Glückwunsch Carl Friedrich. Lass es dir gut gehen.
Beiträge von kamarasow
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Hallo Ihr,
Danke für eure Worte. Auch wenn ich nicht anworte, heißt es nicht, dass ich sie nicht lese und wertschätze. Meist würde ja auch nur ein "Mhm" oder "Da hast du wohl Recht" übrigbleiben.Ich werde weiterhin Zeit brauchen. Die Gedanken und Gefühlswelt verändert sich nachwievor. Neulich schoss mir der Gedanke, bzw. das Gefühl in den Kopf, dass ich als nasser Alkoholiker vor allem eins nicht mehr war: Optimistisch. Sei es hinsichtlich der kleinen Dinge oder aber auch großer Träume. Probleme werden jetzt vermehrt nicht mehr als Probleme verstanden, sondern als Aufgabe. Und wenn es nicht klappt, dann hat man es aber versucht - was ebenfalls ein positives Grundgefühl auslöst.
Neulich wurde mir beim Rennen auch etwas weiteres klar. Es zieht mich runter, zu wissen wie weit es noch ist. Dann schmerzen beim Laufen auch noch die Fußsohle und die Knie. Das sägt ordentlich an der Motivation. Wenn ich mich aber ausschließlich darauf konzetriere einen Schritt vor den anderen zu setzen, auf die Atmung, Schrittweite und Puls zu achten, dann taucht man ab. Man rennt einfach und merkt gar nicht wie man dem Ziel näher kommt. Dann sieht man irgendwann, dass das Ziel eigentlich das Nebensächliche. Das "Wie" wird zur Hauptsache. Das klang jetzt vermutlich völlig abgedroschen und den Spruch "Der Weg ist das Ziel" kennt vermutlich auch jeder, aber erst neulich habe ich ihn tiefer verstanden. Ich sollte mir daher als Ziel nicht Trockenheit setzen, sondern täglich konzentriert und wachsam abstinent bleiben.
Viele Grüße
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Hallo Forum,
das was ich jetzt schreibe fällt mir schwer zu kategorisieren. Die Gedanken sind diesbezüglich auch nicht klar. Ich versuch es trotzdem mal auszuformulieren: Der Pfad zum Trockenwerden ist für mich u.a. ein Pfad zu sich selbst. Das Problem dabei ist, man stößt auf Dinge, die man an sich selbst schlecht findet. Der Alkohol überspielte bspw meine eigentliche Käuzigkeit (maulfaul) in geselligen Runden. Nüchtern sind die Gespräche z.T. derart zäh, sodass ich mir denke: Ach, Mist, mit Alkohol wäre es jetzt nicht so blöd. Nüchtern habe ich meist auch gar keine große Lust zu reden und verprelle damit mein Gegenüber.
Langzeittrockene berichten hier eigentlich ständig darüber, dass sie trocken viel zufriedener und glücklicher sind als vorher. Ich hingegegen sehe die Krankheit derzeit eher als ein Leiden, weil man hinsichtlich der Sozialkomponente (durch die eigene soziale Schwäche) und im Hinblick der Teilhabe an der Gesellschaft eingeschränkt ist. Für mich heißt es derzeit: "Oh, ihr feiert? Schön. Viel Spaß.".
Ein weiterer Punkt sind die begrenzten Handlungsspielräume für Veränderungen im Leben. Eigentlich denke ich schon länger daran, eine Art Sabbatjahr zu machen, da ich mich dauerhaft erschöpft fühle. Seitdem ich abstinent bin, ist es wesentlich besser geworden, aber irgendwie fehlt trotzdem etwas. Eine mögliche Auszeit würde bspw auch ganz einfach an den finanziellen Rahmenbedingungen scheitern. Außerdem kann ich mich nicht einfach aus der Verantwortung für die vier Kinder stehlen. Nun, und so stecke ich irgendwie gefühlt in einer Klemme. Derweil ziehen die Jahre ins Land und an den Schläfen zeigen sich langsam graue Haare. Ich könnte jetzt sagen, ja mei, so ist das Leben. Oder ist das nur eine kleine midlife-Krise? Ich weiß es nicht. Wäre es einfacher, wenn die Kinder schon raus sind? Aber dann bin ich ja alt. Eigentlich gilt es jetzt anzupacken und nicht auf irgendetwas zu warten. Einfach, weil es mir (vielleicht) gut tun würde und ich nur an mich denken würde.
