Ich muss hier mal meine Gedanken sortieren. Vielleicht hat der ein oder andere ja auch einen guten Tip für mich, wie ich mit der Situation umgehen kann.
Vor einigen Wochen kam es beim Umgang zwischen meinem Sohn und seinem Vater zu einem Vorfall. Mein Sohn (6 Jahre) wurde von dem Sohn (7 Jahre) der Freundin seines Vaters (also abgekürzt sein quasi Stiefbruder) in einen dunklen Raum (im Wohnwagen) gesperrt und wurde erst rausgelassen, als er angefangen hat bitterlich zu weinen und zu schreien. Eigentlich sollte er viel zu schwere Matheaufgaben lösen, damit der Stiefbruder ihn rauslässt. Die anwesenden Erwachsenen (Vater, Oma, Uroma meines Sohnes und Mutter, evtl Großeltern des Steifbruders) haben angeblich davon nichts mitbekommen. Als mein Sohn dann "frei" war, hat er sich weinend auf die Couch im Vorzelt gesetzt und der Stiefbruder kam wieder an und hat ihn geärgert. Die Erwachsenen saßen vor dem Vorzelt. Mein Sohn ist dann zu seinem Vater und dessen Freundin und hat geweint und erzählt, was passiert ist. Er hat daraufhin zu hören bekommen, dass das doch nichts schlimmes war und er ruhig aufhören könne zu weinen. Getröstet wurde er nicht. Das alles hat mein Sohn mir erzählt. Ganz von sich aus. Wenn ich nachgehakt habe, waren da sneutrale Fragen wie "und was ist dann passiert" oder "wer war jetzt wo" "hat jemand was dazu gesagt und was wurde gesagt". Das Ergebnis des ganzen war, dass mein Sohn bis heute noch Angst vor Dunkelheit wieder hat, nirgendwo alleine sein möchte, er nachts Panik bekommt, wenn er plötzlich allein ist. Selbst in der Schule ist das aufgefallen. Er wollte nicht mehr in die Pause und nicht alleine auf Toilette, weil er Angst hat, dass ihn jemand einschließen könnte. Zu seinem Vater möchte er auch nicht mehr, wenn der Stiefbruder auch da ist.
Ich habe daraufhin am selben Abend noch seinem Vater geschrieben. Der hat das total runtergespielt und meinte, unser Sohn solle keine Angst haben. Er könne ja mal mit ihm reden. Ich habe darauf dann geschrieben, dass wir beide bitte darüber mal sprechen. Damit war er erst mal einverstanden.
Ich habe mehrere Termine vorgeschlagen bzw gesagt, dass ich eigentlich immer ab nachmittags bzw frühen Abend kann. Da konnte er aber angeblich nie. Er arbeitet 24 Stunden Schichten, hat also auch immer wieder frei dazwischen. Aber mag sein, dass da tatsächlich Termine anstanden. Das kann ich nicht beurteilen. Einen weiteren Termin wollte er dann nicht und hat sich nicht mehr gemeldet.
Jetzt möchte er unseren Sohn holen, an einem Tag, an dem wir aber schon auf einem Kindergeburtstag sind. Das findet mein Ex unfair. Wenn er sich spontan meldet, er wolle seinen Sohn sehen, soll der auch Zeit haben. Er habe ja wohl Vorrang vor dem Geburtstag. Er habe seinen Sohn ja monatelang (5 Wochen) nicht mehr gesehen.
Ich habe ihm dann sachlich nochmal erklärt, dass wir auf einem Geburtstag sind und wir ja auch noch nichts geklärt hätten bzgl des Vorfalls beim letzten Mal. Da ja unser Sohn nicht auf seinen Stiefbruder treffen möchte.
Mein Ex ist jetzt sauer darüber, möchte eine klare Umgangsregelung (gegen die ich nie Einwände hatte, er war derjenige, der sich nicht festlegen wollte und nur spontane Treffen alle paar Wochen, manchmal Monate, möchte). Bei diesem Gespräch soll unser Sohn bei sein. Er möchte mit ihm über das letzte Mal sprechen. Er möchte dann auch den Stiefbruder mitbringen, denn der hat ja auch was dazu zu sagen, wie das wirklich war an dem Tag.
Ich war lange mit meinem Ex zusammen. Ich weiß, dass er manipulativ ist und die Tatsachen gerne verdreht. Er hat natürlich jedes Recht dazu, von seinem Sohn selber zu hören, wie er sich dabei gefühlt hat. Wobei er genau genommen das ja bereits gehört hat und für nicht schlimm befunden hat. Aber einem Kind dann jemanden vor die Nase zu setzen, vor dem es Angst hat und vor dem es dann für sich und seine Meinung einstehen soll, finde ich echt zu viel. Das habe ich ihm auch gesagt. Er behart aber darauf, dass er möchte, dass die Kinder das klären.
Ich weiß jetzt gerade nicht genau, was ich machen soll. Mein Sohn mag eh schon seinem Vater kaum was erzählen. Wenn er da ist, macht er dort immer alles mit und wird einfach irgendwann still, wenn er geärgert wurde. Sobald ich ihn dann abholen und die Autotür dann zu ist, fängt er an zu weinen und erzählt mir, was alles passiert ist und was er nicht gut fand.
Ich ermutige ihn immer, es dann seinem Vater (sage ihm gegenüber immer "Papa") zu sagen, wenn er da ist. Sonst wissen dieser ja gar nicht, wenn ihm was nicht gefällt oder ihn was oder jemand geärgert hat.
Ich habe ihn auch von Anfang an immer ermutigt zu seinem Vater zu gehen, habe noch nie ein schlechtes Wort über meinen Ex vor meinem Sohn verloren. Habe schon immer versucht zu vermitteln. Vorallem wenn mein Sohn wieder enttäuscht von seinem Vater oder dem Umgang im Allgemeinen war.
Seit mein Ex die jetzige Feeundin hat, klappt das alles gar nicht mehr. Alle Kinder (mein Ex hat ja noch zwei jüngere Töchter, alle Kinder nur ein Jahr auseinander) sind seitdem nach jede Umgang enttäuscht oder traurig oder eines der Kinder wurde verletzt.
Die Feeundin davor war klasse. Da hat da simmer super geklappt und die Kinder waren dort total glücklich. Da habe ich ihn auxh super gerne dann mitgegeben, weil ich wusste, dass es ihm Spaß macht und es ihm dort gut geht. Auch zu den Zeiten, wenn mein Ex Single ist. Da klappt das auch einigermaßen. Da gibt es dann auch immer mal Kleinigkeiten, aber so lange die Kinder glücklich und heile wieder nach Hause kommen, ist alles tutti. Aber nun?!
Die Sache ist jetzt, dass mein Ex das immer kleinredet oder wegredet. Oder die Kinder lügen. Oder wir Mütter lügen oder haben sie manipuliert. Deswegen befürchte ich, wenn jetzt das Jugendamt, Anwalt, Beratungsstelle eingeschaltet wird, dass es am Ende so ausgeht, dass die Kinder trotzdem immer dort hin müssen und nur noch mehr auf ihrem Rücken seitens meines Ex ausgetragen wird.
Was ist also jetzt die beste Lösung für meinen Sohn? Ich bin mir so unsicher.