Lebensmüde nicht insofern, dass ich keine Lust mehr hatte zu leben und es mir egal war, dass ich mir und meinem Körper schade.
Aber im Grunde genommen war mir ja klar, dass es mir körperlich schlechter ging. Ich kann jetzt nicht von körperlichen Verfall sprechen bei mir, aber der Alkohol hat schon seine Spuren hinterlassen. Ich wusste, es ist Gift, ich hatte auch Angst, dass ich mir zu sehr schade, aber die Lust auf den Rausch hat das ausgeblendet bzw nach hinten geschoben.
Ja und dann passt der Begriff lebensmüde noch auf die Form, die Hull auch beschrieben hat. Alkoholisiert im Straßenverkehr. Ich schäme mich heute noch, auch wenn zum Glück nie jemand Anderes zu Schaden gekommen ist. Oder durch den Kontrollverlust gestürzt, einmal direkt neben einer steilen Treppe. Ich glaube, dass ich einige Male bewusstlos war. Jedenfalls das eine Mal denke ich ziemlich sicher. Im Nachhinein betrachtet war das alles komplett lebensmüde. Nicht, weil ich keine Lust mehr hatte, zu leben und vom Leben müde war. Aber die Aktionen waren lebensmüde.
Ich bin so dankbar, dass ich aus diesen Sachen heil herausgekommen bin.
Beiträge von Cadda
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Yvonne... so sehr wir auch diskutiert haben. Eines haben wir offensichtlich gemeinsam, eine Vorliebe für solche Sprüche. Der Spruch, den Du zitiert hast, ist „mein Spruch“. Ich habe vor ein paar Jahren, als meine Mutter viel zu früh gestorben ist, eine Karte von meiner besten Freundin bekommen, mit genau diesem Spruch drauf. Ich hab ihn mir zu der Zeit oft zu Herzen genommen und die Karte steht hier seit dem auf meinem Schränkchen zwischen den wichtigen Fotos und Kerzen.
Auch nach meiner Trennung, die ja eine reine Kopfsache war, nachdem ich aufgehört habe zu saufen, hab ich mir den Satz immer und immer wieder gesagt und auch danach gelebt.Ziele, denn es ist genau so, wie Du schreibst. Man muss sich selbst lieben (und sich der Sonne zu wenden), um sich selbst mehr wert zu sein. Nur wenn man sich selbst genügend liebt, behandelt man sich selbst gut. Und sich selbst gut behandeln, das bedeutet auch, dass man erwartet, dass Andere einen gut behandeln.
Als ich selbst noch gesoffen habe, da war ich mir selbst nichts wert. Ich fühlte mich wie eine Versagerin auf ganzer Linie. Also hab ich es so hingenommen, dass mein Ex teilweise abwertend mit mir umging. Er hat ja nichts anderes mir gegenüber gefühlt, als ich selbst auch. Negative Gefühle. Also hab ich es hingenommen. Als ich aufhörte zu saufen und mein Leben wieder leben konnte, wie ich es selbst wollte, mit den Werten, die mir wichtig sind, da hab ich gelernt, mich wieder selbst zu lieben (bzw. ich bin noch dabei). Aber von dem Zeitpunkt an, wo ich mir selbst wieder mehr wert war, habe ich auch von Anderen erwartet, dass sie mich gefälligst gut behandeln. In dem Fall mein Ex. Hat er nicht (weil er nicht aufgehört hat zu trinken), also erfolgte die Trennung.
Ich weiß, dass ihr hier im Co-Bereich nun nicht (wie in meinem Beispiel) selbst gesoffen- und Euch deshalb nicht genügend selbst liebt/geliebt habt. Aber das kann ja auch andere Gründe haben. Es gibt ja viele verschiedene Geünde, weshalb man in Beziehungen rutscht, in denen man sich Schlechtes gefallen lässt.
Jedenfalls ist diese Erkenntnis, dass es in erster Linie um die Selbstliebe geht, die wichtigste Erkenntnis, wie ich finde. Darauf kann man aufbauen, das ist genau der richtige Ansatz.
