Beiträge von Eric

    Hallo Tom,

    ich kenne das sehr gut und es gelingt mir erst jetzt - nach über 4 Jahren Trockenheit - mal ab und zu ein, zwei Tränchen rauszudrücken.

    Tipps kann ich da leider keine geben, aber es scheint mir, dass es einfach Zeit braucht, viel Zeit. Bei mir hat es vielleicht etwas damit zu tun, dass ich mir Selbstmitleid in den letzten Jahren strikt verboten habe, mittlerweile aber wieder ein bisschen zulasse.

    Verkümmert ist da glaub ich nix, höchstens etwas verschüttet.

    Beste Grüße
    Eric

    Hallo Joanne,

    hab nach längerer Zeit mal wieder bei dir reingeguckt. Und bin ein wenig erschrocken, dass sich scheinbar so wenig bei euch getan hat.

    Dein Mann geht Alkohol für andere einkaufen und Du trinkst davon?? Für mich als trockenen Alkoholiker ist leider deutlich ersichtlich, dass der Rückfall nicht mehr weit ist. :(
    (das ist natürlich nur meine Meinung)

    Viele Grüße
    Eric

    So, ihr Lieben :)

    Zum (fast) Vierjährigen mal wieder ein paar Worte von mir.

    In Sachen Alkohol gibt es nicht viel neues zu berichten. Ich bin trocken, kenne keinen Saufdruck und bin in den letzten vier Jahren in keine kritische Situation geraten.
    Erstaunlicherweise werde ich dennoch immer vorsichtiger. Meine Trockenheit will ich nie mehr hergeben.

    Dafür habe ich dank dieses Forums (war vor einem dreiviertel Jahr hier mal Thema - ich glaube, bei isbeau) unabhängig vom Alkohol eine Persönlichkeitseigenschaft an mir entdeckt, was mein gesamtes Leben über den Haufen wirft und eine komplette Neubewertung der Vergangenheit und Gegenwart notwendig werden lässt. Dies nun schon zum dritten Mal in meinem Leben. Ich bekomme langsam Routine darin und Spaß daran. :) Ich weiß endlich, wer ich bin und warum mein Leben so gelaufen ist wie es gelaufen ist.
    Und das ist eine riesige Befreiung. Der emotionale Einschlag ist dabei viel heftiger als vor vier Jahren beim Trockenwerden. Im positiven Sinne!

    Ansonsten läuft es auf fast allen Ebenen gut. Nur mit den Frauen nicht, aber vielleicht musste ich mich auch erstmal selbst finden und lieben lernen.


    Und nun auf ein neues, gesundes Jahr, in dem ich euch weiterhin -wenn auch meist still mitlesend- erhalten bleibe.

    Beste Grüße an alle
    Eric

    Hallo Paul,

    ich verstehe deine Argumentation.

    Für mich gibt es dennoch zwei Gründe, diese Art von Risikonminimierung zu betreiben.

    1.) Hab ich noch kein einziges Mal in meinen 4 Jahren Trockenheit gedacht, dass ich irgendwo etwas verpassen würde, dass meine Lebensqualität darunter leiden würde. Ich empfinde das Trockensein einfach nicht als Einschränkung, sondern als großen Gewinn von Freiheit.
    Auf einem Weihnachtsmarkt gibt es nichts, was ich unbedingt erleben müsste, auf der anderen Seite gibt es aber die mögliche Gefährdung durch Glühwein.

    2.) Gerade Gerüche aktivieren Erinnerungen. Ich möchte vermeiden, dass auf diese Weise mein Suchtgedächtnis aktiviert wird und ggf. meinen Willen aushebelt.

    Ich würde mich nicht als ängstlich bezeichen. Vielmehr habe ich aus leidvoller Erfahrung heraus und durch das Lesen vieler Beiträge hier meine Schlüsse gezogen.

    Eric

    Hallo Aleska,

    Zitat von Aleksa

    Lieber Eric,

    ich weiß es nicht, ist denn nicht jeder Abhängige etwas anders?
    Ich möchte mir meinen Mann bzw. seine Krankheit sicher nicht mehr schön reden, dass habe ich lange genug gemacht - ich weiß aber ja auch was er für ein besonderer (trockener) Mensch ist, das macht es wohl auch schwer so hart mit ihm ins Gericht zu gehen.

    ich denke, die Alkoholkrankheit mach die Menschen ziemlich gleich. Umso mehr Du hier liest, desto mehr wirst Du mir da wahrscheinlich beipflichten.

    Ähnliches gilt auch für die Angehörigen/Co-Abhängigen:
    Du wirst hier in nahezu jeder Geschichte lesen, dass der Co-Abhängige gravierende Veränderungen scheut, weil der Partner nüchtern doch so ein toller, besondere Mensch ist. ;) Das Problem ist nur, dass es den Partner nicht ohne seine Alkoholsucht gibt.

    Selbstverständlich stehen hinter jeder Lebensgeschichte individuelle Schicksale, aber das Muster ist doch nahezu immer das gleiche.

    Eric

    Zitat von frustriertetochter2010

    Nach eineigen Tagen? da habe ich als Tochter aber andere erfahrungen gemacht......

