Beiträge von Cadda

    In einem Absatz von mir klingt es verwirrend durch einen Tippfehler. Daher nochmal:

    Ich meinte, dass ich mir vorstellen kann, dass Du erst merkst, welche Nachteile Du HATTEST, wenn Du aufhörtest zu Rauchen. Du weißt ja nicht, wie es wäre, wenn Du aufhörst. Es verändert sich bestimmt einiges zum Positiven, was Du erst dann bemerkst. Weil Du alles jetzt als normal empfindest. Ich kann mir schon vorstellen, dass Du nach einiger Zeit rauchfrei positive Dinge bemerken würdest....

    Guten Morgen Thomas, ich kann meinen Senf bezüglich des Rauchens zwar nicht aus eigenen Erfahrungen zum Besten geben, Gedanken hab ich aber trotzdem dazu:

    Vergleichen kann ich das schwer mit dem Alkoholthema. Ich rauche nicht, habe ich auch nie richtig (bis auf das Probieren im Teenie Alter oder im Vollsuff und dann entweder nur gepafft oder sogar verkehrt herum). Ich kann mir aber vorstellen, dass man das Aufhören gern aufschiebt. Es bereitet halt nicht so viele Probleme, wie das Saufen. Es verändert das Wesen nicht, folglich benimmt man sich nicht schlecht.

    Wenn man dann -wie Du- keine großen Nachteile durch das Rauchej verspürt (wobei ich mir vorstellen kann, dass Du das gar nicht merkst. Du wirst vermutlich erst merken, welche Nachteile Du hättest, wenn Du aufhören solltest zu rauchen...), ist es schwierig den nötigen Anschubser zu bekommen.

    Vielleicht solltest Du Dir -wenn Du denn aufhören willst- immer wieder ins Gedächtnis rufen, was das Rauchen anrichtet. Klar, manche Raucher haben Glück und werden trotzdem alt und alles ist gut. Aber das ist eher nicht die Regel, sondern eher selten der Fall.

    Guck Dir doch mal Filmchen an und lese Berichte. Da wird Dir schlecht. Ist abschreckend, wenn man denn bereit ist aufzuhören. Aber eben nur dann....

    Weißt Du... Mein Ex-Partner (trinkt viel Alkohol, immer viel geraucht) hatte vor 2 Jahren einen Herzinfarkt. Alles verengt. Ihm wurden mehrere Stents gesetzt. Ich war dabei, als der Arzt sagte „Wenn Sie sofort und für immer aufhören zu Rauchen, könnten Sie damit trotzdem alt werden“. Er raucht heute noch wesentlich mehr, als vor zwei Jahren.... Über eine Stange in der Woche. Soviel dazu...

    Daher ist da doch eine Parallele zum Alkohol: Selbst wenn man um die Gefahr weiß.... Es muss bei einem selbst KLICKEN, vorher geht es nicht.

    Guten Morgen alle zusammen,

    ich hab lange nichts mehr geschrieben in meinem eigenen Tagebuch. Gelesen und auch woanders geschrieben, hab ich aber trotzdem die ganze Zeit über. Ich bin eigentlich täglich hier und lese zumindest, was hier so los ist.

    Mir selbst geht es wirklich sehr gut. Ich bin gut gelaunt und irgendwie wird es immer mehr normal, dass man halt kein Alkohol mehr trinkt. Ich weiß, die Zeiten können sich ändern, aber zur Zeit ist es einfach so. Die Situationen, in denen ich denke "jetzt wäre es toll, wenn Du normal trinken könntest", die werden immer weniger. Wann ich dieses Denken habe, hab ich ja bereits in meinem letzten Beitrag beschrieben. Seit meinem letzten Beitrag kam es aber erst 2-3 Mal wieder vor und es war nur ein kurzer Gedanke. So richtig Suchtdruck hatte ich nach meinem letzten Beitrag nicht mehr. Zum Glück. Aber das hielt sich eh von Anfang an relativ in Grenzen. Was mich wundert, weil ich echt ständig gesoffen habe :roll:

    Ich bin einfach nur glücklich, dass ich es endlich geschafft habe, im September letzten Jahres meine Entscheidung, die ich schon lange getroffen hatte, in die Tat umzusetzen. Alles fällt mir leichter von der Hand, ich bin besser gelaunt, ruhiger mit meinen Kindern und es hat die ganze Familie was davon, dass ich endlich die Kurve gekriegt habe.

