Beiträge von lalu14

    Hallo Martina,

    Von mir heute auch ein willkommen hier im Forum. Ich lese dich schon eine Weile mit und finde deine Auseinandersetzung mit unserer Krankheit gut.
    Vor allem, dass du viele Fragen stellst. Du bekommst viele Antworten, hast hier im offenen Bereich viel Begleitung. Deshalb habe ich bis jetzt auch nicht in deinem Faden geschrieben.
    Mich treibt es aber heute um, dir meinen Eindruck, den ich von dir habe, zu schreiben. Du kommst mir getrieben vor. Gehetzt. Überall mittendrin und doch nicht dabei. Einiges was du schreibst, verstehe ich nicht. Als wenn ein paar Worte, Sätze fehlen. Kann aber auch an mir liegen :oops:
    Hast du Ruheinseln, auf denen du Luft holen kannst? Zeit nur für dich?
    Momente, in denen du entspannst? Ich frage dich deshalb, weil ich es von mir kenne, dieses Duracllhäschen in mir. Und heute weiß, dass es Teil meines Problems ist. Und heute lernen muss, ruhiger zu sein, achtsamer. Sonst wird es bei mir nichts mit der Trockenheit.
    Vielleicht hast du aber hier im offenen Bereich schon die Schere im Kopf, weil es hier eben nicht so offen und detailliert zu gehen sollte.
    Gerade weil du so aktiv bist, dich so intensiv auseinandergesetzt, wäre die Villa ein guter Platz für dich.
    Ich bin gleich zum Anfang auch im geschlossenen Bereich gestartet. Und habe es bis heute nicht bereut. Fühle mich da wohl, habe mein Zimmerchen und ab und zu kommt jemand zu plaudern vorbei. Oder ich lese in den TBs der anderen. Das ist noch informativer als hier. (Fällt das unter Werbung :roll: )

    Aber da ich weiß, dass mir der offene Bereich zum Anfang sehr geholfen hat, bin ich auch regelmäßig hier und lese und berichte weiter wie es mit mir weiter geht.

    Zu einer deiner letzten Fragen: mein erster Restaurantbesuch endete mit einem Rückfall. Ich habe ein alkoholfreies Bier getrunken. In einem Lokal, wo ich vorher noch nie war. Mit der Erfahrung von heute würde ich in der ersten Zeit Restaurants meiden.
    Meine Geburtstagsfeier, also ein Feiertag, habe ich in größerer Runde gefeiert. Es gab Alkohol, in Maßen, mich hat es nicht gestört. Aber mein Rückfall lag gerade wenige Tage zurück, ich war ganz achtsam mit mir. Beim kleinsten Anflug von Gefahr, hätte ich meine eigene Veranstaltung verlassen.
    Heute würde ich das nicht wieder machen. Aus Erfahrung.
    Die kommenden Feiertage werden alkohlfrei sein. Meine Familie weiß ja Bescheid. und Sylvester bleib ich auch in meinem alkoholfreiem Zuhause.
    Sollte sich Besuch noch ankündigen, darf er gerne kommen, ohne Alkohol. Ansonsten bin ich weg. Meine Mutter freut sich bestimmt, wenn ich ein paar Stunden mit ihr verbringe.

    Bei mir hat es 6 Monate und zwei Rückfälle gedauert, dass ich für mich annehmen konnte, dass ICH dem Alkohol aus dem Weg gehen muss. Sonst wird das nichts mit der Trockenheit. Das ist mir verstandesmäßig schon länger klar. Jetzt ist es auch gefühlt angekommen. Nicht Theorie, sonder Praxis.

    Weiterhin guten Austausch hier und Kraft für deinen Weg.

    lalu

    Danke Correns für deinen Besuch. Und ja! Ich bleibe dran.

