Beiträge von Cadda

    Vielen Dank für Eure Beiträge.

    Martin, es ist bei mir nicht anders als bei Anderen. Ausreden, weshalb ich in bestimmten Situationen anders handeln „musste, konnte, durfte“ möchte ich nicht für mich finden. Ich
    verschließe mich auch nicht vor anderen Meinungen und nehme sie trotzdem ernst.

    Ja Pellebär, ich muss heraus finden, wie ich meinen Weg am besten gehe. Ich nehme mir hier die Gedanken von den Menschen, die schon länger trocken sind, zu Herzen und werde auch nicht aufhören, diese auf mich wirken zu lassen.

    Correns: Wegeb meiner Kinder.... Dass sie mir wieder vertrauen, das ist wirklich toll. Da bin ich so froh drüber.

    Ich hoffe auch immer, dass es den ein- oder anderen stillen Mitleser gibt, der etwas für sich mitnehmen kann aus den Berichten.

    Ich habe bei Dir damals jedenfalls sehr viel mitnehmen können für mich, aus Deinen Beiträgen. Deshalb finde ich den Austausch im offenen Bereich auch sehr wichtig.

    So, und nun, wo ich gerade so offen und ehrlich bin, möchte ich mich noch einmal zu Wort melden.

    Ich schleppe es schon einige Zeit mit mir rum und lese immer wieder Beiträge, was das Thema betrifft, wie man sich am besten in Bezug auf Veranstaltungen verhält, bei denen Alkohol konsumiert wird.

    Ich war schon ein paar Mal kurz davor, in entsprechenden Tagebüchern auf das Thema einzugehen. Ich stolpere immer wieder über dieses Thema und da es allgemein ein Thema zu sein scheint, bei dem Unstimmigkeit oder unterschiedliche Handlungsweisen bestehen, habe ich gedacht, ich schreibe einfach mal in meinem eigenen Faden etwas dazu.

    Ich hab hier nun schon einige Komplimente geerntet über meine Sichtweisen oder wie ich alles angehe. Darüber freue ich mich natürlicher einerseits, aber ich weiß ins Geheim eigentlich, dass viele auch die Hände über dem Kopf zusammen schlagen würden, wenn sie wüssten, wie ich so mit dem Thema "Orte an denen Alkohol getrunken wird" umgehe.

    Ich lese oft gerade von den Leuten hier, die schon lange trocken sind, die sehr entschlossene Meinung, dass man solche Veranstaltungen meiden sollte. Ich habe mir diese Berichte auch ALLE sehr zu Herzen genommen und nehme mir immer sehr viel Zeit, auch nachträglich noch darüber nachzudenken. Ich habe nämlich sehr viel Respekt vor den Leuten, die hier schon so lange trocken sind und es stimmt, an der Vorgehensweise muss ja etwas richtig sein, sonst wären sie ja nicht so lange trocken.

    Dieser Satz "einfach nur nichts trinken" reicht nicht. Der sitzt mir auch ganz tief im Kopf. Ich bin mit meinen vier Monaten Nüchternheit hier noch am Anfang und ich kann nicht ausschließen, dass sich meine Meinung zu einigen Dingen noch ändert. Momentan kann ich aber machen, was ich will. Ich kann mich mit dem Gedanken einfach nicht anfreunden, alle Veranstaltungen oder Orte zu meiden, an denen Alkohol konsumiert wird.
    Ich handhabe es zur Zeit so, dass ich nicht alle Veranstaltungen meide.

    Ich habe sicherlich einiges geändert, aber nicht alles. Wenn ich weiß, dass sich 3 oder 4 meiner Kumpels irgendwo treffen und da einen saufen, dann werde ich dort mit Sicherheit nicht aufschlagen. Ich muss auch ehrlich sagen, dass es gewisse "Kumpels" gibt, mit denen ich mich gar nicht mehr getroffen habe, seit dem ich nichts trinke. Es sind halt keine Freunde, sondern nur Kumpels, die mir gelegen kamen, weil sie immer schön mit gesoffen haben. Dahingehend hat sich etwas verändert. Bekomme ich da eine Nachricht, dass man sich zum Klönen treffen will, weiß ich sofort, dass ich nicht hingehe und das werde ich auch zukünftig nicht tun. Die "Freundschaft" mit den Leuten hat sich quasi eigentlich jetzt schon erledigt.

    Wenn ich mich mit meinen Freundinnen VERABREDE, ist ebenfalls klar, dass es keinen Alkohol gibt. Ich habe in meinem Beitrag davor ja schon davon berichtet. Es wird ausschließlich Kaffee getrunken und das wars.

    Bei mir zu Hause gibt es generell kein Alkohol mehr, auch nicht für Besucher. Ich möchte keinen Alkohol bei mir haben. Punkt.

    Aber jetzt kommt das große Aber: Wenn einer meiner Freunde, und damit meine ich nicht die Kumpels, die eigentlich nur zum Saufen da waren, sondern wenn wirklich einer meiner Freunde oder Freundinnen Geburtstag haben, dann gehe ich hin.
    Ich weiß, dass das viele verantwortungslos finden und absolut nicht nachvollziehen können. Deshalb hab ich bisher über das Thema auch wenig geschrieben. Aber ich bin ja nicht hier, um mir oder anderen etwas vorzumachen. Ich mache mir meine Gedanken zu dem Thema und bislang konnte ich für mich einfach nicht entscheiden, solchen Anlässen fern zu bleiben. Ich stehe einfach für MICH nicht hinter dieser Meinung, obwohl ich die Meinung von anderen schon irgendwo nachvollziehen kann. Stichwort Risikominimierung!!

    Ich will hier keinesfalls mit dem Kopf durch die Wand und ich möchte nicht behaupten, dass die von mir zur Zeit gewählte Vorgehensweise die Richtige ist. Ich sehe immer gern verschiedene Sichtweisen. Ja, ich weiß, dass es beim Thema Alkohol nur schwarz oder weiß gibt. Alle haben das selbe Problem und sicherlich haben auch alle das gleiche Ziel, nämlich trocken zu bleiben. Ja, die Gedanken an Alkohol hat man zwangsläufig, wenn man Menschen trinken sieht. Ich denke auch nicht "Juhu, jetzt war ich so stark und hab die Situation gemeistert". Mir ist klar, dass auch Tage später noch das Suchtgedächtnis anspringen kann.

