Hallo an Alle, die sich hier gerade austauschen, was mir im übrigen gefällt. Ich möchte einfach auch einmal so ganz allgemein meine Meinung zu einigen Dingen abgeben. Für mich ist es hier sehr interessant, da ich mich so wahnsinnig gut in beide Seiten hinein versetzen kann. Einige wissen es ja, ich bin Alkoholikerin, seit einem Jahr trocken. Aber ich habe mich auch im Co.Bereich herumgetrieben, da mein Ex-Partner leider nicht bereit war, mit dem Trinken aufzuhören und es fiel mir sehr schwer, mich von ihm zu lösen. Zumindest gedanklich habe ich es bis jetzt noch nicht einmal richtig geschafft, aber das ist ein anderes Thema. Jedenfalls kenne ich auch aus der Beziehung (obwohl ich selbst getrunken habe), dass ich mich co-abhängig verhalten habe. Wie gesagt, sowohl innerhalb der Beziehung, als auch hinterher, nachdem ich aufgehört habe, zu trinken und die Beziehung offiziell beendet war. Das nur mal kurz am Rande, als Erklärung, warum ich meiner Meinung nach beide Seiten absolut nachvollziehen kann.
Ich kann absolut verstehen, dass Du Yvonne, sehr verletzt und gekränkt bist. Ich kenne Dich und Deinen Ex nicht und kann mir natürlich kein Urteil erlauben, aber nachdem, was ich gelesen habe, habe ich bei Deiner Geschichte tatsächlich das Gefühl, dass die Probleme nicht nur vom Alkohol gekommen sind. Schau, er ist jetzt trocken (auch wenn das noch nicht so lange der Fall ist) und er möchte diese Beziehung aber trotzdem nicht mehr und ist nun offensichtlich glücklich, wie es jetzt ist. Wenn Beziehungen überwiegend wegen des Alkoholproblems auseinander gehen, VERSUCHT der Betroffene doch zumindest, die Beziehung zu erhalten.
Ich kann wie gesagt dennoch verstehen, dass Du wütend bist. Ich bin auch ganz ehrlich, ich persönlich habe Deinen Satz "Wir sind besser" auch nicht als kränkend empfunden. Denn sogar ICH habe für MICH ja selbst das Gefühl, dass ich besser bin, als vorher, wo ich noch getrunken habe. Ja, es ist eine Krankheit. Dennoch schäme ich mich heute noch dafür, dass ich meinen kleinen Kindern durch mein Gesaufe das Leben schwer gemacht habe. Ich konnte mich selbst nicht mehr ausstehen, deshalb war vermutlich auch mein Selbstbewusstsein im Keller und ich habe mich von meinem Ex-Partner schlecht behandeln lassen. Heute, nach einem Jahr Nüchternheit, ist mein Selbstbewusstsein nach und nach zurück und ich finde mich BESSER.
Aber, jetzt kommt das Aber: Dass man Deine Beiträge durchaus auch anders deuten kann, wie z. B. sunshine das getan hat, das wundert mich absolut nicht, denn ehrlich gesagt, hast Du eine Art zu schreiben, die schon so rüberkommt, als sei Dein Ex der absolute Vollpfosten, weil er "Alki" ist. Es gibt ja noch mehr Beiträge von Dir. Und wenn Du Dich in denen darüber auslässt, dass er jetzt mit einer Oma zusammen ist und sich da sozusagen zwei Alkis gefunden haben, wo Du schon von vorne herein erwartest, dass das nicht gut geht und beide sicherlich bald wieder saufen werden, dann kommt das schon ziemlich unfair rüber. Nun könnte man sagen, dass es kein Wunder ist, dass Du auch unfair und verletzend wirst, denn Dein Ex war ja auch verletzend. Aber DAS hat tatsächlich absolut überhaupt nichts mehr mit dem Trinken zu tun, sondern ist einfach ein Beziehungsproblem, was nicht dem Alkohol geschuldet ist.
Du hast Dir Gedanken im Vorwege gemacht, ob Du Euer Kind zu diesen "Alkis" geben kannst, aufgrund mangelndem Vertrauen. War es wirklich Deine Angst, dass die zwei wieder das Trinken anfangen? Oder hat Dich vielleicht einfach gestört, dass Dein Ex jetzt in jemand Anderes verliebt ist und es vielleicht sogar klappt, dass die zwei sich gegenseitig stützen und trocken bleiben?? Selbst DAS wäre völlig ok und ich könnte es nachvollziehen, weil Du natürlich verletzt bist. Aber auf das Trinken sollte es dann nicht geschoben werden, denn sie trinken ja nicht. Das sind ungelegte Eier, über die Du Dir da Gedanken gemacht hast und somit wurde etwas auf den Alkohol abgewälzt, was damit aber nichts zu tun hatte.
Da mein PC ab und zu abstürzt, schicke ich mal kurz ab....