Beiträge von Cadda

    Hallo Ideja,

    mein Ex-Mann und ich sind schon lange getrennt und unsere Kinder sind seit der Trennung regelmäßig bei ihm, wir wohnen nicht weit voneinander entfernt. Im Grunde genommen wollen wir an einem Strang ziehen, er weiß auch selbst, dass es bei ihm so nicht geht, wie es abläuft. Deshalb nimmt er es wohl oder übel so hin, dass es zukünftig eben anders läuft.

    Ja, ich möchte die Kinder schützen. Und Ja, sie haben durch meine Alkoholkrankheit genug Schlechtes erlebt. Aber auch unabhängig davon würde ich sie vor dem Charakter zumindest so gut ich kann schützen. Ich hab mich doch nicht umsonst getrennt?!?! Ich trenne mich, ziehe aus, lasse mich scheiden, damit meine Kinder die heftigen Streitereien nicht mehr erleben müssen und nun erleben sie es seit Jahren, bloß mit einer anderen Person. Das ist doch verrückt...

    Der Vater ist schwierig und daran müssen sie sich gewöhnen. Der wird sich nicht ändern, aber er liebt seine Jungs trotzdem. Aber meine Kinder brauchen Ruhe, Halt und Sicherheit und das bekommen sie hier zu Hause mehr, als dort. Wie gesagt, der Kontakt soll ja bleiben. Aber der Umgang wird halt oberflächlicher werden und ich sehe das inzwischen positiv. Wer weiß, vielleicht tut das den Kindern ganz gut.

    Hallo zusammen.

    Freitag 9 Stunden und gestern 11 Std am Stück gearbeitet. Wir hatten ein kleines Fest mit kleinen Ständen aufgebaut und Spielen für die Kinder. Das wurde sehr gut angenommen und wir hatten durchgehend zu tun. Es war echt anstrengend, aber hat auch Spaß gemacht. Ich bin ja sowieso total zufrieden in meinem Job. Man hat echt zu tun, die Zeit rennt und meine Kollegen sind super. Es ist echt wertvoll Spaß am Job zu haben.

    Privat ist es zur Zeit etwas anstregend. Meine Kinder möchten momentan nicht so gern zu ihrem Vater, bei dem es wegen seiner On-Off-Beziehung ziemlich daneben hergeht teilweise und er ist vom Charakter her sehr schnell außer Rand und Band. Es ist eine Unruhe ohne Ende dort und ich habe beschlossen, hinter ihnen zu stehen und nichts zu erzwingen.

    Allen einen schönen Sonntag.

    Liebe Grüße
    Cadda

    Guten Morgen,

    ich komme gut zurecht mit der Hitze, weil es sich nachts in Grenzen hält und die Wohnung daher nicht zu warm ist.

    Was ich toll finde: Ein großes Glas mit gefrorenen Früchten füllen, Wasser mit Sprudel drauf und löffeln... Schön erfrischend :)

    Von welchem Kompromiss schreibst Du? Er geht doch überhaupt keinen Kompromiss ein. Im Gegenteil. Er hat das Blatt komplett gewendet und stellt Dich als Problem hin, nicht ihn.

    Davon mal abgesehen: Selbst WENN er einen Kompromiss eingehen wollen WÜRDE... es gibt beim Thema Alkoholismus keine Kompromisse. Ganz saufen oder NICHTS mehr. Und dazu ist er offensichtlich nicht bereit.

    Dein Verstand weiß genau, was zu tun ist. Die Masche, die er jetzt fährt, ist mies und genau perfekt geeignet, um den Co.verzweifeln zu lassen und sich selbst in Frage zu stellen.

    Vertraue auf DICH und Dein Gefühl. Ich verspreche Dir, Dein Verstand liegt goldrichtig.

    Ganz liebe Grüße
    Cadda

    Hallo Milena,

    worauf wartest Du? Was genau veranlasst Dich zum Bleiben, selbst wenn er heute nüchtern nach Hause kommen sollte? Reicht Dir das nicht, was im Urlaub passiert ist? Und was ist, wenn er wirklich mal schafft, 3 Monate nicht zu trinken? Dann ist es ok?

