Beiträge von Cadda

    Guten Morgen,

    ich denke, dass es sich zunächst erst einmal um eine Willens- oder Charakterschwäche handeln könnte. Die sich dann aber später zur Krankheit entwickelt.

    Wobei.... wenn wir Alkoholiker denn tatsächlich so willensschwach sind, weshalb schaffen wir es denn -später sogar trotz dieser Krankheit, die sich entwickelt hat- trocken zu werden? Das hat ja wiederum auch extrem mit Willensstärke zu tun.

    Ihr seht.. ich bin unsicher.

    In der Therapie wird natürlich auch mal „nachgeforscht“, wie es dazu kommen konnte. Hauptsächlich beschäftige ich mich jedoch eher damit, wie ich zukünftig am besten trocken bleibe und nicht darauf, warum ich alkoholkrank wurde. Das Eine schließt das Andere allerdings nicht grundsätzlich aus. Ich finde es beispielsweise interessant und spannend zu wissen, was mich veranlasst hat, mich durch Alkohol „besser fühlen“ lassen zu wollen. Damit ich solche Situationen anders bewältige und mir Ausgleich verschaffe.

    Das Wichtigste ist aber, wie ich meine Zukunft gestalte.

    So gesehen gebe ich Dir absolut Recht. Ohne weitreichenden Folgen kann ich das tatsächlich nicht mehr. Genau genommen konnte ich das noch nie. Denn als ich das allererste Mal in meinem Leben betrunken war, bin ich direkt dermaßen abgestürzt, dass ich nichts mehr gemerkt habe.

    So und da hätten wir es wieder:
    Wir haben hier gerade Dinge auseinander genommen, wenn auch etwas kleinlich, so dass es teilweise schon zum Schmunzeln war... und das Ergebnis ist, dass ich wieder daran erinnert werde, dass ich schon vor 26 Jahren kein Alkohol ohne weitreichende Folgen trinken konnte. Denn schon damals hatte ich durch das Trinken mächtig Ärger, weil ich es einfach nicht KANN :lol:

    Hallo Hull und alle Anderen,
    ich hatte vorhin schon geantwortet. Entweder ist mein Beitrag flöten gegangen oder er ist versehentlich woanders gelandet, dann entschuldigt bitte, wenn ich mich wiederhole :)

    Also Hull, wenn ich es richtig verstanden habe, vertrittst Du die Einstellung, dass Dir kein Rückfall passieren kann, egal, was kommt. Mit dieser Einstellung lässt sich hier natürlich weniger Sinn am Forum finden. Jedenfalls, wenn Du nur für DICH hier bist und nicht für Andere. Aber das hattest Du ja bereits geschrieben, dass Du nicht für Andere hier sein willst.

    Ich kann Dir nur sagen, wie es bei mir ist. Ich persönlich bin dem Forum unendlich dankbar. Ich gehe jetzt nicht ganz so weit, zu behaupten, dass ich ohne dieses Forum den Absprung vom Alkohol nicht geschafft hätte. Das weiß ich nicht. Was ich aber weiß ist, dass ich noch etliche Jahre benötigt hätte, wenn ich dieses Forum nicht gehabt hätte. Bei mir ist es so, dass ich mehrere Jahre hier mitgelesen habe, während ich noch gesoffen habe. Ich war noch lange nicht bereit, mit dem Trinken aufzuhören, wusste aber, dass ich ein Problem habe und deshalb hab ich hier gelesen und gelesen und gelesen. Ich kannte etliche Geschichten aus dem offenen Bereich und habe mir so unendlich viele Gedanken zu allem gemacht. Ich wusste immer, dass ich irgendwann komplett aufhören werde, zu trinken. Als es dann soweit war, da bin ich in der Theorie quasi top vorbereitet gewesen und zwar durch dieses Forum. Ich bin fest davon überzeugt, dass ich meinen Weg bisher so gut gehen konnte, weil es dieses Forum gibt. Ich kann mich voll auf meine ambulante Therapie einlassen und weiß oftmals sofort, worauf meine Therapeutin hinaus will, weil die ganzen Dinge, die sie mir "beibringen" bzw. nahe legen möchte, mir durch die Erfahrungsberichte hier bekannt sind.

