Beiträge von Cadda

    Hallo Danny,

    es ist überall gleich: Der Alki säuft angeblich nur, weil er solche Sorgen hat und wenn er die nicht hätte, würde er weniger saufen... nee, is klar!

    Bitte glaube das nicht ansatzweise. Ich versichere Dir, es werden sich IMMER irgendwo neue Sorgen finden, um saufen zu können. Die Gründe werden niemals aus gehen.

    Man hört nicht plötzlich auf, zu saufen, weil es weniger Sorgen gibt. Es ist höchstens anders herum:
    Die Sorgen werden weniger, wenn man aufhört zu saufen.

    Mein Ex-Partner arbeitet schon seit Jahren daran, dass seine Probleme weniger werden, damit er nicht mehr saufen „muss“. Was hat er doch für ein Glück, dass sich im Leben immer wieder neue Probleme finden, um in Ruhe weiter saufen zu können....

    Ich selbst trinke seit 1,5 Jahren nicht mehr und seit dem will ich seine dämlichen Ausreden nicht mehr hören. Du solltest Dir das auch nicht mehr antun. Es wird sich nämlich nicht ändern. Auch nicht jetzt, bei der „allerletzten Chance“. Es hat nicht geklickt. Sonst würde er nicht immer noch Gründe fürs Trinken finden. Es ist verschenkte Zeit, glaub mir!!!

    Ich habe nochmal nachgedacht. Es liegt daran, dass ich mein Selbstbewusstsein zurück erlangt habe. Das kann durch verschiedene Dinge zurück kehren. Solange ich getrunken habe, habe ich mich schlecht behandeln lassen. Jetzt nicht mehr.

    Du trinkst nicht, aber wenn Du erstmal die Trennung hinter Dir hast, wirst Du sicherlich auch stolz auf Dich sein und gut zu Dir selbst sein. Und wenn Du Dir selbst mehr wert bist, wird Dir das auch bestimmt nicht noch einmal passieren, dass Du Dich schlecht behandeln lässt.

    Hallo Nadless,

    Du hast Angst, auch das Gute zu verlieren. Aber davon ist doch -wenn überhaupt- nur noch ein Bruchteil übrig. Mit der Trennung gewinnst Du aber auch so viel Gutes, das wird es überwiegen.

    Ich kann nur von mir sprechen, aber mir würde ich nicht mehr passieren, dass man mich schlecht behandelt. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass ich mich endlich von meinem trinkenden Ex-Partner lösen konnte oder ob es daran liegt, dass ich selbst nicht mehr trinke.

    Ich drück Dir die Daumen für die Wohnungssuche!!

    Hallo Nordy,

    das es mit dem Trinken schlimmer geworden ist, liegt an der Krankheit, nicht an Dir. Es ist doch oft so, dass das Trinkverhalten nicht auf einem Level bleibt, sondern zunimmt. Alkoholiker finden IMMER Gründe, noch mehr zu saufen. Liebeskummer, Sorgen auf der Arbeit, Wohnung weg.... dabei sind gerade DAS doch Gründe, endlich mit dem Trinken aufzuhören!!!

    Du hättest es nicht ändern können. Auf keinen Fall bist Du Schuld.

    Guten Morgen Rennsemmel und auch Carl-Friedrich.
    Ich bin der Meinung, wenn man traurig ist, nichts mehr trinken zu können/dürfen, hat es noch nicht richtig geklickt.
    Ich weiß nicht, ob manche Aufhören und es zunächst traurig finden, nichts mehr zu trinken und sich durch die positiven Erfahrungen erst später die Gedanken einstellen, froh zu sein und die Verzichtsgedanken verschwinden.
    Ich war von Anfang an erleichtert, endlich die Entscheidung getroffen zu haben.

    Dennoch habe ich am Anfang auch oft an Alkohol gedacht. Jetzt, nach 1,5 Jahren ist es anders. Seltener. Und ich muss mich dann nicht mehr so lange mit dem Gedanken auseinander setzen. Kurze Erinnerung „Nein. Ich WILL nichts trinken. Ende“.

    4 Wochen sind ein super Anfang! Es gibt immer welche, die weiter sind. Nach 1,5 Jahren sind 4 Wochen vielleicht nicht so lang. Für diejenigen, die schon 5 Jahre nichts trinken, sind meine 1,5 Jahre nicht lang. Das spielt auch keine Rolle. Jeder Tag nach der Entscheidung, nüchtern zu sein, zählt.