    Was ich damit sagen will: Das Kind ist doch schon längst in den Brunnen gefallen. Er ist Alkoholiker und wird das auch nicht ändern, denn er zeigt keine Einsicht. Und glaub mir, selbst WENN er Einsicht zeigen würde, bedeutet das auch noch lange nichts. Worte zählen bei einem Alkoholiker nicht. Nur Taten. Und ich finde, was er Dir alles angetan hat, ist nicht mehr rückgängig zu machen und vermutlich würde das sogar noch zwischen Euch stehen, selbst WENN er wirklich aufhören sollte, zu Trinken. Darauf zu hoffen, ist aber doch nun wirklich vergebene Zeit. Schau doch, wie er sich verhält! Wie gesagt, selbst WENN er nach Hause kommt heute. Dann ist es nächstes Mal was anderes, das Dich verzweifeln lässt.

    Was zählt es denn, dass er nüchtern toll ist? Betrunken ist er es nicht. Also ist das Andere hinfällig, denn er trinkt ja überwiegend. Du befindest Dich mit ihm gemeinsam in der Abwärtsspirale. Steig aus. Worauf wartest Du?

    Ich weiß, es liest sich leichter als getan. Aber glaub mir. Wenn Du es erstmal gepackt hast, und der Liebeskummer überstanden ist, fragst Du Dich, weshalb Du so viel Zeit vergeudet hast.

    Liebe Angel,

    genau SO reagiert ein Alkoholiker. So hätte ich damals reagiert, als ich noch gesoffen habe und genau so hat auch mein ehemaliger Lebensgefährte mal reagiert, der heute noch trinkt.

    Zu beneiden bist Du nicht, wie ich finde, denn es fällt Dir bestimmt nicht leicht, zu gehen. Auch wenn Du den Verstand dafür bereits hast, das Handeln ist gar nicht so leicht.

    Ich hoffe, Du schaffst das sehr bald.

    Ich hatte so einen Liebeskummer, wenn ich zurück denke. Aber ich bin so glücklich, dass ich da weg bin. Das wirst Du bestimmt auch eines Tages sein.

    Liebe Grüße
    Cadda

    Ich finde, Kinder sollten überhaupt nicht wählen müssen. Als Eltern sollte man sich zumindest auf Familienfeiern, wo die Kinder gern beide Elternteile dabei haben möchten, zusammen reißen können. Da sollte niemand zu Hause bleiben müssen, um verletzte Gefühle des Ex oder der Ex zu schützen, denn es geht hier ja um die Kinder. Die Gefühle der Kinder sind auch zu schützen und es ist sicher kein schönes Gefühl, wenn die Kinder verzichten müssen, weil die Eltern sich nicht für eine gewisse Zeit zumindest oberflächlich ertragen können.

    Ich habe mich damals von meinem Mann getrennt und bin mit unseren beiden, damals sehr kleinen Kindern, aus unserem Haus ausgezogen. Ich hatte definitiv zu 100 Prozent nachvollziehbare Gründe, die kein Zusammenbleiben mehr zuließen, aber dennoch waren seine Gefühle verletzt und er hat mich noch geliebt. Trotzdem hat er den Kontakt aufrecht erhalten, sogar als ich mit unseren Kindern bei meinem Freund eingezogen bin und dort Jahre lang gelebt habe. Ich ziehe heute noch den Hut vor ihm, dass er seine verletzten Gefühle zum Wohle der Kinder hinten angestellt hat.

    Über all die Jahre haben wir es sogar geschafft, eine tiefe Freundschaft zu erhalten, die wir auch vor der Ehe hatten, aber das ist denke ich schon eher selten und auch nicht unbedingt nötig und nicht immer machbar.

    Aber zumindest zu Geburtstagen oder Familienfeiern sollte man im Sinne der Kinder einen Weg finden. Sonst ist unter Umständen irgendwann sogar das Verständnis für den traurigen Elternteil seitens der Kinder aufgebraucht. Auch so ein Beispiel kenne ich aus meiner Familie.

