Beiträge von Sunny1976

    Liebe Sorra,

    Herzlich willkommen hier im Co-Bereich.

    Der Begriff Co-Abhängig ist sehr vielschichtig. Man muss nicht alle Verhaltensweisen haben, um von sich zu sagen, das man co-Abhängig ist. Ich habe zum Beispiel auch nie meinen xy gedeckt, ihm den Alkohol besorgt oder sein leben geregelt. Ich glaube aber, wenn das eigene Leben so sehr beeinflusst wird durch den Alkoholiker, das man sein eigenes Leben in den Hintergrund stellt, und sich alles nur noch um den kranken Partner/ Angehörigen dreht, dann ist dies in einem gewissen Maße eben auch krank.

    Du schreibst selbst, das sich Dein Bruder zwar mittlerweile eingesteht, das er ein Problem hat, aber keine Hilfe in Anspruch nehmen möchte. Das musst Du akzeptieren! Es ist sein Leben, damit darf er tun, was er möchte. Du kannst ihm dezent oder mit dem Hammermethode Nachrichten etc. schicken, wenn er nicht möchte wirst Du rein gar nichts damit bezwecken können. Außer das es Dir immer schlechter gehen wird, weil die erwünschte Reaktion von ihm ausbleibt. Ich weiß, wie schwierig es ist, wenn ein geliebter Mensch immer weiter abrutscht, und man sich doch eigentlich nur wünscht, das er sich Hilfe holt. Aber die muss von ihm selbst kommen.

    Es tut mir leid, mehr kann ich Dir leider dazu gar nicht schreiben.

    Liebe Grüße
    Sunny

    Hallo Emmaleah,

    Ich habe Dich schon im Vorstellungsbereich gelesen und muss sagen, das ich über Deine Geschichte sehr schockiert bin.

    Es ist gut, das Du Dich hier angemeldet hast, denn hier kannst Du viel lernen, zuerst einmal, das Du nicht schuld daran bist, das er trinkt! Für einen Alkoholiker gibt es immer Gründe, warum er trinken muss. Gerne sind diese Gründe dann wir. Ich konnte mir das auch immer anhören, er trinkt nur, weil ich immer am meckern wäre, ich wäre so unentspannt, ich müsste mich dringend ändern. Der typische Satz von ihm war über Jahre war immer: ich trinke nur, weil Du so bist wie Du bist....

    Komischerweise trinkt er immer noch, obwohl ich ja nun weg bin... was ich damit sagen will ist, das Du alles tun könntest, er ist krank und er muss weiter trinken. Wir werden eben nur gerne als Grund genommen, ist einfach und so rechtfertigen sich viele Alkoholiker selbst, warum sie immer wieder zur Flasche greifen müssen.

    Ich kann Dir nur raten, nimm Deine Kinder und rettet Euch aus dieser ausweglosen Situation. So wie Du es beschreibst, wird er ja auch immer aggressiver, wer weiß was sonst noch alles passiert, wenn ihr länger bleibt. Er behandelt Dich sehr respektlos, Du schreibst selbst es gibt keine Zärtlichkeit mehr. Überlege auch mal, was das mit Euren Kindern anrichtet, die bekommen doch sicherlich mit, das Papa jeden Abend betrunken ist....

    Ich weiß das das alles sehr schwer ist, aber glaube mir, am Ende ist es schwerer zu bleiben! Solange er keine Einsicht zeigt, solange wird sich nie etwas ändern.

    Liebe Grüße
    Sunny

    Ich habe hier sehr lange nichts mehr geschrieben, die Gründe wissen die Personen, die im geschützten Bereich schreiben. Ich bin aber weiter stiller Mitleser, auch immer noch in der Hoffnung, hier das ein oder andere für mich mitzunehmen.

    Jetzt möchte ich mich aber einfach einschalten, meine Meinung sagen. Ich möchte sagen, dass - wenn ich etwas aus dem Co-Abhängigenbereich lernen möchte - dann lese ich die ganz alten Beiträge. Dort nehme ich sehr viel für mich mit, denn dort habe ich auch das Gefühl, das ein Austausch unter Gleichgesinnten statt gefunden hat.

