Beiträge von Cadda

    Guten Morgen,

    ich bin nun bald 3 Jahre trocken und habe noch nicht ein einziges Buch zum Thema gelesen. Gefühlt habe ich allerdings alle Zusammenfassungen hier gelesen :)
    Nun habe ich schon oft Buchtips hier gelesen und da ich es gern humorvoll mag, hab ich mir nun das Buch ALK von Simon Borowiak gegönnt. Allerdings als Hörbuch, was ich nur empfehlen kann.

    Ich hab nämlich jetzt Urlaub und hab den Tip bekommen, es doch mal mit Hörbüchern während des Laufens zu probieren. Das hab ich ausprobiert und finde es übrigens klasse. Dass ich mit dem Buch ALK anfange, war für mich klar, weil ich schon immer gedacht habe, dass ich das mal unbedingt lesen müsste.

    Nun hab ich es wie gesagt als Hörbuch und bin noch nicht mal ganz durch und kann nur sagen: Ich finde es genial!!! Und ich finde es auch genial für Leute, die nicht abhängig sind. Einfach, weil ihnen auf so gute Art und Weise erklärt wird, was in dem Hirn eines Alkoholikers vor sich geht. Von daher kann ich es auch gern allen Co-Abhängigen ans Herz legen. Vielleicht verstehen sie dann, dass sie mit ihren Hilfestellungen, ihrem Verständnis, ihren Gesprächen und ihrer Geduld nur Folgendes erreichen: Nichts!

    Meine beste Freundin hat im übrigen auch angefangen, das Buch zu hören. Sie ist nicht abhängig und findet es trotzdem super und vor allem interessant. Ich finde es toll, wenn ernste Themen nicht so ernst rübergebracht werden, sondern einem so richtig naturgetreu und humorvoll ins Gesucht geklatscht werden, ohne groß drum herum zu reden :) Also kurzum: Ich bin begeistert!

    Ja, wie gesagt, ansonsten habe ich Urlaub und genieße meine Zeit. Ich bewege mich viel, egal ob in Form von joggen, walken, Fahrrad fahren oder einfach nur spazieren gehen. Ich erledige Dinge, zu denen ich sonst keine Zeit bzw. Lust habe und freue mich, dass nicht mehr viel auf meiner To-Do-Liste steht. Da stehen noch Sachen, aber die haben Zeit :)

    Ich bin wirklich zufrieden zur Zeit. Mit meinen Jungs läuft es gut, ich finde sie toll :)
    Sie werden langsam aber sicher immer erwachsener in ihrem Denken. Manchmal vergessen sie das von jetzt auf gleich und machen mich wahnsinnig, aber das gehört dazu. Grundsätzlich bin ich aber wahnsinnig stolz, weil sie einfach so gut geraten sind. Ich merke immer wieder, dass sie einfach mit einem guten Grunddenken ausgestattet sind und das beruhigt mich extrem. Sie können sich wahnsinnig gut in andere Menschen reinversetzen, sind emphatisch. Außerdem wissen sie es zu schätzen, wenn ich ihnen etwas kaufe und sind dankbar und höflich. Alles Eigenschaften, die man gut gebrauchen kann...
    Also versteht mich nicht falsch: Ich hab hier keine zwei Jungs sitzen, die ihre oben genannten Eigenschaften den ganzen Tag lang ausleben. Nein, ganz sicher nicht. Die bekommen sich genau so das raufen, wie andere Jungs in ihrem Alter, überspannen den Bogen oftmals, indem sie frech sind oder schnell mal laut werden (kein Wunder, ich bin auch so) und die Augen rollen, bis man nur noch Weißes sieht :)
    Meine Jungs gehörten noch nie zu denen, die top in der Schule sind und sich nie daneben benehmen. Aber wenn es drauf ankommt, dann klappt es und wenn mal ein Streit war, dann machen sie sich ihre Gedanken dazu, können gut argumentieren und ihre Meinung vertreten, aber gleichzeitig auch einsehen, wenn sie etwas falsch gemacht haben. Eine gute Mischung würde ich sagen...