Naja. Wie ihr seht, viel unausgegorenes dabei. Ich renn mal weiter im Hamsterrad und versuche mich in den kurzen ruhigen Momenten besser zu verstehen.
Viele Grüße
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Hallo Barthell,
schön, dass du so offen berichtet hast. Viel Erfolg auf deinem Weg.
Viele Grüße
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Hallo Thalia,
die Bewerbung verlief im Sande. Heißt also erstmal weiter mit der alten Stelle. Ich werde aber sporadisch die Stellenangebote anschauen. Vielleicht ist ja mal wieder was ganz gutes dabei.Zu den Triggern: Das Niederschreiben der Gedanken und das Teilen der Gedanken mit Leidgenossen scheint den Triggern die Kraft zu nehmen. Zumindest fühlt es sich im Nachhinein so an. Das ist dann wohl die oft zitierte Trockenarbeit. Daher also Danke Carl und Thalia. Es half.
Viele Grüße
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Guten Morgen,
die Tage werden wärmer und länger, die Trigger zahlreicher. Seit geraumer Zeit plagt mich verstärkt das vergiftete Gedankenspiel, am Abend, wenn alles zur Ruhe kommt, wieder etwas zu trinken. Pah, es soll mich in Ruhe lassen. Der kommende Sommer könnte daher schwer werden. Eine Lösung wäre, sich in den Kühlschrank zu setzen.Gibts Schönwettertrinker, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben? Wie seid ihr da durch?
Viele Grüße
Kamarasow -
Guten Morgen,
hm, lange nichts mehr geschrieben. Der Drang etwas zu schreiben ist derzeit auch ziemlich gering. In der realen Welt ist Ballett, bin häufig angespannt und wenn am Abend mal Zeit ist, dann steht das Forum nicht auf der Prioritätenliste.Abends wird jetzt meistens Cola getrunken. Die Zähne und der Magen sagen: Juhu. Ich glaube, Koffein ist eine Ersatzdroge für mich. Gut, der Kaffeekonsum war tagsüber schon immer groß, aber jetzt kommt noch zusätzlich Cola hinzu. Einschlafen geht daher manchmal etwas schwerer. Aber das passt schon. Bis zum Weckerklingeln schlafe ich dann aber wie ein Baby. Vergleicht man das mit der nassen Zeit, dann sind das große Unterschiede in der Schlafeffizienz.
Nuja, ich mach mal weiter mit dem Gutachten.
Viele Grüße
Kamarasow -
Guten Abend Marius,
ich wünsche Dir viel Erfolg bei deinem Vorhaben. So wie du schreibst und deine Situation schilderst, erkenne ich mich in vielen Dingen wieder.Eine Frage: Du erwähntest im Eingangsbeitrag, dass deine Frau täglich 1 bis 2 Gläser Wein trinkt. Tut sie das immernoch? Ich stelle mir gerade vor, wie es ist, wenn meine Frau am Abend trinken wüde. Ich würde es - denke ich - auf Dauer nicht aushalten. Es wird immer schwache Momente geben.
Auf das die Minuten des Suchtdrucks nicht allzu schlimm werden. Ein kleiner Trick ist: Sich einzureden, dass in 15 Minuten alles vorbei ist. So ist es auch meist.
