Hallo 
Ja, Du hast es gut erkannt. Ich hab gestern hier reingeschaut und war ein wenig hin- und hergerissen. Einerseits mag ich direkte Worte und ehrliche Meinungen und konnte den Beitrag von Sunshine auch nachvollziehen. Anders herum konnte ich völlig verstehen, dass Du mit sowas erstmal überfordert bist und das in dem Moment an Dir abgeprallt ist, zumal das der Geburtstag Deiner Tochter war.
Mir liegt jetzt bei dem Thema "sich solchen Feierlichkeiten auszusetzen" auf der Zunge, dass man ein Mittelmaß finden müsste. Dann würde es aber hier vermutlich Beiträge hageln, dass es bei Thema Alkoholismus keinen Mittelweg gibt und dass das Wichtigste die Trockenheit ist.
Stimmt ja auch und es stimmt auch, dass keinem Familienmitglied und keinem noch so engen Freund damit geholfen ist, dass man sich ihm zu Liebe in Gefahr bringt. Dennoch empfinde ich dieses Thema auch als äußerst schwierig, denn es gibt ja auch gewisse Veranstaltungen, die man nicht dem anderen zu Liebe "über sich ergehen lässt", sondern wo man einfach auch persönlich ganz große Lust zu hat, weil es einem Freude bereitet.
Ich lese ja auch schon einige Jahre hier mit und ich hab auch schon oft bemerkt, dass das wirklich ein Thema ist, bei dem immer mal wieder verschiedene Ansichten aufgetaucht sind. Richtig ist sicherlich das was in den Grundbausteinen steht. Und es ist auch gut, darauf hinzuweisen.
Entscheiden muss aber letztendlich jeder für sich selbst.
Ich habe mich bisher konsequent an alles gehalten, was geraten wird. Hinter diesem Thema kann ich allerdings auch nicht so ganz 100 prozentig hinter stehen. Deshalb hab ich mich bisher bei dem Thema hier auch zurück gehalten. Mag sein, dass es jetzt auch falsch ist, dass ich das offen zugebe, aber ich mach es einfach mal: Ich wäre vermutlich gestern an Deiner Stelle auch zu dem Geburtstag gefahren.
Es könnte sein, dass es falsch ist. Aber es wäre albern, jetzt auf einen Zug aufzuspringen und so zu tun, als ob ich nicht gefahren wäre, wenn ich aber für mich weiß, dass es anders gewesen wäre.
Ich sträube mich nicht vor dem Gedanken, das zukünftig zu unterlassen. Ich bin noch dabei, mich zu sortieren, was das Thema angeht.
Gelesen habe ich darüber wirklich mehr als genug und ich hab auch verstanden, worum es geht.
Was das Schlafen angeht: Glaub mir, es wird besser. Ich hab echt ein Problem damit gehabt am Anfang. Ich hatte schon gar keine Lust mehr, schlafen zu gehen, weil ich wusste, dass ich wieder schlecht träumen werde. Ich fand das wirklich belastend. Aber es wurde mit der Zeit immer weniger und immer weniger. Und das rückblickend sogar relativ schnell. Bei mir sind morgen 12 Wochen vergangen. Ich hab mir nicht genau gemerkt, seit wann die Träume nachgelassen haben und ich besser schlafen kann. Was ich aber weiß ist, dass ich seit 2 Wochen morgens fast immer wach werde, bevor mein Wecker klingelt.
Ich gehe abends relativ zeitig schlafen und mein Körper ist einfach total ausgeruht, dadurch, dass er nicht ständig gegen den Alkohol ankämpfen muss. Dazu kommt, dass ich - seit dem ich nichts mehr trinke - wieder die Motivation habe, Sport zu machen. Das tut mir auch gut. Und wenn kein Sport, dann spazieren gehen.
Es ist wie gesagt bei mir auch gerade mal 12 Wochen her, als ich aufgehört habe. Ich denke jetzt schon nicht mehr so oft daran, wie am "Anfang". Obwohl ich ja noch am Anfang bin 
Und weißt Du was? Ich denke ab und zu "schade, ich hätte jetzt Lust, was zu trinken und angeschwipst zu sein". Dann denke ich den Gedanken immer zu Ende. Wie es weiter gehen würde und dann vergeht mir die Lust nach einer Weile.
Wie gesagt, denke ich daran ab und zu. Von wegen "Schade...". Aber weißt Du, wie oft ich denke "Ein Glück.... dass ich nicht mehr trinke, dass ich jetzt nüchtern bin, dass es mir körperlich so gut geht, dass ich gerade keinen Kater habe..... und so weiter".
Worauf ich hinaus will: Ich denke viel öfter "Ein Glück, dass...." als
"Schade, dass...".
Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag und gute Besserung 