Beiträge von Cadda

    „Aussitzen“ um im Zuhause zu bleiben, ist in der Tat nicht der richtige Weg. Weißt Du, ich bin aus einem eigenen Haus ausgezogen mit meinen Kindern und lebe inzwischen in einer kleinen, gemütlichen Wohnung mit meinen Jungs. Ich hätte es bei meinem Auszug nicht für möglich gehalten, aber ich habe mich niemals so Zuhause gefühlt, wie jetzt. Nur, wenn man sich wirklich wohl fühlt, ist man Zuhause.

    Hallo Emmaleah,

    der Punkt zum Handeln ist nicht erreicht. Dann nimmt man nämlich auch Veränderungen gern in Kauf, auch wenn man etwas Angst davor hat.

    Ich denke, so lange Du noch nicht erkannt hast, dass Dein Mann nie wieder kontrolliert trinken können wird, wirst Du auch noch sehr, sehr lange weiter hoffen.

    Wenn Du Deine persönliche Schmerzgrenze noch nicht erreicht hast, ist das eine Sache. Aber ich hoffe, dass sie bald erreicht ist, denn Deine Kinder haben die Grenze bestimmt schon erreicht :(

    Du wirst Dich sicherlich freier fühlen, wenn Du gehst. Aber momentan geht es Dir glaub ich nur darum, Dir das Leid von der Seele zu schreiben. Ändern wird sich Dein Zustand und der Zustand der Kinder nur leider dadurch nicht.

    Ich hoffe für Euch, dass Du bald soweit bist, zu erkennen, dass weniger trinken nicht funktioniert.

    Und mal ehrlich, selbst WENN: Wer sich betrunken so widerlich verhält, wie Dein Mann, der kann nüchtern wohl auch nicht gerade der Knaller sein.

    Du bist mit Deinen Kindern mit Sicherheit allein besser dran. Ich wünsche Dir, dass Du das schaffst. Und den Kindern wünsche ich das!!!

    Hallo Mullemaus,
    ich denke, das ist ganz normal. Eben weil etwas näher rückt, was einem bevor steht. Man kann das Thema schwer loslassen und hat irgendwie keinen richtigen Abschluss. Das Wort hört sich in dem Zusammenhang doof an, denn nur weil jemand beerdigt ist, verschwindet er ja nicht aus den Gedanken. Aber dieser Schwebezustand ist nicht schön. Man ist einfach froh, wenn man eine Beerdigung hinter sich hat. Dann kann man ein bisschen mehr selbst bestimmen, wann und wie man sich mit den Gedanken auseinander setzt.

    Hallo Kossi,

    es gibt viele Gründe.

    Ich selbst habe gelitten. Es ging mir körperlich und vor allem seelisch grauenvoll durch das Saufen. Meine Kinder haben gelitten. Sie haben es gehasst, wenn ich betrunken war. Meine restliche Familie und meine Freunde haben gelitten. Sie haben sich große Sorgen gemacht. Mein Arbeitgeber hat es nicht direkt gemerkt, aber ich war auf der Arbeit oft dermaßen im Eimer. Leistung sieht anders aus.

    Ich habe im Suff grundsätzlich Kontrollverlust gehabt. Diese Peinlichkeiten haben mir endlos zugesetzt. Ich hab mich echt gequält und es ist mir immer wieder passiert.

    Ich wusste, ich will aufhören. Wusste nur noch nicht wann. Den Zeitpunkt hat letztendlich mein Ex-Mann bestimmt, indem er mich zum wiederholten Male angesprochen und mir Sachen an den Kopf geworfen hat. Beim letzten Mal war ich eh kurz vor dem Schritt des Aufhörens. Dazu kam, dass er mir diesmal wirklich schonungslos die bittere Wahrheit gesagt hat. Laut, direkt und verletzend mit dem Hinweis, dass die Kinder sonst besser bei ihm aufgehoben sind.

    Diese Androhung war nicht unbedingt das, was mich bewegt hat, sofort aufzuhören. Ich bin ziemlich sicher, dass er das -zumindest zu dem Zeitpunkt- nicht in Angriff genommen hätte. Aber die Dinge, die er mir sagte. Dass ich so eine tolle Frau und Mutter bin, die alles im Griff hat, aber wehe wenn ich besoffen bin. Dass dann davon nichts übrig ist. Dass ich dann widerlich bin. Absolut peinlich und was ich den Kindern Schlimmes damit antue. Dass er es als Kind gehasst hat, wenn sein Vater gesoffen hatte (war ebenfalls alkoholkrank, inzwischen über 20 Jahre trocken) und dass es unseren Kindern jetzt auch so geht und ich sie fertig mache mit meinem Gesaufe.
    Noch viele andere Dinge. Das volle Programm. Ich stand vor ihm und habe geweint.

