Beiträge von Cadda

    Hallo Karsten,

    ich habe insofern etwas für ein trockenes Umfeld getan, dass ich ein Mal in der Woche in die Gruppe gehe. Dort kann ich auch über meine Krankheit sprechen und werde verstanden.

    Ich treffe mich mit der Familie, wo auch kein Alkohol im Alltag getrunken wird.

    Ich treffe mich mit meinen Freundinnen zum Kaffee, die unendlich froh sind, dass ich nichts mehr trinke. Ich kann mit ihnen über alles reden, ebenso mit dem Vater meiner Kinder. Wenn ich mich mit ihnen treffe, trinkt niemand etwas.

    Wenn meine Freunde (auch die oben genannten) sich aber auf einer Feier zusammen treffen und dabei auch Alkohol trinken, sind es trotzdem noch die Menschen, die ich lieb habe und mit denen ich gern Zeit verbringe. Deshalb entscheide ich mich ab und zu, ebenfalls hinzugehen.

    Anders sieht es da mit einem Bekanntekreis aus, den ich mir im Grunde genommen zum Saufen aufgebaut hatte. Diese Menschen trinken zu viel und uns verbindet nichts mehr. Mit diesen Leuten unternehme ich nichts mehr. Der Kontakt ist angebrochen, das ist erledigt.

    Es geht hier um Veranstaltungen, die meine richtigen Freunde betreffen und diese Freunde habe ich teilweise seit fast 30 Jahren. Da habe ich einfach Spaß und Freude und fühle mich wohl, etwas mit ihnen zu unternehmen. Ich mag gern mit ihnen beim Kaffee klönen, aber wenn sie in einer Truppe am Wochenende mal auf eine Feier gehen, bin ich auch gern mal dabei.
    Ich bin einfach zufrieden und mir macht das Spaß.

    Tja. Ein Thema, was spannend ist. Ich nehme das auch ernst, so ist das nicht. Ich bin sicher, dass es auch viele Menschen gibt, denen das überhaupt nicht gut tun würde. Weil sie sich vielleicht noch festigen müssen. Oder weil sie innerlich (noch) nicht zufrieden sind. Ich würde auch niemanden raten, das auch so zu handhaben, wie ich. Niemals würde ich sagen „das kann man gern so machen“.

    Deshalb hab ich auch am Anfang erwähnt, dass ich nur für MICH schreiben kann.

    Hallo Hartmut,

    ich kann jetzt nur von mir sprechen. Wenn ich mir im Vorwege Gedanken darüber machen würde, ob mir eine Veranstaltung etwas ausmachen könnte, wenn ich dort angekommen bin, dann würde ich gar nicht erst hingehen.
    Ich fahre hin, wenn ich Lust dazu habe und fertig. Sollte es dennoch im Laufe des Abends dazu kommen, dass mich etwas in Bezug auf Alkohol stört, dann würde ich wieder gehen. Das ist bisher aber noch nicht vorgekommen, seit dem ich nichts mehr trinke. Ich habe Veranstaltungen bisher nur dann verlassen, wenn ich einfach keine Lust mehr hatte.

    Ich war auf Veranstaltungen, wo alle wissen, dass ich nichts mehr trinke. Aber ich war auch schon auf einer Feier, wo es noch keiner wusste. Ich brauche mir trotzdem niemanden zum Aufpassen mitnehmen. Ich trinke nichts und fertig. Weil ich es nicht will.

    Wenn ich zu Hause bin, will ich nichts trinken. Wenn ich woanders bin, will ich auch nichts trinken.

    Ich bin ja noch nicht lange trocken. Aber das, was Du vorhin angesprochen hast, hat sich in der Zeit schon verändert. Zuerst hab ich überlegt, wie ich mit Situationen umgehe, wenn ich weggehe. Aber das hat schnell nachgelassen. Ich mache mir keine Gedanken, bevor ich losfahre.

    Ich mache mir allgemein sehr, sehr viele Gedanken über meine Krankheit. Ich fühle mich stabil, aber bin immer auf der Hut. Das bin ich aber grundsätzlich. Nicht in bestimmten Situationen.

    Ich bin einfach so glücklich und zufrieden, dass ich nichts mehr trinken muss. Ich verspüre keinen Neid, wenn ich Menschen um mich herum trinken sehe. Ich verspüre auch keinen Neid, auf die Menschen, die kontrolliert trinken können. Ich möchte nicht kontrolliert trinken können. Ich möchte gar nicht mehr trinken. Weder unkontrolliert, noch kontrolliert. Ich bin glücklich und frei und will das auch bleiben.
    Das wird sich auch nicht durch den Besuch einer Veranstaltung ändern.