    So, ich wechsele jetzt nochmal eine Runde in den anderen Bereich und dann mache ich mich auf den Weg nach draussen. Ich wünsche allen einen schönen Tag mit viel Sonne, vor allem im Herzen :)

    Cadda

    Nochmal ich... :) Ich denke jetzt die ganze Zeit über meine Leute nach. Ich habe auch Leute um mich herum, die ab und zu trinken. Meine beste Freundin, die trinkt abends mit ihrem Freund auch mal ein paar Gläser Wein oder auf einer Feier und berichtet mir dann "Puh, ich hab bisschen Kopfweh heute". Aber sie ist keine Alkoholikerin. Wir waren immer zusammen feiern und sie hat immer den Absprung geschafft und ich nie. Sie wusste immer, wann Schluss ist. Manchmal wollte sie auch gern etwas drüber feiern, warum auch nicht? Sie ist jetzt nur ein Beispiel, ich hab noch mehr Leute, die ich kenne, die ab und zu auf Feiern einen über den Durst trinken. Ich würde nicht auf die Idee kommen, denen allen die Freundschaft zu kündigen. Aber ich treffe mich mit ihnen halt jetzt auf anderer Ebene, weil es eben keine Alkoholiker sind, ist das auch kein Problem. Wenn ich mich mit meiner Freundin treffe oder mit meiner Schwester, dann trinken die keinen Alkohol, sondern was Anderes. Und wenn wir auf einem Geburtstag abends sind, ja dann trinken die halt auch mal alkoholische Dinge. Aber da kann ich mir ja immer genau überlegen, ob ich mitfahre. Mache ich bei mir wichtigen Leuten auch. Meine Schwester allerdings, z. B., die hat schon immer Feiern mitgenommen, auch mal ohne zu trinken. Sie hat auch mal Abende gehabt, vor allem, bevor sie Familie hatte, wo sie ordentlich mitgezogen hat. Aber halt extrem selten und ich IMMER. Darin liegt halt einfach der Unterschied.

    Ich weiß ja nicht, wie es bei Deiner Familie und Freunden ist. Wenn sie in Maßen trinken, dann würde ich auch nicht irgendwelche Kontakte abbrechen. Das hab ich auch nicht gemacht, das verlangt auch keiner. Wenn sie auch mal verzichten können, wenn ihr Euch trefft, dann sollte das doch kein Problem sein. Aber ich hatte auch Leute um mich rum früher, die haben genau so gesoffen, wie ich. Diese Leute treffe ich nun nicht mehr. Sie hätten vermutlich auch gar kein Interesse, sich mit mir auf nen Kaffee zu treffen und umgekehrt genau so wenig. Das war einfach nur Rumsaufen und Spaß dabei haben. Den hatte ich ja auch, so ist es ja nicht.

    Nun hab ich meine "normalen" Leute um mich rum, mit denen ich auch Spaß habe, aber halt ohne Saufen. Wie ist es denn bei Dir? Hast Du Freunde in Deinem Umfeld, mit denen Du Dich auch ohne Alkohol triffst? Wie wird denn darauf reagiert, dass Du nichts mehr trinkst?

    Es ist ja auch eine Sache der Art und Weise. Je nachdem, wie sicher DU auftrittst, wird auch auf DICH reagiert. Wenn Du selbst unsicher auftrittst und sagst, dass Du noch nicht genau weißt, ob Du wieder was trinken möchtest, ist das Verständnis nicht so groß. Wenn DU klar und deutlich sagst: "Ich will nicht mehr trinken zukünftig, das ist zu akzeptieren", dann nimmst Du ja den Wind aus den Segeln.

    Im übrigen gebe ich Lia Recht: Nach all Deinen Gedanken und Gefühlen... Könntest Du da nun mit Freude und ohne schlechtes Gefühl weiter trinken?

    Guten Morgen,

    ja, ich dachte ähnlich gestern. Wenn Du, Jessica, den Beitrag von Carl-Friedrich genau liest, dann stellst Du fest, dass er die Gedanken teilweise nachvollziehen konnte.

    Der letzte Beitrag von Hartmut... wo er über über das trinkende Umfeld schreibt... da hab ich sofort an Deine Worte gedacht, dass Du Dich anders fühlst und nicht normal bist.
    Wärst Du nun mit Leuten zusammen, die NICHT trinken und Du würdest aber noch trinken... DANN würdest Du Dir auch anders und nicht normal vorkommen, obwohl Du trinkst. Weißt Du, wie ich meine??

    Tja... ich fange jetzt nicht wieder mit dem Thema der Art und Weise des Vorbringens an...

    Jessica. Ich würde mich ebenfalls freuen, wenn Du bleibst. Wenn man hier nicht seine Gedanken aufschreiben kann, wo dann?? Du warst von Anfang an unsicher, wie der Titel schon sagt. Umso besser, dass Du offensichtlich immer noch skeptisch genug bist, nichts zu trinken.

