Beiträge von Sunny1976

    Hallo liebe Flummi,
    ich habe gerade Deine Geschichte gelesen und mich zurück gesetzt gefühlt in meine Lage vor ca. 2 Jahren. Das war sehr ähnlich... ich hatte mich nach knapp 10 Jahren auch von meinem Mann getrennt, weil ich die Trinkerei mit allem drum und dran nicht mehr ausgehalten habe. Kontakt bestand aber weiterhin. Bis er eine neue Freundin hatte... und dann auch überall erzählt hat, das SIE doch viel besser ist für ihn. Wegen ihr muss er nicht mehr trinken, wegen ihr hat er sich total geändert, sie tut ihm so gut... jetzt wird alles anders. Und meine Welt ist damals auch zusammen gebrochen. Eigentlich verrückt, denn sie hat doch nur das bekommen, was ich nicht mehr wollte.

    Das verdrehte war, das ich damals auch wirklich dachte, das ich scheinbar doch an allem Schuld war. Das ich der Teil in der Beziehung war, weswegen es nicht funktioniert hat. Das er wohl doch wegen mir so viel trinken musste, wie er mir immer wieder damals eingeredet hatte. Und da ich damals ja nicht gegangen bin, weil ich ihn nicht mehr geliebt habe, sondern weil ein Zusammenleben nicht mehr möglich war, war es doppelt so schlimm. SIE bekommt jetzt den Mann, den ich mir so sehr gewünscht hatte...

    So, und nun erzähle ich Dir mal wie die Geschichte ausging: JA, er hat zu der Zeit weniger getrunken. Das lief aber auch nur ein paar Monate mit dem Beiden, denn am Ende hat er ja trotzdem weiter getrunken wenn auch nicht so viel als zu der Zeit, als ich es nicht mehr ausgehalten habe. Sie hat jedenfalls dann doch relativ schnell das weite gesucht. Wir hatten danach wieder Kontakt zueinander und ich habe ihn auch mal gefragt, warum er mit ihr denn nicht so viel trinken musste. Seine Antwort darauf war, das das nicht mehr lange gut gegangen wäre... er hatte jede Nacht Entzugserscheinungen und wäre die Geschichte länger gelaufen, dann wäre der Konsum auch wieder gestiegen. Eine Zeitlang kann sich auch ein Alkoholiker mal zusammen reißen, aber eben nicht immer. Und auf Dauer kontrolliert trinken kann ein Alkoholiker nun mal auch nicht. Also ein Pulverfass!

    Du hast oben geschrieben, das er eine Therapie nie wollte. Das heißt, er wird auch jetzt weiter trinken. Wenn er nicht gerade wieder eine CO erwischt hat, die ihn retten möchte wird also diese Dame es wahrscheinlich nicht lange mit ihm aushalten und bald die Beine in die Hand nehmen. Sollte es eine CO sein, so sollte sie Dir einfach sehr leid tun, denn dann wird sie eine lange Leidenszeit vor sich haben.

    Ich kann Dir nur raten, Dir immer wieder die schlimmen Zeiten vor Augen zu halten, die ihr hattet. Klar, wenn man so traurig ist, dann denkt man erstmal nur an die schönen alten Zeiten. Aber am Ende waren sie ja leider überhaupt nicht schön.

    Du hast jetzt 24 Jahre Leidenszeit durch, meinst Du nicht, Du solltest jetzt erstmal DIR eine schöne Zeit machen. Es Dir gut gehen lassen nach all dem Drama?

    Ich persönlich glaube übrigens nicht, das es gut ist, sich gleich wieder einen neuen Partner zu suchen. Erstens hat Du Deine Ehe doch noch gar nicht verarbeitet und zweitens kannst Du Dich dann auch nicht mal nur auf Dich konzentrieren. Warum muss denn gleich wieder ein Ersatz her? Ich habe mittlerweile die Lebenseinstellung, das in erster Linie ICH mich glücklich machen muss, dafür ist niemand anders zuständig. Dein Glück solltest Du nicht von anderen abhängig machen.

    Und auch je weniger Du von ihm mitbekommst, desto besser. Sonst kannst Du Dich nämlich nicht auf Dich konzentrieren und bist weiter bei ihm. Ich habe mittlerweile den Kontakt komplett abgebrochen, er ist auf allen Linien blockiert und ich höre auch selten von anderen Personen was er so macht. Das ist gut so, nur so kann man irgendwann loslassen.

    Versuche Dich abzulenken, gehe mit Freundinnen aus, lass Dich von ihnen trösten. Ich habe mir damals eine Liste gemacht mit allen Dingen, die mir in der Beziehung gefehlt haben und warum ich am Ende gegangen bin. Damit ich eben nicht nur an die schönen Zeiten denke, sondern das ich mehr unglücklich in der Beziehung und Ehe war als glücklich.

    Alles Liebe
    Sunny

    Liebe Stern,

    Du kannst natürlich einem Alkoholiker zeigen, was er alles Gutes haben kann. Oder wie schön ein Leben sein kann mit Familie und Haus etc. Vielleicht weiß er das auch, aber er kann eben einfach nicht anders.

    Es ist immer einfacher für einen Alkoholiker mit jemand Neues etwas anzufangen, als die alten Probleme anzugehen. Die Neue kennt ihn doch noch nicht so, wie Du es tust. Sie kennt die Ausfälle nicht, die Versuche aufzuhören und das scheitern. Er wird wieder bewundert, hat wieder jemanden der ihn "erstmal" uneingeschränkt toll findet. Ob das ewig so bleibt ist fraglich. Ich habe zu meinem Ex-XY immer gesagt, das NIE ein Alkoholiker mit einem Nicht-Akhoholiker zusammen sein kann... Wenn sie auch ordentlich mit trinkt, dann fällt es erst einmal nicht so auf. Irgendwann aber wird es wieder Probleme geben, weil ein Alkoholiker selbst auch einfach nicht glücklich sein kann. Und die ewig gleiche Masche wieder abzieht. Schau Dir doch mal die ganzen Geschichten hier an - alle ähneln sich hier sehr. Die Wesenszüge sind bei allen nassen Alkoholikern gleich, obwohl doch trotzdem jeder einen unterschiedlichen Charakter hat.