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    Diese Woche ging es auf Arbeit hoch her. Es hat sich in den letzten Monaten vieles angestaut und einiges wurde hochgekocht. Jetzt ist wieder gut, es hat aber viel Kraft gekostet, alle wieder an einen Tisch zu bringen. Außerdem hatte ich einiges an Terminen abzuarbeiten. Es war alles anstrengend.
    Ganz bewusst habe ich dann in meiner Freizeit nur Dinge getan, auf die ich Lust hatte. SHG, Sport, basteln, im Forum lesen und schreiben.
    Heute dann ausschlafen und für das Wochenende eine unangenehme Aufgabe geplant. Putzen... Hm! Jetzt aber schon erledigt und so liegen noch einige Stunden vor mir, in denen ich tun und lassen kann, was ich will.
    Und ich werde es langsam angehen. Denn das denke ich, war/ist eins meiner Probleme. Immer ganz schnell ganz viel schaffen. Und dann Belohnung?

    Ich muss noch über viel nachdenken. Über die Abläufe und Mechanismen.
    Und doch noch einmal für mich reflektieren, wann und in welchen Situationen ich Alkohol getrunken habe und welche Funktion er für mich hatte.
    Nicht in der letzten Zeit. Da war ich schon krank und abhängig. Da hat die Sucht vieles bestimmt. Aber vorher muss es doch Gründe gegeben haben, warum ich glaubte, der Alkohol hilft bei irgendwas. Oder liege ich da falsch?
    Hilft mir der Blick in die Vergangenheit, mit den Problemen heute fertig zu werden?

    Jetzt gibt es gleich Kaffee und Kuchen, kleine Geburtstagsfeier mit der Verwandtschaft. Und heute Abend... lasse ich auf mich zukommen.
    Morgen dann ein kleines Sportevent, wenn es das Wetter zulässt.
    Und es ist ja schon dritter Advent, na dann ran an die Plätzchen und den Lebkuchen :wink:

    lalu

    Mir hat in diesem Forum jemand mal geschrieben, das ich dem Alkohol nicht mit offenen Armen entgegen gehen soll. Genau so sehe ich das heute.
    Ich kann dem Alkohol im öffentlichen Raum nicht entfliehen. Aber da wo ich die Möglichkeit habe, einen ganz großen Bogen um ihn zu machen, da tue ich es heute. Alkoholfreie Zone zu Hause. Keine Veranstaltungen, wo Alkohol getrunken wird. Auch wenn es nur das eine Bier, nur das eine Glas Sekt in meinem Beisein sein könnte. Ich halte mich nach wenigen Monaten für zu instabil. Mein Rückfall vor zwei Wochen hat mir deutlich gezeigt, dass ich noch gar nicht in der Lage bin, das Risiko abzuschätzen. Also kann es in den ersten Monaten und Jahren nur heißen: ganz weit weg von jedem Trigger!

    Wenn ich trocken werden will, muss ich etwas ändern. So wie früher geht es nicht. Das zeigt mir meine Erfahrung. Das das umsetzen nicht einfach ist, hat niemand gesagt. Jeder muss für sich entscheiden, was er tun möchte, um trocken zu werden. Auf den Rat der LZT zu hören halte ich für den Anfang für richtig. Erst mit der Zeit werden eigene Erfahrungen dazukommen und bei zunehmender Stabilität wird es möglich sein, gefährliche Situation besser zu meistern.

    Erklärungen zu finden, das ich diese oder jene Situation früher ja so und so gemeistert habe ist einfach. Heute bin ich Alkoholikerin. Heute habe ich eine tödliche Krankheit. Heute muss ich auf mich acht geben. Ich bin verantwortlich, niemand anderes. Also bleibe ich fern von allem, was meiner Krankheit nicht gut tut.

    Und nochmals. Es ist nicht einfach und ob es sich lohnt, kann ich für mich heute noch nicht sagen. Aber es gibt hier im Forum viele Menschen, die mir Mut machen. Das stimmt mich immer wieder optimistisch.

    Für heute freue ich mich auf einen alkoholfreien Tag. Ich werde einiges schaffen, wie üblich nicht alles, was ich mir vornehme. das ist überhaupt nicht schlimm. Denn den heutigen Abend erlebe ich nüchtern. Das tut jetzt schon gut. Für heute ist das gut.

    Und morgen ist ein neuer Tag.

