Beiträge von likeafeather

    Hallo cherokee,

    in einer vergleichbaren Situation bin ich zwar nicht, aber ich mache mir auch oft (sinnlose) Gedanken über Vergangenes. Mir fällt es schwer loszulassen und nach vorne zu schauen. Ich grübele oft über Fehler der Vergangenheit und merke, dass ich mich damit selber runterziehe. In den letzten Wochen hatte ich einige depressive Momente, die mich auch viel Kraft gekostet haben.

    "Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden."

    Das berühmte Gelassenheitsgebet hängt ausgedruckt an unserem Kühlschrank, vielleicht kann ich es ja eines Tages wirklich verinnerlichen und lernen Vergangenes und Unabänderliches leichter hinzunehmen und dennoch positiv nach vorne zu schauen.

    LG, Ina

    Hallo Frei,

    das mit dem Einkaufen kenne ich nur zu gut ... Auch ich hatte und habe immer noch ein Problem damit. Aber leider kann man sich das nicht immer aussuchen, mein Mann arbeitet zu unmöglichen Zeiten (Schichtdienst) und so muss ich meist einkaufen gehen. Fast immer nehme ich unsere kleine Tochter mit, vor 6 Wochen hatte sie Geburtstag und an diesem Tag beschloss ich endgültig abstinent zu leben. Wenn ich sie im Einkaufswagen umherschiebe und während dem Einkaufen in ihr lachendes Gesicht schaue, weiß ich, dass ich keine Flasche einpacken werde. Vielleicht kannst du dir ja auch irgendein Ritual oder eine Motivation für Oder vor dem Einkaufen überlegen, um dich in dieser Situation jedes Mal bewusst daran zu erinnern, dass kein Alkohol im Korb landet? Wenn ich ohne meine Tochter unterwegs bin schaue ich mir übrigens auf dem Parkplatz im Auto ein Familienfoto aus meinem Portemonnaie an - ich weiß, das klingt ein bisschen gaga ;) aber es hilft mir ungemein.

    LG, Ina

    Zitat von kleiner_Schelm

    Bei uns Alkoholikern gibt es aber auch eine grosse Bandbreite von Abhänigkeit würde ich sagen. Deshalb ist es auch schwer, für alle die gleiche Strategie zu empfehlen.

    Ich würde es nicht "Bandbreite" nennen, sondern Krankheitsverlauf ... Und du bist vielleicht noch am Anfang der Krankheit, genau wie ich. Ich habe auch nicht regelmäßig getrunken, brauchte keinen Spiegel, war selten richtig besoffen und keiner aus meinem Umfeld hat mir etwas angemerkt. Trotzdem bin ich eindeutig krank, da ich nicht wie ein gesunder nicht-alkoholkranker Mensch trinken kann. Und in diesem Krankheitsverlauf gibt es nur eine Richtung und die geht nach unten - bei dem einen früher, bei dem anderen später.

    Vielleicht mag es auch wirklich riskante Trinker geben, die niemals ganz abrutschen, sondern sich ihr Leben lang zwischen Missbrauch und Abhängigkeit bewegen, aber ganz ehrlich - was ist das denn für ein Leben? Wenn man sich ständig zwingen muss zwischendurch mal eine Alkoholpause einzulegen, um nicht abzurutschen ... Das ist für mich kein lebenswertes Leben, wenn der Gedanke an Alkohol immer so präsent ist und mein Leben bestimmt. Da verzichte ich lieber ganz darauf und genieße mein selbstbestimmtes Leben wieder.

    LG und viel Erfolg! Ina

    Hallo kleiner Schelm,

    herzlich willkommen im Forum. Da bist du ja wie ich auch noch in den ersten "kritischen" Wochen der Abstinenz.

    Zitat von kleiner_Schelm

    Auf jeden Fall will ich jetzt erst mal nix trinken.

    Hast du denn vor ein dauerhaft abstinentes Leben zu führen? Das hört sich ja eher so an, als ob du "jetzt erst mal ein paar Wochen nix trinkst und dann mal schauen ..." Auch ich dachte Anfang des Jahres nach 3 Monaten Abstinenz, dass ich wieder etwas trinken könnte - das war natürlich ein großer Irrtum ... Bist du dir deiner Krankheit und deren Verlauf bewusst?

    Ich wünsche dir ebenfalls einen guten Austausch und viel Erfolg!

