Beiträge von Alkoholkrank

    Hallo Forum, hallo Thalia,

    ich habe mich zuletzt etwas rargemacht, nur noch gelegentlich, wenn ich von Gleichgesinnten hören wollte und einen schlechten Moment hatte, passiv mitgelesen, aber leider nichts mehr aktiv geschrieben. Und Dir Thalia nicht mehr geantwortet, obwohl ich mich immer über Antworten freue, weil ich selbst nicht wusste, wie ich nun weiter vorgehen will und nicht irgendwelche Versprechen hier machen wollte, die dann doch nicht in Angriff genommen werden.

    Ich war zu Beginn meiner Abstinenz erstmals auf Entgiftung in einer Klinik. Neben der Anmeldung hier im Forum, indem ich vor meinem letzten Rückfall schon mal passiv mitgelesen hatte, habe ich mich über regionale SHG informiert und auch eine besucht. Dort waren alle nett, offen und haben mich freundlich aufgenommen. Wollte mir dann prophylaktisch nochmal weitere anschauen, wozu es bisher noch nicht kam, weil ich mich nämlich kurz später bei einer Suchtberatung vorstellig gemacht habe und dort dann erstmal aktiv weitermachen wollte.
    Nach ein paar Wochen abwarten, nahm ich an einer Motivationsrunde mit mehreren Terminen teil. Interessant und sehr hilfreich wie sich völlig fremde Menschen binnen kürzester Zeit über ein Thema austauschen, über welches sie mit Ihren vertrautesten Mitmenschen vor Scham nicht reden wollen. In der Gruppe hätte ich am Ende gerne noch ein paar Termine weitergemacht, aber die war dann rum.
    Mein Vorhaben war eigentlich von Beginn an eine ambulante Therapie, nie eine stationäre, der das o.g. immer voraus geht. Ich wollte eher langfristig etwas Feedback bei meiner Lebensumstellung haben. Dann wenn ich es brauche jemanden zu Austausch haben. Anstelle 2 oder 3 Monate die Sicherheit einer stationären Klinik, die dann von heute auf morgen weg ist! Die Crux einer erfolgreichen Abstinenz und irgendwann eines trockenen Lebens ist wohl eher die Aufrechterhaltung als das Aufhören!

    Dann habe ich aber erfahren, welches zeitliche Volumen eine solche Therapie mit sich bringt und auch, dass es keine Einzeltherapie ist, sondern weiterhin "einfach" nur Gesprächsgruppen (soll nicht abmildert klingen, bringt auch viel).
    Ich denke ich habe in der letzten Zeit schon, im Vergleich zu zuvor, schon viel über mich gelernt, aber gerade eine Einzeltherapie mit einer mir sympathischen und vertrauensvollen Person hätte mir vielleicht zudem noch etwas gebracht. Einmal wöchentlich am Feierabend ein persönliches Gespräch mit einem der Gruppenleiter hätte ich sehr gerne fortgeführt.
    So aber sehe ich pauschal keinen so großen Mehrwert mehr gegenüber einer realen SHG. Für eine ambulante Therapie spricht natürlich die professionell ausgebildete Leitung gegenüber einer SHG, wobei das ja auch nicht immer was heißen muss! Die Leitung einer SHG ist ja meist (oder immer?) selbst ein Ex und weiß von daher aus Erfahrungen am eigenen Leib besser über was sie redet. Ich will jetzt hier aber auch keine Diskussion „Therapie vs. SHG“ eröffnen.
    Erst wollte ich eine solche Therapie machen und dann eine SHG ggf. noch nachlegen. Wenn die Therapie nur einmal pro Woche wäre, dafür auch gerne doppelt so lange, könnte ich es mir ja noch vorstellen, aber so mit jeweils Hin- und Rückweg kann ich es mir irgendwie nicht mehr nur als Hilfe, sondern eher als zusätzlichen Ballast vorstellen! (Keine Frage, wenn eine Teilnahme nie mehr Rückfall und eine Nichtteilnahme mein Scheitern bedeuten würde, wäre es natürlich alle Mühe wert!)

