Beiträge von Cadda

    Ja Carl-Friedrich, das kann bei Einigen auch sein. Ich dachte aber, es ging vorwiegend um die Fälle, wo Leute sich zurückziehen, weil sie nicht mehr ehrlich schreiben mögen. Aus Angst, man würde ihnen vorwerfen, es nicht ernst zu meinen oder Ähnliches. Gerade kürzlich wieder so etwas hier gelesen, dass man sich nicht melden mochte.

    „Wer lernen will, der lernt“... genau. Und manche Menschen lernen besser, wenn man mit Empathie entgegentritt. Du schreibst, Du hast nicht die Qualifikation, die Befindlichkeiten herauszulesen.
    Dafür benötigt man aber manchmal nur ein wenig Einfühlungsvermögen und Verständnis, dass die Welt am Anfang eben noch unsortiert ist, wenn man trocken leben möchte.

    Ich schrieb ja bereits, dass die Kunst wohl darin liegt, sich als Ratschlaggeber ein wenig auf den gegenüberliegenden Menschen einzustellen. Die beherrscht nicht jeder. Manche könnten sie beherrschen, wollen es aber gar nicht erst versuchen, weil sie mehr Lust auf die Holzhammer-Methode haben. Dann ist das eben so. Aber dann muss man eben auch damit rechnen, dass mitunter Menschen schneller wieder weg sind. Oft wird dann so gedacht: „Tja, dann war er nicht bereit oder konnte die Wahrheit nicht vertragen“. Ist bei einigen ja vielleicht auch so. Andere hatten vielleicht ein wenig mehr Einfühlungsvermögen gebraucht und hätten es dann doch geschafft. Und DAS sind dann die Fälle, um die es mir leid tut.

    Hallo Florian,

    ich sehe es zum Teil so, wie Du. Ich bin der Meinung, man sollte schon seine Ansicht mitteilen. Beispielsweise ein Alkoholiker, der trocken leben möchte, lebt mit einem trinkenden Partner zusammen. Da ist völlig klar, dass das absolut gefährlich ist und das muss man auch sagen dürfen. Oder wenn ein Alkoholiker trocken leben möchte und sich alkoholfreies Bier reinzieht und Kneipen besucht oder ähnliche Beispiele. Das kann man nicht überlesen oder im Raum stehen lassen. Davor sind Betroffene hier. Um Meinungen und Ratschläge zu bekommen. Dennoch finde ich, dass Verständnis dafür aufgebracht werden sollte, dass manche Dinge eben nicht von heute auf morgen geändert werden. Gedanken müssen reifen, man muss in der neuen Situation wachsen. Da fehlt hier oft das Einfühlungsvermögen bei manchen Ratgebern. Es werden Menschen schon vorab verschreckt, bevor sie überhaupt ihr in der Theorie erlerntes Wissen in die Tat umsetzen können. Sowohl im Alkoholiker- als auch im Co.Bereich.

    Mehr zu dem Thema hab ich in dem Thread „Abholen wo man steht“ geschrieben.

    Denn das ist für mich der springende Punkt. Viele der Beiträge sind zu 100 Prozent richtig und wahr. Nur leider kann das bei einigen Neuen gar nicht richtig wirken, da sie sich schon längst wieder in ihr Schneckenhaus zurückgezogen haben, durch den manchmal verständnislos wirkenden Ton.

    Nicht desto trotz würde ich mir wünschen, dass so mancher Neuer sich hier nicht so schnell abschrecken lässt. Denn man ist ja für sich hier und mitunter bewirkt ein Beitrag ja auch, dass man sich Gedanken macht und neue Anstöße findet, auch wenn man mit der Art und Weise des Rüberbringens nicht einverstanden ist.

    Guten Morgen.

    Ich habe es nicht so verstanden, dass man hier tolerieren soll, dass jemand mit alkoholfreiem Bier aus dem Biergarten gröhlt. Aber es geht doch darum, dass man hier ist, um zu lernen, wie man es schafft. Manche begreifen das vielleicht nur auf unsensible Weise, indem man ihnen direkt mit dem Knüppel auf den Kopf haut und ihnen zeigt, wie sehr sie sich auf dem Holzweg befinden. Dann gibt es aber auch noch diejenigen, die sich von dem Knüppel erschlagen fühlen und direkt auf der Stelle stehen bleiben.