    Ich kann nur jedem raten, diesen Schritt zu gehen. Ich hab es mir vorher viel schwieriger vorgestellt, die Sache durchzuziehen.

    Wie gesagt, ich vergesse nicht, dass da durchaus andere Zeiten kommen können. Aber solange ich so gut damit umgehen kann, freue ich mich einfach riesig darüber.

    Jeder, der das hier still mit liest, sollte wissen, dass der Anfang vielleicht eine Hürde ist. Nein, nicht nur vielleicht. Aber wenn diese erste Hürde geschafft ist, dann wird es von Zeit zu Zeit immer besser! Es lohnt sich!!!!

    Ich hab mich halt schwer damit getan, weil ich die ersten zwei Gläser durchaus genossen habe. Nicht, weil mir Wein ähnlich gut wie Spinat geschmeckt hat. Aber der Wein hat eben eine Wesensveränderung herbei geführt. Lockerer, unbeschwerter, voller Tatendrang. Aber hier wieder: Den Gedanken zu Ende führen. Nach einer gewissen Zeit, hat mir mein Wesen im Nachhinein überhaupt nicht mehr gefallen und die Kontrolle war grundsätzlich nicht mehr vorhanden.

    Die Veränderung der Psyche beim Trinken von Alkohol, die hat mich abhängig gemacht. Das wäre mir mit Spinat wohl nicht passiert :)

    Diese -damals noch nicht vorhandene- Akzeptanz hat dazu geführt, dass ich über Jahre bereits wusste, dass ich aufhören will/muss/werde und es sich dennoch solange hinaus gezögert hat. Ich wusste in der Theorie seit Jahren (auch dadurch, dass ich hier immer mitgelesen habe, sogar manchmal, obwohl ich betrunken war), dass ich es eh nicht schaffe, bevor ich nicht zu 100% hinter der Entscheidung stehe, NIE WIEDER im Leben auch nur ein einziges Glas anzurühren.

    Daher auch mein Titel mit dem „Hintertürchen“. Seit dem ich Anfang September aufgehört habe zu Trinken, hab ich nicht ein einziges Mal überlegt, ob es irgendwann wieder möglich sein könnte, etwas trinken zu können.
    Weil ich erst aufgehört habe, als ich das bereits vollkommen akzeptiert hatte und mit dem Gedanken „Frieden geschlossen“ habe. Das hat ziemlich lange gedauert. Dafür sitzt es jetzt ganz fest :)

    Dieser Beitrag liest sich um einiges besser, als die anderen zuvor.

    Deine Entschlossenheit ist geblieben und dass Du nicht lange um den heißen Brei redest, gut so! Mit klaren und direkten Worten kann ich gut umgehen.

    Deine Beiträge davor hatten jedoch etwas „von oben herab“ und kamen arrogant und unfreundlich rüber, zumindest teilweise. Daher meiner Meinung auch die hohe Resonanz. Es gibt hier durchaus Tagebücher von Leuten, die genau so entschlossen sind, wie Du. Aber negative Beiträge ziehen eben auch Antworten an, weil man einfach das Bedürfnis hat, seinen Senf dazu abzugeben, da man gewisse Dinge nicht so stehen lassen will. Genau DAS wird hier viele bewegt haben, zu schreiben...

    Wie dem auch sei, Dein letzter Beitrag kommt -zumindest bei mir- von der Art her besser an...

    Die Sache mit dem Zahnarztbesuch ist klasse. Dass Du so offen Bescheid gesagt hast, dass Du Alkoholiker bist, ist super. Auf die Frage bzw den Hinweis, dass Du das tun solltest, hast Du ja gerade zu empört reagiert. Weil es für Dich klar war. Das ist ein gutes Beispiel, was mir z.B. bislang nicht gefallen hat, an Deinen Beiträgen. Du hast empört reagiert und den Hinweis fast als völlig bescheuert hingestellt. Wie es bloß kommt, dass man Dir zutrauen könnte, das beim Zahnarzt zu verschweigen... Es war jedoch nur gut gemeint. Woher soll man denn wissen, wie Du tickst?! Und nur, weil jemand anderes diese Sache beim Zahnarzt verschwiegen hätte, aus Scham oder Naivität, heißt es ja nicht, dass er völlig verblödet ist. Hier wäre der Hinweis also hilfreich sein können.

