Beiträge von Cadda

    Guten Morgen.

    Es ist immer wieder erstaunlich, wie gut das Forum einem hilft, sich immer wieder selbst zu erinnern und sortieren. Manchmal öffne ich diese Seite und lese einfach nur und manchmal möchte ich nur jemand Anderem etwas schreiben, so wie eben in dem Thread "Unsicher" von Jessica und schon ist man gedanklich automatisch wieder in der eigenen Geschichte. Als ich Jessica eben was geschrieben habe, nämlich, dass es mein Untergang war, als ich anfing, zu Hause im Alltag meinen Wein zu trinken, da musste ich nochmal eine Zeit nachdenken. War das wirklich erst mein Untergang oder war es schon viel früher? Ich war schon vorher süchtig, das weiß ich. Aber als der Alkohol im Alltag eine Rolle spielte, da war eine weitere Grenze überschritten und deshalb ging es mit der Abwärtsspirale nochmal deutlich weiter nach unten. Es war ein besonderer Schritt für mich, auf einmal Wein zu Hause zu haben und ungehemmt jederzeit da auch allein bei zu gehen und mir ne Flasche zu öffnen. Haben ja viele so gemacht. Warum nicht auch ich? Zum Entspannen, beim Kochen und so weiter. Aber DAS war im Grunde genommen ein Verhalten, was ich nicht kannte von zu Hause aus meinem Elternhaus. Deshalb hat es auch lange gedauert, bis das bei mir soweit war.

    Ich weiß, dass ich mich wiederhole, ich hab es hier schon mal beschrieben, aber ich greife es trotzdem nochmal auf. Das erste Mal betrunken war ich mit 14. Ich war bei Freunden und ich war direkt hackevoll. Kontrollverlust beim ersten Mal. Der Beweis, dass ich noch nie mit Alkohol umgehen konnte. Ich hab nicht oft was getrunken am Anfang, aber als ich nachher los durfte, in die Dorfdisse und zu Privatpartys im Jugendalter gab es im Grunde genommen keine Party?, an der ich nichts getrunken habe. Es ist nicht jedes Mal ausgeartet, weil ich in einem bestimmten Alter ja noch ne Uhrzeit mitbekommen habe, aber spätestens, nachdem ich solange weg bleiben durfte, wie ich wollte, war die Party erst zu Ende, wenn ich voll war. Ich bin auch nie Fahrerin gewesen. Damit ich bloß trinken kann. Wenn ich Montags an die peinlichen Geschichten dachte, hab ich immer gesagt "ich trink nächstes Wochenende nichts, ich fahre". Darüber wurde sich nachher schon lustig gemacht, weil ich sowieso Freitags entschieden hatte, dass ich doch nicht fahren werde. Da war ich doch im Grunde genommen schon drin in der Abhängigkeit. Ich konnte das, was ich mir selbst vorgenommen habe, nicht einhalten. Absolut nicht.

    So lebte ich von Party zu Party. Ich habe nie in der Woche zu Hause getrunken. Deshalb freute ich mich schon Montags auf Freitag bzw. Samstag-Abend. Wenn irgendwo ne Scheunenfete war, haben wir schon die Flyer ins Auto gehängt und wenn ich in der Woche mit dem Auto unterwegs war bekam ich immer ein gutes und euphorischers Gefühl, wenn ich durch den Flyer erinnert wurde "Samstag ist Party". Vergleichbar ist das mit dem Gefühl, was ich später hatte, wenn ich mir zu Hause meinen Wein geöffnet habe. Nein, nicht vergleichbar. Es war absolut gleich merke ich gerade. Dieses "Ja, jetzt trinke ich was" hatte solche Glücksgefühle ausgelöst. Viele werden es kennen, wenn nicht sogar alle. Beim Schreiben bekommt man direkt Lust drauf und wenn ich dann aber meine Methode anwende und den Gedanken zu Ende denke.....wie geht es nach dem ersten und zweiten Glas weiter. Wie sieht es nach der ersten Flasche aus?? Bereits DAS reicht mir, um die Lust auf das Trinken wieder zu verwerfen, denn bereits nach der ersten Flasche konnte man mich in die Tonne hauen. Wenn mir diese Gedanken nicht reichen, denke ich nochmal daran, wie es am nächsten Morgen ist, wenn ich mit einem Kater wach werde und mich definitiv nicht mehr daran erinnern kann, wie ich ins Bett gekommen bin und dann bin ich ein für alle Mal bedient mit der Lust auf ein Glas Wein. Gern kann ich mir als Krönung noch vorstellen, dass ich morgens im Bett liege, ich mich schäme, wenn ich meine whats app Nachrichten ansehe und wie meine Kinder reinkommen und sagen "Mama, Du warst ja gestern schon wieder so durcheinander" und wie ich mich dann frage, ob ich die Kinder eigentlich ins Bett gebracht habe oder mein Partner oder ob sie vielleicht sogar selbst gegangen sind. Heulen könnte ich gerade, wenn ich daran denke!!!! Laut los heulen, ganz ehrlich. So etwas sollten Kleinkinder niemals erleben müssen.


