Beiträge von Cadda

    Also, ich kann das wiederum sehr gut nachvollziehen, Alliengirl. Ich habe beispielsweise, bevor ich aufgehört habe zu Trinken, noch nie jemanden angekündigt, nicht mehr trinken zu wollen. Daher wäre ich auch sehr enttäuscht gewesen, wenn ich nicht ernst gekommen worden wäre.

    Und ich wäre erst Recht enttäuscht gewesen, wenn es meine eigenen Eltern wären, die so reagieren würden. Ich habe ein gutes Verhältnis zu meinen Eltern, bzw. zu meinem Vater; meine Mutter lebt leider nicht mehr. Daher ist es mir auch wichtig, dass sie an mich glauben.

    Guten Morgen,

    es gibt nicht wirklich viel von mir zu berichten. Aber es geht mir absolut gut. Ich bin total glücklich, mir scheint förmlich die Sonne aus dem ......... :lol:

    Probleme im Alltag kann ich wesentlich besser lösen, als noch vor einiger Zeit. Mit klarem Verstand kommt es dann doch öfter vor, dass man erst denkt und dann handelt. Das kommt mir auf jeden Fall zu Gute :)

    Ich bin zwar nach wie vor noch nicht geduldig genug und Gelassenheit war noch nicht meine Stärke. Aber ich merke zumindest, dass es mir in manchen Situationen gelingt, in denen es mir damals mit Sicherheit nicht gelungen wäre. Ich arbeite also weiter daran :)

    Ich gehe nach wie vor alle zwei Wochen zur Suchtberatung, habe dort Einzelgespräche. Die ambulante Therapie wird allerdings in 2-3 Wochen genehmigt sein, davon geht die Suchtberaterin aus, die im übrigen auch Therapeutin ist und die Therapie führen wird. Das gefällt mir sehr gut, weil wir auf einer "Welle" sind und ich mich bei ihr wohl fühle. Wenn das offizielle Ok für die Therapie durch ist, dann werde ich auch ein Mal wöchentlich an den Gruppengesprächen teilnehmen, dann ist das möglich.

    Ich habe zwischenzeitlich das Gefühl gehabt, was sich dann noch groß verändert, wenn ich die Therapie mache. Denn die Gespräche sind doch inzwischen recht "durchgekaut", also die Themen. Im Grunde genommen wird mir dort so ziemlich genau das geraten, was ich hier auch von den LZT lese. Es stimmt fast alles überein. Ich bin immer froh, dass ich hier so viel lese, denn wenn meine Therapeutin auf etwas hinaus will, dann merke ich gleich, worauf... Weil ich in meinem Kopf schon die Gedanken habe, die ich hier mitnehmen konnte :)

    Das gefällt mir ganz gut, ich stehe quasi nicht auf dem Schlauch in den Gesprächen, sondern ich bin manche Dinge gedanklich schon durchgegangen und kann dann entsprechend das Gespräch mit ihr intensiver führen. So ist jedenfalls mein Gefühl.

    Ach ja... manchmal würde ich so gern mit ihr den Platz tauschen. Ich bin so gern Hobbypsychologin und habe mich schon Jahre lang geärgert, dass ich nicht irgend etwas im sozialen Bereich arbeite, sondern einfach nur eine gelernte "Büro-Tante" bin :D
    Aber das nur am Rande :lol::lol:

    Die Gedanken an den Alkohol sind da, aber nur, weil ich sie mir bewusst herbei führe. Also durch das Forum zum Beispiel. Diese Gedanken "ach wäre das schön, wenn Du jetzt was trinken "könntest" (ich kann ja, daher in Tütelchen)"....
    Die habe ich so gut wie gar nicht mehr. Wenn, dann nehme ich den Gedanken nur ganz kurz wahr und dann ist er auch schon wieder weg.