    Es wurde über unterschiedliche Dinge diskutiert, Knöpfe die gedrückt werden, um einen wieder in die Co-Rolle rücken zu lassen, Selbstbewusstsein wurde versucht wieder aufzubauen, es wurde teilgenommen an den Leben der anderen Mitglieder. Mittlerweile habe ich das Gefühl, das es hier nur noch darum geht, das man ganz schnell lernt, dass man seinem xy nicht helfen kann, man sich möglichst sofort trennen muss, schöne Dinge für sich unternehmen soll und dann ist die Welt wieder heile. Und man aber bloß ja nicht seine wirklichen Gefühle äußern darf, denn sonst könnte man ja ggf. den Alkoholikern auf den Schlips treten.

    Jeder ist anders in die Beziehung mit dem Alkoholiker rein gerutscht, manche von uns suchen sich immer jemanden, den sie retten wollen, bei einigen wird der Partner erst im Laufe der Beziehung abhängig, am Ende haben WIR aber so einiges mitgemacht, was tiefe Spuren hinterlässt. Klar kann man da ja auch wieder sagen - selbst Schuld, warum macht man das denn auch mit? Aber nochmal, es gibt den Bereich hier im Forum, der für die Co-Abhängigen ist. Aber nutzen darf man ihn nicht wirklich... mein Gefühl!

    Mir wurde hier am Anfang gesagt, man darf wütend sein, man darf auch mal jammern... Nein, das Gefühl habe ich nicht. Wenn es zu sehr ins Detail geht, was xy mit unserem Leben und vor allem unserer Gefühlswelt angestellt hat, dann könnte es als Abwertung eines kranken Alkoholikers gewertet werden. Wenn WIR hier von unseren Gefühlen schreiben, dann doch nicht, um den Alkoholiker generell schlecht zu machen! Aber UNS ist nunmal etwas passiert, was wir aufarbeiten wollen.

    @sunshine: ich finde es eine richtige Beleidigung wenn Du schreibst, das es wohl UNSEREN geistigen Horizont überschreitet, einzusehen, das es sich um eine anerkannte Krankheit bei Euch handelt. Außerdem frage ich mich auch, warum Du Dich dermaßen von uns Co's angegriffen fühlst? Du bist die einzige, die UNS hier sofort eine Uneinsichtigkeit und falsches denken mitteilst. Soweit ich weiß, war Dein xy nie CO - woher nimmst Du Dein Wissen, hier im Co-Bereich so ausführlich zu schreiben?

    @Yvonne78: ich finde es toll, wie Du Deinen Weg jetzt gehst. Für mich ist die Wut, die Du am Anfang hattest mittlerweile in Lebenswillen und in eine Einsicht gewandert, das Du mehr verdient hast und Dir dies auch holen wirst! Und ich finde es super, das Du Dir nichts gefallen lässt und zu Deiner Meinung stehst!

    Ziele : ich hoffe, Du bist mir nicht böse, dass ich mich hier in Deinen Faden geschlichen habe um das alles mal los zu werden.

    Hallo Milla,

    das was du schreibst, kenne ich auch sehr gut, mein xy ist auch ein Spiegeltrinker. Auch ihm hat man nie was angemerkt, er ist nie aggressiv oder handgreiflich geworden. Das macht es manchmal noch schwieriger... diese Sätze, das ich daran Schuld bin, das er trinkt habe ich auch so oft gehört. Er wäre ja ein ganz gutmütiger Mensch und ich zerstöre einfach alles, weil ich nicht einfach mal ruhig sein kann und immer nur rummeckere.

    Auch die Wut und der Hass kamen irgendwann, damit kann man erst recht nicht mehr lieb und ruhig sein... das geht auch gar nicht, denn du wünscht dir doch ein Leben, das er dir so nicht mehr bieten kann.