    Und noch etwas... dieses "Sie hält mich vom trinken ab" ... vergiss es. Das gleiche habe ich damals auch gehört. "Sie tut mir so gut, sie passt auf mich auf, durch sie muss ich nicht mehr so viel trinken"... alles Schwachsinn. Hat er selbst einmal zugegeben, als es aus war mit der Ersten. Er hat sich einfach die ganze Zeit zusammen gerissen, damit sie nicht merkt, das er ein Alki ist. Das wäre aber nicht mehr lange gut gegangen... Also, glaub diese Sachen bitte nicht, auch das ist nur nassen Geschwätz!

    Ja, nur Du selbst kannst Dein Leben ändern. Das wichtigste ist erst einmal, das Du Dich selbst mehr liebst als ihn :lol:

    Liebe Stern,

    ich weiß aus eigener Erfahrung selbst, wie schwer das loslassen ist... aber stell Dir mal eine Frage: Hätte er keine andere, würdest Du auch noch so an ihm hängen???

    Du hast Dich damals getrennt von ihm, weil es zu schlimm mit seiner Alkoholsucht geworden ist. Dann seid ihr wieder zusammen gekommen, wieder getrennt, wieder zusammen... das alles kenne ich nur zu gut, habe das selbst mitgemacht:

    "Und dann diese Ohnmacht, dieser unendliche Schmerz, als er eine Neue hatte. Die Gedanken, das jetzt alles bei ihm gut ist, nur ich es mit ihm nicht geschafft habe. Ich daran Schuld bin, das es nicht geklappt hat, weil ich zuviel gemeckert habe... Auf einmal sind da nur noch die Gedanken an die schönen Zeiten, die schlechten Vergessen. Dann ist es mit der Neuen vorbei... er kommt wieder an. Wieder Kontakt. Dann aber wieder die Gedanken, er hat sich kein bißchen geändert, trinkt noch genauso, das Verhalten hat sich nicht geändert. Ich will auf keinen Fall wieder mit diesem Menschen zusammen sein. Alles würde von Vorne losgehen, ich würde wieder krank werden in seiner Gegenwart. Also wieder etwas Abstand... längere Zeit keinen Kontakt, mir geht es gut. Dann höre ich, er ist jetzt mit einer ehemaligen Freundin von mir zusammen... und wieder bricht mein Herz und das Gedankenkarussell springt an... jetzt ist er glücklich, mit ihr wird bestimmt alles besser. Er trinkt bestimmt nicht so viel mehr... sie bekommt den Mann, den ich mir immer gewünscht habe"

    Verrückt, oder?

    Liebe Stern, ich erzähle Dir das alles nur, damit Du weißt, das Du mit Deinen Gedanken und Gefühlen nicht alleine bist. Vielleicht ist das auch mit ein Teil unserer Krankheit!? Ich weiß es nicht.

    Es ist natürlich totaler Unsinn, das jetzt alles gut ist. Sie bekommt doch den gleichen Mann, den ich nicht mehr wollte! Und so solltest Du es auch sehen. Das sind Deine verklärten Erinnerungen, die Dich so sehr an ihn festhalten.

    Vielleicht ist es - wenn man sich von einem Alkoholiker trennt - auch etwas andere als wenn man sich "unter normalen, anderen Umständen" sonst von seinem Ehemann trennt. Man trennt sich nicht, weil man diesen Menschen nicht mehr liebt, sondern weil es einfach mit der Krankheit so unerträglich ist. Eigentlich will man nicht gehen... muss es aber, um sich selbst oder die Kinder zu schützen. An sich schon mal keine gute Voraussetzung, loslassen zu können

    Vielleicht solltest Du auch mal andere Gefühle zulassen. Du darfst auch wütend auf ihn sein, für das was er damals mit den Kindern und der Autofahrt gemacht hat, darfst Du ihn auch "hassen"... Versuche mal, Dir alle schlimmen Erinnerungen wieder hoch zu holen. Demütigungen, oder wo er Dir Schuldgefühle einredet hat, das er wegen Deiner Figur trinken musste... möchtest Du einen Mann an Deiner Seite, der Dich so behandelt???

    Ich kann Dir ja nur sagen was mir geholfen hat oder auch gerade wieder hilft: Reden, reden und noch mal darüber reden. Entweder mit Freunden, die Dich verstehen können, oder mit professioneller Hilfe. Gerade wenn Du in so einem Tief steckst kann ein guter Therapeut Dir wirklich helfen, da wieder raus zu kommen. Bei mir hat es auf jeden Fall sehr geholfen! Und dann - geh raus! Du hast den Spanier abgesagt, weil Du nicht möchtest, das Deine Familie Deine schlechte Stimmung mitbekommt. Aber es sind doch Deine Liebsten, und wie ich raus gelesen habe sind zwei Deiner Kinder ja auch schon erwachsen. Sie hätten bestimmt Verständnis für Dich, wenn Du jetzt nicht auf den Tischen tanzt, dafür aber dabei bist. Ablenkung ist auch sehr gut. Jetzt bist du zuhause und hängst Deiner Vergangenheit nach. Wo würde es Dir jetzt wohl besser gehen?

    Versuche doch einfach mal ein paar Sachen aus, die Du noch nie im Leben gemacht hast. Du hast z. B. einen Hund. Es gibt so viele Angebote wie z.B. Mantrailing, Agility etc. die Du ausprobieren könntest. So lernst Du ein paar neue Leute kennen, die auch nicht Deine Vergangenheit kennen. Da fragt dann auch keiner wo Dein EX-XY ist...