    Für mich ist es auch ganz wichtig, das Suchtgedächtnis bekämpfen zu können und ich finde es selbst nicht schön, wenn es anspringt. Ja, Trockenheit steht über allem und ist das Wichtigste.

    Ich weiß wie gesagt nicht, wie ich in der Zukunft damit umgehen werde. Ob sich meine Sichtweise noch verändert. Ich möchte aber meine Gedanken dazu mitteilen, auch wenn ich die Kritik und Standpunkte von Einigen kenne und nachvollziehen kann.

    Ich war neulich beispielsweise auf einer Veranstaltung draussen im Garten bei Freunden. Bei Wind und Wetter mit ganz vielen Feuerkörben, Stehtischen. Mit Erwachsenen und mit Kindern. Mit Grillen in der Kälte. Mit Punsch, mit anderen Getränken. Mit heißer Schokolade, mit Kannen Tee, mit Selter und mit Mix-Getränken. Es gab einige Leute, die haben Alkohol getrunken. Es war - jedenfalls solange ich da war - aber keinem irgendein Suff anzumerken. Viele waren mit dem Auto dort und haben - genau wie ich - Tee oder heiße Schokolade getrunken. Es war so ein wahnsinnig schöner Abend mit guten und tollen Gesprächen. Ich habe Leute getroffen, die ich schon lange nicht mehr gesehen habe. Leute, bei denen Alkohol im Leben nicht so eine große Rolle spielt, wie bei den Leuten, mit denen ich mich sonst getroffen habe.

    Zu Saufzeiten war ich zu dieser Veranstaltung, die nur ein Mal im Jahr stattfindet, ebenfalls immer eingeladen und bin in den letzten Jahren nur ein Mal da gewesen. Ansonsten war mir das immer zu langweilig dort. Ich hab lieber mit den "Kumpels" gefeiert, die sich ordentlich abgeschossen haben. Ich habe erst JETZT, wo ich nicht mehr saufe, Lust gehabt, zu dieser Veranstaltung zu gehen und mich mit genau den Leuten zu treffen, die dort sind.

    Was ich damit sagen will. Es gibt auch Veranstaltungen, an denen zwar Alkohol konsumiert wird, die aber letztendlich weniger mit Saufen zu tun haben, als die Veranstaltungen, die man vorher besucht hat. Ich habe genau durch diese Treffen, an denen ich jetzt teilnehme und vorher nicht, Menschen besser kennen gelernt. Das sind Menschen, mit denen ich mich jetzt z. B. auch zum Sport treffe. Diese Leute hab ich über die Jahre komplett aus den Augen verloren und durch diese Treffen habe ich die Leute wieder besser kennen gelernt und sie haben auch vermutlich jetzt erst wieder Lust darauf, MICH zu sehen, weil ich eben nicht mehr so sehr neben der Spur bin.

    Diese Treffen haben mich letztendlich total glücklich gemacht. Ich war endlich mal wieder unter "normalen" Leuten, die eben nicht nach zwei Stunden schon total hacke sind. Ich hab die Abende so was von genossen, es waren tolle Gespräche. Ich hätte nicht verzichten wollen auf diese Abende, "nur" weil einige Menschen dort Punsch, statt heißer Schokolade getrunken haben.


    Auch der Weihnachtsbasar hier im Dorf war für mich ein total toller Tag. Ich bin hingegangen und hatte gute Gespräche und einen ganzen Haufen Spaß. Man hat mal wieder mit Nachbarn geklönt und ist mit anderen Leuten aus dem Dorf zusammen gekommen. Als es dort mehr zur Sache ging, was den Alkohol angeht, bin ich nach Hause gegangen. Für mich war es genug.

    Ich weiß nicht, ob ich erklären kann, worum es mir geht. Ich weiß, dass ich auch soziale Kontakte pflegen kann, indem ich mich gezielt verabrede. Aber einige dieser Veranstaltungen, gerade wo man spontan mal mit dem und mal mit dem klönt, fand ich sehr schön.

    Ich weiß nicht, wie ich in einigen Wochen darüber denke. Ich habe auch mit meiner Therapeutin darüber gesprochen. Auch unter den Therapeuten scheint es hier ja unterschiedliche Einstellungen zu geben. Für manche ist es ein ungeschriebenes Gesetz, dass das gar nicht geht und manche sagen, es ist völlig in Ordnung, dass jeder das für sich allein entscheidet.

    Manche Dinge leuchten mir ein und ich stehe auch total dahinter. Ich würde z. B. nie ein alkoholfreies Bier oder alkoholfreien Sekt (selbst WENN es wirklich alkoholfrei wäre) trinken. Bei mir Zuhause gibt es keinen Alkohol, auch nicht für Besucher.

    Bei dem Thema Veranstaltungen entscheide ich das immer vorher neu. Wenn ich mich allerdings entscheide, dass ich zu einer Veranstaltung hingehe, dann verheimliche ich dort nicht, dass ich keinen Alkohol trinke. Ich werde auch gar nicht mehr gefragt, weil mein Umfeld es weiß.

    Ich habe es ja nur meiner Familie und meinen engsten Freunden gesagt. Aber inzwischen hat sich das so sehr rumgesprochen, dass mich keiner mehr fragt oder mir unaufgefordert eine Selter in die Hand drückt.


    So, es hat zwar niemanden etwas gebracht, dass ich meine Gedanken diesbezüglich nun aufgeschrieben habe, weil auch weiterhin dieses Thema sehr umstritten sein wird. Aber ich wollte meine Gedanken hierzu trotzdem einmal loswerden. Weil ich denke, dass ich nicht hier bin, um meine Vorgehensweise zu verheimlichen.

    Selena: Ja, die Sache mit dem Freund. Ich sehe es halt auch so, dass er ja nicht wissen kann, wie man sich verhalten sollte. Ich glaube wie gesagt, dass er mich bisher auch nicht so ernst genommen hat. So wie er schon mal aufhören wollte, zu rauchen, wo ich ehrlich gesagt auch gedacht habe "na, mal abwarten...", obwohl er so überzeugt von sich war. So hat er halt auch über mich gedacht. Weil ich es einfach nur erwähnt habe, was mein Vorhaben ist, aber richtig über das Problem gesprochen, haben wir nicht.