Viele Grüße
Kamarasow -
Guten Morgen,
Carpenter, Danke Dir für die Blumen. Mit den Schubladen habe ich ja ein blödes Ding aufgemacht. Im Nachhinein ärgere darüber. Aber zu dir sei gesagt, dass du in der guten Schublade bist. :).Zu mir gibts nicht viel neues. Da ich denke, dass die Arbeit Teil des des Trinkes war, hatte ich mich mal pro-forma auf eine ruhigere Stelle im öffentlichen Dienst beworben. Es war zwar etwas nervig die ganzen Unterlagen zusammenzutragen, aber irgendwie hatte es auch etwas sortierendes und motivierendes. Es nahm etwas Dampf aus dem Kessel der aktuellen Arbeit. Will sagen: Die aktuelle Firma ist nicht der Mittelpunkt der Erde. Das entspannt, wenn der Chef mal wieder un-be-dingt was gaaanz schnell haben will. Und wie es dann so manchmal im Leben ist: der Chef rief mich eine Woche später mit der Bitte um ein Personalgespräch für Gehaltserhöhungen an. "Verdienstvoller Mitarbeiter, mehr Verantwortung, ... ". Ich vermute fast, dass er einen Anruf von der öffentlichen Stelle erhalten hatte, auf die ich mich beworben hatte. Nunja, etwas mehr Netto löst dann voraussichtlich auch die angespannte Lage im Haushalt.
Der Familie gehts gut und wir alle freuen uns auf Frühling. Es ist schön zu sehen, wie die Kinder mit leuchtenden Augen in dem Verkleidungskram aufgehen. Bei uns zu Hause gibts jetzt Jedi-Ritter. Also Obacht, die Macht ist mit uns
Viele Grüße
Kamarasow -
Hallo lalu14,
danke dir für deine besonnenen Zeilen. Ich denke du hast Recht. Mit etwas Abstand empfinde ich meine Zeilen viel zu unnötig hart, zu detailliert und verletzend. Du hast auch Recht damit, dass ich hier im öffentlichen Bereich nicht zu viel Offenheit erwarten sollte. Jeder schreibt ja bewusst so, um nicht erkannt zu werden.Ich muss darüber nachdenken, ob ich eine reale Gruppe suchen oder in den geschlossenen Bereich des Forums eintreten werde. Im Moment habe ich das Gefühl, dass mir das hier als Austausch nicht ausreicht.
Viele Grüße
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Hallo Forum,
ok, schreiben was man denkt. Heute bin ich böse drauf. Schau ich in die Threads von anderen Leuten, dann denke ich ab und an: Was für ein zusammenhangloses Geschwafel. Oder: Wieder ein älterer Mensch, der andere versucht mit seinen Lebensweisheiten zuzumüllen. Weiter denke ich: Die aufrichtigen Menschen muss man schon suchen, aber man findet sie. Einige andere verklären ihre Lebensgeschichte derart, dass es schon einem Märchenbuch gleich kommt. Massig Neuanmeldungen, aber nur die wenigsten schreiben dauerhaft. Hat mal einer den Abbruch-Prozentsatz ermittelt? Mich würde außerdem auch interessieren, ob man sich in einer realen SHG auch mal die Meinung geigt oder aus Nettiquette nur von rosa Pferdchen berichtet wird. Hier online habe ich das Gefühl, dass das größtenteils eher oberflächlich bis verschwurbelt ist.Nach dem negativen, auch ein ein wenig positives: An anderen Tagen bin ich völlig ergriffen von den Lebensgeschichten und denke, puh, ist das hart. Oft erkennt man sich auch in dem Gelesenen wieder und man fühlt sich nicht mehr allein mit seiner Krankheit. Das hilft.