    Und was mir hauptsächlich hilft ist: Kein Kontakt, nichts mitbekommen! Was Du nicht weißt, darüber musst Du auch nicht nachgrübeln. Deine kleine Tochter möchte ihren Vater nicht mehr bei Euch sehen, Dein Sohn weiß schon ganz genau Bescheid wie die Alkoholkrankheit tickt... schütze Dich selbst und versuche, ihn aus Deinem Leben zu verbannen.

    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft
    Alles Liebe
    Sunny

    Hallo Danny,

    auch mich hat schon die Frage getrieben, was eigentlich mit Dir selbst ist. Du beschreibst eher den Weg, was Du für ihn alles getan hast. Wie es ihm geht, warum er trinkt (Familienkrankheit) etc. Aber es geht doch hier nicht um ihn, sondern um Dich. Den Weg, den er einschlägt - oder eben auch nicht - oder ob er eine Therapie machen sollte... das alles ist hier nicht wichtig. Es geht um Dich, wie Du Dich fühlst und wie Du aus der Situation raus kommst. Du solltest für Dich hier schreiben und nicht für ihn. Das sind alles Sachen/Erlebnisse, die wir hier - gerade die, die schon länger dabei sind - zu Hauf kennen. Mal ist es schlimmer, mal hat der XY eben noch nicht alles verloren, kann sich den Tag über zusammen reißen, etc.

    Am Ende ist es aber trotzdem so, das der Partner (nämlich wir) leidet und sich auch deswegen hier anmeldet. Ihm kannst Du hier nicht helfen, aber DIR!

    Ich denke auch, das man im öffentlichen Bereich einiges schreiben kann, ohne das man erkannt wird oder zu viel preisgibt. Ich finde den öffentlichen Bereich ehrlich gesagt auch viel wichtiger, weil er eben "öffentlich" ist und vielen so den Anstoß gibt, in seinem Leben etwas zu ändern oder wenigstens, das man mit seinen Problemen nicht alleine ist. Das musst Du aber selbst entscheiden.

    Liebe Grüße
    Sunny

    Liebe FreeWell,

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    Ich habe jetzt eine Weile nur mitgelesen, da es in mir arbeitete. Statt mich auf meinen XY zu konzentrieren, habe ich gelernt, meine eigene Sucht zu helfen, auszuhalten. Erstaunlich, es wurde jeden Tag ein bisschen leichter :lol: !

    Tut mir leid, wenn ich Deinen Text so durchlese, gerade was Du am Ende mit dem Narzissmus geschrieben hast, und auch noch den Nachtrag, dann kommt es mir leider nicht so vor, als würdest Du Dich nicht mehr auf Deinen XY konzentrierst. Du suchst gerade nach Gründen, warum er so ist, wie er ist. Warum er Alkoholiker geworden ist, warum er keine Freunde hat etc.

    Glaube mir, ich kann das sehr gut verstehen, ich war nämlich mal genauso wie Du. Ich wollte unbedingt verstehen, warum er sich so verhält, warum er kein normales Maß kennt wie andere, warum er in die Sucht gerutscht ist. Was ist Teil der Sucht und was ist der wirkliche Mensch?!

    Meine Gedanken kreisten darum, immer wieder. Und ich habe mich viel damit beschäftigt. Und das war genau das Falsche. Denn ich habe mich nicht mit MIR beschäftigt, sondern nur mit ihm. Aber ihm konnte ich doch einfach nicht helfen, auch wenn ich es heraus gefunden hätte... Und wenn die Gedanken sich immer nur weiter um den XY drehen, dann kommt man auch nie davon los. Man kann einfach nicht loslassen. Und das ist doch eigentlich das, was wir tun sollten, oder?

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    In dieser Zeit hat er wieder getrunken, hat meinen sehr alten Vater nachts telefonisch belästigt, hat meine Kollegen telefonisch belästigt und über mich gelästert und wollte meine Mädels attackieren. Welch ein Segen, dass diese fast alle gerade neue Handynummern haben und er diese nicht weiß :) ! Nun räume ich gerade den Scherbenhaufen auf, entschuldige mich bei meinen Kollegen, meinem Vater und und und ...

    Ja, kann ich auch verstehen, musst Du aber nicht. Denn nicht Du hast die Leute belästigt, sondern er. Warum entschuldigst Du Dich? Oder denkst Du, das die Leute das mit Dir in Verbindung bringen? Meine Erfahrungen sind mittlerweile, das die "Leute" schon genau wissen, mit wem sie es zu tun haben (Dein XY) und auch wissen, das Du damit nichts zu tun hast. Und die Leute sind am Ende ja nicht sauer auf Dich, sondern auf ihn. Und für Dich gibts da nichts zu entschuldigen :lol:

    Und jetzt kommst:

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    In einem anderen Beitrag hier habe ich ein Stichwort gelesen: Narzissmus. Da hat es bei mir geklingelt ! Ich habe sofort gegoogelt


    Juchu, jetzt sind wer dem wahren Übeltäter auf der Spur :roll: das könnte auch auf meinen EX-XY zutreffen, alles. Na und... das macht es doch nicht besser, das Dich jemand so behandeln darf! Ein Grund mehr, das Du Dich besser von ihm fern hältst. Ich weiß aus Erfahrung wie schwer das ist, ich kann Dir nur sagen, das es mit der Zeit besser wird. Je mehr die Zeit vergeht, desto besser kannst Du Dich auf Dich selbst konzentrieren. Ich habe dafür selbst bestimmt über zwei Jahre gebraucht. In der Zeit war ich auch schon ausgezogen, konnte aber einfach nicht los lassen. Aber wenn Ihr weiter Kontakt habt, kommst Du nie von ihm los...


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    Meine Frage an euch: Werden vielleicht einige unserer lieben Säufer einfach falsch therapiert ?


    Das sind keine lieben Säufer, sondern es ist eine Krankheit! Ich habe es damals lange als Willensschwäche gesehen, bevor ich mich richtig mit dem Thema auseinander gesetzt habe. Und ich denke auch, das immer erst der Alkohol weg muss, ein trockenes gutes Leben aufgebaut werden muss, bis man an anderen Sachen oder Themen im Leben arbeiten kann.