    Es ist sehr schwierig, den letzten Schritt zu gehen, die ganzen Träume aufzugeben, die finanzielle Sicherheit... aber, glaube mir, es wird immer schlimmer werden. Auch wenn mal wieder gute Zeiten kommen, wo er mal weniger trinken wird, so wird sich das Blatt auch wieder wenden 😔

    Diese Erstarrung kenne ich zu gut, man ist wie gelähmt. Und diese Zweifel...

    Ich selbst stehe auch noch ganz am Anfang, getrennt habe ich mich zwar schon vor einem Jahr, aber das loslassen klappt noch nicht.

    Denke an deine Tochter, die nicht lernen soll, das Lügen und Alkohol zum Leben gehören!

    Liebe Grüsse
    Sunny

    Liebe Aurora,

    Du sprichst mir aus der Seele, so sehe ich es mittlerweile auch. Wichtig ist jetzt wohl, erst einmal heraus zu finden, warum man dieses Muster hat, warum das Selbstwertgefühl so gering ist...

    Schon komisch, man weiß es, aber ich bin absolut ratlos warum es bei mir so ist...😔 Ich hoffe, das ich darauf irgendwann eine Antwort erhalte

    Liebe Grüße
    Sunny

    Ich habe mir das Buch "wenn Frauen zu sehr lieben" geholt und es innerhalb von ein paar Tagen durchgelesen. Ich bin einerseits sehr traurig momentan, verwirrt und auch ängstlich. Ich habe mich darin so wieder gefunden und es erschreckt mich regelrecht!

    Auch habe ich festgestellt, das ich wahrscheinlich schon mein ganzes Leben co-abhängig bin. Wenn ich an meine früheren Beziehungen denke, dann habe ich mir eigentlich immer Männer gesucht, die ich "retten konnte"... bei meinem xy jetzt habe ich bloß meinen Meister gefunden!

    Morgen habe ich meinen ersten Termin bei der Therapeutin, mal sehen wie das wird. Und ich werde morgen auch mal rumtelefonieren wo ich eine Al-Anon-Gruppe finde...

    Mein ganzes Leben gerät gerade ziemlich aus den Fugen... :cry:

    Liebe Biene,
    Lieber Kaltblut,

    Vielen Dank für eure ausführlichen Antworten! Das hilft mir sehr zu verstehen warum ich so reagiere... es ist erschreckend aber gleichzeitig habe ich irgendwie das Gefühl, jetzt Antworten darauf zu finden, warum ich 10 Jahre das alles so mitgemacht habe und auch jetzt diese extremen Sprünge erlebe.

    Den einen Moment sagt mein Kopf ganz klar, jetzt ist gut... ich habe verstanden und dann im nächsten Moment weiß ich wieder ganz genau... würde er sich melden, ich würde - trotz allem was schlimmes passiert ist - mit wehenden Fahnen wieder zurück gehen 😔 Wirklich krank!

    Ich spüre mich auch gar nicht mehr... schon seit Ewigkeit, deswegen fühle ich mich auch so hilflos und suche so sehr nach antworten...

    Ganz lieben Dank für eure Antworten!

    Ich mache mir gerade sehr viele Gedanken... zum Glück auch ein paar über mich 😉 Und es hilft mir, antworten auf ein einzelne Fragen zu bekommen.

    Ich habe mich jetzt gerade für den erweiterten Bereich angemeldet und hoffe dort auf noch intensiveren Austausch.

    Liebe Grüße
    Sunny

    Hallo,

    nach ein paar "guten" Tagen bin ich gerade wieder in ein seelisches Tief gerutscht und ich stelle mir gerade viele Fragen und hoffe ein paar Antworten:

    "Wann habt ihr gemerkt das ihr Co-Abhängig seit? War das schon vor der Trennung von eurem Partner oder habt ihr das erst danach realisiert?"

    "Wart ihr in euren früheren Beziehung eigentlich auch schon Co-Abhängig oder passiert das nur mit einem trinkenden Partner?"

    "Wie lange habt ihr gebraucht bis es euch besser ging und ihr wirklich loslassen konntet?"

    "Therapie: habt ihr diese speziell auf das Thema Co-Abhängig gemacht?"