    LG, Ina

    Zitat von Thalia1913

    Tatsächlich geht es mir heute, nach knapp zwei Jahren "in Freiheit", sogar noch besser als am Anfang. Manche Dinge regeln sich erst ganz langsam neu.

    Oh ja, das glaube ich dir gerne. Mein Weg ist noch seeehr lang und mit Sicherheit nicht einfach, aber jeden Tag und in jeder gemeisterten Situation spüre ich eine klitzekleine Besserung. Und das gibt mir momentan viel Mut, Kraft und Selbstvertrauen. Und ich freue mich auf die kommenden Wochen und Monate und hoffe darauf, irgendwann mit mir zufrieden und im Reinen zu sein. Ich denke, dass mir dabei jetzt auch die zuvorstehende Therapie helfen wird.

    LG, Ina

    Einen schönen Abend an alle!

    Heute habe ich zum ersten Mal zurückgezählt - seit 6 Wochen bin ich jetzt dauerhaft trocken - das hört sich doch schon mal ganz vorzeigbar an. ;) In den letzten Tagen hat sich meine Stimmung stabilisiert, arg starke Schwankungen habe ich nicht mehr. Natürlich gibt es noch "depressive" Momente oder Situationen, die mich unruhig machen, doch damit habe ich mich jetzt einfach abgefunden und halte diese negativen Momente dann aus. In meinem übertriebenen Perfektionismus habe ich mich anfangs immer richtig geärgert, wenn ein Tag nicht "perfekt" verlief und dachte mir oft: Kann ich nicht auch mal einfach einen tollen Tag haben?! Dabei ist doch der "perfekte" Tag vollkommen utopisch, auch für Nicht-Alkoholoker. Jeder Tag beinhaltet positive und negative Dinge - manchmal überwiegt das eine, ein anderes Mal das andere. In meinem Wahn habe ich die positiven Dinge, die es ja durchaus auch an schlechten Tagen gibt, gar nicht mehr wahrgenommen ... Mittlerweile lasse ich Abends den Tag öfter Mal Revue passieren und rufe mir bewusst alle Dinge ins Gedächtnis, die gut gelaufen sind - und da kommt immer einiges zusammen! Das gibt mir dann Kraft auch mal schwierige Momente zu überstehen.

    Ich bin so dankbar, dass es endlich Klick gemacht hat. Ich weiß, dass ich noch ganz am Anfang bin, aber es fühlt sich irgendwie anders an, als bei meinen ersten Versuchen mit dem Trinken aufzuhören. Es fühlt sich so richtig an. Ich kann das gar nicht beschreiben, aber ich denke, jeder Langzeit-Trockene weiß was ich meine.

    Und noch eine super Nachricht gibt es: Am 08.10. geht es zum Therapeuten!!! Ich freue mich!!!

    LG, Ina

    Hallo Leo,

    ja auch meine Therapie, die ich hoffentlich bald beginne, wird eher eine Anleitung zur Selbsthilfe. Ich mache ja eine suchtspezifische Verhaltenstherapie, in der es genau darum geht, mein negatives Verhalten zu erkennen und selber zu ändern. Den Tritt in den Allerwertesten kann ich mir dann wohl nur selber geben. ;)

    LG, Ina

    Hallo,

    ein Fünkchen Motivation ist heute zu spüren. Gestern Abend habe ich mir noch mit letzter Kraft einen Plan für heute zusammengebastelt. Ich habe ja das besondere Talent, mir regelmäßig ellenlange To-Do-Listen zu schreiben, die mich meist total überfordern. Wenn ich dann auf so eine Liste schaue, sehe ich einen riesigen Berg Arbeit, weiß gar nicht wo ich anfangen soll und fühle mich schlecht, weil ich am liebsten alles sofort erledigen möchte. Ich kann Unerledigtes schlecht aushalten, habe keine Geduld. Auch keine Geduld mit mir. Wenn unser Garten doch schon fertig wäre ... jaaa dann ginge es mir besser. Wenn ich doch schon diese ewige Rumpelkammer aufgeräumt hätte ... jaaa dann ginge es mir besser. Wenn wir doch endlich wieder ein finanzielles Polster angespart hätten ... jaaa dann ginge es mir besser. Wenn ich doch nur schon 3 Jahre abstinent wäre ... jaaa dann ginge es mir besser. Aaaaber selbst wenn genau diese Dinge jetzt sofort und mit einem Fingerschnipps umgesetzt wären, würde es mir nicht anders gehen. Irgendwo habe ich mal etwas schönes gelesen, das lautete in etwa: "Der Weg, der Prozess hin zu einem bestimmten Ziel, ist oftmals wichtiger als das Ziel selber. Denn auf diesem Weg, der oftmals lang und beschwerlich ist, lernt man dazu. Man sammelt Erfahrungen, die einen selber klüger und stärker machen."