    Und was ich alles schon von Leuten gehört habe, warum und wieso mein XY trinken tut... ach herrje! Am Ende tut er es, weil er nicht anders kann und in dieser schlimmen Krankheit gefangen ist.


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    Als ich heute morgen bei meinem Handy den Flugmodus ausstellte, kam eine fröhliche Nachricht, dass er Wäsche gewaschen hat, das Haus geputzt hat, joggen war, mit dem Bauern gesprochen hat und nun pünktlich mit dem Bus auf dem Weg zur Klinik ist, um Antabus zu holen ...


    Und was hat das mit Dir gemacht, als Du das gelesen hast? Hattest Du wieder einen kleinen Hoffnungsschimmer?

    Alles Liebe
    Sunny

    Hallo Osiri,

    für mich hört sich das eigentlich nicht wie eine WG an. Du bist noch genauso im Strudel wie vorher, gerade wenn ich das mit den Alkoholtester lese...

    Ich würde an Deiner Stelle weiter nach einer Wohnung suchen, gerade wenn Du den WBS hast, hast Du eigentlich mehr Möglichkeiten als sonst. Ich denke schon, das Du in Deiner eigenen Wohnung mehr zur Ruhe kommen wirst und Abstand ist sehr wichtig.

    Wenn ich weiter mit meinem EX-XY zusammen gelebt hätte, dann hätte ich nie den nötigen Abstand gewinnen können. Ich wäre weiter sein Prellbock gewesen, hätte mich immer weiter aufgeregt und wäre definitiv daran zugrunde gegangen.

    Manchmal muss man einfach nur anfangen... und dann ergibt sich etwas. Habe den Mut und suche Dir eine Wohnung.

    Ich drücke Dir die Daumen

    Alles Liebe
    Sunny

    Liebe FreeWell,

    wenn ich Deinen Text so lese und wie sich Dein XY verhält, fällt es mir schwer zu glauben, das er wirklich nicht mehr trinkt.

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    nach der kurzen Episode der Harmonie kam unweigerlich die nächste Konfliktsituation und ich sitze hier und weiß nicht mehr, was ich denken soll.

    Dieses ranziehen, dann wieder wegstoßen, Dir ein schlechtes Gewissen machen... das alles sind für mich typische Verhaltensweisen bei einem nassen Alkoholiker.

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    Der Hund kann nicht mit. Wo bleibt er dann ? Nun bekomme ich ärgste Vorwürfe von meinem Partner (seit heute Ex-Partner ?), von meinen Eltern, von meinen Kollegen.

    Lass doch mal Partner, Eltern und Kollegen außen vor und frage Dich selbst, ob Du den Hund gerne nehmen möchtest? Macht es Dir Spaß mit dem Hund? Oder ist es für DICH nur eine Belastung?

    Es geht schließlich darum, das Du Zeit mit dem Hund verbringst, oder? Bilde Dir da mal eine eigene Meinung :D
    Und wenn ER sagt, das der Sonntag Euch gehört... ja, was stört denn da ein Hund? Verstehe ich jetzt nicht so ganz, habe selbst eine Hündin, die ist zwar kein Welpe mehr, aber musst Du ihm den ganzen Sonntag die Hand halten oder wieso stört der Hund dann? Du hattest doch geschrieben, das er selbst einen hat, dann muss er doch auch mal mit dem Gassi gehen.

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    Der Therapeut meines Partners muss wohl zu ihm gesagt haben, dass ich konsequent sein soll: Urlaub oder Hund. Wenn die Tochter in den Urlaub fahren will, soll sie den Hund wieder abgeben. Für mich klingt das unglaublich lieblos.

    Für mich auch! Trotzdem hätte Deine Tochter Dich ja vorher mal fragen können - bevor sie sich einen Welpen anschafft - ob Du für die Urlaube oder kellnern etc. für den Welpen da bist. Und wenn Du - nur DU - den Hund nicht haben möchtest, dann sag das Deiner Tochter. Es gibt mittlerweile tolle Unterbringungen für Hunde, sie wird da bestimmt etwas finden.

    Und noch was... zahlst Du auch für den Therapeuten? Oder warum bist Du und der Hund da Thema?
    Dieses "Andere haben auch gesagt, dass Du das so oder so machen sollst" oder dieses "Andere sagen auch, dass das total falsch von Dir war" ... kenne ich auch zu gut. Wenn andere das sagen, muss es ja stimmen, oder? :roll: Damit will er Dich nur verunsichern, hat bei mir auch super geklappt. Wir Co's denken ja gerne mal, dass alle anderen schon Recht haben und nur wir etwas falsch machen...

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    Natürlich bin ich nicht superglücklich, dass ich den Hund bald 10 Tage versorgen "muss", aber nun ist er da. Zur Züchterin zurück wäre doch auch grausam für den Hund und meine Tochter hat in meiner Ehe soviel mitgemacht und der Hund tut ihr gut und sie ist so glücklich mit ihm. Ist das da so schlimm, mal 10 Tage im Jahr zu helfen ? Oder greift da wieder mein Helfersyndrom und ich stelle wieder das Wohl des Hundes und meiner Tochter über mein eigenes ?

    Das hört sich für mich nach Helfersyndrom an. Was heißt denn "nicht superglücklich"? Reicht doch, wenn Du nur glücklich bist, den Hund 10 Tage zu versorgen... :lol: Sorry, das meine ich jetzt etwas überspitzt! Natürlich ist es überhaupt nicht schlimm, seiner Tochter zu helfen. Meine Eltern nehmen auch immer meinen Hund, wenn ich in den Urlaub fahre und sie mal nicht mitnehmen kann. Aber meine Eltern freuen sich auch auf den Hund.