    Silvester war ich Nachmittags mit mehreren Leuten zusammen. Ich bin dort hin und hatte ihn vorher noch gebeten, also meinen Kumpel, ob er sich dort ebenfalls noch ein Stündchen blicken lässt. Einfach, weil ich ihn gern noch einmal sehen wollte, ne halbe Stunde klönen. Nicht, um ihm irgendwas zu sagen wegen des Themas, sondern einfach so.
    Er ist dann auch hingekommen und hat dann ja gesehen, dass ich - aus seinen Augen betrachtet "nicht mal an Silvester" - etwas getrunken habe. Er sagte da auch irgendwas in die Richtung "Na mal abwarten..". Ich hab nicht darauf reagiert. Allein das hat ihn stutzig gemacht. Sonst war es immer so, dass ich auch gesagt habe "Ja, aber erstmal...".
    Eine halbe Stunde später zog er mich bei Seite und fragte mich, ob ich wirklich GAR NICHTS mehr trinke. Also nie, auch nicht mal EIN Glas und ob ich wirklich auch zukünftig NIE mehr trinken will oder nur auf Partys nicht, aber zu besonderen Anlässen vielleicht doch. Ich hab gesagt, dass ich das nicht werde. Weder auf Partys, noch auf besonderen Anlässen. Das er ja auch weiß, dass mir das noch nie gut getan hat und dass es in den letzten Jahren aus den Fugen geraten ist und ich mich entschieden habe, ein Leben ohne Trinken zu führen.
    Da war der Zeitpunkt gekommen, wo er meine Ernsthaftigkeit geschnallt hat. Er trinkt wie gesagt selbst gern und ich weiß, dass er es vermutlich schade findet, sein Bier nicht mehr mit mir gemeinsam zu trinken bzw. dass ICH kein Bier trinke. Trotzdem hat er mich nach diesem Gedankenaustausch angesehen und gesagt "Das finde ich gut. Ganz ehrlich jetzt. Ich finde es gut".
    Ich hab mich gefreut darüber und ich weiß, dass er es jetzt auch verstanden hat.

    Du warst damals halt sauer auf Deinen Freund, weil er so wenig Mitgefühl hatte, in Deinen Augen. Aber er wusste es halt nicht besser. Meine Freundinnen trinken auch weiterhin ihren Wein, wenn wir irgendwo auf einem Geburtstag oder so sind. Da ist es dann aber auch meine Entscheidung, ob ich da hin gehe oder eben nicht. Denn ICH habe ja das Problem.
    Anders sieht es aus, wenn ICH mich gezielt mit einer meiner Freundinnen verabrede und sie besuche. Dann wird Kaffee getrunken. Das versteht sich auch für meine Freundinnen völlig von selbst.

    Wenn die Leute zu MIR kommen, gibt es auch keinen Alkohol und das wissen alle. Ich habe heute trotzdem öfter Besuch von meinen Freundinnen zum Klönen, als noch vor 4 Monaten. Weil man mich auch wieder gern besucht. Vorher war ja auch eine Unsicherheit da. Passt es gerade? Hab ich vielleicht was getrunken? Man hat sich Sorgen um mich gemacht und konnte sich vermutlich ehrlich gesagt, teilweise auch nicht mehr so ungezwungen
    mit mir treffen. Meine Freunde freuen sich wie verrückt und trinken gern ihren Kaffee mit mir. Wie gesagt, wenn WIR uns gezielt verabreden.

    Ich würde nicht verlangen, dass sie auf einer Veranstaltung meinetwegen nun Selter trinken. Das ist - zumindest für MICH persönlich - nämlich ein großer Unterschied.

    Wild Rover,
    vielen Dank für Deinen Beitrag, der hat richtig gut getan :)

    Ich habe schon vorher etwas von Dir gelesen und eben habe ich mir noch einmal alle Beiträge durchgelesen. Das Thema, das Du ansprichst, ist ein schwieriges für mich. Aber es ist völlig in Ordnung, ich wird Deine Frage gern beantworten.

    Meine Kinder. Das ist der Bereich, wo ich am meisten Schuldgefühle habe. Ich könnte sofort los heulen, wenn ich daran denke, was ich ihnen über die Jahre zugemutet habe. In dem Moment habe ich es nicht so gesehen. Oder schon gesehen, aber es mir schön geredet. So schlimm ist es ja nicht. Andere trinken schließlich auch mal was. Das müssen Kinder auch mal ab können. Ich tu ja schließlich keinem was. Nur weil ich mal betrunken bin oder halt eingeschlafen bin auf dem Sofa.
    Alles dummes Schön-Gerede. Aber mir blieb in dem Moment ja nichts anderes übrig, weil ich ja meiner Sucht weiter nachgehen wollte/musste.

    Ich kann im Nachhinein sagen, dass ich meinen Kindern ganz Schreckliches damit angetan habe. Ja, sie haben sogar manchmal geweint. "Mama, Du bist schon wieder so komisch".
    Sie wollten nicht mal kurz allein bleiben, wenn ich mal kurz irgendwo hin wollte, zu einem Freund oder so. Heute weiß ich warum. Weil sie Angst haben, ich könnte da Alkohol trinken und "komisch" wieder nach Hause kommen. In den letzten Wochen hat sich das nämlich komplett verändert. Sie haben kein Problem mehr damit, für kurze Zeit allein zu bleiben, wenn ich irgendwo hin fahre. Weil ich ja ganz "normal" wieder nach Hause komme.

    Meine Kinder mussten mich leider öfter schon betrunken erleben. Wie gesagt, ich bin nie ätzend ihnen persönlich gegenüber gewesen. Aber von meinem Verhalten im allgemeinen her, war ich ja ätzend. Betrunken halt. Wie soll man das als Kind schon finden, wenn man betrunken auf dem Sofa einschläft oder einem dabei ein Glas runter fällt oder die Kinder was von einem wollen und man kaum wach wird...

    Ich schäme mich so was von dermaßen, was ich durch diese widerliche Sucht den Kindern angetan habe.

    Nun ja, jedenfalls musste es nicht einmal so ausarten, um die Kinder unglücklich zu machen. Selbst die kleinste Veränderung durch Alkohol fanden die Kinder furchtbar. Ich hab mir natürlich Mühe gegeben, dass die Kinder nichts merken und es ist auch nicht immer so ausgeartet, wie oben beschrieben. Oft habe ich mir abends erst ein Glas Wein eingeschenkt und solange die Kinder wach waren, war ich der Meinung, dass ich noch alles im Griff hatte. Aber das hat schon gereicht. Allein das Überdrehte, wenn ich gerade das erste Glas angefangen hatte, fanden die Kinder fürchterlich. Sie haben SOFORT eine Wesensveränderung wahr genommen und das auch oft gesagt. "Mama, Du bist schon wieder so komisch". Und das zu Zeitpunkten, wo ich wirklich noch gedacht habe "Das kann doch nicht sein, ich hab noch nicht mal mein erstes Glas aus, wie sollen die das denn jetzt merken". Aber sie waren schon so empfindlich bei dem Thema... Ja, ich nannte es EMPFINDLICH für mich, vermutlich, um es mir schön zu reden.