17 Wochen sind es nun. 1/3 Jahr. Hm. Für diejenigen, die gerade erst anfangen abstinent zu sein: Ja, der Suchtdruck wird weniger. Auch der Gedanke, dass man sein ganzes Leben keinen Alkohol mehr trinken will, relativiert sich in ein Schulterzucken. Die Gedanken an das Nervengift rücken einfach in den Hintergrund und werden mit anderen Sachen aufgefüllt. Man verändert sich. Man holt viele innere stillgelegte Gedankengänge nach und findet auf einmal Lösungen, die im nassen Zustand nicht für möglich gehalten wurden. Logik, die im nassen Zustand bestand, ist abstinent unlogisch. Die ganze Krankheit ist unlogisch und hinterfotzig. Man entschied früher Dinge anhand von "gibts da Alkohol?". Nach außen hin wollte man mal einen guten Freund besuchen, aber eigentlich nur trinken. Man verliert Freunde und Bekanntschaften, weil das verbindende Element die gemeinsame Sauferei war. Darauf sollte man vorbereitet sein, da man die Menschen im Inneren dennoch mochte und lieb gewonnen hatte. Scheiden tut weh. Man machte Sport, weils danach was zu trinken gab. Man ging einkaufen, nur um Alkohol zu kaufen. Damit es nicht so blöd aussah, legte man noch 2-3 "nützliche" Sachen dazu. Jetzt geht man frei einkaufen, ohne Zwänge. Jetzt sieht man die armen, von der Droge gezwungenen Menschen, die mit schlechtem Gewissen vor dir in der Schlange stehen und die Flaschen aufs Förderband legen. Arme, leidgeplagte Menschen, die vielleicht noch den letzten Cent für die Droge aufgeben. Die vielleicht sogar ihre engsten Freunde belügen, nur um an die Droge zu kommen. In solchen Momenten bin ich auch säuerlich auf die Industrie. Die natürlich schön ihre Suchtprodukte im Kassenbereich aufbaut. Herrlich verkaufsfördernd, mich verstörend, denn ich glaube, dass die Süchtigen geschützt werden müssten. Wobei? Wollen die Süchtigen das wirklich? Macht ein Verbot nicht alles nur viel schlimmer (in der Beschaffung)? Viele haben ein Drecksleben oder harte Schicksalsschläge, welches nur mit Drogen zu ertragen ist. Sollte man die Menschen schützen? Ich weiß nicht.
Rückblickend betrachtet ist für mich die wichtigste Antriebsfeder der innere gedankliche Prozess. Es war ein Prozess den Alkohol ernsthaft nicht mehr zu wollen und es nicht bloß zu sagen. Ich weiß nicht mehr wie lange der andauerte, aber ein Jahr Sauferei wird es schon gewesen sein. Ich hasste es irgendwann, ständig verkatert zu sein. Ferngesteuert einkaufen zu gehen. Nie Zeit zu haben. Kein Buch mehr Abends lesen zu können. Ich mochte meinen Bauch nicht mehr, wobei meine Kolleginnen immer meinten: Welcher Bauch? Kurzum: Es waren viele kleine Dinge, die den Prozess förderten. Am Ende des Prozesses stand eine Entscheidung. Die daraus bestand, "einfach" nichts mehr zu trinken. Der Rest wird sich entwickeln.
Eine gestrige Geschichte möchte ich noch erzählen:
Folgende Situation:
- Er kommt gestresst, weil auf Arbeit Druck herrscht, ca. 18 Uhr zu Hause an. Vorher musste er noch im Kaufland die Einkaufsliste abarbeiten. Es herrschte Zeitdruck, weil Sie zum Helikopterkinder-Elternabend jetten musste. Heißt: Speed-Abendbrot.
- Er tritt also im zu engen Flurbereich, vollbepackt mit 3 Einkaufstaschen, auf einen Zipfelbob der Kinder. Skier fallen um. Das Pulsometer stieg. Das Knie machte Bekanntschaft mit einer offenstehenden Flurschranktür. Grummelnd und fluchend wurden die Beutel abgestellt.
