube, meine Angehörigen hatten mir eh viel eher alles verziehen als ich selbst.
    Heute fühle ich mich nicht mehr schuldig für das, was damals geschah.
    Ich handelte so, weil ich im nassen Stadium meiner Krankheit war.

    Hallo Rattenschwanz,

    ich will hier nicht deinen Thread missbrauchen, aber Sunshines Worte gehen mir gerade sehr nahe. Ich mache mir viele Gedanken über die Vergangenheit und bin noch lange nicht an dem Punkt angelangt, dass ich mir selber verzeihen könnte. Es tut mir alles so leid, dass ich meine Familie lange Zeit angelogen habe, dass ich manchmal nicht richtig für meine Tochter da sein konnte, dass ich überhaupt in den ganzen Mist reingerutscht bin. Sunshine, ich verdrücke gerade ein paar Tränen und hoffe, dass ich mir das alles irgendwann auch verzeihen kann.

    LG, Ina

    Hallo Calida,

    geht es dir heute etwas besser? Ich hatte heute meine erste Therapiestunde, währenddessen ging es mir ganz gut, danach habe ich geheult wie ein Schlosshund. Da kamen auf einmal so viele Emotionen raus, wie ich es die ganzen letzten Monate nicht erlebt habe. Kann das also ein Stück weit nachvollziehen. Meine Schwägerin macht schon seit längerem eine Therapie wegen Angstzuständen und Depression, sie hat mich vorher auch gewarnt - eine Therapie ist eine sehr anstrengende Erfahrung. Auch ich werde das in den kommenden Wochen bestimmt noch zu spüren bekommen.

    Wenn man Monate oder gar Jahre seine Gefühle betäubt hat, kann einen das ganz schön umhauen jetzt alles live und in Farbe aushalten zu müssen. Ich wünsche dir für die kommenden Tage und Wochen und für die anstehenden Therapiesitzungen viel Kraft!

    LG, Ina

    Hallo kleiner Schelm!

    Zitat von kleiner_Schelm

    Mir fehlt wirklich noch die Einsicht, alle Grundbausteine konsequent umzusetzen.

    Welcher Grundbaustein macht dir denn genau Probleme? Vielleicht können wir dich bei der Lösung ja ein bisschen unterstützen. ;)

    Die lebenslange Abstinenz wird hier immer wieder so sehr betont, weil es leider keinen anderen Weg gibt. Alkohol ist für "normale" Menschen ein Genussmittel und wir Betroffenen werden diesen Genuss nie wieder erfahren können. Der Alkohol diente einem anderen Zweck, das ist in unseren Köpfen gespeichert und wird auch bis an unser Lebensende so bleiben. Vor wenigen Wochen habe ich "Die Physiker" von Friedrich Dürrenmatt gelesen und ein Satz aus diesem Buch hat mich quasi angesprungen: "Was einmal gedacht wurde, kann nicht mehr zurückgenommen werden." Genau so ist es mit unserer Krankheit, wenn das Gehirn den Alkohol erstmal zweckentfremdet hat, gibt es keinen Weg mehr zurück in den ursprünglichen Zustand.

    Ich weiß selber, dass diese Erkenntnis hart ist. Diese Endgültigkeit muss man erstmal sacken lassen, doch je mehr man sich mit sich selber und seiner Krankheit auseinander setzt, desto leichter fällt es, das zu akzeptieren. Ich wünsche dir dafür viel Erfolg!

    LG, Ina