    Hallo Rennsemmel,

    ich mache es so. Mit dem Gedanken zu Ende denken und mir hat es bisher immer geholfen. Ich habe es selbst einmal hier im Forum gelesen. Ich weiß nicht mehr bei wem, leider. Denn das hat mir so unglaublich geholfen. Seit dem berichte ich hier auch gern im Forum darüber, in der Hoffnung, dass es Anderen auch hilft. Freut mich, wenn das bei Dir der Fall ist :)

    Und vielleicht finde ich ja irgendwann mal durch Zufall raus, bei wem ICH es gelesen habe, als ich aufhörte zu trinken :)

    Klar fällt es Dir schwer, 30 Jahre sind eine sehr lange Zeit.

    Hallo Freewall,

    Machtspiele... genau richtig erkannt. Höre auf mitzuspielen. Allein die Tatsache, dass er die Telefonate beendet und DU dann wieder anrufst, zeigt das Ausmaß darüber, wer die Macht hat.

    Ich wünsche Dir wirklich, dass Du ihm den Zucker nicht weiterhin in den Hintern schiebst (im wahrsten Sinne des Wortes). Bitte entschuldige meine direkten Worte, aber beim Lesen, wie er mit Dir umgeht und was Du Dir gefallen lässt, wird einem wirklich übel. Es wird Zeit, dass Du wütend wirst. Das hast Du nicht nötig!!!

    Hallo Veilchen,

    mir fiel als Erstes folgender Gedanke ein:

    „Nur“ weil ein Mensch Alkoholiker ist, muss er nicht zwangsläufig lügen, betrügen und klauen. Ich weiß, dass man als Co.-Abhängige gern dazu neigt, die Schuld für schlechte Eigenschaften dem Alkohol zuzuschieben, anstatt dem Charakter. Aber das ist nicht richtig. Vieles ist einfach Charaktersache und hat nichts mit dem Alkohol zu tun, auch wenn manche Eigenschaften durchs Trinken verstärkt werden, sind sie manchmal einfach grundlegend vorhanden.

    Hallo Iwona,

    Du schreibst, Du hast nicht viel erreicht in Deinem Leben. Das stimmt nicht. Du hast Dich vom Alkohol trinken lösen können, das ist ganz viel, was Du da erreicht hast. Man muss keine super tolle Arbeit im Büro haben, um glücklich zu sein oder ein „guter Mensch“ zu sein.

    Du schreibst, dass Du Dich jetzt liebst. Das ist es, was wichtig ist.

    Einen schönen Tag und guten Appetit beim leckeren Essen :)

    Hallo Rennsemmel,

    die Voraussetzungen sind schwer, aber der Anfang ist gemacht. Als ich aufgehört habe zu trinken, hatte ich zwar schon meine eigene Wohnung, aber ich war noch mit meinem damaligen Partner zusammen, der auch trank. Ich wusste, dass es so nicht geht und hatte die Hoffnung, dass er ebenfalls aufhört. Nach einigen Wochen hab ich meine Hoffnungen aufgegeben und wir haben uns endgültig getrennt.
    Ich bin inzwischen etwas über 1,5 Jahre trocken und er säuft heute noch, obwohl er zwischendurch immer wieder meinte, dass er auch bald aufhört.

    Wenn Du wirklich trocken bleibst, wird sich diese Beziehung vermutlich irgendwann von selbst auseinander laufen. Für Dich momentan im Moment noch nicht vorstellbar, aber Du wirst vermutlich mit der Zeit das Interesse verlieren, an etwas festzuhalten, was absolut nicht mehr zu Deinem Leben passt.

    Ich bin wirklich keine, die alles meidet, was mit Alkohol zu tun hat. Ich schreibe wenig darüber hier im Forum, weil die Akzeptanz nicht sehr groß ist, wenn man dem Alkohol nicht komplett aus dem Weg gehe. Vielleicht ist das auch gut so, weil manche leichtsinnig wären. Wie gesagt gehöre ich nicht dazu, die im Leben alles aus dem Leben streichen, was mit Alkohol zu tun hat, ABER:
    Ein über das Maß hinaus trinkender Partner... das kann nicht funktionieren. Deshalb habe ich mich damals nach und nach von dem Gedanken verabschiedet, dass ich mit ihm zusammen bleiben kann. Aber das wirst Du sicherlich für Dich von selbst herausfinden.

    Es freut mich jedenfalls, dass es Dir gut geht und Du so froh über Deinen Schritt bist.

