Beiträge von Cadda

    Hallo Twingo,

    er will Dich mit dem Argument locken, dass er trinkt weil er über die Fernbeziehung unglücklich ist. Du denkst vielleicht, wenn Du dann bei ihm wohnst, ihn unterstützt, dann wird es besser….

    Wird es nicht!! Glaube mir!! Die Voraussetzungen sind katastrophal. Es wird schlimmer für Dich, je weniger Abstand zu hast. Seine Einstellung sagt doch alles….

    Tu Dir das nicht an!

    LG Cadda

    Hallo Tellerrand,

    das passiert manchmal, dass ein Gegenüber es gut meint und die Sucht verharmlost, weil Du Dich besser fühlen sollst (oder wie hier schon vermutet, dass ER sich besser fühlen will).

    Mich macht das wütend. Gute Reaktion wäre:

    „Stellst Du meine eigene Wahrnehmung in Frage??“

    Schon ist der Spieß wieder umgedreht.

    LG Cadda

    Meine Freunde und Familie wissen Alle Bescheid und es hilft mir enorm. Am Anfang war es ein Schutz für mich, weil ich nicht einfach hätte wieder trinken können, ohne dass alles mitbekommen hätten, dass ich einen Rückfall erleide. Inzwischen ist es hilfreich für mich, weil ich einfach immer reden kann über meine Gefühle in Bezug auf das Trinken oder die Vergangenheit usw.

    Ich habe bisher fast ausschließlich positive Reaktionen erlebt. Ich dramatisiere es aber auch überhaupt nicht. Am Anfang hatte ich immer das Gefühl, ich beichte gerade etwas. Heute habe ich nur noch das Gefühl, ich berichte etwas. Es ist für mich völlig unspektakulär. Genau so bringe ich es auch rüber, falls ich mit Jemanden auf das Thema komme.

    Es verändert sich die Art und Weise des Darüber-Redens. Anfangs hatte ich das Gefühl, ich müsste erklären, weshalb ich nichts trinke. Das habe ich heute nicht mehr. Beispiel gestern bei einem Treffen nach der Arbeit mit den Kolleginnen. Nicht nur die engeren Kolleginnen (die wissen davon), sondern eben auch aus anderen Bereichen. Jemand fragte mich, ob ich auch mit dem Taxi nach Hause fragte. Früher hätte ich erklärt, dass ich nichts (mehr) trinke und grob gesagt warum (schon genug Alkohol im Leben getrunken oder was auch immer). Heute antworte ich lediglich: "Nein, ich fahre selbst, ich trinke keinen Alkohol". Fertig.

    Das wird oft einfach so hingenommen, weil es für die Nicht-Abhängigen unter uns auch einfach nicht ungewöhnlich ist, nichts zu trinken. Wenn Jemand doch nachfragt, antworte ich je nach Person. Entweder sage ich, dass ich in meinem Leben mehr als genug getrunken habe, Alkohol nicht vertrage oder was auch immer. Oftmals, wenn ich die Person jedoch mag, dann sag ich einfach wie es ist. Es kommt immer auf die Situation an.

    Je länger ich trocken bin, umso weniger wird es jedoch überhaupt irgendwo Thema.

    Mir persönlich gefällt es jedenfalls, offen mit dem Thema umzugehen. Ich schäme mich nicht. Im Gegenteil. Ich bin stolz, dass ich es aus der Abhängigkeit geschafft habe.

    LG Cadda

    Hallo Aram,

    im Grunde genommen ist es ganz einfach, wenn Jemand Dir sagt, dass Du ihm doch jetzt noch eine Chance geben müsstest usw.

    Du brauchst doch lediglich sagen, dass es leider zu spät ist, dass ZU viel passiert und dadurch Deine Gefühle für weg sind. Aus Mitleid bleibt man nicht mit Jemanden zusammen. Und das Argument mit den Gefühlen, sie weg sind oder sich verändert haben ist ein Argument gegen das man eh nicht gegenan kommt.