    Lange Rede, kurzer Sinn: Ich habe mir also einen Plan für heute gemacht. Keinen ellenlangen Monster-Plan, sondern einen strukturierten Tagesablauf, der mir ein wenig Sicherheit und Orientierung gibt. Ein paar To Do's, aber auch schöne Dinge, die ich nach Feierabend tun werde um mich ein wenig zu entspannen. Das Leben geht weiter ...

    LG, Ina

    Hallo an alle,

    ich kann mich momentan nicht so sehr zum Schreiben aufraffen, lese allerdings viel mit. Es gibt auch gar nichts großartiges zu berichten ... habe doofe und gute Tage im Wechsel, aber immerhin alles nüchterne Tage - egal ob doof oder gut. ;) Ich fühle mich momentan irgendwie wie in einer Warteschleife, ich warte auf meinen Therapiebeginn und darauf dass mich mein Therapeut vielleicht mal ein bisschen in den Hintern tritt. Habe mein Buch, wovon ich letztens schrieb, ausgelesen - dort war die Rede von "positiven Aktivitäten", z.B. Sport, Verein, Ehrenamt, Kurzurlaub, kulturelle Aktivitäten, etc. Das steht jetzt auf meiner To Do Liste. Hallo, Motivation, wo bist du?!

    LG, Ina

    Ich möchte dir keine Angst machen, aber wenn du z.B. morgen aufgrund des Entzuges zusammenbrichst, hat sich das mit deinem vollen Terminkalender ja auch erstmal erledigt. Da würde ich vielleicht lieber eine Stunde für den Hausarzt freischaufeln. ;)

    Ich habe eine Menge Therapeuten abtelefoniert, die meisten behandeln Suchtkranke gar nicht. Bei der Suchtberatung hat man mir dann 2 Telefonnummern von Therapeuten gegeben, die eben hauptsächlich Suchtkranke behandeln. Und bei einem hatte ich Gott sei Dank Glück.

    LG

    Hallo Momolein,

    ich war auch kein Spiegeltrinker und habe mir dennoch ärztliche Hilfe gesucht. Soweit ich weiß kommt es nicht darauf an wie oft oder wie viel man getrunken hat, lebensgefährliche Entzugserscheinungen können immer eintreten. Du hast ja selber am Anfang geschrieben, dass du dich als "schwer alkoholkrank" einstufst. Wenn man mehr oder weniger regelmäßig Alkohol trinkt verändert das mit der Zeit deinen Stoffwechsel und deine ganzen Funktionen im Körper, der Alkohol wird quasi mit in den Organismus eingebaut. Und wenn der Alkohol dann auf einmal wegbleibt, kann das wirklich gefährlich werden.

    Gibt es denn einen bestimmten Grund warum du nicht z.B. morgen zu deinem Hausarzt gehst, die Karten auf den Tisch legst und dich zumindest medizinisch durchchecken lässt? Wenn dein Wunsch abstinent zu leben doch so groß ist, dürfte das doch das kleinste Problem sein oder? ;)

    Ich gehe 1x wöchentlich zur Suchtberatung und bin momentan noch auf der Suche nach einer realen SHG. In ca. 2 Monaten werde ich eine auf Sucht ausgerichtete Verhaltenstherapie beginnen. Und sonst lese ich momentan sehr viel über das Thema Sucht, Alkoholismus, aber auch über psychische Probleme. Je mehr man über seine Krankheit weiß, desto besser ist man gerüstet denke ich.

    LG, Ina

    Hallo Caro,

    da hast du ja schon ganz schön viel Klinik- und Therapie-Erfahrung. Ich kann verstehen, dass du dort erstmal nicht wieder hin möchtest. Aber es ist doch schon ein super Schritt, dass deine Therapeutin jetzt Bescheid weiß und die Verhaltenstherapie entsprechend daran ausrichten kann. Super dass du den Mut gefunden hast darüber so offen zu sprechen. Wenn die wichtigsten Menschen in deinem Leben und dein Arzt Bescheid wissen, gibt es schon mal kein "Hintertürchen" mehr. Sich das endgültig einzugestehen macht einem natürlich erstmal Angst, aber du wirst sehen dass es dir nach ein paar Wochen ohne Alkohol Stück für Stück immer besser gehen wird.