    Deshalb gebe ich Dir den Rat, den Kindern die Möglichkeit zu geben, ohne schlechtes Gewissen (und das ist der springende Punkt) zu beiden Elternteilen einen guten Kontakt zu haben und das beinhaltet auch Geburtstage der Kinder oder ähnliches.

    Hallo Stern.

    Für mich ist es auch vorbei, als Familie mit Partner zu leben. Was für ein Glück. Ich bin auch die guten Dinge los, die man als Familie erlebt hat. Macht nichts!! Denn ich bin auch die schlechten Dinge los. Und durch das Wegfallen des Partners sind sogar viele tolle Dinge dazu gekommen. Kein Stress mehr, kein Druck mehr, viel mehr Lebensfreude und Spaß mit den Kindern.

    In Deiner Theorie besteht die „heile Familie“ aus Eltern und Kindern gemeinsam. Da liegst Du aber mal sehr falsch. Wenn ein Familienmitglied Alkoholiker ist und mal dadurch Probleme hat oder auch Sorgen durch andere Dinge, dann kann man ohne diesen Partner viel mehr „heile Familie“ sein. Zur heilen Familie gehören nicht Eltern plus Kinder, sondern Eltern deren Beziehung funktioniert plus Kinder.

    Mit einem Alkoholiker ist die heile Welt nur in der Theorie möglich, in der Praxis NULL.

    Versuche mal das Positive zu sehen. Das Leben kann viel entspannter sein. Und mal davon abgesehen: Wie viele Paare sind getrennt (auch ohne Alkoholprobleme)?!? Wenn da keiner mehr Freude am Leben hätte, nur weil man keinen Partner an seiner Seite hat, dann wäre es aber eine sehr traurige Welt.

    Ich bin lieber zu Dritt (Kinder und ich) glücklich, als zu viert, aber unglücklich.

    Ich habe Danny nicht so verstanden, dass sie die beiden Krankheiten Krebs und Alkoholismus an sich vergleichen wollte. Ich glaube, sie wollte lediglich damit sagen, dass manche Menschen, die Krebs haben, wieder gesund werden und manche leider nicht.
    Und das manche Alkoholiker aus ihrer Krankheit wieder rauskommen, indem sie trocken werden und manche eben nicht.

    Ich kann verstehen, dass man zunächst Hoffnung hat, dass der Alkoholiker aufhört zu trinken. Aber man sollte seine Zeit nicht damit verplempern. Denn man macht sich selbst kaputt und oft klickt es beim Alkoholiker eben nicht. Und erst Recht nicht, wenn da die gut funktionierende Co. ist.

    Warum fühlst Dich Dich denn noch nicht trocken? Weil Du Alkoholgedanken manchmal hast, z.B.?
    Hat man das nicht sein Leben lang immer mal? Oder siehst Du Dich als gefährdet an? Also ich frage mich, warum Du Dich nicht als trocken bezeichnen würdest.

    Also, ich verstehe schon. Entweder man fühlt das so oder eben nicht. Aber welches Gefühl sagt einem „so, nun bin ich trocken?“

    Das, was Du beschrieben hast: Stabilität, zu Hause ankommen... dadurch fühlt man sich wohler. Fühlt man sich dadurch eher trocken? Weil man dadurch auch weniger rückfallgefährdet ist, wenn man zufrieden ist?

    Ist es das, was Du meinst? Ich frage, weil ich gerade echt überlege, ab welchem Zeitpunkt ich das Gefühl hatte, dass ich trocken bin/denke.

    Kann ich verstehen. Ich hab mich auch sehr schwer getan. Ich hab mich damals nicht mal wirklich geekelt. Hab ja immer schön mitgesoffen. Wir haben uns nach der Arbeit zusammen gesetzt und getrunken. Aber natürlich nicht nur getrunken, sondern über ALLES geredet. Er hat mich in allem unterstützt, mir immer geholfen. Wir haben den gleichen Humor und haben wirklich wahnsinnig viel Spaß gehabt. Waren an den Wochenenden campen und haben viel unternommen. Aber immer was zu Saufen an Board. Das ging eine sehr lange Zeit auch gut. Bis mal Schwierigkeiten aufkamen. Dann hat er die Nacht durchgesoffen. Was hab ich gebettelt, dass er endlich mit schlafen kommt. Vergeblich. Am nächsten Tag ist er entweder noch halb besoffen los oder konnte gar nicht. Und an manchen Tagen war es bei mir der Fall. Ich hab dieses Leben am Schluss gehasst. Er war nicht bereit, mitzuziehen. Geriet immer weiter in den Sumpf. Arbeiten, saufen.... so war der Tag. Bis tief in die Nacht.

