Beiträge von Wildflower

    Hallo m38719,

    was du schreibst, hat mich entsetzt. Ich denke jetzt weniger an euch, sondern an das Ungeborene.
    Föten können bei Alkoholmissbrauch der Mutter bereits am fetalen Alkoholsyndrom erkranken. Dies hat gravierende, lebenslange Konsequenzen zur Folge.
    Von Intelligenzminderung bis hin zu kognitiven und gefühlsmäßigen Störungen und auch das Aussehen ist anders.
    Es ist leider viel zu wenig über die Störung "FASD" bekannt.

    Wenn du FASD in Internet eingibst, findest du Informationen und auch Hilfe.

    Bitte sprich mit deiner Freundin darüber, nehmt Hilfe in Anspruch.

    Ich fand den Artikel sehr gut und habe ihn sogar für mich als "Co" gut gebrauchen können. Folgendes könnte man ja auch auf die Sucht des Co-abhängigen nach seinem "Wirt" beziehen:

    Zitat:
    edit - bitte keine fremden Internetseiten kopieren

    Ich glaube auch, dass das Eingeständnis, dass man Niemandem helfen kann, dass man loslassen muss, dass man ja hilft, um sich selber etwas zu beweisen und sich mit sich selbst nicht beschäftigen muss, dass man ja längst eine Marionette ist.......die Lösung sind.

    Schuldgefühle, die immer da sind, weil man sein eigene Leben nicht lebt, zementieren nur die Abhängigketi vom Anderen.

    Vielleicht kann man dies nicht 1:1 ummünzen, aber mir kam die Assoziation.

    Lieber Gruß

    Wildflower

    Hallo Bunny18443,

    das tut mir sehr leid, was du alles erlebt hast. Ich kann dich sehr gut verstehen, denn auch meine Mutter hat sich totgesoffen, da war sie grad Mal 36 Jahre alt. Mein Bruder ist auch immer wieder gefährdet, zwar nicht mit Alkohol, er hat andere Süchte.
    Bitte gebe dir keine Schuld daran und nein, du konntest nichts daran ändern.
    In der Hilflosigkeit denkt man, dass man hätte etwas tun können, weil es so schwer ist, die Ausweglosikeit und die Tragik zu erfassen. Ich habe noch jahrelang Bilder vom Leid meiner Mutter vor Augen gehabt und habe auch heute noch Schuldgefühle, weil ich denke, ich müsse mehr für meinen Bruder tun. Mein Bruder, der sich um mich gar nicht kümmert und immer neidisch ist auf mein Leben, das aber auch von vielen schlimmen Erlebnissen durchzogen ist.
    Wo bleibst du denn dabei? Wo ist denn deine Kraft, wenn du sie ständig woanders investierst?
    Gibt es eine Trauergruppe bei Euch in der Nähe? Wie kanst du für gut sorgen? was kann dir denn gut tun, nachdem du so viel Leid erlebt hast?

    Ich wünsche dir sehr, dass du aus der Gedanken- und Schuldspirale rauskommst und dabei Unterstützung dir suchst. Dass du in der Gruppe hier schreibst, ist ein guter Schritt.

    Hallo Martin.

    ob er Alkoholiker und/oder Co ist kann nur er wissen, wichtig ist doch nur was du willst....

    Ich fühle mich ertappt, weil ich mich damit, also mit der Beschäftigung der Dinge, die ich will, noch schwer tu.
    Doch meine Muster weichen auch langsam auf, ich denke wieder an meine Kindheit, Jugend und frühes Erwachsensein. Es gab doch Zeiten, da wusste ich eher, was ich wollte. Also es geht doch........dann kamen viele Jahre des Hinterher Hechelns um "Liebe"um meine innere Leere zu füllen.
    Aber, dass ich nicht ständig meine Mitmenschen mit meiner Co-abhängigkeit manipulieren will, das ist mir klar.

    Klare Worte tun Not und tun gut.....
    damit ich mich selbst nicht wieder vergesse....