    "In vielen Geschichten hier wird der xy als die große Liebe des Lebens beschrieben... empfindet man das vielleicht stärker als Co?"

    Ich hoffe, die Fragen sind nicht zu doof gestellt... :oops:

    Hallo Ela,

    Ich meinte auch nicht, das du noch denkst das du Schuld an seiner Trinkerei hast, sondern dir auch sonst die Schuld dafür gibst, das die Beziehung nicht funktioniert hat.

    Ich finde das sehr treffend was Honeymaker geschrieben hat, jeder hat wahrscheinlich ein Teil Schuld - aber es ist auch wohl so, das viele Streitereien gar nicht passiert wären ohne Alkohol... man hat einfach sehr viele Themen nicht, wie z. B. geplatzte Unternehmungen, rumstehende Bierflaschen, keine schönen innige Gespräche, und am meisten - die dauernden Sorgen wegen dem ganzen Alkoholkonsum!

    Ich denke auch immer noch oft, ich bin daran Schuld das es nicht funktioniert hat. Hätte ich mich nicht mal etwas mehr zusammen reißen können, liebevoller sein können, verständnisvoller... ja, im Nachhinein wünscht man sich das, wenn er "endgültig verloren" ist. Aber das hat auch wieder etwas mit dem geringen Selbstbewusstsein zu tun. Man sollte einfach zu sich stehen, das man aufgrund der vielen passierten Geschehnisse das eben nicht mehr sein konnte.

    LG
    Sunny

    Was meinst du denn mit „deinen Anteilen“ an den Dingen? Suchst du weiter die Gründe bei dir, warum es nicht geklappt hat zwischen euch?

    Von verdrängen halte ich auch nichts, aber ich bezweifle das du ihn irgendwann „verstehen „ kannst und dann alles gut wird!

    Ich wünschte mir auch oft, ihn zu verstehen - warum tut er dies oder jenes... warum sagt er einmal das und reagiert dann wieder ganz anders... aber, davon muss ich mich losmachen, denn er ist jetzt meine Vergangenheit! Und die kann ich nicht mehr ändern- dafür aber meine Zukunft!

    „Und was ich mich noch frage: warum hab ich das Gefühl, die Liebe meines Lebens verloren zu haben? Ich konnte ihm in den letzten Jahren nicht mehr sagen, dass ich ihn liebe und habe das auch nicht mehr empfunden. Es war nur noch ein aushalten und funktionieren und das Gefühl, nicht aufgeben zu dürfen. „

    Liebe Elahase,
    das Gefühl kenne ich sehr gut... und ich kann dir dazu ganz ehrlich nur sagen: weil wir echt ein Problem haben denken wir so ! Auch ich kann davon noch nicht loslassen, merke aber wenn es nicht bald passiert werde ich langsam wahnsinnig und versaue mir den Rest meines Lebens. Denn das ist ja kein Leben mehr! Wenn nur noch die Gedanken darum kreisen ist man selbst nicht mehr in der Lage sein eigenes Leben zu führen!

    Das was Sunshine geschrieben hat finde ich sehr passend... Männer (bestimmt nicht alle, aber viele) machen es genau so, nämlich einfach weiter gehen und nach was passenderem Ausschau halten! Ich bewundere das und hoffe sehr, das ich das auch bald kann!

    Du wirst wahrscheinlich keine Lösung hier serviert bekommen - aber ich vertraue darauf, das die Zeit, eine gute Therapeutin und Freunde, die immer für mich da sind, mir am Ende aus diesem Drama mit raus helfen!

    Kopf hoch!
    Sunny

    Hallo Dafina,

    Natürlich kann es sein, das die Phase des tiefen Falls noch kommt wenn er sich irgendwann nicht mehr meldet... allerdings hast Du auch Sachen durchgemacht, die Dir vielleicht auch endgültig gezeigt haben, das du mit ihm nicht glücklich werden kannst.

    Er erpresst dich damit, das er nur den Entzug macht, wenn er zurück darf... er hat also gar nichts verstanden - nämlich das der Entzug wenn nur Sinn macht, wenn er es für sich macht!