    Dass der körperliche Entzug nach 7-10 Tagen vorbei ist, ist ein medizinischer Fakt. Soweit ich weiß, gehen die längsten Entzüge daher auch nur 14 Tage.

    Zitat von frustriertetochter2010

    Vorallem grad wenn man ein Mensch ist der nur Trinkt wenn es ihm schlecht geht oder der nicht belastbar ist..... Da reichen wirklich kleine Situation aus.....

    Man könnte auch sagen, dass es einer Person schlecht geht WEIL sie trinkt (oder im Entzug ist).

    Zitat von frustriertetochter2010

    Ja natürlich egal welche form von Schwach es sind glaube viele schon 1 mal rückfällig geworden und viele brauchten das vielleicht auch um endlich zu erkennen wie es um einen steht....Ich denke jeder Mensch ist anders und so einen Gedanken wie deiner, kann man nicht auf alle verteilen. :-|

    Ich rede nur von meiner Erfahrung. Auch ich habe immer wieder versucht mit dem trinken aufzuhören. Aber erst ab dem Punkt, an dem ich mich bedingungslos als alkoholkrank bezeichnet hab, habe ich keine Rückfälle mehr gebaut. Das war vor 4 Jahren.

    Und die Sucht man uns alle ziemlich gleich.

    Wie heißt es hier so schön:

    Wer will, findet Wege.
    Wer nicht will, findet Gründe.

    Auch finde ich Begriffe wie "Schwäche" oder "Stärke" nicht passend. Man muss meiner Erfahrung nicht sonderlich "stark" sein bzw. nur die ersten paar Tage.

    Viel entscheidender ist der unbedingte Wunsch, nie mehr trinken zu müssen. Wenn der da ist, dann bleibt man auch trocken.
    Fehlt dieser Wunsch, wird der Alkoholkranke immer wieder Gründe finden zu trinken.

    Liebe Grüße
    Eric

    Zitat von Aleksa

    Für mich stehen aber Scham und seine Enttäuschung wegen seinem Schwach werden doch dafür, dass er da raus möchte - nach wie vor, das ist doch ein gutes Zeichen, es ist ihm nicht egal.

    Als trockener Alkoholiker sehe ich das etwas anders: Wer wirklich trocken leben will, der schafft es auch.
    Ein "schwach werden" heißt für mich, dass derjenige seinen Tiefpunkt noch nicht erreicht hat und eigentlich nicht mit dem Trinken aufhören will, weil er dem Trinken offensichtlich noch etwas Positives abgewinnen kann.

    Soweit meine Meinung
    Eric

    Hallo roloff!

    Zitat von roloff

    Guten Morgen, mir geht es genau wie hier beschrieben: Bei mir ist es die beste Freundin, die sich Tag für Tag immer mehr in den Sumpf hineintrinkt. Ich habe es noch nicht übers Herz gebracht, ihr zu sagen, was ich sehe. Sie fühlt sich bei mir wohl sicher. Aber mein Verstand sagt mir, ich muss ihr sagen, dass ich sie für krank halte. Ich weiß nur nicht, wie!

    Sag es ihr doch so, wie Du es hier schreibst: "ich glaube, dass Du alkoholkrank bist."
    Ich bin den Menschen, die mich mir in meiner Trinkerzeit derartige Hinweise gegeben haben, im Nachhinein sehr, sehr dankbar.
    Eigentlich war ich auch schon während meiner Trinkerzeit dankbar, musste den Gedanken aber schnell verdrängen, weil ich mich zu dieser Zeit noch nicht für krank hielt.

    Wenn sie sich bei dir sicher fühlt und Du es ihr deswegen nicht sagen willst, unterstützt Du damit ihr Trinkverhalten!

    Also nur zu!

    Eric

    Hi Joanne!

    Ich möchte dir mal ein paar Worte als trockener Alkoholiker schreiben. Hab deinen Thread aber nur teilweise verfolgt, kenne also nicht alle Details.

    Zitat von Joanne

    schade ist aber,das er wohl nicht so ganz kapiert hat,um was es geht......denn er trinkt schon noch seine Bierchen :(

    Hier habe ich mir sofort gedacht: Schade, dass Joanne nicht so ganz kapiert hat, um was es geht...
    Alleine das verniedlichende Wort "Bierchen"...

    Was ist denn genau dein Ziel?
    Wartest Du darauf, dass er aufhört zu trinken? Dies wird wohl nicht passieren. Wer will, der schafft es auch, aber es sieht für mich so aus, als würde er nicht aufhören wollen.
    Wenn er alkoholkrank ist, wird sich auch die Menge nicht verringern. Im Gegenteil, es wird schlimmer werden und der Mensch wird sich weiter zum Negativen hin verändern.

    Liebe Grüße
    Eric

    Hi,

    obwohl ich Saufdruck nicht kenne, halte ich mich von Weihnachtsmärkten fern. Es ist in meiner Erinnerung zu sehr mit Glühwein verbunden (natürlich gerne immer noch mit Schuss) und ich wüsste auch nicht, was ich sonst unbedingt auf einem Weihnachtsmarkt zu suchen hätte. :)

    Eric

    Hallo Aleska!