    Dabei waren sie einfach EMPFINDSAM und zwar zu Recht. Ein Kind möchte seine Mutter so, wie sie "gehört". Normal eben. Klar kann man mal sauer sein, mal traurig, mal lustig. Aber die Kinder haben SOFORT gemerkt, wenn ein Gefühl nicht aus Normalität entstanden ist, weil es eben im Alltag gerade so war oder sich so ergeben hat. Sie haben SOFORT gemerkt, wenn es ein "künstlich herbei geführtes" Gefühl durch Alkohol war.

    Während ich das schreibe, muss ich echt heulen. Weil ich mich so schäme und ihnen gegenüber solche wahnsinnigen Schuldgefühle habe. Ich habe auch mit meiner Therapeutin darüber gesprochen. Man kann die Schuld nicht abschütteln, aber man muss sich klar darüber sein, dass man ja jetzt eine Veränderung herbei geführt hat. Schlimm wäre es, wenn der Zustand bleibt. Aber jetzt habe ich etwas verändert und auch DAS merken die Kinder.

    Ich habe auch ganz offen mit meinen Kindern gesprochen. Sie sind zwar noch nicht so alt, aber sie sind alt genug gewesen, zu erkennen, was der Alkohol mit mir macht. Also sind sie meiner Meinung nach auch alt genug, um ihnen zu sagen, warum das so ist.

    Ich habe den Kindern am Tag, als ich beschlossen habe, aufzuhören, das genau so mitgeteilt. Ich habe ihnen gesagt, dass ich von nun an keinen Alkohol mehr trinken werde. Die Kinder haben mich umarmt und waren so was von erleichtert. Da wurde mir nochmal so richtig bewusst, wie sehr das eine Last für sie war. Als ich gesehen habe, wie die Last abgefallen ist. Ich habe Sätze gehört wie "Das war die schönste Entscheidung in meinem Leben". Sprich, MEINE Entscheidung, war die schönste Entscheidung in SEINEM Leben. Das sagt doch eigentlich alles.
    Wie sehr man Verantwortung trägt. Wie wichtig die eigenen Entscheidungen für das Leben der Kinder ist.

    Meine Kinder vertrauen mir wieder. Sie wissen, dass ich keinen Alkohol mehr trinke. Sie sehen, dass ich jetzt wieder IMMER normal bin. Ich bin verlässlicher auch in Kleinigkeiten. Ich bin natürlich auch viel glücklicher und auch dann kann man eine bessere Mutter sein.

    Ja, so viel dazu... Ich kann die Vergangenheit nun nicht mehr rückgängig machen und nicht nachträglich verändern. Aber ich kann die Gegenwart und Zukunft beeinflussen und damit hoffentlich wieder ein paar Dinge gut machen.

    Halloooo....

    Ich melde mich auch mal wieder zu Wort. Es geht mir gut. Ich bin total glücklich darüber, Weihnachten trocken erlebt zu haben. Es war so schön wie lange nicht. Ich konnte es richtig genießen, auch die Zeit davor und jetzt danach. Für die Kinder war es toll und für mich auch!!

    Die Gedanken an Alkohol sind nicht oft da. Ich schaffe es immer, sie zügig wieder loszuwerden.

    Körperlich geht es mir ebenfalls so gut, wie schon lange nicht mehr. Ich habe das Gewicht erreicht, was ich schon so viele Jahre haben möchte. Immer ging es ein paar Kilo vor dem Ziel wieder in die falsche Richtung. Jetzt hab ich es endlich geschafft, dank Disziplin (was ich vorher nie genügend hatte) und dank der Lust, mich zu bewegen. Ich fühle mich richtig gut!

    Ich freue mich das erste Mal seit Jahren auf Silvester. Weil es das erste Msl seit ganz langer Zeit ist, dass ich zuversichtlich in die Zukunft schaue.

    Ich wünsche allen einen guten Rutsch!

    Hallo Sven,

    ich habe in Deinem Tagebuch zu dem Thema ausführlicher geantwortet. Hier nur kurz: Du kannst das entsorgen. Und wenn jemand das nächste Mal was möchte, dann sagst Du, dass Du niemanden verbieten möchtest, Alkohol zu trinken. Aber dass Du entschieden hast, dass Du keinen Alkohol mehr in Deinem Leben möchtest und es daher - zumindest in Deinem Zuhause - keinen Alkohol mehr geben wird, weil Du ihn nicht in DEINER Nähe haben möchtest. Ich weiß ja nicht, wie offen Du mit Deiner Krankheit umgehst, aber wenn Du sagst, dass es einfach zu Deinem Entschluss "dazu gehört", dann wird sich wohl kaum jemand beschweren. Und wenn doch, dann hat derjenige auch Dein Problem nicht verstanden.

    Hallo Hull,
    ich denke, mein Kumpel hat mich einfach noch nicht so ernst genommen, weil ich mit ihm auch noch nicht ausführlich gesprochen habe. Meine engsten Leute haben es mit einem einzigen Satz verstanden. Ich habe gesagt, ich möchte nichts mehr trinken und alle waren so glücklich darüber, dass sie alles dafür tun, es mir leichter zu machen und sie sagen mir, wie stolz sie auf mich sind.

    Mein Kumpel denkt wohl einfach nur "ach, die hat erstmal die Nase voll". Liegt aber auch an mir, weil ich mich halt bei ihm noch nicht ausführlich über das Thema ausgelassen habe. Vermutlich weil ich weiß, dass er der einzige von meinen Freunden ist, der es "schade" finden wird, da er selbst viel zu viel und viel zu oft etwas trinkt. Ich falle dann als Gesellschaft für ihn weg quasi. Also eigentlich ja nicht!! Ich treffe mich trotzdem gern mit ihm. Aber ich befürchte, dass es ihm mit den Treffen auf Dauer nicht mehr so viel Spaß machen wird, wie vorher. Wenn man selbst trinkt, ist es ja schon irgendwie "beruhigender", wenn man nicht allein trinkt, sondern sein Gegenüber gleich mit.