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    Zerstöre/beende ich damit bewusst meine Beziehung, die in den letzten Monaten sehr anstrengend geworden ist ? Mein Partner hat gerade angerufen und erklärt, dass er jetzt zum essen eingeladen wird. Vom wem, ist egal. Und ich soll morgen um 9:00 Uhr meine restlichen Sachen holen. Ich hätte ihn in den Dreck geworfen und meine Liebe wäre alles Lüge gewesen ...

    Tut mir leid, aber wenn schon man eine Beziehung zerstört, nur weil ein Hund 10 Tage da ist... das spricht doch Bände, oder? Er macht Dir ein schlechtes Gewissen, versucht Dir die Schuld zu geben. Alleine dieses Beispiel mit dem Essen und nicht zu sagen, mit wem... oder Dir eine Uhrzeit zu setzen, wann Du die Sachen abzuholen hast... Das alles kenne ich nur zu gut. Und auch ich habe mir den Schuh immer wieder angezogen, leider!

    Sieh es doch mal so - als er getrunken hat, war es schlimm für Dich. Jetzt trinkt er (angeblich) nicht mehr, aber es ist auch nicht besser. Ich habe bei meinem Ex-XY auch beide Phasen erlebt. Nach dem Entzug war es bei uns fast noch schlimmer als mit dem trinken. Er hat den Entzug nicht aus Überzeugung gemacht, nie wieder trinken zu wollen sondern nur, weil es ihm gesundheitlich so schlecht ging. In seiner kurzen trockenen Zeit war er eigentlich nur unglücklich, saß auf einem Pulverfass.

    Am Ende nützt aber alles nichts, Du musst Deinen Tiefpunkt haben und Dir selbst sagen können, das Du ihn nicht mehr möchtest. Das Du ein besseres Leben verdient hast und einen Menschen an Deiner Seite, der Dich so behandelt, wie Du es verdient hast. Ich drücke Dir die Daumen, dass das bald passiert!

    Alles Liebe
    Sunny

    Liebe Aiko,

    ja, leider kannst Du den Kontakt nicht komplett abbrechen, da Ihr eine gemeinsame Tochter habt. Es ist wirklich um vieles einfacher, wenn keine gemeinsamen Kinder im Spiel sind. Man muss dann keinen Kontakt mehr haben. Auch wenn das schon schwer fällt, aber so kann man irgendwann auch mal endgültig abschließen.

    Es freut mich aber, das es Dir sonst gut geht. Und das mit dem Mann hört sich auch sehr gut an. Wenn man - wie wir - so unser Päckchen mit uns tragen und auch immer wieder selbst an uns arbeiten müssen ist es auch nicht so leicht, sich wieder auf etwas neues einzulassen.

    Ich bin jetzt seit 2 1/2 Jahren getrennt und auch mittlerweile geschieden, ich kann mir derzeit überhaupt nicht vorstellen mich noch einmal mit allem drum und dran auf jemanden einzulassen. Aber auch das wird zu gegebener Zeit wahrscheinlich kommen. Es drängt ja nichts und im Moment bin ich immer noch mehr mit mir selbst beschäftigt, freue mich das mir keiner mehr mein Zuhause wegnehmen kann und niemand mehr das Recht hat mich klein zu machen.

    Gib Dir die Zeit, die Du brauchst, wenn er "gut" ist wird er das verstehen!

    Alles Liebe
    Sunny

    Hallo Aiko,

    ich habe mich gerade mal ein bißchen durch Deinen Thread gelesen. Im Grunde wiederholt sich Deine Geschichte mit dem Umgang für Eure gemeinsame Tochter und den Klinikaufenthalten Deines XY über die ganzen Jahre (seit 2014) so, und das tut mir unendlich leid!

    Ich finde es traurig, das selbst nach so langer Zeit immer noch die gleichen Probleme bestehen und keine Besserung in Aussicht ist. Gut finde ich, das Du unermüdlich dabei bist, Dich beraten zu lassen um eine bessere Lösung zu finden. Ich denke mal, Du hast schon alles an Möglichkeiten ausgeschöpft um Deine Tochter zu schützen.

    Was mich mal interessieren würde: Wie geht es Dir denn selbst? Kreist sich Dein Leben nach wie vor um Deinen XY? Konntest Du Dir in den langen Jahren ein eigenes, schönes Leben wieder aufbauen?

    Alles Liebe
    Sunny

    Hallo Naii,

    das ist ja schrecklich, ich stelle es mir ganz schlimm vor wie es war, den eigenen Vater tot aufzufinden. Das tut mir sehr leid und muss unendlich schwierig für Dich sein!

    Zu Deiner Frage: Ja, es ist so, dass wenn einem Alkoholiker immer weiter geholfen wird, ihm das Leben erleichtert wird etc. dann noch weniger Grund da ist, aufzuhören. Aber Dir die Schuld dafür zu geben, weil Du das sozusagen noch weiter unterstützt hast? Nein, das würde ich nicht!

    An erster Stelle warst Du auch noch ein Kind - Co-Abhängigkeit hin oder her. Man will ja in erster Linie helfen. Als Kind kannst Du das alles doch noch gar nicht so begreifen. Auch wenn Du Dich von Deinem Vater fern gehalten hättest wäre das ja keine Garantie, das er irgendwann aufgehört hätte. Es gibt Alkoholiker, die finden nie ihren Tiefpunkt. Auch wenn alles schon verloren ist hören sie nicht auf und trinken sich tot.

    Für Angehörige ist es immer schwer, das alles zu begreifen. Wie ein Leben so aus den Fugen geraten kann, wie sich das Wesen des geliebten Angehörigen verändert. Es ist eine schlimme Krankheit und zerstört oftmals nicht nur das Leben vom Süchtigen sondern auch das der Angehörigen.