    Nein Equinoxe, ich habe es auch nicht als abwertend verstanden. Hatte dich nur nicht so ganz verstanden mit der Hilfe holen. Vielleicht ist mein Hirn ja auch nur gepolt auf "Hilfe für andere, für dich selber nicht". Hat ja auch lange funktioniert.........und ist ja als Überlebensstrategie gut eingeübt worden und perfektioniert worden während so vieler Jahre :cry: .
    Danke für deinen Vorschlag zu den geschlossenen Foren. Das habe ich mir auch überlegt, doch erst wollte ich noch ein wenig mich hier einlesen. Und heute habe ich auch wieder Mal einen Termin bei einer Therapeutin, bin ja echt mal gespannt.

    Ja und du hast es gut erkannt, dass es mir momentan nicht gut geht. Das stimmt, ich fühle mich sehr traurig, wenn ich denke, wieviel Lebenszeit ich schon verpasst habe und wie schwer es ist, mit diesen Abwehrmechanismen zu leben. Und es kommt auch Wut hoch.
    Vielleicht kommt irgendwan auch mal die Integration in mein Leben und ich mache die Sch...... zu etwas Schönem. Aber erst kommt die eigene Aufarbeitung, die ich so lange gescheut habe, weil ich in der Rolle der Helfenden ja so viel besser wegkam, von aussen. Klar, innerlich habe ich gelitten, wie wir Co´s alle.
    Und Frieden mit meinem Leben, den wünsche ich mir sehr.....

    Hallo Morgenrot,
    vielen Dank für deine Worte. Es tut mir gut, sie so klar zu lesen und auch zu kapieren. Ich habe ja viel gelesen, auch Bücher wie z.b. "Familienkrankheit Alkoholismus" und vom Verstand her war mir so vieles logisch. Es ist aber etwas anderes, sich selbt zu outen und um Hilfe zu bitten. Endlich verlasse ich die Tabuzone und holfe mir Hilfe.
    Ja mit dem Loslassen habe ich noch große Probleme. Ich glaube, weil ich mich lange nicht bewußt mit meiner Mutter beschäftigt haben, mit all den Gefühlen, die hochgekommen wären, kamen die "Suchtmänner" in mein Leben hinein, stellvertretend für die eigene Familienbearbeitung. Und an ihnen hat sich meine Seele wundgerieben. Ich wollte sie retten, vielleicht um zu sehen, dass es ja doch geht. Jetzt stelle ich fest, dass ich irgendwie auch ganz schön stur bin und in meinem Denken auch meiner Mutter ähnlich bin.
    Jede Geschichte ist ja anders. Da meine Mutter schon so früh verstarb und ich bei fremden Menschen ab meinem 12. Lebensjahr untergebracht wurde und meine Mutter mehr oder weniger, wenn ich Verwandte besuchte, tabuisiert wurde, ist bei mir etwas erstarrt und ist nicht wieder aktiviert worden. Also, ich bin immer noch dieses Mädchen, was viel zu viel auf sich nehmen musste. Lange hatte ich kein Vertrauen und selbst Therapeuten, die gut gewesen wären, waren für mich wie rote Flaggen. Heute habe ich einen Termin bei einer Therapeutin hier im Dorf. Angeregt etwas für mich zu tun, bin ich sehr durch die Beziehung zu meinem Ex-Freund. Ich dachte: "jetzt ist Schluß, M.....", jetzt holst du dir Hilfe für dich.
    Es ist schön, dies hier alles schreiben zu dürfen....

    Liebe Morgenrot, lieber Equinoxe,

    vielen Dank für Eure hilfreichen Antworten. Das gibt jetzt erst mal "was zum Denken und Nachspüren".
    Es ist jetzt 00:06h und ich bin müde. Dennoch spüre ich so eine Erleichterung, weil ich merke, welche falsche Richtung ich genommen habe, auch wenn eine andere, bessere für mich erst mal zwar machbar, aber dennoch noch etwas weiter weg ist, aber ich kann ihn schon sichten, den neuen Weg.
    Mehr bald........
    Gute Nacht.....

    Hallo Equinox,

    mit dem Schämen und der Abwehr wollte ich nur erklären, wie wir uns entzweien. Dass mir die Beziehung nicht gut tut, weiß ich ja, deswegen habe ich sie auch beendet.
    Du schreibst: "Für eine eigene Hilfe sollte man dann aber auch selbst stark genug sein.".

