Beiträge von Mario B.

    Hallo an das Forum,

    gestern habe ich dann den 5ten Monat meiner Abstinenz abgeschlossen.

    Ansonsten gibt es nicht viel zu berichten, bei jedem Furz den ich machen will stelle ich mir immer noch die Frage ob es gut oder schlecht ist für meine Krankheit und Abstinenz. Vieles lasse ich dann einfach bleiben weil es mir zu gefährlich oder zu riskant wegen eines Rückfalls erscheint.

    Ich sollte im Grunde in ein alkoholfreies Kloster oder auf eine verlassene Insel ziehen, da hätte ich wohl mehr soziale Kontakte und dafür weniger Themen rund um das Alkohol um mich herum.

    Bei mir hat sich der Frischling-Friede-Freude-Eierkuchen-Elan komplett eingestellt - falls er überhaupt jemals da war. Vielleicht war er auch zu nass... und einen neuen Trockner habe ich auf die Schnelle auch nicht zur Hand. Das Wetter spielt ja auch nicht so gross mit. :roll:

    Schwamm drüber, 5 Monate und einen Tag werde ich auch schaffen, morgen ist dann ein anderer Tag um weiter an meiner Abstinenz zu wurschteln und rumzudoktern.

    Leider diesmal nur mit schlechtgelaunten und vor Selbstmitleid triefenden Grüssen,

    Mario B.

    Zitat von Cadda


    Ich weiß wirklich nicht, ob ich es mir einbilde. Aber ich habe das Gefühl, ich habe viel öfter Lust auf Naschen, als vorher. Ich habe sonst immer gesagt, dass man mich mit Torte, Kuchen usw. nicht locken kann, sondern nur auf deftige Dinge stehe. Döner, Pizza und wenn Naschen, dann Chips.

    ... oder Erdnüsse. :lol:

    Lustig, bei mir ist es genau dasselbe seitdem ich versuche auf Alkohol zu verzichten. Davor hatte ich seit Ewigkeiten keine Schokolade, Torte, Kuchen oder ähnliches Süsszeug mehr gegessen. Höchstens mal diverses Naschzeug der Höflichkeit wegen, das als Dessert bei Feierlichkeiten serviert wurden.

    Während der ersten 2 Monate meiner Abstinez habe ich dann extrem genascht (Suchtverlagerung?) bis ich mich dann mal näher mit der Kalorienzahl dieser Nascherei befasst habe. :lol:

    Mittlerweile habe ich mich dann doch gebremst bekommen und praktiziere "kontrolliertes Naschen" :oops: , obwohl es natürlich (leider) auch Ausnahmetage gibt.

    Gruss,

    Mario B.

    Hallo an das Forum,

    ich wollte mich mal kurz melden ehe mein Thread in der Versenkung verschwindet. Irgendwie bin ich dann doch nicht der geborene Literat und Author.

    Zitat von Mario B.

    Nachdem das Buch "Ich höre auf, ehrlich: Alkoholratgeber für Betroffene und Angehörige" für mich eher ein Schuss in den Ofen war habe ich mir jetzt mal das Buch "Jetzt ist es genug!: Leben ohne Alkohol" von Viktor Sommer bestellt.

    Das Buch habe ich dann am Freitag in einem Zug durchgelesen, leider war es nicht das was der Titel suggeriert hat respektive was ich mir davon erwartet habe. Es hatte, ähnlich wie die anderen von mir gelesenen Bücher, auch nur ein Schlusskapitel über das Leben NACH dem Alkohol.

    Somit reiht es sich eher in die Kategorie "Lieber schlau als blau" oder "Alk, ein fast medizinisches Sachbuch" ein mit dem klassischem Themenaufbau wo der Fokus eher auf der Enstehung der Krankheit als auch auf der Beschreibung der Krankheit mit seinen Auswirkungen liegt und das Kapitel über ein alkoholfreies Leben eher als "Schlusswort" dient.

    Für Neueinsteiger ist das Buch, auch weil es sich gut (sprich zügig) liest aber absolut empfehlenswert.

    Paul Newmann, Cadda, Ernest und Hartmut

    Hallo und vielen Dank für eure Glückwünsche. Dies muntert immer wieder auf. :D

    Zum Thema Diät: da ist es mir letzte Woche ähnlich ergangen wie Cadda es gut in ihrem Thread beschrieben hat: Ich habe es schleifen lassen und abends mehrmals ungesundes Naschen in mich rein gesteckt (Schokolade). Resultat war dass kein Gewichtsverlust diese Woche auf meiner Habenseite steht, dafür bin ich umso mehr genervt dass ich da nicht standhafter geblieben bin. :roll:

    Zitat von Cadda

    Wie viel willst Du noch abnehmen?