    Am nächsten Morgen habe ich eine lange Nachricht über whats app verfasst, weil ich nicht jeden anrufen wollte:

    Dass ich schon lange den Entschluss gefasst habe, aufzuhören und es jetzt endlich soweit ist. Dass ich zum Arzt gehen werde und den Schritt jetzt gehe und mich entschieden habe, nie wieder im Leben Alkohol zu trinken. Verschickt habe ich sie an meine liebsten Menschen. Meinen Ex-Mann, meiner besten Freundin, meiner Schwester, meinem Vater und meinem damaligen Partner (auch Alkoholiker, säuft leider immer noch).

    Alle haben mich sofort ernst genommen und mir geglaubt. Alle waren absolut erleichtert.

    Mein Ex-Mann antwortete:
    „Das ist der einzige und richtige Weg.“....

    Du hast Recht, es ist hier recht ruhig zur Zeit. Im geschlossenen Bereich ist etwas mehr Bewegung.

    Mir hilft dieses Forum sehr und gerade am Anfang hat es mir geholfen, einige Beiträge zu verinnerlichen. Ich hab hier vieles mitgenommen, auch aus älteren Tagebüchern.

    Hallo Feldmaus,

    ich habe da keine eigenen Erfahrungen und kenne mich in dem Bereich nicht aus. Allein vom Bauchgefühl denke ich, dass es manchmal einfach notwendig ist, um wieder „in die richtige Spur“ zu kommen.

    Aber sag einmal, wie geht es Dir sonst so? Wie lief es so in den letzten Tagen?

    Juhu, mein PC ist fertig. Jetzt, wo ich mit dem Schreiben eigentlich auch fertig bin, denn eigentlich fällt mir nicht mehr so viel ein, glaub ich....

    Ich mag es ja kaum schreiben, aber ich glaube, so ganz langsam mache ich ein paar kleine Fortschritte, was meine Geduld mit meinen Kindern angeht. Aber wirklich nur kleine Fortschritte :) Ich bin ja leider immer recht schnell auf 180. Wenn sie sich streiten, hab ich sofort Puls. Wenn sie nicht in die Gänge kommen, obwohl ich gesagt habe, geht los jetzt... Puls! Ich war schon immer so und neige dazu, etwas zu streng zu sein. Total verrückt eigentlich. Ich habe so vieles schleifen lassen, weil ich viel zu oft viel zu viel getrunken habe und wenn ich dann wollte, dass es alles seine Richtigkeit hat, dann musste es 100 prozentig sein. Oft vergesse ich, dass ich da Kinder vor mir habe und keine Erwachsenen. Ich möchte immer am liebsten das alles klappt und lasse selten 5 gerade sein. Was für ein Widerspruch zu meinem Saufverhalten. Ich selbst habe mich benommen wie die Axt im Wald und die Kinder sollten funktionieren. Ich könnte mich dafür ohrfeigen. Jedenfalls arbeite ich daran, dass ich da lockerer werde und das hat auch schon ganz gut geklappt, denke ich. Aber dass ich halt schnell genervt bin, das nervt mich :mrgreen:

    Versteht mich nicht falsch, ich liebe meine Kinder und wir verbringen auch viel Zeit zusammen, jetzt wo ich nicht mehr trinke, vor allem. Ich habe wieder Spaß an Unternehmungen und versuche natürlich auch besonders intensiv Zeit mit ihnen zu verbringen. Ich hab ja im Grunde genommen leider viel verpasst :cry: Durch das ständige Trinken und Feiern hab ich doch die wirklich wichtigen Dinge nur NEBENBEI gemacht und mitbekommen. Schlimm. Diese Zeit kann mir keiner zurück geben. Da hilft jetzt auch kein Jammern. Jedenfalls versuche ich das Beste daraus zu machen, indem ich jetzt natürlich gern alles richtig machen möchte. Da steht mir meine Ungeduld und Aggressivität oft im Weg. Aggressiv, das hört sich jetzt so gewalttätig an, aber ich meine damit einfach dieses schnelle innerlich aggressive. Ich bin wie gesagt schnell auf 180 und werde dann laut und das gefällt mir überhaupt nicht. Das hat mir schon immer Probleme bereitet, denn man macht es nicht besser. Klar weiß ich, dass es auch schwer ist, wenn ein vorpubertierender Bengel respektlos ist, da ruhig zu bleiben. Aber ich bin halt auch bei Kleinigkeiten schnell gereizt. Das hat sich natürlich Jahre lang übertragen und so sind wir eben ALLE schnell außer Rand und Band :lol:
    Ich bin halt sehr bemüht, da etwas Ruhe reinzubringen. Erst einmal in mich selbst, damit ich das dann auch übertragen kann. Man sagt mir ansonsten immer nach, dass ich sachlich und diplomatisch bin. Aber es gibt manche Dinge, da werde ich bekloppt und das ärgert mich im Nachhinein, weil es im Grunde genommen absolut überhaupt nicht weiter hilft. Es bringt einen nicht nach vorne. In manchen Dingen liegt eben in der Ruhe die Kraft und das fällt mir ziemlich schwer.
    Aaaaaaber wie gesagt: So ganz langsam habe ich das Gefühl, dass es mir in einigen Situationen gelingt, wo es mir sonst nicht gelungen wäre. Es geht in kleinen Schritten vorwärts, das merke ich. Jedenfalls ist die Grundstimmung zu Hause wesentlich entspannter. Es ist noch ausbaufähig, keine Frage :D Aber es tut sich etwas...

    Mir fällt gerade auf... Wenn es hier irgendjemanden aus meiner realen SHG geben sollte, der oder die hier mitliest, dann bin ich quasi enttarnt, weil ich da oben so genau berichtet habe :D Aber gut... dann ist das so. Ich schreib hier drinnen genau so, wie ich es auch draussen erzählen würde und von daher geht das schon in Ordnung. Ich finde nämlich, dass manche Dinge ganz gut im offenen Bereich aufgehoben sind, weil ich durch das jahrelange Lesen der Berichte im offenen Bereich schon mal in der Theorie angefangen hatte, trocken zu werden. Vielleicht geht es ja noch jemanden so da draussen.

    Wenn also jemand kurz davor ist, den letzten Schritt in die Trockenheit zu gehen: Auf geht's!! Ab in die Freiheit....

    So, das war es jetzt erst einmal von mir. Jetzt muss ich mich mal langsam für die Arbeit fertig machen. Ich freue mich auf den Tag heute! Seid alle lieb gegrüßt und ein schönes Wochenende schon einmal :)

    Ansonsten bin ich immer noch ein Mal wöchentlich in der Gruppe und langsam fängt es an, mir richtig Spaß zu machen. Es sind neue Leute dazugekommen, deren Geschichte ich spannend finde und ich freue mich richtig drauf, zu hören, wie es ihnen ergangen ist. Neulich bin ich mal in eine helfende Rolle geraten, was mich total gefreut hat und das wiederum ist diesem Forum zu verdanken. Leider weiß ich nicht mehr, bei wem genau ich am Anfang den Ratschlag gelesen habe, mit dem „den Gedanken zu Ende denken“, wenn man Lust auf Alkohol hat. Am Anfang hat mir das wirklich soooo oft geholfen.

    Lust auf das angeschwipste Gefühl beim Trinken von Wein, Cadda? Was passiert dann? Hörst Du auf zu trinken, wenn der Schwips da ist? Nein. Du trinkst so lange, bis Du voll bist. Deine Kinder bekommen es mit oder Du machst Dich auf einer Feier zum Deppen. Du fällst hin oder zumindest hast Du Kontrollverlust. Fällst betrunken ins Bett oder erinnerst Dich nicht mehr, wie Du ins Bett gekommen bist. Wachst auf, um einen totalen Kater zu haben. Es geht Dir den ganzen Tag beschissen. Diese Peinlichkeit vom Vortag, das schlechte Gewissen, Du siehst hässlich aus. Du fühlst Dich so mies, dass Du entweder den ganzen Tag liegen musst oder?? Oder Du trinkst wieder etwas, damit das lustige Gefühl wiederkommt und das schlechte Gefühl verschwindet. Was für ein Teufelskreis... Und Cadda?? Noch Lust auf „ein“ Glas Wein?? Nein Danke!!!!!