    Ich bin da unglaublich froh drüber, dass es mir zur Zeit so leicht fällt. Immer mit dem Hinweis darauf, dass mir bewusst ist, dass sich die Zeiten auch wieder ändern können. Ich rechne immer mit einer Veränderung, damit ich nicht unvorbereitet davor stehe und es mir dann schlecht geht.

    Aber im Moment geht es mir nach wie vor sehr gut und ich bin so froh, dass ich endlich FREI bin. Genau SO empfinde ich es nämlich. Endlich frei.....

    Guten Morgen,

    ClaudiA, das finde ich interessant!! Dass es vergessen wird, dass Du Alkoholikerin bist, obwohl Du Dich mal geoutet hast! Ich verstehe Deinen Gedankengang vollkommen, dass Du das sogar ganz gut findest, weil Du dadurch weißt, dass man mit Dir nicht automatisch „Alki“ in Verbindung bringt.

    Im übrigen Hartmut und Sunshine, ich hab in Euren Beiträgen auch super Sätze gefunden, auch die ClaudiA zitiert hatte, die man (oder ich :D ) echt gut nachvollziehen kann.

    Guten Morgen Hartmut,

    dass die Industrie schon dafür sorgt, dass der Alkohol letztendlich durch solche Dinge weiter fließt, davon bin ich auch überzeugt!

    Was die Reaktion angeht, wenn man alkoholfreie Getränke angeboten bekommt... ja, das stimmt schon. Erklären muss man sich natürlich nicht. Ein „Nein Danke, das trinke ich nicht“ sollte ausreichen.

    Ich hab mir allerdings Gedanken dazu gemacht, denn in meinem engeren Umfeld hab ich beim Alkohol ja auch nicht nur „Nein Danke, will ich nicht“ gesagt, sondern kurz das WARUM mit dazu gesagt. Damit mir eben auch zukünftig kein Alkohol angeboten wird.
    Daher mein Interesse an der Reaktion. Wenn man kurz erklärt, warum nicht, dann schließt man automatisch aus, dass einem beim nächsten Zusammentreffen anstatt alkoholfreier Sekt eben alkoholfreier Wein/Bier oder Rum (wusste ich auch nicht, dass es selbst das Zeug alkoholfrei gibt) vor die Nase gestellt wird.

    Aber es kann sein, dass ich diese Gedanken bzw Situationen noch mehr durchspiele, weil ich noch am Anfang stehe.

    Guten Morgen ClaudiA, Du Glückspilz ;)

    Als Du davon geschrieben hast, dass Dir eine Flasche alkoholfreier Sekt hingestellt wurde, hab ich auch erst innerlich die Augen verdreht. Aber wie Du schon selbst geschrieben hast: Es ist einfach die Ahnungslosigkeit der Menschen. Ich denke, ich hatte vor einigen Jahren auch noch gedacht, dass solche Getränke doch die Lösung schlechthin sind.

    Auch wenn es total sinnlos war, dennoch finde ich es wirklich sehr nett gemeint. Ok... sie war auf dem Holzweg mit dem alkoholfreien Sekt. Aber sie hat sich zumindest Gedanken gemacht und es gut gemeint. Der Wille war quasi da :D

    Darf ich mal fragen, wie Du reagiert hast? Also bist Du in die Situation gekommen, dass Du erklärt hast, dass Du es nicht trinken wirst? Oder einfach nicht angerührt und dann ist es nicht mehr zur Sprache gekommen?

    Interessiert mich deshalb, weil ich in meinem Umfeld auch eine Person habe, die ganz erstaunt war, dass das „nicht geht“ mit alkoholfreien Getränken :D

    Hallo Mario. Gut, dass Du hier schreibst. Weißt Du, auch wenn Du abends nichts berichten kannst, was Du groß getan hast. Aber Gedanken hat man immer.... schreib alles auf, zur Not eben auch das Gefühl der Leere.

