Beiträge von Cadda

    Liebe Vio,

    schade, dass Du Dich nicht mehr meldest. Du warst doch schon auf einem guten Weg. Vielleicht magst Du ja nochmal die Kurve kriegen, trotz des Rückfalls. Es ist nie zu spät!

    Hallo Ernest...

    Stichwort „Übergewicht“... auch da wird sich vermutlich was tun. Nicht von jetzt auf gleich, aber wenn der Körper sich erstmal umgestellt hat.

    Man wird ja mit der Zeit motivierter, weil es dem Körper besser geht. Man geht ja lieber draußen spazieren, wenn es einem gut geht. Viele ernähren sich sich automatisch etwas gesünder, weil man ja durch den fehlenden Alkohol auch schon gesünder lebt.

    Momentan macht Dir das Krank sein sicherlich noch einen Strich durch die Rechnung. Aber warte erstmal ab, bis das erledigt ist und das mit dem Schlafen wieder besser klappt (und das wird es!!!!). Da regelt sich sicherlich noch vieles.

    Schade, dass Du nicht ein bisschen stolz auf Dich bist, denn das kannst Du gerne sein!!!!

    Hallo Sunshine,

    das ist auch eine gute Einstellung, dass man nicht jedem Gefallen muss und nicht so schreiben sollte, wie andere es gern hätten.

    Du möchtest durch Deine direkte und unverblümte Art ja auch helfen und zum Nachdenken anregen, was auch richtig ist.

    Aaaaber.... :)
    Ich finde es durchaus sinnvoll sich manchmal etwas vorsichtiger auszudrücken (meine Mutters Lieblingswort dafür war immer „diplomatisch“) und zwar aus folgendem Grund:

    Manchmal bewirkt die schonungslose Wortwahl genau das, was damit gewünscht ist.

    Leider fühlen sich aber manche Menschen dadurch in die Ecke gedrängt und kommen da schwer wieder raus oder bleiben im schlimmsten Fall in dieser Ecke.

    Das wäre bei den Personen, die eh nicht bereit wären, über Geschriebenes nachzudenken, vielleicht nicht so wild.

    Aber bei manchen Menschen wäre man mit etwas Feingefühl vielleicht etwas erfolgreicher, weil sie dann zugänglicher für Geschriebenes sind.

    Ich hoffe, es war ok, dass ich meine Gedanken dazu mal gesagt habe. Aber es passte gerade irgendwie :)

    Ich hab sehr viel aus Deinen Beiträgen mitnehmen können, worüber ich froh bin. Aber ich bin auch kein Mensch, der sich schnell überfahren fühlt :)

    Ich bin übrigens mit meiner Buttermilch auf meinem Sofa und mir fällt jede Sekunde die Decke auf den Kopf. Also werde ich jetzt raus gehen an die frische Luft.

    Heute Abend kommen meine Jungs von ihrem Papa zurück. Ein Glück :)

    Ich finde es super, wie Du auf alles Geschriebene so reagierst. Dafür, dass Du Dich jetzt erst mit allem auseinander setzt, finde ich, dass Du sehr offen für Ratschläge bist.

    Ich denke, Du bist auf einem guten Weg. Auch, dass Du zu gegebener Zeit Deine Familie informieren willst, finde ich toll. Dadurch können sich irgendwie alle besser drauf einstellen und mit der Situation umgehen.

    Schritt für Schritt gehts weiter!

    Ich war erst ein Mal bei einer Suchtberatung und hab nächste Woche dort noch einmal einen Termin. Ich möchte gern eine ambulante Therapie machen machen, gekoppelt mit Gruppengrsprächen ein Mal in der Woche. Wie lange und wie mir das alles gefällt, wird sich zeigen. Aber ich hoffe, dass ich dadurch noch gestärkter werde. Wobei ich durch das alles, was ich hier gelesen habe in den letzten Jahren auch schon bin.