    Die Anmeldung liegt nun hier, aber ich denke eine persönliche Kombi aus realer SHG/Sport/persönlichen Auszeiten und Forum würde mir sogar vielleicht besser tun.

    Und jetzt wollte ich mal eure Meinungen hören und es schlagen sich hier wahrscheinlich viele oder alle die Hände vor dem Kopf zusammen. "Wieso will er nur nicht!?" "Dass ein alkoholfreies Leben doch Arbeit bedeutet ist doch prinzipiell klar!" "Wird er nun schon wieder zu selbstsicher?!" "Fehlender Wille!"
    Habe Job, Familie und Renovierung auf der Agenda. Ich müsste, woanders Einschnitte vornehmen, was mich sicher wiederum stressen und etwas unglücklich machen und mir auch noch etwas die gerade doch so wichtige Balance nehmen würde. Wie hier halt oft auch erwähnt wird, ist es doch besonders wichtig, auch auf sich selbst zu achten. Und genau dieser „Overhead“ würde mir meiner Meinung nach im Moment nicht so guttun. Dann gibt es nämlich z.B. keine Zeit mehr für einen Spaziergang nach der Arbeit.

    Das soll absolut nicht heißen, dass ich meine, nicht weiter intensiv an der Krankheit arbeiten zu müssen! Seht ihr sowas als eine in gewisser Weise Kapitulation an?
    Natürlich fühle ich mich nun nicht ganz wohl dabei ein eigentlich angedachtes Vorhaben zu dem allerwichtigsten Vorhaben, nämlich die lebenslange Abstinenz, nun auf Eis zu legen! Aber ich will ja nur eine neue Route wählen.

    Weiterhin an mir arbeiten, genau auf mich achten, mich selbst reflektieren, besonders wenn es mir mies geht, und mich weiterhin mit der Materie befassen.

    Weihnachten und Sylvester habe ich ruhig mit meinen Liebsten verbracht. Lebe weiterhin abstinent! Nicht mehr und nicht weniger. Von einer stabilen Trockenheit, will ich auch erst frühestens nach zwei Jahren reden. So wie es viele Langjährige hier auch einschätzen, alles andere wäre anmaßend. Aber das ist auch gar nicht so wichtig, denn eigentlich wird es vielleicht ab dem Tag, an dem ich dies über mich sagen kann, gerade wieder gefährlich.
    Hochmut ist das, was mich in der Vergangenheit immer hat scheitern lassen… Der Weg ist das Ziel! Und dabei geht es mir, natürlich nicht immer, aber im Großen und Ganzen gut.

    Hi Max,

    plastisch toll geschilderte Einleitungsgeschichte! Ich finde mich an vielen Stellen wieder und sehe viele Paralellen. Ich bin auch noch nicht lange abstinent und stehe noch am Anfang meines Vorhaben, nie wieder zu trinken (und auch auf andere Substanzen für immer zu verzichten). So wie du dich anfangs selbst analysierest, von wegen evtl. doch irgendwann wieder kontroliert trinken zu können usw. habe ich es zu Beginn auch ein paar mal erfolglos versucht.

    Es bringt absolut nichts! Jeder Rückfall ist bestenfalls zumindest mit einem temporärem Verlust der Selbstachtung und jedes Wiederaufstehen nach einem Rückfall ist mit enorm viel Kraft verbunden!
    Wieso sich diese Qualen selbst auferlegen? Wieso etwas vermissen, was man nicht kontrollieren kann?

    Es gibt nur einen Weg, diese Einsicht zu bilden und es dabei dauerhaft zu belassen! Niemand hat gesagt, dass es einfach ist!

    Ich wünsche Dir keine "Vielleicht klappt es ja doch so, es vernünftig zu kontrollieren" Extrarunden sondern viel Erfolg!!!

