Beiträge von Cadda

    Hallo nochmal,

    da wiederum habe ich andere Erfahrungen gemacht. Mich hat noch nie jemand zum Trinken überreden wollen.

    Ich habe übrigens herzhaft lachen müssen, Sunshine :D
    Mich musste früher auch niemand überreden :D
    Aber seit dem ich verkündet habe, dass ich kein Alkohol mehr trinke, hat das jeder akzeptiert und ist sogar froh darüber. Ich habe bisher nur positive Reaktionen erhalten.

    Ganz ehrlich? Wenn Du befürchtest, dass es Theater gibt, dann würde ich erst mit ihm reden, wenn Du den Schlüssel für die Wohnung hast und jederzeit weg kannst.

    Ich finde es klasse, wie konsequent Du es jetzt durchziehst!!

    Guten Morgen,

    an dieser Stelle bin ich etwas anderer Meinung, als Carl-Friedrich. Ich muss auch sagen, dass es schon erschreckend ist, zu beobachten, für wie viele Menschen Alkohol dazu gehört. Da muss ich nicht nass denken, um das zu erkennen und zu beobachten. Natürlich gibt es auch Leute, bei denen es nicht so ist, aber ich muss nicht zwangsläufig nass denken oder mich in nassen Kreisen aufhalten, um das mitzubekommen, für wie viele es dazugehört.

    Da genügt ein Gang durch die Fußgängerzone, an den Restaurants vorbei, Gespräche zwischen Kunden, Arbeitskollegen und Bekannten, Werbung, Fernsehserien usw. Überall wird vermittelt „gehört dazu“.

    Für mich ist der entscheidende Punkt, welche Gedanken ICH mir dazu mache. Sage ich mir „gehört halt zur Gesellschaft, ist nicht schlimm, ist normal“, dann rede ich mir das schön.
    Wenn ich das aber beobachte und mir denke „traurig, dass es in der heutigen Gesellschaft bei zu vielen Menschen als normal empfunden wird, ich möchte nicht dazugehören“, dann bin ich auf dem richtigen Weg.

    Lilli, es gibt nie den richtigen Zeitpunkt! Geburtstag, Urlaub, Weihnachten, depressive Stimmung, Stress auf der Arbeit. Eine Trennung bring immer Kummer mit sich.

    Freue Dich über die Wohnung!!!!! Da kommt zwar nun erstmal Unangenehmes auf Dich zu, aber wenn das erstmal geschafft ist.... herrlich!!!!

    Brigitte, ich hab allerdings nicht nur mitgetrunken. Ich war vorher schon abhängig, als ich in die Beziehung ging. Bloß dort konnte ich dem Saufen freien Lauf lassen, weil ich den „richtigen“ Saufpartner hatte. Ja, leider auch vor den Kindern. Das macht mich heute noch traurig, aber es ist nicht mehr zu ändern. Aber nun ist zum Glück alles anders :)

    Ich weiß es wirklich nicht, Carmen. Ich habe zumindest den Eindruck. Aber ich finde, dass es auch schon weit genug unten ist, wenn man jeden Tag bereits am Nachmittag mehrere Biere trinkt und abends zwangsläufig mit einer Fahne nach Hause kommt. Auch ohne dass man sich irgendwie anders benimmt...

    Ich schreibe dazu noch etwas im geschützten Bereich, weil es mir zu detailliert werden würde, denn ich habe außer meinem guten Freund noch ein weiteres Beispiel.

    Aber so allgemein denke ich, dass manche Menschen eben tiefer sinken, als Andere. Oder man es ihnen eben eher ansieht oder anmerkt. Man kann in die Menschen ja nicht reinschauen. Aber ich denke schon, dass es eben Leute gibt, die Alkoholiker sind, aber sich immer auf einem gewissen Level halten. Dieses Level reicht allerdings schon aus, um in der Sucht drin zu stecken. Finde ich jedenfalls.

    Hallo Bine,

    ich habe solche Dinge (abschließenden Brief schreiben) auch getan, um besser loslassen zu können. Es hat sich nichts geändert, ihm also nicht geholfen. Aber: Es hat MIR geholfen. Und darum geht es letztendlich.

    Naja, ich denke, wer täglich trinkt, ist abhängig. Er wird sich wohl auch zwangsläufig mal mit der Frage beschäftigt haben, ab wann man dann Alkoholiker ist. Geht ja gar nicht anders, denn ich bin seine sehr gute Freundin und er weiß, dass ich mich als Alkoholikerin sehe und deshalb nicht mehr trinke. Früher hat seine Freundin das tägliche Trinken bemängelt, irgendwann hat sie es so hingenommen. Vermutlich weil sie selbst sieht, dass es auf einem Level bleibt und der Zustand nicht schlimmer wird.
    Nun ja, es ist ja auch nicht mein Leben...
    Danke für Eure Gedanken dazu :)

    Ich liege gerade in der Sonne und genieße meinen freien Tag!