    Geh Deinen Weg und bleib so euphorisch. Das will Dir keiner schlecht reden. Aber wenn ein Langzeittrockener den Rat gibt, trotzdem vorsichtig und auf der Hut zu sein, dann sollte man das ernst nehmen. Denn es gibt schon einen Unterschied zwischen den LZT und uns Anfängern: Gelebte Erfahrung. Nicht nur in der Theorie.

    „Hochmut kommt vor dem Fall...“ DAS wünsche ich Dir NICHT. Leider ist es der Satz, der mir beim Lesen immer wieder durch den Kopf ging.

    Du hast in 1,5 Monaten etliche Krisen überwunden. Bravo.

    Es gibt etliche Alkoholiker, die ohne Rückfall durchs Leben gehen und nach JAHREN schlägt das Suchtgedächtnis zu.

    Weißt Du... Ich teile sehr viele Deiner Ansichten und bin mindestens genau so entschlossen, trocken zu bleiben, wie Du. Ich beschäftige mich bereits Jahre damit, wie es am besten funktioniert. In der Theorie sozusagen nahezu perfekt, das kann man sein.

    Die Praxis sieht jedoch anders aus. Und ich glaub, da sollte man sich nach 1,5 Monaten nicht dermaßen weit aus dem Fenster hängen.

    Ich wünsche Dir, dass Du es packst. Und Deine Willensstärke wird Dir dabei zu Gute kommen. Für mein Empfinden bist Du allerdings eine Spur ZU optimistisch. Verstehe mich nicht falsch. Ein gesunder Optimismus ist goldwert. Schlecht wird es, wenn der Optimismus den Realismus zu sehr in den Hintergrund drängt...

    Ich bin jetzt ERST seit dem 04.09. letzten Jahren nüchtern (das Wort „trocken“ geht mit noch nicht so leicht über die Finger nach diesen noch nicht einmal fast 5 Monaten). Ich kann Dir sagen, dass es mir SEHR gut damit geht und mir zur Zeit noch leicht fällt. Vielleicht bleibt das ja so, ich wäre sehr dankbar, denn es klappt wirklich gut!

    Aaaaber: Die Zeiten können sich ändern! Dessen bin ich mir bewusst und das könnte mich einmal vor einem Rückfall schützen.

    Ich bin oftmals zu bescheiden. Das ist nicht gut, ein gesundes Selbstbewusstsein ist oftmals hilfreich.

    Wenn ich uns beide jedoch vergleiche...... Mmmmh. Dann bin ich in dem Punkt lieber bescheiden, anstatt ZU selbstbewusst. DAS könnte mir nämlich vielleicht auch einmal zu Gute kommen!!!

    Vielleicht lässt Du Dich ja mal „herab“, um über die Worte nachzudenken...
    Ich denke allerdings eher nicht. Ich kenne solche Charakterzüge, das lese ich sofort raus.
    Es gibt eine Beschreibung für solch einen Typ Mensch, aber ich maße mir nicht an, das zu behaupten.

    Doch ich denke, Deine Meinung ist: alles was Du denkst, ist richtig und alle anderen sind die Vollpfosten, die keine Ahnung haben. Wenn ich richtig liege, dann ist im Grunde jedes weitere Wort Zeitverschwendung.

    Ich werde es an Deiner Reaktion erkennen und wenn Du hier nichts mehr von mir liest, dann habe ich mich bestätigt gefühlt und Zeit werde ich dann nicht mehr verschwendet haben...

    Guten Morgen auch hier :)

    Ich finde es klasse, wie konsequent Du das umsetzen möchtest, Mario.

    Und wenn es Deiner Meinung nach notwendig ist, den Job zu wechseln oder auf einige der Familienmitglieder zu verzichten, dann ist das eben nicht so, dass Du Gründe und Ausreden findest, sondern neue Wege. Es ist ja bei jedem unterschiedlich, also nicht die Grundbausteine, sondern die Situation in Familie/Umkreis und Job.