    Es ist ganz komisch gerade. Ich habe gerade das beste Beispiel live im Absatz davor durchlebt, wie es mir geht, wenn ich Lust auf etwas zu Trinken bekomme. Als ich anfing von der Partyzeit zu schreiben bekam ich beim Schreiben WIRKLICH Lust auf das Gefühl, was ich selbst beschrieben habe. Dieses euphorische Glücksgefühl. Ich hab dann genau das weiter geschrieben, was ich dachte. Zu Ende dachte. Meine Methode. Ihr ward quasi live dabei :D Und könnt ihr Euch vorstellen, wie die Lust auf ein Glas Wein am Ende meines Absatzes komplett weg war?? Es ist so. Ich bin jetzt, keine 3 Minuten später angewidert bei dem Gedanken an Alkohol....

    So nun bin ich abgewichen von dem, was ich eigentlivch schreiben wollte. Ich schicke auch einmal kurz ab, weil ich Angst habe, dass mein Laptop meinen Text wieder einmal verschluckt....

    Guten Morgen Jessica,

    ich denk nun schon ne Weile nach über Deine Geschichte. Als ich an dem Zeitpunkt war, wie Du jetzt, hab ich alles als noch „nicht schlimm“ empfunden und weiter gemacht. Wo es geendet hat, hätte es nie enden dürfen. Aber im Nachhinein betrachtet, war es an dem Zeitpunkt, an dem Du jetzt stehst, bereits vorprogrammiert.

    Ob das nun bei Dir so ist, das weiß ich natürlich nicht, aber ich bin ganz ehrlich... allein die Tatsache, dass Du Dich hier angemeldet hast und dass es Dir schwer fällt, auf Alkohol zu verzichten, sagt ja eigentlich alles aus. Ich halte normalerweise nichts von Ferndiagnosen und Einschätzungen, aber bei Dir kreist mir immer wieder im Kopf, dass Du vermutlich am Anfang einer psychischen Abhängigkeit stehst und bis einen die voll im Griff hat, geht’s schnell. Eine körperliche Abhängigkeit ist dann ebenfalls schnell erreicht.
    Aber diese Gedanken, dass man trinken möchte, um zu entspannen, um gut drauf zu sein oder was auch immer... die sind halt gefährlich im Alltag.

    Das was Carmen da gesagt hat, stimmt. Einem nicht süchtigen Menschen ist Alkohol völlig egal.

    Leider gibt es davon in der heutigen Zeit nur noch so wenige Menschen, dass einem die eigene Abhängigkeit zu spät bewusst wird. Alle Anderen trinken ja auch und das geht schon im Jugendalter los. Bei vielen normalisiert sich das Trinkverhalten, wenn die Partyzeit zu Ende ist und manche kommen nicht wieder raus, so war es bei mir.

    Für mich ist es akut, wenn der Alkohol zum Alltag gehört. Als ich anfing, mir zu Hause -außerhalb einer Party oder einem Treffen mit Freunden- meinen Wein zu genehmigen, war das mein Untergang.