    Die Kunst liegt wohl darin, sich auch als Ratschlaggebender ein wenig auf den Menschen einzustellen, den er vor sich hat. Das gelingt hier Einigen und Anderen dafür absolut nicht. Die zweite Fraktion predigt dann, dass die „schonungslose Wahrheit“ schließlich zwingend notwendig ist. Das stimmt auch. Dennoch macht der Ton die Musik. Erreichen kann ich jemanden nur, wenn ich den Ton treffe.

    Das ist meine Ansicht dazu.

    Hallo Carl Friedrich.
    Ja, das sage ich mir auch manchmal, dass ich zu manchen Zeiten einfach noch nicht soweit war. Da hab ich mir dann manchmal eingeredet, dass es schließlich so viele Alkoholiker gibt und ich halt dazu gehöre...
    Aber spätestens ab dem Zeitpunkt, wo ich wusste, dass ich definitiv aufhören werde und zwar komplett. Da hätte ich doch loslegen können :(
    Das hatte mir, meinen Kindern und meiner restlichen meiner Familie und meinen Freunden eine Menge Leid erspart. Andererseits hab ich auch Glück im Unglück gehabt. Es hätten ganz furchtbare Dinge passieren können. Im Grunde genommen kann ich froh sein, dass ich nicht mich oder jemand Anderes durch meine alkoholbedingte Fahrlässigkeit umgebracht oder verletzt habe.

    Wie dem auch sei. Ich kann die Vergangenheit nicht mehr ändern. Ich kann es zukünftig nur weiterhin besser machen. Und das will und werde ich.

    Ich hoffe natürlich damit auch, dass vielleicht der ein oder andere stille Mitleser sich früher einen Ruck gibt.

    Und außerdem gefällt es mir, dass im geschlossenen Bereich wieder mehr los ist und das offensichtlich auch auf den offenen Bereich überschwappt. Da möchte ich natürlich mitziehen und positiv zu beitragen :)

    Einen schönen Abend für Alle.

    Liebe Grüße
    Cadda

    Hallo zusammen. Es geht mir nach wie vor gut. Ich freue mich immer wieder ganz bewusst darüber, mich für ein Leben ohne Alkohol entschieden zu haben.
    Es gab Zeiten, da war es für mich nicht vorstellbar, nie wieder zu trinken. Es kam mir vor, als müsste ich auf etwas verzichten. Ich habe mir nie etwas vorgemacht. Ich wusste immer, dass ich Probleme mit dem Alkohol habe. In den letzten Jahren wusste ich sogar ganz deutlich, dass ich Alkoholikerin bin. Ich konnte mir trotzdem nicht vorstellen, abstinent zu leben. Auf Biegen und Brechen wollte ich es in den Griff bekommen, weniger zu trinken. Oder keinen Kontrollverlust zu haben. Irgendwann hab ich kapiert, dass ich das niemals schaffen kann. Wen die Krankheit erwischt hat, bekommt das nicht in den Griff. Ich wusste also „Ganz oder Garnicht“. Und selbst nach dieser Erkenntnis hab ich noch weiter gesoffen. Weil ich mir, wie oben beschrieben, absolut nicht vorstellen konnte, zu „verzichten“. Ich wusste aber, dass ich irgendwann dieses Garnicht durchsetzen werde. Irgendwann würde ich komplett auf Alkohol verzichten. Das war tief in mir verankert für lange Zeit. Ich lebte also mit der Erkenntnis, Alkoholikerin zu sein, weiter in meinem widerlichen Alltag. Bis es irgendwann soweit war. Ich beschloss: Jetzt!!

    Seit dem bin ich frei. Nun seit fast 2,5 Jahren und ich hätte damals niemals gedacht, dass ich es nicht mehr als Verzicht, sondern als Gewinn sehen würde, keinen Alkohol mehr zu trinken. Hätte ich gewusst, dass sich meine Gefühle da mit der Zeit dahingehend verändern, hätte ich vermutlich früher meinen Entschluss in die Tat umzusetzen.

    Das ging mir gerade so durch den Kopf und ich habe gedacht, ich lass es mal hier im offenen Bereich.

    Hallo Nobby,

    vielen Dank für Deine Beschreibungen. Diese Klicks, die Du beschreibst, kenne ich auch. Ich denke, wenn man Alkoholiker ist, gehören sie wohl zwangsläufig dazu. Ich kann mir zumindest schwer vorstellen, dass diese Gedankek von heute auf morgen weg sind, wenn man nicht mehr trinkt. Dafür ist das Suchtgedächtnis einfach zu sehr geprägt.