    Hallo Blacki,

    es ist nicht einfach. Du stehst damit ganz sicher nicht allein da. Ich kann Dir nicht sagen, was Dir hilft, es einfacher zu machen. Ich kann Dir nur sagen, was mir immer geholfen hat (und manchmal immer noch hilft):

    Wenn Du Lust hast, zu trinken, denke den Gedanken zu Ende. Wie geht es weiter, wenn Du das erste Glas oder die erste Flasche getrunken hast?? Wo endet es??

    Bei mir zum Beispiel: Lust auf Wein beim Kochen. Die ersten zwei Gläser beschwipsen mich. Das Gefühl ist gut. Aber ich würde weiter trinken und das dritte, vierte Glas folgt, ich wäre betrunken. Ich würde immer weiter trinken, bis ich voll bin. Am nächsten Morgen würde ich nicht mehr wissen, wie ich ins Bett gegangen bin, die Küche würde aussehen wie Sau, mein Handy hätte peinliche Nachrichten versendet. Es würde mir körperlich und seelisch so schrecklich gehen, dass ich vermutlich Alkohol nachkippen würde.... ein Teufelskreis.

    Gedanken zu Ende gedacht, Lust auf Wein (vorerst) vergangen.

    Diese Methode hab ich immer wieder angewendet, sie hat mir immer geholfen. Inzwischen genügt ein kurzes NEIN und manchmal ein Schnelldurchlauf der Gedanken. Es kam am Anfang so oft vor und inzwischen sehr selten, dass es nötig ist, „meine“ Methode anzuwenden.

    Wenn ich generell unzufrieden bin, hilft mir ein Spaziergang an der frischen Luft.

    Finde für Dich heraus, was Dir hilft. Aber gib nicht auf! Es lohnt sich!

    Guten Morgen,

    es geht mir nach wie vor gut. Ich kann mich immer noch jeden Tag darüber freuen, dass ich den Weg in die Nüchternheit gegangen bin. Ich bin inzwischen gute 1,5 Jahre trocken. Noch keine Ewigkeit, aber immerhin ein guter Anfang. Meine ambulante Therapie ist seit letzter Woche beendet. Ich hatte dort Einzel- und Gruppengespräche. Es hat mir gut getan und auch geholfen. Ich habe am Ende von der Therapeutin und den Leuten aus der Gruppe sehr positive Rückmeldungen bekommen, was mich total gefreut hat.

    Was ganz interessant war: Einer aus der Gruppe meinte zu mir, dass er sich bei mir keine Sorgen macht, dass ich es nicht schaffen würde und dass es bei mir und meinen Einstellungen ein "Selbstläufer" sein würde. Ich habe das mal als Kompliment aufgefasst, obwohl mir das Wort in dem Zusammenhang Trockenheit ein wenig unpassend erschien. Ich wusste dennoch, wie er es meinte. Aber als dann ein weiterer Teilnehmer aus der Gruppe das Wort an mich richtete, sagte dieser: "Ich bin auch davon überzeugt, dass Du es schaffst. Aber ich widerspreche XY. Ein Selbstläufer wird es garantiert nicht. Aber ich weiß, dass Du genau DAS weißt, dass es kein Selbstläufer wird. Und gerade DESHALB, weil Du das weißt, wirst Du das packen". Fand ich ganz interessant, dieses Gespräch. Ich weiß genau, dass der erste Teilnehmer das total positiv meinte, aber der zweite Teilnehmer hat gut auf den Punkt gebracht, worauf es ankommt. Man muss eben immer am Ball bleiben und das werde ich auch, weil ich mir dessen bewusst bin.

    Ansonsten geht es mir wirklich gut. Der Sommer steht vor der Tür und ich bin bereit :)
    Habe gestern meine Gartenmöbel rausgeholt und die Terrasse startklar gemacht. Meine Arbeit gefällt mir absolut gut und mein Leben als Single erst recht :) Meine Jungs und ich genießen es, dass wir so sein können, wie wir es wollen und wir fühlen uns hier in unserem Zuhause pudelwohl. Ja, man könnte sagen, ich genieße es, endlich richtig zu leben. Fühle mich nach wie vor FREI, seit dem ich trocken bin.

    Ich wünsche allen ein schönes Restwochenende.

    Liebe Grüße
    Cadda

    Guten Morgen und alles Gute zum Geburtstag und noch viel mehr alles Gute zu Deiner Entscheidung!!

    Es liest sich wirklich so, als wenn Du Dir schon sehr viele Gedanken gemacht hast. Wichtige Dinge hast Du schon erfasst, das find ich klasse. Ich glaub, dass Du das schaffen wirst, man merkt, dass Du bereit bist, einiges dafür zu tun, dass Du ein trockenes Leben führen kannst.