    Es ist gut, dass Du hier bist. Sein stolz und dankbar, dass Du bereits zu diesem Zeitpunkt Dich selbst reflektierst und handelst. Dir kann dadurch eine ganz widerliche Zeit erspart bleiben, durch die Du Dir in ein paar Jahren wünschen würdest, Du hättest früher gehandelt. Nämlich an dem Zeitpunkt an dem Du jetzt bist. Glaub mir...!

    Ganz liebe Grüße
    Cadda

    Hallo,

    es geht mir wirklich gut. Ich weiß, dass diese Corona-Geschichte für viele Menschen gesundheitlich oder finanziell eine Katastrophe ist. Aber was das Private angeht, muss ich sagen, dass ich gerade so richtig zur Ruhe komme. Zumindest dahingehend empfinde ich etwas Positives.

    Der Druck ist raus. Und das, obwohl ich weiterhin arbeite und dort mehr Stress ist, als zu normalen Zeiten. Aber alles Andere ist soooo entspannt.

    Jedenfalls genieße ich, zumindest auf der Ebene, diese Zeit der Ruhe. Meine Kinder streiten sich kaum, obwohl sie 24 Stunden am Tag zusammen sind und nicht mal durch die Schule ihr eigenes Ding machen. Wobei sie ja selbst da nur eine Klasse auseinander sind und auf dieselbe Schule gehen. Ich dachte, die werden verrückt ohne Fußball und ihre Kumpels, aber es geht erstaunlich gut!! Hätte ich NIE gedacht.

    Nun möchte ich natürlich betonen, dass der Grund für dieses „Herunterfahren“ natürlich schlimm ist. Dennoch empfinde ich diese Nebenwirkungen nun einmal als angenehm und ich werde vieles daraus mitnehmen.

    Zusätzlich hab ich diese Woche noch Urlaub plus schönes Wetter :D

    Hallo Dhyana,

    schön, dass Du noch dabei bist und für Dich eine gute Methode gefunden hast. Meld Dich doch von nun an öfter mal. Ich lese gern, wie es Euch allen so ergeht.

    Die Dinge, die Du und Carl-Friedrich geschrieben habt, hab ich bei mir im Tagebuch nochmal aufgegriffen. Ich hatte mich zuerst hier bei Dir um Kopf und Kragen geschrieben, aber ich hab es mal zu mir verschoben, weil ich Dein Tagebuch nicht für meine ganzen Gedanken missbrauchen wollte :D

    Ich wünsch Dir einen richtig tollen Tag und schöne Ostern :)

    Hallo zusammen.

    Ich habe gerade ein paar Worte von Dhayana und Carl-Friedrich gelesen, die mich zum Nachdenken gebracht haben.

    Ich lese hier im Forum öfter den Satz, dass jeder seinen Weg individuell gehen muss/kann. Dann kommt meistens direkt ganz viel Gegenwind, dass das Quatsch ist, das Rad nicht neu erfunden werden muss oder alle im selben Boot sitzen und man durch die Grundbausteine am ehesten trocken wird. Ich glaub, das bezweifelt wohl auch keiner, auch wenn manche alles, manche mehr oder manche etwas weniger davon befolgen.

    Was aber dennoch individuell sein kann, sind halt die Gedankenwelt, die einen trocken werden oder bleiben lässt. Da gibt es in der Tat mehrere, individuelle Wege. Das zeigt nämlich ganz perfekt das Beispiel, was Dhayana oder auch Carl-Friedrich aktuell in Dhayanas Tagebuch beschreiben.
    Ich hab hier im Forum nämlich nun schon sehr oft gelesen, dass es leichter fällt, in 24 Stunden-Schritten zu denken. Die 1-Tages-Strategie fahren hier wirklich viele und das finde ich auch völlig gut so, wenn es hilft.

    Ich persönlich würde mit diesem Gedanken aber zum Beispiel gar nicht gut zurecht kommen. Ich möchte für mich einen „Plan für immer“, mir direkt vollständig vor Augen führen, dass ich nie wieder Alkohol trinken möchte. Was für Einige offensichtlich als riesiges Ziel oder großer Berg wahrgenommen wird, der lieber im 24-Stunden Takt angegangen werden möchte, ist für Andere (wie mich zum Beispiel) eine beruhigende Vorstellung zu wissen, dass das Buch direkt zu Ende geschrieben ist und geschlossen werden kann. Nie wieder Alkohol. Punkt.

