Hallo Martina,
Von mir heute auch ein willkommen hier im Forum. Ich lese dich schon eine Weile mit und finde deine Auseinandersetzung mit unserer Krankheit gut.
Vor allem, dass du viele Fragen stellst. Du bekommst viele Antworten, hast hier im offenen Bereich viel Begleitung. Deshalb habe ich bis jetzt auch nicht in deinem Faden geschrieben.
Mich treibt es aber heute um, dir meinen Eindruck, den ich von dir habe, zu schreiben. Du kommst mir getrieben vor. Gehetzt. Überall mittendrin und doch nicht dabei. Einiges was du schreibst, verstehe ich nicht. Als wenn ein paar Worte, Sätze fehlen. Kann aber auch an mir liegen
Hast du Ruheinseln, auf denen du Luft holen kannst? Zeit nur für dich?
Momente, in denen du entspannst? Ich frage dich deshalb, weil ich es von mir kenne, dieses Duracllhäschen in mir. Und heute weiß, dass es Teil meines Problems ist. Und heute lernen muss, ruhiger zu sein, achtsamer. Sonst wird es bei mir nichts mit der Trockenheit.
Vielleicht hast du aber hier im offenen Bereich schon die Schere im Kopf, weil es hier eben nicht so offen und detailliert zu gehen sollte.
Gerade weil du so aktiv bist, dich so intensiv auseinandergesetzt, wäre die Villa ein guter Platz für dich.
Ich bin gleich zum Anfang auch im geschlossenen Bereich gestartet. Und habe es bis heute nicht bereut. Fühle mich da wohl, habe mein Zimmerchen und ab und zu kommt jemand zu plaudern vorbei. Oder ich lese in den TBs der anderen. Das ist noch informativer als hier. (Fällt das unter Werbung
)
Aber da ich weiß, dass mir der offene Bereich zum Anfang sehr geholfen hat, bin ich auch regelmäßig hier und lese und berichte weiter wie es mit mir weiter geht.
Zu einer deiner letzten Fragen: mein erster Restaurantbesuch endete mit einem Rückfall. Ich habe ein alkoholfreies Bier getrunken. In einem Lokal, wo ich vorher noch nie war. Mit der Erfahrung von heute würde ich in der ersten Zeit Restaurants meiden.
Meine Geburtstagsfeier, also ein Feiertag, habe ich in größerer Runde gefeiert. Es gab Alkohol, in Maßen, mich hat es nicht gestört. Aber mein Rückfall lag gerade wenige Tage zurück, ich war ganz achtsam mit mir. Beim kleinsten Anflug von Gefahr, hätte ich meine eigene Veranstaltung verlassen.
Heute würde ich das nicht wieder machen. Aus Erfahrung.
Die kommenden Feiertage werden alkohlfrei sein. Meine Familie weiß ja Bescheid. und Sylvester bleib ich auch in meinem alkoholfreiem Zuhause.
Sollte sich Besuch noch ankündigen, darf er gerne kommen, ohne Alkohol. Ansonsten bin ich weg. Meine Mutter freut sich bestimmt, wenn ich ein paar Stunden mit ihr verbringe.
Bei mir hat es 6 Monate und zwei Rückfälle gedauert, dass ich für mich annehmen konnte, dass ICH dem Alkohol aus dem Weg gehen muss. Sonst wird das nichts mit der Trockenheit. Das ist mir verstandesmäßig schon länger klar. Jetzt ist es auch gefühlt angekommen. Nicht Theorie, sonder Praxis.
Weiterhin guten Austausch hier und Kraft für deinen Weg.
lalu