    Einfach aus dem Grunde, weil doch jedem bewusst sein müsste, dass es eben nicht normal ist, jeden Tag mehrere Biere zu trinken? Vor allem Tags über. Ich weiß es nicht. Das Wissen, wie PB beschrieb, trinken zu MÜSSEN vielleicht. Ich weiß aber nicht, ob ich dann aufgehört hätte. Ist vielleicht ähnlich, wie beim Rauchen. Man bekommt keine Probleme, weiß aber doch, dass es eine Sucht ist, die ja auch den Körper angreift, auch wenn man das noch nicht merkt.

    Guten Morgen,

    gestern wae ein Kumpel bei mir. Wir haben so viele schöne Zeiten gehabt, die natürlich früher auch mit Feiern zu tun hatten. In den Zeiten, wo wir jedes Wochenende unterwegs waren, konnte ich auch schon nicht mit Alkohol umgehen, aber es waren natürlich auch Abende voller Spaß dabei. Zu den Zeiten habe ich noch nicht Tags über getrunken oder morgens ein Bier raufgekippt, um den Kater loszuwerden. Das waren die Zeiten, an denen ich Sonntags völlig fertig war, weil ich halt noch nicht auf die Idee gekommen war, auf den Restalkohol noch was raufzukippen. Ich hab dann die Sonntage irgendwie ausgehalten und mir jedes Mal vorgenommen, dass ich am nächsten Wochenende fahre. Gemacht hab ich es dann nie, denn Freitags war ja alles wieder gut.

    Mein Kumpel trinkt seit Ewigkeiten. Anders als ich damals. Er trinkt seine paar Bier am Tag und man merkt ihm nichts an. Er hat keine Ausfälle, kommt nie betrunken rüber. Er ist einer der wenigen Leute, die irgendwie an einem Punkt in der Abwärtsspirale stehen geblieben sind. Es geht nicht weiter runter. Schön ist es aber auch nicht. Ich denke immer daran, dass seine Familie ja zumindest seine Fahne auch riecht. Zu Hause trinkt er wohl nicht. Ich weiß es nicht, ob er es heimlich in der Garage macht oder nicht. Jedenfalls arbeitet er, viel und gut im Handwerksbereich. Er ist fleißig ohne Ende und wahnsinnig gut in seinem Job, kann sich vor Angeboten kaum retten. Nach der Arbeit besucht er hier und da mal jemanden und ist dann immer zum Abendbrot pünktlich zu Hause bei seiner Familie.

    Warum ich das erzähle? Einfach nur, weil es mir durch den Kopf geht. Da haben sich viele Menschen mit diesem täglichen Alkoholkonsum abgefunden und es gehört zum alltäglichen Leben dazu und wenn man das so durchdenkt oder jetzt oben durchliest, dann frage ich mich "Ob er es wohl als Problem sieht?" Also im inneren. Ich hab natürlich schon mal mit ihm drüber geredet, da sagt er, dass er es so gut findet, wie es ist. Er würde ja wissen, wann Schluss ist und hat nie einen Kater. Wie es innerlich in ihm aussieht kann ich schlecht einschätzen. Er macht wirklich einen zufriedenen Eindruck und ich frage mich, ob es wirklich Alkoholiker gibt, die zufrieden sind? Also so RICHTIG zufrieden aus tiefsten Herzen. Weil ich immer denke, dass man doch im Grunde genommen weiß, dass man trinkt. Egal, ob es nun negative Auswirkungen hat oder nicht. Man weiß doch trotzdem, dass man Alkoholiker ist.

    Wie dem auch sei... ich bin jedenfalls froh, nicht mehr trinken zu müssen. Nicht nur, weil ich ständig Kontrollverlust hatte. Aber ich frage mich seit gestern, wie es gelaufen wäre, wenn ich mich so verhalten würde, wie mein Kumpel. Wenn ich kaum negative Auswirkungen gemerkt hätte. Hätte ich dann auch aufgehört zu trinken? Denn es fehlt ja irgendwie der persönliche Tiefpunkt. Wisst ihr, wie ich meine?

    Hallo Brigitte,

    ich kann verstehen, dass Dich das verletzt hat, dass der Bruder da was im Alleingang gemacht hat. Im Grunde genommen meinte er es ja nur gut, aber er hätte sich vorher mit Dir absprechen müssen. Vielleicht sagst Du ihm nochmal im ganz ruhigen Ton, dass es Dich verletzt hat und Du Dir wünscht, dass er offener mit DIR redet, bevor er mit Anderen spricht. Dann kannst Du vielleicht besser einen Haken hinter die Sache machen. Ansonsten finde ich es toll, dass Du auf Dich achtest. Das Wichtigste ist, dass es DIR gut geht und Deinem Sohn.

    Hab einen tollen Tag heute.