    Gut, das Du das mit einem Therapeuten versuchst aufzuarbeiten. Deine Vergangenheit kannst Du nun leider nicht mehr ändern, aber Deine Zukunft. Versuche aus dem Strudel der Selbstvorwürfe raus zu kommen, jeder ist für sein Leben verantwortlich. Auch Dein Vater hatte die Chance, sein Leben zu ändern. Er hat sie leider nicht genutzt, konnte es vielleicht einfach nicht mehr. Aber Du bist nicht der Grund, warum er darin festhing.

    Ich wünsche Dir viel Kraft
    Alles Liebe
    Sunny

    Oh Bianca, ich drücke Dir die Daumen, das er auch wirklich seine Sachen nimmt und geht. Und denke bitte daran, falls es doch noch eskaliert, bitte rufe die Polizei. Du bekommst Hilfe und bist nicht alleine auf Dich gestellt.

    Alles Liebe
    Sunny

    Hallo Wiesenmeer,

    ähnliche Geschichten, wie Du sie aufgeschrieben hast von Deinem xy, kennen wir als Co-Abhängige zu genüge. Im Grunde ähneln sich die Geschichten hier sehr, auch die Gründe warum gesoffen wird, wer Schuld ist und alles drum und dran. Das sind typische Wesenszüge von nassen Alkoholikern.

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    Ich habe auch nicht erwähnt, dass ich mir selber schon Rat bei einer Suchtberatung geholt habe, um mein Leben wieder zu leben. Alles lässt sich auch nicht hier aufschreiben.

    Doch, lässt es sich doch :D super, das Du Dir schon Rat geholt hast. Besser wäre es aber, wenn Du Dir Hilfe nur für DICH holen würdest und nicht bei der Suchtberatung für ihn.

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    Das ich einem Traum hinterher laufe und ich mir Dinge gefallen lasse ( Beleidigungen ) und einfach darüber weg schaue.......ich habe darauf auch keine Antwort ...muss ich auch nicht haben....die Antworten kommen schon von ganz alleine.

    Ja, wenn Du Dich mit Dir beschäftigst und nicht mit ihm. Dann kommen irgendwann die Antworten. Das heißt, in seinem eigenen Leben zu kramen und nicht in dem von xy. Ich wollte irgendwann einfach wissen, wie es so weit kommen konnte, das ich mir soviel habe gefallen lassen. Ich habe mir selbst eine Therapeutin gesucht, mit der ich genau solchen Sachen aufarbeiten konnte. Damit das nämlich zukünftig besser nicht mehr passiert. Meistens hat das ja etwas mit dem eigenen Selbstwert zu tun. Bin ich mir selbst viel wert und behandele ich mit gut, dann lasse ich es auch nicht zu, von einem anderen Menschen so schlecht behandelt zu werden. Bin ich mir aber selbst nichts wert, dann denke ich, das ich das vielleicht verdient habe...


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    Er selbst hatte mir gesagt, dass er vor Jahren angefangen hatte zu trinken wegen einer Frau die ihn betrogen hatte.( bestimmt schon 20 Jahre her...) Deshalb vertaut er auch mir nicht und deshalb schreibt er mich auch so böse an...sagt er. Was natürlich nicht zu entschuldigen ist....

    Ach, ich könnte Dir auch den Grund sagen, warum mein xy angeblich angefangen hat zu trinken... ist aber egal, am Ende läuft es immer darauf hinaus, das irgendjemand oder irgendwas gerade Schuld war und er eigentlich nichts dafür kann! Mein Gott, wieviele Menschen wurden denn schon in ihrem Leben betrogen, nicht alle werden zum Trinker und können nie wieder im Leben dem Partner vertrauen. Alles nur Ausreden, um Dich im Schach zu halten. Der bemitleidenswerte Mann, den man doch unterstützen muss und ihm seine ganzen Ausfälle und Unarten verzeihen muss... Auch was Du danach alles schreibst sind schöne Manipulationen um Dich weiter in der Zange zu haben. Er weiß ja auch scheinbar, das er alles mit Dir machen kann. Ich könnte Dir jetzt zu jeden einzelnen Absatz meine Meinung schreiben, aber im Grunde weißt Du schon selbst, was dahinter steckt.

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    Ich habe vieles verstanden und werde eure Antworten immer wieder lesen...manches kommt halt später...wie meine Vorrednerin schon sagte....

    Auf jeden Fall sehe ich nun vieles anders...es braucht seine Zeit.
    ich werde mich weiterhin zurück ziehen..das mache ich seit Monaten....und werde mir Gespräche suchen.

    Ja, das alles braucht seine Zeit. Das hat es bei mir auch. Am Anfang konnte ich auch viele Antworten nicht verstehen. Das es um mich gehen muss und nicht um ihn. Das ich erstmal mir selbst helfen muss...

    Ich hatte zwar ziemlich schnell verstanden, das er für sein Leben selbst verantwortlich ist und ich nichts tun kann. Aber das ICH was in meinem Leben ändern musste, meine Denkweise und vor allem mich ändern musste, das hat viel länger gedauert.

    Du bist noch ganz am Anfang. Gib Dir die Zeit, lese hier viel, hier gibt es einen unendlich großen Schatz an Erfahrungen. Alles dauert seine Zeit!

    Alle Liebe
    Sunny

    Liebe Wiesenmeer,

    wenn ich mir Deine beiden letzten Beiträge durchlese kommen mir folgende Gedanken: einerseits hast Du Dir Eure gemeinsame Zukunft schon so schön ausgemalt - das wird nun leider nix da er Alkoholiker ist und keine Zukunft möglich ist. Du bist enttäuscht, möchte aber den Traum eigentlich noch nicht aufgeben. Ich habe selbst auch lange nicht wahrhaben wollen, das mein Mann Alkoholiker ist, aber das Du es jahrelang nicht wahrgenommen hast fällt mir schon etwas schwer zu glauben. Oder wolltest Du es nicht sehen?

