Beiträge von luzider Träumer

    Hallo Wolfgang,

    Zitat von wolfgang45

    ...übrigens,

    wie geht das mit dem zitieren, dass die Zitate mit deren Autor so schön im weissen Kästchen erscheinen? Kriegs einfach nicht hin! Habe keine Forenerfahrung. :oops:

    schau mal nach rechts oben. Da ist so ein kleiner Button auf dem Zitat steht.
    Wenn du da rauf clickst, kannst du das, wass Du zitieren möchtest zwischen den [qoutes] stehen lassen. Den rest löschst Du einfach. Wenn Du vorher auf Vorschau clickst, kannst Du sehen, ob alles geklappt hat. (Hoffe das war verständlich geschrieben)

    Zum Thema Werkstatt. Wie Du ja gut erkannt hast, hat es so wie Du es vorher gemacht hast nicht geklappt mit dem trocken bleiben. Nun wirst Du wohl die Konsequenzen ziehen müssen. Ich würde die Werkstatt an deiner Stelle zu einer komplett alkoholfreien Zone machen. Wenn die Leute sich dann nicht mehr bei Dir aufhalten möchten, dann weisst Du ja, warum sie wirklich zu Dir in die werkstatt kommen.

    Beste Grüße

    Hallo Max,

    du hast dich zeitlich gesehen kurz vor mir dazu entschlossen hier zu schreiben und uns deine Gedanken mitzuteilen. Auch sind wir etwa im selben Alter. Ich erkennne in deinen Aussagen und in deinem Verhalten viele Parallelen zu meinem Prozess. Wie Du evtl. gelesen hast, setzte ich mich vor kurzem den "sozialen Verpflichtungen" aus und begab mich inmitten biertrinkender Gesellschaft. Mir tat das gar nicht gut und ich möchte das auch nicht mehr haben.
    Wenn ich mir nun vorstelle, jeden Tag aufs neue damit konfrontiert zu werden, wie ich anderen Menschen beim trinken zu gucken müsste, werde ich ganz unglücklich. Denn das löste es bei mir aus.
    Vielleicht hörst Du mal genauer in Dich hinein und versuchst zu fühlen, was das in Dir auslöst.

    Jedenfalls würde ich Dir raten, dass Du aus deinem Elternhaus schnellstmöglich raus kommst und Dich nicht mehr regelmäßig mit trinkenden Leuten triffst. Du schreibst, dass Du deine Zeit nun anders verplemperst. Das kenne ich auch, mir hilft dann meisst nur ein Ar***tritt von außen. Hier im Forum bekommt man diesen (zumindest verbal/geschrieben) ja ab und zu. Nach kurzer Trotzphase :oops: , sollte man ihn dann auch umsetzen, wenn man nicht auf der Stelle stehen bleiben möchte.

    Alles Gute und viel Kraft und Mut für bevorstehende Veränderungen wünsche ich Dir!

    Hallo zusammen,

    das Wochenende in der Heimat mit den damit Verbundenen "Sozialen Verpflichtungen", habe ich nun hinter mich gebracht. Was soll ich sagen, es war in Sachen Risikominimierung ein komplettes Desaster!

    An drei aufeinanderfolgenden Tagen, saß ich zwischen trinkenden Menschen und hab mir eingebildet, dass mir das alles nix ausmacht. Das wichtigste zuerst, ich bin trocken geblieben. Doch sowas möchte ich nie wieder erleben. Die ganze Zeit habe ich unterbewusst auf die trinkenden Menschen geachtet und mehr oder weniger mit gezählt, wieviel die Leute so trinken. Das tat nicht gut und war ganz bestimmt ziemlich gefährlich. Ich hatte zwar in keinem Moment die Absicht mir auch ein Bier aufmachen zu wollen, allerdings kann sich so etwas ja nach Aussagen einiger alter Hasen schnell wenden.

