Beiträge von Cadda

    Hallo Ziele,
    mir ging es auch sehr viele Jahre ums stille Mitlesen. Ich war noch nicht einmal angemeldet, konnte also ausschließlich im offenen Bereich lesen. Es hat mir extrem viel geholfen, aber das habe ich hier ja schon beschrieben. Wenn ich nun -manchmal bewusst, denn ich äußere mich ja manchen Verfassern gegenüber direkt in Bezug auf ihr Problem- und manchmal unbewusst, indem ich von meinen Erfahrungen berichte, helfen kann, dann freut mich das schon.
    Ich finde es auch ok, wenn man das bewusst nicht tun möchte, wie Hull z.B.
    Ich selbst denke da zwar anders und gebe zu, dass das für mich auch recht hart rüber kommt, aber es ist ok und nicht alle sind gleich.

    Dass Du, liebe Ziele, Dich hier angemeldet hast und bisher nichts schreiben mochtest, ist auch ok. Vielleicht kommt das noch. Ich finde es aber gut, dass Du Dich mal kurz dazu gemeldet hast. Denn so bekommt man mal direkt mit, dass nicht alle, die nichts schreiben, sich vom Acker gemacht haben :lol:

    Was das Essen angeht, ist es bei mir auch so. Meine Therapeutin sprach ebenfalls von „Suchtverlagerung“. Wobei ich es bei mir eher so empfinde, als würde ich es benutzen, um mich auf etwas freuen zu können, die Gemütlichkeit zu haben. Früher hab ich mich auf den Wein gefreut. Jetzt fahre ich nach Hause und denke „geil, gleich aufs Sofa und was richtig leckeres essen“.
    Ich esse auch den Teller leer, weils ja gut schmeckt, obwohl ich satt bin. Echt bescheuert, weil ungesund!
    Zum Glück bin ich viel auf der Arbeit in Bewegung, sonst würde ich ganz schön auseinander gehen.

    Trotzdem hab ich dann mal eine Phase zu fassen, wo ich echt oft esse und dann habe ich null Bock auf Sport, also freiwillige Bewegung. Wenn ich dann doch mal was zugenommen habe, komme ich irgendwann an einen Punkt, wo es ins andere Extrem geht. Dann esse ich total gesund und mache dauernd Sport oder gehe spazieren.

    Egal, was ich mache. Ich kann es immer nur ganz oder gar nicht. Das war früher mit dem Alkohol so und jetzt ist es bei anderen Sachen auch so.

    Danke für die Glückwünsche ihr Lieben.

    Thalia, Du hast es ganz gut zusammengefasst. Sicherheiten, Unsicherheiten, Zweifel und Freude. So hab ich es das ganze, erste Jahr über erlebt. Aber alles positiv gesehen.
    Carl-Friedrich, es ist so, wie Du sagst, mit dem ersten Jahr. Man macht ja alles quasi "das erste Mal" nüchtern. Alle Situationen durchlebt man anders, als im Jahr zuvor. Jetzt im zweiten Jahr, hat man alles schon einmal abstinent erlebt. Ich bin gespannt, denke aber, dass ich da jetzt noch genauer weiß, was ich will und was nicht.
    Correns, ich hab ja schon öfter mal auch hier draussen ausführlicher geschrieben. Schön, dass Dir das gefällt. Mir selbst ist das wichtig. Weil ich nur durch solche Berichte immer mutiger wurde, es auch zu schaffen. Mich würde es freuen, wenn es Menschen gibt, die sich dadurch motivieren.
    Hull, Du hast vollkommen Recht, was die Kinder angeht. Meine haben wohl teilweise heimlich gelitten, aber sie haben sogar - obwohl sie die ganze Saufzeit über noch klein waren, mir zu spüren gegeben und auch teilweise gesagt, dass sie das nicht wollen. Ich schäme mich heute noch dafür, dass ich ihnen das angetan habe. Umso glücklicher bin ich, zu sehen, wie sehr sie mir jetzt vertrauen, wo ich nichts mehr trinke.
    Ich habe damals den Titel "Hintertürchen geschlossen" gewählt, weil mir bewusst war, dass die Tür zu muss. Ich wusste schon lange, dass ich irgendwann aufhöre zu trinken. Aber ich wusste auch, dass es dann kein Zurück mehr gibt. Mir war also von Anfang an bewusst, dass ich für den Rest meines Lebens nicht mehr trinken möchte, wenn ich aufhöre.
    Horizont, ich habe in einem anderen Tagebuch gelesen, dass Dein Satz an mich zum Thema wurde. Dass ich "die Sucht hinter mir gelassen habe". Ich weiß, dass diese Sucht mich ein Leben lang begleiten wird. Aber ich weiß genau, wie Du es meintest und hab es auch richtig verstanden. Aber nennen wir es doch so: Ich habe den negativen Teil der Sucht, in dem man trinkt, hinter mir gelassen :)
    Danke auch an Sunshine, Mario, Karsten und Morgenrot :)

