Hallo Penta,
Zitat von Penta
Ich bin damals allein rausgegangen. Später, als die Sonne höher stand, viel Rad gefahren. Auf die Art und Weise traf ich andere Leute.
Allerdings dauerte es ewig, bis ich sagen konnte, ich habe ein weitestgehend alkfreies Umfeld.
Alleine spazieren gehen habe ich ein paar Mal versucht weil ich hier gelesen habe dass dies vielen Leuten in der anfänglichen Abstinenz hilft. Leider haben mich die Spaziergänge noch weiter deprimiert und runtergezogen so dass ich dies zumindest im Moment, solange das Wetter trüb, neblig und grau ist, bis auf weiteres unterlassen werde. Wenn das Wetter besser, sonniger und heller wird, werde ich aber Spaziergänge erneut wieder in Betracht ziehen und schauen was es mir bringen wird.
Zitat von Penta
Nutze die Zeit mit dir für dich. Vielleicht kannst du ergründen, was dir guttut? Teilnahme an Buchlesungen, nachmittags in der Fußgängerzone Leute gucken und Kaffee oder Tee schlürfen, Spazieren...
Vielleicht ergibt sich gerade aus der sinnvollen Gestaltung der Zeit mit dir der eine oder andere Anhaltspunkt für weitere Aktivitäten, eventuell sogar mit neuen Leuten.
Also Aktivitäten habe ich im Moment mehr als genug, ich übe sie auch aus und sie tun mir gut und lenken mich ein wenig ab. Der einzige Wehrmutstropfen ist, dass ich das meiste davon alleine ausübe, aber als Frischling kann man halt eben auch nicht alles auf einen Schlag haben. Leute gucken und, in meinem Fall, Kaffee schlürfen mache ich übrigens regelmässig nach der Arbeit um runter zu fahren seitdem ich mich nicht so oft Werktags nach dem Job um meine Kleine kümmern kann.
Und trotzdem, diese Glücksgefühle, Zufriedenheit und Ablenkung sind halt nur punktuell und ändern im Moment nicht meine Gesamtstimmungslage. Am Ende des Tages fühle ich mich dann doch eher unzufrieden, traurig und alleine.
Hallo Hartmut,
Zitat von Hartmut
Das kann ich nachvollziehen und hatte auch eine Phase bei der ich mich fragte ob das alles Sinn macht weil es eben nicht vorwärts ging. Aber es ging.
Dieses Gefühl das mich im Glauben lässt dass es nicht vorwärts geht (obwohl dies faktuell und nüchtern
gesehen ja nicht der Fall ist) beschreibt es übrigens sehr gut.
Hallo Vollwaise,
Zitat von Vollwaise
Zunächst mal würde ich DRINGEND die Kainsmale (siehe Posting 11.01.18) aus dem Kühlschrank in den Müll werfen... wo nix ist, kann auch nix gesoffen werden.
Das Kainsmal bleibt schön wo es ist, das erfüllt schon alleine den Zweck dass ich es, obwohl ich jeden Tag den Kühschrank öffne, nicht mehr beachtet habe, geschweige dran gedacht habe. Es sei denn jemand erinnert mich dran... 
Zitat von Vollwaise
Dann wäre es für mich in einer traurigen Grundstimmung sehr gefährlich, zuhause auf dem Sofa zu sitzen und nix zu tun. Löcher in die Luft zu starren und die Grübelmaschine rattert auf Hochtouren....
Wie schon an Penta geschrieben, zu tun habe ich genug, auf dem Sofa turne ich momentan nur rum wenn ich esse. Ich habe aber auch schon wieder angefangen zu versuchen mir dies schnellstens wieder abzugewöhnen.
Zitat von Vollwaise
Ich habe nach der Entgiftung wochenlang abends Tagebuch geführt. Was habe ich heute gemacht? Was war gut? Was war schlecht? Habe ich an Alkohol gedacht? Bin ich mit Alkohol in Kontakt gekommen (z. B. Supermarkt) und wie habe ich mich da gefühlt? Was habe ich heute für Pläne gemacht für morgen, übermorgen, die absehbare Zukunft? Dies hat bei mir bewirkt, dass ich immer was gemacht habe, denn man will ja nicht nix, garnix und überhauptnix auf den Zettel schreiben...
Ich wollte auch Tagebuch führen, dies war auch unter anderem ein Grund warum ich mich hier angemeldet habe. Abends hatte ich dann überhaupt keinen Plan und mir fehlte auch die Phantasie was ich überhaupt schreiben sollte und sass vor meinem leeren Blatt Papier. Da ich nicht der grosse Literat bin (noch war) habe ich mit meinem Coach an dieser Problematik gearbeitet. Was ich brauche sind konkrete Fragen, eine Art Fragenkatalog für ein Tagebuch, so wie du es oben beschreibst (Hättest du dich mal ein paar Wochen früher angemeldet.). Jetzt arbeiten wir immer Fragen und Punkte für die nächste Sitzung aus, die ich dann auf Papier bringen soll.
Zitat von Vollwaise
Außerdem habe ich von Anfang an gearbeitet, was mir eben auch sehr gut getan hat. Ich finde es verheerend, dass Alkoholkranke, die ansonsten gesund sind, aus dem Arbeitsalltag gezogen und monatelang krankgeschrieben werden, ohne dass ihnen jedoch einer sagt, was sie denn mit der Unmenge Zeit anfangen sollen...
Das ist absolut richtig, ich bin auch am 6ten Tag meiner Abstinenz wieder arbeiten gegangen. Das war nicht die schlechteste Sache.
Zitat von Vollwaise
Deswegen gewinne ich beide wieder und alles kommt wieder in Ordnung.
Obwohl ich noch an der Trennug von meiner Ex-Frau zu knabbern habe, und dies nicht zu knapp, bin ich mir nicht mehr sicher ob ich sie überhaupt noch zurückgewinnen soll. Denn bis auf mein Kainsmal und andere wenige Ausnahmen (wenn ich dann doch z.B. Einladungen wahrnehme) sind mein Umfeld und besonders meine 4 Wände im Moment dann doch quasi alkoholfrei. Das wäre dann mit einem Schlag vorbei.
Zitat von Vollwaise
Sie ist noch zu klein (3 1/2) um dies einzordnen.
Zitat von Vollwaise
Und dieses Rennen und wie Rennen
Rennen tue ich wie gesagt zur Genüge, an dem "Wie" scheint es dann aber doch zu hapern so dass ich wohl oder übel die Strecke wieder zurücklaufen werde um mal ein paar Steine umzudrehen und verschiedene Ansätze in Frage zu stellen... und gegebenfalls etwas ändern.
Im Zuge dessen bin ich übrigens am Wochenende bei der Suche nach Büchern / Literatur über das abstinente Leben hier im Forum auf das Buch "Ich höre auf, ehrlich: Alkoholratgeber für Betroffene und Angehörige" gestossen. Ich habe es mir besorgt, ich muss aber gestehen dass ich es nur zu Ende gelesen habe weil ich jedes Buch zu Ende lesen, empfehlen kann ich es aber leider nicht. Grausam. 
Wünsche euch noch einen schönen Tag und danke noch einmal für eure Posts. 
Gruss,
Mario