    LG

    Hallo Thalia,

    ja ich denke z.Z. über eine Therapie nach, ich weiß jedoch nur wirklich nicht, wie diese zeitlich in den Alltag integriert werden soll? Ich sehe wieder, wie viel Zeit dann woanders fehlt! Klar besser als rückfällig werden! Aber am besten wäre trocken bleiben und woanders auch weiterkommen... Ein Irglaube?

    "Was hast du heute vor? Etwas, das dir Spaß macht?"
    Schön wär es. Ich hab jetzt zwar kurz für mich, aber später rufen wieder die Kids.

    Ich hab kein Verein, Ehrenamt oder sonstiges, was vielleicht optional und für kurze Zeit streichbar wäre, nur Job, Familie und bald Wohnungsrenovierung, das frist mich aber schon komplett auf!

    Bzgl. Therapie habe ich ausserdem wirklich vor dem Scenario "eine tiefergreifende Änderung" Angst! Wie sollte die aussehen, ich bin keine 20 mehr und kann nicht mal eben z.B. ein halbes Jahr Backpacking mit Selbstfindung machen!
    Ich hab eine scheiss Verantwortung und weiß, dass meine Familie ohne mich nicht dauerhaft klarkommt!

    Hallo zusammen,

    ich bin erstmal froh, dass Weihnachten nun wieder rum ist. Mag es eigentlich eh nicht wirklich. Alles so zwanghaft und aufgesetzt, zum Kotzen (Im Allgemeinen, hat jetzt nix mit unseren Familie zu tun). Es war dieses Jahr aber auch eigentlich ganz angenehm, gestern abend schon wieder Heim gekommen, so dass der 2. Weihnachtstag für uns eigentlich ohne Termine war... Erst waren wir lang spazieren. Dann wollte meine Frau aber heute doch noch spontan zu einem weiteren Familienzusammentreffen im weiteren Kreis ihrer Familie, zu dem wir vorher besprochen hatten, nicht hinzugehen und auf das ich auch keinen Bock hatte! Mit ihrer Familie hatten wir die Tage bereits gefeiert, hier kamen dann halt nochmal entferntere Verwandte, die man jedoch max. einmal im Jahr sieht und die einem quasi fremd sind. Wir ließen es auch sein und es herrschte darauf den ganzen Tag eissige Stimmung zwischen dem übliche Kinderstress. Wir haben uns dann irgendwann wieder versöhnt, trotzdem bin ich gerade gar nicht gut drauf...

    Bin leider seit mehreren Tagen schon wieder sehr gereizt und nervous. Zwischenzeitlich war ich (sehr) relaxt, mir ist nicht einsichtig, wieso meine Stimmung so wechselhaft ist? Nur mit meiner Arbeit und dem Schlafniveau hat es jedenfalls nicht ausschließlich zu tun!

    Ich habe heute und gestern angefangen, kurz in Erwägung zu ziehen, raus einen Trinken zu gehen! Habe mir die logischen Konsequenzen vor Augen gehalten und es natürlich verworfen. Aber der Gedanke daran war da!

    Irgendwie finde ich im Moment nur schwer Freude und Ablenkung aus dem Alltag. Natürlich freue ich mich mit und über meine Kinder, und sie sind das Wichtigste für mich!

    Aber is das alles? Bin ich ein Egoist, wenn ich irgendwie noch nur Spaß für mich will!

    Trinken und Drogen sind raus! Jetzt frage ich mich manchmal, ob nicht gelegentliche Fremdgeher, die besseren Ehemänner sind, solange es keiner merkt! Ich weiß, wie assozial der Gedanke ist, ich dies eigentlich auch gar nicht will und der Typ dafür bin, aber der Gedanke ist halt da! Das macht mich hier bestimmt nicht gerade sympatisch, aber um den heisen Brei reden nutzt mir ja auch nichts!

    Vor ein paar Jahren gab es nur uns in einer langen Beziehung, nun aber Ehe, Kinder, evtl. Eigenheimgründung plus nun erstrebte Abstinenz... Das ging alles ganz schön schnell! Man droht sich aus dem Auge zu verlieren, aber man kann halt auch nix streichen! Ich hoffe es wird bald wieder besser...