    Wir werden sehen, wie es sich entwickelt...

    Hallo Sven,

    ich wollte Dir eben schon bei mir antworten, aber hier passt es jetzt irgendwie gerade besser. Weißt Du, meine Freunde und meine Familie... die spucken auch alle nicht ins Glas.

    Aber ich habe - zumindest den mir wichtigsten Personen - gesagt, dass ich für mich entschieden habe, für den Rest meines Lebens keinen Alkohol mehr zu trinken und damit es mir leichter fällt, gibt es in MEINEM Zuhause keinen Alkohol mehr. Glaub mir, alle engsten Leute wussten schon lange, dass ich ein Problem habe und den Menschen, denen ich wichtig bin, ist ein riesen Stein vom Herzen gefallen, dass ich nichts mehr trinken möchte.

    Klar gibt es bestimmt auch welche, die es schade finden, weil ich als Saufpartnerin wegfalle. Aber meine besten Freundinnen, meine Schwester, meine Schwiegermutti. Alle trinken sie gern mal einen, aber meine Trockenheit ist ihnen wichtiger, also haben sie sich z. B. an dem Geburtstag meines Sohnes auf MICH eingestellt und ebenfalls nicht nach Alkohol gefragt.

    Wenn wir uns woanders treffen oder irgendwo eine Feier ist, dann ist das etwas vollkommen anderes. Dann trinken sie auch das ein oder andere Glas und das sollen und dürfen sie ja auch. Aber dann liegt es in MEINER Hand, ob ich bleibe oder nicht.

    Wenn ich mich mit einer Freundin treffe, so wie eben, dann trinken wir beide Kaffee. Dann ist es nicht so, dass ich Kaffee trinke und sie ein Glas Wein oder so. Da stellt man sich dann ebenfalls auf mich ein und das finde ich auch gut.

    Aber wie gesagt, heute Abend beispielsweise, da ist ein Weihnachtstreffen mit mehreren Leuten geplant. Ich weiß, dass dann einige Selter trinken und andere vielleicht etwas Wein oder sonst was. Ob ich dann hingehe oder nicht, liegt dann in meiner Entscheidungsmacht. Aber bei MIR in MEINEM Zuhause.... Das ist MEIN Ort und da möchte ich, dass es MIR gut geht. Es hat wirklich jeder kapiert, ohne dass ich es ausgesprochen habe. Es gab einfach nichts. Fertig bums aus :lol:

    So, da bin ich nochmal... Ich wollte doch nochmal ein wenig berichten.

    Also wie gesagt, gibt es Momente, in denen ich traurig bin, da ich meine Beziehung beendet habe. Es war keine Entscheidung aus dem Herzen heraus, sondern aus der Vernunft heraus. Es passte unter den Voraussetzungen, dass ich keine Alkohol mehr trinke und er sehr viel, einfach überhaupt nicht mehr zusammen. Ich möchte hier gar nicht so weit ausholen, aber ich muss mich einfach selbst schützen.

    Nun ja, jedenfalls geht es mir in allen weiteren Bereichen sehr gut. Mein Sohn hatte Geburtstag und bisher war es immer so, dass Nachmittags alle Kinder da waren und abends dann die Erwachsenen. Es ging den ganzen Tag immer Alkohol über den Tisch. Schon allein, weil ich dazu Lust hatte und die andere haben dann auch nicht Nein gesagt. Jedenfalls hatte ich mir Vorwege Gedanken darüber gemacht, wie ich das an dem Tag regel. Ich habe nicht vor, irgendjemandem reinzureden, ob- und wie viel Alkohol er trinkt. Ich gerate ja auch in Situationen, wo ich mitbekomme, dass Alkohol getrunken wird. Nein, was heißt, ich "gerate"? Man gerät ja nicht in so eine Situation bzw. man kann sie sofort verlassen. Das habe ich bisher nicht zwangsläufig getan. Ich habe ja beispielsweise von meinem Besuch beim Adventsmarkt im Dorf erzählt. Wo dann später auch einige Alkohol getrunken haben. Ich habe deshalb aber nicht mein Gespräch unterbrochen und bin nach Hause gegangen. Ich weiß, dass das hier unterschiedlich gehandhabt wird. Und ich weiß, dass das auch ein Thema ist, über das man diskutieren kann.
    Ich habe bisher aber immer nach Situation oder Anlass entschieden, ob ich hingehe oder nicht und es gab Anlässe, wo ich fern geblieben bin, es gab aber auch Anlässe, wo ich trotzdem hingegangen bin. Ich möchte das zur Zeit auch so beibehalten.

    Was für mich aber von Anfang an klar war: Ich möchte in meinem Zuhause keinen Alkohol haben, auch nicht auf Geburtstagen. Sprich, auch nicht für meine Gäste. Ich war halt etwas gespannt, wie es abläuft. Mein Ex-Mann hat immer eine Kiste Bier für die Gäste mitgebracht und ich den Rest. Ich habe ihm dann gesagt, dass er kein Bier mitbringen braucht, da ich nicht vor habe, in meiner Wohnung Alkohol zu haben. Er hat sich daran gehalten, das war mir aber auch klar, denn er ist ja einer der Menschen, die am glücklichsten über meine Entscheidung ist. Ich habe es ihm trotzdem vorsichtshalber gesagt, weil mir nicht klar war, ob er überhaupt darüber nachdenkt, dass ich auch meinen Gästen nichts anbieten möchte. Nun ja, ich hab also wirklich nichts alkoholisches besorgt und er auch nicht. Es kamen dann nach und nach die Leute und es hat mich auch niemand gefragt, ob ich beispielsweise einen Sekt da habe. Es hat jeder von sich aus geschnallt, dass es bei mir im Zuhause keinen Alkohol mehr gibt.

