Beiträge von Ernest

    Liebe Alle

    Tut so gut Eure Beiträge zu lesen.
    Bin im Moment sehr kribbelig. Sonntagnachmittag: das WAR (hoffentlich) meine "Lieblingszudröhnzeit"...

    Las wieder mal die Grundsteine. Zentraler Satz für mich ist (und dies ohne wenn und aber):
    "Gelingt es einem also, seiner Trockenheit oberste Priorität zu geben und neue Wege konsequent zu gehen ? Es liegt an einem selbst.
    Nur nichts trinken reicht nicht !"

    Dumm ist nur, dass man zuerst aufhören muss zu trinken, bevor man neue Wege geht. Also darf ich noch ein paar Feierabende und Sonntage ausharren, bis ich da aus dem Loch komme (sprich: alles unternehmen, nur nicht an Alkohol denken; aber zu unkonzentriert um neue Wege zu finden).

    Das Thema Alkoholumfeld sehe ich differenzierter. Nein, ich meine nicht die Partys oder Gelage. Die sind auch für mich für eine unbestimmte Zeit tabu. Ich habe/hatte keine Mühe, wenn andere in meinem Umfeld NORMAL Alkohol trinken. Sei dies eine Familienfeier oder Geschäftsessen. A propos Geschäftsessen: vor ca. 20 Jahren bedeutete dies Apero/Weisswein/Rotwein/Cognac. Heute, wenn überhaupt noch ein Glas Wein.

    Liebe sunshine
    Meine Kinder sind mir überaus wichtig. Wichtiger als alles andere. Und wenn ich schrieb, meine Tochter ist mir wichtiger als meine Gesundheit, so meine ich, dass ich ihr nicht an ihrem Geburtstag mitteile, dass ich alkoholkrank bin. Mit Sicherheit spreche ich mit ihnen. Und ich habe keine Angst davor, weil ich weiß, dass sie dies begrüssen. Aber der Zeitpunkt muss stimmen.
    Und ja, ich bin mit dir einverstanden, wenn du sinngemäß schreibst: wenn du dich nicht liebst, kannst du andere auch nicht lieben.

    Lieber Carl Friedrich
    Zu den Feiern. wenn sie 10 x gut gehen heisst das für mich 5 Jahre (2 Kinder = 2 mal jährlich Geburtstag). Aber dann bin ich hoffentlich trocken
    :D
    Danke für die Tipps. Punkto SHG bin ich immer noch am überlegen. Schritt um Schritt

    Liebe Linde66
    Ich wohne in den "Pampas". Weit und breit keine Shops.
    Danke für die Hilfe

    Liebe Stricke
    Oh, du warst auch krank? Ich bin seit x-Jahren wieder mal erkältet. Hatte der Alkohol doch noch was Gutes? :D
    Dein Rezept werde ich gerne austesten. Leider nicht heute, da Carl-Friedrich und Linde mir "strengstens verbieten" :D heute in einen Shop zu gehen.

    So. Jetzt gehts ein bisschen besser. Uff.

    Ich wünsche Euch einen schönen restlichen Sonntag
    Liebe Grüsse
    Ernest

    Guten Tag zusammen
    Ich las den Beitrag von sunshine mehrmals durch. Nach dem ersten Durchlesen kam mir der Gedanke, ob ich vor 39 Jahren aus der kath. Kirche austreten bin, um jetzt in eine neue Religionsgemeinschaft einzutreten ("es führt nur ein Weg ins Himmelsreich")? Erst beim mehrmaligen Durchlesen erkannte ich die guten Gedanken und die Hilfeleistung. Danke. Cadda spürte vermutlich meine "Trotzreaktionen" und schrieb so schön: Erst einmal in Ruhe sacken lassen. Mache ich.

    Der gestrige Abend verlief grandios. Wir waren 12 Personen, diskutierten, lachten und hatten es gut. Nur einmal nahm mich meine Ex-Frau beiseite und fragte: Kein Wein heute? - Habe den Schnupfen - Sie: na klar doch. Und wir grinsten uns an. Beim Abräumen bemerkte ich, dass die anderen 11 Personen 3 Flaschen Wein getrunken haben. Nicht jedes Fest muss in ein Trinkgelage ausufern...