    Dann die schon sehr argen Beleidigungen... er scheint komplett den Respekt vor Dir verloren zu haben. So behandelt man doch keinen Menschen, den man mag, oder? Ich habe mir auch sehr viel gefallen lassen, aber soweit ist es nie gegangen. Da wäre selbst ich schon vorher weg gewesen, und das soll was heißen :lol:

    Du schreibst, Du willst für Dich sein - das kommt mir aber anders vor. Du willst unbedingt da sein, wenn er ganz am Boden liegt - schön um ihn retten zu können. Das er dann vielleicht merkt, das Du doch die Beste bist und Deine gewünschte Zukunft in Erfüllung geht. Bis es aber soweit - vielleicht irgendwann mal - ist, bist Du aber schon längst dabei zugrunde gegangen! Tut mir leid, wenn ich etwas hart schreibe, aber mir kommt es eher so vor, als würdest Du geradezu hoffen, bald die Retterin für ihn zu spielen. Dieses ewige hin und her wird Dich aber immer mehr in Deinen Abgrund treiben.

    Du möchtest lernen zu unterscheiden, ob Nachrichten dringlich sind oder nicht... hmm, das kann Dir bestimmt auch kein trockener Alkoholiker erklären. Denn jeder Mensch ist doch anders. Auch nicht Deine Aufgabe, das zu lernen. Er hat Dich so fest im Griff, das Du schon gar nicht mehr siehst, das es auch andere Wege gibt. Wenn es ihm so schlecht geht kann er auch immer noch die 110 rufen, oder seine Familie die direkt nebenan wohnt.

    Du beschreibst Dich selbst als Familienmensch. Ruhig, verantwortungsbewusst! Was zieht Dich denn so sehr zu ihm???

    Alles Liebe
    Sunny

    DU BIST NICHT SCHULD an den Launen Deines Gegenübers!

    Das mal zuallererst! Jeder Mensch ist wie er ist. Der eine sensibler, der andere eben anders. Du gibst Dir die Schuld daran, das du nicht mehr locker sein konntest. Dein Gegenüber hat doch aber durchweg deine Grenzen überschritten. Hättest Du denn auch bei einem anderen Menschen zugelassen, das diese dauernd überschritten werden?

    Wärst du anders, wärst du doch aber nicht mehr Biene... Und eh bist du doch nicht dafür geboren worden um die schlechten Launen eines anderen zu beheben! Und selbst wenn Du "anders" gewesen wärst, was wäre das denn für ein Leben mit einem Alkoholiker? Es gibt Menschen die in Partnerschaften zusammen leben, aber jeder nur auf sich fokussiert ist. Manchmal bewundere ich Frauen, die alles an sich abprallen lassen können, egal wie sich der Mann benimmt. Aber andererseits habe ich akzeptiert, das ICH neunmal nicht so ein Mensch bin! Man kann sich doch nicht immer verstellen, weil man denkt, man muss alles mal locker sehen!

    Man ist wie man ist... und das ist auch gut so! Hab dich mal selbst lieb, denn du bist bestimmt ein liebenswerter und ganz toller Mensch!!!

    Liebe Biene,
    man KANN gar nicht locker und entspannt bleiben wenn sich der Partner so benimmt! Ich wollte das damit auch nicht zum Ausdruck bringen, sondern das „unsere“ Art mit der Situation umzugehen für den anderen vielleicht auch anstrengend war. Das heißt jetzt nicht, das ich Verständnis mit dem Alkoholiker habe!

    Ich empfand es auch extrem schwierig in solchen Momenten ruhig zu bleiben, die coole nette Verständnisvolle Frau zu spielen, das hat bei mir am Ende überhaupt nicht mehr funktioniert. Ehrlich gesagt glaube ich, das es den wenigstens Menschen gelingen wird, fröhlich und glücklich zu sein wenn man so behandelt wird!

    Den Schuh, das nur „ich“ total unentspannt bin, nur am meckern und alle Stimmung kaputt mache, den sollte man sich gar nicht mehr anziehen. Im Grunde wissen wir es doch heute besser, oder?

    Aber ein bisschen Unsicherheit wird wahrscheinlich immer bleiben... :cry:

    Liebe Biene,

    ich lese Dich immer sehr gerne, Deine Antworten bei einigen Beiträgen bringen mich immer sehr zum nachdenken und zum reflektieren. Umso mehr freue ich mich über Deinen neuen Beitrag. Ich bin ja nun auch schon über zwei Jahre von meinem Ex-Mann getrennt, aber die Trennung alleine hat mir nicht geholfen, um aus der Co-Abhängigkeit raus zu kommen.

    Beziehungssucht finde ich auch besser als das Wort Co-Abhängkeit. Für mich jedenfalls. Denn bei vielen Sachen kann ich mich in der Co-Abhängkeit nicht finden, aber ich bin definitiv Beziehungssüchtig (gewesen). Diese Verunsicherung kenne ich sehr gut, ich habe genauso gehandelt wie Du.

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    ich nehme mir vor, geschmeidig, angepasst und duldsam :D zu sein.
    Ist mir über Jahre ganz gut "gelungen". Im Nachhinein eben immer, um die liebevolle Seite abzubekommen und nicht den reizbar-genervten. Wie schon in einem anderen Thread beschrieben: Ich vermied, zu stören.

    Das habe ich auch getan. Ich konnte mit diesen extremen Stimmungswechseln überhaupt nicht umgehen. Ich wusste nie, was mich erwartet wenn ich nach Hause komme, war nur noch unsicher und nervös.

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    Nun meine Frage:
    Wird man automatisch unsicher, tastend, zaghaft, wenn man mit dieser Unberechenbarkeit konfrontiert wird?
    Ist man automatisch gestresst, weil man in hab-acht-Stellung ist?
    Ist das nur bei Co-Abhängigen so oder ist auch ein gesunder Mensch so anfällig für wechselhafte Launen?