    Dann kam mein Kumpel. Ich hab von ihm glaub ich schon berichtet, dass er neulich da war, ich erzählt habe, dass ich nichts mehr trinken möchte. Ich glaub, er wird nicht damit gerechnet haben, dass ich das durchziehe. Als er beim letzten Mal bei mir war, hab ich aber natürlich wieder nichts getrunken. Ich denke, er hat es jetzt kapiert, wie ernst es mir ist. Aber er hat mit Sicherheit damit gerechnet, dass ich zumindest für meine Gäste was da habe. Er selbst kam also an, hatte offensichtlich auch was getrunken. Ich habe es ihm nicht angemerkt, aber gerochen. Und ich war gerade in der Küche und bin der Meinung, dass er im Wohnzimmer gefragt haben muss nach etwas alkoholischem. Ich habe jedenfalls seine Stimme gehört, wie er fragte "Was, echt nicht???". Also in so einem überraschten Tonfall.
    Ich muss das unbedingt meine Freundin noch fragen, ob es so war oder ob ich mich täusche.
    Als ich jedenfalls ins Wohnzimmer zurück kam, hat er mich auch nicht nach alkoholischem gefragt, aber seine Frage wurde offensichtlich ja schon von jemand anderem beantwortet. Er scheint aber ja schnell gerafft zu haben, dass es ernst ist, denn er hat mich wie gesagt nicht mehr gefragt.

    Ich bin jedenfalls total froh, dass ich meine Entscheidung durchgezogen habe und vor allem bin ich froh darüber, wie es sich entwickelt hat. Also mir war klar, dass jeder meine Entscheidung akzeptiert. Aber ich hätte damit gerechnet, dass ich vielleicht nach etwas alkoholischem gefragt werde, einfach aus Unüberlegtheit. Das war hier gar nicht der Fall. Außerdem scheinbar bei meinem Kumpel, aber bei dem hab ich auch nichts anderes vermutet, weil er offensichtlich noch nicht so recht geschnallt hat, wie ernst es mir ist.

    Alle mir nahe stehenden Leute haben sich jedenfalls toll verhalten, was eigentlich auch selbstverständlich ist. Aber es ist trotzdem toll und hat mich gefreut. Mein Fazit im übrigen war, dass es der schönste Geburtstag war, woran ich mich erinnern kann. Es war alles so entspannt, ich konnte alles um mich herum schön genießen und ich habe alles wieder klar Schiff gemacht, nachdem alle weg ware und es war einfach nur ein tolles Gefühl.
    Das sind die Belohnungen, die man erhält, dass man sich für diesen Schritt entschieden hat.

    Guten Morgen Ernest,

    es geht mir soweit gut. Ich schreib demnächst mal ausführlicher. Hat sich einiges geändert bei mir, das wollt ich erzählen.
    Außerdem hatte mein Sohn Geburtstag mit viel Kinderbesuch und abends auch gaaaaanz viel Erwachsenenbesuch. Ich war selbst gespannt, wie sich der Abend so entwickelt. Davon wollte ich auch noch berichten.

    Nun muss ich allerdings erstmal zur Arbeit, deshalb hab ich nicht so viel Zeit, aber zusammen gefasst könnte man sagen:

    Liebeskummer ist ein A........ loch, aber in allen anderen Bereichen bin ich sehr zufrieden und glücklich.

    Ich finde, das sagt auch alles. Wenn man trotz ausgeprägtem Liebeskummer Glück empfindet, dann müssen die anderen Sachen wirklich gut laufen :D

    Hallo Ernest,
    man spricht es ganz "bodenständig und rustikal" aus: Kadda :D
    Ja, ich bin auch nicht wirklich angetan über die Traurigkeit. Aber das hat eigentlich weniger mit der Weihnachtszeit zu tun. Ist eine Beziehungsangelegenheit und ich wäre so oder so in diesem Thema zwangsläufig drin. Ob nun die emotionale Zeit ist oder nicht. Ob nüchtern oder trocken. Es ist nicht seit gestern so... Aber es fällt mir nüchtern natürlich alles viel leichter, klare Gedanken zu der Sache zu fassen. Das bedeutet aber auch automatisch, dass man nicht mehr alles von sich schiebt, sondern, dass man sich auch noch realistischer mit der Sache befasst.

    Trotzdem geht es mir andererseits auch gut. Denn bis auf diese Sache, gibt es noch viele Sachen, die mich wiederum glücklich machen. Seit dem ich nicht mehr trinke, klappt vieles andere einfach besser und das ist natürlich auch total toll.

    Ich wünsche auch einen schönen 3. Advent. Ich werde meinen auf der Arbeit verbringen. Aber das ist nicht schlimm, ich freu mich sogar ein wenig drauf, weil es um die Weihnachtszeit dort eigentlich immer Spaß macht.

    Ich muss mir wirklich angewöhnen, nur noch über den PC zu schreiben. Ich wollte hier gerade ein Update schreiben und sehe, dass mein letzter Beitag wieder mal gar nicht raus ging, den ich von der Arbeit aus in meiner Kaffeepause abgeschickt hatte. Ich hab da ganz schrecklichen Empfang. Oder ich miss kontrollieren, ob er wirklich raus ist....

    Ja Dante, man war sich wirklich nicht zu schade. Immer hat man einen Grund gefunden. Fürchterlich.... Wobei ich es auch schon in dem Moment manchmal so empfunden habe. Ich hab so manches mal gedacht „Tja Cadda, da hast Du ja wieder einen Anlass gefunden. Das muss aufhören“.

    Calida, von Nikolaus bis Weihnachten hat es nicht mal gedauert. Zwischendrin noch „gemütlich“ Kekse backen, „gemütlich“ Geschenke einpacken, „gemütlich“ Tannenbaum schmücken usw. Wenn ich daran denke, wie UNGEMÜTLICH die Tage danach waren, wird mir schlecht.

    Ich habe nun 3 Monate geschafft und es geht mir wirklich gut! Ja gut, ich hab zur Zeit Sorgen und bin zeitweise traurig, aber umso erleichterter bin ich, dass ich nüchtern bin. Sonst hätte ich im Suff wohl schon so manches Mal ein Verhalten an den Tag gelegt, was ich bereut hätte. Ich bin froh, dass ich klare Gedanken bewahre. Frustsaufen wäre wohl auch öfters angesagt gewesen. Nun stehe ich blöde Tage gut durch, indem ich etwas Gutes für mich mache. Es mir wirklich gemütlich mache zu Hause auf dem Sofa. Wenn ich traurig bin, lenke ich mich ab, unternehme etwas schönes mit den Kindern. Wenn es zu doof ist, gehe ich abends einfach früh zu Bett. Manchmal schon um acht und morgens sieht die Welt oft wieder ganz anders aus.

    Hier sind ja noch einige nach mir ins Forum gekommen. Das freut mich und ich nehme mir die nächsten Tage mal die Zeit und Ruhe etwas mehr im Forum zu schreiben.