    Genau so habe ich mir oft geholfen am Anfang und es hat bekanntlich immer funktioniert. Ich habe es beim vorletzten Mal in der Gruppe erzählt, als gefragt wurde, was man bei Suchtdruck tun könnte. Einer sah mich an und sagte nur „Das ist richtig gut. Danke. Das werde ich mir merken.“

    Beim letzten Mal war eine Neue da. Sie fragte, was sie tun könne, in Situationen, wo sie solche Lust drauf hätte. Der Therapeut machte einen Vorschlag und dann sagte ein Anderer (nicht der in dem Moment schon sagte, dass er sich das merken wird, sondern jemand anderes, der das erste Mal da war, als ich von meiner Vorgehensweise berichtet habe) „oder so, wie Cadda letztes Mal erzählte, denn das würde ich auch anwenden“. Das hat mich echt gefreut.
    Klar, nicht für jeden ist das unbedingt ansprechend. Jeder muss für sich herausfinden, was am besten ist. Aber mir persönlich hat das gerade am Anfang geholfen und es freut mich, wenn Andere da etwas für sich mitnehmen konnten, so wie ich hier. Wenn ich doch bloß noch wüsste, bei wem ich diesen Tip das erste Mal gelesen habe hier im Forum. Könnt ihr mir da auf die Sprünge helfen?
    Mir schwebt Sunshine vor, aber das kann auch daran liegen, dass von ihr im Allgemeinen viel Hilfreiches mitzunehmen ist.
    Sunshine?!? Warst Du das? :D

    Ein fröhliches Guten Morgeeeen in die Runde :)

    Ich konnte absolut nicht mehr schlafen, daher nutze ich mal die Zeit und die Ruhe, hier ein bisschen zu schreiben. Schade, dass gerade jetzt mein PC beschlossen hat, ein Update vorzunehmen. Ich hoffe, mein Handy wandelt nicht zu viele Worte um :roll:

    Es geht mir total gut. Ich habe ja den Arbeitsplatz gewechselt und es gefällt mir mega gut!! Meine Arbeit hat mir vorher schon gut gefallen, aber der neue Betrieb topt es absolut. Ich bin völlig glücklich über diesen Schritt und mache mir deshalb auch immer wieder bewusst, dass auch DAS eine positive Nebenwirkung des abstinenten Lebens ist. Hätte ich weiter gesoffen, hätte ich mich überhaupt nicht getraut, mich beruflich zu verändern. Und nicht nur das. Ich gehe sogar soweit zu behaupten, dass selbst WENN ich mich getraut hätte, ich diesen Job aber gar nicht bekommen hätte.

    Das Trocken-sein hat mir unglaublich viel Mut und Selbstbewusstsein verliehen und ich bin überzeugt, dass man das automatisch nach außen trägt. Mir wurde aus meinem Umfeld nun schon mehrfach gesagt, dass ich eine ganz andere Ausstrahlung habe, als vorher. Klar, ich bin jetzt glücklich und kann mich selbst wieder ganz gut leiden und da ist es logisch, dass man das auch ausstrahlt. Wenn ich jemanden gegenüber habe, der sich selbst hasst, für das, was er in seinem Leben alles falsch macht, dann kann der- oder diejenige nur schwer eine glückliche Ausstrahlung haben.

    Jedenfalls denke ich, dass mir dieses neu gewonnene Selbstbewusstsein und die zufriedene Ausstrahlung im Vorstellungsgespräch zu Gute kam. Ich habe mich außerdem getraut, mich nicht kleiner zu machen, als ich bin, was mir zu Saufzeiten immer wieder passiert ist. Dadurch konnte ich mir letztendlich mehr Gehalt sichern und den Eindeuck vermitteln, dass ich genau richtig bin für den Job. Überzeugen konnte ich nur, weil ich nicht nur so getan habe, als wäre ich die Richtige, sondern weil ich WIRKLICH die Richtige bin :lol:

    Ich habe eben überlegt, ob ich den Text anders formuliere, weil ich es hasse, wenn Menschen sich so ausdrücken, dass sie arrogant rüberkommen. Aber ich möchte so gern vermitteln, was genau ich meine und anders geht es einfach nicht.
    Als ich noch gesoffen habe, hätte ich mich nicht getraut und selbst WENN... wie hätte ich den Menschen vermitteln können, dass ich genau richtig bin, wenn ich selbst weiß, dass ich eigentlich doch gar nichts tauge, weil ich überwiegend nur saufe?? Wie hätte ich da auf mehr Gehalt pochen können und behaupten können, dass ich es wert bin, wenn ich selbst weiß, dass ich oft neben der Spur sein werde oder schlimmstenfalls sogar ausfalle? Ich hätte mich auch gar nicht bewerben können, da jeder meine Fahne gerochen hätte, wenn ich mal mit Restalkohol da erschienen wäre. Auf meiner alten Arbeit hat nie jemand was gesagt. Ich war halt schon ewig da und man hat mich dort auch geschätzt, so ist es nicht. Aber da musste ich auch nicht die Leistung bringen, die ich jetzt bringen muss. Ich war schon ewig dort im Betrieb und alles war bekannt und lief halt. Aber das was ich jetzt mache... mich in neue Dinge einarbeiten und mehr Verantwortung haben... wäre zu Saufzeiten NIEMALS möglich gewesen.

    Wie gesagt, ich schreibe das alles nicht, um hier vor Eigenlob vor mich hinzustinken :mrgreen: Es ist auch nicht so, dass ich nun etwas Außergewöhnliches mache oder was weiß ich. Ich möchte einfach nur erklären, wie sehr ich diese neuen Umstände der Trockenheit zuschreibe.

    Ich schicke mal lieber ab, bevor etwas verloren geht, denn mit dem Handy ist das ziemlich mühselig :)

    Hallo Sasi,

    sehr gut, dass Du hier bist. So wird Dir der "Absprung" sicherlich leichter fallen. Dein Verhalten ist wirklich ehrlich gesagt typisch für Co-Abhängigkeit. Du schreibst, Dein Freund hat seit 5 Tagen keinen Alkohol getrunken, außer das eine Bier vorgestern. Also hat er maximal seit 2 Tagen nichts getrunken, denn vorgestern war vor 2 Tagen. Und dann sagt Dir Dein Verstand doch schon genau das, was vermutlich auch wahr ist. Wer weiß, ob er nicht heimlich was getrunken hat. Ich will ihm da nichts unterstellen. Aber weißt Du... Wenn ich als Alkoholiker sage, dass ich keinen Alkohol mehr trinken will und trotzdem schon soweit bin, das eine Bier NICHT heimlich zu trinken und es nicht einmal durchhalte öffentlich nichts zu trinken, obwohl ich angekündigt habe, nichts mehr trinken zu wollen. Wie soll es dann da erst aussehen, wenn keiner in seiner Nähe ist? Wie dem auch sei... Wenn ich Alkoholiker bin und etwas gegen meine Krankheit tun will. dann ist die Abstinenz der einzige Weg. Abstinent lebt man nicht, wenn man ein Bier trinkt, sondern wenn man gar nichts mehr trinkt. An dieser Aktion siehst Du schon, dass er nicht aufhören wird.

    Ich würde mich trennen. Ich weiß, wie schwer das fällt. Aber Du machst Dich sonst mit kaputt, glaub mir. Dieses Hoffen und immer wieder enttäuscht werden, das macht einen fertig.

    Hallo Feldmaus,
    danke, es freut mich, wenn Dir die Beiträge helfen. Ja, zur Zeit schreibe ich hier viel und lese auch viel. Ich habe im Moment -wenn ich nicht arbeite- einfach wenig Motivation, Zeit draußen zu verbringen oder Sport zu machen. Leider! Ich muss mich da dringend wieder öfter aufraffen. Wenn ich dann zu Hause bin, hab ich im Moment mehr Lust, meine Zeit hier im Forum- als vor dem TV zu verbringen.

    Ich muss mal richtig stellen, dass ich den Wein und Sekt natürlich auch beim Kochen getrunken habe und nicht erst durch die Sauce zu mir genommen habe :)
    Aber ich hatte einen Grund, die erste Flasche zu öffnen. Was fürn Schwachsinn. Hab eh danach noch 2 bis 3 weitere rausgekramt.

    Ich verstehe genau, was Du meinst. Das beschwipste Gefühl. Das hab ich auch erst vermisst. Wie gesagt weniger, wenn ich mir meine Schandtaten vor Augen geführt habe.

