Hallo Nifi,
kenne ich. ER benimmt sich verletzend und ungerecht, aber ER ist derjenige, der einen am nächsten Tag „zur Strafe“ ignoriert und hinterlässt somit ein noch traurigeres Gefühl, als man eh schon hat (wegen des gemeinen Verhaltens am Vortag).
Genau DAS hat zur Folge, dass man froh ist, wenn man nicht mehr ignoriert wird und ER so gnädig ist, wieder ein bisschen nett zu einem zu sein. Dann geht es einem wenigstens ein bisschen besser und man wertet das „irgendwann wieder nett sein“ als eine Art Einsehen.
Durch Deine Erzählungen hab ich mich gerade echt zurück versetzt gefühlt. Wie oft bin ich weinend ins Bett und hab gehofft, dass er sein hässliches Verhalten einsieht und sich wenigstens entschuldigt oder mir durch nettes Verhalten zeigt, dass es ihm leid tut. So war es nämlich noch am Anfang!! Da tat es ihm wahnsinnig leid und er wollte sich ändern. Aber das war ja immer die selbe Leier, weil Ändern in einer Alkoholsucht nun einmal nicht gelingen kann. Also gab er sein Vorhaben auf und drehte den Spieß um, denn er wollte sich ja nicht eingestehen, dass er es nicht schafft. Also war ich die Blöde, wegen der er ja saufen „musste“. Ab dann wechselte er auch die Strategie, wir oben beschrieben. Er behandelte mich im Suff schlecht und war aber derjenige, der mir am nächsten Tag das Gefühl gab, als hätte ich IHM was getan. Er fuhr zur Arbeit, ohne Tschüss sagen, blockierte mich auf whats App und war kühl mir gegenüber. Irgendwann wurde er wieder normaler und ich so froh darüber, dass sein gemeines Verhalten gar kein Thema mehr war. Wie schlau von ihm gemacht!!!!!
Ewig hab ich das mitgemacht und könnte heute noch darüber ko..... , weil ich mir das gefallen ließ. Ich könnte mich ohrfeigen, dass der Liebeskummer mich davon abgehalten hat, zu handeln. Weil er für mich mal den tollsten Charakter auf der ganzen Welt hatte. Nicht geblendet oder schön geredet, er hatte es wirklich (und das denke ich heute, Jahre später noch). Aber was nützt mir das, wenn davon nichts mehr übrig ist?? Gar nichts!!
Ich kann Dir nur sagen, dass alles wieder gut wird, wenn Du dieses Leiden verlässt! Ich bin glücklicher als je zuvor und das, obwohl ich zunächst nicht aufhören konnte, an ihn zu denken und mir wirklich nur zum heulen war. Er tat mir soooo leid und ich hab ihn so vermisst! Und heute?? Frag ich mich, was mich bloß geritten hat, dass ich da nicht viel früher gegangen bin. Es geht mir gut, meinen Kindern geht es viel, viel besser! Das liegt auch daran, dass ich selbst seit 3,5 Jahren nicht mehr trinke, ich gebe meinem Ex nicht die Schuld, ICH hätte früher gehen können und müssen!! Aber gerade vor ein paar Tagen, als wir meinen Ex beim spazieren gehen sahen (er wohnt im selben Ort), sagte mein Sohn: „Mama, als wir damals zu XY gezogen sind, dachte ich, dass er der netteste Mensch auf der ganzen Welt ist. Und dann das Alles, was war. Ein Glück sind wir da nicht mehr“...
Du kannst es schaffen, wenn Du erstmal an Deinem Punkt angelangt bist. Schneller schaffst Du es vermutlich, wenn Du Dir eines ganz klar vor Augen hältst: Es wird sich nicht ändern!!! Es wird nicht besser!!! Dein Mann ist bereits an dem Punkt angelangt, wo er DICH für sein Verhalten verantwortlich macht. Das bedeutet, dass er selbst schon längst die Hoffnung aufgegeben hat, das er es schafft, vom Alkohol loszukommen. Deshalb bist Du nun die Blöde. Und Du wirst nicht mit Argumenten gegenan kommen. Glaub mir das. Es ist verschwendete Energie, das Wort wird im Mund verdreht. Tu Dir das nicht an. Das Leben kann so schön sein, wenn man dieses widerliche Theater aus seinem Leben verbannt. Glaub mir das bitte 
LG
Cadda