    Denk in erster Hinsicht jetzt an deine Kinder und an dich! Und genieße die gerade "leichte" Zeit!

    Liebe Grüße
    Sunny

    Ich wollte mal einen kurzen Zwischenstand geben wie es mir momentan geht... Mein xy hält sich nun daran und wir haben keinen Kontakt momentan. Gestern und heute ging es mir die ersten Tage mal wieder richtig gut und ich habe das Gefühl stärker zu werden. Und... ich bin jetzt auch endlich mal richtig sauer auf ihn! Das er einen blöden Vorwand gesucht hat um mir von dem Urlaub zu erzählen, er ist -für mich - genauso egoistisch wie früher... was auch immer ihm das gibt, ich weiß es nicht, aber ich will mich nicht mehr so verletzen lassen! Ich bin sauer das er mit mir nicht mehr fliegen wollte weil der Alkohol in Verbindung mit dem fliegen ihm Angstzustände gebracht hat... und mit ihr soll jetzt alles besser sein? Schwachsinn, das sehe ich jetzt langsam ein, ich glaube auch nicht mehr, das ich an allem Schuld war, das es nicht funktioniert hat. Ich sehe jetzt Dinge, die mir wichtig sind und die er nie erfüllen könnte... nämlich ein Leben ohne die Alkoholkrankheit!

    Ich wünsche mir einen Mann der mich auch wichtig nimmt, der nicht den ganzen Tag vernebelt ist und nichts geregelt kriegt, der sich nicht groß aufspielen muss weil er eigentlich gar kein Selbstbewusstsein hat... keinen der mich klein macht und mein Selbstbewusstsein zerstört sondern mich bestärkt und mich mit meinen Fehlern auch noch toll findet. Ruhe in meinem Leben und einfach nicht mehr so große Probleme. Davon hatte ich in meinem Leben nun so viel das es bis zum Ende ausreicht! Und auch als trockenen Alkoholiker will ich ihn nicht mehr, das ist mir heute noch mal bewusst geworden - jetzt geht es nur noch um mich und ich habe auch einfach keine Kraft mehr dafür!

    Ich hoffe, es wird weiter besser werden und das ich hier irgendwann schreiben kann... juchz, ich bin so glücklich wie noch nie in meinem Leben!

    Hallo Elahase,

    Ich glaube, momentan trinkt er tatsächlich weniger... die Frage ist allerdings, wie lange er das wohl durchhält?

    Im Nachhinein betrachtet hatten wir diese Zeiten auch schon, sie hielten aber nie wirklich lange an. Manchmal einige Monate, manchmal weniger. Am Ende hat er dies nur für "mich" nicht mehr gemacht.

    Und auch jetzt macht er es ja nicht für sich, sondern weil er einfach klug genug ist zu wissen, das sonst die Neue gleich wieder weg wäre... das denke ich mittlerweile wenigstens.

    Eins habe ich jetzt relativ schnell begriffen - ein nasser Alkoholiker wird immer weiter trinken, vielleicht auch mal mehr oder weniger, aber "es" verläuft nicht im Sande...

    Ich kann Deine Gefühle so gut verstehen... es tut unendlich weh wenn man denkt, bei der ist alles soooooo schön und was ist mit mir? Warum habe ich das alles ausgehalten und glücklich ist er jetzt mit einer anderen...?

    Das mit den "in guten wie in schlechten Zeiten" habe ich auch gedacht, wir waren nicht mal 1 Jahr "glücklich" verheiratet... für mich bedeutet so etwas sehr viel, aber will ich am Ende einen Mann der das mit Füßen tritt? Und das tut er ja!