    Nochmal 10, 12 Kilo wären ok. Heute abend starte ich, nach meinem Schokolade-Absturz, dann einen neuen Anlauf. :lol:

    Ich hatte diese Woche auch meine erste Erfahrung mit Systemischen Aufstellungen. Das Ganze fand ich sehr interessant aber auch extrem bewegend zugleich.

    Ich bin dabei zu überlegen wie ich diese Erfahrungen entsprechend zu Papier bringen kann um sie hier teilen zu können, aktuell habe ich meine Emotionen und Gedanken dazu noch nicht richtig einordnen können.

    Mal schaue wie ich dies angehen werde... kann mir vorstellen dass meine persönlichen Erfahrungen eventuell auch für einige COs und EKAs interessant sein könnte.

    Schöne Grüsse,

    Mario B.

    Hallo an das Forum,

    da ich seit dem Wochenende jetzt den 4ten Monat ohne Alkohol geschafft habe wollte ich die Gelegenheit nutzen um in meinem Thread ein wenig Staub zu wischen.

    An der alkoholfreien Front gibt es jetzt nicht allzuviel zu berichten. Meinen Coach sehe ich weiterhin alle 14 Tage, die Besuche beim Hausarzt haben wir jetzt von "alle 14 Tage" auf "1 jeden Monat" geändert. Neben den Beiträgen hier im Forum habe ich noch einmal angefangen das Buch "Lieber schlau als blau" zu lesen, mit dem Ziel, dieses Mal die Fragebögen, du am Ende von jedem Kapitel dabei sind, schriftlich zu beantworten um sie dann mit meinen Coach durchzugehen. Nachdem das Buch "Ich höre auf, ehrlich: Alkoholratgeber für Betroffene und Angehörige" für mich eher ein Schuss in den Ofen war habe ich mir jetzt mal das Buch "Jetzt ist es genug!: Leben ohne Alkohol" von Viktor Sommer bestellt. Ich hoffe auch hier neue und frische Ideen oder Denkanstösse zu bekommen um halt nicht einzurosten aber auch um zu vermeiden in alte Denk- und Handlungsmuster zurück zu fallen.

    Diese Woche gilt es übrigens das zehnten Kilo meiner Diät, oder besser gesagt meiner neuen Ernährungsweise, vollzumachen.

    Ich wünsche euch allen noch eine schöne (und nicht zu eisige) Woche.

    Gruss,

    Mario :D

    Hallo Vollwaise

    Zitat von Vollwaise


    Zum Tagebuch:
    Jetzt wird es strange, aber man kann ja auch aufschreiben, dass einem nichts einfällt und während des Schreibens den Gehirnskasten rattern lassen und aufschreiben, warum einem denn nichts einfällt. Weil da eine Leere ist. Aber woher kommt die Leere? Und was lost sie aus????
    Kann man alles aufschreiben....

    Man kann auch fantasieren, was man heute gerne gemacht hätte und das aufschreiben, solange man nicht aufschreibt, man hätte sich gerne den A... zugehauen, ist dies OK....

    Durch die Fantasie entsteht ein Soll-Zustand, den kann man dann anstreben.

    ich weiss jetzt nicht ob du diese Zeilen noch lesen wirst, trotzdem vielen Dank für diese Tagebuchtipps. Ich werde sie mir merken für den Fall wo mich die Schreibwut packen wird.

    Hallo Cadda,

    Zitat von Cadda

    Hallo Mario. Gut, dass Du hier schreibst. Weißt Du, auch wenn Du abends nichts berichten kannst, was Du groß getan hast. Aber Gedanken hat man immer.... schreib alles auf, zur Not eben auch das Gefühl der Leere.

    Vielen Dank, auch diesen Tipp werde ich mir merken.

    Zitat von Cadda


    Was Deine Ex-Frau angeht, da wurde schon alles gesagt: Wenn ein Zusammenkommen bedeutet, dass Du dann vermehrt mit Alkohol zu tun hättest: Dann bloß nicht!! Höre auf Dein Gefühl, wenn es Dir sagt, dass diese Trennung richtig ist, auch obwohl Du nicht mehr säufst. Vermutlich ist die Trennung sogar besser, gerade WEIL Du nicht mehr trinkst.