    Was Deine Ex-Frau angeht, da wurde schon alles gesagt: Wenn ein Zusammenkommen bedeutet, dass Du dann vermehrt mit Alkohol zu tun hättest: Dann bloß nicht!! Höre auf Dein Gefühl, wenn es Dir sagt, dass diese Trennung richtig ist, auch obwohl Du nicht mehr säufst. Vermutlich ist die Trennung sogar besser, gerade WEIL Du nicht mehr trinkst.

    Vielleicht hat sogar der Umstand, dass Du allein bist, geholfen nüchtern zu werden und bleiben. Am Anfang hast Du es vielleicht so empfunden, dass Deine Beziehung kaputt gegangen ist, wegen des Alkohols. Bestimmt zum Teil auch. Aber könnte es nicht auch sein, dass Du nur den Schritt in die Nüchternheit geschafft hast, weil Du diesen Raum nun für Dich allein hattest? Wenn Du sagst, dass Du durch Deine Ex mit Alkohol in Berührung kommen würdest (sei es nun durch sie oder auch gemeinsame Freunde oder Familie), dann war es sicher auch vorher so, als ihr noch zusammen ward.
    Vielleicht konntest Du Deine Alkoholkrankheit deshalb auch erst nach der Trennung angehen. Weil Du dann für Dich warst.

    Manchmal sind Trennungen richtig, auch wenn sie Liebeskummer mit sich bringen....

    Was Deine Tochter angeht: Da wird Dich die Trockenheit in jedem Fall nach vorne bringen!! Wenn auch nicht sofort. Aber langfristig gesehen ganz sicher!!!

    Guten Morgen,

    Du hörst Dich wirklich sehr gut gelaunt an, bzw. LIEST Dich gut gelaunt :)

    Kein Wunder... Gehaltserhöhung, Date am Wochenende und das Wichtigste: Endlich wieder richtig LEBEN können und das auch noch genießen!!

    Mir geht es auch so. Ok, ne Gehaltserhöhung war nicht drin :D

    Guten Morgen, ClaudiA...

    Ich habe mal ein wenig bei Dir mitgelesen. Ich habe es im übrigen auch nicht so empfunden, dass Du Dich selbst bedauerst. Du hast einfach aus Deinem Leben berichtet und diese Dinge gehören zu Deinem Leben dazu. Wie Du schon geschrieben hast, Höhen und Tiefen eben. Und das Thema Alkohol gehört ebenfalls zum Leben.

    Wenn ich mir so Deine Geschichte ansehe, kann ich auch kein "Glück" herauslesen.

    Höchstens "Glück im Unglück".... und das ist ein entscheidender Unterschied.

    Weil man seinen Partner liebt und es einem leid tut, wenn andere Leute schlecht über ihn denken oder sprechen. Man möchte ihn vor Vorwürfen beschützen und vor dem schlechten Gefühl, was er hätte, wenn er mit dem Thema konfrontiert werden würde. Weil man möchte, dass es ihm gut geht.

    Das war mein Denken meinem Partner gegenüber. Was falsch ist. Weil man durch den Schutz die Sucht verlängert. Die Chance, ein Schlüsselerlebnis zu haben oder tief genug zu sinken, wird geringer, wenn man seinen Partner schützt. Das sage ich als Co.

    Als Alkoholikerin sage ich das Gleiche. Mein damaliger Partner hat mich ebenfalls geschützt. In den Momenten war ich ihm dankbar. Als ich noch gesoffen habe.

    Heute, wo ich nicht mehr trinke, bin ich dem Vater meiner Kinder dankbar, denn der hat mich nicht geschützt. Er hat mir die Wahrheit regelrecht um die Ohren geknallt. In den Momenten war ich traurig, verletzt und habe mich unendlich geschämt, dass mir der Spiegel vorgehalten wird.