    Außerdem hilft mir nicht nur das Lesen der Beiträge, sondern auch das Schreiben. Ich schreibe zwar nicht ständig, aber wenn ich mal etwas über mich schreibe, dann sortiere ich mich dabei automatisch. Oft geht mir selbst beim Schreiben ein Licht auf, sozusagen.
    Ich lese hier natürlich viele Beiträge, die mit der Krankheit nichts mehr großartig zu tun haben, aber ich lese die Beiträge trotzdem gern. Einfach, weil hinter den Beiträgen oftmals sehr nette Menschen stecken, von denen ich gern etwas lese. Dass es dabei oft auch nichts mit dem Thema direkt zu tun hat stört mich nicht. Ich lese hier viel und auf einmal ist da ein Beitrag, der mir weiterhilft in meinem Denken.

    Dann kommt noch ein Punkt hinzu. Natürlich könnte mir eigentlich egal sein, was mit Anderen ist. Aber irgendwie ist es so, dass ich mich über jeden Alkoholiker freuen würde, der aufhört zu trinken. Da "draußen" sind vielleicht jede Menge Menschen, die mitlesen (so wie ich damals) und wenn nur einer durch das Lesen hier den Absprung schafft, dann finde ich das toll. Wenn es nur einem Einzigen also so gehen würde, wie mir, dann ist das großartig.

    Ich habe am 04. September mein erstes trockenes Jahr geschafft. Ich lese wie gesagt aber schon etliche Jahre hier mit. Ich kann leider nicht nachvollziehen, wie lange genau, aber ich schätze, das erste Mal ist es sicherlich gute 10 Jahre her, dass ich hier reingeschaut habe. Seit ca. einem Jahr bin ich also nun offiziell hier und für mich ist völlig klar, dass ich hier auch bleibe.

    Naja, aber es ist ja schon so, dass nicht unerheblich ist, mit welchem Gefühl ich abstinent bin. Eine zufriedene Trockenheit kann ich doch nur haben, wenn ich nicht diesen Verzichtgedanken habe, sondern wenn ich wirklich nicht mehr trinken WILL.

    Ich hab es vielleicht etwas zu ausführlich erklärt, aber was soll’s... Schmunzeln ist ja auch nicht unbedingt das Schlechteste :)

    Aber ich schweife zu sehr ab, es geht hier ja nicht um mich. Entschuldige Quadrat. Ich würde Dir nur wünschen, dass Du in Deiner Reha noch weiter kommst mit Deinem Gedanken. Damit es nicht mehr passiert, dass Du denkst „das eine Bier kann ja nicht schaden“ oder ähnliche Gedanken.

    Aber ich muss dazu sagen, dass ich so nur in Situationen denke, wenn eben diese Lust auf eine Weinschorle ganz plötzlich da ist. Das ist äußerst selten, wurde von Zeit zu Zeit seltener, solche Situationen.

    Ansonsten habe ich nicht das Gefühl, dass ich nicht darf. Ich hab auch nicht das negative Verzichtgefühl. Ich gewinne ja viel mehr, als dass ich verzichte.

    Hartmut, jetzt mach mich bitte nicht wahnsinnig :lol:
    Ich hab das Dürfen doch extra in Tütelchen gesetzt, wie Du ja auch bemerkt hast. Natürlich DARF ich trinken. Aber dann bin ich wieder mitten drin im Sumpf und wenn ich das WOLLEN würde, dann wäre ich nicht hier.
    Wenn es danach geht, dann dürfte ich auch nicht „Ich KANN kein Alkohol trinken sagen“. Denn ich kann es ja. Hab es ja leider oft genug getestet :roll:
    Streng genommen, müsste es also „Ich WILL nichts trinken“ lauten. Will ich auch nicht. Aber in der Situation, in der Quadrat sich befand, wollte er das ja gern, weil Suchtdruck.
    Ich hatte im vergangenen Jahr auch ab und zu Lust, etwas zu trinken. In dem Moment hat es mir dann geholfen, mir zu sagen „Nee Cadda. DARFST Du aber jetzt nicht, denn Du willst nicht wieder in diesem Sumpf landen. Ich hab es mir verboten und fertig. Deshalb erlaube mir doch bitte das Wort „Darf“. Ich setzte es auch weiterhin in Tütelchen, versprochen :D

    Bei mir ist es übrigens auch eher selten der Fall, dass ich dadurch über Alkohol nachdenke, dass ich sehe, wie Andere ihn trinken. Bei mir sind es eher bestimmte Situationen. Es kam eher mal vor, dass ich an Alkohol gedacht habe, wenn ich bei Sonnenschein, allein mit meinem Kaffee im Auto bei guter Musik unterwegs war, als wenn ich in einer Runde sitze, wo jemand ein Bier trinkt.