    Hallo.

    Ich glaube, dass jeder trockene Alkoholiker seinen persönlichen Tiefpunkt hatte, da er es sonst keinen
    Grund gehabt hätte, aufzuhören.

    Manche hatten vielleicht ein Schlüsselerlebnis, Andere nicht, weil vielleicht nur die Gesamtsituation unzufrieden gemacht hat. Aber irgendwie wird denke ich jeder seinen persönlichen Tiefpunkt erreicht haben. Jedenfalls diejenigen, die sich entschlossen haben, aufzuhören.

    Ich glaube aber, dass es Alkoholiker gibt, die ihren persönlichen Tiefpunkt nicht erreichen, weil die Sucht stärker ist. Leider.

    Liebe Grüße

    Hallo zusammen,

    aber kann es nicht sein, dass das Suchtgedächtnis bei vielen anspringt und es vielen wirklich nicht gut tut und einige Andere können aber gut mit solchen Situationen umgehen, weil sie sich einfach schon sehr mit der Krankheit auseinander gesetzt haben und es ihnen wirklich nichts ausmacht?

    Also haltet ihr es für ausgeschlossen, dass es Menschen gibt, die sich da nichts vormachen, sondern denen es ganz ehrlich nichts aus macht, sich ab und zu solchen Situationen auszusetzen, wenn ihnen danach ist?

    Liebe Grüße

    Cadda

    Hallo ihr Lieben,

    ich möchte Euch gern einen guten und trockenen Rutsch ins neue Jahr wünschen.

    Ich hatte sehr, sehr schöne Weihnachten und dadurch bedingt nun einen ziemlich aufregenden und nervenaufreibenden Silvestertag. einen anstrengenden Tag hatte und mit den Nerven echt runter war. Ich mochte nicht mal richtig was essen.

    Aaaaaaber: Trinken auch nicht!!! Ich habe daran gedacht, dass ich normalerweise jetzt zur Flasche gegriffen hätte und nun froh bin, dass ich das Bedürfnis nach einem klaren Kopf habe und dass das auch so ist und so bleibt. Und das freut mich.

    Wie gesagt: Allen einen guten Rutsch und passt auf Euch auf!

    Nee Ernest. Das ist es nicht wert und das weißt Du auch. Bleib zu Hause und im absoluten Notfall: Licht aus und ab zu Bett. So würde ich es an Deiner Stelle machen.

    Morgen sieht die Welt wieder anders aus.

    Lass Dich mal drücken.

    Liebe Grüße

    Cadda

    Hallo Ernest,

    ich freue mich auch immer darüber, junge Leute kennenzulernen, die keinen Wert auf Alkohol legen. Mein 12-jährige Sohn hat einen Fußballtrainer. Ein cooler, gutaussehender, 20-jähriger junger Typ, der total überzeugt davon ist, dass Saufen dumm und ätzend ist. Die Jungs fahren total auf ihn ab, das gefällt mir :D

    Es gibt da ja unterschiedliche Typen. Welche, die total vernünftig wirken und eher ruhig sind. Da wundert einen das nicht so. Aber dieser Trainer wirkt einfach anders. Er ist auch kein Stubenhocker, sondern geht auch in Diskotheken, hat immer einen lockeren Spruch drauf. Und dass gerade jemand, den die Kinder so ultra-cool finden, eben bewusst keinen Alkohol trinkt, das find ich toll. Und ich hab den Eindruck, das kommt mehr in Mode, als damals. So ist es auch mit dem Rauchen. Es wäre schön, wenn der Trend dahin geht oder bleibt.

    Hallo MiLa,

    da unterscheiden wir uns zum Beispiel auch. Ich war nicht mehr gesellschaftstauglich, wenn ich getrunken habe. Wenn ich angefangen habe zu trinken, war es nahezu jedes Mal so, dass ich nicht aufgehört habe, bis ich einen Filmriss hatte. Am Ende brauchte es nicht mal viel und ich wusste am nächsten Tag fast nichts mehr, was nach den ersten Gläsern stattfand.

    Deshalb ist es bei mir so, dass sämtliche Erinnerungen nach den ersten 2-3 Gläsern immer absolut schrecklich und katastrophal für mich sind. Vermutlich hilft es mir deshalb. Am Anfang hab ich bewusst die Situationen durchgespielt. Mir ist die Lust dann wirklich gründlich vergangen. Inzwischen reicht ein kurzer Gedanke.