    Guten Morgen,


    heute habe ich es rum, das Jahr und ich wollte noch berichten:

    Ich habe einen neuen Job :) Ich war gar nicht so unzufrieden in meinem alten Job, aber die Voraussetzungen sind jetzt einfach noch viel besser für mich. Lange hab ich mit dem Job schon geliebäugelt, also mit dem anderen Betrieb, aber zu der Zeit, wo ich noch getrunken habe, hätte ich es gar nicht probieren brauchen. Hab mich eh nicht getraut und die Motivation hätte ich gar nicht aufbringen können. Nun, vor ein paar Wochen, hab ich mich getraut. Und vor allem: Ich hab es MIR auch ZUgetraut. Also habe ich mich beworben, das Gespräch lief absolut gut und es hat geklappt. Das habe ich definitiv meiner Trockenheit (jetzt nach einem Jahr nenne ich es einfach mal schon so, denn ich fühle mich irgendwie trocken) zu verdanken.

    LG Cadda

    Ein sehr guter Beitrag, Maria.

    Ich habe vor ein paar Jahren übrigens auch noch erlebt, wie einige aus meinem Umfeld meine Sorge um meinen eigenen Alkoholkonsum als übertrieben- und mein Verhalten als „normal“ abgetan haben. Meist waren das die Menschen, die selbst zu viel trinken.

    Später, also in der letzten Zeit, wo ich noch getrunken habe, hat mein Umfeld auch gemerkt, dass ich es nicht mehr im Griff habe. Die mir wichtigen Menschen, also mein ganz nahes Umfeld, hat es allerdings schon früh erkannt.

    Mir ist es auch egal, wer was von mir denkt. Das Wichtigste ist letztendlich, dass ich selbst weiß, dass ich alkoholkrank bin und nicht Andere.

    Das ist interessant, Hartmut. Dass Du erst eine Stabilität brauchtest, um zurückzublicken. Ich empfinde es momentan anders herum. Ich bekomme Stabilität, indem ich zurückblicke und etwas von meinem früheren Verhaltensweisen „lernen“ kann. Ich habe vor 26 Jahren meine ersten Besäufnisse als angenehm empfunden, weil mich der Alkohol sicherer und lockerer machte. So war es im Grunde genommen auch noch vor etwas über einem Jahr. Nur, dass ich am Ende ständig das Bedürfnis hatte, da es dann mein Missbrauch mehr war, sondern sich die Krankheit entwickelt hatte.

    Ja, für mich ist es sehr schnell eine Krankheit gewesen. Denn psychisch abhängig ist man schnell und bereits DAS empfinde ICH als krank. Alkoholkrank bin ich nicht erst, wenn ich körperlich abhängig bin. Wenn ich mich hier angemeldet habe, bin ich bereits krank. Das ist meine Meinung.