    Hier sind halt meine Gefühle zwiegespalten. Einerseits hat die Trennung mir geholfen zumindest 120 Tage (wenn ich heute keine Dummheiten mehr mache) abstinent zu leben, andererseits hat die Trennung auch vieles erschwert weil ich dieses Vorhaben der Abstinenz halt eben auch mit einer grossen Traurigkeit auf dem Buckel angegangen bin. Sprich von einer Anfangseuphorie von der man ja ab und an von anderen Frischlingen liest oder hört war bei mir nicht die Rede. Ich empfand das persönlich schon als grosses Handicap was die Sache mit dem Verzicht vom Alkoholkonsum nicht einfacher gemacht hat.

    Zitat von Cadda

    Aber könnte es nicht auch sein, dass Du nur den Schritt in die Nüchternheit geschafft hast, weil Du diesen Raum nun für Dich allein hattest?

    Hier hätten wir dann die andere Seite der Medaille, denn alleine durch die (gezwungenermassen) frei gewordene Zeit als auch Raum konnte ich den Weg, den ich bisher gegangen bin, gehen. Dies wäre wohl ohne die Trennung nicht möglich gewesen, oder zumindest wäre der Weg steiniger geworden.

    Zitat von Cadda

    Wenn Du sagst, dass Du durch Deine Ex mit Alkohol in Berührung kommen würdest (sei es nun durch sie oder auch gemeinsame Freunde oder Familie), dann war es sicher auch vorher so, als ihr noch zusammen ward.

    Anfang Januar letzten Jahres habe ich mir das erste Mal nach einem kalten Entzug , auf ihr Drängen hin, überhaupt ärztliche Hilfe geholt um meine Alkoholkrankheit behandeln zu lassen. Ich blieb auch dreieinhalb Monate abstinent, im Grunde war es, mit dem Wissen was ich heute habe und damals überhaupt nicht hatte, aber am Ende nur ein Aufhören mit dem Trinken. Der Rest blieb alles beim Alten ("Nur nicht mit dem trinken aufhören alleine reicht nicht..."). Und dazu gehörte halt auch dass ich weiter in einem sehr grossem Alkoholumfeld lebte (mit halt ihrem regelmässigen Glas Wein oder Sekt am Abend, mit dem (neuem) Vorrat an Wein und Sekt in unserem Keller, mit den Familienfeiern ihrer Seite aus wo halt eben hauptsächlich alkoholische Getränke angeboten wurden,...).

    Wir beide wussten es damals halt nicht besser, (auch ich ging z.B. ungehemmt weiter in meine Stammkneipe, aber halt mit Kaffee und Sprudel, usw) darum möchte ich ihr auch auf keinem Fall eine explizite Schuld an meinem Scheitern, der dann in Sommer in einem totalem Absturz mit meiner erster Entgiftung im Krankehause meinerseits endete, geben. Rückfällig wurde immer noch ich selbst.

    Ich wollte halt damals nicht von ihr verlangen dass sie, zumindest bei uns zuhause, keinen Alkohol in meinder direkten Gegenwart, konsumiert. Oder wir in punkto Feiern bei ihrer Famili einen Gang zurückschalten und nicht jede Einladung annehmen. Auch wenn es mich eben oft unbewusst als auch oft bewusst bei meinem Versuch der Abstinenz, gestört hat. Für mich war das damals zuviel von ihr verlangt, eben auch weil ich ja den Missbrauch am Alkohol betrieben hatte.

    Andererseits ist sie halt eben auch nicht von alleine darauf gekommen dass ein möglichst grosses alkoholfreies Umfeld vielleicht nicht die schlechteste Idee wäre. Oder das Ganze hat sie halt nicht mehr interessiert...

    Ist halt blöd gelaufen damals.

    Gruss,

    Mario.

    Hallo Penta,

    Zitat von Penta


    Ich bin damals allein rausgegangen. Später, als die Sonne höher stand, viel Rad gefahren. Auf die Art und Weise traf ich andere Leute.
    Allerdings dauerte es ewig, bis ich sagen konnte, ich habe ein weitestgehend alkfreies Umfeld.