    Aber es kommt von Monat zu Monat seltener vor. Irgendwie wird es immer mehr zur Selbstverständlichkeit. Das ist ein schönes Gefühl irgendwie.

    Hallo Lunki, Hallo Hartmut,

    genau MEIN Thema :D

    Für mich persönlich (nur für mich) ist es genau der richtige Weg, den Gedanken zu Ende zu denken.

    Ich habe meine Krankheit vollkommen akzeptiert, als ich aufhörte zu trinken. Dennoch hilft es mir sehr, mich zeitweise selbst daran zu erinnern, WARUM ich aufgehört habe und WIE sehr krank ich war.

    Mir gibt das Sicherheit. Ich will mir ganz bewusst immer mal wieder vor Augen führen, was ich definitiv nie wieder will.

    Ich weiß es auch ohne diese Erinnerungen. Es gibt für mich kein Hintertürchen. Aber diese Erinnerungen sind das i Tüpfelchen meiner Stabilität.

    Liebe Grüße

    Hallo Ernest,

    Danke für Deine Beschreibungen, finde sowas immer interessant.

    Bei mir hilft von Anfang an, dass ich den „Gedanken zu Ende denke“.

    Ich stelle mir die ersten Gläser vor und wie es dann weiter geht. Erst schmeckt es, gibt ein lockeres Gefühl. Dann bin ich betrunken, weiß nicht mehr, wie ich ins Bett gekommen bin. Ich stelle mir vor, mit welchen Gefühlen ich am nächsten Tag wach werde, wie schlecht es mir geht. Dass ich vielleicht noch etwas drauf kippen müsste, um den Kater loszuwerden. Wie ich dann aussehe, mich verhalte, wie ich mich schäme.

    Danach verzichte ich gern auf „das gute Gefühl bei den ersten Gläsern.

    Am Anfang hab ich immer alles zu Ende gedacht. Heute manchmal auch noch. Oft reicht aber auch ein deutliches NEIN!!! in meinem Kopf.

    Davon mal ganz abgesehen: Inzwischen könnte ich nie wieder ein Glas genießen, weil ich mich während dessen bereits gedanklich damit befassen würde, dass ich gerade einen Rückfall habe.

    Hallo Ernest,

    ich finde es ganz schön beschissen von Deinem Kollegen, dass er diesen Vorschlag gemacht hat, obwohl er weiß, dass Du nichts mehr trinkst. War das aus der Unerfahrenheit heraus, weil er nicht weit genug denkt, WARUM Du keinen Alkohol (mehr) trinkst oder verharmlost er Dein Problem? Weiß er davon?

    Das interessiert mich einfach mal. Denn mal angenommen, eine Kollegin wüsste von meinem Problem und möchte mich trotzdem zum Trinken animieren... Die könnte mich mal kreuzweise :D

    Hallo ihr :)

    DAS ist genau das, was ich mache: Jacke an und raus. Wenn ich traurig bin, wenn ich wütend bin oder -was bei mir am ehesten ans Saufen erinnert- wenn ich zu euphorisch bin.

    Einfach überschüssige Energie loswerden und brauchbare tanken, indem ich raus gehe. Dabei spielt keine Rolle, ob ich jogge, walke oder einfach nur spazieren gehe.

    Liebe Grüße und einen schönen Abend :)

    Es laufen also im Umfeld von M. Personen herum, die nichts besseres im Sinn haben, als Geld dafür zu zahlen, dass M. einen "Kurzen"=Schnaps trinkt.

    Einfach nur sonderbar.

    Ich habe da andere Vorstellungen. Manche Dinge lassen sich mit Alkohol „besser ertragen“, wenn man süchtig ist.

    Aber liebe Missnoalk, Du musst da ja gar nicht ins Detail gehen. Wichtig finde ich, dass Du nun schnell wieder zurück auf den richtigen Weg kommst.

    Hallo Ernest, hallo PB,

    durch Druck von außen trocken werden, das funktioniert nicht. Das muss man schon selbst wollen.

    Aber wenn man bereits die Erkenntnis hat, Alkoholiker zu sein und bereits den Wunsch hat, sein Leben diesbezüglich zu ändern, dann kann ein gewisser Druck das Ganze beschleunigen oder eventuell ein Auslöser für den Beginn der Durchsetzung sein.

    So war es bei mir jedenfalls. Ein gewisser Druck hat zwar nicht bestimmt, DASS ich trocken werde, aber zumindest den Zeitpunkt bestimmt, den letzten Schritt in ein trockenes Leben zu gehen.

    Liebe Grüße