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Ja Hull, da liegst Du mit Deiner Unterstellung auch goldrichtig. Es regt mich in der Tat auf, wenn die Art und Weise im Ton herablassend ist. So etwas gefällt mir generell nicht. Weder beim Thema Alkohol, noch bei anderen Themen.
Es regt mich sogar dann auf, wenn es nicht mich direkt betrifft. Wenn ich beispielsweise auf der Arbeit sehe, dass eine Kollegin eine andere Kollegin herablassend und arrogant behandelt, dann stellen sich mir die Nackenhaare auf. Nicht selten kommt es vor, dass ich dann mein Wort dazu entsprechend los werden „muss“. Nicht übertrieben, nicht unhöflich. Aber es ist mir einfach nicht egal. Wenn ich etwas als ungerecht empfinde, dann muss das raus.
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Hallo Hull,
Bist Du tatsächlich der Meinung, dass so viele Parallelen zu erkennen sind in der geführten Diskussion (in dem Tagebuch von Ziele)? Ich finde das nämlich ganz und gar nicht. Ich fühle mich angegriffen aufgrund der verletzenden Worte. Die genaue Wortwahl bekomme ich nicht zusammen, aber ganz nach dem Motto „Du bist Alki, mit Dir brauch ich mich gar nicht unterhalten, hast ja eh Deine Hirnzellen weggesoffen“. Das ist eine Streitkultur, die ich definitiv nicht ausübe. Ich habe mit keinem Wort einen Co-Abhängigen herablassend oder verletzend behandelt.
Deshalb wundert es mich etwas, dass Du da offensichtlich Parallelen siehst.
Aber mal was anderes: Bei Dir bin ich wirklich manchmal überfordert, wenn es darum geht, „wie ich Dich finden soll“, um es mal platt auszudrücken
Bei manchen Beiträgen denke ich „Ist das sein Ernst?!“ und dann wiederum gibt es Beiträge, mit denen ich echt viel anfangen kann. -
Ich antworte bei Dir, Hull
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Du hast vollkommen Recht und es ist echt Mist, Fassbiers Diskussion HIER entstanden ist.
Ich werde Karsten einmal anschreiben und fragen, ob man es woanders hin verschieben kann, z.B. in das Wochenthema.
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Ziele, Du hast Dich neulich auch zu einem Beitrag von Karsten geäußert. Darüber hab ich nachgedacht und Dir auch geantwortet und ich denke, auch andere konnten Deinen Einwand nachvollziehen. Du bist aber auch nicht völlig angriffslustig und herablassend dahergekommen. Das ist der feine Unterschied.
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Nein Hull, da hast Du Recht. Es geht auch nicht um diese Tatsache, sondern um die beleidigende Art und Weise, wie hier immer wieder herablassend geschrieben wird.
Bitte nimm es mir nicht übel, ich schätze einige Deiner Ansichten und Beiträge sehr. Aber Du sagst über Dich selbst, dass Du nicht emotional bist. Daher interessierst Du Dich ja auch nicht dafür, ob Du Anderen hilfst. Daher kannst Du hier vielleicht auch nicht erkennen, worum es geht. Nämlich um den fehlenden Respekt untereinander. Wir sind hier ja nicht in einem Fachbuch, wo es ausschließlich um belegte Tatsachen geht, sondern in einem Forum, wo Menschen miteinander umgehen und das sollten sie möglichst respektvoll miteinander tun.Um mal zurück zu Ziele zu kommen, denn es ist ja ihr Tagebuch. Über ihre Art zu schreiben hat sich hier niemand beschwert und ich sehe auch momentan keine anderen Unstimmigkeiten. Es ist immer wieder ein und dieselbe Person, die hier aneckt und sich darüber wundert. Der Ausschnitt, den Penta hier reingesetzt hat, sagt eigentlich alles aus.