    Danke Ina für deine motivierenden Worte! Es geht so naja?! Sorry, dass ich mich jetzt erst wieder melde; Werde mich heute auch kurz fassen, aber wollte mich zumindest mal kurz zurück gemeldet haben.
    Zur Zeit ist alles sehr chaotisch und anstrengend... Zwei die Nächte durchschreihenden, im Moment kranken Kinder, wenig Schlaf für uns, schlechte Nerven und Gereiztheit! Zum Sport komm ich nicht richtig, bzw. habe keine Energie dazu, auch auf der Arbeit fehlt mir diese etwas. Die sommerliche Wärme und das Licht fehlt mir auch. Meine Frau und ich sind im Moment eher KiTa- (und KiNa-) Kollegen als ein Paar. Das Ganze zährt und manchmal wünscht man sich doch sein altes Leben ohne Verantwortung zurück...

    Nein, ich will meine Kinder nicht abgeben/ungeschehen machen! Ihr wisst hoffentlich, wie es gemeint ist. Die Zeiten, in denen der Feierabend mir gehörte, sind halt vorbei und damit muss ich mich erst noch aklimatisieren. Glaube auch, dass es unter anderem deshalb in der letzten Zeit, bis zu meinem letzten Absturz immer schlimmer wurde. Ich habe mich dadurch aus dem Auge verloren...

    Und ja heute muss ich einfach mal Waschlappen-mässig rumjammern. Ich weiß, dass es Schlimmeres gibt! Es fehlt im Moment einfach die Zeit für ein Ventil... und das macht schlechte Laune.

    Aber Alkohol oder auch andere Drogen sind schon mal keine Option mehr! Denn damit ändert man nur die Perspektive, nicht die Situation!

    Trinken war jedoch keine Option, habe hier heute viel in anderen Threads gelesen...

    Vieles, kam mir sehr bekannt vor. Trinken geht nicht und Punkt! Niemals, nicht in diesem und nicht im nächsten Leben!

    Ich wollte nun aber auch gar nicht mehr "kontroliert", "positiv" oder "gut" Trinken, wie ich in einem anderen Tread las, selbst wenn mir eine Fee garantieren würde, dass ich es könnte und dadurch definitiv nicht rückfällig werden würde!

    Für mich und auch für meine Kids, denen ich mein Laster vielleicht auch genetisch schon etwas mitgegeben habe... Die sollen in ein paar Jahren gefälligst einen Papa sehen, der schlimmstenfalls Cola trinkt!

    Guter Thread mit interessanten Gedankengängen, Pancho. Ich stehe auch (wieder) am Anfang, habe es in der Vergangenheit schon öfter versucht und doch immer wieder falsche Gründe gefunden, um es erneut "kontrolliert" zu versuchen.

    Sehr vieles, was Du hier schreibst, kommt mir sehr bekannt vor. Es geht nicht und Punkt! Niemals, nicht in diesem und nicht im nächsten Leben!

    Ich will nun aber auch gar nicht mehr "kontroliert", "positiv" oder "gut" Trinken, selbst wenn mir eine Fee garantieren würde, dass ich es könnte und dadurch definitiv nicht rückfällig werden würde!

    Für mich und auch für meine Kids, denen ich mein Laster vielleicht auch genetisch schon etwas mitgegeben habe... Die sollen in ein paar Jahren gefälligst einen Papa sehen, der schlimmstenfalls Cola trinkt!

    Gerade wieder ein leichtes innerliches Tief hinter mir, denke es wird aber gerade wieder besser!

    Gestern hat mir ein Verwandter, mit dem ich auch beruflich zu tun habe, so beiläufig gesteckt, dass ich ja immer zu hohe Ansprüche hätte. Ich sehe das absolut anders und meiner Meinung nach wollte er mich wieder mal nur auf die Palme bringen. Bin ruhig geblieben und habe mich aber später darüber geärgert, hier nicht mehr Conta gegeben zu haben...