    Morgen habe ich wieder ein Gespräch bei der Suchtberatung. Am Wochenende muss ich arbeiten. Nach Weihnachten wird es ruhiger was das Arbeiten angeht.

    Ich wünsche allen einen schönen Restabend :)

    Das ist eine dieser schwierigen Situationen. Hatte ich ähnlich bei der Adventsausstellung im Dorf, bei Kaffee und Kuchen, später Grillwurst und Punsch. Den richtigen Zeitpunkt zum Gehen zu erwischen, ist nicht leicht. Man hat sich mit Leuten aus der Nachbarschaft total nett unterhalten und nur weil auf einmal ein Grüppchen ein paar Meter weiter anfängt, Punsch zu trinken, die netten Gespräche abbrechen... fand ich in dem Moment auch nicht gut.
    Ein Thema, wo ich für mich noch keine Meinung fest gebildet habe. Deshalb möchte ich da zu Deiner Situation auch gar nicht groß was schreiben, außer eben, dass ich solch eine schwierige Situation auch kenne. Ich habe mir vorgenommen, das beim nächsten Mal meiner Suchtberatung zu erzählen, also mein Beispiel mit der Adventsausstellung.

    Mal von dem Thema mit der Skihütte abgesehen, finde ich es toll mit dem Ski fahren, also dass Dir das solchen Spaß bereitet hat! Man liest richtig Deine Freude darüber raus!! Das solltest Du unbedingt bei behalten, wenn auch beim nächsten Mal mit direktem Nachhauseweg?! :)

    Ich wünsch Dir einen schönen Tag. Schön, dass Du so gut gelaunt bist!

    Ich kann Deine Ansicht da total nachvollziehen. Wenn ich Eure Berichte so durchlese, auch eben Deinen Ernest, dann ist das diese Ansicht wirklich völlig ok. Man kann tatsächlich auch andere Worte verwenden und trotzdem wissen viele, wie es gemeint ist.

    So einen ähnlichen Satz wie Du, hab ich neulich auch benutzt. Eine gute Bekannte wollte mich auch überzeugen, an Silvester schön einen zusammen zu heben. Da sagte ich auch „Ich trinke keinen Alkohol mehr. Ich hab in meinem Leben schon so viel gesoffen, dass es für mein restliches Leben ausreicht“ :)
    Ist ja auch so!

    Wochenendplanung... Ich muss an den Wochenenden zur Zeit ab und zu arbeiten, auch Sonntags. An freien Tagen lebe ich ganz gern man in den Tag. Also ich bin gern einfach mal zu Hause und lese. Sobald ich das Gefühl habe, dass mir die Decke auf den Kopf fällt, ziehe ich mir ne Jacke an und gehe sofort raus, einfach spazieren. Egal welches Wetter, das hilft immer.

    Oder ich mache Sport. Muss gar nicht mit Aufwand wie Fitnesstudio oder so verbunden sein. Manchmal reiße ich einfach die Musik laut auf und mache ein paar Übungen.

    Ab und zu, fahre ich einfach los und besuche meinen Vater oder ne Freundin auf einen Kaffee. Oder ich koche was leckeres. Selbst wenn keiner da ist. Dann koche ich ne Suppe und friere sie ein :D

    Also, was ich damit sagen will: Ich faulenze gerne rum, aber sobald ich das Gefühl habe „ich muss jetzt irgendwas tun“, dann mach ich einfach „irgendwas“ und wenn es noch so belanglos ist.

    Wenn ich abends nicht gut drauf bin, dann krieg ich das fertig und gehe mit den Kindern um acht ins Bett und schlafe. Ich ärgere mich dann auch nicht, wenn ein Wochenend-Abend dadurch komplett verschlafen wird, denn ich liebe es neuerdings, auf einem Sonntag Morgen ausgeschlafen zu haben, wenn es noch dunkel ist. Alle schlafen noch und ich trinke Kaffee und freue mich, dass es mir gut geht. Oft is die Stimmung morgens nämlich schon von selbst wieder viel besser, als am Abend zuvor :)

    Hallo Pellebär.
    Das ist natürlich die beste Variante. Klare Ansage ohne Begründung. Würde ich bei zukünftigen Arbeitsverhältnissen auch machen, wenn ich einmal woanders anfangen würde.

    Würde ich das in meiner jetzigen Firma machen, würden mich alle fragen „wieso das denn nicht mehr?“. Habe sonst ja immer mitgetrunken, WENN denn mal eine Feierlichkeit war.

    Hull, das leuchtet auch ein. Also, dass man in manchen Situationen, wie Zuspätkommen, schnell mal einen Stempel aufgedrückt bekommen könnte. So hab ich das noch nicht gesehen.

    Carl Friedrich, ich denke, das was Du geschrieben hast, ist eigentlich ein springender Punkt. Wenn man schon durch Alkohol auffällig geworden ist, dann würde man mit einem „Geständnis“ das Gegensteuern zeigen. Wenn der Arbeitgeber keine Ahnung hat, braucht man hingegen keine schlafenden Hunde wecken.

    Hull nochmal: Auf dem Land kennt man sich :)
    Ich habe mehrere Bekannte, die meinen Chef auch privat treffen. Da ist schnell mal drüber geredet, dass ich ja jetzt keinen Alkohol mehr trinke, weil es Überhand genommen hatte. Das muss nicht mal böse von demjenigen gemeint sein. Ich habe niemandem gesagt, dass das Thema bitte verschwiegen behandelt werden soll. Von daher könnte das schnell gehen.

    Ich danke Euch für Eure Sichtweisen!! Ich habe viel daraus mitgenommen und werde noch einmal alles durchdenken. Ob- und wie ich das alles angehe. Erstmal ist das Weihnachtsessen ja eh „gegessen“ :) Ich hab also noch Zeit zum Nachdenken :)

    :D

    Jetzt hab ich so lange und viel geschrieben und im Grunde genommen fällt mir selbst auf, dass ich eigentlich nicht anders handeln werde, als so, wie Hull es beschrieben hat.

    Ob ich jetzt sage "Ich bin alkoholkrank und werde daher zukünftig keinen Alkohol mehr trinken"

    oder ob ich sage "Ich habe für mich entschieden, dass ich keinen Alkohol mehr trinken werde"....