    Es ist meine Stimmung, die mich triggern kann. Wenn ich nicht an Alkohol denke und alles normal ist, ändern beim Einkaufen auch die Weinflaschen nichts daran, die ich vielleicht von weitem sehe.
    Wenn ich einen Moment habe, wo ich gerade Lust auf Alkohol hätte, dann kann selbst eine Trinkschokolade triggern, weil man daraus ja Lumumba machen könnte. Also, das sollte mal ein ganz plumpes Beispiel sein, dass es bei mir einfach stimmungsabhängig ist.

    Mir ist allerdings klar, dass „Gefahrenquellen“ natürlich in der ersten Zeit vermieden werden sollten. Ich möchte hier nicht gegen diesen Grundbaustein argumentieren. Ich wollte nur von mir persönlich berichten, dass es mir auch eher nichts ausmacht, wenn Andere etwas trinken. Laute Musik bei Sonnenschein nach getaner Gartenarbeit war da für MICH die gefährlichere Situation zu Anfang.

    Hallo Quadrat und auch Hull,
    das ist der entscheidende Punkt, davon hängt es ab, wie rückfallgefährdet man ist. Ob man wirklich davon überzeugt ist, nie wieder im Leben Alkohol trinken zu „dürfen“.
    Ich passe auf mich auf, höre in mich hinein, weil ich denke, dass ein „zu sicher sein“ auch gefährlich werden kann. Aber vom Grundsatz her halte ich mich nicht für rückfallgefährdet und fühle mich sehr sicher, weil ich keinen Zweifel daran habe, dass ich jemals wieder „normal“ trinken könnte. Niemals, bis an mein Lebensende.

    Deshalb hab ich bei Deinem Satz „Ihr kennt das ja alle“ auch nachgedacht. Ja, ich hab den Gedanken „Jetzt etwas trinken, wäre schön“ schon gehabt. Aber den Gedanken, dass es nicht schlimm wäre, jetzt etwas zu trinken, weil ein Bier nicht schadet hatte ich noch nie. Auch nicht den Gedanken, dass ich ja nun schon fast ein Jahr nichts getrunken habe und daher jetzt besser damit umgehen könnte. Das kenne ich tatsächlich nicht. Weil ich mir bewusst bin, dass ich sofort wieder genau da wäre, wo ich aufgehört habe. Ich bin Alkoholikerin und „kann“ deshalb bis an mein Lebensende nichts mehr trinken. Da gibt es kein Wenn und Aber, absolut nicht.

    Ich bin definitiv ein Mensch, der sich niemals zu weit aus dem Fenster lehnt. Absolut ängstlich, bescheiden und nie überheblich ist. Nur aus dem Grunde hab ich immer im Hinterkopf „sag niemals nie und pass auf Dich auf“. Aber wie gesagt: Was das Thema Alkohol angeht, fühle ich mich sicher, weil ich diesen entscheidenden Punkt ganz fest verankert nach, dieses NIEMALS wieder trinken.
    Dennoch gebe ich auf mich acht.

    Hallo Quadrat,
    auch ich finde es gut, dass Du Dich zurück gemeldet hast. Weshalb Du Dich so dermaßen angegriffen gefühlt hast, verstehe ich nicht. Von oben herab hab ich den Beitrag von Karsten nicht empfunden.

    Ich freue mich für Dich, dass die Langzeittherapie bewilligt wurde. Das hat echt gedauert.

    Bei mir hat es auch sehr lange gedauert, bis die Anträge durch wegen. Ich hatte aber trotzdem regelmäßig Gespräche in der Suchtberatung, was die Sache sehr vereinfacht hat. Es war auch die gleiche Frau, bei der ich jetzt die offizielle Therapie mache. Wobei ich keinen Unterschied zu vorher merke. Ich habe diese Gespräche mit ihr, die ich vorher auch hatte. Nur die Gruppengespräche sind dazu gekommen.

    Liebe Mirella,

    es ging mir auch so. Ich fühlte mich allein und das, obwohl ich Freunde und Familie um mich herum hatte. Dennoch war ich anders als sie. Ich trank und sie nicht. Ich habe mich damit selbst ins Abseits gedrängt. Sie haben nicht so gelebt, wie ich. Ich konnte nicht mehr „mithalten“, mit dem „normalen“ Leben.
    Jetzt, wo ich nicht mehr trinke... jetzt fühle ich mich wieder zugehörig.

    Meinen Kindern gegenüber fühle ich mich nicht mehr so schlecht. Ich kann das Leben wieder genießen. Diese ganzen schönen Momente, dieses sich FREI fühlen. Dafür lasse ich gern das kurze, gute Gefühl des ersten Glases weg und gebieße anstatt ne halbe Std am Abend lieber mein Leben.

