Hallo FreeWell,
ich bin auch darüber gestolpert, was Sunny bemerkte. Dein XY ist euphorisch, er hat geputzt, gewaschen, war joggen und hat irgendwas geregelt. Ist auf dem Weg, dieses Medikament zu holen. Ja, er wird auch gerade selbst davon überzeugt sein, dass es jetzt klappt. Bis das Suchtgedächtnis wieder zuschlägt, dann ist ein bisschen trinken doch nicht so schlimm.
Es ist, wie ich bei Danny auch geschrieben habe. Nur, weil ein Alkoholiker versteht, was zu tun ist, heißt das noch lange nicht, dass etwas langfristig passiert.
Immer wenn ich meinen Ex mal treffe (wohnen in einem Dorf) erzählt er beiläufig, was er doch alles geschafft hat am Tag. Beim letzten Mal hatte er seinen Garten gemacht und im Büro alles auf Vordermann gebracht und und und.... zwei Wochen später hab ich erfahren, dass er mindestens 4 Tage durchgesoffen hat und nicht mal arbeiten konnte, obwohl er davon abhängig ist, da er selbständig ist. So viel dazu.
Wie oft ist er voller Tatendrang in ein neues, trockenes, besseres Leben gestartet und hat laut davon berichtet, weil er sich selbst so über seinen Entschluss gefreut hat. Und am Ende sah die Welt ne Woche später wieder anders aus.
Bei mir war es ja genau so. Ich hab auch immer wieder verkündet „Ab heute wird es alles anders“. Ich hab mir selbst geglaubt. Bis die Sucht sich wieder bemerkbar gemacht hat.
Nun werden viele, die das lesen, Hoffnung haben und denken „aber die hat doch dann auch aufgehört“. Ja, es gibt hier genügend Beispiele, wo es der Fall ist.
Aber ich wusste bereits in meiner Jugend, dass ich ein Alkoholproblem Jahr. Wollte da schon immer aufhören. Letztendlich hab ich über 20 Jahre gebraucht, bis es endlich geklickt hat und ich den Schritt in die wirkliche Trockenheit gegangen bin. Will man als Co. darauf warten?? Und manchmal wartet man auch umsonst, weil es nie richtig klickt. Da kann man noch so oft eine motivierte Phase haben und sich joggend zum Arzt begeben. Es bringt den Co. nicht weiter.
Und mal davon abgesehen... wenn er dazu noch von Narzissmus betroffen ist, dann renne bloß so schnell Du kannst, denn das lässt sich auch durchs Trocken werden nicht abstellen.
Ich finde es wirklich toll, dass Du konsequent bei Dir bleibst. Das ist ein guter Weg, Abstand zu gewinnen. Vielleicht bekommst Du durch den räumlichen Abstand auch schneller den Abstand im Kopf. Ich wünsche Dir das sehr, denn glaub mir, es ist wirklich sehr befreiend, wenn man die Sorgen um den XY los ist.