    Bei mir ist es glücklicherweise so, dass ich mich von meiner Familie nicht abgrenzen muss, von meinem Job auch nicht. Von einigen „Freunden“ schon, aber von den wenigsten. Das waren eh nur Kumpels zum Saufen. Meine richtig guten Freunde sind nicht davon betroffen. Allerdings war es notwendig, mich von meinem Partner zu trennen.

    Du musst für Dich natürlich allein heraus finden, was vereinbar ist und was nicht. Ich kann mir schon vorstellen, dass es einige Jobs gibt, die eben zu viel mit dem Thema Alkohol zu tun haben.

    Ich finde jedenfalls, dass Du gut an die Sache heran gehst. Du bist bereit, lieber ne Weile etwas zurück gezogener zu sein, als mit den falschen Leuten. Manchmal braucht es aber gar nicht so lange, bis sich diese Lücken schließen lassen. Oft liegt eine viel bessere Alternative ganz nah dran und man sieht sie bloß noch nicht.

    Guten Morgen alle zusammen.

    Danke Paul... Ja, ich freu mich auch über die vier Monate. Es ist immerhin ein Anfang. Ich bin immer noch jeden Tag froh über meine Entscheidung und ich wünsche Dir auch, dass Du die Zeit noch ganz lange gut gelaunt genießen kannst. Klar kommen trotzdem immer mal wieder schwierige Zeiten im Leben, aber nüchtern kann alles nur besser sein, als wenn man trinkt.

    Ich habe keinen Hund, aber Freunde :)
    Spazieren gehen... Das mache ich allerdings oft auch alleine, so ganz spontan und wenn es nur ne Dreiviertel Stunde ist. Einfach Jacke an und raus, einmal durchs Dorf gehen. Die frische Luft tut einfach nur gut! Hätte ich früher nie gemacht und wenn, dann nur mit Weinschorle im großen Kaffeebecher... Meine Güte, wie schrecklich....

    Es geht mir jedenfalls immer besser. Ganz einfach war es - wegen der Trennung von meinem Partner - in letzter Zeit nicht, aber es geht jetzt wirklich aufwärts. Ich hätte nicht gedacht, wie schnell es mir besser geht. Aber das liegt einfach daran, dass ich mich schon sooooo lange mit dem Thema auseinander gesetzt habe innerlich. Der tatsächliche Absprung war dann nochmal hart und dann ging es aber mit großen Schritten nach vorne.
    Ich möchte einfach nur meine Ruhe haben und glücklich sein. Da muss man dann auch mal etwas los lassen, was einem einfach absolut nicht gut tut. Immer mit angezogener Handbremse unterwegs zu schein... Das schockt auf Dauer nicht :)

    Ich habe zur Zeit viel frei und lese hier viel. Ich muss sagen, dass es in letzter Zeit auch etwas mehr hier zu lesen gibt und das freut mich total. Viele motivierte Leute, die hier unterwegs sind.

    Ich selbst habe im Moment eine wirklich gute Phase. Also so richtig schlecht war es die ganze Zeit über nicht, aber ich habe momentan so gut wie keine Gedanken daran, Alkohol trinken zu wollen. Ich habe mich mal beobachtet, in welchen Situationen sich das Suchtgedächtnis meldet. Klar ist es - gerade ganz am Anfang - stark mit Belohnung in Verbindung gebracht worden. Jetzt bin ich so lange spazieren gegangen, da kann man doch mal ganz gemütlich auf dem Sofa einen Wein trinken.... Aber je öfter man spazieren geht, umso mehr gewöhnt man sich daran, dass es danach keinen Wein mehr gibt und so springt das Suchtgedächtnis darauf inzwischen auch nicht mehr an. Das Beispiel mit dem Spaziergang war jetzt eines von vielen Dingen.

    Manchmal ist das Suchtgedächtnis angesprungen, wenn mir langweilig war. Da beschäftige ich mich jetzt schnell mit anderen Dingen, zur Not mache ich mir ganz laut Musik an und hier zu Hause Sport. Dann bin ich abgelenkt und ich weiß mir bei dem Thema Langeweile also auch gut zu helfen, inzwischen.