    Aber ich möchte es zusätzlich mal ausprobieren. Was für Dich passend ist, wirst Du bestimmt in nächster Zeit heraus finden. Schön, dass Du hier gelandet bist :)

    Hallo :)

    Ja, Du hast es gut erkannt. Ich hab gestern hier reingeschaut und war ein wenig hin- und hergerissen. Einerseits mag ich direkte Worte und ehrliche Meinungen und konnte den Beitrag von Sunshine auch nachvollziehen. Anders herum konnte ich völlig verstehen, dass Du mit sowas erstmal überfordert bist und das in dem Moment an Dir abgeprallt ist, zumal das der Geburtstag Deiner Tochter war.
    Mir liegt jetzt bei dem Thema "sich solchen Feierlichkeiten auszusetzen" auf der Zunge, dass man ein Mittelmaß finden müsste. Dann würde es aber hier vermutlich Beiträge hageln, dass es bei Thema Alkoholismus keinen Mittelweg gibt und dass das Wichtigste die Trockenheit ist.
    Stimmt ja auch und es stimmt auch, dass keinem Familienmitglied und keinem noch so engen Freund damit geholfen ist, dass man sich ihm zu Liebe in Gefahr bringt. Dennoch empfinde ich dieses Thema auch als äußerst schwierig, denn es gibt ja auch gewisse Veranstaltungen, die man nicht dem anderen zu Liebe "über sich ergehen lässt", sondern wo man einfach auch persönlich ganz große Lust zu hat, weil es einem Freude bereitet.

    Ich lese ja auch schon einige Jahre hier mit und ich hab auch schon oft bemerkt, dass das wirklich ein Thema ist, bei dem immer mal wieder verschiedene Ansichten aufgetaucht sind. Richtig ist sicherlich das was in den Grundbausteinen steht. Und es ist auch gut, darauf hinzuweisen.
    Entscheiden muss aber letztendlich jeder für sich selbst.

    Ich habe mich bisher konsequent an alles gehalten, was geraten wird. Hinter diesem Thema kann ich allerdings auch nicht so ganz 100 prozentig hinter stehen. Deshalb hab ich mich bisher bei dem Thema hier auch zurück gehalten. Mag sein, dass es jetzt auch falsch ist, dass ich das offen zugebe, aber ich mach es einfach mal: Ich wäre vermutlich gestern an Deiner Stelle auch zu dem Geburtstag gefahren.
    Es könnte sein, dass es falsch ist. Aber es wäre albern, jetzt auf einen Zug aufzuspringen und so zu tun, als ob ich nicht gefahren wäre, wenn ich aber für mich weiß, dass es anders gewesen wäre.

    Ich sträube mich nicht vor dem Gedanken, das zukünftig zu unterlassen. Ich bin noch dabei, mich zu sortieren, was das Thema angeht.
    Gelesen habe ich darüber wirklich mehr als genug und ich hab auch verstanden, worum es geht.

    Was das Schlafen angeht: Glaub mir, es wird besser. Ich hab echt ein Problem damit gehabt am Anfang. Ich hatte schon gar keine Lust mehr, schlafen zu gehen, weil ich wusste, dass ich wieder schlecht träumen werde. Ich fand das wirklich belastend. Aber es wurde mit der Zeit immer weniger und immer weniger. Und das rückblickend sogar relativ schnell. Bei mir sind morgen 12 Wochen vergangen. Ich hab mir nicht genau gemerkt, seit wann die Träume nachgelassen haben und ich besser schlafen kann. Was ich aber weiß ist, dass ich seit 2 Wochen morgens fast immer wach werde, bevor mein Wecker klingelt.
    Ich gehe abends relativ zeitig schlafen und mein Körper ist einfach total ausgeruht, dadurch, dass er nicht ständig gegen den Alkohol ankämpfen muss. Dazu kommt, dass ich - seit dem ich nichts mehr trinke - wieder die Motivation habe, Sport zu machen. Das tut mir auch gut. Und wenn kein Sport, dann spazieren gehen.