Ich frage mich, wie man sich da über Gegenwind wundern kann. -
Ich denke, da werdet ihr doch sicherlich ein inneres Gefühl für haben. Ich glaube nicht, dass man da nach 2 Jahren von einer verklärten Anfängersicht sprechen kann. Natürlich sind 2 Jahre noch nicht lange. Aber rückfällig werden kann man auch nach 10 Jahren. Und 2 Jahre ist ja doch ein Zeitraum, wo man sich schon ausführlich mit der Krankheit auseinander gesetzt hat. Wir reden hier ja nicht von 2 Wochen

Ich finde es gut, dass Du Dich nicht überschätzt. Ich fühle mich mit einem Jahr Abstinenz auch noch ziemlich am Anfang einer langen Reise, denn die Abstinenz begleitet einen ja für immer. Aber trotzdem konnte man in 2 Jahren schon einige Erfahrungen sammeln und in sich hinein sehen.
Was richtig ist, weiß ich nicht. Aber WENN ich zum jetzigen Zeitpunkt noch ein Kind haben wollen WÜRDE, dann hätte ich so viel Vertrauen in mich selbst, dass ich nicht warten würde.
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Ich habe nicht behauptet, dass Du so etwas geschrieben hast. Ich wollte Dir lediglich erklären, dass nicht nur ein direkter Satz wie beispielsweise „Ihr Alkis seid alle ätzend“ herablassend ist, sondern auch andere Schreibweisen durch die Blume, so wie Du es tust. Du beklagst Dich quasi, was wir Alkoholiker in diesem Co-Bereich zu suchen haben. DAS ist mitunter herablassender und beleidigender als es der nackte Satz „Ihr Alkis seid ätzend“ wäre... So habe ich das gemeint, Yvonne.
Oder aber, wie Du in Deinem vorletzten Beitrag im zweiten Absatz mit mir umgehst. Das ist wirklich unterste Schublade.
Ich habe nicht gesoffen, um „meinen Alkoholiker“ durch Trinken zu unterstützen. Sondern weil ich selbst alkoholKRANK bin.Du hast das Recht, wütend zu sein. Aber Du hast nicht das Recht, mit mir umzugehen, als wenn ich der letzte Dreck bin, denn so schreibst Du mich an.
Ich lese hier schon sehr, sehr viele Jahre mit und ich habe auch schon sehr viele, verletzte und wütende Co.-Abhängige gelesen. Aber mit so einer herablassenden Art wie Deiner, hatte ich noch nicht das „Vergnügen“.
Da erscheint der Satz von Dir „wir sind etwas besseres“ auf einmal doch in einem ganz anderen Licht.
Ich bin sehr froh, dass ich trotz Jahre langen Saufens noch genügend Hirnzellen für Anstand und Emphatie habe.
Den Satz „wünsch Dir trotzdem alles Gute“ kannst Du Dir sparen, Yvonne.
Liebe Ziele,
ich merke beim Schreiben, dass wir uns noch in Deinem Thread befinden und dafür möchte ich mich entschuldigen. Aber ich bin jetzt eh weg hier, denn das „Gespräch“ möchte ich auch beenden. So muss ich nämlich nicht mit mir umspringen lassen. Da bin ICH in diesem Fall was Besseres. In diesem Sinne..... -
Ich halte es überhaupt nicht für hochgradig fahrlässig. Allein schon die Tatsache, dass Du das Thema eröffnest, zeigt ja, dass ihr Euch vernünftig mit der Sache auseinander setzt und alles gut durchdacht wird.
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Ich denke, dass dieses „Erben“ oftmals eher damit zu tun hat, dass Eltern, die Alkoholiker sind, das Verhalten einfach vorleben.
Meine Eltern haben gar nicht gesoffen, ich bin eher durch meinen damaligen Freundeskreis reingerutscht. Durchs „Party machen“.Ich denke, dass ihr sogar den Vorteil habt, Euer Kind sehr gut sensibilisieren zu können, wie Carl-Friedrich schon schrieb.
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Ich bin einfach in der Lage, mich auch einmal in die andere Lage hineinzuversetzen. So viele Hirnteile hab ich mir dann wohl doch noch nicht weggesoffen....