    Ich denke, das ist ein gutes Beispiel dafür, was gemeint ist, wenn man mal von einem individuellen Weg spricht.
    Das ging mir gerade so durch den Kopf und ich wollte es einfach mal aufschreiben :)

    Ansonsten gehe ich gleich bei schönstem Wetter eine Runde laufen. Danach werde ich ein paar Ostersachen verstecken (auch Teenager-Söhne dürfen/müssen) noch suchen :D

    Ich wünsche allen wunderschöne Ostertage. Ich werde die freien Tage genießen und da ich nächste Woche Urlaub habe, wird mir das doppelt so gut gelingen :D

    Hallo Konny,


    das hast Du gut gemacht. Bitte bleib dabei. Liebeskummer ist so wahnsinnig schlimm, glaub mir, es ging mir wie Carmen. Ich dachte, das wird niemals besser. Wird es aber!

    Wenn ich heute daran zurück denke, wünschte ich, ich wäre früher gegangen...

    Ich sehe es übrigens auch so, wie Carmen. Die Dinge, die Du mit den anderen Frauen usw beschreibst, sind charakterabhängig. Nicht jeder Alkoholiker wird zum schlechten Menschen. Vielleicht ist die Hemmschwelle geringer, aber die Grundeigenschaften sind entweder da oder nicht. Mein trinkender Ex Partner hätte mich nie angelogen oder betrogen. Die Hölle war es mit ihm trotzdem, weil er mir gegenüber sehr hässlich wurde, zwar nur im Suff, aber das war ja ständig der Fall. Den „lieben, nüchternen Menschen“ konnte ich irgendwann nicht mehr als echt empfinden.

    Ich bin übrigens selbst Alkoholikerin und war trotzdem Co.Abhängig. Ich hab vor 2,5 Jahren aufgehört zu trinken. Er wollte zeitweise mitziehen, hat es aber nicht getan. Er säuft heute noch. Ich hing nach der Trennung noch sehr lange an ihm, wollte am liebsten zu ihm. Immer wenn er sich gemeldet hat, hatte ich Herzrasen. Mal wurde ich beschimpft, mal die liebsten Worte überhaupt. Es ging mir immer schlecht, wenn ich von ihm gehört habe. Inzwischen ist er mir so egal, wie nur irgendwas. Ich kann gar nicht beschreiben, was ich fühle. Gerade gestern kam irgendwas neutrales, lustiges auf meinen Status bei WhatsApp und ich hab gerade mit jemand anderes geschrieben und es nur in der Voransicht wahrgenommen, ohne direkt zu öffnen.

    Irgendwann später am Tag dachte ich „ach ja, da kam ja irgendwas. Guck doch mal nach, hast Du ja noch gar nicht geöffnet...“ und dann hab ich mich gefreut, weil es mir WIRKLICH so völlig Wurst war, dass ich gar nicht mehr dran gedacht hatte. Ein tolles Gefühl :D

    Hallo Carmen,

    ich bin diesbezüglich nicht betroffen, aber ich finde den Ansatz von Linde großartig. Dass man auch einen Kontakt einstellen kann, ohne dieses vorher anzukündigen. So ist der Schritt nicht ganz so schwer, weil er zunächst nicht einen so offiziellen Charakter hat. Der Schritt wird quasi leise gegangen.

    Ich finde es für Dich extrem wichtig, diesen Abstand zu bekommen. Du musst Dich selbst schützen. Schließlich hast Du viel vor mit Dir selbst! Du möchtest trocken bleiben und glücklicher werden. Das geht nur, wenn Du für Dich sorgst.

    Ganz liebe Grüße

    Hallo Carmen,

    ich finde das, was Carl-Friedrich schreibt, sehr gut! Selbst wenn Du zu Hause bist, kannst Du einen Tagesablauf und Struktur festlegen. Keine Ahnung, ich arbeite, aber wenn ich Urlaub habe oder Wochenende, würde ich versuchen, mit nen Plan aufzustellen.

