Beiträge von Cadda

    Guten Morgen alle zusammen,

    nun hab ich wirklich lange nicht im Forum geschrieben und das finde ich selbst doof. Ich gelobe Besserung :)

    Ich bin nun seit gut 7 Monaten "trocken". Bin ich schon trocken? Ich weiß es nicht. Vermutlich nicht. Das kann man sicherlich erst nach einigen Jahren von sich behaupten. Ich fühle mich aber irgendwie so.
    Naja, was ich mit Sicherheit sagen kann, ist, dass ich seit gut 7 Monaten nüchtern bin :lol:

    Was ist das Leben bloß schon geworden!!! Ich hab mich zum absoluten Frühaufsteher entwickelt. Völlig egal, ob Wochenende oder in der Woche. Egal, ob Ferien oder nicht Ferien. Ich hab morgens, wenn ich ausgeschlafen und mit einem guten Gefühl wach werde, einfach das Bedürfnis AUFZUSTEHEN. Man soll es kaum glauben. Ich bin ein totaler Fan davon geworden, morgens in der Küche zu sitzen und meinen Kaffee zu trinken. Nichts mehr mit Hektik oder Kopfschmerzen oder die Suche nach einem Schluck Wein zum Kontern, damit ich nicht das Gefühl habe, ich müsste sterben. Nee! Einfach mit einem guten Körpergefühl aufstehen und Bock auf Kaffee haben. Herrlich!!!
    Das ist dann auch genau die Zeit, meine "Küchenzeit", in der ich mir immer wieder bewusst mache, wie schön das Leben ohne Alkohol ist.

    Nach einer ruhigen Phase seit Weihnachten geht es auch bei mir auf der Arbeit wieder rund. Ich freue mich auf ein Jahr, wo ich mir beim Einplanen der Dienste, keine Gedanken darüber mache, ob ich an dem oder dem Sonntag arbeiten kann, obwohl ich einen Tag vorher gesoffen habe, weil Samstag ist.
    Himmelfahrt werde ich dieses Jahr versuchen zu arbeiten. An dem Tag ist schön viel los, weil Feiertag ist und dann macht das Arbeiten Spaß. Himmelfahrt arbeiten?? Freiwillig?? Sonst... nicht mit mir!!! Jetzt?? Gerne!!!

    Ich hab immer zugesehen, dass es nicht ungerecht wird meinen Kollegen gegenüber. Ich hab mir so einige Sonntage unter den Nagel gerissen, damit ich mir eben an den wirklich "wichtigen" Terminen ohne schlechtes Gewissen frei halten kann. Das wird sich nun grundlegend ändern. Ich werde nun schauen, an welchen Sonntagen ich gern etwas unternehmen möchte. Dafür werde ich dann gern an solchen Tagen, die eigentlich für viele zum Saufen perfekt sind, auf der Arbeit stehen. Und darüber freue ich mich jetzt schon.

    Ich hab ja nun öfter das Wort FREI benutzt. Wie oft ich mich schon FREI gefühlt habe, kann ich gar nicht mehr zählen. Jetzt vor ein paar Tagen, als wir den Dienstplan für die kommenden Wochen gemacht haben, hab ich mich wieder FREI gefühlt. Das ist wirklich ein tolles Gefühl.

    Ich wollte mal wieder einen Eintrag hier lassen. Es gibt im Grunde genommen gar nicht so viel zu berichten. Es geht mir gut. Sogar sehr gut! Ich bin immer noch jeden Tag dankbar und glücklich, dass ich aus dieser Abwärtsspirale ausgebrochen bin. Hätte ich das doch bloß schon viel eher getan. Aber besser spät, als nie....

    Ich hab einfach so lange gewartet, weil ich nicht verzichten wollte auf den "Spaß" und das gute Anfangsgefühl, wenn man anfängt zu trinken, also die Stunden, bevor man die Kontrolle verliert. Ich wollte einfach nicht darauf verzichten und habe dafür das ätzende Ende in Kauf genommen. Wahnsinn, wie wichtig mir das Gefühl des Glimmers war.

    Das ist auch das Einzige, was mir jetzt ab und zu noch diesen Suchtdruck bereitet. Das Gefühl des "Glimmers", der Zustand, der durch den Alkohol erreicht wird. Dass es NIE dabei geblieben ist, bei dem guten Gefühl, das will das Suchtgedächtnis gern verdrängen. Aber nicht mit mir!! Ich denke es zu Ende.... Denn der Kontrollverlust gehört bei alkoholkranken Menschen nun mal unweigerlich zum Glimmer dazu!!