    Meine Frage ging auch eigentlich an den Beitrag über mir, von „Poster“.

    Du hast das nicht bestritten, das hab ich schon verstanden. Klar. Denn man kann selbstverständlich auch alkoholkrank sein, auch wenn man „nur“ am Wochenende trinkt. Ich habe viele Jahre auch „nur“ an den Wochenenden getrunken. Alkoholikerin war ich da trotzdem schon. Irgendwann blieb es nicht mehr beim Wochenede. Wenn die Einsicht zur Krankheit bei Dir erst einige Jahre später gekommen wäre, könnte ich mir vorstellen, dass es Dir auch so ergangen wäre. Aber das spielt ja zum Glück keine Rolle mehr, da Du aufgehört hast.

    Wie gesagt... meine Fragen bezogen sich auf den Beitrag von Poster und ich bin gespannt auf die Antworten meiner Fragen.

    Danke Correns für Deine netten Worte. Ja ich bleibe optimistisch :)

    Correns und Hull,
    ja, es ist so, dass ich mir sicher bin, nicht mehr zu trinken. Nur weil ich mich sicher fühle, bedeutet es jedoch nicht, dass ich es ausschließen kann. Ich habe beim Schreiben gar nicht groß darüber nachgedacht und das war in dem Moment einfach mein Gefühl. Es bedeutet jedoch nicht, dass ich mich zurücklehne. Ich weiß, dass ich immer am Ball bleiben muss. Ich bin generell ein Mensch, der immer auch auf das Schlechte vorbereitet ist. Ich bin skeptisch, umsichtig, vorsichtig und immer auf der Hut. Es soll bei mir also was heißen, wenn ich mich sicher fühle. Ich fühle mich sicher, aber nicht ZU sicher, um mich gerade dadurch in Gefahr zu bringen.

    Sehr interessante Diskussion, hier in Deinem Thread, Hull. Gestoßen bin ich darauf durch Deinen Beitrag in meinem Tagebuch und durch den Beitrag von Correns. Ich werde hierzu auch noch antworten.

    Ich habe aber eine Frage an Poster:

    Wenn Du kein Alkoholiker bist.... weshalb ist es Dir dann so wichtig, nichts mehr zu trinken? Ein Glas ab und zu kann dann (wenn Du nicht alkoholkrank bist) ja nicht so schlimm sein???

    Hallo St. Georg,

    ich habe gerade mal bei Dir reingelesen. Was das Thema Essen/Naschen angeht: Bin ich auch voll drin im Kreislauf. Leider. Bei mir ist es so, dass ich jetzt fast ein Jahr nichts trinke und trotzdem habe ich dieses "Problem" noch. Es wird also inzwischen nicht mehr der Grund sein, dass mein Körper sich das holt, weil er es als Ersatz benötigt, sondern meine Psyche. Leider... Also meine Therapeutin meinte zumindest, dass es oft so ist, wenn man trocken ist, dass man sich andere "Glücksmomente" herbeiführt. Suchtverlagerung ist ja auch ein Begriff dafür. Da ist auf jeden Fall was dran. Muss ich definitiv bei mir dran arbeiten.

    Ich finde es gut, wie Du ansonsten mit der Sache umgehst. Du nimmst die Dinge an, die man schreibt und machst Dir Gedanken darüber. Dieses "auf der Hut sein" finde ich SEHR wichtig. Stand und steht bei mir ebenfalls ganz weit oben. Nie zu sicher fühlen.
    Ich wünsche Dir einen schönen Tag :)

    Hallo ihr Lieben,

    die Zeit rennt. Nächsten Monat bin ich ein Jahr trocken. Es kommt mir viel kürzer vor. Ich bin immer noch so froh darüber, dass ich ganz oft daran denke, WIE glücklich ich eigentlich dadurch bin. Die Momente, in denen ich gern etwas trinken würde, sind viel seltener geworden. Ich kann sie inzwischen direkt benennen. Also am Anfang hatte ich dauernd Situationen. Da brauchte ich nur irgendwo vorbei gehen und jemanden etwas trinken sehen und schon war ich neidisch, dass ich nicht normal trinken kann. Inzwischen sehe ich das gar nicht mehr so. Ab und zu ja, aber nicht jedes Mal. Ich achte einfach nicht mehr so darauf. Es ist selten, dass ich bewusst wahr nehme, dass sich gerade ein Gefühl einschleicht, wo ich gern etwas trinken würde. Ich gehe dann auch nicht die Wände hoch, sondern ich nehme das Gefühl wahr und denke mir einfach nur "Nein." Am Anfang hab ich den Gedanken ja immer zu Ende gedacht. Was passiert, wenn ich DAS jetzt trinke. Wie geht es weiter. Das hat mir SEHR geholfen. Ich kann es nur immer wiederholen. Es hat mir wirklich wunderbar über die ersten Monate geholfen. Manchmal mache ich das sogar jetzt noch. Wenn der Gedanke nicht sofort durch mein "NEIN" wieder verschwindet, wende ich die Methode noch an. Aber in der Regel reicht das klare "Nein" in meinem Kopf und ich denke an etwas anderes.