    Morgens in Ruhe Kaffee trinken und dann erstmal RAUS, joggen oder spazieren gehen. Dann auf jeden Fall noch ne Sache im Haushalt und Mittag machen. Nach dem Essen würde ich Mittagspause machen und lesen und für Nachmittags würde ich mir noch eine zweite Runde spazieren gehen oder Fahrrad fahren vornehmen. Dieses zwei Mal am Tag raus müssen, ist ne Beschäftigung und tut der Seele außerdem gut.

    Hast Du eigentlich im geschützten Bereich schon ein „Tagebuch“ eröffnet? Ich habe nichts gefunden, nur Deine Vorstellung bei „wer bin ich“.

    Hallo Carmen,

    sich nüchtern unsicher fühlen... kenne ich. Ich habe vor jeder Feier getrunken, um mich angetrunken sicher zu fühlen. Dabei hatte das zur Folge, dass ich mich grundsätzlich peinlich benommen habe. Das wiederum hat bewirkt, dass ich mich beim nächsten Mal durchs Schämen noch unsicherer gefühlt habe und erst Recht vorher trinken musste. Ein Teufelskreis.

    Auch jetzt, wo ich seit 2,5 Jahren nichts mehr trinke, mag ich nicht gern ungewohnte Situationen. In mir ist nach wie vor eine Unsicherheit. ABER es ist schon wesentlich besser geworden. Das braucht einfach Zeit. Man hat ja auch viel kaputt gemacht vom Selbstbewusstsein.

    Ja, ich bin auch froh, weg von meinem Ex zu sein. Es fiel mir wahnsinnig schwer. Heute bin ich einfach nur glücklich, ihn los zu sein. Am Anfang musste ich ständig weinen, hab voller Liebe auf sein Foto geguckt und einen so wundervollen Menschen mit so tollen Eigenschaften gesehen, die er hatte, wenn er nüchtern war.

    Wenn ich ihn heute sehe, könnte ich im Strahl ko......! Sorry, aber ist so :D

    Wenn ich daran denke, was er mir alles angetan hat, frag ich mich, wie verblödet ich gewesen sein muss, nicht schon viel früher das Weite zu suchen. Aber nun gut, besser spät als nie.

    Anders herum: Wenn ein normal tickender Mensch mit mir zusammen gewesen wäre, zu der Zeit, wo ich noch gesoffen habe, hätte er das Gleiche über mich sagen können. Ok, ich war zwar nie verbal aggressiv oder mies meinem Partner gegenüber (so wie er zu mir), aber ich hatte andere Eigenschaften an mir, die widerlich waren.
    Kurz gesagt: Ich hätte mich damals nicht als Freundin haben wollen. Auch als Mutter habe ich in vielen Dingen versagt. Kein Wunder, dass da das Selbstbewusstsein und Selbstliebe nicht vorhanden waren.
    Heute finde ich mich gut als Freundin :D und als Mutter auch. Die besten Gründe, nüchtern zu bleiben.

    Ich kann es mir auch nicht mehr vorstellen, mit Jemandem zusammen zu sein, der trinkt. Als ich aufgehört habe zu trinken, war ich bereits bei meinem Ex ausgezogen und hatte eine eigene Wohnung. Ich hab es noch eine ganze Weile ausgehalten, dass er weitergetrunken hat, weil er bereits die Einsicht hatte und mich bewundert hat, dass ich es durchzieht. Er wollte mit auf meinen Weg, hat es aber nie getan. Einmal hat er es ein paar Tage versucht, nachdem er gescheitert ist, hat er es aufgegeben und behauptet, es wäre ja doch nicht so schlimm. Egal...

    Dann habe ich mich mal kurze Zeit mit Jemandem getroffen, der zwar nicht regelmäßig getrunken hat, aber im Nachhinein betrachtet gab es auch dort ziemlich oft nen Feierabendbier. Er ging mir nach kurzer Zeit aber auch durch andere Dinge gegen den Strich, so dass sich dann auch nichts entwickelte.
    Erst jetzt sehe ich, wie toll es ist, wenn in einer Partnerschaft wirklich der Alkohol überhaupt keine Rolle spielt.