    Aber im Nachhinein bin ich dankbar, denn es hat mich schneller an meinen Tiefpunkt gebracht und beim letzten Suff (Schlüsselerlebnis) war er ebenfalls derjenige, der mich nicht geschützt und geschont hat. Mir ging es so dreckig, dass er mich da hat auflaufen lassen und mir harte Worte an den Kopf geknallt hat. Sonst wär ich im Suff auf dem „ach übertreibe doch nicht - Trip“. An dem Tag hat er es sogar geschafft, mich mit den Worten im Vollsuff zum Weinen zu bringen. Es war das letzte Mal, dass ich getrunken hatte....

    Fazit: Jeder Co. sollte sich zu Herzen nehmen, dass der Schutz des Partners diesem nicht hilft. Er lässt ihn nur noch weiter in die falsche Richtung gehen....

    Hallo Correns,

    vielen Dank, es freut mich, dass Dir die Art zu Schreiben gefällt. Ein rauer Ton stört mich nicht. Es gibt mehrere User, die einen rauen und ungeschönten Ton an den Tag legen. Ich kann nur nicht so gut mit Provokation umgehen, wie Du vielleicht gelesen hast :lol:

    Anders herum gefällt es mir besser, dass hier im offenen Bereich schön viel los ist. Besser, als wenn hier nichts passiert. Denn selbst als noch trinkende, stille Mitleserin konnte ich mehr aus diesem Forum mitnehmen, wenn hier Meinungsaustausch stattgefunden hat, als wenn hier gar nichts geschrieben wurde. Von daher hat es ja auch alles etwas Positives :)

    Ich finde es auch traurig. Für mich lässt das allerdings sehr tief blicken. Es sieht für mich ganz danach aus, dass ihre eigenen Probleme durch Deinen Entschluss auf Schlag viel größer werden. Ihr Partner hat ein Alkoholiker und sie vielleicht auch mehr, als Du glaubst. Wenn sie sich das bisher innerlich schön geredet hat, dann wird Deine Erkenntnis viel bei ihr auslösen und zwar Dinge, die ihr nicht gefallen. Dadurch, dass Du offen zugibst, Alkoholikerin zu sein, wird es ihr schwerer fallen oder fast unmöglich sein, es bei sich bzw. bei ihrem Partner als normal abzustempeln.

    Ich finde es toll von Dir, dass Du die Dinge nochmal offen und direkt ausgesprochen hast! Bleib dabei! Notfalls immer wieder und noch deutlicher! Du machst das genau richtig!

    Ich habe hier seit letztem September immer wieder unterschiedliche Meinungen gelesen, auch welche, die nicht mit meinen Ansichten übereinstimmen. Akzeptiert habe ich ALLE, denn man kann nicht immer einer Meinung sein.

    Es geht um die Art und Weise, WIE Du Deine Meinung hier äußerst. Wie gesagt, eine Maschine im Kopf steht bei Dir still und die nennt sich Sozialverhalten.

    Aber mit solchen Charakteren lohnt sich das Diskutieren nicht, da sie nicht in der Lage sind, die springenden Punkte, um die es geht, herauszufiltern. Daher werde ich nun mein letzten Post hier absenden und auch nicht mehr hier rein schauen und auch im übrigen Deine Beiträge ignorieren. Es wäre ein Fass ohne Boden...

    Wenn Du Deine Doktorarbeit durchgearbeitet hast, dann befasse Dich doch mal mit dem Thema „Narzissmus“....

    Ich wünsch Dir alles Gute.....

    Ich hatte hier am Anfang schon mal vor, nicht mehr zu schreiben. Da ich das Gefühl hatte, es mit einer Art Mensch zu tun zu haben, wo es einfach wenig Sinn macht, zu diskutieren, da diese Menschen IMMER Recht haben wollen, wenn sie sich überlegen fühlen. Passt auch in diesem Fall. Denn der Einzige, bei dem Du sicher nicht provokant werden würdest, ist Hartmut. Vielleicht weil er noch ein kleines Maschinchen (Achtung Verniedlichung) mehr laufen hat und das somit zu anstrengend für Dich werden würde?!

    Zeitweise fand ich Deine Beiträge aber so gut, dass ich sie gern gelesen habe, auch wenn immer mal wieder Teile dazwischen waren, die mich störten.