    Ob das aber Andere auch meinen oder ob sie mich einfach nur als „Alki“ sehen, die selbst Schuld hat, das ist mir egal. Vielleicht deshalb, weil ich weiß, dass alle mir wichtigen Menschen es auch als Krankheit empfinden.

    Mir gefällt Dein Text auch sehr gut, Karsten. Du beschreibst sehr gut das Thema mit dem Rückfallrisiko und das man halt Lösungen finden muss, mit bestimmten Situationen anders umzugehen.

    Im Grunde genommen geht es hierbei tatsächlich um die Anfänge, weshalb man zu Alkohol gegriffen hat und in welchen Situationen. Später war’s egal, da hat man immer Grund zum Saufen gehabt. DAS ist dann die Krankheit, die sich entwickelt- und einen Saufen lassen hat.

    Hartmut, vielleicht denken wir da unterschiedlich, weil Du viel länger trocken bist, als ich. Ich habe nächste Woche mein erstes Jahr geschafft. Darauf bin ich zwar stolz und es ist auch schon eine ganze Weile, aber gerade am Anfang haben Einige vielleicht öfter mal diesen Suchtdruck. Bei mir ist es dann so, dass ich mich beobachte, in welchen Situationen das vorkommt und dann setzte ich mich automatisch mit mit dem Thema auseinander, was mich zum Trinken gebracht hat.

    Allerdings ist das jetzt, nach einem Jahr bereits weniger, als ganz zum Anfang. Wenn ich erst einmal so lange trocken bin wir einige von Euch, denke ich vermutlich auch nicht mehr darüber nach.

    Ich habe in der Suchtberatung/Therapie auch mehr das Bedürfnis meine Zukunft ohne Alkohol zu stabilisieren, als in der Vergangenheit zu kramen. Manchmal schließt das Eine das Andere allerdings nicht aus.

    Wie gesagt denke ich aber, dass das in ein paar Jahren anders aussehen könnte.

    Ah ok. Ich bin tatsächlich mehr auf Deine Einleitung eingegangen, als auf Deine Frage.

    Ich versuche nicht, zu verstehen, um eine Lösung zu finden. Die gibt es im Nachhinein ja eh nicht. Wie Du schon sagst, ich bin ja erkrankt und kann es nicht mehr ändern.

    Aber verstehen, WARUM es dazu kam, kann mir helfen, um einen Rückfall zu vermeiden.

    Wie mein Umfeld es nennt, ob Krankheit oder was auch immer. Das ist mir tatsächlich völlig Wurst. Das muss niemand verstehen- geschweigedenn akzeptieren. Das Einzige, was zählt ist, dass ich jetzt nicht mehr trinke. Fertig.

    Guten Morgen,

    ich denke, dass es sich zunächst erst einmal um eine Willens- oder Charakterschwäche handeln könnte. Die sich dann aber später zur Krankheit entwickelt.

    Wobei.... wenn wir Alkoholiker denn tatsächlich so willensschwach sind, weshalb schaffen wir es denn -später sogar trotz dieser Krankheit, die sich entwickelt hat- trocken zu werden? Das hat ja wiederum auch extrem mit Willensstärke zu tun.

    Ihr seht.. ich bin unsicher.

    In der Therapie wird natürlich auch mal „nachgeforscht“, wie es dazu kommen konnte. Hauptsächlich beschäftige ich mich jedoch eher damit, wie ich zukünftig am besten trocken bleibe und nicht darauf, warum ich alkoholkrank wurde. Das Eine schließt das Andere allerdings nicht grundsätzlich aus. Ich finde es beispielsweise interessant und spannend zu wissen, was mich veranlasst hat, mich durch Alkohol „besser fühlen“ lassen zu wollen. Damit ich solche Situationen anders bewältige und mir Ausgleich verschaffe.

    Das Wichtigste ist aber, wie ich meine Zukunft gestalte.