    Du hast geschrieben, das Du hochsensibel bist. HSP - den Ausdruck habe ich noch nie gehört. Ich kann Dir nur sagen, das ich genauso unsicher und gestresst war wie Du. Ob ich auch hochsensibel bin? Keine Ahnung. Auch ich merke bei anderen Menschen sofort, wenn irgendwas ist, wenn die Stimmung kippt oder jemand Sorgen hat. Man kann aber auch einfach ein sehr empathischer Mensch sein, der sich viele Gedanken um seine Mitmenschen macht, um solche Stimmungen schnell zu spüren.

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    Bin ich selbst "schuld", weil ich verunsichert war?
    Ist der damalige Vorwurf, ich sei (nicht mehr) locker und entspannt berechtigt oder eine angemessene Folge dieser Komm-her-geh-weg-Wechsel?
    Es würde mir wirklich helfen zu verstehen, ob ich zu sensibel bin oder ob meine Sensibilität eine logische Folge war.

    Ehrlich gesagt glaube ich heute, das der Vorwurf, nicht mehr locker und nur noch angespannt zu sein berechtigt war. Ich kann mir vorstellen, mit einem Partner zusammen zu leben, der nur noch diese hab-acht-Stellung hat auch unbefriedigend ist. Das es durch das Verhalten unserer Ex-Partner hervorgerufen wurde ist ja erstmal nicht vordergründig, sondern das selten eine lockere Stimmung aufkommen konnte. Das würde ich jedenfalls jetzt Rückblickend auf meine damalige Zeit mit meinem Mann so sagen.

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    Und: Wird die Co-Abhängigkeit durch dieses Wechselspiel noch gefüttert / verstärkt?

    Ich denke, das die Beziehungssucht auf jeden Fall dadurch verstärkt wurde. Wie Du selbst schon mal geschrieben hast, dieses ewige ranziehen und im nächsten Moment wegstoßen, das fördert die Sucht nach dem Menschen. Himmerhochjauchzend und zu Tode betrübt... Ich habe noch nie mit einem Mann eine so intensive Beziehung gehabt wie mit meinem Ex-Mann. Entweder ist mir der pure Hass entgegengeschlagen oder wir haben nachts zusammen im Wohnzimmer getanzt :roll: So wie wir meistens sehr sensible Menschen sind, so sind es Alkoholiker oftmals auch. Alleine deswegen haben wir schon "so gut" zusammen gepasst.

    Alles Liebe
    Sunny

    Hallo Destiny90,

    er kann Dir noch so oft versprechen, das er nichts trinken wird, einhalten kann er es doch gar nicht mehr, weil er bereits süchtig ist! Das sieht man doch daran, wie er ist wenn er mal einen Tag nicht trinkt. Zittrig, schlecht gelaunt, er kann nicht schlafen, das sind alles Anzeichen dafür.

    Anhand Deiner Fragen an Caruso lese ich für mich heraus, das Du hoffst, das er auch bald seinen Tiefpunkt hat und dann trocken wird.

    Ich kann Dir nur raten, versuche den Fokus wieder auf Dein Leben zu setzen. Denn - egal ob Du nun vielleicht (zu) verständnisvoll bist oder es auf die harte Art versuchst - das alles ist kein Garant, das er trocken werden wird.

    Du weißt eh schon selbst, das das von ihm kommen muss. Es gibt leider genug Alkoholiker, die wirklich nie ihren Tiefpunkt erreichen, die ihr Leben weiter trinken. Ob die Partnerin/Ehefrau schon längst weg ist, die Kinder nichts mehr mit einem zu tun haben wollen, das alles ist einfach keine Garantie, das derjenige sein Leben in die Hand nimmt und einen Entzug macht.

    Auf Dauer wirst Du aber an der Seite eines Alkoholikers drauf gehen. Denn Deine Gedanken und Dein Fokus liegen nur noch auf den kranken Partner. Das Gedankenkarussell, warum er immer gegensätzliche Aussagen macht, Dir einerseits sagt, Du sollst aus der Wohnung ausziehen und andererseits Dich doch aber so lieb hat... das macht Dich auf Dauer krank. Und den Kampf um ihn kannst Du nicht gewinnen.


    Wenn er keine Einsicht zeigt und weiterhin nicht bereit ist, sich Hilfe zu holen, werde ich mir eine Wohnung suchen. Aber vorher dafür sorgen, dass die Kinder ihn in diesem Zustand nicht mehr erleben müssen.
    Und es tut weh - sehr weh!
    Denn eigentlich möchte ich nur, dass er aufhört zu trinken und ich mit ihm zusammen glücklich bin.
    Ich weiß, dass ihr dieses Gefühl kennt. :)

    Dieses Gefühl kenne ich sehr gut. Und ich würde Dir auch wünschen, das er aufhört zu trinken und ihr glücklich werdet. Aber wenn nicht BEIDE diesen Wunsch haben, dann besteht dazu leider keine Chance.

    Ich habe noch eine Frage dazu was die Kinder angeht: Wenn Du schreibst, das Du dafür sorgen wirst, das die Kinder ihn in diesem Zustand nicht mehr erleben müssen - wie willst Du das denn anstellen? Du bist ja nicht sein Vormund. Ich kann verstehen, das Du Sorgen hast, wenn die Kinder da sind und er ist betrunken. Ich weiß auch nicht wie alt die Kinder sind und ob sie bei der Mutter nicht vielleicht eh schon etwas erzählt haben?

    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende und hoffe, das Dir das Gespräch mit ihm weiter hilft.

    Alles Liebe
    Sunny

    Hallo Bianca,

    ich wollte Dir mal sagen, das es toll ist, das Du den Schritt gegangen bist und ihm gesagt hast, das er ausziehen soll! Super! Da kannst Du stolz auf Dich sein, denn Du stellst Dich hinter Deine Kinder und schützt Dich! Und das ist wichtig!
    Klar ist er jetzt sauer, aber das kann/sollte Dir egal sein. Denn am wichtigsten sind nur Deine Kinder und DU!

    Ich drücke Dir die Daumen, das bis zum Auszug alles glatt läuft und er Dir nicht mehr so viele Probleme macht.

    Alles Liebe
    Sunny