    Konsequenter Weise, bin ich nun aus dem Verein ausgetreten, dessen Veranstaltungen mich in Zukunft immer wieder in solche Situationen bringen würden. Weiterhin werde ich ab jetzt versuchen konsequent darauf zu achten, dass in meinem Umfeld nix getrunken wird. Auch wenn es mit der "Gefahr" einhergeht, dass ich bestimmte Menschen enttäuschen werde, wenn ich ihre (trinkende) Anwesenheit nicht mehr in meiner Nähe ertragen möchte.

    Hallo Wolfgang,

    ich bin zwar blutiger Anfänger in Sachen abstinentes Leben und gehe gerade meine ersten unbeholfenen Schritte in Richtung dauerhafte Trockenheit, doch trotzdem denke ich auch, dass Du einen guten drive hast und es packen wirst. Du scheinst mir sehr reflektiert mit deiner Krankheit umzugehen. Davon sollte ich mir ne Scheibe abschneiden. Auch wenn ich Dir im Moment keine kompetenten Tips geben kann, will ich nur sagen, dass Du nicht alleine bist.

    Alles Gute weiterhin auf dem Weg. :)

    Ich finde es auch interessant sich darüber mal auszutauschen.

    Am wichtigsten erscheint mir die Frage nach der Motivation. Warum kifft/säuft/kauft/spielt/... man in einem unverhältnismäßigem und ungesunden Maße?

    Wenn man solche Dinge selten (2-3 mal im Jahr) macht und dann im Anschluss auch keine weiteren Gedanken daran verschwendet, weil man Familie, Beruf, Hobbys oder sonstwelche Dinge tut, die einen ausfüllen und mit Sinn erfüllen, dann ist das unproblematischer Konsum.

    Das Problem bei uns ist nun leider aber, dass wir etwas tun (oder getan haben), um zu verdrängen oder zu vergessen. Um vor der Realität und Verantwortung weg zu laufen.

    Welche genauen psyschologischen Gründe das nun beim einzelnen hat, ist individuell und muss jeder für sich selbst herausfinden. Aber Fakt ist, sobald man, wie in den anderen Beiträgen bereits geschrieben, eine Droge mit der anderen ersetzt, hat man überhaupt nichts gewonnen und wird sich weiterhin mit seinen ungelösten Konflikten rumärgern müssen.

    Hallo AK,

    über deinen Beitrag in meinem Thread hatte ich mich gefreut. Nachdem ich mir jetzt nochmal deine Geschichte zu Gemüte geführt hatte, erkenne ich auch die ein oder andere Parallele.

    Diese Erfahrung im Traum wieder Alkohol zu trinken, hatte ich auch neulich. Kurz nach dem aufwachen, war ich richtig besorgt und dachte sch****, was ist passiert? Dann war ich ziemlich erleichtert, als ich realisiert hatte, dass es nur ein Traum war. Anscheinend befasst sich unser Unterbewusstsein auch mit dem Thema. :D

    Auch das mit den Stimmungsschwankungen und dem Hang zum Extremen beobachte ich oft bei mir.

    Ich finde es klasse, dass Du nun auch trocken bleiben möchtest und denke, Du bist auf einem guten Weg!

    Beste Grüße

    Hallo Wolfgang45,

    herzlich Willkommen hier im Forum!:)

    Wenn Du jetzt schon seit dem 28.2.16 trocken bist, dann müssten doch die schlimmsten körperlichen Entzugserscheinungen schon vorrüber sein oder? Bin da aber auch überhaupt kein Experte und empfehle Dir den Arzt aufzusuchen, um Dich mal durchchecken zu lassen.

    Wie fühlst Du dich denn körperlich?

    Seelisch wird es jetzt bestimmt erstmal etwas ungemütlich. Die meisten hier berichten von Stimmungstiefs, die immer mal wieder aufkommen. Bei mir ist es oft eine Art grundlose Traurigkeit.

    Beste Grüße und alles Gute!