    So gesehen gebe ich Dir absolut Recht. Ohne weitreichenden Folgen kann ich das tatsächlich nicht mehr. Genau genommen konnte ich das noch nie. Denn als ich das allererste Mal in meinem Leben betrunken war, bin ich direkt dermaßen abgestürzt, dass ich nichts mehr gemerkt habe.

    So und da hätten wir es wieder:
    Wir haben hier gerade Dinge auseinander genommen, wenn auch etwas kleinlich, so dass es teilweise schon zum Schmunzeln war... und das Ergebnis ist, dass ich wieder daran erinnert werde, dass ich schon vor 26 Jahren kein Alkohol ohne weitreichende Folgen trinken konnte. Denn schon damals hatte ich durch das Trinken mächtig Ärger, weil ich es einfach nicht KANN :lol:

    Hallo Hull und alle Anderen,
    ich hatte vorhin schon geantwortet. Entweder ist mein Beitrag flöten gegangen oder er ist versehentlich woanders gelandet, dann entschuldigt bitte, wenn ich mich wiederhole :)

    Also Hull, wenn ich es richtig verstanden habe, vertrittst Du die Einstellung, dass Dir kein Rückfall passieren kann, egal, was kommt. Mit dieser Einstellung lässt sich hier natürlich weniger Sinn am Forum finden. Jedenfalls, wenn Du nur für DICH hier bist und nicht für Andere. Aber das hattest Du ja bereits geschrieben, dass Du nicht für Andere hier sein willst.

    Ich kann Dir nur sagen, wie es bei mir ist. Ich persönlich bin dem Forum unendlich dankbar. Ich gehe jetzt nicht ganz so weit, zu behaupten, dass ich ohne dieses Forum den Absprung vom Alkohol nicht geschafft hätte. Das weiß ich nicht. Was ich aber weiß ist, dass ich noch etliche Jahre benötigt hätte, wenn ich dieses Forum nicht gehabt hätte. Bei mir ist es so, dass ich mehrere Jahre hier mitgelesen habe, während ich noch gesoffen habe. Ich war noch lange nicht bereit, mit dem Trinken aufzuhören, wusste aber, dass ich ein Problem habe und deshalb hab ich hier gelesen und gelesen und gelesen. Ich kannte etliche Geschichten aus dem offenen Bereich und habe mir so unendlich viele Gedanken zu allem gemacht. Ich wusste immer, dass ich irgendwann komplett aufhören werde, zu trinken. Als es dann soweit war, da bin ich in der Theorie quasi top vorbereitet gewesen und zwar durch dieses Forum. Ich bin fest davon überzeugt, dass ich meinen Weg bisher so gut gehen konnte, weil es dieses Forum gibt. Ich kann mich voll auf meine ambulante Therapie einlassen und weiß oftmals sofort, worauf meine Therapeutin hinaus will, weil die ganzen Dinge, die sie mir "beibringen" bzw. nahe legen möchte, mir durch die Erfahrungsberichte hier bekannt sind.

    Außerdem hilft mir nicht nur das Lesen der Beiträge, sondern auch das Schreiben. Ich schreibe zwar nicht ständig, aber wenn ich mal etwas über mich schreibe, dann sortiere ich mich dabei automatisch. Oft geht mir selbst beim Schreiben ein Licht auf, sozusagen.
    Ich lese hier natürlich viele Beiträge, die mit der Krankheit nichts mehr großartig zu tun haben, aber ich lese die Beiträge trotzdem gern. Einfach, weil hinter den Beiträgen oftmals sehr nette Menschen stecken, von denen ich gern etwas lese. Dass es dabei oft auch nichts mit dem Thema direkt zu tun hat stört mich nicht. Ich lese hier viel und auf einmal ist da ein Beitrag, der mir weiterhilft in meinem Denken.