    Wie gesagt, der Vater meiner Kinder hatte auch nie ein Alkoholproblem. Aber wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, hatte ich es damals schon, nur nicht ganz so ausgeprägt.

    Carmen, dass Du durch Deine Krankheit keine Kontakte mehr hast, ist zwar traurig, aber ganz ehrlich: Dass Du dadurch auch keine saufenden Menschen um Dich herum hast, ist ein Vorteil.

    Wenn Du stabiler bist, könntest Du Dir vorstellen, Leute kennenzulernen? Also durch eine reale Gruppe, durch Sport oder sonst was? Oder bist Du eher ein Mensch, der auch gut allein sein kann? Naja, Du hast ja Deinen Partner. Eure Beziehung wird sich vielleicht auch zum Positiven verändern durch die neue Situation.

    Bist Du eigentlich noch nicht für den geschlossenen Bereich freigeschaltet??

    Ich geh mal schlafen... wir lesen uns :)

    Guten Morgen Carmen,

    ja, demütigend war so Einiges, was man zu Saufzeiten erlebt hat. Dabei hat man sich die Demütigung selbst zugefügt durch eigenes Verhalten. Und wenn ich von meinem Ex-Partner gedemütigt wurde, dann war das auch meine Schuld (oder es lag in meiner Verantwortung), weil ich es zugelassen habe. Bzw habe ich mich selbst so „klein gesoffen“, dass ich es zugelassen habe, weil ich mir nichts mehr wert war.

    Dieses Forum hilft. Man hilft sich sogar, wenn man einfach nur helfen will, indem man schreibt. Gerade jetzt schreibe ich zum Beispiel Dir, um aufzubauen und zu helfen und hab mir unbewusst selbst geholfen, weil ich mir durch das eben Geschriebene wieder einmal selbst vor Augen geführt habe, wie schrecklich es war.

    Schön finde ich, dass Dein Partner selbst nicht trinkt. Das hilft so sehr!! Ich treffe mich seit einigen Monaten mit jemandem, inzwischen sind wir zusammen könnte man sagen. Und es ist das erste Mal in meinem Leben, dass ich einen Mann an meiner Seite habe, dem Alkohol nicht wichtig ist.

    Ok, meinem Ex-Ehemann, dem Papa meiner Kinder, mit dem ich noch sehr befreundet bin, ist Alkohol auch nicht wichtig. Als ich mit ihm zusammen war, waren wir noch jünger, hatten zunächst keine Kinder und waren viel feiern. Da war es noch im „normalen“ Bereich, zumindest aus seiner Sicht. Ich selbst habe im Grunde genommen schon von Anfang an Probleme mit dem Trinken gehabt. Aber die Abhängigkeit war mir da noch nicht so sehr bewusst bzw. hab ich es schön geredet vor mir selbst und es nahm auch nicht solche Ausmaße an, wie später.

    Nach meinem Ex-Mann war ich ein paar Jahre mit jemandem zusammen, der gern getrunken hat. Aber auch ihm wurde es bei mir zu viel. Danach kam mein Ex, wegen dem ich so gelitten habe. Er säuft, ist Alkoholiker. Auch heute noch. Da kam meine eh schon vorhandene Abhängigkeit so richtig in die letzten Züge. Widerlich.

    Und nun ist da Jemand, der äußerst selten mal was trinkt in Gesellschaft. Einer der nach einem oder zwei Gläsern wieder aufhört, wenn andere erst anfangen. Jemand, der in einem Restaurant ne Cola bestellt, unabhängig von meiner Krankheit, sondern weil er es eh schon immer so gemacht hat. Jemand, der zu Hause gar keinen Alkohol trinkt und der es nicht mag, wenn einer zu betrunken ist. Wenn ich da den Kühlschrank öffne, ist da nichts. Wenn wir abends stundenlang reden, geht das auch ohne vorher ne lockere Zunge durch Alkohol zu bekommen. Aufwachen ohne Kater... herrlich!
    Jetzt bin ich aber abgewichen :D

    Ich würde auch erst versuchen, Dich zu entschuldigen, wenn Du länger abstinent lebst. Sind die Entschuldigungen nötig? Wissen die Leute, dass Du alkoholkrank bist und Dich nur deshalb so benommen hast? Möchtest Du auch nüchtern und trocken weiterhin Kontakt zu ihnen?