    Mein erstes nüchternes Sylvester werde ich ganz sicher zu Hause verbringen. Auch wenn aktuell noch anderes geplant ist. Aber nach meinem Rückfall werde ich ganz besonders auf mich achtgeben und dem Alkohol ganz fernbleiben.
    Sollten Freunde auf die Idee kommen, bei mir feiern zu wollen, dann wird es nur ohne Alkohol stattfinden müssen. Oder ohne mich. Meine Mutter freut sich dann bestimmt, wenn ich viele Stunden mit ihr verbringen würde.

    Hallo und auch dir hier ein herzliches Willkommen.

    Ich bin das aktuelle Beispiele hier im Forum dafür, das es gerade der greifbare Alkohol im Haus war, der es mir leicht gemacht hat beim Suchtdruck auch zuschlagen zu können. Und ich war mir nach wenigen Monaten Abstinenz so sicher, das ich ja damit umgehen kann. Nix da! Die Krankheit schaltet jeden noch so guten Vorsatz in Sekundenbruchteilen aus. Und dann ist da der Alkohol egal ob Wein, Schnaps oder Sonstwas.

    Ich kann dir aus meiner ganz persönlichen Erfahrungen also sagen, dass ein Alkoholfreies Zuhause ein sicheres Zuhause ist. Ich jedenfalls sorge jetzt ganz konsequent dafür. Das bin ich mir wert.

    lalu

    Hallo und herzlich willkommen.

    Auch handhabe es auf Arbeit so, dass ich es nicht allen auf die Nase binde, dass ich Alkoholikerin bin. Meine Erfahrung in der Firma sind die, dass Leuten in der Vergangenheit gekündigt wurde, weil sie chronisch krank waren. Zweien eben auch wegen psychischen Erkrankungen. Die ehemaligen Kollegen haben sich versucht dagegen zu wehren. Gerichtlich usw. Das Ergebnis blieb das Gleiche. Ich arbeite in einer privaten Firma, Inhabergeführt, so genanntes Familienunternehmen. Selbst einen Betriebsrat toleriert der Chef nie und nimmer. Auch da gab es schon Kündigungen, weil versucht wurde einen Betriebsrat zu gründen. Das habe ich zwar alles nicht am eigenen Leib erfahren, aber ich weiß, was mir passieren würde, wenn ich so offen mit meiner Krankheit umgehen würde. Es ist eben keine große Firma mit Suchthelfern und allem drum herum.
    Ich arbeite gerne mit meinen jetzigen Kollegen zusammen, fühle mich im Team gut aufgehoben. Und es gibt drei Kollegen, denen ich Bescheid gesagt habe. Das war mir wichtig. Ich würde dort gerne weiterarbeiten und habe für mich entschieden, dass dies mein Weg ist.

    und doch sind die Grundbausteine ein gutes Fundament, trocken zu werden. Ich habe das wohl wichtigste außer Acht gelassen. Risikominimierung, kein Zugriff auf Alkohol im Haus. Und bin rückfällig geworden. Vertrauen in die Erfahrung der LZT ist also ein guter Anfang.

    Ich wünsche dir hier einen guten Austausch und viel Kraft auf deinem Weg.

    lalu

    Ich habe mich zwar jetzt nicht durch mein eigenes TB gelesen. Aber ich weiß noch sehr genau, wie euphorisch ich manchmal war, dass mir das Nichttrinken so scheinbar leicht viel. Wie locker ich manches genommen habe, wie sicher ich mich fühlte, dass ich so schnell keinen Rückfall bekomme. Ich zu den ganz wenigen gehören könnte, die vielleicht ohne Rückfall trocken werden und bleiben.

    Heute bin ich da ganz kleinlaut geworden. Heute weiß ich einfach, das Trockenarbeit ein tägliches Brot ist. Und ganz besonders in den ersten Jahren.
    Und ich weiß heute, dass ich noch mehr, noch anderes tun muss, um trocken zu werden. Das was ich bis heute getan habe, hat nicht gereicht. Die wichtigsten Sachen habe ich vergessen, ignoriert, zur Seite geschoben. Kein Alkohol im häuslichen Umfeld und Strategien für den Fall des großen Suchtdrucks.

    Es ist halt ein langer Weg

    Diese Woche ist gut verlaufen. Fast so wie von mir gewünscht.
    Ich bin wieder arbeiten und mir hat es sehr gut getan. Ich war ja viele Wochen zuhause und musste schauen, ob ich klar komme. Ja es passt.