    Aber wenn ich zurück denke, dann wird es wirklich immer seltener. Zuerst hab ich mir immer richtig Zeit genommen, den Gedanken zu Ende zu denken. Sämtliche Geschichten, die negativ sind, hervorzuholen. Inzwischen reicht manchmal ein klares „Nein!“ und fertig.

    Trotzdem mache ich mir immer wieder zwischendurch, auch ohne dass ich gerade daran denke, wie es wäre, jetzt zu trinken, bewusst, wie schön es ist, dass ich jetzt frei bin. Einfach so, z.B. wenn ich Auto fahre und nachdenke. Ich bin froh, dass das Nicht-Trinken immer normaler wird. Ich sehe es nicht als Verzicht, sondern als Gewinn. Das ist glaub ich das, weshalb es mir (zumindest bisher) nicht schwer fällt. Mir ist es aber bewusst, dass es Zeiten im Leben geben kann, wo sich das ändert. Immer auf der Hut sein, hab ich hier mal gelesen. Das bin ich.

    Danke Carl Friedrich. Dann kann ich also auch sagen, dass ich schon mal Suchtdruck hatte. Es sind die Gedanken bzw. die kurze Lust darauf, etwas zu trinken. Da steuere ich immer sofort gegen, indem ich den Gedanken zu Ende denke und dann ist es auch ok.

    Ich hab es bisher noch nicht gehabt, dass ich den Gedanken nicht los werde. Ich weiß nicht, ob es bei Anderen auch Situationen gibt, wo das Bedürfnis länger anhält. Sagen wir mal ne halbe Std oder so und dass man nervös wird und anfängt zu zittern oder schwitzen oder so. Ich dachte erst immer, das wäre mit Suchtdruck gemeint.

    Aber das wird vermutlich gar nicht so sein, sondern es sind die oben beschriebenen Gedanken, die man als Suchtdruck bezeichnet.

    Solche Symptome wie Entzugserscheinungen werden wohl nach einer bestimmten Zeit nicht mehr vorkommen, da es körperlich ist, denk ich mal. Ich hatte das nie. Also, dass sich das körperlich bemerkbar gemacht hat. Aber die Gedanken, die immer mal aufkreuzen, find ich auch nervig. Aber ich bringe die Gedanken dann immer wieder in die richtigen Bahnen. Das ist das Gute daran. Ich weiß, wie es mir gelingt.

    Hallo zusammen,

    diese „Klicks“ wurden sehr gut beschrieben. Wenn hier im Forum von Suchtdruck geschrieben wurde, dachte ich immer, diese „Grüße vom Suchtgedächtnis“ sind auch damit gemeint.

    Oder welche Situationen gibt es noch, wo man von Suchtdruck spricht. Ich kann mir immer nicht so richtig ausmalen, wie man es empfindet. Bei mir sind es immer mal diese „Klicks“, inzwischen selten. Ich denke auch nach wie vor den Gedanken zu Ende. Das war meine Hilfe Nummer 1 bei den Gedanken an Alkohol. Darauf bin ich durch dieses Forum gekommen.

    Wie kann sich Suchtdruck denn noch äußern? Vielleicht ist die Frage blöd. Aber wie gesagt dachte ich immer, wenn jemand von Suchtdruck spricht, sind diese oben beschriebenen Gedanken gemeint.

    Barthell,
    ich bekomme im übrigen auch Kopfweh, wenn mal Zucker (oder auch Kaffee) komplett weg bleibt.

    Aber ehrlich, wenn jemand nen Tip hat, wie ich auf den Mist verzichten könnte, nur raus damit :)

    Ich weiß... ich müsste komplett 2-3 Tage durchhalten, dann wird es besser. Ich hab mal ne Zeit lang gar nicht genascht. Das ging wirklich!!!

    Tja. Anscheinend kann ich nicht in Maßen Süßigkeiten essen. Es ist bei mir, wie mit dem Alkohol: Ganz oder gar nicht.

    Guten Morgen,

    mein Problem ist eher dieses suchtartige Verlangen nach Süßigkeiten. Nicht der Zucker beim Kochen. Aber Birkenzucker wird bei uns in letzter Zeit öfter bei mir auf der Arbeit verlangt. Ich arbeite in einem Hofladen, alles Bio. Wir haben da Dattelsüße, Agavendicksaft, Ahornsiruo und alles mögliche zum Süßen. Aber Birkenzucker ist bisher nicht dabei. Ich werd es heute mal ansprechen und versuchen, mit ins Programm zu nehmen.