    Er fehlt mir heute manchmal noch. Ich war ihm innerlich so sehr verbunden, das hatte ich nicht mal in meiner Ehe das Gefühl.

    Aber was nützt mir ein Vertrauter, bester Freund, wenn er mir so viel Leid bringt??

    Mal anders betrachtet: Wie groß ist denn die Freundschaft, wenn jemand einem diese Traurigkeit hinzufügt? Ich hab mich meinem Ex-Partner Vertrauter gefühlt in der Zeit, als meinem Ex-Mann und Vater meiner Kinder. Er hat mich nüchtern auf Händen getragen. Und was hat mir das gebracht?? Nichts!!

    Letztendlich war es mein Ex-Mann, der mir den letzten Stoß in die Nüchternheit gab. Weil er mich nicht saufend erleben wollte, wie mein damaliger Partner. Dem war es recht, dass ich saufe. So war er nicht allein. Wie egoistisch eigentlich von ihm! Er wusste, dass ich leide und hat mich mit seinen guten Seiten schön bei sich behalten. Was ist daran vertraut und freundschaftlich? Nee, das ist egoistisch.

    Überlege Dir, ob Dir diese Freundschaft gut tut, wenn sie auch das Schlechte mit sich bringt. Manchmal ist es besser, es dann lieber zu lassen. Wenn das Schlechte einen traurig macht.

    Ist ja nichts anderes, als mit dem Saufen. Mit einem leichten Schwips nach den ersten zwei Gläsern war ich auch glücklich. Das Gefühl war immer toll für mich. Ich lasse das Saufen dennoch. Weil ich das Schlechte nicht will, was nach dem Schwips folgt.

    Was ich damit sagen will: Manchmal muss man eben auch Gutes gehen lassen, wenn sich nur so auch das Schlechte loswerden lässt. In manchen Fällen geht es eben nur ganz oder gar nicht.

    Das es einfach ist, behaupte ich nicht, auch wenn sich das jetzt so einfach liest. Ich hab echt getrauert um diese Beziehung und manchmal hab ich das sogar heute noch. Aber ich bin jetzt glücklich. Das war ich vorher definitiv nicht.

    Hallo Nadless,

    Deine Reaktion auf meinen Beitrag hört sich schon anders an, wie ich finde.

    Etwas vernünftig zum Abschluss bringen, kann ich nachvollziehen. Ich bin auch erst ausgezogen und wer trotzdem noch mit meinem Partner zusammen. Naja, nicht wirklich, aber offiziell schon. Als ich mich räumlich getrennt hatte, konnte die emotionale Trennung erfolgen. Das war für mich einfacher mit dem Auszug und nicht so schmerzhaft. Aber ich hab mir zwischendurch vorgemacht, es könnte was werden und dann hab ich mir auch alles schön geredet. Aber tief im Inneren wusste ich eigentlich, dass es das gewesen ist. Ich lag ja auch richtig. Aber das will man manchmal nicht wahr haben.

    Immer denkt man an das Gute. Will den Menschen nicht aufgeben. Erst als ich endgültig allein war und über den Liebeskummer hinweg war, hab ich mich gefragt, warum ich das nicht schon viel früher aufgegeben habe. Es geht mir viel besser ohne ihn. Klar bin ich ein paar gute Dinge los, aber es kommen so viel bessere Dinge dazu, wenn man endlich den ganzen Mist los ist.