    Alleine spazieren gehen habe ich ein paar Mal versucht weil ich hier gelesen habe dass dies vielen Leuten in der anfänglichen Abstinenz hilft. Leider haben mich die Spaziergänge noch weiter deprimiert und runtergezogen so dass ich dies zumindest im Moment, solange das Wetter trüb, neblig und grau ist, bis auf weiteres unterlassen werde. Wenn das Wetter besser, sonniger und heller wird, werde ich aber Spaziergänge erneut wieder in Betracht ziehen und schauen was es mir bringen wird.

    Zitat von Penta


    Nutze die Zeit mit dir für dich. Vielleicht kannst du ergründen, was dir guttut? Teilnahme an Buchlesungen, nachmittags in der Fußgängerzone Leute gucken und Kaffee oder Tee schlürfen, Spazieren...
    Vielleicht ergibt sich gerade aus der sinnvollen Gestaltung der Zeit mit dir der eine oder andere Anhaltspunkt für weitere Aktivitäten, eventuell sogar mit neuen Leuten.

    Also Aktivitäten habe ich im Moment mehr als genug, ich übe sie auch aus und sie tun mir gut und lenken mich ein wenig ab. Der einzige Wehrmutstropfen ist, dass ich das meiste davon alleine ausübe, aber als Frischling kann man halt eben auch nicht alles auf einen Schlag haben. Leute gucken und, in meinem Fall, Kaffee schlürfen mache ich übrigens regelmässig nach der Arbeit um runter zu fahren seitdem ich mich nicht so oft Werktags nach dem Job um meine Kleine kümmern kann.

    Und trotzdem, diese Glücksgefühle, Zufriedenheit und Ablenkung sind halt nur punktuell und ändern im Moment nicht meine Gesamtstimmungslage. Am Ende des Tages fühle ich mich dann doch eher unzufrieden, traurig und alleine.

    Hallo Hartmut,

    Zitat von Hartmut

    Das kann ich nachvollziehen und hatte auch eine Phase bei der ich mich fragte ob das alles Sinn macht weil es eben nicht vorwärts ging. Aber es ging.

    Dieses Gefühl das mich im Glauben lässt dass es nicht vorwärts geht (obwohl dies faktuell und nüchtern :wink: gesehen ja nicht der Fall ist) beschreibt es übrigens sehr gut.

    Hallo Vollwaise,

    Zitat von Vollwaise

    Zunächst mal würde ich DRINGEND die Kainsmale (siehe Posting 11.01.18) aus dem Kühlschrank in den Müll werfen... wo nix ist, kann auch nix gesoffen werden.

    Das Kainsmal bleibt schön wo es ist, das erfüllt schon alleine den Zweck dass ich es, obwohl ich jeden Tag den Kühschrank öffne, nicht mehr beachtet habe, geschweige dran gedacht habe. Es sei denn jemand erinnert mich dran... ;)

    Zitat von Vollwaise

    Dann wäre es für mich in einer traurigen Grundstimmung sehr gefährlich, zuhause auf dem Sofa zu sitzen und nix zu tun. Löcher in die Luft zu starren und die Grübelmaschine rattert auf Hochtouren....

    Wie schon an Penta geschrieben, zu tun habe ich genug, auf dem Sofa turne ich momentan nur rum wenn ich esse. Ich habe aber auch schon wieder angefangen zu versuchen mir dies schnellstens wieder abzugewöhnen.

    Zitat von Vollwaise

    Ich habe nach der Entgiftung wochenlang abends Tagebuch geführt. Was habe ich heute gemacht? Was war gut? Was war schlecht? Habe ich an Alkohol gedacht? Bin ich mit Alkohol in Kontakt gekommen (z. B. Supermarkt) und wie habe ich mich da gefühlt? Was habe ich heute für Pläne gemacht für morgen, übermorgen, die absehbare Zukunft? Dies hat bei mir bewirkt, dass ich immer was gemacht habe, denn man will ja nicht nix, garnix und überhauptnix auf den Zettel schreiben...

    Ich wollte auch Tagebuch führen, dies war auch unter anderem ein Grund warum ich mich hier angemeldet habe. Abends hatte ich dann überhaupt keinen Plan und mir fehlte auch die Phantasie was ich überhaupt schreiben sollte und sass vor meinem leeren Blatt Papier. Da ich nicht der grosse Literat bin (noch war) habe ich mit meinem Coach an dieser Problematik gearbeitet. Was ich brauche sind konkrete Fragen, eine Art Fragenkatalog für ein Tagebuch, so wie du es oben beschreibst (Hättest du dich mal ein paar Wochen früher angemeldet.). Jetzt arbeiten wir immer Fragen und Punkte für die nächste Sitzung aus, die ich dann auf Papier bringen soll.