    Hallo Alkoholkrank,

    danke für deinen Beitrag. Ich mag es, wie Du schreibst! "Hinrichtungslevel", da musste ich richtig schmunzeln (obwohl es bitterer Ernst ist).

    Ich bin ehrlich gesagt auch etwas erstaunt über diese "frühe" Einsicht. Ich vermute, dass ich die jetzt habe, da meine Mom und mein Stiefvater beide mit Mitte 50 schon gestorben sind. Beide waren Alkoholiker. Irgendwie hat mich das wach gerüttelt.

    Der Alkohol war halt schon seit 15 Jahren mein ständiger Begleiter. Habe auf Partys immer am längsten und am meisten getrunken. Mit Außnahme von einigen "Profis", die früher immer mit dabei waren und welche ich auch eher den Quartalstrinkern zuordnen würde. Das saufen wurde auf unseren "Partys" total (was im Nachhinein betrachtet sehr naiv war) glorifiziert und mit einer erstaunlichen Hingabe auch zelebriert. Je mehr man gesoffen hatte, desto höher war man im Ansehen der Gruppe.

    Dazu halt immer dieses alleine saufen. Hab das Bier einfach ständig in mich rein geschüttet. Naja, es war aber auch irgendwie normal. Ein Großteil meines familiären Umfeldes und meines damaligen Bekanntenkreises sind Alkis. Hart aber wahr.

    Beste Grüße (ich komm Dich mal in deinem Thread besuchen :) )

    Puh, ich habe in den letzten Tagen soo viel nachgedacht und kann es nun sagen: Ich bin Alkoholiker! Allerdings trocken :D zwar noch nicht lange, aber trocken.

    Um den Titel des Thread auch in die Tat umzusetzen, habe ich mich für den erweiterten Forenzugang entschieden. Es gibt so viele Baustellen, die ich gerne intensiver und in einem geschützten Rahmen angehen möchte. Daher werde ich hier jetzt wohl weniger aktiv sein.

    Vielen Dank für Euren input bisher! Ich fühle mich wirklich wohl hier.

    Hallo Taschi,

    herzlich Willkomen! Ich bin auch neu im Forum. Fühle mich aber schon richtig wohl hier. Es ist schön sich austauschen zu können.

    Bin auch auch mit 18 von zu Hause ausgezogen, war ne ziemlich chaotische Zeit. Geprägt durch gegenseitige Vorwürfe und Unverständnis.
    Du bist auf jeden Fall nicht alleine hier! :)


    Die Dinge sind manchmal schwer zu begreifen
    jede Einsicht braucht ihre Zeit zum reifen
    Am Ende der Nacht steht eine neue Erkenntnis
    ein kleines Zugeständnis über ein großes Missverständis

    Den Freund als Unglücksbringer zu entlarven
    ist nicht so einfach in Anbetracht seiner Taten
    Er gab mir Mut und Trost in schweren Zeiten
    das er das tat um mich heimlich zu betrügen ist schwer zu greifen

    Das Glück das er versprach fängt an zu bröckeln
    was bleibt ist die Suppe auszulöffeln
    Er redete auf mich ein mit goldener Zunge
    ich glaubte ihm alles wie ein kleiner Junge

    Jetzt ist es an der Zeit die eigenen Augen zu benutzen
    keine trübe Sicht soll mein Sichtfeld mehr verschmutzen
    Es ist zwar neu und fremd was vor mir liegt
    doch diesmal bin ich es selbst der das Leben sieht

    Hallo Karsten,

    vorneweg möchte ich auch Dir danken, dass Du deine Erfahrungen mit mir teilst und ehrliche wenn auch direkte Worte an mich richtest! Ich habe das wohl etwas in den falschen Hals bekommen.

    Jetzt wo Du es sagst, kann ich mir vorstellen, dass es bestimmt ermüdend ist, immer und immer wieder die selben guten Vorsätze der ersten posts zu lesen, um dann ein halbes Jahr später nichts mehr von dem oder derjenigen zu hören. Immer und immer wieder zu sehen, welche Fehler gemacht werden und welche Risiken eingegangen werden.