    Dies hat mich dann den ganzen Tag beschäftigt, ob ich es wollte oder nicht...

    Ich habe oft den Eindruck, dass viele (bestimmt nicht alle) in meiner Umwelt mir gegenüber sehr missgünstig sind.

    Wünsch mir auch wieder von Dir zu hören! Falls Du einen "Ausrutscher" (hört sich niedlicher an als gemeint) hattest, einfach aufstehen und weitergehen...

    Nutzt dann ja auch alles nix, wünsche es niemanden, ist nicht toll, kann aber jedem passieren, was dann dafür natürlich keine Rchtfertigung sein darf. Habe mir ein abstinentes Leben in der Vergangenheit auch schon oft vorgenommen und es leider nie durchgezogen! Hoffe jetzt stehen die Sterne (und besonders meine Wenigkeit) etwas anders als früher!

    Beste Grüße

    Hi garcia, hi Forum,

    bin noch absolut trocken, auch keine Kippe! :) Oder ich sage besser: "Ich lebe abstinent."

    Aber ich denk manchmal, wenn ich genervt bin, schon kurz an einen schnellen Pubbesuch oder ne Kippe. Verwerfe es dann aber auch direkt mit dem Gedanken, dass dann alles auch nicht besser wäre, sondern ich die Problemchen damit nur kurz beiseite schieben würde. Ausserdem bin ich suchtkrank, kann nicht kontrolliert konsumieren und es würde höchstwahrscheinlich wieder eh auf ein Vollrausch hinauslaufen! Und wenn wirklich nicht beim ersten Mal, dann halt ein paar Tage oder erst ne Woche später! Nein, ich will mir nie wieder selbst beweisen wollen, es doch in Massen halten zu können. In diese dumme Falle bin ich echt zu oft getappt.

    Ich vergleiche mich jetzt immer mit einem Zuckerkranken, der schämt sich nicht für seine Krankheit, aber darf und will kein mehr Zucker essen. So halt ich es jetzt mit dem Alk und basta!

    Ich muss aber auch sagen, dass ich vielleicht wieder (hoffentlich irre ich mich) zu wenig auf mich achte und dies wieder auf Dauer gefährlich werden könnte. Habe keine realen SHG mehr besucht und war auch hier weniger aktiv. Wollte öfters, aber es kam dann wieder immer was dazwischen. Aber das Leben ist halt nicht immer geregelt und Strukturen kann man halt auch nur meist, aber nicht immer in den Alltag bringen... Wahrscheinlich eher als Single als mit Familie, aber alles hat Vor- und Nachteile!

    Das Wochenende war jedenfalls für mich wiedermal nicht gerade erholsam, es gibt im Moment immer was zu tun. Also wollte ich mich heute wirklich mal um mich kümmern...
    Heute morgen noch kurz Ablage am PC gemacht, Rechnungen gezahlt usw. wollte ich mir einen frühen Feierabend gönnen, um eventuell was Sport zu machen und heute auch mal mit den Kids nur das Nötigste machen.
    Wenn mir alles auf den Kopf zu fallen droht, wollte ich in Zukunft wirklich mal "egoistischer" sein und mich dann wirklich um mich kümmern, um anschießend ohne Abstürze wieder dauerhaft für meine Liebsten da zu sein...

    Aber dem war leider nicht so, es kam was dringendes dazwischen, sodass ich von heute Mittag bis gerade eben (Mitternacht), Baumärkte besuchen und Renovierungen an unserer Wohnung vornehmen musste... Viel Kaffee dabei gesoffen und jetzt bin ich wach, ganz toll! Kein Sport gemacht, nichts für mich und Tag rum, Frau pennt direkt vor mir weg, super! Gerade auch kein Bock auf Klotze!

    Da kam halt wieder der Blitzgedanke an ein Feierabendbier, um diesen bescheidenen Tag abzuschließen... Aber ich begegne diesem, wie oben erwähnt!

    Trotzdem gerade nicht befriedigend, kann nur besser werden...