    Atze schrieb, mit 40 bist Du noch jung....
    Wie schön auch für mich, das zu lesen, ich bin letztes Jahr auch 40 geworden und mir war die 3 vorne definitiv lieber :mrgreen:

    Einen schönen Tag wünsch ich Dir, ohne das Teufelszeug :)

    Hallo Struggling,

    nur kurz, da auf dem Sprung:

    Wie Du Deine Rückfahrt im Zug beschreibst... großartig. DAS sind die kleinen Erlebnisse, für die es sich soooo sehr lohnt, trocken zu sein. Ich finde es toll, dass Du dasauch so bewusst wahr nimmst und das genießen kannst :)

    Liebeskummer... ätzende Erfindunf. Aber zum Glück geht’s vorüber und zwar schneller, wenn man (wie Du) realistisch mit der Sache umgeht.
    Trotzdem, braucht es kein Mensch :D

    Hallo nochmal Hartmut,

    ich habe hier schon öfter mal gelesen, jemand hätte noch ein nasses Denken und dass derjenige deshalb gar nicht richtig trocken sei. Ich selbst z.B. fühle mich inzwischen trocken, auch wenn ich erst seit nicht ganz 1,5 Jahren nichts trinke. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich ein nasses Denken habe. Aber diese Gedanken, wie von Karamasow beschrieben, die kommen zwangsläufig manchmal automatisch.

    Ich hab das, was Du geschrieben hast,aber vielleicht falsch eingeordnet.

    Liebe Grüße

    Hallo Hartmut,

    das würde ja bedeuten, dass es diese Gedanken gar nicht geben darf. Kommen sie von allein, denkt man nass. Führt man sie herbei, bewegt man sich auf einen Rückfall zu.

    Aber auch langjährige trockene Alkoholiker berichten doch immer wieder, dass solche Gedanken ab und zu vorkommen. Die denken doch deshalb aber nicht alle nass oder bewegen sich auf einen Rückfall zu?!

    Ich denke eher, dass es normal ist, dass solche Gedanken kommen können. Für mich ist ausschlaggebend, wie ich damit umgehe. Wenn ich groß darüber nachdenken würde, ob mein Suchtgedächtnis Recht hat, dann ist es gefährlich. Wenn mir aber sofort klar ist, dass dieser Gedanke falsch und trügerisch ist und nicht der Realität entspricht, finde ich nicht, dass ich nass denke oder mich auf einen Rückfall zusteuere.

    Liebe Grüße, auch an Dich, Karamasow. Ich finde es gut, sich mit seinem Kopf auseinander zu setzen. Da kommt man schon mal ins Schwafeln :)

    Hallo Karsten,

    das ist richtig. Wenn ich mich verstelle, mache ich anderen etwas vor und verpasse dadurch die Möglichkeit, von einer anderen Sichtweise zu lernen.

    Aber oftmals ist es auch so, dass hier direkt eine Ernsthaftigkeit angezweifelt wird, wenn man nicht zu 100 Prozent so handelt, wie es empfohlen wird.

    Hier wird öfter mal erklärt, dass hier keiner mit Samthandschuhen angefasst werden braucht, weil das nichts bringt. Das stimmt. Aber mit dem Vorschlaghammer hilft auch nicht immer. Da machen viele dicht. Einfach, weil man gar nicht die Möglichkeit hat, sich über die Argumente ernsthaft Gedanken zu machen, weil einem direkt der Mut genommen wird, wenn direkt die „Du bist noch nicht soweit - Keule“ kommt.

    Ich bin ein Freund von klaren Worten. Aber ich bin auch ein Freund davon, seine Argumente halbwegs diplomatisch vorzubringen, damit sie besser wirken können.

    Ich hab hier nicht oft über das Thema geschrieben, wie ich es mit den Feiern handhabe. Ich hab vor langer Zeit mal drüber geschrieben, da hatte Martin mir mal seine Ansicht geschrieben. In einer Art und Weise, mit der ich ganz gut zurecht kam. Da hatte ich das Gefühl, es wurde erstmal gelesen, wie ich es empfinde und wie es mir dabei geht. Und dann erst kommentiert und bewertet.
    Und nicht nach dem Motto „Was?!? Du gehst zu einer Veranstaltung, obwohl Du noch keine x Jahre trocken bist?!? Aha, dann säufst Du eh bald wieder“.

    Wenn man dann nicht so gut darin ist, seine Beweggründe und Empfindungen zu erklären, dann kann das schon mal schnell zur Folge haben, dass man es lieber gar nicht erst erwähnt und somit nicht ganz ehrlich ist.