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Ich bin übrigens auch wütend auf meinen Ex-Partner. Er hat immer gesagt „Gemeinsam schaffen wir alles“ und als es darauf ankam, hat er mich den Weg ohne Alkohol allein gehen lassen. Ich musste mit meinen beiden kleinen Kindern ausziehen. Er war im Suff widerlich zu mir und meinem Sohn. Ich hab von Dir gelesen, was Dein Ex mieses zu Dir gesagt hat und ich kann Dir versichern, dass ich so gemeine Dinge auch hören musste, nachdem ich ausgezogen war. Es sind sogar noch viel schlimmere Dinge passiert, die ich hier im offenen Bereich nicht schreiben möchte.
Aber weißt Du was? Wenn er aufhören würde zu trinken und trocken sein würde, von mir aus auch mit einer trockenen Alkoholikerin. Dann würde ich mich freuen, wenn er es schafft. Weil es eine abartige Krankheit ist, die ich niemanden wünsche, den ich einmal geliebt habe.
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Weißt Du, Yvonne... Ich behaupte von mir einfach mal, dass ich wirklich eine sehr diplomatische Person bin, die beim Schreiben auf die Gefühle der Anderen Rücksicht nimmt. Aber Du fühlst Dich ja direkt sowas von angegriffen. Die Art und Weise, wie Du schreibst ist es einfach, die unpassend ist. Du fragst, wieso sich immer wieder Alkoholiker auf Dich/Euch einhacken. Was ist das bitte für eine dämliche Frage? Entschuldige bitte jetzt mal meinen direkten Ton... Wir befinden uns hier in einem Forum, in dem es um das Thema Alkohol geht. Da schließt das eine Thema das andere Thema einfach nicht aus. Du selbst hast doch auch bei den Alkoholikern wutentbrannt gefragt, wo denn die Schuldgefühle bei den Alkoholikern bleiben und noch vieles mehr. Hast Du Dich da nicht auch bemerkbar gemacht, weil die Themen nun einmal ineinander fließen?
Du bist verbittert und wütend. Ja und wenn man wütend ist, dann ist es schwer, manchmal den richtigen Ton zu treffen. Aber Du wirfst hier gerade alle in einen Pott und das finde ich nicht fair.
Davon mal abgesehen habe ich bereits geschrieben, dass mich auch die Seite der Co-Abhängigkeit betrifft. Schon allein vor diesem Hintergrund ist es mega abwertend, hier zu betonen, dass wir Alkoholiker uns hier in dieses Thema "einhacken". Und selbst WENN jemand nicht direkt betroffen ist oder co-abhängig ist, so hat es dennoch mit dem Thema zu tun. Denn auch wir Alkoholiker haben Menschen um uns herum gehabt, während wir gesoffen haben, die vielleicht auch co-abhängig waren und es könnte uns interessieren, wie die Co-Abhängigen sich fühlen.Ja, Du kannst gern Deine Gefühle und auch Wut hier kund tun. Aber dieses herablassende den Alkoholikern gegenüber, das ist schon sehr extrem auffällig. Das ist dann nicht der plumpe Satz "Ihr Alkis seid alle..... was weiß ich was".
Nein, aber auch dieses Schreiben, so nach dem Motto "was habt ihr hier eigentlich zu suchen"... DAS ist die Art und Weise die ich meine. Die gefällt mir einfach nicht und das sind meine Gefühle, die ich nun aufschreibe. Punkt! -
Auf die Sache an SICH natürlich

Automatische Worterkennung macht die Welt (Texte) auch oftmals bunter....
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Hallo Garcia,
Ich denke, da kommt es tatsächlich auf die Sache an Dich an. Wenn ich beim Essen gierig bin, macht es meine Welt nicht bunter, sondern mich dicker
Und wenn ich gierig getrunken habe, hat es zwar die Welt kurzzeitig bunter- aber mich auch umso besoffener gemacht.Wenn ich aber ganz viel lese, spazieren gehe oder liebe, dann kann es die Welt tatsächlich besser oder bunter machen

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Abschließend möchte ich sagen, dass ich von der Co-Seite her verstehen kann, wenn man sich nicht mal eben so einfach trennen kann und fertig. Sonst wäre man ja nicht hier. Ich hänge wie gesagt immer noch an meinem Ex-Partner, eben WEIL ich mir sicher bin, dass diese Beziehung es geschafft hätte, wenn er mit mir gemeinsam aufgehört hätte.