    Cadda

    Guten Morgen Liesa,

    schön, dass Du nun hier angekommen bist und ein Tagebuch eröffnet hast. Ich wollte Dich schon längst begrüßen. Momentan spielt sich viel im geschlossenen Bereich ab, deshalb ist der Blick hier manchmal etwas verloren gegangen, aber ich gebe mir Mühe, das zu ändern :)
    Also wie gesagt, schön ist es, dass Du da bist und wenn man Dich so liest, dann ist zu merken, dass Du Dich über eine Anfangseuphorie freuen kannst. Ich hatte das auch. Einige haben es nicht, im Gegenteil. Deshalb freu Dich darüber, dass Du das so genießen kannst. Ich weiß auch genau, was Du meinst. Ohne Kater wach werden. Find ich nach fast drei Jahren übrigens noch toll und ich glaube, das hilft auch ungemein, beim Trocken werden bzw. bleiben. Sich immer wieder bewusst machen, wie schön es ist. Das Positive sehen und wenn es nur die kleinste Kleinigkeit ist. Wie gesagt, ich werde manchmal wach und denke bewusst daran, wie toll es ist, dass ich nie mehr ohne Kater aufwachen muss.

    Ich bin so ausgeschlafen, wie noch nie. Ich wache auch fast immer vor meinem Wecker auf, einfach, weil ich nun fertig bin mit schlafen :D

    Ich war ehrlich gesagt auch etwas verwirrt über Deinen Titel, aber ich fasse ihn mal einfach wörtlich auf. Früher hat man immer mal gesagt, wenn man krank war "da kippe ich mal was rauf, die Erkältung muss schließlich desinfiziert werden" oder so ein Schwachsinn. Aber ich denke bei Deinem Titel jetzt mal an einen Vorgang wie: Auf der Arbeit eine Fläche mit Desinfektionsmittel desinfizieren. Da ist ja auch oft Alkohol drin.

    Übrigens, jetzt mal nicht nur an Dich, sondern allgemein: Meinem Freund wurde ein Zahn gezogen und ihm wurde eine Mundspülung verschrieben. Beim Zähne putzen gestern habe ich mir die Beschriftung angesehen. Da stand Folgendes drauf:

    Alkoholfrei: 0,2 Prozent.... Das erinnerte mich an das alkoholfreie Bier, was ja im Grunde genommen gar nicht alkoholfrei ist :roll:

    Ich wünsch DIr einen richtig tollen Tag, Liesa. Hier ist das Wetter heute RICHTIG toll und ich werde gleich eine Runde joggen gehen. Heute bin ich EXTREM motiviert :)

    Vielleicht ist es sogar gut, dass ich kein Pegeltrinker war, sondern grundsätzlich so breit war, dass ich mich zum Affen gemacht habe. So funktioniert es wenigstens perfekt, Suchtgedanken loszuwerden, indem ich den Gedanken zu Ende denke....

    Also ich (ebenfalls Jungfrau, mit oben genannten Eigenschaften) beschäftige mich auch nicht mit den unterschiedlichen Arten des Alkoholismus. Früher hab ich mir mal gewünscht, ich würde zu den Pegeltrinkern gehören. Immer nen leichten Glimmer, gut gelaunt und nie voll wie ne Badewanne mit Kontrollverlust. Aber heute ist mir das extrem egal, was ich war, denn ich will weder Pegeltrinker-, 24/7-Trinker- noch Quartalssäufer sein. Ich kenne gar nicht mehr Arten.

    Hallo.

    Ich würde genau so damit umgehen, wie Du es getan hast: Sagen, dass ich nicht darüber reden möchte. Deine privaten Dinge gehen die Nachbarin nichts an.

    Ob Du Deinem Bruder glaubst oder nicht, kannst natürlich nur Du selbst entscheiden.

    Das Gerede der Familie oder Leute im Umfeld ist nervig, ABER:
    Es hat NICHTS mit Deiner Entscheidung zu tun, denn die war richtig. Trocken werden und sich vom Alkoholiker trennen. Das ist das Einzige, was zählt!

    Genau so ist es bei mir auch!!! :D

    Ich hab in Beziehungen schon immer so unendlich viel mitgemacht. Auch ohne, dass Alkohol eine Rolle spielte. Ich hab immer gesagt, dass es eeeeewig dauert, bis bei mir eine Grenze erreicht ist. Aber WENN sie erreicht ist, dann IST sie auch erreicht und dann ist es zu spät. Darauf konnte ich mich dann doch verlassen.

    Dennoch würde ich gern die Zeit zurückdrehen und schneller handeln. Denn dieses Ausreizen der persönlichen Schmerzgrenze kostet unendlich viel Energie und schlimmer noch: Das Selbstwertgefühl sinkt mit jedem Tag.

    Es ist ein tolles Gefühl, es wieder zu haben und mir persönlich wird es auch nicht mehr passieren, dass ich mir so viel gefallen lasse, da ich mich glücklicherweise nicht nur aus der Co-Abhängigkeit, sondern auch aus der eigenen Abhängigkeit befreit habe. Bzw umgekehrt. Erst dadurch, dass ich mich aus der eigenen Abhängigkeit befreit habe, konnte ich meine Co.Abhängigkeit angehen.

    Du bist sympathisch. Du hast so ein Verhalten und somit so einen Mann nicht verdient. Fang an, Dir das Leben schön zu machen. Das geht mit ihm nicht. Das geht nur ohne ihn.