    LG, Ina

    Hallo Momolein,

    herzlich Willkommen hier im Forum!

    Ich greife die Frage von Carl Friedrich nochmal auf: Warst du bei einem Arzt? Wer weiß von deiner Alkoholabhängigkeit? Es ist wirklich keine gute Idee alleine im stillen Kämmerchen zu entgiften und dann zu denken, nur weil man keinen Alkohol mehr trinkt, läuft das Leben wieder. Der wichtigste Satz, den ich hier immer wieder lese und der mir auch am Anfang einen Schubs in die richtige Richtung gegeben hat ist "Nur nichts mehr zu trinken reicht nicht"! Damit kannst du dir keine stabile Trockenheit schaffen.

    LG und viel Erfolg! Ina

    Hallo Caro,

    herzlich Willkommen im Forum! Ich bin selber noch nicht lange dabei und stehe mit meiner Abstinenz erst am Anfang, daher kann ich dich in vielen Dingen momentan sehr sehr gut verstehen. Es ist ein ständiger Kampf, gerade wenn man sich noch "zwischen den Welten" befindet. Wenn du jetzt einen Schlussstrich ziehst, ehrlich zu dir selber bist und dazu stehst, dass du ein Alkoholiker bist, dann ist schon mal ein ganz ganz großes Stück geschafft! Dann kann es weiter gehen für dich ... in ein neues glückliches Leben.

    Zitat von Carolin2015

    Ich weiß auch woran es liegt, meine ganzen psychischen Probleme kommen durch die Sauferei.

    Wir kennen natürlich nicht deine ganze Vorgeschichte, aber es ist leider nicht so, dass man einfach nur den Alkohol weglässt und dann läuft das Leben wieder. Es ist harte Arbeit, man muss an seiner Persönlichkeit, seinem Alltag, seinen Gedanken und an seinem Umfeld arbeiten. Das merke ich zur Zeit ganz besonders, weil ich mittendrin stecke, mein Leben "umzukrempeln". Therapeutische Hilfe ist bei Suchtkranken, die bereits seit Monaten oder Jahren mit Angst, Depression oder Panik zu kämpfen haben, fast unerlässlich. Auch ich werde mich in wenigen Wochen therapeutisch behandeln lassen, da ich meine depressiven Verstimmungen nicht alleine in den Griff bekomme, nur weil ich nicht mehr trinke.

    Trinkst du aktuell noch? Oder wann hast du das letzte Mal Alkohol konsumiert? Ich denke ebenfalls, du solltest dir vielleicht mal Gedanken über eine qualifiziere Entgiftung machen.

    LG und viel Erfolg! Ina

    Hallo,

    so viel zu den Stimmungsschwankungen: die letzten beiden Tagen ging es mir sehr gut. Vielleicht hat ja auch der Austausch hier geholfen? Ich denke schon. Außerdem lese ich momentan ein sehr interessantes Buch, nicht speziell über Alkohol (da habe ich auch schon einiges gelesen), sondern über depressive Verstimmungen und Selbstwertgefühl. Viele Tipps und Ratschläge daraus kann ich momentan gut gebrauchen und auch täglich anwenden. Ich merke, wie sich meine Gedanken langsam verändern und ich jeden Tag ein bisschen positiver denke. Jetzt habe ich eher Angst davor, dass irgendwann nochmal ein großer Knall kommt und es bergab geht ... :/ Naja, wir wollen ja nichts heraufbeschwören. Ich genieße jetzt einfach den Moment und freue mich, dass mich der Alkohol momentan kalt lässt.

    LG, Ina

    Hallo, danke für eure Rückmeldungen. Gestern hatte ich zwar auch Stimmungsschwankungen, aber ich würde es eher als "normal" einordnen. Meine kleine Tochter ist derzeit stark erkältet - entweder jammert die Arme rum oder ist total aufgedreht und überdreht. Ich denke, da kommt jede Mutter irgendwann an ihre Grenzen. Ich habe gestern einfach versucht das Ganze auszuhalten und mich auf einen schönen Abend gefreut. Habe ein entspannendes Bad genommen, mir ein bisschen Wellness-Programm gegönnt und nachher auf der Couch ein paar Löffel Nutella gelöffelt. ;) Und ich konnte es kaum glauben: Ich habe es ausnahmsweise mal früh ist Bett geschafft und bin sofort eingeschlafen. Insgesamt war der Tag gestern also ganz ok.