    Wenn hier irgenjemand liest, der am schwanken ist, ob er endlich aufhört zu trinken oder "noch" nicht:
    Dann wartet nicht. Auf was?!?

    Das Gefühl, diese Leichtigkeit, wenn man Alkohol anfängt zu trinken, das hat man nüchtern nicht mehr. Das bewipste Gefühl erreicht man zwar nicht mehr durch den Alkohol. Aber die Nüchternheit bringt so viele andere schöne Gefühle herbei, die Alkoholiker gar nicht mehr empfinden können. Eine andere Form von Leichtigkeit. Nicht die Leichtigkeit, die durch den Alkoholkonsum kurzzeitig erreicht wird. Sondern eine grundsätzliche Leichtigkeit wird erreicht. Weil man wirklich ERLEICHTERT ist, das Zeug los zu sein. Dadurch werden so viele Glückshormone ausgeschüttet, man ist so fröhlich und dankbar darüber. Was ist dagegen eine kurze Leichtigkeit, die durch Alkohol herbeigeführt wird und dann eh im Kontrollverlust endet?

    Was sind ein paar Stunden lustig und angetrunken gegen ein grundsätzlich glückliches Gefühl?

    Natürlich ist man auch nüchtern mal traurig und das Leben kann verdammt schwer sein. Aber das ist besoffen genau so der Fall.
    Wenn man nüchtern ist, hat man aber die Chance, grundsätzlich ein glücklicher Mensch zu sein. Diese hat man mit Alkohol definitiv nicht.

    Ich hab mich so sehr davor gesträubt, endlich aufzuhören. Wenn ich gewusst hätte, wie positiv sich das auf mich auswirkt, dann hätte ich keine Sekunde länger gewartet.

    In diesem Sinne, liebe stille Mitleser.... Lasst den Alk stehen und werdet glücklich!

    Hallo Aliengirl,

    mir fällt übrigens gerade auf, dass ich Dich - glaub ich - schon mal mit Doppel L geschrieben habe :D

    Ich habe an mir auch unreinere Haut bemerkt, als ich aufgehört habe, zu trinken. Zwar eigentlich schöner, ich finde, ich sehe frischer aus. Aber ich bin öfter mal von kleinen Pickelchen geplagt. Nun weiß ich auch nicht genau, woran das liegt, ich habe bei mir aber eine Vermutung: Zucker!!!

    Ich weiß wirklich nicht, ob ich es mir einbilde. Aber ich habe das Gefühl, ich habe viel öfter Lust auf Naschen, als vorher. Ich habe sonst immer gesagt, dass man mich mit Torte, Kuchen usw. nicht locken kann, sondern nur auf deftige Dinge stehe. Döner, Pizza und wenn Naschen, dann Chips.

    Inzwischen hab ich so unendlich große Lust auf Süßes, ich weiß aber wirklich nicht, ob es damit zusammen hängt. Doch so erkläre ich mir die unreinere Haut. Ich hab zumindest mal einen Bericht gesehen, in dem gesagt wurde, dass viel Zucker die Haut unrein macht bzw. man dadurch zu kleinen Pickelchen kommen kann. Ob es daran wirklich liegt? Keine Ahnung und ich kann es auch schlecht ausprobieren, da es mir zur Zeit nicht gelingt, auf das Zeug zu verzichten. Leider....

    Guten Morgen,

    man merkt einfach ganz deutlich, dass es bei Deiner Mutter nicht ihre Unwissenheit ist, sondern sie Dein Vorhaben wissentlich übergeht. So wie sie es ja auch schon bei ihrem damaligen Lebensgefährten getan hat. Deshalb würde ich mir auch nicht einreden lassen, dass Du hier das unnormale Verhalten an den Tag legst. Sag ihr, dass es tatsächlich so ist, dass Du unzufrieden bist und zwar deshalb, weil sie Dich und Deine Meinung nicht ernst nimmt, indem sie Dich übergeht. Das ist respektlos. Wenn sich mir gegenüber jemand respektlos verhält, werde ich auch unzufrieden.