    Dann kommt noch ein Punkt hinzu. Natürlich könnte mir eigentlich egal sein, was mit Anderen ist. Aber irgendwie ist es so, dass ich mich über jeden Alkoholiker freuen würde, der aufhört zu trinken. Da "draußen" sind vielleicht jede Menge Menschen, die mitlesen (so wie ich damals) und wenn nur einer durch das Lesen hier den Absprung schafft, dann finde ich das toll. Wenn es nur einem Einzigen also so gehen würde, wie mir, dann ist das großartig.

    Ich habe am 04. September mein erstes trockenes Jahr geschafft. Ich lese wie gesagt aber schon etliche Jahre hier mit. Ich kann leider nicht nachvollziehen, wie lange genau, aber ich schätze, das erste Mal ist es sicherlich gute 10 Jahre her, dass ich hier reingeschaut habe. Seit ca. einem Jahr bin ich also nun offiziell hier und für mich ist völlig klar, dass ich hier auch bleibe.

    Naja, aber es ist ja schon so, dass nicht unerheblich ist, mit welchem Gefühl ich abstinent bin. Eine zufriedene Trockenheit kann ich doch nur haben, wenn ich nicht diesen Verzichtgedanken habe, sondern wenn ich wirklich nicht mehr trinken WILL.

    Ich hab es vielleicht etwas zu ausführlich erklärt, aber was soll’s... Schmunzeln ist ja auch nicht unbedingt das Schlechteste :)

    Aber ich schweife zu sehr ab, es geht hier ja nicht um mich. Entschuldige Quadrat. Ich würde Dir nur wünschen, dass Du in Deiner Reha noch weiter kommst mit Deinem Gedanken. Damit es nicht mehr passiert, dass Du denkst „das eine Bier kann ja nicht schaden“ oder ähnliche Gedanken.

    Aber ich muss dazu sagen, dass ich so nur in Situationen denke, wenn eben diese Lust auf eine Weinschorle ganz plötzlich da ist. Das ist äußerst selten, wurde von Zeit zu Zeit seltener, solche Situationen.

    Ansonsten habe ich nicht das Gefühl, dass ich nicht darf. Ich hab auch nicht das negative Verzichtgefühl. Ich gewinne ja viel mehr, als dass ich verzichte.

    Hartmut, jetzt mach mich bitte nicht wahnsinnig :lol:
    Ich hab das Dürfen doch extra in Tütelchen gesetzt, wie Du ja auch bemerkt hast. Natürlich DARF ich trinken. Aber dann bin ich wieder mitten drin im Sumpf und wenn ich das WOLLEN würde, dann wäre ich nicht hier.
    Wenn es danach geht, dann dürfte ich auch nicht „Ich KANN kein Alkohol trinken sagen“. Denn ich kann es ja. Hab es ja leider oft genug getestet :roll:
    Streng genommen, müsste es also „Ich WILL nichts trinken“ lauten. Will ich auch nicht. Aber in der Situation, in der Quadrat sich befand, wollte er das ja gern, weil Suchtdruck.
    Ich hatte im vergangenen Jahr auch ab und zu Lust, etwas zu trinken. In dem Moment hat es mir dann geholfen, mir zu sagen „Nee Cadda. DARFST Du aber jetzt nicht, denn Du willst nicht wieder in diesem Sumpf landen. Ich hab es mir verboten und fertig. Deshalb erlaube mir doch bitte das Wort „Darf“. Ich setzte es auch weiterhin in Tütelchen, versprochen :D

    Bei mir ist es übrigens auch eher selten der Fall, dass ich dadurch über Alkohol nachdenke, dass ich sehe, wie Andere ihn trinken. Bei mir sind es eher bestimmte Situationen. Es kam eher mal vor, dass ich an Alkohol gedacht habe, wenn ich bei Sonnenschein, allein mit meinem Kaffee im Auto bei guter Musik unterwegs war, als wenn ich in einer Runde sitze, wo jemand ein Bier trinkt.