    Mein kurzer, heftiger Rückfall hat mir gezeigt, wie labil ich auch nach sechs Monaten noch bin. Es gibt Situationen, die neu für mich sind, in denen ich in meiner Abstinenz noch nicht war. Gerade vor den guten Tagen hatte ich keine Bedenken, dass ich rückfällig werden könnte.

    Rückblickend betrachtet war es aber genau die Situation, die hochgefährlich ist. Tolle Zeit, viel geschafft und zum guten Gefühl noch einen guten Tropfen. Es hat sich angekündigt, dass der Rückfall kommt. Ich habe schon ein paar Tage vorher immer wieder an Alkohol gedacht, daran, dass ich mich belohne. Nur einmal. Und der Alkohol war griffbereit, dafür hatte ich gesorgt. Geplant.

    Was habe ich für mich gelernt? Alkohol darf absolut nicht griffbereit sein. In meinem häuslichen Umfeld habe ich die Mauern wieder ganz hoch gesetzt. Und ich muss reden, wenn ich merke, dass ich wieder in eine ähnliche Situation komme.

    Und ich werde mir weiter Gedanken machen müssen, wie wichtig mir meine Abstinenz auch in Zukunft ist. Ich bin Alkoholikerin. Ich werde nur wenn ich abstinent bleibe eine Chance haben, mein Leben so zu führen, wie ich es möchte. Und nicht ein Leben, dass von der Sucht getrieben wird.

    Es gibt noch vieles was ich tun muss, damit ich zufrieden trocken leben kann.
    Die Grundbausteine sind wichtig und richtig. Für mich der Weg, den ich gehe möchte.

    Das 2. Adventwochenende war sehr ruhig und ich habe bewusst nur Dinge getan, die ich machen wollte. Das tat der Seele gut.

    lalu

    Es ging mir dann wohl doch zu gut.
    Hatte einen Rückfall. Kurz, aber heftig.

    Heute ist alles wieder im Lot. Ich kläre für mich noch die Mechanismen
    diese Rückfalls. Mir ging es ja sehr gut und Druck hat ich überhaupt nicht.
    Belohnung? Da schaue ich noch sehr genau hin.

    Ich habe nochmals die Risikominimierung überdacht, etwas verändert.
    Ich bin zu leicht an den Alkohol herangekommen. Das habe ich geändert.

    Jetzt möchte ich eine Woche in Ruhe zu mir kommen und wieder arbeiten
    gehen. Ich bin optimistisch, dass die Struktur hilft.

    lalu

    Mein Hausarzt hat mich zum Glück noch weiter krankgeschrieben.
    So konnte ich in den letzten Tagen immer besser in einen aktiven Rhythmus
    finden. Bin unterwegs und erledige meine Termine. Gehe einkaufen und
    gebe zuviel Geld aus
    Und ich habe meinen Hobbyraum aufgeräumt und neu eingerichtet. Neben
    meine Lauferei will ich wieder mehr basteln. Ideen habe ohne Ende...

    Es zeigt sich irgendwie ganz deutlich, dass die Krise überwunden scheint.
    Ich darf jetzt nur nicht wieder zu euphorisch werden. Alltag soll wieder
    einkehren. Ich werde nächste Woche wieder arbeiten gehen, dann wird sich
    zeigen, ob meine kleinen Strukturveränderungen hilfreich sind. Bin da mal
    vorsichtig optimistisch.

    Allen einen tollen Tag
    lalu

    Weihnachtsmarkt war für mich in den letzten Jahren immer damit verbundenen, dass ich mir im Kreis von netten Leuten den Kopf mit Glühwein zugeschüttet habe. Mit Schuss, na klar.

    ich werde also in diesem Jahr nicht mit einem Kreis netter
    Leute auf den Weihnachtsmarkt gehen. Ich werde gar nicht gehen. Mich zieht nichts dahin, es wäre nur Rummel , kann ich super entspannt drauf verzichten.

    Ich hatte letztens kurz das Vergnügen an einem Rummel vorbeizulaufen. Die Glühweinwolke war sowas von eklig.... Da wusste ich, das ich das nicht brauchen werde. Gut so.