    Was ich nach wie vor an mir bemerke ist, dass ich nach wie vor dann gern zu Alkohol greifen möchte, wenn ich unsicher bin. Wenn eine ungewohnte Situation ansteht. Ein Treffen mit jemanden, den ich nicht so gut kenne. Ein Auftreten in einer Situation, wo ich mich beobachtet fühle. Irgendwie ist es die Unsicherheit, die mich daran denken lassen, dass es doch jetzt toll wäre, wenigstens 2 Sekt zu trinken, damit man locker ist und dieses Peinlichkeitsgefühl weg ist. Peinlichkeitsgefühl ist eigentlich total dämlich, weil es NICHTS an den beschriebenen Situationen gibt, was peinlich ist. Aber man hat dieses Gefühl. Ich kann es nicht anders beschreiben.

    Dann gibt es noch eine zweite Situation, die mich - wenn es denn vorkommt - an Alkohol denken lässt. Das ist, wenn ich total auf dieses euphorische Gefühl habe. Dieses mit einer Freundin oder Kumpel einfach draussen in der Sonne sitzen und schön ein paar Bier trinken und langsam lustiger dabei zu werden und beschwipst zu sein. Das verbinde ich mit einem schönen Gefühl, was ich mir herbei wünsche. Wenn ich den Gedanken zu Ende denke, ist es alles andere als toll, weil ich ja nicht aufhören würde zu trinken. Also wird der Gedanke schnell verworfen. Weil die Kontrolle ja nicht da wäre. Den Gedanken zu Ende denken. Das ist es, was mir dann wirklich hilft. Das hab ich hier aber auch schon einmal berichtet.

    Dieses Unsicherheitsgefühl. Das ist es, wo ich noch nicht so recht eine Lösung für habe. Vor einem bestimmten Treffen neulich hab ich mich dabei ertappt, nach einem Tee im Internet zu suchen, der einen etwas aufputscht. Was Schwachsinn ist, weil ich dann auch Kaffee trinken könnte. Das würde ja nicht die Unsicherheit nehmen, die einem der Alkohol genommen hat, dadurch, dass die Hemmschwelle gesunken ist. Bestimmte Teesorten, Energiedrinks, Kaffee... Das alles macht ja nur munter, aber nimmt einem keinerlei Unsicherheit. Da weiß ich also nach wie vor nicht, was ich für eine Alternative habe. Vermutlich gar keine. Deshalb ist es auch das Einzige, was mir jetzt noch etwas Probleme bereitet.

    Da hilft aber vermutlich auch nur, solche Situationen mutig zu meister und hinterher zu merken, dass es gar nicht schlimm war. Man muss sich halt erst einmal daran gewöhnen, wieder nüchtern durchs Leben zu gehen. Das kann ja auch gar nicht von heute auf morgen gehen.

    Ich bin immer wieder erstaunt, wenn ich mir das selbst eingestehe, dass es mit Unsicherheit zu tun hat. Wenn ihr mich kennen würdest, dann würde man mich mit dem Wort Unsicherheit überhaupt gar nicht in Verbindung bringen. Immer lustig drauf, schlagfertig, lässt sich die Butter nicht vom Brot nehmen, selbstbewusst. DAS ist es, was mit meinem Wesen in Verbindung gebracht wird. Gerade deshalb verwirre ich mich selbst :)

    Also es ist so, WENN ich erstmal in der Situation bin, dann ist die Unsicherheit auch sofort weg. Es ist also nicht so, dass ich mit besonders guter Laune versuchen muss, meine Unsicherheit zu überspielen oder so. Jedenfalls sehe ich das nicht so, ich hab dann kein schlechtes Gefühl mehr. Es ist nur der GANG zur Situation hin. Ich weiß nicht, ob ich mich gerade verständlich ausdrücke.

    Das sind jedenfalls die Gedanken, die mir aktuell gerade durch den Kopf gehen. Da benötige ich noch irgendwie scheinbar etwas Zeit, um auch hier eine Alternative zum Alkohol zu finden. Bzw. gibt es hier nicht wirklich eine Alternative und ich muss mich einfach daran gewöhnen, das ohne 3 Sekt vorher einfach über die Bühne zu bekommen. Wird mit der Zeit dann sicherlich zur Gewohnheit werden.