    Es ist meine Stimmung, die mich triggern kann. Wenn ich nicht an Alkohol denke und alles normal ist, ändern beim Einkaufen auch die Weinflaschen nichts daran, die ich vielleicht von weitem sehe.
    Wenn ich einen Moment habe, wo ich gerade Lust auf Alkohol hätte, dann kann selbst eine Trinkschokolade triggern, weil man daraus ja Lumumba machen könnte. Also, das sollte mal ein ganz plumpes Beispiel sein, dass es bei mir einfach stimmungsabhängig ist.

    Mir ist allerdings klar, dass „Gefahrenquellen“ natürlich in der ersten Zeit vermieden werden sollten. Ich möchte hier nicht gegen diesen Grundbaustein argumentieren. Ich wollte nur von mir persönlich berichten, dass es mir auch eher nichts ausmacht, wenn Andere etwas trinken. Laute Musik bei Sonnenschein nach getaner Gartenarbeit war da für MICH die gefährlichere Situation zu Anfang.

    Hallo Quadrat und auch Hull,
    das ist der entscheidende Punkt, davon hängt es ab, wie rückfallgefährdet man ist. Ob man wirklich davon überzeugt ist, nie wieder im Leben Alkohol trinken zu „dürfen“.
    Ich passe auf mich auf, höre in mich hinein, weil ich denke, dass ein „zu sicher sein“ auch gefährlich werden kann. Aber vom Grundsatz her halte ich mich nicht für rückfallgefährdet und fühle mich sehr sicher, weil ich keinen Zweifel daran habe, dass ich jemals wieder „normal“ trinken könnte. Niemals, bis an mein Lebensende.

    Deshalb hab ich bei Deinem Satz „Ihr kennt das ja alle“ auch nachgedacht. Ja, ich hab den Gedanken „Jetzt etwas trinken, wäre schön“ schon gehabt. Aber den Gedanken, dass es nicht schlimm wäre, jetzt etwas zu trinken, weil ein Bier nicht schadet hatte ich noch nie. Auch nicht den Gedanken, dass ich ja nun schon fast ein Jahr nichts getrunken habe und daher jetzt besser damit umgehen könnte. Das kenne ich tatsächlich nicht. Weil ich mir bewusst bin, dass ich sofort wieder genau da wäre, wo ich aufgehört habe. Ich bin Alkoholikerin und „kann“ deshalb bis an mein Lebensende nichts mehr trinken. Da gibt es kein Wenn und Aber, absolut nicht.

    Ich bin definitiv ein Mensch, der sich niemals zu weit aus dem Fenster lehnt. Absolut ängstlich, bescheiden und nie überheblich ist. Nur aus dem Grunde hab ich immer im Hinterkopf „sag niemals nie und pass auf Dich auf“. Aber wie gesagt: Was das Thema Alkohol angeht, fühle ich mich sicher, weil ich diesen entscheidenden Punkt ganz fest verankert nach, dieses NIEMALS wieder trinken.
    Dennoch gebe ich auf mich acht.

    Hallo Quadrat,
    auch ich finde es gut, dass Du Dich zurück gemeldet hast. Weshalb Du Dich so dermaßen angegriffen gefühlt hast, verstehe ich nicht. Von oben herab hab ich den Beitrag von Karsten nicht empfunden.

    Ich freue mich für Dich, dass die Langzeittherapie bewilligt wurde. Das hat echt gedauert.

    Bei mir hat es auch sehr lange gedauert, bis die Anträge durch wegen. Ich hatte aber trotzdem regelmäßig Gespräche in der Suchtberatung, was die Sache sehr vereinfacht hat. Es war auch die gleiche Frau, bei der ich jetzt die offizielle Therapie mache. Wobei ich keinen Unterschied zu vorher merke. Ich habe diese Gespräche mit ihr, die ich vorher auch hatte. Nur die Gruppengespräche sind dazu gekommen.