    Es ist wie gesagt bei mir auch gerade mal 12 Wochen her, als ich aufgehört habe. Ich denke jetzt schon nicht mehr so oft daran, wie am "Anfang". Obwohl ich ja noch am Anfang bin :)

    Und weißt Du was? Ich denke ab und zu "schade, ich hätte jetzt Lust, was zu trinken und angeschwipst zu sein". Dann denke ich den Gedanken immer zu Ende. Wie es weiter gehen würde und dann vergeht mir die Lust nach einer Weile.
    Wie gesagt, denke ich daran ab und zu. Von wegen "Schade...". Aber weißt Du, wie oft ich denke "Ein Glück.... dass ich nicht mehr trinke, dass ich jetzt nüchtern bin, dass es mir körperlich so gut geht, dass ich gerade keinen Kater habe..... und so weiter".

    Worauf ich hinaus will: Ich denke viel öfter "Ein Glück, dass...." als
    "Schade, dass...".

    Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag und gute Besserung :)

    Hallo, ich finde es schön, Dich nun hier zu lesen :)

    Ich würde alles erstmal in Ruhe sacken lassen, was Du hier so gelesen hast.

    Die Entscheidungen triffst Du natürlich ganz allein. Dass Du heute gern zu dem Geburtstag Deiner Tochter gehen möchtest, kann ich nachvollziehen, zumal sie auch gar nicht weiß, was los ist. Wenn Du ihr schon erzählt hättest, dass Du keinen Alkohol mehr trinken möchtest, wäre es sicherlich einfacher zu erklären. Auf Dauer würde ich aber auch meinen engsten Leuten anvertrauen, was los ist. Dann können sie sich besser drauf einstellen und es wird weniger Situationen geben, wo Dir unwohl ist, da entsprechend gehandelt wird.

    Vielleicht wäre es eine Idee, dass Du gleich bei Ankunft sagst, dass es Dir nicht gut geht (Carl Friedrich hatte ja noch den Tip „kein Alkohol wegen Medikamente) und wenn Du merkst, dass Du Dich zunehmend unwohl fühlst, kannst Du ja gut begründen, weshalb Du z.B. früher gehst.

    Setz Dich erstmal in Ruhe mit allem auseinander in den nächsten Tagen, würd ich sagen.

    Kannst Dich ja morgen mal melden, wie es Dir so geht.

    Und denk dran: Die schlaflosen Nächte werden weniger werden :)

    Wie ging oder geht es jetzt weiter? Du schreibst, Du bist wieder am Anfang. Sieh es bitte nicht zu negativ. Du hast die Erfahrungen der letzten Wochen. Die kann Dir keiner nehmen. Du schaffst das!

    Es ist gut, dass Du antwortest und dass Du ehrlich sagst, was los war. Bleib trotzdem am Ball.

    Wenn Du schon vorher weißt, was solche Tage -oder speziell dieser Tag- in Dir auslöst, solltest Du vielleicht auch vorher schon darüber reden mit Deinen Ansprechpartnern in der Werkstatt, dem Arzt oder auch vielleicht sogar hier. Das lässt sich bestimmt dann besser gegenansteuern, als wenn Du versuchst, das mit Dir selbst auszumachen.

    Hallo Vio,

    wie geht es Dir denn so? Hat sich die Situation mit der anderen Klientin entspannt? Du hattest Dich ja zurück gezogen in dem Moment. Wie ist es denn jetzt? Konntet ihr das aus der Welt schaffen ?

    Hallo Stricken,

    herzlich Willkommen hier. Der Satz von Correns :)

    Ja, der ist bei mir auch hängen geblieben! Ich hab ihn neulich gerade gelesen und mich sofort daran erinnert, dass ich ihn bereits vor längerer Zeit einmal gelesen habe.

    Die Frage mit dem Stricken hätte ich auch noch gestellt :)

    Danke Correns, ja ich werde dran bleiben!!