    Ich finde es toll, dass Du selbst merkst, was das Problem ist. Und es stimmt, nüchtern setzt man sich intensiver mit Dingen auseinander. Das ist anstrengend, aber trotzdem auch schön. Weil man sich einfach öfter im Recht fühlen kann, da man mit klarem Kopf doch auch öfter mal richtig handelt :)

    Hallo Carl-Friedrich,

    danke für den Tip, dass die Suchtfiebel schon sehr schwere Kost ist. Das ist im Moment nichts für mich, denke ich. Ich werde also wohl mit "Alk" anfangen oder "lieber schlau, als blau". Ich denke, das ist für den Anfang etwas besser. Ich kann mir schon vorstellen, dass sich vieles auch wiederholt in den Büchern, es geht ja schließlich auch immer um das selbe Thema. Aber ich finde es immer ganz schön, wenn die Sichtweise von den Menschen unterschiedlich beschrieben wird. Im Kern bedeutet es das Gleiche, aber jeder hat so seinen Weg, zu beschreiben, was gemeint ist.

    Ich finde es auch immer spannend, wenn die Dame bei der Suchtberatung auf ein Thema hinaus will, wo ich dann schon in den Anfängen merke, was das Thema sein wird. Weil ich es hier schon von Euch gelesen habe. Je mehr man hört oder liest, umso mehr Input hat man und das kann nie schaden.

    Passend dazu werde ich mich nun mal auf den Weg machen, ich habe nämlich gleich einen Termin bei ihr :)

    Hallo alle zusammen,

    auch hier im offenen Bereich möchte ich mal wieder etwas schreiben. Es geht mir gut soweit. Ich trinke jetzt seit einem halben Jahr keinen Alkohol mehr. Cool... Das hab ich gerade eben nachgerechnet. Genau ein halbes Jahr und 3 Tage :D
    Ich bin nach wie vor total glücklich darüber. Die Gedanken an Alkohol sind nicht mehr so oft da. Es gibt wenige Situationen, in denen ich dran denke, wenn ich eigentlich nicht dran denken möchte.
    Ansonsten sind es nur Situationen, die ich selbst herbei führe. Indem ich z. B. hier im Forum lese (das mache ich täglich) oder wenn ich einen Termin bei der Suchtberatung habe oder wenn ich mich mit Menschen bewusst darüber austausche, weil sich z. B. das Thema ergibt und ich das Bedürfnis habe, darüber zu reden.

    Aber die Situationen, in denen ich denke "schade, dass ich nicht normal trinken kann", die sind weniger geworden. Allerdings sind sie da.

    Die Situationen haben sich jedoch verändert. Also in denen ich daran denke, dass es schön wäre, wenn ich normal trinken könnte und nicht abhängig wäre. Wenn ich zu Hause und allein bin, dann habe ich überhaupt nicht mehr das Bedürfnis. Nun ist man aber ja nicht durchgehend zu Hause, sondern auch mal draussen und trifft Menschen. Damit meine ich nicht einmal Feierlichkeiten. Einfach Unterhaltungen in normalen Alltagssituationen. Beim Spaziergang Leute treffen, auf der Arbeit oder beim Einkaufen oder sonst was. Einfach, wenn andere Leute z. B. übers Wochenende berichten. Oder wenn man draussen ist und die Sonne scheint und man hat viel draussen gemacht (Belohnung usw.). Die üblichen Situationen, an denen einen das Suchtgedächtnis zum Verhängnis werden kann. Es ist nicht oft. Mir fällt nur auf, dass WENN es der Fall ist, dann nicht mehr aus Langeweile oder Frust, sondern, weil ich gerade aktiv und gut gelaunt bin.

    Sonst habe ich ja auch in Situationen getrunken oder später Gedanken ans Trinken gehabt, wenn mir zu Hause die Decke auf den Kopf gefallen ist oder ich wegen irgend etwas traurig war. Das ist nun nicht mehr der Fall.

    Ansonsten gehts mir soweit gut, bis auf das Gefühl, nicht richtig ausgelastet zu sein. Das hat aber mit meiner Arbeit zu tun und erledigt sich ab April von selbst, denn dann gehts wieder rund. Darauf freue ich mich. Denn viel zu Hause sein: Das kann schön sein, kann aber auch belastend sein. Man wird träge.... Und das gefällt mir überhaupt nicht.

    Ich habe ja ziemlich gut was abgenommen, so dass ich mich körperlich wieder wohl fühle. Ich merke allerdings, dass es wieder in die andere Richtung geht, weil ich nicht diszipliniert genug bin. Das stört mich und dann verhält es sich wie ein Teufelskreis.