    So ist es Liesa,

    es erinnert zu sehr an echten Sekt. Dein Gefühl ist richtig.

    Ich finde es trotzdem toll, dass auf Dich Rücksicht genommen wird, es war ja gut gemeint. Mir wurde damals im Schützenverein, bei meiner Schwiegerfamilie und auf Geburtstagen auch anfangs so ein Zeug gekauft. „Hab ich Dir extra besorgt“ hieß es :)
    Ich hab dann abgelehnt und auch erklärt weshalb. Dass es vom Gefühl her so wäre, als wenn ich richtigen Sekt trinke. Ich hab es dann mit Red Bull versucht, da war ich noch so drauf, dass ich irgendwie ja auch einen anderen Zustand erreichen wollte. Also hat jeder mir Red Bull kaltgestellt. Darauf hatte ich aber schnell keinen Bock mehr. Inzwischen trinke ich das, was da ist. Selter oder Fanta oder was weiß ich.

    Wenn ich mir im Sommer was schönes kaltes gönnen möchte, dann mag ich Bionade Holunder oder Kräuter eiskalt oder Volvic mit Zitrone Limette. Was Erfrischendes halt!

    Also wie gesagt: Dein Gefühl ist richtig, lieber Finger weg. Aber wie gesagt: Der Wille Deiner Familie zählt. Sie verstehen aber bestimmt, wenn Du nächstes Mal erklärst, warum Du lieber drauf verzichtest :)

    Die Familie mit reinziehen... kenne ich... wurde mir auch angedroht und in die Tat umgesetzt. Er hat irgendwann mal meinem Vater ewig lange whats App Nachrichten geschrieben und meinen Freunden auch. Natürlich seine völlig verdrehte Wahrnehmung. Ich könnte ihn noch heute unangespitzt in den Boden rammen, wenn ich daran zurück denke... ich kann Dir nur den gleichen Rat geben: Warne Deine Leute vor, dann machst Du Dich unangreifbar.

    Ich habe einige Leute (die Alkoholiker) nicht mehr auf meiner Liste von Leuten, mit denen ICH mich verabrede. Aber wenn meine beste Freundin auf nem Geburtstag Wein trinkt, weil sie damit umgehen kann, finde ich das NULL problematisch.
    Treffen wir uns allerdings allein, trinkt sie Kaffee oder Limonade mit mir. Eben weil sie DAS normal findet. Somit gehört sie z.B. zu denen, die den Durchblick haben, dass Alkohol nicht „dazugehört“.

    Allerdings sind die engsten Freunde und meine Familie keine Menschen, die ständig trinken. Ich bekomme es aber im Bekanntenkreis mit oder eben auch wenn Leute sich unterhalten. Ich meinte bei meinen Beispielen nicht die Menschen, die ich unmittelbar um mich herum habe. Aber dass es ein verbreitetes Problem ist, dass erhöhter AlkoholKonsum leider in der Gesellschaft als „normal“ ausgelegt oder empfunden wird, kann man ja nun mal nicht schön reden. Oder wo verschwinden die ganzen Mengen, die verkauft werden in Deutschland und natürlich in anderen Ländern?

    Mir ist schon klar, dass ihr darauf hinauswollt, dass man sich ein Umfeld suchen sollte, wo Alkohol eben nicht zum Alltag dazugehört. Das sehe ich auch so!!!!

    Aber dass Alkohol leider ALLGEMEIN zu gesellschaftsfähig ist, das ist ja nun mal nicht zu übersehen. Egal ob man nass oder trocken denkt.

    Für mich kommt es wie gesagt darauf an, wie ich damit umgehen. Rede ich es mir schön, nach dem Motto „Machen ja Alle“ oder sehe ich der Wahrheit ins Gesicht, dass es eben nicht normal ist und versuche der „normalen Trinkergesellschaft“ nicht anzugehören?!

    Hallo nochmal,

    da wiederum habe ich andere Erfahrungen gemacht. Mich hat noch nie jemand zum Trinken überreden wollen.

    Ich habe übrigens herzhaft lachen müssen, Sunshine :D
    Mich musste früher auch niemand überreden :D
    Aber seit dem ich verkündet habe, dass ich kein Alkohol mehr trinke, hat das jeder akzeptiert und ist sogar froh darüber. Ich habe bisher nur positive Reaktionen erhalten.