- Er öffnet die Flurtür. Freudestrahlend kommt die Kleinste entgegengerannt und rennt mit Schwung ans noch schmerzende Knie. Sie steht am Herd, der Große und die Große schnippseln Obst, der Kleine hat nen Fieberthermometer im Mund. 38,4°C.
- Die Kleine schreit: "Papaaa ist daaa. Oh, Einkaufen" (sie liebt es, Einkaufsbeutel auszupacken)
- Begrüßungen hier und dort. Romantisch ist in solchen Situationen anders.
- Er hatte noch gar nicht abgelegt, da fragte die Kleine: "Wollen wir Fillipferdchen spielen Papa?". Er: "Nein, Süße, wir müssen noch auspacken und dann gibt es Abendbrot." Die Kleine: "Auja!"
- Die Kleine packt aus. Legt den Einkauf aber nicht dorthin, wo er hinkommt, sondern einfach nur auf den Boden. Er: "Nein, nicht einfach runterlegen, gib mir den Quark." ... So lief es fast für jedes Einkaufsstück.
- Sie fauchte derweil den Großen an, weil er irgendetwas beim Obst schneiden nicht richtig machte. Der Kleine bekam auch eine Moralpredigt ab, weil er gestern wohl eine Stunde lang mit nassen Füßen durch die Gegend rannte.
- Und jetzt kommt der Moment der Momente. Diesen Moment kennt vielleicht jeder Mann, wenn er einen stabsmäßigen Einkaufsauftrag nicht ordnungsgemäß ausgeführt hatte. Kein Danke, kein Schön, dass du... Nein. Es kam das völlig romatische, in Feldwebelmanier gesprochener Sprache:
- Sie: "Wo sind die Streichhölzer?" (durchdringender Blick) "Du weißt doch, dass ich die Plastedinger Scheiße finde. Es liegt schon genug Plastikmüll im Meer. Ich hasse die."
(jetzt wird Er doof, aber das Pulsometer platzte gleich. Dafür entschuldigte er sich später)
- Er (lehrerhaft): "Na überlege mal. Ü-ber-le-ge. Das sagst du doch auch den Kindern immer."
- Sie: "Was soll ich da überlegen. Ich hatte dir doch gesagt, dass du Streichhölzer mitbringen sollst."
- Er: "Ü-ber-le-ge."
- Sie: "Ja, keine Ahnung, aber ich hatte die Streich..."
Und jetzt machte es baaaaam im spießigen Reihenhaus.
- Er (laut schreiend, sorry für die Sprache, aber so wars): Ich bin eine Viertelstunde durch dieses riesige Dreckskaufland, um deine Drecksstreichhölzer zu suchen. Ich war in der Kerzenabteilung. Da gabs keine Drecksstreichhölzer. Danach war ich in der Drecks-Gartengrillabteilung. Auch dort gabs keine. Nur Grillanzünder und Holzkohle. Erst nachdem ich an der Kasse die Dame gefragt hatte, wusste ich, wo deine Scheiß Streichhölzer sind. Bei den beschissenen Alupappen, in irgend ner beschissenen anderen Abteilung, dich ich erst hätte suchen müssen.
- Währenddessen ich so schrie, wurde die Kleine ganz wirsch und fing an zu weinen. Die Gößeren grinsten angesichts der völligen verbalen Entgleisung und auch weil ich es wohl etwas humorvoll (soweit möglich) rüberbrachte. Sie stand irgendwie betröppelt an der Wand und begriff die Situation. Sie hielt die Hände vors Gesichte, entschuldigte sich und war fertig. Aber eigentlich nur vom Stress, nicht von mir. Grinsend schaute Sie dann auf und sagte: "Jetzt haben es wenigstens alle Nachbarn gehört."
- Der Kleine wusch unbekümmert nach, mit: "Ich finde das Plasteding besser."