    Ich habe Leute, da ist der Kontakt noch da bzw. wieder mehr da sogar. Einige sind aber nach und nach weggefallen, da man sich eh nur zum Saufen getroffen hat.

    Wie ist es bei Dir? Auch teils teils?

    Hallo Peter.

    Du fragst, ob Du solche Dinge meiden solltest. Was sagt Dir denn Dein Gefühl? Dein „vermutlich ja...“ lässt ja einiges erahnen :)

    Dass Du Kontakt mit der Suchtberatung aufgenommen hast, ist klasse. Dass Du hier bist, ebenfalls! Das sind schon mal gute Schritte!

    Carmen, mir geht es wirklich immer noch ständig so. Dass ich mich freue, Nüchtern und ohne Kater aufzuwachen. Ja! Das ist für mich schon ein kleines Bisschen Euphorie.

    Ich kann gehöre übrigens auch zu denen, die sich im Suff unendlich peinliche Dinge geleistet haben. Wenn ich daran denke... widerlich und furchtbar. Das hilft dann bei der Methode „zu Ende denken“ perfekt!

    Hallo Carmen,

    und ich finde es toll, dass Du Dich hier geöffnet hast, damit hast Du Dir selbst geholfen. Bist Du inzwischen für den geschlossenen Bereich freigeschaltet?

    Es war richtig, nicht zu warten, sondern hier was zu schreiben....

    Ich hab es glaub ich schon berichtet. Ich denke den Gedanken immer zu Ende, wenn ich an Alkohol denke. Wie würde es enden? Das hilft mir sehr!!

    Ich wünsch Dir einen schönen Tag, der auch ohne Anfangseuphorie schön sein kann. Lieber ohne Euphorie, dafür aber auch ohne betrunken sein.

    Guten Morgen.

    Hier scheint ganz wahnsinnig die Sonne, die Luft ist toll und ich werde gleich eine Runde joggen gehen (allein im Wald natürlich 8) ).

    Ich bin so gut gelaunt. Ich nasche nach wie vor nicht und ich muss mich inzwischen auch gar nicht mehr so quälen. Es macht sich inzwischen etwas bemerkbar, dass ich mich durch das Weglassen von diesem Mist automatisch gesünder ernähre. Ich gehe zur Zeit nicht auf die Waage, weil ich damit gerechnet habe, trotz Süßigkeitenverzicht zuzunehmen. Einfach aus dem Grunde, weil ich mehr gegessen habe, da ich mir nichts anderes verbieten wollte und immer pappsatt durch die Gegend laufen wollte, um nicht noch größeren Heißhunger auf Süßes zu bekommen. Ich hab in der ersten Woche auch mehr gegessen, inzwischen hat sich das normalisiert. Ich hab aber den Eindruck, dass ich trotz des vielen Essens gar nicht zugenommen habe, im Gegenteil.

    Wie dem auch sei, ich fühle mich besser. Auch, weil ich mich nicht mehr so süchtig falsch fühle gerade. Dieser Zwang nach Süßem hat mich echt genervt. Ich werde jedenfalls am Ball bleiben.

    Auf der Arbeit ist zur Zeit so wahnsinnig viel los. Mal sehen, wie es diese Woche wird. Aber wir sind ein super Team, es macht echt Spaß. Ja, ich gehe wirklich gern zur Arbeit :)

    Aber heute hab ich frei und werde vermutlich meine Gartenmöbel und meine Terrasse heute startklar machen.

    Halloooo :)

    Danke MiLa, ich hatte eine sehr gute Woche!! Ich habe weder Kuchen, Torte, Schokolade oder Chips gegessen. Mitte der Woche hatte ich einen Grießpudding und heute ein wenig Nutella auf dem Brötchen. Aber das war’s. Naschen habe ich konsequent weggelassen. Das hat sehr gut funktioniert. Allerdings habe ich dann auch immer etwas gegessen, wenn mir danach war. Also etwas Anderes. Damit der Heißhunger nicht so extrem ausfällt. Ich hab ziemlich viel gesunde Dinge gegessen. Das war bzw. ist ein gutes Gefühl.