    Es kommt eigentlich das gleiche bei raus. Es kommt tatsächlich einfach nur daran, wie man das rüber bringt. Man muss klar und deutlich und entschlossen sagen, was man will bzw. nicht will. Dann funktioniert es auch.

    Aber man muss halt aufpassen, dass man das für die Zukunft klar stellt und nicht nur für den Abend/Tag.

    Hallo Hull,

    ich kann Deine Ansicht völlig nachvollziehen, so ist das nicht... Deshalb schrieb ich auch, dass es wirklich auf die Situation bzw. Position an sich ankommt.

    Wenn ich in einer Firma nur 1 oder 2 Mal im Jahr mit Alkohol zu tun habe, dann reicht sicherlich ein "nein ich möchte keinen Alkohol trinken". Hab ich im übrigen letzte Woche auch gemacht, als unser Chef uns zum Essen eingeladen hat.

    Aber in manchen Berufen hat man vielleicht öfter mit solchen Gelegenheiten zu tun. Da würde für mich Klartext insofern Sinn machen, weil ich mich dann nicht ständig wiederholen müsste, dass ich nichts trinken möchte.

    Dann ist es noch so, dass ich auf dem Land lebe und ein paar Dörfer weiter arbeite. Es wird sich rumsprechen, was los ist und eventuell sogar auch bei meinem Chef ankommen. Klar war ich dann trotzdem nicht verpflichtet, ihn einzuweihen. Aber wenn er es sowieso erfährt, kann ich es auch erzählen. Das würde z. B. einen lockeren Umgang damit schaffen. Blöd würde ich es finden, wenn er es von jemand anderen weiß und dann nicht weiß, wie er sich verhalten soll.

    Noch einmal: Ich kann bei diesem Thema wirklich beide Ansichten nachvollziehen. Es gibt mit Sicherheit genügend Fälle, wo ich es auch nicht erzählen würde, um meine berufliche Karriere zu schützen.
    Wenn ich aber beruflich öfter mit dem Thema Alkohol konfrontiert werden würde, dann würde ich lieber sagen, was Sache ist, einfach um mich nicht zu wiederholen und damit man mich mit Alkohol "in Ruhe lässt". Das würde dann nämlich in dem Fall mich schützen, wenn ich da mit offenen Karten spiele.

    Die Art und Weise, WIE oder WAS man sagt, spielt dabei ja auch eine Rolle. Ich kann natürlich sagen: "Ich bin Alkoholikerin und lebe nun abstinent".
    Ich kann aber auch sagen: "Ich kann mit Alkohol nicht umgehen und habe deshalb beschlossen, für immer abstinent zu leben".
    Die zweite Variante werde ich nehmen, das weiß ich jetzt schon.
    Weil es aufs Gleiche herauskommt.

    Wenn ich aber sage "Ich trinke nichts, weil ich fahre..... weil ich Medikamente nehme.... ". Dann werde ich immer wieder gefragt werden.

    Aber Hull, Du hast schon Recht, man kann natürlich auch - ohne direkt die volle Ladung zu offenbaren - einfach sagen "Ich trinke keinen Alkohol, weil ich gesünder leben möchte". Man muss es dann nur entschieden rüber bringen und vor allem, dass das zukünftig auch für immer sein wird. Sonst läuft man halt Gefahr, dass man immer und immer wieder angesprochen wird. Oder das es heißt, "najaaaaa, aber das eine kleine Glas" oder "Ein Glas Rotwein ist doch sogar gesund"....

    Du merkst, ich habe etwas Angst vor dem "Bla, bla, bla" hinterher :)

    Vielleicht weil ich neulich das passende Beispiel hatte. Bei uns im Ort war eine Adventsausstellung. Einige haben hinterher Punsch getrunken. Ich wurde von mehreren angesprochen, ob ich auch möchte. Ich habe gefühlte tausend Mal "nein, ich möchte nichts trinken" gesagt. Überredungskünste vom Allerfeinsten. Bin dann auch nach Hause gegangen.

    ABER: Die Leute, die von der Sache wussten, haben mich nicht gefragt. Sie haben mich gefragt, ob sie eine Selter mit bestellen sollen. Einem habe ich nach dem dritten Mal fragen tief in die Augen geguckt und gesagt "Ich will keinen Alkohol trinken und das hat auch einen Grund!!!". Der hat es dann geschnallt und mich ebenfalls in Ruhe gelassen. Heute weiß ich warum. Weil er sich dann gedacht hat, worum es geht.
    Nun ja, was ich anhand des Beispiels sagen will: Wenn ich von Anfang an Klartext gesprochen hätte, dann hätte man mich in Ruhe gelassen.
    Beim nächsten Zusammentreffen werde ich jedenfalls nicht nur antworten, dass ich keinen Alkohol trinken möchte.
    Ich werde sagen "Ich trinke keinen Alkohol mehr und das hat auch seine Gründe. Ihr braucht mich zukünftig nicht mehr fragen, außer ihr habt vor, mir eine Selter zu bestellen".

    Hallo Ernest, ich finde es großartig, dass Du mit Deinem Kindern gesprochen hast! So etwas befreit und stärkt!!!

    Ich habe es bisher so gemacht, wie Carl-Friedrich es beschrieben hat. Ich hab mein engstes Umfeld informiert.

    Die Arbeit ist auch mein enges Umfeld, da habe ich es aber noch nicht gesagt. Werde ich aber noch, aber erst, wenn ich längere Zeit trocken bin, um mich nicht so beobachtet zu fühlen, nach dem Motto „na, schafft sie das auch, ist ja schließlich noch nicht lange“....

    Sicherlich gibt es sicherlich einige Bereiche, wo so eine Offenbarung schwierig ist. Deshalb vielleicht Dein Ratschlag, das beruflich nicht zu wiederholen, Stricke?

    Denn generell finde ich es völlig ok, es auch auf der Arbeit zu berichten.
    Wenn ich mich in die Lage des Arbeitgebers versetze: Ich fände es toll, wenn mein Mitarbeiter so offen, ehrlich und mutig ist. Es zeigt Entschlossenheit und Willensstärke.
    Und mal davon abgesehen: Es spricht sich so vieles rum. Ich würd mich als Chef freuen, das von meinem Mitarbeiter selbst zu hören, anstatt von Anderen.

    Aber: Ich finde, beim Beruflichen kommt es wirklich individuell auf die Situation und auf den Posten an und ob man Nachteile zu erwarten hätte oder nicht.
    Ich denke, das kann man nicht verallgemeinern.