    Ich bin selbst über mich genervt, dass ich so wenig Disziplin habe. Wenn es mit dem Nicht-Trinken klappt, warum dann nicht auch mit dem Weniger-Essen? :lol::lol:

    Ich will mich gar nicht zu sehr unter Druck setzen. Ich hab mein Normalgewicht und bin im Grunde genommen nicht so unzufrieden. Aber richtig zufrieden eben auch nicht. Ich stopfe oft ungesundes Naschen in mich rein und mich nervt, dass ich es nicht gebacken bekomme, da mal standhafter zu bleiben. Ich habe mich nun Wochen lang viel gesünder ernährt und viel Bewegung war mir wichtig. Seit einiger Zeit bin ich da nachlässiger geworden und das schlägt mir aufs Gemüt.

    Das Forum ist hier doch so weitläufig. Aber eine aktive Gruppe, wo man sich gegenseitig motiviert, was die Ernährung angeht, habe ich bisher nicht gefunden. Ich weiß... Es ist ja auch ein Forum für Alkoholiker und nicht für Essgestörte :lol:
    Aber hier werden doch auch so viele andere Dinge ausgetauscht. Fotos, Thema Garten usw.

    Bin ich denn die Einzige, die sich freuen würde, noch ein paar Kilos zu schmeissen und die sich gern gesünder ernähren möchte? Ich würd mich gern in einer Art Tagebuch motivieren und vielleicht einfach aufschreiben, was man so isst bzw. wie viel man sich bewegt. Einfach für die Motivation und Disziplin. Noch Interessierte?

    Und dann hab ich noch eine Bitte. Ich hab es mal irgendwo gelesen und finde es nicht wieder. Aber hier wurde mal geschrieben, in welcher Reihenfolge es Sinn macht, die empfohlenen Bücher zu lesen. Ich kann mich daran erinnern, dass

    Alk
    Lieber schlau, als Blau
    und
    Suchtfiebel

    glaub ich die Bücher waren, die so empfohlen wurden. Könnt ihr empfehlen, womit man anfängt?

    Liebe MieLa,

    das habe ich hier im Forum schon ganz oft gelesen!! Dass von vielen Menschen direkt der eigene Alkoholkonsum gerechtfertigt und erklärt wird.

    Das ist bei mir bisher noch nicht so der Fall gewesen. Bisher war es entweder so, dass meine Freunde sich zu ihrem Alkoholverhalten gar nicht geäußert haben, was auch daran liegen kann, dass ich es ja selbst weiß, wie es bei ihnen ist, denn ich verbringe ja viel Zeit mit ihnen und es ist dort einfach wirklich ok, wie es gehandhabt wird....

    Oder es gab die Variante, dass vor mir offen zugegeben wurde, dass der eigene Alkoholkonsum im Grunde genommen auch zu hoch ist.

    Die Variante des "Schön-Redens", wie ich es aber hier wirklich schon oft im Forum gelesen habe, ist mir persönlich nicht begegnet. Das würde ich dann aber auch eher von den Leuten erwarten, mit denen ich nicht so viel Zeit verbringe. Die könnten mir ja viel erzählen, wenn der Tag lang ist :)

    Hallo MieLa,

    (ich finde übrigens Deinen Namen auch immer wieder toll...).

    Das hört sich richtig gut an bei Dir. Ich finde es auch toll, wie Du Dir so Gedanken zu Allem machst. Mit dem Fußmarsch z. B., dass Du im Nachhinein genau weißt, woher das kommt. Dass Du zwar eigentlich Bewegung wolltest, um den Gedanken an Alkohol entgegenzuwirken, aber es letztendlich das Gegenteil erzeugt hat, weil dieser Fußmarsch eben auch oft eine "Belohnung" in Form von Alkohol zur Folge hatte.

    Ich finde, es hilft ungemein, wenn man auf solche "Lösungen" eben kommt. Also dass man nicht so mit seinen Verwirrungen da steht. Sondern, dass man drauf kommt, wie sich alles so verhält und dass man es eben beim nächsten Mal besser und anders machen kann.

    Du hast Recht. Viele denken bei dem Begriff "Alkoholiker" an genau die Form, die Du beschrieben hast. Dass es bei den Meisten jedoch anders ist, darüber wird nicht gestolpert. Oder die Menschen möchten das nicht einsehen, weil sie sonst vielleicht selbst noch näher an dem Begriff "Alkoholiker" stehen, als es ihnen lieb ist.....