    Seit gestern weiß ich wieder, warum ich erst nichts mehr schreiben wollte. Dieses Überhebliche gefällt mir einfach nicht.

    Weißt Du, es ist schön, wenn man so viele Maschinen am Laufen hat, dass sie mit dem Durchforsten von Doktorarbeiten am Laufen gehalten werden müssen. Die menschliche Seite sollte aber nicht auf der Strecke bleiben. Deine Partnerin ist sehr verständnisvoll, da hast Du ziemliches Glück. Ich hätte mich an ihrer Stelle wohl gefreut, wenn Du Dir die Doktorarbeit etwas später vorgenommen hättest und das Treffen nicht abgesagt hättest.

    Versteh mich nicht falsch, Trocken sein ist wichtiger als Partnerschaft. Falls Du mir das jetzt antworten wollen würdest. Das weiß ich selbst und habe meine Trockenheit auch über meine Partnerschaft gestellt.
    In Deinem Beispiel aber ist es ja nun nicht so, dass Du deshalb wieder zur Flasche greifen würdest, nur weil Du an Tag XY nun diese Doktorarbeit nicht durchgehen kannst, sondern erst an Tag YX. So stabil bist Du doch wohl, dass Du Dich nicht zwanghaft jede Minute mit dem Thema auseinander setzen musst...

    Natürlich ist es Deine Sache und es ist ja auch nur ein Beispiel. Aber menschlich gesehen sagt auch dieses Beispiel viel aus. Du kannst das, was ich Dir hier schreibe, gern sofort abblocken und Dir denken „Da muss meine Partnerin Verständnis haben und fertig“, vielleicht bleibt aber ja doch was hängen.
    Denn versetze Dich mal in ihre Lage. Sie hat Ewigkeiten zurück gesteckt und wurde abgewiesen, weil Du gesoffen hast und nun soll sie auch noch zurück stecken und wird immer noch abgewiesen, weil Du nicht mehr säufst.

    Wenn es nur ne einmalige Sache war oder nur in Ausnahmefällen, ok.... Aber ich würde es nicht Tagesordnung werden lassen.

    Nun hab ich doch wieder einiges geschrieben, aber dieses Beispiel passte gerade so schön. Die Maschinen laufen und werden mit Stolz gefüttert. Super, denn mit viel Wissen und vielen Maschinen kommt man weit.
    Wenn aber das Sozialverhalten nicht mit läuft, dann nützt Dir die größte Maschine im Kopf nichts.....

    Hallo Vollwaise,

    Du redest Dir Deine Art hier schön, indem Du behauptest, Du würdest ja so sehr das Lügen hassen und die Wahrheit wäre Dir so wichtig, bla bla...

    Sorry, aber ich empfinde Deine Art einfach als provokant und mehr nicht. Wie im anderen Thread schon erwähnt, habe ich einfach das Gefühl, dass Du gern irgendwelche Schwachstellen heraus filtern möchtest, einfach aus dem eigennützigen Grund, DICH dadurch besser zu fühlen. DAS wiederum zeigt keinen schönen Charakterzug auf.

    Der Spruch, wo die Gäule mit Dir durchgegangen bin, sagt auch alles und lässt sehr tief blicken.

    Vielleicht solltest Du mal eine Deiner zahlreichen Maschinen da oben einen Gang zurück stellen, denn:
    Nach ganz fest kommt oftmals ganz lose....

    Hallo Hartmut,

    genau "mein" Thema... :)

    Ich hab mich schon öfters mit genau diesem Thema auseinander gesetzt, habe es auch schon einmal in meinem Thread angesprochen. Einfach aus dem Grunde, dass ich das Gefühl hatte bzw. habe, dass ich alles richtig mache, was die Grundbausteine angeht und bei dieser einen Sache war ich immer verunsichert. Ich hab von Anfang an mein Zuhause alkoholfrei, habe meine Familie und Freunde eingeweiht und gehe auch bei Bekannten offen damit um, wenn die Situation es so bringt. Wenn bei mir Besuch ist, wie z. B. im Dezember, als mein Sohn Geb. hatte, dann gibt es hier keinen Alkohol in meiner Wohnung und fertig. Das hat sich auch von Anfang an von selbst verstanden, meinen Leuten musste ich das nicht mal mitteilen, das war von vorne herein von selbst klar.