    Beste Grüße

    Hallo,

    vorweg einmal: Ich kann nichts behaupten und will auch keinen verbindlichen Ratschlag geben, da ich selbst abhängig bin und noch nie lange genug in Abstinenz leben konnte!
    'Lange genug' gibt es hierbei nun für mich sowieso nicht mehr, nur noch lebenslänglich!

    Ich habe hier also rein gar nichts vorzuweisen, wie andere hier, die seit Jahren trocken leben und denen allen mein aufrichtigster Respekt gebührt!

    Meine Meinung will ich hierbei trotzdem gerne mal kundtun. Ich denke erstmal, dass hier sicherlich jeder etwas anders gestrickt ist und es hierbei kein Pauschalrezept gibt. Man muss sich letztendlich für ein Leben in Abstinenz, wie auch für ein Leben in reiner Alkoholabstinenz selbst entscheiden. Natürlich besser weiter rauchen und sich dem Alkohol endlich dauerhaft entziehen als zwei Monate ohne beides und dann wieder rückfällig werden, keine Frage! Aber erzählen sie, dass z.B. mal jemanden der zwei Jahre trocken lebt und dann Lungenkrebs diagnostiziert bekommt!

    Ich glaube/denke es gibt schon viele Menschen, die mehrfach süchtig sind und zu denen auch ich gehöre. Wenn ich in der Vergangenheit kurzzeitig aufgehört habe zu komsumieren, habe ich meist versetzt mit allen Suchtstoffen aufgehört. Also z.B. keinen Alk mehr und ein, zwei Wochen später auch keine Kippen mehr. Nur so habe ich mich dann irgendwann auch wiedermal richtig clean gefühlt!

    Der Haken ist aber, ich habe es leider nie dauerhaft geschafft, von daher ist dies absolut kein Patentrezept! Nun soll aber mein jetziger Anlauf bitte der letzte und von Erfolg gekrönte sein. Ich versuche es dennoch wieder alles zusammen, eine persönliche Entscheidung!

    Ich will mich endlich meinen Demonen und Suchtteufeln (Alkohol, Zigaretten, Canabis) stellen und sie anschließend aus meinem Leben verbannen.

    Nie wieder Alkohol wäre großartig für mich, keine Frage! Es wäre aber auch nur ein Teilerfolg zu einem endgültig freien Leben, wenn ich dann wieder Nachts um 12 auf die Gasse müsste, nur um mir neue Kippen zu holen. Das noch dazu von meinem hart erarbeitetem Geld, nur um vor meiner Familie schlecht zu riechen.

    Ebenso kompensiere ich, wenn ich endlich wieder clean bin, gerne meine Süchte mit Sport. Hierbei steht einem das Rauchen dann zudem auch wieder im Weg!

    Also für meine psychische (nicht physische) Abhängigkeit, wäre glaube nur nicht trinken, aber mehr oder weiter rauchen, ein bischen wie nur weniger oder nur zeitweise nix zu trinken.

    Jeder muss es natürlich für sich entscheiden, aber ich für mich will gerne höchstens noch mit einer Koffeinabhängigkeit leben!

    Beste Grüße und euch allen viel Kraft, Erfolg und Glück!

    Hi garcia,

    yep, denke auch im Klo ist es am Besten aufgehoben!

    Zitat von Alkoholkrank

    Ich orderte mir, mit einem nicht ganz so guten Gefühl, ein Pils und trank den ersten Schluck... Es schmeckte ecklig als hätte mir jemand ein Schnaps ins Bier geschüttet! Ich dachte mir, kann doch nicht sein, du spinnst doch und nach ein paar Schlucken legte es sich.

    Beste Grüße

    Kennt das denn wer, dass der Körper mit solchen oder ähnlichen Abwehrreaktionen reagiert? Das würde mich mal interessieren!
    Also dieses Biererlebnis, dass es nach Schnaps geschmeckt hat, fande ich schon sehr krass!