    Lass Dich auf Deinem Weg nicht aufhalten! Du hast Dich angefangen zu lösen und das ist Dein gutes Recht! Du bist ihm nichts schuldig, nur weil er jetzt trocken werden will…

    LG Cadda

    Guten Morgen,

    im Grunde genommen ist es wie in allen anderen Geschichten auch hier:

    Er säuft, weil er süchtig ist und damit er diese Tatsache ertragen kann, bekommst Du die Schuld.

    Er belügt und betrügt Dich und wenn Du ihn dann logischerweise kontrollierst, dreht er den Spieß um und Du bist Schuld. Dann geht es nur noch um Dein Fehlverhalten und das eigentliche Problem, nämlich, dass er Dich hintergeht, lügt und betrügt und für dumm verkauft, das verschwindet schön im Hintergrund.

    Warum er das macht? Weil er es kann. Es funktioniert ja.

    Es wird sich nichts ändern, solange Du in dieser kranken Beziehung bleibst und immer wieder auf ihn reinfällst, nur weil er mal lieb sein kann. Das kann JEDER Mensch auf dieser Welt.

    Rette Dich, Du verschwendest Deine kostbare Zeit. Ganz ehrlich.

    LG Cadda

    Hallo MarMer,

    leider täuscht man sich manchmal. Ich dachte auch mal, den Richtigen gefunden zu haben. Im Nachhinein betrachtet war er es nicht.

    Wenn er der Richtige wäre, würdest Du nicht solche Sorgen haben. Mit dem Richtigen muss man kein Leid und Kummer ertragen.

    Magst Du noch ein bisschen was erzählen? Wie geht es Dir gerade?

    LG Cadda

    Hallo Pepi,

    ich finde es klasse, wie Du schreibst. Du bist ehrlich Dir selbst gegenüber und diese Selbstreflektierung wird Dir sehr helfen. Du hast es schon mal von Anfang an richtig gemacht. Du hast Dich Deinem Freund anvertraut und bist zum Arzt und hast Dich nun hier angemeldet. Du siehst es selbst kritisch, das mit Deiner Arbeit, auch wenn Du momentan einfach nun mal in dieser Lage steckst.

    Mich erinnert Deine Geschichte sehr an meine Geschichte. Ich habe auch so lange Zeit getrunken, auch heimlich. Später nicht mehr, als ich einen Partner hatte, der ebenfalls trank. Aber dieses unkontrollierte Trinken, so dass man gemerkt hat, dass ich betrunken bin. Dann dieses Schämen über die Tatsache, dass Alle bemerkt haben, was los ist. Und diese Scham hält man nicht aus, so dass man wieder und wieder trinkt. Im Grunde genommen war das bei mir der Teufelskreis. Ich war auf Partys so betrunken, weil ich grundsätzlich abgestürzt bin. Das wiederum hat dazu geführt, dass mir das vor dem nächsten Weggehen so peinlich war, dass ich vorher schon was trinken musste, weil es dann alles nur noch halb so schlimm und halb so peinlich war. Dieses vorher trinken hat dann aber wiederum dazu geführt, dass ich auf dieser Feier wieder abgestürzt bin. Ein absolut beschi...... Teufelskreis.

    Pepi, hier wirst Du vermutlich nicht zu hören bekommen, dass Deine Arbeit mit der Abstinenz zusammenpassen wird auf Dauer. Das hast Du aber ja schon selbst im Hinterkopf. Kümmere Dich nun erst einmal um die Schritte, die Du bereits eingeleitet hast und vielleicht bekommt Du es ja langfristig gesehen hin, Dich umzuorientieren? Wie gesagt, finde ich am Wichtigsten, dass Du Dir selbst bereits Gedanken zu all dem machst.

    Bei mir war es übrigens auch ein ähnlicher Tiefpunkt, wie bei Dir. Alle haben es mitbekommen, mein Ex-Mann (Vater meiner Kinder) hat mir nach meinem letzten Absturz noch einmal so richtig die Meinung gegeigt und am nächsten Tag habe ich mich ausgenüchtert und seit dem keinen Tropfen mehr angerührt. Ich habe am nächsten Tag eine lange whats app Nachricht verfasst, in der ich meine Entscheidung, dass ich zukünftig nichts mehr trinken möchte, all meinen Lieben um mich herum mitgeteilt. Ich bin von da an offen damit umgegangen. Das hat mir persönlich sehr geholfen, es war ein Schutz für mich.