    Die Situationen sind jedenfalls zur Zeit wahnsinnig selten. Vielleicht, weil es tatsächlich schon anfängt, in den Alltag überzugehen, dass man einfach bei ALLEM nüchtern ist :)
    Zum Glück!!!!

    Natürlich sollst Du die Gefahr eines Rückfalles nicht aus den Augen verlieren, da hast Du Recht. Aber denk positiv und gehe doch einfach davon aus, dass Du es schaffen wirst. Bleib ein Ex-Trunkenbold :)

    Ich bin ehrlich, den Sekt zur Warnung würde ich abschaffen. Du hast schon vieles in die richtige Richtung getan und wer so konsequent ist und Weihnachten zu Hause bleibt und Saufverananstaltungen meidet, der kann auch so konsequent sein und den letzten Alkohol aus SEINEM Bereich verbannen.

    Stell Dir als Warnung da lieber eine Flasche Selter hin, wo Du drauf schreibst „Ich stehe hier nicht umsonst rum“ :D

    Dass Du die „Saufveranstaltungen“ meidest und Weihnachten lieber allein, anstatt mit trinkenden Leuten verbringst, finde ich schon mal gut.

    Ansonsten möchte ich mich bei dem Thema gern zurück halten, da ich mir selbst noch meine Gedanken dazu mache. Ich habe darüber mal in meinem Tagebuch geschrieben....

    Lass Dich auf die Dinge ein, die Du hier liest. Und glaub an Dich selbst. Dann findest Du auch Deinen Schlüssel ;)

    Also für die letzten beiden Zeilen, die mir gerade in den Sinn kamen, bedanke ich mich gerade bei mir selbst :D

    Denn sie passen auch in meine Lebenssituation eigentlich perfekt.

    Genau so etwas ist auch schön an diesem Forum!! Ich wollte DIR eigentlich Mut machen und einen Ratschlag mit diesen Gedanken geben. Dabei passen sie auch genau auf MICH. Und schon ist vielleicht ja sogar 2 Leuten geholfen. Mir und mit Glück auch Dir... :)

    Mario, jetzt hab ich aber ganz dringend das Bedürfnis, Dir etwas zu schreiben, wo ich Deinen letzten Beitrag gelesen habe.

    Du hast das Gefühl. dass es das schlechteste Weihnachten und Silvester seit Jahren war, obwohl es das erste nüchterne Weihnachten und Silvester seit Jahren war. Das liegt mit Sicherheit aber nicht daran, dass Du jetzt nüchtern bist. Sondern einfach, dass Du Dich jetzt - wo Du nüchtern bist - vermutlich mit Deinen Gefühlen auseinander setzen "musst". Natürlich ist es einfach, sich ordentlich einen anzutrinken. Ist ja dann auch immer gleich alles gar nicht mehr so schlimm und man sieht es teilweise lockerer.

    Ich kenne das auch. Ich habe viele Dinge einfach besser ertragen, wenn ich was getrunken habe. War ja zunächst lustig und angenehm, einen Schwips zu haben. Bei dem blieb es nur nie...

    Ich lasse jetzt, wo ich nichts mehr trinke und das ist ebenfalls noch nicht so lange der Fall, wieder Gedanken zu bzw. muss sie automatisch zulassen. Natürlich kommt da auch eine Traurigkeit zum Vorschein, die vorher unterdrückt wurde.

    Sei Dir sicher, das wird mit der Zeit besser werden. Du bist ja nicht umsonst hier. Also kannst Du ja mit dem Trinken nicht zufrieden gewesen sein, sonst hätte Dich der Weg ja nicht hier her gebracht. Weißt Du, was ich damit sagen will? Natürlich hättest Du Dir das Weihnachtsfest und Silvester auch "schön saufen" können. Aber was wäre danach gewesen? Die Unzufriedenheit hätte Dich ja garantiert eingeholt.

    Ex-Trunkenbold... Das bist Du. Denn Du kannst ja nicht davon ausgehen, was WÄRE WENN ich wieder einen Rückfall habe. Du WILLST ja nicht wieder trinken und trinkst ja auch gerade nicht. Also benutze für Dich mal gern das Wort EX-Trunkenbold...