    Liebe Grüße

    Cadda

    Hallo Mirella,
    mein Thema hier im offenen Bereich heißt "Hintertürchen geschlossen. Auf geht's nach vorne,...". Ich habe da Einiges geschrieben. Dann habe ich noch ein Tagebuch im geschlossenen Bereich, das kannst Du nur sehen, wenn Du Mitglied bist. Dort habe ich etwas offener geschrieben, über mich selbst, weil dort halt nicht jeder mitlesen kann, so wie hier. Man zahlt hierfür einen Beitrag (ich sehe es so, dass es ein minimaler Teil des Geldes ist, das ich jetzt spare, indem ich keinen Alkohol mehr trinke :) ) und ist dort nur unter Betroffenen, die das ebenfalls tun. Hierfür muss man sich an Karsten wenden, mit dem dann alles weitere zu klären wäre, wenn dieses gewünscht ist. Wie gesagt habe ich aber auch hier im offenen Bereich ein Tagebuch. Wollte es nur mal berichten, wie das läuft, weil Du mich um den link gebeten hattest.

    Meine Kinder sind 11 und fast 10. Ja, sie haben es definitiv mitbekommen und sehr darunter gelitten. Nach außen hin war noch so einigermaßen alles ok. Ich bin zumindest arbeiten gegangen, habe meinen Haushalt super in Schuss und habe mich - zumindest grundsätzlich - um alles gekümmert. Wenn ich getrunken habe, dann allerdings bis zum Kontrollverlust und ich habe auch oftmals morgens direkt weiter gemacht, weil es mir unglaublich peinlich war, vor anderen und vor mir selbst. Meine engsten Leute haben mich angesprochen, sie haben sich Sorgen gemacht. Die Leute um mich herum haben das schon mitbekommen, ja. Aber alle, die mir jetzt nicht so wahnsinnig nahe standen, haben das eher so ausgelegt, als ob ich halt einfach beim Party machen über die Stränge schlage. Das am Ende aber auch so oft und ausgiebig. Arbeitgeber hat aber beispielsweise nichts mitbekommen. Wenn ich nicht arbeiten konnte, hatte ich eine Ausrede. Vor mir selbst habe ich das alles lange Zeit schön geredet. Irgendwann nicht mehr. Ich wusste schon seit Jahren, dass ich Alkoholikerin bin und irgendwann aufhören werde, zu trinken. Ich wusste nur noch nicht, wann.
    Nun ist es fast ein Jahr her, als ich meinen Entschluss gefasst habe und es kommt mir viel kürzer vor.

    Glaub mir, Mirella. Ich hab es auch so oft vermisst, trinken zu können. Dieses Gefühl beim ersten Glas. Ich hab gedacht, das hört nicht auf. Tut es auch nicht, aber die Situationen werden viel, viel, viel weniger und seltener. Du schaffst das und es wird von Zeit zu Zeit besser werden. Bleib am Ball! Es lohnt sich so sehr und ich möchte um nichts in der Welt mehr tauschen mit jemanden, der Alkohol trinken kann. Meine Kinder sind darüber wohl die glücklichsten Menschen, gemeinsam mit mir zusammen.

    Liebe Mirella,
    ich schreibe Dir nochmal ausführlich, aber schon einmal vorweg: Ich habe immer den Gedanken zu Ende gedacht. Wenn ich jetzt etwas trinke, wie geht es dann weiter. Ich glaube, ich habe es ausführlich auch hier in meinem Tagebuch im offenen Bereich geschrieben. Ich kenne es auch, mit Kindern im Haus, wir beide sind ungefähr ein Alter :) Vielleicht liest Du mal rein, wenn Du es schaffst. Kann ja sein, dass Du Dich in manchen Sachen wieder findest.
    Ich wollte Dir einmal einen lieben Gruß da lassen! Das Wort FREI begleitet mich jeden Tag, seit dem ich nichts mehr trinke! Darüber bin ich gestolpert :)