    Ich würde aber auch immer schauen, was es für Gründe haben könnte, weshalb sie so reagieren. Wenn man beispielsweise wirklich schon öfter vor hatte, mit dem Trinken aufzuhören, dann wird einem vielleicht weniger geglaubt. Trotzdem würde ich das Herunterspielen der Angelegenheit (so wie Deine Mutter das tut) dann erst Recht fehl am Platze finden. Es ist eine Sache, berechtigterweise misstrauisch zu sein. Aber herunter spielen und nicht ernst nehmen, finde ich nicht unterstützend, sondern sogar gemein, weil ich damit in die andere Richtung mitwirken könnte.

    Bei Deiner Mutter gehe ich aber davon aus, dass sie das deshalb verharmlost, um die eigenen Sorgen diesbezüglich kleiner zu machen.

    Ich wäre jedenfalls auch enttäuscht, würde mich aber in keinem Fall entmutigen lassen.

    Also, ich kann das wiederum sehr gut nachvollziehen, Alliengirl. Ich habe beispielsweise, bevor ich aufgehört habe zu Trinken, noch nie jemanden angekündigt, nicht mehr trinken zu wollen. Daher wäre ich auch sehr enttäuscht gewesen, wenn ich nicht ernst gekommen worden wäre.

    Und ich wäre erst Recht enttäuscht gewesen, wenn es meine eigenen Eltern wären, die so reagieren würden. Ich habe ein gutes Verhältnis zu meinen Eltern, bzw. zu meinem Vater; meine Mutter lebt leider nicht mehr. Daher ist es mir auch wichtig, dass sie an mich glauben.

    Guten Morgen,

    es gibt nicht wirklich viel von mir zu berichten. Aber es geht mir absolut gut. Ich bin total glücklich, mir scheint förmlich die Sonne aus dem ......... :lol:

    Probleme im Alltag kann ich wesentlich besser lösen, als noch vor einiger Zeit. Mit klarem Verstand kommt es dann doch öfter vor, dass man erst denkt und dann handelt. Das kommt mir auf jeden Fall zu Gute :)

    Ich bin zwar nach wie vor noch nicht geduldig genug und Gelassenheit war noch nicht meine Stärke. Aber ich merke zumindest, dass es mir in manchen Situationen gelingt, in denen es mir damals mit Sicherheit nicht gelungen wäre. Ich arbeite also weiter daran :)

    Ich gehe nach wie vor alle zwei Wochen zur Suchtberatung, habe dort Einzelgespräche. Die ambulante Therapie wird allerdings in 2-3 Wochen genehmigt sein, davon geht die Suchtberaterin aus, die im übrigen auch Therapeutin ist und die Therapie führen wird. Das gefällt mir sehr gut, weil wir auf einer "Welle" sind und ich mich bei ihr wohl fühle. Wenn das offizielle Ok für die Therapie durch ist, dann werde ich auch ein Mal wöchentlich an den Gruppengesprächen teilnehmen, dann ist das möglich.

    Ich habe zwischenzeitlich das Gefühl gehabt, was sich dann noch groß verändert, wenn ich die Therapie mache. Denn die Gespräche sind doch inzwischen recht "durchgekaut", also die Themen. Im Grunde genommen wird mir dort so ziemlich genau das geraten, was ich hier auch von den LZT lese. Es stimmt fast alles überein. Ich bin immer froh, dass ich hier so viel lese, denn wenn meine Therapeutin auf etwas hinaus will, dann merke ich gleich, worauf... Weil ich in meinem Kopf schon die Gedanken habe, die ich hier mitnehmen konnte :)

    Das gefällt mir ganz gut, ich stehe quasi nicht auf dem Schlauch in den Gesprächen, sondern ich bin manche Dinge gedanklich schon durchgegangen und kann dann entsprechend das Gespräch mit ihr intensiver führen. So ist jedenfalls mein Gefühl.

    Ach ja... manchmal würde ich so gern mit ihr den Platz tauschen. Ich bin so gern Hobbypsychologin und habe mich schon Jahre lang geärgert, dass ich nicht irgend etwas im sozialen Bereich arbeite, sondern einfach nur eine gelernte "Büro-Tante" bin :D
    Aber das nur am Rande :lol::lol:

    Die Gedanken an den Alkohol sind da, aber nur, weil ich sie mir bewusst herbei führe. Also durch das Forum zum Beispiel. Diese Gedanken "ach wäre das schön, wenn Du jetzt was trinken "könntest" (ich kann ja, daher in Tütelchen)"....
    Die habe ich so gut wie gar nicht mehr. Wenn, dann nehme ich den Gedanken nur ganz kurz wahr und dann ist er auch schon wieder weg.