    Wenn ich auf der Arbeit die Firma wechsele, sage ich doch auch, in meiner EHEMALIGEN Firma. Und sage nicht weiterhin in meiner Firma, nur weil ich vielleicht mal wieder irgendwann "aus Versehen" dort arbeite :D

    Und wenn ich mich von meinem Freund trenne, ist es auch mein EX-Freund. Nur weil es theoretisch sein könnte, dass ich irgendwann in meinem Leben nochmal wieder mit ihm zusammen kommen KÖNNTE, ist es aber aktuell ja gerade trotzdem mein Ex-Freund und nicht mehr mein Freund ;)

    Schön bescheuert, die Beispiele... Sorry :D

    Du bist ein Ex-Trunkenbold und bleibst das gefälligst auch, denn es gibt wirklich überhaupt gar keinen Grund, das jemals wieder zu ändern.

    Auch wenn Dir das mit Deiner Frau und Deinem Kind zu schaffen macht. Du kannst die Zeit nicht zurück drehen. Und es wird garantiert nicht besser, wenn Du weiter trinkst. Selbst wenn Du nicht wieder trinkst, wird es vielleicht nicht besser, aber auch nicht schlechter. Wenn Du wieder trinkst, wird es garantiert schlechter.

    Außerdem: Wo sich eine Tür schließt, da öffnet sich auch eine neue Tür. Auch wenn Du die Tür jetzt noch nicht siehst, ist sie irgendwo.

    Und durch diese neue Tür willst Du doch nüchtern gehen, damit diese sich nicht auch irgendwann zwangsläufig wieder schließt, oder????

    Schön, dass Du hier bist und dann noch so gut gelaunt!! :)
    Mir hat dieses Forum auch sehr geholfen, einige meiner Fragen zu beantworten und vor allem, zu erkennen, dass es wirklich keinen anderen Auswec gibt, als lebenslange Abstinenz. Diese Erkenntnis ist nicht so schwer, wie der Schritt, „einfach zu machen...“. Super, dass Du den Schritt gegangen bist, mach weiter so :)

    Hallo Sunshine,
    Vielen Dank für Dein Kompliment, das hat mich unglaublich gefreut :)

    Pläne... ja, was hat man nicht alles im Suff für Pläne geschmiedet. An der Umsetzung scheiterte es fast immer. Sogar bei Kleinigkeiten fing es schon an. Bei alltäglichen Sachen. Wie oft hatte ich im Suff ganz große Lust, „morgen“ ins Schwimmbad zu fahren, spazieren zu gehen oder irgend etwas zu unternehmen... „Morgen“ mit einem Kater sah es dann ganz anders aus. Und selbst wenn der Kater wieder weg war, dann war man deprimiert, kraftlos, lustlos. Nichts ist passiert. Im nächsten Suff hätte man wieder total Lust was zu unternehmen. Morgen..... :-/

    Nun werden die Dinge meistens auch umgesetzt. Klar gibt es immer noch Tage, an denen man auf nichts Bock hat, aber ganz oft hat man die Lust, was zu unternehmen und macht es auch. Lebenslust, die man nüchtern in die Tat umsetzt.

    Hallo Sunshine,
    unsere Beiträge hatten sich überschnitten. Ich danke auch Dir für Deine Ausführungen. Ich hatte es tatsächlich etwas missverstanden und gedacht, dass grundsätzlich von Veranstaltungen abgeraten wird. Dass man das insbesondere am Anfang der Abstinenz tun sollte, das leuchtet schon ein. Es ist mit Sicherheit so, dass man - je länger man abstinent lebt - auch gefestigter ist.
    Ich fühle mich zwar im Moment sehr stabil, aber ich fühle mich eben nur so. Ich habe hier durch die Erfahrungsberichte ja schon mitbekommen, dass man sich noch so sicher und stabil fühlen kann, aber es kann jederzeit zu einem Rückfall kommen, wenn das Suchtgedächtnis zuschlägt. Ich gebe mir Mühe, mir das immer wieder vor Augen zu führen. Dass ich mich nicht täuschen lasse, von dem momentan guten und sicheren Gefühl.
    Ich hab es auch schon gehabt, dass mir mein Gedächtnis etwas einreden wollte, was ich eben nicht will. Je öfter ich mir allerdings schon vorher Gedanken über das Thema mache und mir immer wieder vor Augen führe, was ich will, umso weniger springt dieses Suchtgedächtnis an bzw. umso schneller werde ich es wieder los.