    Ich hatte heute das erste „richtige“ Gespräch bei der Suchtberatung. Ich war ein bisschen stolz hinterher. Die Dame sagte mir nämlich, dass ich das toll mache und sich bisher alles sehr gut anhört. Damit meinte sie z.B., dass sie es sehr positiv fand, dass ich direkt in den ersten Sätzen gesagt habe, dass ich Alkoholikerin bin. Sie meinte, viele würden in den ersten Terninen noch vieles „schön reden“ und es gehöre eine Menge dazu, dies so sicher auszusprechen.

    Ja, ich muss sagen: Danke!!! Dass ich im Kopf soweit bin, das hab ich Euch zu verdanken. Dieses Forum hat mich im Vorfeld unglaublich sortiert und mir Klarheit verschafft.

    Auch viele Dinge, die von der Dame kurz angesprochen wurden (Suchtdruck/Suchtgedächtnis/Belohnungs-Denken und so weiter) waren mir nicht unbekannt und somit konnte ich bei manchen Sachen gleich verstehen, worauf sie hinaus will oder was sie meint.

    Demnächst sehe ich mir die Gruppe an und in der nächsten Woche habe ich nochmal einen Termin bei der Dame (heute war ich in der offenen Sprechstunde). Meine Anträge für die ambulante Therapie habe ich bereits da gelassen.

    Ich freue mich :)

    Hallo zusammen... Die ersten 10 Wochen sind geschafft. Ich guck bevor ich schreibe, immer nochmal nach, wie lange es jetzt genau ist :D
    So richtig wichtig finde ich das nämlich nicht. Viel wichtiger ist, wie es in einem drinnen aussieht.

    Es geht mir nach wie vor sehr gut. Ich bin unglaublich froh, denn die Albträume sind nur noch sehr selten. Das ist vermutlich ein Zeichen dafür, dass man sich nicht mehr ganz so sehr damit beschäftigt. Also das Thema beschäftigt mich natürlich immer noch ständig und ich denke oft darüber nach. Aber man gewöhnt sich so ganz langsam aber sicher daran, dass es ein Normalzustand ist, einen klaren Kopf zu haben und keinen Alkohol mehr zu trinken.

    Ich manchmal erstaunt, wie viel Zeit man doch eigentlich hat. Was hat man doch bloß viel Zeit mit dem Saufen verdödelt! Man hat so viel Zeit mit saufen verbracht. Da hat man ja nebenbei manchmal noch telefoniert, geschrieben, Haushalt gemacht oder sonst was. Aber irgendwann, wenn nicht nur ein Glimmer vorhanden war, hat man natürlich nichts mehr gebacken bekommen. Das Trinken an sich war schon ein Zeiträuber. Aber die Zeit NACH dem Trinken, hat ja fast NOCH mehr Zeit geraubt. Wie oft lag man einfach nur im Bett und war fix und fertig... Die Kinder haben die Sachen, die sie allein erledigen können, oft wirklich allein erledigt. Das machen sie jetzt auch noch, aber ich bin DABEI. Ich bekomme viel mehr mit, dadurch macht alles viel mehr Spaß und hat auch einen viel besseren Ablauf. Ich schäme mich wirklich, wenn ich an die Zeit zurück denke, wo ich einfach nichts auf die Reihe bekommen habe, weil ich gerade einen Kater hatte. Widerlich!!!

    Ich merke jetzt, wie sehr die Kinder aufblühen. Wie sie sich freuen, dass ich bei so vielen Sachen einfach nicht nur anwesend bin, sondern wirklich DABEI. Jetzt, wo ich sehe, wie sie sich verhalten, merke ich erst so richtig, wie der Unterschied zu vorher ist. Ich würde so gern die Zeit zurück drehen. Das ist im Moment wirklich etwas, was mich unendlich traurig macht. Ich hab so viel verpasst, weil ich einfach keinen Elan hatte. Ich hab so viel falsch gemacht, das ich heulen könnte.
    Aber es hilft nichts. Ich kann die Zeit nicht zurückdrehen und die Vergangenheit kann ich nicht mehr nachträglich ändern. Aber die Zukunft kann ich mit gestalten und anders machen, besser machen!