    Wenn nun aber irgendwo auf einem Geburtstag einer Freundin eingeladen wird und da mehrere Leute aus verschiedenen Richtungen zu Besuch sind, dann ist mir vorher also klar, dass es da auch Leute geben wird, die Wein oder Bier oder sonst was trinken. Also hab ich mir immer vorher Gedanken gemacht, was da auf mich zukommen könnte und habe dann je nach Veranstaltung entschieden, ob ich da hingehe oder nicht.

    Beispiel: Ich habe an einem Abend Bescheid bekommen, dass man sich zum Bratwurst essen und Bier trinken an Ort XY trifft, ob ich nicht auch Lust hätte. Bei dieser Truppe war mir klar, worauf dieses Treffen hinaus läuft und dass man die Bratwurst auch hätte weg lassen können, das war nur, um dem Kind einen Namen zu geben... Ich bin nicht hingegangen.

    An einem anderen Abend war der Geburstag einer Freundin, die überwiegend Frauen eingeladen hatte, mit denen ich früher gar nicht mal gern etwas zu tun hatte. Ich hatte mit denen zwangsläufig zu tun, da meine beste Freundin und Schwester wiederum mit denen zu tun hatte. Klar, die mochten sich von Anfang an, da weder meine Schwester, noch meine Freundin ein Alkoholproblem haben. Ich fand die anderen Frauen immer mehr als langweilig. Im Nachhinein gesehen, waren sie mir zu spießig, weil sie vermutlich nicht genug gesoffen haben. Sie haben sich ewig an ihrem Glas festgehalten, während ich schon die erste Pulle leer hatte. So kam es mir vor... Ich bin meistens nicht mitgegangen, sondern lieber zu der Truppe mit "Bratwurst und Bier".

    Jedenfalls bin ich an diesem besagten Abend zu dem Geburstag meiner Freundin mitgegangen und es war ein super toller Abend. Diese anderen Frauen waren auch da, haben sich halt wieder ewig an ihrem Glas Wein aufgehalten und mir wurden andere Getränke hingestellt. Wusste ja jeder Bescheid, dass ich nichts mehr trinke. Man hat sich wahnsinnig gut mit mir unterhalten, das kann man auch. Konnte man schon immer, leider nur bis zu einem gewissen Pegel. Ich hab richtig gemerkt, wie klasse das ankam, dass ich nichts mehr trinke, eben weil ich nicht irgendwann abgestürzt bin. Mir wurden im Nachhinein auch Komplimente gemacht, wie sehr ich mich zum Vorteil verändert habe. Dadurch wurde mir im Nachhinein auch öfter mal Bescheid gesagt, wenn ein Treffen stattfand.

    Genau diese Truppe sind auch diejenigen, mit denen ich ab und zu Sport mache. Hab ich damals auch keinen Bock mehr drauf gehabt. Sport? Nö, ich hab mich lieber mit den anderen zum Saufen getroffen.

    Ich könnte nun noch einige dieser Beispiele nennen. Vom Adventsbasar im Dorf, was mir vorher auch zu blöd war, bis Klönen nach einem Fußballspiel oder sonst was. Mach ich aber nicht, weil ich denke, es ist angekommen, was ich meine. Für mich kommt es einfach auf die Veranstaltung an.

    Ich weiß, dass ich noch nicht so lange Zeit auf Alkohol verzichte und gerade deshalb mache ich mir auch große Gedanken darüber, ob das alles so richtig ist. Nein, ich habe mir vor ein paar Wochen noch Gedanken darüber gemacht. Inzwischen bin ich der Meinung, dass es ok ist, wie ich es mache.