    Aber was mache ich gegen meinen Heißhunger auf Schokoriegel, Eis mit Schokoraspeln, Sahnetorte und Co.?

    Und jetzt sagt nicht, „das muss auch mal sein“. Ja. MAL. Aber ich esse Packungen, nicht Riegel.

    Ich bin mit Sicherheit süchtig nach Zucker. Ich nasche jeden Tag, vor allem, seit dem ich keinen Alkohol mehr trinke. Und ich könnte abdrehen, dass ich das nicht in den Griff bekomme. Soviel dazu....

    Hallo MieLa,

    ich denke auch so, wie Carl-Friedrich. Nüchtern kann man sich deutlich besser um so etwas kümmern. Tut mir leid mit Deiner Mutter und ich drücke die Daumen, dass Du die Gespräche gut mit ihr führen kannst.

    2 Jahre sind super. Mir geht es auch so. Es wird immer normaler, einfach keinen Alkohol zu trinken. Man achtet weniger darauf und es geht so in einen über und es fühlt sich irgendwie normal an. Ein schönes Gefühl :)

    Hallo Lovis,

    ja, Schuld sind natürlich immer die Lebensgefährtinnen, die ja so schrecklich anstrengend sind, dass man trinken „muss“ um das Elend zu ertragen... das hört man immer wieder. Ist ja auch einfacher, als sich selbst ein Problem einzugestehen.

    Ich hab heute Morgen so viel im Forum gelesen und bin nicht sicher, ob Du es warst, die eine neue Wohnung beziehen könnte, aber lieber im Zuhause bleiben möchte. Ich glaub aber schon. Ich kann nur raten, dass Du Dich neu orientierst. Ich glaube kaum, dass ein Alkoholiker freiwillig in so einer Situation geht. Das schreibt man leicht, natürlich ist man traurig. Aber so eine räumliche Trennung kann vieles bewirken. In welche Richtung auch immer.

    Hallo und willkommen erstmal.
    Ich kann Dir leider keine Tips geben, aber: Ich hatte auch diese Träume und ich hab es hier auch sehr oft gelesen. Das lässt nach!! Man verarbeitet die neue Situation, ich hab soooo oft davon geträumt. Das hat auch eine längere Zeit gedauert, aber es lässt nach! Man darf eben nicht nur seinem Körper, sondern auch der Seele etwas Zeit gönnen.

    Ja Carl-Friedrich, mit Selter fährt man da am besten. Aber ich hatte einfach so Lust auf was mit Geschmack. Oder ich nehme in dem Fall ne Fanta beim nächsten Mal, die erkennt man auch deutlich.
    Wobei ich es auch schon mal hatte, dass ich auf ner privaten Party immer ein riesiges Glas mit Selter hatte. So groß, dass es wie ein Bierglas war. Die Biertrinker hatten die Größe, nur ich hatte meine Selter darin, so hab ich es immer im Auge haben können, welches meins ist. Bis ich zu späterer Stunde danach griff und Wein doch. Da hatte eine Bekannte sich Weinschorle auch in so einem großen Glas gemischt und es stand neben meiner Selter. Also auch da können sogar Verwechslungen passieren. Ich passe aber auch echt sonst immer auf. Eigentlich ja auch gestern. Allein das nachfragen, probieren lassen. Warum ich dann bei dem einen Glas mit Zitrone nicht auch erst probieren lassen habe, begreife ich im Nachhinein selbst nicht. Ich hab den Stein ja durch meine Verunsicherung ja selbst erst ins Rollen gebracht. Nun ja. Noch besser prüfen lassen nächstes Mal....

    Ansonsten war der Abend toll. Richtig, richtig toll. Meine Leute sind einfach spitze, wir haben so viel gelacht und getanzt. Viele von uns hatten sich ein Zimmer genommen, dort, wo die Veranstaltung war. Als ich keine Lust mehr hatte, bin ich hoch und heute früh, war ich eine der Ersten beim Frühstück. Jetzt trinke ich noch Kaffee und gleich geht’s nach Hause, meine Kinder wieder abholen und dann werde ich morgen mal Weihnachten schmücken. Habe nämlich morgen noch frei, juhu.

    Allen einen schönen Sonntag.