    Ich bin da unglaublich froh drüber, dass es mir zur Zeit so leicht fällt. Immer mit dem Hinweis darauf, dass mir bewusst ist, dass sich die Zeiten auch wieder ändern können. Ich rechne immer mit einer Veränderung, damit ich nicht unvorbereitet davor stehe und es mir dann schlecht geht.

    Aber im Moment geht es mir nach wie vor sehr gut und ich bin so froh, dass ich endlich FREI bin. Genau SO empfinde ich es nämlich. Endlich frei.....

    Guten Morgen,

    ClaudiA, das finde ich interessant!! Dass es vergessen wird, dass Du Alkoholikerin bist, obwohl Du Dich mal geoutet hast! Ich verstehe Deinen Gedankengang vollkommen, dass Du das sogar ganz gut findest, weil Du dadurch weißt, dass man mit Dir nicht automatisch „Alki“ in Verbindung bringt.

    Im übrigen Hartmut und Sunshine, ich hab in Euren Beiträgen auch super Sätze gefunden, auch die ClaudiA zitiert hatte, die man (oder ich :D ) echt gut nachvollziehen kann.

    Guten Morgen Hartmut,

    dass die Industrie schon dafür sorgt, dass der Alkohol letztendlich durch solche Dinge weiter fließt, davon bin ich auch überzeugt!

    Was die Reaktion angeht, wenn man alkoholfreie Getränke angeboten bekommt... ja, das stimmt schon. Erklären muss man sich natürlich nicht. Ein „Nein Danke, das trinke ich nicht“ sollte ausreichen.

    Ich hab mir allerdings Gedanken dazu gemacht, denn in meinem engeren Umfeld hab ich beim Alkohol ja auch nicht nur „Nein Danke, will ich nicht“ gesagt, sondern kurz das WARUM mit dazu gesagt. Damit mir eben auch zukünftig kein Alkohol angeboten wird.
    Daher mein Interesse an der Reaktion. Wenn man kurz erklärt, warum nicht, dann schließt man automatisch aus, dass einem beim nächsten Zusammentreffen anstatt alkoholfreier Sekt eben alkoholfreier Wein/Bier oder Rum (wusste ich auch nicht, dass es selbst das Zeug alkoholfrei gibt) vor die Nase gestellt wird.

    Aber es kann sein, dass ich diese Gedanken bzw Situationen noch mehr durchspiele, weil ich noch am Anfang stehe.

    Guten Morgen ClaudiA, Du Glückspilz ;)

    Als Du davon geschrieben hast, dass Dir eine Flasche alkoholfreier Sekt hingestellt wurde, hab ich auch erst innerlich die Augen verdreht. Aber wie Du schon selbst geschrieben hast: Es ist einfach die Ahnungslosigkeit der Menschen. Ich denke, ich hatte vor einigen Jahren auch noch gedacht, dass solche Getränke doch die Lösung schlechthin sind.

    Auch wenn es total sinnlos war, dennoch finde ich es wirklich sehr nett gemeint. Ok... sie war auf dem Holzweg mit dem alkoholfreien Sekt. Aber sie hat sich zumindest Gedanken gemacht und es gut gemeint. Der Wille war quasi da :D

    Darf ich mal fragen, wie Du reagiert hast? Also bist Du in die Situation gekommen, dass Du erklärt hast, dass Du es nicht trinken wirst? Oder einfach nicht angerührt und dann ist es nicht mehr zur Sprache gekommen?

    Interessiert mich deshalb, weil ich in meinem Umfeld auch eine Person habe, die ganz erstaunt war, dass das „nicht geht“ mit alkoholfreien Getränken :D

    Hallo Mario. Gut, dass Du hier schreibst. Weißt Du, auch wenn Du abends nichts berichten kannst, was Du groß getan hast. Aber Gedanken hat man immer.... schreib alles auf, zur Not eben auch das Gefühl der Leere.