    Ich konnte zwar einigermaßen verheimlichen, dass der Alkohol so sehr meinen Alltag beeinflusst. Aber dass ich zu viel und zu oft trinke, hat mein Umfeld gemerkt. Auf Feiern waren sie ja dabei, wenn ich plötzlich voll wie ein Eimer war und total Kontrollverlust. Da will ich nie wieder hin.

    Guten Morgen Feldmaus,

    Dir muss ich jetzt erst einmal was schreiben :)
    Ich hab damals den Putztag auch immer zu einer "Party" werden lassen. Gut gelaunt, bei lauter Musik und schön Sekt nebenbei... Nö. Eigentlich habe ich Sekt getrunken und geputzt nebenbei... Denn Bock hatte ich ja mehr aufs Trinken. Ähnlich war es übrigens auch immer beim Kochen! Im Grunde genommen musste an alles, was ich gekocht habe, entweder Rot- oder Weißwein. Wie praktisch. Zuerst hab ich ständig Rotweinkuchen gebacken. Später hab ich überall einen Schuss Wein rangekippt. Wundert mich, dass ich nicht noch auf eine Scheibe Schwarzbrot "besser einen Schuss Wein" zugetan habe...
    Glaub mir Feldmaus, mir hat das sogar gefallen. Dieses gut gelaunte Gefühl. Aber es bleib ja nicht dabei. Ich kann mich jedenfalls nicht an einen Putztag erinnern, wo ich den Sekt zur Seite gestellt habe, als ich fertig war mit Putzen oder kochen.
    Was mir immer geholfen hat, wenn ich Lust hatte, was zu trinken: Ich hab den Gedanken zu Ende gedacht. Erst ist es witzig. Beim Putzen mit "Sektchen" (immer schön verniedlichen) oder "Weinchen" NEBENBEI (haha). Und danach? Wäre es immer weiter gegangen und ich wäre irgendwann besoffen gewesen, hätte mich vor meinen Kindern blamiert, wäre ins Bett gefallen, hätte nächsten Tag einen Kater gehabt.
    Und ganz am Ende hätte ich vermutlich am nächsten Morgen etwas gegen den Kater getan: Ein Sekt mit O-Saft oder Weinschorle.
    Gott wie widerlich. Wenn ich den Gedanken zu Ende gefasst habe, war mir die Lust auf den Sekt oder Wein beim Putzen gründlich vergangen.

    Und Feldmaus, wenn Dein Gehirn sich erst einmal daran gewöhnt hat, dass es nichts zu Trinken gibt beim Putzen oder beim Kochen, dann denkst Du auch nicht mehr jedes Mal daran. Es wird immer weniger.

    Was das Putzen angeht: Das mach ich nur noch portionsweise. Genau so wie Gartenarbeit. Damit ich nicht so einen Berg vor mir habe, wo ich das Gefühl habe, ich müsste mich belohnen mit Sekt.

    Und jetzt zum Schluss fällt mir nämlich gerade zu Dir und Deinen Gedanken in den ersten Beiträgen noch etwas ein:
    Diese Gedanken, ob man jemals wieder zu besonderen Anlässen sein Glas Wein genießen könne... Was ist ein besonderer Anlass?? Putzen??

    Du merkst, worauf ich hinaus will. Unser Suchtgedächtnis hätte uns ganz schnell wieder dort, wo es war. Erst wäre ein besonderer Anlass gewesen, wenn man sich - wie Du auch beschrieben hast - mit der Familie trifft. Aber mal ehrlich. Hätten wir Lust auf 1 oder 2 Gläser Wein und würden dann den Abend ausklingen lassen? Nein. Es würde nicht bei einem Glas bleiben.
    Und nochmal: Was ist ein besonderer Anlass? Bei uns würde es irgendwann sicherlich wieder der Putztag sein. Oder das Wochenende, weil die Woche so stressig war. Oder ein langer Spaziergang, bei dem das Wetter so schön ist. Oder eine Radtour, wo man doch mal ein Alster oder ne Weinschorle trinken kann. Oder einfach nur, weil ......... es gibt tausend besondere Anlässe für ein Trinkerhirn. Das beginnt vielleicht mit einem Glas Rotwein vor dem Kamin mit der Familie. Endet aber zu 120 % wieder beim "Ich saufe beim Putzen und Kochen" ;)

    Hab Vertrauen, dass die Zeit, in der Du traurig bist, besser wird. Der Mensch ist ein Gewöhnungstier. So wie man sich das Trinken angewöhnen kann, so kann man sich das Trinken auch wieder abgewöhnen. Du packst das.