    Was mir gerade sehr hilft ist, das wir keinen Kontakt haben. Ich hoffe sehr, er hält sich jetzt auch mal daran. Je weniger ich von ihm mitbekomme, desto mehr kann ich für mich klarer denken. Und mein Gehirn versucht gerade sich an alle schlimmen Zeiten zu erinnern... nicht mehr an die schönen 😉

    Liebe Grüße
    Sunny

    Liebe Honeymaker,

    das verstehe ich jetzt langsam auch, das ich hätte sonstwas machen können... es hätte sich bzw. er hätte sich nicht geändert! Schade das ich da nicht schon viel früher drauf gekommen bin...

    Wenn man mal genau darüber nachdenkt war es sogar ziemlich egoistisch von mir und im Grunde muss ich mich wohl einfach mal überdenken!

    Aber damals war ich da so drin... und wollte um keinen Preis loslassen.

    Ich habe vor ca. 4 Jahren einen Tinnitus bekommen, damals dachte ich, das läge am Stress in der Firma, mittlerweile glaube ich aber eher das ich da schon mit meinen Kräften am Ende war - aber auch das konnte ich nicht einordnen, so sehr war ich überzeugt das alles noch gut wird und ich ja so eine Kämpferin bin...

    Das war bis jetzt ein schwieriges Wochenende für mich... ich habe sehr viel hier gelesen und es ist erschreckend wie sich viele Geschichten ähneln.

    Ich dachte immer, wenn ich nur genug kämpfe, dann schaffen wir das. Was ich alles gemacht habe, wie ich immer wieder festgehalten habe... ich begreife langsam, das es eben nicht normal ist, das man kämpft und bleibt sondern das es normal gewesen wäre zu gehen 😔 Das man wahrscheinlich in einer glücklichen Beziehung gar nicht kämpfen muss!? Was mich am meisten beschäftigt ist nun, warum ich so bin, warum ich das gemacht habe? Was stimmt mit mir nicht??? Ich wünschte ich hätte mich schon viel früher damit auseinander gesetzt.

    Mein xy hat mich nie geschlagen, ist nach außen nie extrem auffällig geworden. Bei Feiern oder wenn andere dabei waren hat er nie viel getrunken, es wusste ja keiner das er dann zuhause erst richtig losgelegt hat. Warum bloß habe ich das auch manchmal zu sehr verharmlost?

    Ich denke immer noch jede Minute an ihn - an die "gute" Vergangenheit, aber ganz langsam mischen sich auch wieder Erinnerungen dazu, die nicht schön waren.

    Auf jeden Fall bin ich schon jetzt sehr dankbar für dieses Forum!

    So, ich habe ihm jetzt eine lange Mail geschrieben, das es wichtig ist für mich, das wir keinen Kontakt mehr haben. Das ich auch krank bin und mir helfen lassen muss. Und, das ich - auch wenn ich das immer gesagt habe - nicht immer für ihn da sein werde! Gar nicht mehr! Und ich habe bei einer Therapeutin angerufen und hoffe auf einen schnellen Termin.
    Ich glaube, ich war noch nie so am Boden, und heute Abend werde ich mich noch mal gehen lassen und meinen armen Vierbeiner nass weinen, aber so geht es einfach nicht weiter. Ich kann und will einfach nicht mehr von ihm abhängig sein.

    Wenn ich hier im Forum lese, so weiß ich, das ich damit nicht alleine bin. Das loslassen ist wahrscheinlich schwieriger als das ausziehen, weil es so endgültig ist und man alle Träume begraben muss... aber wenn ich/wir nicht auch krank wären wären wir wohl gar nicht hier 😥

    Ihr habt so Recht, danke für die Worte! Ich weiß bloß gar nicht mehr wie ich mich um mich selbst kümmern kann, es fällt mir schwer für mich selbst glücklich zu sein. Zum Glück kommt gleich eine liebe Freundin und ich glaube ich brauche dringend professionelle Hilfe, sonst komme ich aus dem Tief nicht mehr raus. Meine Gedanken sind manchmal so gemein, ich wünsche mir, das es mit der Neuen nicht gut geht, damit er merkt das nicht nur ich ein Problem mit dem Alkohol habe.

    Warum vergisst man die schlimmen Zeiten bloß so schnell? Warum bin ich nicht stark genug und kann endlich auch mal wütend auf ihn sein?