    Ich habe mich unglaublich erleichtert gefühlt, weil ich wusste, das war es jetzt. Vielleicht geht es Dir auch so. Halte daran fest!

    Das Gefühl, dass man verzichtet, verändert sich übrigens. Ich habe inzwischen überhaupt keinen Verzicht-Gedanken mehr. Ich bin einfach nur froh, dass ich frei bin. Die Festplatte wird neu bespielt. Es wird von Zeit zu Zeit immer normaler, dass man einfach nichts mehr trinkt. Hab keine Angst davor, es lohnt sich so sehr!

    LG Cadda

    Und allein fühlt man sich mit einem Alkoholiker eh immer, aber das ist nochmal ein anderer Punkt.

    Du verschwendest Deine Zeit. Wenn Du Dich irgendwann gelöst haben solltest, wirst Du traurig sein, dass Du nicht schon viel früher gegangen bist. Es ist so befreien, wenn der Liebeskummer nach einer Trennung überstanden ist. Glaub mir das!!

    Leyla, das sind aber keine PRO Dinge, die IHN betreffen, sondern einen Beziehungspartner allgemein.

    Du ahnst vielleicht schon, dass ich genau darauf hinauswollte. Du hast nicht eine positive Sache nennen können, was IHN betrifft. SEINE Eigenschaften und SEINEN Charakter betreffend.

    So ist es leider, Leyla. Du versuchst sein Verhalten zu verstehen. Du versuchst zu begreifen, ob ihm das so ausreicht.

    Und wenn man DICH betrachtet, könnte man auch versuchen zu verstehen. Warum Du nicht gehst. Warum Du Dir nicht mehr wert bist und weshalb Dir so ein Partner reicht.

    Das ist nicht böse gemeint. Ich war selbst in der Situation. In beiden Situationen. Alkoholikerin und Co-abhängig. Heute kann ich BEIDES absolut nicht nachvollziehen. Warum ich nicht aus dieser Sucht heraus kam und noch viel weniger, weshalb ich mich so lange so schlecht behandeln lassen habe. Ich hab immer auf Einsicht gehofft. Er säuft heute noch und es interessiert mich nicht mehr, ob ihm das Leben so gefällt. Mich interessiert nur noch, dass mir MEIN Leben an der Seite eines Alkoholikers nicht reichen würde.

    Cadda

    Das sieht man ja, dass es manchen Alkoholikern ausreicht. Das kann man nicht verallgemeinern. Manche können sich eben noch aufraffen und haben auch angetrunken oder (noch) nüchtern Lust auf andere Dinge und Manche haben eben einfach nur Bock irgendwo zu hocken und zu saufen. Das ist charakterabhängig wie auch bei Nicht-Alkoholikern. Manche reisen gern, gehen gern spazieren und Manche liegen eben einfach nur auf dem

    Sofa rum (so wie ich heute, nüchtern und bei schönstem Wetter :oops: )….

    Aber ich sag mal so: Selbst wenn ein Alkoholiker noch gern Dinge unternimmt, ist er trotzdem Alkoholiker und das bringt eben die Probleme mit sich.

    Cadda

    Du musst selbst entscheiden, was Du machst.

    Es ging mir lediglich um Deine Einstellung, dass es ein Zeichen von Schwäche ist, wenn man nicht ertragen kann, dass am Nebentisch gesoffen wird und Du kein Weichei bist.

    Das Gegenteil ist der Fall. Sich selbst zu schützen ist extrem stark. Einfach weiter machen, wie bisher und nur den Alk wegzulassen, find ich jetzt gar nicht mal so stark.

    Noch einmal: Niemand sagt, dass Du darauf verzichten musst.

    Wie gesagt: Ich bin selbst auf Veranstaltungen gegangen.

    Diejenigen, die sich dem Risiko nicht ausgesetzt haben und eben nicht ertragen wollten, dass in ihrer Gegenwart gesoffen wird, fand ich dennoch extrem stark!!!! Weil sie stark genug sind, ihre Bedürfnisse wahrzunehmen und durchzusetzen.

    Cadda