    Auf der Arbeit hat es diese Woche richtig Spaß gemacht und ich treffe mich nach wie vor mit Jemandem und es sieht immer mehr danach aus, als ob es wirklich ernsthaft und langfristig so richtig gut passen könnte. Ich lasse es aber nach wie vor langsam angehen.

    Meine Jungs haben nun auch keine Schule erstmal. Sie sind zwar nicht mehr so klein, dass sie beaufsichtigt werden müssen, während ich arbeite... aber trotzdem hoffe ich, dass es alles gut klappt, wenn sie solange auf sich selbst gestellt sind. Aber ich denke schon. Sie sind im Kern eigentlich liebe und vernünftige Jungs :)

    Ich bin wirklich zufrieden und glücklich gerade :)

    Guten Morgen,

    eine neue Woche beginnt (für mich immer Dienstags, da ich Samstags arbeite und somit meine freien Tage Sonntag und Montag sind). Lange Zeit schon schlage ich mich mit dem Thema Suchtverlagerung Süßigkeiten herum. Vor gar nicht langer Zeit wollte ich das dann konsequent weglassen (hab ich schon mal geschafft), doch nach ein paar Tagen bin ich eingeknickt und bin umgeschwenkt auf die Variante „weniger“. Wie beim Alkohol damals bin ich natürlich gescheitert und es war die letzten Tage genau so ekelhaft viel, wie am Anfang. Bringt also nichts. Deshalb habe ich die Gelegenheit beim Schopfe gepackt, als meine Schwester mir sagte, dass sie ebenfalls konsequent verzichten möchte und bin mit eingestiegen. So kann man sich gegenseitig ein wenig motivieren :)

    Ich werde es wie beim letzten Mal machen: Mal ein helles Brötchen oder ein Joghurt, wo was in Maßen an Zucker drin ist, das ist erlaubt. Soweit gehen möchte ich nicht und das hat mir beim letzten Mal auch nicht geschadet. Aber Süßigkeiten (Kuchen, Schokolade, Kekse und Chips), das wird nun konsequent gestrichen. Ich hab es ja schon öfter vor gehabt, aber dieses Mal WILL und WERDE ich das durchziehen. Ich will mich besser fühlen.

    Ansonsten geht es mir gut. Ich bin immer noch dankbar, dass ich keinen Alkohol mehr in meinem Leben habe. Bei Gedanken ans Trinken denke ich nach wie vor zu Ende. Ein Beispiel: Am Wochenende war ich im Stadion. Meine Jungs lieben Fußball und ich kann mich auch begeistern. Auf dem Weg vom Parkplatz dort hin Menschenmassem, viele davon gut gelaunt mit Bier in der Hand. Ich nehme das wahr und wenn ich dann daran denke, wie ich sowas früher genossen habe, dann denke ich

    „und dann? NACH dem Stadionbesuch? Wie geht es weiter? Du trinkst. Zu Hause angekommen trinkst Du immer noch, bist abends total voll. Hast keine Ahnung, wie Du ins Bett gekommen bist. Alles dreht sich um den Alk, nicht mehr um das Spiel. Am nächsten Tag wachst Du auf und erinnerst Dich an einen schrecklichen Tag. Außer der ersten zwei Bier mit guter Laune auf dem Weg ins Stadion hast Du ausschließlich schreckliche Erinnerungen. Ist es das Wert? Wegen ner halben Stunde Euphorie-Gefühle? Nein!!!“

    Also... weg war der Gedanke und der Tag war toll. Währenddessen konnte man sich auf das Spiel konzentrieren, mit den Kindern das Spiel durchkauen, hinterher schön etwas essen und abends den Tag mit einem schönen Film gemütlich auf dem Sofa beenden. Am nächsten Morgen wird man wach, denkt an einen schönen Tag zuvor und beginnt den neuen Tag zufrieden und dankbar.

    Und nun muss ich aber aufstehen und arbeiten, obwohl ich gestehen muss, dass ich sehr viel Geld dafür bezahlen würde, wenn ich noch 3 Stunden schlafen könnte :D