    Ganz ehrlich? Wenn Du befürchtest, dass es Theater gibt, dann würde ich erst mit ihm reden, wenn Du den Schlüssel für die Wohnung hast und jederzeit weg kannst.

    Ich finde es klasse, wie konsequent Du es jetzt durchziehst!!

    Guten Morgen,

    an dieser Stelle bin ich etwas anderer Meinung, als Carl-Friedrich. Ich muss auch sagen, dass es schon erschreckend ist, zu beobachten, für wie viele Menschen Alkohol dazu gehört. Da muss ich nicht nass denken, um das zu erkennen und zu beobachten. Natürlich gibt es auch Leute, bei denen es nicht so ist, aber ich muss nicht zwangsläufig nass denken oder mich in nassen Kreisen aufhalten, um das mitzubekommen, für wie viele es dazugehört.

    Da genügt ein Gang durch die Fußgängerzone, an den Restaurants vorbei, Gespräche zwischen Kunden, Arbeitskollegen und Bekannten, Werbung, Fernsehserien usw. Überall wird vermittelt „gehört dazu“.

    Für mich ist der entscheidende Punkt, welche Gedanken ICH mir dazu mache. Sage ich mir „gehört halt zur Gesellschaft, ist nicht schlimm, ist normal“, dann rede ich mir das schön.
    Wenn ich das aber beobachte und mir denke „traurig, dass es in der heutigen Gesellschaft bei zu vielen Menschen als normal empfunden wird, ich möchte nicht dazugehören“, dann bin ich auf dem richtigen Weg.

    Lilli, es gibt nie den richtigen Zeitpunkt! Geburtstag, Urlaub, Weihnachten, depressive Stimmung, Stress auf der Arbeit. Eine Trennung bring immer Kummer mit sich.

    Freue Dich über die Wohnung!!!!! Da kommt zwar nun erstmal Unangenehmes auf Dich zu, aber wenn das erstmal geschafft ist.... herrlich!!!!

    Brigitte, ich hab allerdings nicht nur mitgetrunken. Ich war vorher schon abhängig, als ich in die Beziehung ging. Bloß dort konnte ich dem Saufen freien Lauf lassen, weil ich den „richtigen“ Saufpartner hatte. Ja, leider auch vor den Kindern. Das macht mich heute noch traurig, aber es ist nicht mehr zu ändern. Aber nun ist zum Glück alles anders :)

    Ich weiß es wirklich nicht, Carmen. Ich habe zumindest den Eindruck. Aber ich finde, dass es auch schon weit genug unten ist, wenn man jeden Tag bereits am Nachmittag mehrere Biere trinkt und abends zwangsläufig mit einer Fahne nach Hause kommt. Auch ohne dass man sich irgendwie anders benimmt...

    Ich schreibe dazu noch etwas im geschützten Bereich, weil es mir zu detailliert werden würde, denn ich habe außer meinem guten Freund noch ein weiteres Beispiel.

    Aber so allgemein denke ich, dass manche Menschen eben tiefer sinken, als Andere. Oder man es ihnen eben eher ansieht oder anmerkt. Man kann in die Menschen ja nicht reinschauen. Aber ich denke schon, dass es eben Leute gibt, die Alkoholiker sind, aber sich immer auf einem gewissen Level halten. Dieses Level reicht allerdings schon aus, um in der Sucht drin zu stecken. Finde ich jedenfalls.

    Hallo Bine,

    ich habe solche Dinge (abschließenden Brief schreiben) auch getan, um besser loslassen zu können. Es hat sich nichts geändert, ihm also nicht geholfen. Aber: Es hat MIR geholfen. Und darum geht es letztendlich.

    Naja, ich denke, wer täglich trinkt, ist abhängig. Er wird sich wohl auch zwangsläufig mal mit der Frage beschäftigt haben, ab wann man dann Alkoholiker ist. Geht ja gar nicht anders, denn ich bin seine sehr gute Freundin und er weiß, dass ich mich als Alkoholikerin sehe und deshalb nicht mehr trinke. Früher hat seine Freundin das tägliche Trinken bemängelt, irgendwann hat sie es so hingenommen. Vermutlich weil sie selbst sieht, dass es auf einem Level bleibt und der Zustand nicht schlimmer wird.
    Nun ja, es ist ja auch nicht mein Leben...
    Danke für Eure Gedanken dazu :)

    Ich liege gerade in der Sonne und genieße meinen freien Tag!