    Und um solche Familienfeste weiterhin genießen zu können, bin ich (auch) hier bei Euch.

    Heute wird dies mein erster alkoholfreier Sonntag sein (hoffentlich). Vor SOLCHEN freien Tagen habe ich angst. Herumtigern, unkonzentriert ein Buch lesen, gleichzeitig fern schauen, trotz Grippe raus gehen und spazieren. Und immer wieder die teuflischen Gedanken an das wohlige Gefühl, besoffen auf dem Fernsehstuhl zu hocken und zu dösen.

    Wenn ich es schaffe, an den freien Tagen und an den Feierabenden nicht mehr zu trinken, so denke ich, habe ich den steilsten Weg hinter mir.

    Und zudem hoffe ich, dass Cadda recht hat, dass die Schlafqualität mit der Zeit zunimmt.

    Ich wünsche Euch allen einen angenehmen Sonntag
    Liebe Grüsse
    Ernest

    Hallo sunshine
    Danke vielmals für deine Worte. Ich werde morgen alles nochmals genau durchlesen. Aber jetzt bin ich in Eile und fahre zu meiner Tochter (1.5 Std Autofahrt).
    Meine Tochter ist mir wichtiger als meine Gesundheit. Und ich schaffe das heute Abend.
    Bis morgen
    Lieber Gruss
    Ernest

    Danke Carl Friedrich für Deine Meinung.

    Zitat

    Auch ich habe Zweifel, ob eine Feier der richtige Ort für einen frisch Abstinenten ist.


    Was hat denn meine Tochter dafür, dass sich der Papa spontan entschlossen hat nicht mehr zu saufen? Nein, dieser Geburtstag ist mir sehr sehr wichtig.

    Zitat

    Abschließend: Sich klammheimlich aus der Sucht schleichen zu wollen, erscheint mir nahezu unmöglich.


    Ich habe ja auch klammheimlich gesoffen. Niemand weiß, welche Mengen ich in mich einschüttete (Mit Ausnahme des Arztes und Euch)

    Nein, das benötigt noch seine Zeit. Kommt noch dazu, dass ich "quasi alleine" wohne. Meine Kinder (30 und 28 jährig) sehe ich ca. 2 x monatlich. Sie leben in anderen Gegenden und sind beruflich stark engagiert. Und wenn wir uns treffen, so bin ich nüchtern. Was soll ich sie da schocken? OK, wenn ich STERBENSkrank wäre, so sähe die Sache anders aus.

    Lieber Gruss
    Ernest

    Danke Gotti für die Hinweise. Ich muss mir dies alles überlegen.
    Heute Vormittag erledigte ich meine Einkäufe in "meinem" Einkaufsladen. Da kam der Händler: Ciao Ernest. Konnte wieder von deinem Lieblingswein einkaufen Zum Vorzugspreis. Wenn du willst, stelle ich dir ein paar Flaschen auf die Seite". Ich: Ähhh, ehhhh, ja, nein, habe noch ein paar Flaschen zu hause. Danke. Melde mich." Und ab.
    Sch.....
    Heute Abend feiert meine Tochter ihren Dreißigsten bei sich zu Hause. Selbstverständlich bin ich auch anwesend. Klar wird im normalen Rahmen auch Wein getrunken. Da ich mir vor-/gestern den Schnupfen geholt habe, denke ich, dass es nicht groß auffällt, wenn ich Tee trinke. So muss ich mich auch nicht erklären. Alle Anwesenden sind ja gewöhnt, dass ich nicht "in ein Glas spucke".
    Gleichwohl bin ich im Moment gereizt. Der Händler, die Geburtstagsfeier..... wie geht schon wieder der blöde Spruch: Man hats nicht leicht, aber leicht hats ihn.
    Lese jetzt noch eine Weile im Forum und wappne mich.
    Wird wohl schiefgehen.
    Ist ein solcher Entzug planbar? Hätte ich meinen Entscheid vor dem Urlaub gefasst und wäre dann 2-3 Wochen in einem Kurhotel verschwunden, niemand hätte was gemerkt. Aber ich denke nicht, dass ich so einen Schritt planen könnte. Der Moment muss stimmen.
    Liebe Grüsse
    Ernest