- Für die Belehrungen vor den Kindern entschuldigte Er sich später. Fürs Schreien nicht.Der ganz normale Wahnsinn. Danach spielte ich mit den Fillipferdchen (juhu) und wir aßen gemütlich Abendbrot, da sie vernünftigerweise nicht mehr auf den Elternabend ging. Wir waren beide mehr als im roten Bereich.
Beste Grüße
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Hallo Calida,
mir das beim Querlesen auch aufgefallen. Hm, mir gefallen diese "ich, ich, ich" Sätze nicht. Daher klingt es für mich komisch, wenn ich (narf, schonwieder) ständig "ich" schreiben würde. Klar, es geht um die eigene Krankheit und das eigene Erlebte, aber irgendwie stellen sich da bei mir die Nackenhaare auf. Das ist der Grund des "man". Aber nuja, Ausdruck war noch nie so mein Ding. Vermutlich könnte man es besser ausformulieren.Viele Grüße
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Guten Morgen,
mit etwas Abstand denke ich, dass der Alkohol mich etwas depressiv gemacht hat. Das wird mir erst jetzt deutlich. Abstinent befreit man sich so langsam von den tauben, in Schüben kommenden, negativen Gefühlen. Das fühlt sich gut an, da nun die Schübe nicht mehr so präsent sind. Früher dachte man, die Gedanken und Umstände waren die Ursache für den schlechten Gemütszustand. Aber jetzt stellt sich heraus, dass das war falsch. Denn die Probleme haben sich nicht geändert, nur die Sichtweise darauf. Man bekommt nun auch Endorphin-Schübe mitten am Tag, z.B. einfach weil die Sonne scheint. Oder man erfreut sich an einer kleinen Meise im Garten. Früher war das tagsüber eher negativ behaftet.Etwas weiteres ist mir gestern bewusst geworden: Früher trank man bis zur Bettschwere und schlief sofort ein. Jetzt aber spricht man mit der Frau vorm Einschlafen im Bett noch öfters über den erlebten Tag. Das gleicht mich aus und sortiert die Gedanken. Macht Probleme weniger zum Problem. Man sieht Lösungen und empfindet Hoffnung, wo man früher nur eine negative Endlosschleife sah. Man schläft auch wieder zufrieden ein und man hat einen erholsamen Schlaf.
Nunja. Manchmal fragt man sich schon, wie dumm man war.Viele Grüße
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Guten Morgen Forum,
schon wieder 5 Tage rum. Wenn man das mit dem Anfang der Abstinenz vergleicht, als man noch die Stunden zählte und sich suchtgeplagt durch die Minuten quälte. Es hat sich schon ganz schön verändert. Die Gedanken an Alkohol sind noch da, aber viel geringer und in viel größeren Abständen.Gestern fragte ich meine Frau, ob ich mich im Vergleich zur Alk-Zeit verändert hätte. Ihre augenzwinkernde Anwort: Ja. Betrunken würde ich weniger meckern und wäre handzahmer. Nun müsse sie mich wieder mit all meinen Facetten erleben.
. Sie findets aber gut. Weil die positiven Momente auch positiver sind. Mit ner gleichgültigen Mumie zu reden schien augenscheinlich inhaltlich nicht sehr konstruktiv zu sein.Euch einen schönen Wochenstart.
Viele Grüße.
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Guten Morgääähn,
heute geht es mir wieder besser. Gestern wurde nach Arbeit bewusst nur das gemacht, was einem gut tut.
@Cailda: Ja, diese kleinen schönen Momente tragen mich auch. Heute früh war die Kleine schon wach und wir konnten uns drücken. Das war schön und gibt Kraft für den Tag.
Zum Urlaub: Wahrscheinlich müssen wir wirklich etwas mehr Kreativität an den Tag legen. Wir werden wohl Zelten fahren.@Carl: Das war auch mein spontaner Gedanke. Man war kurz verletzt. Weil er einschätzt, dass man es nicht schaffen würde. Aber daraus kam dann ein Motivationsgedanke. "Ha! Du wirst schon sehen."