Und selbst wenn man weiß, dass die Beziehung auch ohne den Alkohol gescheitert wäre, ist es manchmal trotzdem schwer loszulassen. Man sollte hier seine Gefühle schreiben können. Ich kann die Wut auf die Krankheit Alkoholismus auch verstehen. Ich habe sie selbst.
Aber manchmal ist es einfach tatsächlich so, dass "der Ton die Musik macht". Da ist dann ein Beitrag, in dem gar nicht so etwas Schlimmes geschrieben wurde, einfach das i-Tüpfelchen, weil man vorher schon einige verletzende Dinge abgespeichert hatte.Ich finde, dass dieser Austausch hier gerade gar nicht so verkehrt ist. Offene Worte sind doch besser, als wenn es so öde vor sich hindümpelt

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Grundsätzlich bin ich aber schon der Meinung, dass viele Probleme in Beziehungen dem Alkohol geschuldet sind. Hier wird leider oftmals behauptet, die Probleme wären ohnehin vorhanden und man kann nicht alles dem Alkohol ankreiden. Das stimmt, aber einiges kann man ganz sicher dem Alkoholismus ankreiden. Ich habe es selbst erlebt. Ich war einige Jahre mit meinem Ex-Partner zusammen. In all den Jahren haben wir NIEMALS nüchtern gestritten. Im Suff sogar so sehr, dass es schon einmal zu Handgreiflichkeiten kam. DAS hat sehr wohl der Alkohol gemacht. Nun könnte man denken, dass der Alkohol nur das zu Tage getragen hat, was einen nüchtern auch beschäftigt hat. Nach dem Motto, die Probleme waren schon da und "im Wein liegt Wahrheit", aber das stimmt nicht bei allen. Ich habe besoffen Dinge zum Streitthema gemacht, die ich nüchtern selbst nicht nachvollziehen konnte. Mein Partner hat teilweise so ein wirres und beknacktes Zeug von sich gegeben, der hätte sich nüchtern in Grund und Boden geschämt, wenn er sich im Nachhinein gehört hätte. Mein Ex-Partner ist überall beliebt, ich habe ihn immer auf ein Podest gestellt, weil er einfach ausschließlich gutherzig für mich ist/war. Dadurch, dass er später ständig getrunken hat, hat einfach eine Wesensveränderung stattgefunden. Ja, ich gebe im Nachhinein absolut dem Alkohol die Schuld für das Scheitern der Beziehung. Wie gesagt, in einigen Beziehungen ist der alkoholisierte Zustand vielleicht nur ein Auslöser. Das war in meiner Beziehung davor sicherlich auch so, weil ich zu viel getrunken habe. Ich bin nämlich scheußlich, wenn ich getrunken habe und nüchtern finde ich mich selbst echt in Ordnung. Da stimmte aber einiges in der Beziehung nicht und es kam lediglich betrunken besser zum Vorschein. In meiner langjährigen Partnerschaft stimmt aber alles, BIS gesoffen wurde.
Von daher würde ich dieses Thema nicht verallgemeinern. Es MUSS nicht immer nur der Alkohol Schuld sein. Es KANN aber zumindest zum größten Teil der Alkoholismus Schuld sein.... -
Hallo an Alle, die sich hier gerade austauschen, was mir im übrigen gefällt. Ich möchte einfach auch einmal so ganz allgemein meine Meinung zu einigen Dingen abgeben. Für mich ist es hier sehr interessant, da ich mich so wahnsinnig gut in beide Seiten hinein versetzen kann. Einige wissen es ja, ich bin Alkoholikerin, seit einem Jahr trocken. Aber ich habe mich auch im Co.Bereich herumgetrieben, da mein Ex-Partner leider nicht bereit war, mit dem Trinken aufzuhören und es fiel mir sehr schwer, mich von ihm zu lösen. Zumindest gedanklich habe ich es bis jetzt noch nicht einmal richtig geschafft, aber das ist ein anderes Thema. Jedenfalls kenne ich auch aus der Beziehung (obwohl ich selbst getrunken habe), dass ich mich co-abhängig verhalten habe. Wie gesagt, sowohl innerhalb der Beziehung, als auch hinterher, nachdem ich aufgehört habe, zu trinken und die Beziehung offiziell beendet war. Das nur mal kurz am Rande, als Erklärung, warum ich meiner Meinung nach beide Seiten absolut nachvollziehen kann.