    Es war richtig, Ziele... dass Du es gesagt hast. Schon allein für Dich. Es hilft einem doch selbst manchmal schon, wenn man es einfach los ist, was man auf dem Herzen hat.

    Bewirkt hat es bestimmt etwas, nur ändern wird sich vielleicht lange Zeit noch nichts, vielleicht auch nie. Das kommt einfach drauf an, ob er aufhören WILL.

    Meine Familie hat mich vor Jahren schon angesprochen, dass sie sich Sorgen machen. Ich war einsichtig, wusste ja selbst, dass es Überhand genommen hatte. Geändert hab ich es da noch nicht. Ich wollte über viele Jahre auf Biegen und Brechen „normal“ trinken können. Ich konnte mich einfach nicht mit dem Gedanken NIE WIEDER im Leben einen Rausch durch Alkohol anfreunden. Aber die Worte haben geholfen, immer weiter in die richtige Richtung zu kommen. Jede Peinlichkeit im Suff, jedes Gespräch mit Menschen, denen ich wichtig bin. Das alles hat mich nicht abhalten können, aber in dem
    Moment, als ich soweit war... da hab ich mich immer wieder an alles, was gesagt wurde, erinnert. Ich hab alles immer wieder abgerufen, zusätzlich zu dem, was ich hier gelesen habe.

    Deine Worte waren also richtig. Aber Du solltest es bei diesen Worten belassen. Es hilft nicht besser, nur weil man sich wiederholt.

    Das hab ich nämlich im umgekehrten Fall, als ich versucht habe, meinen Ex-Partner zu überzeugen, getan. Ich wollte lange Zeit schon aufhören, mit dem Trinken. Aber ich wollte mit ihm zusammen aufhören. Weil mir klar war, dass es das Ende der Beziehung bedeutet, wenn ich aufhöre und er nicht. Du glaubst nicht, wie sehr ich mir den Mund fusselig geredet habe. Er hat es auch verstanden. Er selbst hat alles eingesehen und mir auch von allein seine Gefühle geschildert über die Abhängigkeit. Er hat alles verstanden und meine Worte wird er zu 100 Prozent einsehen, innerlich. Er säuft leider immer noch.

    Ziele, Du hast ihm gesagt, was Du denkst. Das ist gut so. Aber warte nicht darauf, dass Deine Worte was ändern. Vielleicht helfen die Worte ihm irgendwann einmal, wenn er soweit ist.

    Das geschieht natürlich nicht bewusst, sondern unbewusst. Aus verschiedenen Gründen. Weil es einem vermittelt wurde (das war bei mir nicht der Fall) oder weil man sich aufgrund seines eigenen Verhaltens selbst oft nicht ausstehen konnte (das war bei mir der Fall).

    Ich find es wie gesagt gar nicht komisch, sondern völlig richtig. Wer sich selbst nicht liebt und sich selbst nichts wert ist, erwartet auch nicht von Anderen, dass sie einen liebebswert behandeln.

    Doch Ziele! Mich konnten Worte zum ernsthaften Nachdenken bewegen. Dieses Nachdenken konnte mich aber nicht zum Aufhören bewegen.

    Erst als ich für mich schon beschlossen hatte, dass ich „bald“ für immer mit dem Trinken aufhören werde, konnte sich ein Auslöser finden, als der Vater meiner Kinder mir alles schonungslos an den Kopf geworfen hat, was die bittere Wahrheit war.

    Hätte er das ein Jahr früher getan, bzw. hat er das, wenn auch nicht in dem Ausmaß, dann hätte mich das zum Nachdenken gebracht bzw. für ein schlechtes Gefühl gesorgt. Aber Aufgehört hatte ich vermutlich nicht. Ich war noch nicht soweit. Diese Krankheit steuert die eigenen Gedanken immer wieder in die andere Richtung, so dass man weiter trinkt.

    Geschadet haben mir die Worte meiner Familie und Freunde aber nicht. Sie haben mir geholfen, schneller voran zu kommen.

    Die Worte meines Ex-Mannes haben nur zum Aufhören gesorgt, weil ich schon soweit war. Aber sie haben den Zeitpunkt bestimmt. So konnte ich mir sagen „JETZT ist es soweit, Schluss damit!“ Das letzte i-Tüpfelchen sozusagen.