    Du hast die Erfahrung und weißt wovon Du schreibst. Ich werde das in Zukunft berücksichtigen.

    Hallo Thalia, Atze und alle anderen,

    ich wünsche euch einen schönen guten katerfreien Samstag Morgen!


    Zitat von Karsten

    Hallo Träumer,


    Ich lese bei dir leider sehr viel wo ich der Meinung bin, so wird es eh nie was werden.

    Gruß
    Karsten

    Ich bin ein sensibler Mensch, aus diesem Beitrag lese ich raus: Lass es doch gleich mit dem trockenen Leben! Du wirst es eh nicht schaffen.


    Ich bin froh, dass es aber auch anders geht. Danke Thalia, dass du versuchst auf emphatische Weise mit mir zu kommunizieren. Ich möchte auf jeden Fall trocken bleiben, bin jedoch, wie Du geschrieben hast noch nicht ganz durch mit meiner persönlichen Kapitulation.

    In klaren Momenten, sehe ich auch kurz, dass ich Alkoholiker bin. Allerdings hat sich mein Lebenskonzept und meine Persönlichkeit auf dieses Anti-Alles-Konzept meiner Jugend aufgebaut. Schon ab meiner Jugend war ich der Meinung die Welt ist schlecht, deshalb konsumiere ich Drogen, besprühe Wände und lebe ein alternatives Leben. So eine Einstellung baut man sich halt auf, wenn die Umstände gelinde gesagt nicht gerade behütet sind.

    Das ist jetzt auch schon ein Teil meiner Bewältigungsarbeit. Die Gründe von Sucht, liegen i.d.R. in der frühen Kindheit bzw. den ersten Jahren des Lebens. Wenn in dieser Zeit die Eltern labil sind und dem Kind nicht die entsprechende Sicherheit bieten können, dann ist das ja schon mal ne "gute" Grundlage um Tür und Tor für die verschiedensten Süchte und Persönlichkeitsstörungen zu öffnen. Aber das werden die meisten, die sich mit dem Thema befasst haben, ja schon mal gehört haben.
    Jedenfalls ist das ein Prozess, ich mach das alles alleine, war schon immer autonom und hatte Aufgrund von Beziehungsangst wenige bis kaum feste Bindungen. Ich merk schon, dass ich noch viele Baustellen habe, die ich nun im trockenen Zustand nach und nach bearbeiten kann.

    PS: zum Thema luzides Träumen habe ich noch keine persönlichen Erfahrungen machen dürfen. Vor ein paar Jahren habe ich mal den Film "Waking Life" gesehen. Der Film hat mich richtig beeindruckt. Da geht es genau um dieses Thema. Kann ich nur empfehlen.

    Zitat von Karsten

    lade doch alle mal zu einer alkoholfreien Runde ein.
    Da wirst du dann auch sehr schnell merken, wer deinetwegen mit dir zusammen sein will.
    Bei richtigen Freunden ( das ist dir scheinbar wichtig bei den Langzeitbekannten ) wird keiner etwas dagegen haben, alkoholfreie Getränke zu trinken.

    Oft weiß man es gar nicht, was einen an einer richtigen Freundschaft verbindet, wenn ständig nur der Alkohol im Vordergrund stand.

    Ist eine gute Idee. Ich werd das mal machen. Muss nur gucken wie ich das organisiere, denn ich wohne von diesem Freundeskreis 600km entfernt. Sind quasi die Bekannten/Freunde (wird sich zeigen) aus der alten Heimat. Wenn ich dann zu Besuch bin, war der Anlass bisher halt solche Veranstaltungen.

    Zitat

    Das ist doch schon mal ein Ansatz. Irgendwann wirst Du auch entscheiden müssen, ob und ggf. wen Du aus dieser Gruppe einweihst, sofern Du wirklich trocken bleiben willst und dir als scheinbarer "Amateurtrinker" nicht doch noch klammheimlich ein Hintertürchen offen hälst.