    Zitat von Aleksa

    Heute früh habe ich dann einen Zettel gefunden, das ich verstehen muß, dass er sich um sich selbst erst kümmern muß und wegen mir nicht von einem Rückfall zum nächsten rutschen möchte - ich verstehe die Welt nicht mehr.

    Aber ich. Er sucht die Schuld schonmal vorsorglich bei dir, damit er seinen nächsten Rückfall (falls man davon überhaupt sprechen kann - dafür muss man ja erstmal trocken gewesen sein) rechtfertigen kann.


    Zitat von Aleksa

    wenn er nüchtern ist gehts ja eigentlich.

    Du wirst dir überlegen müssen, ob dir das in diesem Leben reicht. Hoffen, bangen und warten, ob dein Mann denn nun gerade nüchtern ist, um für kurze Augenblicke eine lllusion von Glück zu erleben.


    Zitat von Aleksa

    Er selbst hat mir oft genug gesagt, das ich ja wußte das er Alkoholiker ist und das stimmt, er hat mich zwar belogen was den Zeitraum seiner Abstinenz angeht, aber er hat mir damals gesagt er ist Alkoholiker.

    Verstehe ich das richtig: Er hat dich von Anfang an belogen? Klingt für mich nicht wie ein starkes Fundament, auf dem eine gesunde Beziehung gedeihen kann. Und was denkst Du, warum hat er dich wohl belogen?

    Sorry, wenn meine Worte etwas deutlicher ausfallen, aber soweit meine Erfahrungen als Alkoholkranker.

    Viele Grüße
    Eric (trockener Alkoholiker)

    Hi!

    Zitat von cduck

    Ich habe halt noch große Hemmungen, mich als Alkoholiker zu bezeichnen.

    Vielleicht wird das ja mit der Zeit besser, wenn ich ein bisschen mehr Selbstvertrauen habe.

    Ich habe zunächst das Wort "alkoholkrank" verwendet, da es nicht so negativ besetzt ist wie "Alkoholiker". Inzwischen habe ich aber auch keine Probleme damit, mich als trockenen Alkoholiker zu bezeichnen.

    Eric

    Hallo,

    von diesen Resonanzgesetzen hab ich auch noch nichts gehört. Sie scheinen keinen wissenschaftlichen Unterbau zu haben. Kannst ja mal googeln und dann gucken, auf was für Seiten Du landest...

    Ob dir mit Esoterik geholfen ist, sei mal dahingestellt.
    Meiner Meinung nach kann es schon Dinge geben, die wissenschaftlich nicht erforscht sind, aber niedrige und hohe Schwingungen... also ich weiß ja nicht. Gehört meiner Meinung nach nicht hierher.

    Viele Grüße
    Eric

    Hallo Blumenwiese!

    Zitat von Blumenwiese

    Ich weiß, dass er einer anderen SMS sendet. Die er über eine Partnerbörse gefunden hat. So blöde es klingt, aber ich wünsche mir, dass er mich will. Dass er die Beziehung weiter fortführen will.

    Entschuldige die direkten Worte, aber eindeutiger geht's nun wirklich nicht mehr.

    Zu meinen Trinkerzeiten habe ich meine damalige Partnerin sogar dazu gebracht, für mich ein Geschenk für die Frau zu besorgen, in die ich eigentlich verliebt war. Stolz bin ich darauf nicht, ich wundere mich nur immer wieder, wie blauäugig manche Frauen sind und wie leicht sie zu manipulieren sind. Gleichzeitig soll es verdeutlichen, wie rücksichtlos manche Alkoholiker vorgehen. Mir war es damals egal. Es war bequem, bei meiner Partnerin zu bleiben, aber geliebt hab ich sie nicht.

    Er hat sich in einer Partnerbörse angemeldet. Was sagt dir das?

    Viele Grüße
    Eric

    Hallo Monty!

    Zitat von Monty

    Ich sollte wirklich mal Inventur machen...mir mal alles aufschreiben...was tut mir gut und was tut mir nicht gut?
    Danke für den Tip..denke das könnte mich etwas weiter bringen.

    Lies doch mal ein bißchen hier in deinem eigenen Thread. Du hast schon vor Monaten deutlich geäußert, was Du willst bzw. was Du nicht willst.


    Zitat von Monty

    hmm...wie mein Leben weiter gehen soll...was ich wirklich möchte und vor allen Dingen, wie kann ich es umsetzen??
    Gruß
    Monty

    Erst festlegen, was Du willst, DANN umsetzen. Schritt für Schritt. ;)

    Liebe Grüße
    Eric

    Hi,

    ich antworte dir als trockener Alkoholiker.

    Du kannst ihr sagen, wie Du empfindest und dass Du dir Sorgen machst. Du kannst ihr auch deine Unterstützung zusagen.

    Nur ist es bei Alkoholkranken leider so, dass sie alleine an ihren Tiefpunkt gelangen müssen, damit sie etwas ändern. Von außen hat man da wenig bis gar keinen Einfluss.

    Sorry, ich wünschte, ich könnte dir hilfreicheres mitteilen.

    Eric