Guten Morgen!
Hier ist ja was los. Also ich habe für mich selber gemerkt, dass es momentan keine gute Idee ist auch noch mit dem Rauchen aufzuhören. Es würde mich überfordern. Dann hätte ich gar nichts mehr, woran ich mich in Krisenzeiten "festhalten" könnte und so wäre, wie Karsten es treffend beschrieben hat, der Griff zur Flasche wahrscheinlich nicht mehr weit. Diese Entscheidung habe ich mit meinem Therapeuten besprochen und er unterstützt das. Es ist ja auch so, dass der Körper sich relativ schnell vom Nikotin erholt und gerade in jüngeren Jahren macht es in den meisten Fällen keinen großen Unterschied, ob man jetzt noch ein paar Wochen oder Monate weiterraucht oder nicht. Vielleicht sagte mein Therapeut das auch nur um mich zu beruhigen - wie auch immer, es hat funktoniert. Ich habe vorerst mit meiner Nikotin-Sucht Frieden geschlossen und werde das nächstes Jahr in Angriff nehmen, wenn ich mich dann stabil genug fühle. Momentan gibt es einfach noch zu viele Baustellen im Alltag, an denen ich arbeiten muss. Mal ganz davon abgesehen bin ich kein Kettenraucher, ich rauche wenn es hoch kommt eine halbe Schachtel allerschwächste Light-Zigaretten und hoffe, dass mein Körper mir das noch ein paar Monate verzeiht. *halloausrede* 
Bei meiner beginnenden Abstinenz hat es mir auch sehr geholfen, mich erstmal im Vorhinein damit zu beschäftigen, mein Problem zu erkennen, mich zu informieren und mich gedanklich auf den Ausstieg vorzubereiten. So werde ich es jetzt auch mit den Zigaretten machen und hoffe, dass ich nächstes Jahr mit dieser Strategie erfolg haben werde.
Insgesamt geht es mir momentan ganz gut. Auch wenn immer mal wieder ein schlechter Tag dabei ist, fühlt es sich mittlerweile anders an. Ich merke, dass ich nicht mehr so angespannt bin, die Grübelei ist weniger geworden, es fällt mir leichter, den Mist-Tag zu akzeptieren und vorüberziehen zu lassen. Als ob mein Gehirn langsam lernt, dass eben auch wieder gute Tage folgen. Ich bin zufrieden, so kann es gerne weitergehen.
Am Wochenende überkam mich dann in einer Situation doch nochmal seit längerem Suchtdruck. Mein Mann hat mir eine Flasche Bionade mitgebracht, die ich gerne ab und zu mal trinke. Er stellte die Flasche ohne Glas auf den Tisch, ich sagte ihm, ich möchte ein Glas dazu haben und nicht aus der Flasche trinken. Auch wenn ich nie Bier getrunken habe, würde ich mich dabei unwohl fühlen. Kein Problem, er hat ein Glas geholt. Aber aufgrund dieser Situation hatten wir dann seit längerem nochmal ein langes und intensives Gespräch über meine Krankheit. Wir haben uns darüber unterhalten, wie es mir momentan allgemein und in der Therapie geht, woran ich arbeiten möchte, welche Situationen mir noch Probleme bereiten, etc ... Ich bin wirklich froh, dass mein Mann so hinter mir steht, sehr verständnisvoll ist und immer versucht Rücksicht auf mich zu nehmen. Aber dieses lange Gespräch hat mich dann doch ziemlich aufgewühlt und den restlichen Abend war ich sehr nervös und stand ein bisschen neben mir. Ich hatte zwar nicht das unbändige Verlangen, mir eine Flasche Wein zu kaufen, aber diese Nervosität hat mit Sicherheit mein Suchtgedächtnis zu verantworten. Wir haben dann zur Ablenkung ein bisschen TV geschaut und so habe ich den Abend gut rumbekommen.
So viel erstmal von mir. Ich wünsche allen noch eine entspannte Restwoche und melde mich Ende der Woche nochmal.
Liebe Grüße, Ina