    Hallo Nadless,

    ich möchte Dir nicht zu nahe treten, aber Du bist gerade dabei, Dir die Situation schön zu reden, um besser mit Deinen Gefühlen zurecht zu kommen. In Deinem Kopf ist der Plan, dass er sein Alkoholproblem in den Griff bekommt und ihr dann Eure Beziehungsprobleme lösen könnt. Solange Du daran festhältst, wirst Du für Dich nicht voran kommen. Du fängst an, Abstriche zu machen. Nur weil er nicht „so blöd zu Dir ist“, wie andere Alkoholiker zu ihren Partnern, macht es das nicht besser. Es gibt immer schlimmere Schicksale. Nach dem Motto: Ist ja nicht so schlimm, dass mein Arm gebrochen ist, mein Bettnachbar hat beide Arme gebrochen, deshalb hab ich mit einem gebrochenen Arm doch wunderbar leben. Besser als mein Bettnachbar.
    Aber so funktioniert das doch nicht. Am besten lebt es sich nämlich komplett ohne gebrochenen Arm!!

    Warum bist Du auf einmal soweit, Dir selbst die Probleme klein zu reden? Klar, man hält es dann besser aus. Für Deine Gefühlswelt ist es jetzt wieder besser, weil ihr wieder im Reinen seid für Dich. Das mag für den Moment auch funktionieren. Du hast einen Plan, es geht Dir besser.
    Langfristig gesehen verlängert es aber Dein Leiden. Diese Einsicht folgt oft sehr schnell nach solchen scheinbar geordneten Plänen. Und das ist keinesfalls böse gemeint. Ich hab es auch lange so gemacht. Bis dann irgendwann man Schluss war damit, weil ich begriffen hatte, dass es so auf lange Sicht nicht funktioniert und mich nur für den kurzen Moment des „Juhu, so machen wir jetzt“ glücklich gemacht hat. Die Realität holt einen leider ein.

    Hallo FreeWell,

    ich bin auch darüber gestolpert, was Sunny bemerkte. Dein XY ist euphorisch, er hat geputzt, gewaschen, war joggen und hat irgendwas geregelt. Ist auf dem Weg, dieses Medikament zu holen. Ja, er wird auch gerade selbst davon überzeugt sein, dass es jetzt klappt. Bis das Suchtgedächtnis wieder zuschlägt, dann ist ein bisschen trinken doch nicht so schlimm.

    Es ist, wie ich bei Danny auch geschrieben habe. Nur, weil ein Alkoholiker versteht, was zu tun ist, heißt das noch lange nicht, dass etwas langfristig passiert.

    Immer wenn ich meinen Ex mal treffe (wohnen in einem Dorf) erzählt er beiläufig, was er doch alles geschafft hat am Tag. Beim letzten Mal hatte er seinen Garten gemacht und im Büro alles auf Vordermann gebracht und und und.... zwei Wochen später hab ich erfahren, dass er mindestens 4 Tage durchgesoffen hat und nicht mal arbeiten konnte, obwohl er davon abhängig ist, da er selbständig ist. So viel dazu.

    Wie oft ist er voller Tatendrang in ein neues, trockenes, besseres Leben gestartet und hat laut davon berichtet, weil er sich selbst so über seinen Entschluss gefreut hat. Und am Ende sah die Welt ne Woche später wieder anders aus.

    Bei mir war es ja genau so. Ich hab auch immer wieder verkündet „Ab heute wird es alles anders“. Ich hab mir selbst geglaubt. Bis die Sucht sich wieder bemerkbar gemacht hat.

    Nun werden viele, die das lesen, Hoffnung haben und denken „aber die hat doch dann auch aufgehört“. Ja, es gibt hier genügend Beispiele, wo es der Fall ist.

    Aber ich wusste bereits in meiner Jugend, dass ich ein Alkoholproblem Jahr. Wollte da schon immer aufhören. Letztendlich hab ich über 20 Jahre gebraucht, bis es endlich geklickt hat und ich den Schritt in die wirkliche Trockenheit gegangen bin. Will man als Co. darauf warten?? Und manchmal wartet man auch umsonst, weil es nie richtig klickt. Da kann man noch so oft eine motivierte Phase haben und sich joggend zum Arzt begeben. Es bringt den Co. nicht weiter.

    Und mal davon abgesehen... wenn er dazu noch von Narzissmus betroffen ist, dann renne bloß so schnell Du kannst, denn das lässt sich auch durchs Trocken werden nicht abstellen.