Martina: Ja, bei mir isses auch Mitte Oktober. Zum Nahestehenden: Naja, das passt schon. Wir geben uns gegenseitig stichelnd Sprüche. Er findet meine Entscheidung gut. Ihn kann ich auch Nachts um 3 anrufen und er würde in 10 Minuten auf der Matte stehen, wenn was passiert wäre. Was seine Beweggründe für den Spruch waren? Hm, schwer. Es wird eine Mischung aus mehreren Punkten deiner Auflistung sein. Unwahrscheinlich ist Anstrich 3.
Viele Grüße
Kamarasow -
Hallo,
wenn ich jetzt schreiben würde, dass es mir gut geht, dann wäre das eine Lüge. Bin viel zu müde und sitze auf Arbeit ohne mich ernsthaft konzentrieren zu können. Der Alltag frustet einen ordentlich. Man funktioniert (Job, Kinder, Haushalt) und die schönen Dinge sind einfach zu wenig. Eigentlich müsste man etwas Wesentliches ändern, aber eine Großfamilie braucht nun mal auch was zu beißen. Abgesehen davon kann man sich auch nicht einfach ausklinken. Was ich ohnehin schon oft tue. Die Vorstellung dieses Jahr aus finanziellen Gründen wieder nicht in den Urlaub fahren zu können macht alles nicht unbedingt leichter. Die vergangenen Jahre zog ich aus dem Urlaub viel Energie für das restliche Jahr.
Die Gedanken an Alkohol sind in solchen trüben Tagen dann doch präsent. Der Griff zur Flasche bringt nichts. Macht nichts besser. Man will sich nur ausmachen und die negativen Emotionen verdrängen. Das werde ich nicht.
Ein Nahestehender glaubt übrigens nicht an eine dauerhafte Abstinenz. Er sagte: Spätestens Mai trinkt der wieder. Paff, das saß. Schön wenn man solche Nahestehenden hat. Dann braucht man sich keine Mühe geben, sich selbst runterzuziehen.
Schön war heute, als mich meine Frau auf Arbeit anrief. Sie stellte ihr Telefon auf laut, da die kleinste Tochter mit ihrer süßen Stimme noch Tschüß sagen wollte. Als ich heute morgen schon aus dem Haus war, schlief die Kleine noch und hatte somit gar keine Möglichkeit.Nuja, weitermachen. Probleme erkennen und lösen.
Viele Grüße
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Hallo Carpenter,
ZitatSarkasmus liegt mir nunmal eher im Blut als schlüpfrige Witze...ernsthafte Diskussionen wecken mein Interesse, Smalltalk langweilt mich zu Tode...
genau das triffts eher auch bei mir.
Dass man erst süchtig werden musste, um sich in der Abstinenz selbst kennen und schätzen zu lernen, hat auch bissl was von Masochismus. Ein Schlag mit dem Zaunspfahls (oder wars der Wink auf den Hinterkopf?) hätte doch auch reichen können. Also, liebe Alkoholiker: Wer sich kennenlernen will, der muss nicht erst ins Kloster und Mönch werden, sondern für den Anfang reicht es auch mit dem Trinken aufzuhören. Das wird erschreckend genug.
Viele Grüße
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Ja, Carl Friedrich. Es fühlt sich so an, als ob die Emotionen z.T. neu entdeckt, kalibriert und bewertet werden. Es entwickelt sich nachwievor.
Hallo Slowly,
nüchtern zur Hochform kenne ich noch von früher. Im Moment ist mir aber einfach nicht danach, vielleicht später wieder. Ich hoffe daher, dass es mir irgendwann so wie dir ergeht und die Lockerheit zurückkommt. Wenn man es jetzt erzwingen würde, macht es einen nur verkrampfter.Viele Grüße
kamarasow