    Hallo Dante. Danke für deine Rückmeldung.
    Nein, es ist die Langeweile. Ich habe immer Alkohol getrunken. In den jungen Jahren mit Freunden, später noch mit Kollegen, viel gelacht und geblödet. Aber immer begleitet von einen unsichtbaren Schutzengel: bevor ich die Kontrolle über mich komplett verlor, verschwand ich. Mit dem Alter und Familie beruhigte sich das Ganze, aber der Alkoholkonsum verschob sich von der Kneipe nach Hause.Zuerst ein Glas, dann zwei etc etc Jetzt sind es 2 Flaschen an den Wochentagen. Die 3. Flasche habe ich noch nicht im Griff: Am nächsten Tag kann ich nicht mehr ordentlich arbeiten. Und dass es nicht soweit kommt, bin ich hier.
    Ja Dante, du hast recht: ich wohne auf dem Lande. Musste schon zwei mal den Führerschein wegen Alkohol am Steuer abgeben, das letzte Mal vor 13 Jahren. Und da ich nicht in der Lage bin nur ein Glas Wein zu trinken, vermeide ich manchmal Feste oder ähnliches. Ich vermisse das aber auch nicht.
    Lieber Gruss
    Ernest

    Guten Tag zusammen
    Am 21.11. durfte ich mich bei Einigen von Euch vorstellen und nun bin ich "freigeschaltet". Ich darf mich nochmals vorstellen und erlaube mir das bereits Geschriebene reinzukopieren:


    Hätte es nicht gedacht, dass ich hier mal schreibe. Nächstes Jahr werde ich 60 und ich will was ändern.
    Bin seit knapp 10 Jahren geschieden, arbeite seit 20 Jahren am gleichen Arbeitsplatz (Verwaltung), lebe in einer recht großen Villa mit der 95 jährigen Mutter, kümmere mich um den Garten und habe keinen großen Kontakt zur "Aussenwelt".
    Und trinke seit 6 Jahren regelmäßig 2 Flaschen Wein (1.5 Liter) zw. 18 und 22 Uhr. Am Samstag und Sonntag manchmal auch das Doppelte/Dreifache. Aber dann über den ganzen Tag verteilt.
    Vor 3 Jahren besuchte ich eine Therapie, trank ca 2 Monate nichts und diesen Frühling war ich wieder in einer Therapie "kontrolliertes Trinken". Mein Ziel war, nie mehr allein zu trinken. Also bis heute hat sich nichts geändert. Der Grund meines Alkoholismus ist schlicht und einfach die Langeweile. Den Job habe ich im Griff und ich freue mich schon am Nachmittag, zu Hause in meiner eigenen Stube eine Flasche zu öffnen. Dann das wohlige Gefühl des Nichtstun und des Zudröhnen.

    Die damaligen Therapeuten meinten: Such dir ein Hobby. Mache Bekanntschaften etc. Aber als übergewichtiger Langweiler, ohne große Phantasie, als Mann ohne Eigenschaften, ist dies leichter gesagt als getan.

    Und jetzt will ich nicht mehr trinken. Ich gehe daran zugrunde und je mehr ich trinke desto lethargischer werde ich.

    In diesem Forum stöberte ich schon lange. Und jedesmal, denke ich, jetzt reichts. Die Anderen haben es auch erreicht.


    Soweit meine Vorstellung. Auf Anraten von Martin besuchte ich heute (24.11.) einen Arzt. Führten ein gutes und intensives Gespräch. Treffen uns jetzt alle 2 Wochen.
    Seit fünf Tagen trinke ich keinen Alkohol mehr und versuche dies durch zuziehen. Obwohl ich enorm mit mir kämpfe, ob dies der richtige Weg sei. Meine Überheblichkeit gegenüber dem Alkohol ist noch lange nicht vorbei. Rausch versus Vernunft. Konsum versus Aktivismus. Lethargie versus Interessen/Neugierde.

    Körperlich nahm ich den bisherigen Entzug nicht groß wahr. Der Schlaf hatte keine große Qualität und die Gedanken drehen sich in den letzten Tagen fast ausschließlich um den Alkoholverzicht.

    Euer Forum, Eure Beiträge beschleunigten meinen Beschluss und ich danke Euch allen, dass es soweit kam.
    Liebe Grüsse
    Ernest