    Desweiteren kann ich mich erinnern, dass mir in der Vergangenheit beim ersten Glas Wein nach längerer Abstinenz auch schon mal nach ein paar Schlücken die Naseflügel zugegangen sind. Ich habe das zwar oft in Verbindung mit Alkohol beobachtet, es jedoch nie unausgeschlossen darauf geschoben...

    Ok, und Kopfweg von erster Kippe (im nüchteren Zustand) nach Pause kennen wohl mehrere...

    Also an sich geht es mir erstmal gut! Alles läuft im Moment noch ohne Saufdruck oder allgemein Suchtdruck. Versuche auf mich zu achten usw.

    Heute nachmittag wollte ich mir Jogurt mit Kirschen aus dem Glas machen, öffnete das eigentlich noch nicht angefangene Glas aus dem Schrank (vor max. 2-3 Monaten gekauft), und stellte beim Öffnen fest, das es blubberte und der Gärprozess schon in vollen Zügen stattgefunden hat. Es roch nicht nur etwas nach Alk wie eine Erdbeerbowle oder irgendein aromatisierter Sekt sondern schon richtig krass in Richtung Schnaps!

    Ich war erst mal total angenervt, weil ich mich schon darauf gefreut hatte. Früher hätte ich es wahrscheinlich einfach probiert und falls die Kirschen nach Schwarzwälder Kirschtorte geschmeckt hätten wäre es mir latte gewesen. Aber jetzt natürlich nicht mehr!

    Ich hasse (Lebensmittel-) Verschwendung und stellte sie erst zurück in den Schrank, dachte noch vielleicht würden sie ja doch noch gut schmecken und riechen zwar krass nach Alk, aber schmecken gut wie eingelegte Kirschen und meine Frau will sie noch mit Vanilieeis probieren oder so was...

    Beim rieschen schoss mir der Alkoholgeruch förmlich direkt ins Hirn! Irgendwie schwer das Ganze richtig zu beschreiben! Ich wollte, aufgrund meiner Krankheit, das Risiko sie zu probieren natürlich nicht eingehen, aber irgendwie war mir direkt komisch! Und ich bekam kurz später direkt Kopfschmerzen für ca. eine halbe Stunde, keine sehr starken, aber merkbar!

    Es beschäftigte mich, wie auch immer noch, und ich kippte das Glas dann doch kurz später ins Klo. Ich war übrigens alleine Zuhause und konnte auch noch mit niemanden darüber sprechen.

    Ich erinnere mich dadurch daran als ich Anfang diesen Jahres auch längere Zeit nichts getrunken hatte (ca. 2-3 Monate) und seit langem erstmals vorsätzlich am frühen Abend in ein Pub gegangen bin. Ich orderte mir, mit einem nicht ganz so guten Gefühl, ein Pils und trank den ersten Schluck... Es schmeckte ecklig als hätte mir jemand ein Schnaps ins Bier geschüttet! Ich dachte mir, kann doch nicht sein, du spinnst doch und nach ein paar Schlucken legte es sich. Hatte dann aber kein Bock mehr auf ein weiteres Pils und zog weiter um woanders mit Guiness und Whiskey weiterzumachen!

    Ich sah mich jetzt durch dieses Ereignis nicht direkt in Gefahr zu probieren, aber der Funke eines Gedanken daran war vielleicht doch kurz präsent! Also indirekt vielleicht doch Gefahr! Fand das jedenfalls ziemlich krass, vorallem das es so intensiv gerochen hat und wollte dies hier mal mitteilen...

    Beste Grüße

    Zitat von Rattenschwanz

    Das war lustig oder ironisch oder ... gemeint?

    Ne, ernst! :D :D

    Hab das mehr oder weniger so geschrieben, weil ich dein Beitrag nicht so konstruktiv fand und du mich dort mit deinem Teilzitat von mir auch etwas verzehrt dargestellt hast. Du hast mein Zitat einfach mit [...] beendet, darauf folgten doch wohl genannte Einschränkungen.
    Und dass "trocken leben" Arbeit an sich bedeutet und nicht einfach herbeigerufen werden kann, dürfte hier ja auch jedem klar sein.

    Grüße