    Ich finde es wirklich toll, dass Du konsequent bei Dir bleibst. Das ist ein guter Weg, Abstand zu gewinnen. Vielleicht bekommst Du durch den räumlichen Abstand auch schneller den Abstand im Kopf. Ich wünsche Dir das sehr, denn glaub mir, es ist wirklich sehr befreiend, wenn man die Sorgen um den XY los ist.

    Hallo Danny,

    aber vielleicht solltest Du nicht zu viel Energie dafür verwenden, ihm Deine Meinung zu der Sache Nähe zu bringen. Du wirst ihn nicht überzeugen können. Wenn das so einfach wäre, hätten viele die Sorgen gar nicht.
    Er ist im Krankenhaus gelandet und das ist nun wirklich offensichtlich schlimm. Klar muss er da Einsicht zeigen, wäre ja auch befremdlich, wenn er das nicht täte.

    Aber allein, dass seine Gedanken noch da sind, dass es nur so schlimm wegen seiner Probleme ist, zeigt doch, dass es noch nicht geklickt hat.

    Dass Du noch Hoffnung hast und diese zuletzt stirbt, also noch nicht gestorben ist, das ist ja gerade Dein eigentliches Problem, weshalb Du hier im Co-Bereich bist. Solange Du noch hoffst, dreht sich das Rad schön weiter.

    Erst wenn Du die Hoffnung aufgibst, geht der Weg nach vorne. Ich weiß, wie Du Dich fühlst. Ja, ich bin Alkoholikerin, zwar inzwischen trocken, aber die Sicht eines Alkis ist mir bestens bekannt.
    Aber auch die Sicht der Co., denn mein Ex-Partner ist auch Alkoholiker und ich habe Jahre lang gehofft, auch als ich selbst noch getrunken habe. Obwohl ich getrunken habe, hab ich gehofft, dass er aufhört, mit mir zusammen. Dass er weniger trinkt. Dass er es in den Griff bekommt.

    Irgendwann hörte ich auf und er wollte es auch „bald“. Mehr Hilfe ging nicht. Wir liebten uns, ich hatte das gleiche Leid und bin positiv durchgestartet. Arztbesuch, Therapie, Gruppe, Sport und ich hab Stunden damit verbracht, ihm meine Meinung zu sagen. Er hat ALLES eingesehen. Hatte die gleichen Empfindungen und brauchte nur noch einen einzigen Schritt gehen. Wir hätten das gemeinsam machen können. Nachdem ich trocken war, hab ich noch ungefähr ein halbes Jahr gehofft und gewartet. Sein Verstand wusste, was zu tun ist. Er ist den Schritt bis heute nicht gegangen.

    Was ich damit sagen will: Selbst WENN Dein Partner verstanden hat, heißt das noch lange nicht, dass er handelt. Eine Sucht ist sehr, sehr stark.

    Guten Morgen Cielo,

    wie schon mal erwähnt: Es freut mich, von Dir zu lesen und ich finde es auch gut, dass Du Dich wieder für den erweiterten Bereich anmeldest. Da kann man doch eher über Einzelheiten schreiben und dann konkreter einen Rat geben, was die Sorgen mit den Vätern Deiner Kinder angeht.

    Dass Dein Ex nicht auszieht, war abzusehen, das stimmt. Dass Du letztendlich entschieden hast, direkt bei Deinem neuen Partner einzuziehen, mag vom Verstand her vielleicht nicht die mega Top-Entscheidung gewesen sein, aber mit Sicherheit weitaus besser, als beim saufenden XY zu bleiben :D
    Und wenn ihr jetzt glücklich seid, umso besser!! Ich wünsche Dir und den Kindern, dass es so bleibt. Ich freue mich echt für Dich und auch für die Kinder, wenn zumindest im neuen Zuhause Ruhe eingekehrt ist.

    Dass es außerhalb vom Zuhause Reibereien wegen der Väter gibt, kann ich mir vorstellen. Das kannst Du auch nur bis zu einem gewissen Punkt beeinflussen. Aber das Wichtigste ist geschafft, ihr müsst nicht mehr unter einem Dach leben.

    Ganz liebe Grüße von mir :)