    Mir ist ja durchaus bewusst, dass ich mir da ein Hintertürchen offen halte. Ich weiß nur nicht, was ich dagegen unternehmen kann.

    Für mich ist das zu sehr schwarz weiß denken. Ein Teil der Leute kenne ich seit meinem 12. Lebensjahr, diese Leute ab jetzt von heute auf morgen zu ignorieren, weil sie Alkohol trinken und ich nicht mehr, finde ich absurd und übertrieben.

    Dazwischen sind natürlich auch Bekannte dabei, die kaum Bedeutung für mich haben, aber mit zwei drei Leuten teile ich mehr, als nur das gemeinsame trinken. Klar war es immer irgendwo auch ein Bestandteil, aber deshalb die ganze Person und die geteilten Erlebnisse (gemeinsame Schulzeit, Studium, ein Haufen von gemeinsamen Erfahrungen) einfach so über Bord zu werfen und damit auf die Freundschaft zu scheißen? Nein da mache ich nicht mit. Da wird sich mit Sicherheit ein Mittelweg finden lassen.

    Selbst wenn ich sagen würde, Jungs tut mir leid, ich komm nicht zum helfen, lass uns ein ander mal treffen, dann wär das OK. Bei diesem Treffen müsste dann auch nicht getrunken werden. Eigentlich ist das ne gute Idee. Morgen spreche ich das mal ab.

    Vielleicht habe ich mich auch nur missverständlich ausgedrückt und diese Menschen nur auf das trinken reduziert.

    Hallo Calida,

    hab heute das Buch "Alk" durch gelesen, das hat mir nen ganz guten Überblick verschafft. Nach Borowiaks Einordnung bin ich ein Amateur-Trinker. :D Auch dies gab meinem Suchtgedächtnis wieder die trügerische Sicherheit, dass es ja alles nicht sooo schlimm ist. Allerdings muss man kein Prophet sein, um zu erkennen, dass ich so auf jeden Fall in einem gewissen Zeitraum (5-15 Jahre) zum Profitrinker aufsteigen würde.

    Sorry, dass ich mich hier wiederhole, aber ich möchte mir verinnerlichen, dass ich ein handfestes Problem bekommen werde, wenn ich jetzt nicht aufhöre mit dem trinken. Ich muss mir da nur meinen Vater ansehen, der hat es geschaft in die Profiliga aufzusteigen. Neulich sagte ich zu ihm, wenn du mein Vorgesetzter wärst, würde ich umgehend kündigen. Cholerisch und launenhaft ohne Ende. Nachmittags nach den ersten zwei Bieren ist er dann wieder erträglich. Aber egal, es geht ja hier nicht um meinen Dad.

    Es wird aber schon besser. Langsam kann ich mich mit dem Gedanken anfreunden NIE WIEDER Alkohol zu trinken. Naja sagen wir es kommt und geht in Wellenform. Heute zum Beispiel war es wieder kurz da. Die Sonne schien, es war Freitag Nachmittag, boah jetzt ein paar Biere holen und alles ist gut. Richtiges Craving ist das nicht, aber schon ein man hab ich da jetzt Bock drauf. Aber das wird ja nachlassen mit der Zeit.

    Nächste Woche kommt die erste Bewährungsprobe. Ich werde zu einer Veranstaltung gehen, bei der ich eine gewisse soziale Verpflichtung habe. Wir veranstalten ein Sportturnier, bei dem ich als Mitveranstalter quasi gezwungen bin zu helfen. Normalerweise wird dann dort schon ab 12uhr Mittags mit dem Bier trinken begonnen. Nach dem Turnier folgt dann die traditionelle Druckbetankung. Ich werde mich nach dem Abbauen schnellstmöglich verabschieden. Bin mal auf die Reaktionen meiner ehemaligen Saufkumpanen gespannt. Ich rechne tatsächlich mit Bagatellisierungen, dummen Witzen und Unverständnis. Dementsprechend, werde ich dann auch aussortieren, zu wem ich in Zukunft wohl eher wenig Kontakt pflegen werde.