Ich kann absolut verstehen, dass Du Yvonne, sehr verletzt und gekränkt bist. Ich kenne Dich und Deinen Ex nicht und kann mir natürlich kein Urteil erlauben, aber nachdem, was ich gelesen habe, habe ich bei Deiner Geschichte tatsächlich das Gefühl, dass die Probleme nicht nur vom Alkohol gekommen sind. Schau, er ist jetzt trocken (auch wenn das noch nicht so lange der Fall ist) und er möchte diese Beziehung aber trotzdem nicht mehr und ist nun offensichtlich glücklich, wie es jetzt ist. Wenn Beziehungen überwiegend wegen des Alkoholproblems auseinander gehen, VERSUCHT der Betroffene doch zumindest, die Beziehung zu erhalten.
Ich kann wie gesagt dennoch verstehen, dass Du wütend bist. Ich bin auch ganz ehrlich, ich persönlich habe Deinen Satz "Wir sind besser" auch nicht als kränkend empfunden. Denn sogar ICH habe für MICH ja selbst das Gefühl, dass ich besser bin, als vorher, wo ich noch getrunken habe. Ja, es ist eine Krankheit. Dennoch schäme ich mich heute noch dafür, dass ich meinen kleinen Kindern durch mein Gesaufe das Leben schwer gemacht habe. Ich konnte mich selbst nicht mehr ausstehen, deshalb war vermutlich auch mein Selbstbewusstsein im Keller und ich habe mich von meinem Ex-Partner schlecht behandeln lassen. Heute, nach einem Jahr Nüchternheit, ist mein Selbstbewusstsein nach und nach zurück und ich finde mich BESSER.Aber, jetzt kommt das Aber: Dass man Deine Beiträge durchaus auch anders deuten kann, wie z. B. sunshine das getan hat, das wundert mich absolut nicht, denn ehrlich gesagt, hast Du eine Art zu schreiben, die schon so rüberkommt, als sei Dein Ex der absolute Vollpfosten, weil er "Alki" ist. Es gibt ja noch mehr Beiträge von Dir. Und wenn Du Dich in denen darüber auslässt, dass er jetzt mit einer Oma zusammen ist und sich da sozusagen zwei Alkis gefunden haben, wo Du schon von vorne herein erwartest, dass das nicht gut geht und beide sicherlich bald wieder saufen werden, dann kommt das schon ziemlich unfair rüber. Nun könnte man sagen, dass es kein Wunder ist, dass Du auch unfair und verletzend wirst, denn Dein Ex war ja auch verletzend. Aber DAS hat tatsächlich absolut überhaupt nichts mehr mit dem Trinken zu tun, sondern ist einfach ein Beziehungsproblem, was nicht dem Alkohol geschuldet ist.
Du hast Dir Gedanken im Vorwege gemacht, ob Du Euer Kind zu diesen "Alkis" geben kannst, aufgrund mangelndem Vertrauen. War es wirklich Deine Angst, dass die zwei wieder das Trinken anfangen? Oder hat Dich vielleicht einfach gestört, dass Dein Ex jetzt in jemand Anderes verliebt ist und es vielleicht sogar klappt, dass die zwei sich gegenseitig stützen und trocken bleiben?? Selbst DAS wäre völlig ok und ich könnte es nachvollziehen, weil Du natürlich verletzt bist. Aber auf das Trinken sollte es dann nicht geschoben werden, denn sie trinken ja nicht. Das sind ungelegte Eier, über die Du Dir da Gedanken gemacht hast und somit wurde etwas auf den Alkohol abgewälzt, was damit aber nichts zu tun hatte.Da mein PC ab und zu abstürzt, schicke ich mal kurz ab....