    Es geht langsam und in kleinen Schritten besser. In Richtung Normalität.
    Dem Tag Struktur zu geben hat sich als guter Vorschlag erwiesen.
    Es klappt nicht ganz so, wie ich es mir vornehme, aber schon sehr gut.

    Der Druck, trinken zu wollen oder müssen ist nur noch sehr gering.

    In meiner SHG und einem netten Gespräche mit einem Mitglied unserer SHG
    wurde mir auch nochmal klar gemacht, das mein Saufdruck auch Verlangen
    nach Zigaretten sein kann. Suchtzentrum, Belohnung usw. ist ja irgendwie
    ähnlich.
    Ich will jetzt nicht mehr soviel darüber nachdenken. Es gibt ja anderes, wichtiges
    über das ich nachdenken und planen möchte.
    Wann gehe ich wieder arbeiten? Noch fühle ich mich nicht stark genug.
    Aber mein Hausarzt will mich nicht länger krankschreiben.

    Gruß
    Lalu

    Hallo,

    danke für Eure Gedanken und Anregungen, die Ihr hier gelassen habt.

    Ich bin nun schon eine Weile zuhause und so langsam komme ich auch wieder an.
    In meinem Bett natürlich schnell, Garten nicht notwendig in dieser Jahreszeit.
    Sport war nie das Problem. Bewegung, laufen hilft am Besten.

    Ich hatte Zeit, mich mit mir und meiner momentanen Verfassung auseinander zu setzen.
    Und bin heute ein Stück weiter. Zum Glück.
    Der Druck zu trinken ist nach wie vor da, ich kann ein wenig besser damit umgehen.

    Ich möchte abstinent bleiben, dafür tue ich im Moment einiges, wenn auch sehr angestrengt.
    Wichtig scheint vor allem Struktur zu sein. Wenn ich nicht arbeiten gehe,
    dann fehlt diese. Ich habe jetzt begonnen für die nächste Zeit ohne Arbeit
    Struktur in meinen Alltag zu bringen. Ich hoffe dass es mir dann besser geht.

    Auch wenn ich wieder Arbeiten gehe, wird es eine neue Struktur geben.
    Ich denke da schon mal ein wenig weiter als nur bis morgen.

    Es geht mir besser, noch nicht gut.
    Hier im offenen Bereich möchte ich auch nicht zu sehr ins Detail gehen.
    Meine Auseinandersetzung mit der LZT werde ich im geschlossenen Bereich
    führen.

    LG lalu

    Nach ein paar Wochen Langzeittherapie musste ich für mich erkennen,
    das dies nicht die Form der Therapie ist, die mir helfen kann.
    Ich habe die Langzeittherapie abgebrochen und bin jetzt zuhause.
    Krankgeschrieben und mit einem großen Schritt rückwärts in meiner
    Trockenarbeit.

    Ich lebe abstinent. Ja und das ist gut so.

    Aber ich habe seit dem Ende der Therapie ständigen Druck. Täglich mit
    wechselnder Intensität. Etwas, was ich vor der Therapie überhaupt nicht kannte.

    Ich muss für mich jetzt herausfinden, was mir hilft.

    Ich bin erst seit kurzer Zeit hier. Gerade mal 4 Monate.

    In dieser Zeit habe ich hier jedoch eins gelernt: wenn mir ein
    Langzeittrockener einen Rat gibt, dann ist es nicht entscheidend, ob
    die Worte nett formuliert sind. Sondern einzig und allein die Erfahrungen,
    die mir geschrieben werden sind es wert ernst genommen zu werde.
    Darüber nachzudenken und lernen zu verstehen.

    Ich habe mich auch mal für ein paar Tage beleidigt aus dem Forum
    verzogen, weil ich nicht verstehen konnte. Ich war noch zu sehr im
    nassen Denken gefangen. Aber ich bin weiter hier und das nur, weil ich
    trocken werden möchte. Und hier für mich die richtige Hilfe finde.

    Wie gesagt, das sind meine Erfahrungen. Und ich gebe sie gerne an dich weiter. Ungefragt.

    Du kannst es schaffen. Glaube an dich und lass Hilfe zu.
    Es lohnt sich.