    Ich klammer mich tatsächlich noch an meinem alten Leben und den Gewohnheiten fest. Immer wieder erwische ich mich dabei, wie ich mir einreden möchte, dass die Sache mit dem Alkoholismus doch gar nicht so schlimm bei mir sei. Mit der Begründung noch nicht ganz unten angekommen zu sein.

    Allerdings ist dieser Gedanke fatal, denn mit dieser Einstellung werde ich früher oder später wieder trinken. Man das ist wirklich schwieriger als erwartet. Im Grunde bin ich immer noch im Prozess mir einzugestehen das ich wirklich Alkoholiker bin. Egal in welchem Stadium, wenn ich nicht aufhöre, wird meine Gesundheit leiden.

    Ich gebe mir aber noch Zeit und versuche das langsam sacken zu lassen. Der Aha Moment oder das Klick wird sicherlich noch kommen.
    Es gibt so viel zu lesen hier im Forum. Das Buch "Alk" ist heute angekommen. Die Hälfte davon hab ich auch direkt schon verschlungen. Wirklich sehr witzig geschrieben. :D

    Ich bleib auf jeden Fall am Ball und werde versuchen mich Schritt für Schritt von den alten Gewohnheiten zu verabschieden. Dazu gehört dann wohl auch am Wochenende nicht in eine Bar zu gehen oder Partys generell zu meiden.

    Danke für eure Hinweise und Gedanken. Gute Nacht!

    Hallo Slowly,

    mir gefällt dein Name! :) Auch wenn dein Beitrag nun schon etwas älter ist, möchte ich darauf antworten. Evtl. stolperst Du ja doch noch mal drüber.

    Genauso wie Du hatte ich bisher wenig Kontakt mit der Kirche oder anderen Glaubensrichtungen. Die einzigen spirituellen Erlebnisse efuhr ich durch die Einnahme von bewusstseinserweiternden Substanzen wie Magic Mushrooms oder LSD. Da wurde mir klar, dass es neben der für uns im Normalzustand bestehenden bzw. wahrgenommenen, noch andere Welten gibt. Damals war ich fürchterlich neugierig und auf einer Art Sinnsuche, welche im Grunde bis heute anhält.

    Kurz bevor ich mich entschieden hatte nie wieder zu trinken, besuchte ich eine ortsansässige Meditationsgruppe. Ich gehe nun relativ regelmäßig dort hin und meditiere mit den anderen. Der Buddhismus ist undogmatisch und meiner Meinung nach ziemlich lebensbejahend.

    Mein momentaner Beweggrund ist eine neue Sicherheit zu finden, eine Konstante, die mir Gleichmut und Gelassenheit spendet. Denn genau das brauche ich jetzt, um mit dieser neuen Leere klar zu kommen, die sich durch das Fehlen vom Alkohol aufgetan hat. Laut den Lehren des Buddhismus, haben wir im Prinzip alles was wir brauchen um ein glückliches Leben zu führen schon in uns. Wir müssen es nur freibuddeln.

    Wie Du schon meintest, ist es nicht Sinn und Zweck der Sache, dass man sich aus der Realität abkapselt und daraus flieht. Es geht eher darum sich vom Leiden zu befreien, um anderen zu helfen.

    Das göttliche zu suchen, ob nun in einem selbst, Religionen oder Sekten, ist so glaube ich eine menschliche Eigenschaft. Ich denke die meisten von uns können sich nicht vorstellen, was vor dem Urknall war oder was hinter dem Universum ist. Ob das alles geschaffen wurde oder einfach nur reiner Zufall. Mit dieser Unwissenheit geht jeder auf verschiedene Weise um. Auf jeden Fall ein spannendes Thema.