    Meinst du damit eigene Hilfe für ihn oder für mich? ich merke jetzt beim Lesen und beim Rückblick auf unsere Beziehung, wie wenig Hilfe ich tatsächlich geben konnte, weil ich zum 1. Mal merke, dass ich keine Hilfe wäre, so lange ich nicht meine eigenen Muster erkenne und meine eigenen Gefühle wieder entdecke. Mir fiel dazu ein, wie ich ihn manchmal beschämt habe, wenn ich ihm Dinge vorgehalten habe, die ich für verachtenswert hielt. Ich merke, dass ich ja auch voller Scham bin, weil ich ja auch in einer Alkoholikerfamilie groß geworden bin. Später dann zu Pflegeeltern weggegeben wurde. Da ist seit der Zeit so viel Minderwertigkeit in mir drin. Und dann begegne ich diesem Mann, in vielerlei Hinsicht so liebenswert und charmant und dann demontiere ich ihn wegen seiner "Schwächen". Im Grunde habe ich mich im Spiegel gesehen und habe meine Schwäche nicht wahr haben wollen.
    Ist das verständlich? ging es euch auch so? wie komme ich da raus?

    Hallo Martin,

    vielen Dank für deine klaren Worte. Das ist, was ich jetzt brauche, um Abstand und Klarheit zu gewinnen.
    Für mich etwas tun, fällt mir sehr schwer.
    Als wir noch zusammen waren, verbrachte ich Stunden im Internet auf der Suche danach, wie er tickt........
    Ich weiß überhaupt nicht mehr so richtig, wie es sich anfühlt, bei mir zu sein........
    Aber gut, erste Einsichten sind gut. Ich merke, wie ich im Sumpf der Co-abhängigkeit bin und will da raus.
    Eine Frage: sein Vater hat getrunken, war er dann als Kind auch co-abhängig und ist jetzt Alkoholiker? Andererseits tut er auch sehr viel für die Menschen, die er liebt, ist er abhängig und co-abhängig? oder ist das total egal? ich merke, ich verliere mich gerne in Grübeleien.........

    Lieben Gruß...

    Hallo Correns,

    vielen Dank für deine Antwort. Ich habe jetzt Antworten im Co-abhängigen Forum bekommen, das hat mir gut getan.

    Auch deine Anmerkungen finde ich sehr gut, sie regen mich zum Nachdenken an.
    Nein, meine Hilfe ist nicht willkommen und das muss ich akzeptieren lernen. Das ist ja genaus die Problematik, dieses mich "Aufdrängen".
    Wenn ich das so sehe, wie du das schreibst und mich dann in meinen Freund hineinversetze, könnte ich mir vorstellen, wie er sich vielleicht fühlt. Für mich fühlt sich das übergriffig an.
    Ich habe ganz bewusst hier auch bei "euch" geschieben, weil ich mir Anregungen erhoffte.

    Lieber Gruß...

    Vielen Dank für Eure Antworten. Die habe ich echt gebraucht, denn ich war dermaßen in der Spirale drin, er und was er ändern könnte, damit ich glücklich bin. Morgenrot, du hast geschrieben:

    Du kannst nicht helfen, wenn der andere kein Problem in seinem Alkoholkonsum sieht.

    Ja und genau das fällt mir so unsagbar schwer und deswegen bin ich hier bei euch gelandet, denn ich habe ja dieses Denken so in mir eingepflanzt. Es ist schon so automatisiert. Wie oft muß ich noch gegen die Mauer rennen?

    Nein, Martin, die Treffen tun mir nicht gut, ich falle ja wieder zurück, bin noch nicht so stark, wie ich gern wäre. Und ja, ich möchte lernen für mich etwas zu tun.

    Warum ich denke, dass es heute anders als Freundin wäre? im Grunde ist es ja das Gleiche, meiner Muster sind so eingefahren und seine auch.
    Wenn er seine Sichtweise ändern würde? wenn ich ehrlich bin, könnte ich das nicht annehmen, glaube ich.....das wäre zu viel des Guten....
    Hört sich vielleicht blöd an, aber vielleicht brauche ich diesen Mann in meinem Leben, um mich aufzuwerten. Und im Grunde entzweien wir uns immer mehr, denn wenn ich ihn darauf anspreche, wird er ja wahrscheinlich sich noch mehr schämen und noch mehr auf Abwehr gehen.
    Es wird für mich an der Zeit, mich mit meiner Vergangenheit auseinander zu setzen. Meine Mutter hat sich zu Tode getrunken. Ich habe viel verdrängt aus der Zeit, das Meiste eigentlich. Das ist jetzt 37 Jahre her, da war ich erst 12. Vielleicht kommen die "Suchtmänner" immer zu mir, weil ich mich partout nicht mit der Trauer um mein Leben befassen will. Etwas hält mit aller Macht an der trinkenden Mutter fest, etwas will nicht loslasen und etwas in mir hat genau so eine Todessehnsucht wie sie und etwas in mir will nicht das Leben leben, das Normale, die Realität, sondern will sich immer noch in die Quälerei stürzen. Ist dieser Teil loyal der Mutter gegenüber? bestimmt.....was kann ich dafür tun, damit ich endlich loslassen kann?