    Ich mache es mir nicht einfach, was meine Alkoholkrankheit angeht. Dass es nicht reicht, nichts mehr zu trinken, das weiß ich. Es müssen Veränderungen stattfinden. Ich bin mir auch nicht zu bequem, diese Veränderungen herbei zu führen. Aber diese sozialen Kontakte, in der Form, wie ich sie beschrieben habe, die tun mir gut. Das ganze Drum herum tut mir mehr gut, als dass es mir schadet, dass da mitunter mal ein Glas Wein auf dem Tisch steht.

    Wie gesagt, wenn das nicht der Fall wäre und ich merke, dass es für mich schlecht ist, würde ich auch darauf verzichten. Ich bin mir absolut nicht zu schade, etwas zu verändern. Mein Entschluss, dass ich bald aufhören werde, zu trinken, steht schon lange fest. Mit diesem Wissen bin ich bereits Anfang letzten Jahres bei meinem Partner ausgezogen und wohne mit meinen Kindern in meinem eigenen Zuhause.

    Ich habe mir gewünscht, diese Beziehung retten zu können, was mir nicht gelungen ist. Ich habe mich jedoch nicht getrennt, weil die Liebe weg war, sondern einfach aus dem Grunde, weil der Alkohol im Leben meines damaligen Partners eine sehr große Rolle gespielt hat. Das passte nicht mehr zu meinem Leben ohne Alkohol. Ich kann mit absoluter Sicherheit sagen, dass ich meine Trockenheit damals über die Liebe gestellt habe, denn die war definitiv noch vorhanden. Mein Verstand und mein Gefühl haben mir aber gesagt, dass es so nichts wird. Entweder oder.

    Ich habe das erwähnt, um zu zeigen, dass ich da ziemlich konseqent bin. Und ich denke, es wäre um einiges leichter, konsequent gewisse Veranstaltungen zu vermeiden, als eine Beziehung zu beenden.

    Ich sage diese Treffen also nicht ab, weil ich es mir schön rede oder mir zu bequem bin, etwas zu verändern. Sondern schlicht und ergreifend deshalb, weil sie mir gut tun und nicht schaden.

    Ich bin in meiner Meinung da jedoch nicht eingefahren. Sollte ich einmal merken, dass ich vielleicht erst im Nachhinein mit meinen Gedanken mehr um das Thema Alkohol kreise, dann bin ich auch bereit, ganz klar zu sagen, dass ich vorerst nicht mehr erscheinen werde. Aber das ist zur Zeit einfach absolut nicht der Fall und ich höre sehr gut in mich hinein.

    So, da hab ich jetzt mal beschrieben, wie ich zur Zeit damit umgehe. Nichts ist in Stein gemeißelt. Aber im Moment handhabe ich es so.

    Guten Morgen,

    ja meine Kinder haben die Veränderung bemerkt. Bereits in dem Gespräch, wo ich ihnen sagte, dass ich keinen Alkohol mehr trinken werde, da ich damit nicht umgehen kann und mir selbst nicht gefällt, dass ich dann so anders werde... sagte mein einer Sohn, dass wäre die beste Entscheidung in SEINEM Leben. Und das von einem 10-jährigem. Das sagt alles.

    Sie haben mich trotzdem immer lieb gehabt, aber sie haben gemerkt, wenn ich „anders“ war. Verteilt, durcheinander... ich denke, so haben sie es aufgefasst. Ätzend...!

    Meine Kinder sind wesentlich ausgeglichener, allerdings schon, seit dem ich mit ihnen allein lebe (Trennung). Seit meinem Entschluss dann noch mehr. Sie haben sich in der Schule verbessert und sind einfach entspannter zu Hause.

    Deine Entscheidung ist so was von richtig, sei froh, dass Du sie jetzt getroffen hast, wo Dein Sohn noch klein ist!!