    Man sagt ja immer, es gibt an jeder Sache etwas Positives. Wobei ich daran nicht ganz glaube, denn ich hab genügend negative Sachen erlebt, bei denen mir nichts positives einfällt.
    Bei der Sache mit dem Alkohol würde mir einfallen:
    Man ist in der Lage, eine unglaubliche Freude darüber zu empfinden, dass man nun diesen trockenen Weg geht. Es macht einem wirklich bewusst, wie schön das Leben sein kann.

    Was hat sich noch verändert? Ich merke, dass ich ETWAS, aber auch wirklich nur ETWAS geduldiger werde. Ich bin ein wirklich ungeduldiger Mensch. Mir platzt wirklich schnell der Kragen, wenn die Kinder Mist machen. Bei Kleinigkeiten könnt ich schnell ausflippen. Bei gravierenden Dingen leider nicht. Da ist meine Schmerzgrenze oft viel zu langsam erreicht. Ich tu mich schwer mit Entscheidungen und Veränderungen im großen Ausmaß, da bin ich leider geduldig wie sonst was.

    Aber was die kleinen Dinge im Leben angeht, bin ich schnell außer Rand und Band :oops:
    Das hat mich oft gestört, dass ich bei den Kindern z. B. zu schnell genervt bin und das wurde durch die schlechte, körperliche Verfassung durch den Alkohol, natürlich noch verstärkt. Das bessert sich langsam, das merke ich. Ich fühle mich körperlich gut, auch durch den Sport und dass ich wieder mein Normalgewicht erreicht habe und vor allem auch durch meine Psyche. Dadurch bin ich ausgeglichener und kann somit auch etwas mehr Geduld an den Tag legen. Das ist aber dennoch ausbaufähig. Ich arbeite daran 8)

    Liebe Vio,

    ich möchte Dir mal ein großes Lob aussprechen. Ich finde es ganz toll, wie Du diesen Weg bisher gegangen bist und das, obwohl Du schreibst, dass Du überwiegend für Dich allein bist. Allein die Entscheidung, die Du nach der Entgiftung für Dich getroffen hast, dass Du etwas tun musst, damit Dir zu Hause nicht die Decke auf den Kopf fällt, finde ich wirklich beeindruckend. Dass Du von Dir aus in dieser Werkstatt gelandet bist, um Dir etwas Gutes zu tun. Echt, Hut ab!

    Dass Du still bist, auch in der Gruppe, ist natürlich eine Charaktereigenschaft. Man ist, wie man ist. Aber ich finde es ehrlich gesagt sehr schade. Deine Geschichte finde ich sehr interessant. Gerade WEIL Du so still bist und auch zu dem Arzt damals nichts gesagt hast und TROTZDEM Deinen Weg gegangen bist. Das ist schon irgendwie ungewöhnlich und stark.

    Vielleicht ist es ja der erste Schritt, etwas offener zu werden, dass Du Dich hier nun angemeldet hat. Wieder etwas, was Du für DICH entschieden und getan hast. Es kann doch sein, dass Du durch das Schreiben irgendwie alles noch klarer siehst und es Dir dadurch besser gelingt, auch mal etwas in der Gruppe zu erzählen. Ich denke, das würde Dir sicherlich helfen. Aber überstürze nichts, Du wirst schon merken, wenn die Zeit dafür da ist und es Dir gut tut.

    Jedenfalls finde ich es toll, dass Du hier gelandet bist und dass Du hier Deine Geschichte schreibst. Ich kann noch viel von Dir lernen, denn Du bist schon viel länger trocken als ich. Du kannst stolz auf Dich sein, wie Du Deinen Weg allein bis hier hin so gegangen bist!

    Guten Morgen!
    Jetzt wäre es schön, wenn ich das mit dem Zitieren schnallen würde :D
    Ich versuche trotzdem mal, auf alles einzugehen, ohne etwas zu verwechseln.