    Dass Veranstaltungen, auf denen getrunken wird, dieses Denken natürlich aktiviert, das ist klar. Deshalb weiß ich auch, dass es richtig ist, was Du schreibst. Ich setze mich viel damit auseinander. Momentan handhabe ich es noch so, dass ich mir vorher sehr gut überlege, wo genau ich nun mitgehe und wo nicht. Ich werde auch zukünftig nicht leichtfertig mit dem Thema umgehen und mir auch weiterhin meine Gedanken hierzu machen.

    Carl-Friedrich,
    ich habe alle zwei Wochen einen Termin bei der Suchtberatung, immer bei derselben Dame. Eine Therapie habe ich ebenfalls beantragt, die Dame bei der Suchtberatung sagte mir letzten Freitag, dass das fast durch ist. Danach kann ich auch an den Gruppengesprächen teilnehmen.

    Ich habe das Thema am Freitag angesprochen. Sie hat daraufhin so reagiert, dass jeder für sich einen Weg finden muss, wie es für ihn am besten ist und dass sie mir nicht raten wird, an keinen Veranstaltungen teilzunehmen, wenn ich das gern möchte. Es würde zum Leben dazu gehören, soziale Kontakte zu haben und die bestehen nun einmal nicht ausnahmslos aus Treffen mit Menschen, wo kein Alkohol getrunken wird, Geburtstage usw. gehören nun einmal auch dazu und wenn ich es gern möchte, ist das in Ordnung.

    Trotzdem bin ich jetzt nicht aus der Gesprächsstunde gegangen und habe gedacht "Yeah, meine Therapeutin hat gesagt, ich darf das".
    Weil ich einfach hier auch schon viel anderes über das Thema gelesen habe und auch diese Sichtweise nachvollziehen kann.
    Deshalb gehen mir eben beide Sichtweisen immer wieder durch den Kopf und ich werde mich wohl noch weiterhin damit auseinander setzen.

    Was Du eben zum Thema "Saufveranstaltungen" sagtest... Das geht mir ganz genau so. Also solche Treffen, wo eigentlich im Vorwege schon klar ist, worauf es hinausläuft. Die meide ich ebenfalls. Naja, was heißt, die meide ich? Die muss ich eigentlich gar nicht groß meiden, weil ich von denen gar nichts mehr groß mitbekomme. Ich habe zu den Leuten, bei denen es ausschließlich darum ging, einen zu Saufen, eh keinen Kontakt mehr. Viele dieser "Kumpels" habe ich bei meinem ehemaligen Lebensgefährten getroffen, als ich noch dort gewohnt habe oder nach meinem Auszug eben noch Zeit dort verbracht habe. Seit dem ich nichts mehr trinke, bin ich aber nicht mehr dort hingegangen bzw. nur noch, als kein trinkender Besuch da war.

    Auch Treffen, die irgendwo anders stattfinden... Die bekomme ich gar nicht mehr mit. Weil klar ist, dass ich daran nicht teilnehmen würde, also bekomme ich auch gar nicht mehr mit, wann sich wer denn so trifft. Der Kontakt zu diesen Leuten, der eh nur oberflächlich war, ist abgebrochen. Treffe ich mal einen von denen zufällig, z. B. neulich beim Einkaufen, dann redet man kurz 3-4 Sätze im Vorbeigehen miteinander und das wars. Aber es ist kein Verlust.
    Wie gesagt, meine richtigen Freunde, gehen ganz anders mit dem Thema um. Die sind alle so froh über meine Entscheidung, dass sie mich wunderbar mit ihrem Verhalten unterstützen. Da bin ich wirklich mehr als froh drüber.


    Bei uns ist heute wundervolles Wetter. Ich habe heute ausgeschlafen und bin dann zwei Stunden lang in der Kälte bei strahlendem Sonnenschein, spazieren gegangen. Das tat richtig gut. Jetzt hab ich mich aufs Sofa gelegt und werde einen kleinen Mittagsschlaf machen. So ein richtig schöner, fauler Sonntag :)

    Heute Abend kommen meine Kinder wieder und ab morgen geht der Alltag wieder los. Aber das ist auch schön :)