    Hallo liebe Mitglieder,

    bin ziemlich neu hier. Habe mich auch schon bei den Erwachsenen Kindern vorgestellt.
    Schrieb das Gleiche auch als Co-abhängige in dem Bereich. Mich interessiert Eure Meinung als Betroffene.


    Vor einigen Wochen habe ich mich von meinem lieben, doch uneinsichtigen Freund getrennt. Wir waren ein halbes Jahr zusammen und er sah seine Trinkerei nicht ein. Ich kam mir immer fremder neben ihm vor. Selbst im Urlaub hatte ich das Gefühl, er ist meilenweit entfernt.
    Ich fing leider auch schon an zu trinken, obwohl ich zu Hause sehr selten trinke. Auch aus dem Grund habe ich für mich die Notbremse ziehen müssen.Leider auf der einen Seite, denn er hat super schöne Eigenschaften, aber nun ja, auf Dauer wären wir wahrscheinlich noch mehr in den Sog hineingeraten und ich hatte einfach nicht die Kraft dazu nach mehreren Partnerschaften mit Männern mit Suchtstruktur.

    Trotzdem möchte ich ihm irgendwie "helfen". Wir treffen uns ja jetzt als Freunde. Wir haben während unserer gemeinsamen Zeit nicht ständig über den Alk gesprochen. Ich habe mehr über die Nähe, die mir fehlt und die Unverbindlichkeit und sein Schweigen gesprochen. Daher denke ich, ist Alkohol noch nicht das Reizthema bei ihm.
    Wie kan ich im Gespräch das Thema auf seine Sucht lenken. Natürlich ist mir klar, dass ich nichts bewirken kann, was er selber nicht will.

    Oder soll ich jeden Versuch unterlassen? weil es eh nichts bringt? mich würden eure Erfahrungen interessieren...

    Lieber Gruß....

    Hallo liebe Mitglieder,

    bin ziemlich neu hier. Habe mich auch schon bei den Erwachsenen Kindern vorgestellt.
    Heute schreibe ich als Co-abhängige hier in diesem Bereich.


    Vor einigen Wochen habe ich mich von meinem lieben, doch uneinsichtigen Freund getrennt. Wir waren ein halbes Jahr zusammen und er sah seine Trinkerei nicht ein. Ich kam mir immer fremder neben ihm vor. Selbst im Urlaub hatte ich das Gefühl, er ist meilenweit entfernt.
    Ich fing leider auch schon an zu trinken, obwohl ich zu Hause sehr selten trinke. Auch aus dem Grund habe ich für mich die Notbremse ziehen müssen.Leider auf der einen Seite, denn er hat super schöne Eigenschaften, aber nun ja, auf Dauer wären wir wahrscheinlich noch mehr in den Sog hineingeraten und ich hatte einfach nicht die Kraft dazu nach mehreren Partnerschaften mit Männern mit Suchtstruktur.

    Trotzdem möchte ich ihm irgendwie "helfen". Wir treffen uns ja jetzt als Freunde. Wir haben während unserer gemeinsamen Zeit nicht ständig über den Alk gesprochen. Ich habe mehr über die Nähe, die mir fehlt und die Unverbindlichkeit und sein Schweigen gesprochen. Daher denke ich, ist Alkohol noch nicht das Reizthema bei ihm.
    Wie kan ich im Gespräch das Thema auf seine Sucht lenken. Natürlich ist mir klar, dass ich nichts bewirken kann, was er selber nicht will.

    Oder soll ich jeden Versuch unterlassen? weil es eh nichts bringt? mich würden eure Erfahrungen interessieren...