    Sunshine,
    ich glaube von Dir hab ich das auch. Die Sache, mit dem "zu Ende denken". Ich hab es hier mal gelesen und als ich das erste Mal dieses Gefühl hatte, da hab ich mich daran erinnert und habe es genau so gemacht. Das hat mir wirklich geholfen, danke nochmal dafür!
    Ich glaube auch nicht, dass man jemals wieder unbeschwert trinken könnte nach der "offiziellen Entscheidung" nie mehr trinken zu wollen.

    Das ist es vermutlich auch, was den Schritt so wichtig macht, sich nicht nur selbst einzugestehen, Alkoholiker zu sein, sondern auch zumindest vor einem Arzt klar und offen mitzuteilen, dass man nie wieder etwas trinken möchte. Das besiegelt die Entscheidung sozusagen offiziell und man kann sich im Falle eines Rückfalls wirklich nichts mehr schön reden, so nach dem Motto "naja, ich hab mich ja auch gar nicht richtig festgelegt, dass ich NIE wieder was trinken möchte"

    Calida,
    das liest man ja jetzt auch an Deinem Beispiel. Dass selbst, wenn es nicht viel war oder bis zur Besinnungslosigkeit. Man hat mit einem Rückfall gegen seine eigene Regel bzw. gegen seinen eigenen Wunsch verstoßen und so was KANN man einfach nicht genießen.

    Hull,
    ja es ist erschreckend, was der Alkohol aus einem macht. Ich möchte mich nicht auf Video sehen, wie ich betrunken war. Das wäre einfach nur erschreckend. Seelisch und auch körperlich, wie man sich verändert. Dieses "Beschwipst sein", was einem erst noch gefällt, das ist ja nicht mal lange!! Das ist maximal ne Stunde und dann ist man voll und das KANN keiner schön finden. Man selbst nicht und auch andere nicht. Selbstzerstörung ist das. Was hat man sich da bloß über all die Jahre angetan.....

    Carl-Friedrich,
    danke für das, was Du schreibst. Man muss wirklich ganz doll aufpassen vor seinen eigenen Gedanken. Diese Suchtgedanken sind sicherlich nicht ohne. Klar, man konnte ja auch über viele Jahre diese Gedanken greifen, um weiter machen zu "dürfen" und Gründe zu haben.

    Im Moment belohne ich mich selbst ganz oft mit schönen Spaziergängen oder mit einer richtig "faulen Zeit", so wie jetzt. Laptop, Kaffee, Sofa, Wolldecke :)

    Wobei... Wofür belohne ich mich jetzt eigentlich gerade? Ich habe bisher noch nichts getan. Keine Gartenarbeit, kein Haushalt, gar nichts... Weil ich in den letzten Tagen viel geschafft habe und heute frei habe.

    Aaaaah, genau DA ist ein Grund, wofür ich mich sonst mit Alkohol belohnt hätte: Ich hab ja in den letzten Tagen schon so viel geschafft und außerdem hab ich heute schließlich frei... Dann kann man doch nachher mal was trinken...
    Tja, es gab wirklich IMMER einen Grund...

    Deshalb gibt es jetzt auch IMMER einen Grund, sich mit einem Kaffee gemütlich aufs Sofa zu legen und mich damit zu belohnen, dass ich die letzten Tage so fleissig war. Und wenn nachher die Sonne raus kommt, belohne ich mich gleich ein weiteres Mal mit einem Spaziergang und einem Eis in der Hand :)

    Ich weiß aber, was Du meinst, Carl-Friedrich. Es geht insbesondere um solche Dinge, wie Gartenarbeit oder irgendwie so etwas, wo das Suchtgedächtnis dann gleich schreit "jetzt hast Du Dir aber ....... das oder das ...... verdient". Da ist es dann hilfreich, wenn man eine Alternative parat hat. Ob das nun ein leckeres Stück Torte ist, ein Spaziergang, ein Buch lesen in der Badewanne (hallo Calida :lol: ) oder eben ein "langer Besuch auf dem Sofa mit Laptop, Kaffee und Wolldecke" :D

    Halloooo....