    Heute bin ich nach einer teilweise schlaflosen Nacht (dank dem schniefenden und triefenden Töchterchen) ziemlich schlecht gelaunt aufgewacht. Muss mir für heute noch ein paar Motivationsgedanken basteln. Momentan bin ich auf der Arbeit, gleich gehe ich erstmal schön Mittag essen.

    LG, Ina

    Hallo Thalia,

    Danke für deine Antwort. Ich merke gerade schon, dass mir das Schreiben hier gut. Alleine die Gedanken irgendwo aufzuschreiben ist schon erleichternd.

    Das Vorgespräch verlief gut, ich stehe auf der Warteliste und werde wahrscheinlich in 2 Monaten mit der Therapie beginnen. Darüber freue ich mich, allerdings sind 2 Monate auch noch eine lange Zeit...

    Für kommende Woche habe ich mir vorgenommen, mir bewusst für jeden Tag etwas vorzunehmen, was mir "Spaß" macht oder mich zumindest ablenkt, auch wenn ich mich bestimmt dazu zwingen muss den Hintern hochzukriegen. ;)

    LG, Ina

    Hallo liebes Forum,

    tut mir leid, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe. Ich brauche zur Zeit meine ganze Kraft um irgendwie meinen Alltag zu bewältigen. Ich kann mich momentan kaum motivieren oder zu den einfachsten Dingen aufraffen. Zum Glück habe ich nicht den Drang mich zu betrinken um dem Ganzen zu entfliehen ... Ich bin einfach nur traurig, dass mir zur Zeit nichts richtig Freude macht. Natürlich gibt es Dinge, die ich gerne tue und manchmal habe ich auch Momente, in denen ich z.B. ein Buch lese oder etwas mit meiner Familie unternehme und dann keine schwarze Wolke über mir hängt, das passiert aber leider nur sehr selten. Ich bin durch meine Abstinenz irgendwie in ein Loch gefallen und finde momentan nicht heraus. Ich weiß nichts mit mir anzufangen und denke sehr viel über mich und mein Leben nach. Überhaupt diese ganzen Gedanken immer - ständig rattert es in meinem Kopf - das überfordert mich. Ich irre gedanklich umher und versuche die Richtung für ein glückliches Leben zu finden, aber komme irgendwie nicht voran.

    So, das war eine Menge Rumgeheule, aber so geht es mir momentan: zum Heulen. Wie habt ihr euren Weg gefunden? Hat sich das irgendwann mit der Zeit Schritt für Schritt eingestellt? Ging es überhaupt jemandem von euch ähnlich?

    Liebe Grüße, Ina

    Hallo! Das Leben geht weiter ... Eben habe ich in eine Gruppe reingeschnuppert, leider gibt es hier nicht allzuviele Angebote und die Gruppe heute hat mir nicht zugesagt. Es waren nur Männer da, nichts gegen euch liebe Männer, aber in einer Gruppe mit ein paar Frauen würde ich mich wesentlich wohler fühlen. Die Suche geht also weiter. Sonst fühle ich mich hier auch erstmal gut aufgehoben. Donnerstag früh habe ich ein "Vorstellungsgespräch" bei einem Therapeuten, mal schauen ob das was gibt.

    Momentan fühle ich mich ziemlich schlapp und bin zu nix zu gebrauchen. Die letzten Tage waren ziemlich anstrengend (vor allem psychisch), ich glaube mein Körper und mein Kopf schreien nach einer Pause. Die kommenden Tage werde ich dann mal lieber auf "Sparflamme" schalten. Ich habe Alkohol auch oft missbraucht um mich zu pushen und in stressigen Situationen nochmal die letzten Kräfte zu mobilisieren. Jetzt versuche ich einfach zu akzeptieren, dass ich eben auch mal eine Pause brauche und nicht immer alles (sofort) schaffen muss. GEDULD - vor allem mit mir selber ;) - möchte ich zukünftig mehr haben.

    Liebe Grüße, Ina