    Lg lalu

    Bevor ich meine Langzeittherapie beginne, lasse ich gerne noch ein paar
    Gedanken hier.

    Ich bin jetzt 4 Monate ohne Alkohol und Tabletten durch mein Leben
    gelaufen, gekrochen, gehopst. Manchmal musste ich innehalten, ein
    anderes mal wegrennen.

    Schon heute weiß ich, das sich der Weg gelohnt hat. Und ich werde viel tun,
    damit mein Weg weitergeht. Jetzt also die Therapie. Ich gebe zu, dass ich
    mit sehr gemischten Gefühlen fahren werde. Es ist das unbekannte und die v
    vielen Wochen. So eine Therapie läuft ja 12 Wochen. Verdammt lang weg
    von Meier Familie. Meinem Umfeld. Meinen liebgewonnenen Gewohnheiten.
    Zum Glück hat der Herbst Einzug gehalten und mein Gärtchen wird mich
    nicht sehr vermissen...

    Mein Weg bis hierher, bis heute war nur mit Hilfe von außen möglich.
    Mein Hausarzt, die Suchtberatung, die Entgiftung in der Klinik, meine
    Selbsthilfegruppe. Und besonders das Forum.

    Ich werde in der Klinik genug Zeit haben, mich mit meinen Krankheiten
    auseinander zusetzen. Das Forum wird mich in den Wochen nicht so oft
    zu Gesicht bekommen. Ich möchte mir auch eine Auszeit vom Netz nehmen.

    Allen Neulingen wünsche ich ganz viel Kraft. Und von mir als ebenfalls noch
    Neuling einen gut gemeinten Rat: Es lohnt sich auf die Langzeittrockenen
    zu hören. Sie wissen es einfach. Ihre Erfahrungen sind der bessere Ratgeber.

    Danke Gauguin für deine lieben Wünsche.
    Den Sommer konnte ich tatsächlich um eine Woche verlängern.
    Tat sehr gut. Ein Kaffee im Café unter freiem Himmel und Sonnenschein
    schmeckt doch doppelt so gut.
    Leute beobachten, ein wenig lästern, ein wenig schmunzeln... einfach gut!

    Dir eine gute Woche
    lalu

    Zurück aus dem Urlaub bin ich seit ein paar Tagen.
    Wir sind viel gelaufen, haben viel gesehen und noch mehr gegessen.

    Es war eine anstrengende Woche, aber trotzdem hat sie Spaß gemacht.
    Ich konnte mich mit meiner guten Freundin austauschen. Viel über
    Suchterkrankungen geredet. Natürlich nicht nur, aber eben viel.
    Der Austausch im realen Leben ist mir wichtig, kommt im Alltag aber nicht
    oft vor. Habe also die Woche gut genutzt.

    Jetzt sollte für die nächste Zeit der Alltag wieder einkehren, aber...

    - meine Therapie ist bewilligt worden. Termin und Klinik stehen fest.
    - auf Arbeit geht es gerade drunter und drüber
    - mein Sohn hat Prüfungen

    Bis gestern war ich sehr entspannt. Stand allem irgendwie gelassen gegenüber.
    Jetzt habe ich wenig geschlafen, bin seit 2 Stunden wach und am grübeln.
    Jetzt kommt wohl doch alles bei mir an.
    Ich weiß noch nicht, wie der Tag wird. Mal schauen. Arbeit gehen und an der
    Lösung für die Probleme dort werkeln. Mit mir haben die Probleme zum Glück
    nichts zu tun, aber ich darf mir Gedanken machen, wie wir das Chaos beseitigen.

    Ich wünsche allen einen sonnigen und nüchternen Mittwoch
    lalu

    Nun ist wieder eine Woche rum.
    Mir geht's gut. Die Nüchternheit bekommt mir.
    Ich bin geduldiger, schaue mir ein Thema genauer an. Bleib dran.
    Ich genieße meinen Sport, laufe schneller, entspannter, länger.

    Seit Donnerstag habe ich Urlaub, morgen geht's mit dem Flieger für
    eine Woche raus aus Deutschland. Kultur und Geschichte, eine gute
    Freundin und viel Gepäck... Mädels halt... :wink:

    Euch eine gute und nüchterne Woche
    lalu