    Nach nun 2 Monaten ohne Alkohol geht es mir körperlich und seelisch so gut, wie schon ewig nicht mehr. Ich komme morgens viel, viel besser aus dem Bett. Damit meine ich nur an den Tagen, wo ich einen Abend vorher was getrunken habe, sondern auch generell. Ich hatte auch an Tagen Probleme mit dem Aufstehen, wo ich einen Abend vorher nüchtern ins Bett gegangen bin. Ich war körperlich einfach total kaputt und hätte morgens heulen können, wenn ich aufstehen musste. Ich hatte auch keinerlei Lust auf den Tag. Das ist jetzt anders. Ich wache manchmal vor dem Wecker auf und selbst wenn nicht, komme ich besser aus dem Bett, wenn er klingelt. So hab ich morgens Zeit, noch in Ruhe Kaffee zu trinken. Und das Beste daran ist: Der Kaffee schmeckt auch noch gut, so ganz ohne verkatert zu sein!

    Ansonsten ist es so, dass ich nicht mehr so oft Albträume vom Alkohol habe. Ich habe ja längere Zeit wirklich jede Nacht geträumt, dass ich was getrunken habe und fand es dann im Schlaf immer fürchterlich, dass ich versagt habe und es nicht geschafft habe, nüchtern zu bleiben. Diese Träume habe ich immer noch, aber nicht mehr so oft. Ich bin dann jedes Mal unendlich glücklich, wenn ich aufwache und merke, dass ich sehr wohl nüchtern geblieben bin.

    Ich hatte nun einige Situationen, wo ich dachte "jetzt was trinken, hätte ich Lust". Ich hab keine Ahnung, ob man das schon Suchtdruck nennt. Es war bisher nie so, dass ich kurz davor war oder so. Aber ich hatte halt den Gedanken. Und das sogar in Situationen, die gar nicht so typisch mit dem Alkohol trinken verbunden waren. Ich hab den Gedanken dann wieder zu Ende gedacht. Wie es weitergehen würde. Furchtbar, da will ich nie wieder hin!

    Wir waren neulich beispielsweise an der Ostsee spazieren bei schönstem Wetter. Kaffee getrunken und geklönt. Da hab ich gedacht, dass es jetzt toll wäre, stattdessen eine Weinschorle zu trinken und dieses beschwipste Gefühl zu haben. Und wenn man dann weiterdenkt, dann weiß man, dass es nie und nimmer bei dem beschwipsten Gefühl bleiben würde, denn es würde darauf hinaus laufen, dass ich immer weiter trinke, auch am Abend, bis ich besoffen bin und nächsten Tag würde es mir so beschissen gehen, dass ich dann vermutlich schon morgens wieder was drauf kippen würde. Also dann lieber die kurze Zeit des beschwipsten Gefühls (denn das würde ja nicht lange bis zum besoffen sein anhalten) nicht haben und dafür das Stunden oder Tage lange ätzende Gefühl nicht haben.

    Als ich dann am Ende des Tages überlegt habe, ist mir noch etwas klar geworden: Da war ab und zu mal diese kurze Zeit über das Gefühl, dass es mich freuen würde, wenn ich jetzt NORMAL was trinken könnte (was ich ja aber nicht kann, sonst wäre ich nicht hier gelandet). Wenn ich also die Zeit zusammen ziehe, in der ich halt froh gewesen wäre, etwas trinken zu können, komme ich insgesamt vielleicht auf zwanzig Minuten.

    Wenn ich aber die Zeit zusammen ziehe, in der ich daran gedacht habe, wie froh ich bin, dass ich nichts mehr trinken "MUSS" und nüchtern bin, dann komme ich auf gaaaaaaaaaaaaanz viel mehr Zeit...