    Lieber Gruß....

    Liebe Lillylolo,

    vielen Dank für deine Worte. Die waren sehr gut verständlich und haben mir sehr geholfen, mich zum Nachdenken angeregt.
    Und du hast Recht, ich beschäftige mich wirklich schon sehr lange mit der Thematik, mal mehr mal weniger intensiv. Zur Zeit, da wieder vieles hochkommt intensiver.
    Und ja, es stimmt auch, dass ich mit dem Gefühl hinterherhinke, sehr gut erkannt :!: .
    Ich war als Kind sehr gefühlvoll und als meine Mutter starb, brach für mich die Welt zusammen. Ich weiß auch nicht, ob ich mir Schuld gegeben habe. Es ist ja leider vieles verschüttet. Ich weiß aber, dass ich nach 2 Jahren weinen irgendwann keine Tränen mehr hatte. Dann kam wieder mit 18 eine Zeit, in der ich mich verliebt habe. Es war eine on-off Beziehung. In den Zeiten in denen wir getrennt waren, habe ich wieder so wie damals gelitten und es kam die Verlassenheitsangst wieder hoch. Mensch, zum ersten Mal verstehe ich die Zusammenhänge :) .
    Tja und irgendwann wurde ich dann bitter und weinte nicht mehr, sondern war eher wütend bzw.weinte schon, doch eher verhalten. Es war halt immer so schlimm, wenn die Trigger hochkamen, dass es mich zu sehr mitgenommen hat.
    So fing ich mit Mitte 30 an, Bücher zu lesen, hörte damit auf und vor einigen Jahren fing ich wieder an. Ich merke, dass ich so vieles weiß, aber tatsächlich mich mit dem Fachwissen irgendwie vollgestopft habe. So bin ich weg von meinen Gefühlen gekommen und heute merke ich aber: "so will ich nicht weiter machen". Eint gute Erkenntniss.

    Danke dir sehr für die Schilderung deiner Erfahrungen und deine mutmachenden Worte.

    Ich wünsche dir, dass du in der Therapie noch weiter kommst.....

    Lieber Gruß...

    Hallo,
    ich habe mich bei Euch angemeldet, weil ich wieder Mal an einem Tiefpunkt angelangt bin und mich frage, ob das je ein Ende haben wird.
    Ich bin 49 Jahre, Tochter einer Alkoholikerin. Ich haben erst vor kurzem eine Beziehung zu einem Alkoholiker? beendet. Er trank immer, wenn wir uns sahen, wenn auch kontrolliert. Er geht arbeiten und macht viel für andere. Manchmal dachte ich schon, vielleicht ist er ja gar nicht gefährdet. Und doch habe ich nicht einen einzigen Tag erlebt, an dem er nichts getrunken hätte.
    Aber ich weiche ab..........typisch, ist ja auch so viel leichter bei dem anderen zu verweilen.
    Seit ich nun wieder "frei" bin, kommt auch meine ganze "Sch....." wieder hoch.
    Vieles von dem, was ich hier lese, trifft auch auf mich zu. Unruhe, nicht Wissen was ich will, schlechte Abgrenzung, zu viel tun um dann irgendwann ins Gegenteil zu wechseln, also nichts mehr tun (für andere und auch nicht mehr für mich). Abspaltung von Gefühlen, Grübeln bis einem der Schädel brummt.....u.s.w....
    Momentan bin ich einfach nur negativ und sehe die Welt in schwarzen Farben. Hinzu kommt, dass ich seit Jahren sehr viel Probleme mit dem Arbeitsleben habe, immer wieder Mal Jobs habe, aber nicht für lange. Zwei Jahre, dann wieder ein halbes Jahr oder auch nur ein paar Monate. Der Kreislauf fing mit dem Tod meines Vaters an 2007. Da hatte ich einen Burnout, da ich 23 Jahre Vollzeit fleißig gearbeitet habe. Da ich aber nicht gerne Hilfe annehme, habe ich mir auch keine Hilfe gesucht, sondern meinen guten Posten gekündigt und mich aus eigenen Ersparnissen finanziert. Später kam dann ALG hinzu.
    Also seit 2007 bewege ich mich immer wieder am Rande des Existenzminimums.
    Da ich in der Zeit auch immer wieder Beziehungen mit "Bedürftigen" einging, ging viel von meiner Energie in diese Menschen hinein.
    Viele Jahre kämpfte ich mit einem Mann im Kampf gegen seine Ex-Frau um seine kleine Tochter. Surfte stundenlang im Internet nach PAS (Parental Allienation Syndrom). Dann lernte ich einen Langzeitarbeitlosen Mann kennen, der auch seine Kindheitserfahrungen nie aufgearbeitet hat.
    Und zum Schluß bin ich bei einem "Alkoholiker"gelandet.
    Da es mir jetzt sehr an den Kragen geht und ich wieder Mal gemerkt habe, dass ich die "Aufopfernde" bin und mein Leben vor die Hunde geht, habe ich mich in diesem Forum angemeldet.
    Nächste Woche habe ich auch einen 1. Termin bei einer Therapeutin.
    Ich möchte auch gerne in meine alte Heimatstadt, weil ich vieles aus meiner Kindheit nicht weiss, da meine Eltern sich früh haben scheiden lassen und meine Mutter gestorben ist, als ich 12 Jahre alt war.
    Ich habe eine Kindheitsamnesie und frage mich, ob mein Helfersyndrom nachlassen würde, wenn ich endlich an die Erinnerungen der Kindheit kommen würde. Vielleicht auch eine berechtigte Wut meiner Mutter gegenüber spüren würde, denn durch ihren Alkoholkonsum habe ich unendlich gelitten (Einzelheiten möchte ich jetzt nicht wiedergeben). Nur so viel, durch die Bekanntschaften meiner Mutter bin ich auch massiv geschädigt worden und mein Bruder sowieso.