    Was Deine Ex-Frau angeht, da wurde schon alles gesagt: Wenn ein Zusammenkommen bedeutet, dass Du dann vermehrt mit Alkohol zu tun hättest: Dann bloß nicht!! Höre auf Dein Gefühl, wenn es Dir sagt, dass diese Trennung richtig ist, auch obwohl Du nicht mehr säufst. Vermutlich ist die Trennung sogar besser, gerade WEIL Du nicht mehr trinkst.

    Vielleicht hat sogar der Umstand, dass Du allein bist, geholfen nüchtern zu werden und bleiben. Am Anfang hast Du es vielleicht so empfunden, dass Deine Beziehung kaputt gegangen ist, wegen des Alkohols. Bestimmt zum Teil auch. Aber könnte es nicht auch sein, dass Du nur den Schritt in die Nüchternheit geschafft hast, weil Du diesen Raum nun für Dich allein hattest? Wenn Du sagst, dass Du durch Deine Ex mit Alkohol in Berührung kommen würdest (sei es nun durch sie oder auch gemeinsame Freunde oder Familie), dann war es sicher auch vorher so, als ihr noch zusammen ward.
    Vielleicht konntest Du Deine Alkoholkrankheit deshalb auch erst nach der Trennung angehen. Weil Du dann für Dich warst.

    Manchmal sind Trennungen richtig, auch wenn sie Liebeskummer mit sich bringen....

    Was Deine Tochter angeht: Da wird Dich die Trockenheit in jedem Fall nach vorne bringen!! Wenn auch nicht sofort. Aber langfristig gesehen ganz sicher!!!

    Guten Morgen,

    Du hörst Dich wirklich sehr gut gelaunt an, bzw. LIEST Dich gut gelaunt :)

    Kein Wunder... Gehaltserhöhung, Date am Wochenende und das Wichtigste: Endlich wieder richtig LEBEN können und das auch noch genießen!!

    Mir geht es auch so. Ok, ne Gehaltserhöhung war nicht drin :D

    Guten Morgen, ClaudiA...

    Ich habe mal ein wenig bei Dir mitgelesen. Ich habe es im übrigen auch nicht so empfunden, dass Du Dich selbst bedauerst. Du hast einfach aus Deinem Leben berichtet und diese Dinge gehören zu Deinem Leben dazu. Wie Du schon geschrieben hast, Höhen und Tiefen eben. Und das Thema Alkohol gehört ebenfalls zum Leben.

    Wenn ich mir so Deine Geschichte ansehe, kann ich auch kein "Glück" herauslesen.

    Höchstens "Glück im Unglück".... und das ist ein entscheidender Unterschied.

    Weil man seinen Partner liebt und es einem leid tut, wenn andere Leute schlecht über ihn denken oder sprechen. Man möchte ihn vor Vorwürfen beschützen und vor dem schlechten Gefühl, was er hätte, wenn er mit dem Thema konfrontiert werden würde. Weil man möchte, dass es ihm gut geht.

    Das war mein Denken meinem Partner gegenüber. Was falsch ist. Weil man durch den Schutz die Sucht verlängert. Die Chance, ein Schlüsselerlebnis zu haben oder tief genug zu sinken, wird geringer, wenn man seinen Partner schützt. Das sage ich als Co.

    Als Alkoholikerin sage ich das Gleiche. Mein damaliger Partner hat mich ebenfalls geschützt. In den Momenten war ich ihm dankbar. Als ich noch gesoffen habe.

    Heute, wo ich nicht mehr trinke, bin ich dem Vater meiner Kinder dankbar, denn der hat mich nicht geschützt. Er hat mir die Wahrheit regelrecht um die Ohren geknallt. In den Momenten war ich traurig, verletzt und habe mich unendlich geschämt, dass mir der Spiegel vorgehalten wird.

    Aber im Nachhinein bin ich dankbar, denn es hat mich schneller an meinen Tiefpunkt gebracht und beim letzten Suff (Schlüsselerlebnis) war er ebenfalls derjenige, der mich nicht geschützt und geschont hat. Mir ging es so dreckig, dass er mich da hat auflaufen lassen und mir harte Worte an den Kopf geknallt hat. Sonst wär ich im Suff auf dem „ach übertreibe doch nicht - Trip“. An dem Tag hat er es sogar geschafft, mich mit den Worten im Vollsuff zum Weinen zu bringen. Es war das letzte Mal, dass ich getrunken hatte....

    Fazit: Jeder Co. sollte sich zu Herzen nehmen, dass der Schutz des Partners diesem nicht hilft. Er lässt ihn nur noch weiter in die falsche Richtung gehen....