    Meine Fragen an Euch:
    -hat Jemand so etwas ähnliches erlebt und wie ist er aus dem Kreislauf rausgekommen?
    -Helfen Langzeittherapien oder sollte man lieber die Kiste nicht aufmachen?
    -Hilft Vergebung oder ist das nur eine billige Ausrede, um selber die Täter zu schonen und sich mit den Schmerzen nicht noch einmal auseinander setzen zu müssen?
    -oder hilft, die Wut auf die Bezugspersonen (in meinem Fall Mutter) richtig rauszulassen, ohne schlechtes Gewissen. Aber was ist, wenn man aus der Wut nicht mehr rausfindet?
    -Zieht man, wenn man mehr zu sich kommt, auch gesündere Menschen an?

    Ich habe auch schon eine Verhaltenstherapie von 25 Stunden gemacht und eine Rehe in einer Klinik, Abteilung Trauma. Dann mehrere kleinere, selbstfinanzierte Therapien. Ich bin aber in der Kürze nie an mein Trauma gekommen. Vielleicht war das von meiner Seele auch so gewollt? nur auf der einen Seite schütze ich mich und auf der anderen Seite werden meine Ängste ja auch nicht weniger und die Leere fülle ich dann mit Co-Abhängigkeit.

    Mittlerweile denke ich nämlich, dass es für mich eh keine Liebe geben wird, auch keinen passenden Job (weil ich immer wieder Angste habe und bei jeder Kleinigkeit auch Schuldgefühle und Minderwertigkeitsgefühle), immer nur Menschen, die mir meine Kindheit spiegeln und mich ausnutzen oder die ich ausnutze (indem ich sie als seelische Mülleimer benutze).
    Manchmal denke ich auch, dass mir vielleicht die Opfermentalität gefällt und dann aber widerum denke ich, Nein, ich versuche doch so viel. Vielleicht ist meine Kindheit aber auch so schrecklich, dass ich halt die A-Karte habe und dies endlich akzeptieren muss, halt irgend einen Job nehme, der nicht meinen Qualifikationen entspricht, hauptsache keinen großen Stress und keine Beziehung mehr, weil ein gesunder Mann mich nicht aushält und mit den "Kranken" es ja auch nur begrenzt funktioniert.

    Also Sackgassen, wohin ich schaue.....

    Das ist jetzt sehr lang geworden, doch ich kann mich schlecht rantasten, ist vielleicht auch so etwas.............ganz oder gar nicht.......schwarz oder weiß...........

    Für jeden Hinweis bin ich dankbar.

    Lieber Gruß und ich hoffe, ich habe euch nicht erschlagen mit meiner Geschichte :)