    Zitat von Vollwaise

    Außerdem habe ich von Anfang an gearbeitet, was mir eben auch sehr gut getan hat. Ich finde es verheerend, dass Alkoholkranke, die ansonsten gesund sind, aus dem Arbeitsalltag gezogen und monatelang krankgeschrieben werden, ohne dass ihnen jedoch einer sagt, was sie denn mit der Unmenge Zeit anfangen sollen...

    Das ist absolut richtig, ich bin auch am 6ten Tag meiner Abstinenz wieder arbeiten gegangen. Das war nicht die schlechteste Sache.

    Zitat von Vollwaise

    Deswegen gewinne ich beide wieder und alles kommt wieder in Ordnung.

    Obwohl ich noch an der Trennug von meiner Ex-Frau zu knabbern habe, und dies nicht zu knapp, bin ich mir nicht mehr sicher ob ich sie überhaupt noch zurückgewinnen soll. Denn bis auf mein Kainsmal und andere wenige Ausnahmen (wenn ich dann doch z.B. Einladungen wahrnehme) sind mein Umfeld und besonders meine 4 Wände im Moment dann doch quasi alkoholfrei. Das wäre dann mit einem Schlag vorbei.

    Zitat von Vollwaise


    Und Deine Tochter?

    Sie ist noch zu klein (3 1/2) um dies einzordnen.

    Zitat von Vollwaise

    Und dieses Rennen und wie Rennen

    Rennen tue ich wie gesagt zur Genüge, an dem "Wie" scheint es dann aber doch zu hapern so dass ich wohl oder übel die Strecke wieder zurücklaufen werde um mal ein paar Steine umzudrehen und verschiedene Ansätze in Frage zu stellen... und gegebenfalls etwas ändern.

    Im Zuge dessen bin ich übrigens am Wochenende bei der Suche nach Büchern / Literatur über das abstinente Leben hier im Forum auf das Buch "Ich höre auf, ehrlich: Alkoholratgeber für Betroffene und Angehörige" gestossen. Ich habe es mir besorgt, ich muss aber gestehen dass ich es nur zu Ende gelesen habe weil ich jedes Buch zu Ende lesen, empfehlen kann ich es aber leider nicht. Grausam. :(

    Wünsche euch noch einen schönen Tag und danke noch einmal für eure Posts. :)

    Gruss,

    Mario

    Hallo Florian,

    Zitat von Florian73

    Wow... das sind beinahe vier Monate.... Gratuliere zu der 111...
    Was sagen Dir denn die Gefühle?

    Danke für die Glückwünsche. Die Tendenz meiner Gefühlslage driftet momentan eher oft zu mies. Mehr dazu unten.

    Zitat von Hartmut

    Hallo Mario
    Hat das mit dem Verzicht mit Alkohol zu tun oder deine allgemeine Lage ?

    Meine allgemeine Lage ist einerseits das Resultat des Alkohols aber auch das Resultat des Wunsches nach Verzicht von Alkohol.

    Dass meine Ex-Frau mich verlassen hat und ich grösstenteils nicht mehr mit meiner Tochter zusammenlebe habe ich zu grossen Teilen meiner Sauferei zu verdanken. Dass ich mich im Moment kopmlett alleine fühle und meine sozialen Kontakte doch arg gegen 0 tendieren ist andererseits meinem Wunsch nach Verzicht von Alkohol geschuldet.

    Ich nehme noch einige wenige diverse Einladungen an und begebe mich noch in wenigen Ausnahmen in meiner Freizeit unter Leute, vieles sage ich im Endeffekt dann doch ab oder vermeide meine Präsenz weil ich mich in den meisten Fällen wegen des Alkoholumfeldes gefährdet und zu unsicher fühle.

    Sprich die Abstinenz von Alkohol macht mir das Klarkommen mit den Konsequenzen des Alkohols nicht gerade einfach. Zumindest nehme ich es so wahr. Unter Leuten zu sein um mich ein wenig von der Trennung von meiner Ex-Frau und Tochter als auch meiner Krankheit abzulenken täte mir gut, andererseits fand diese Geselligkeit mein Leben lang in einem Alkoholumfeld statt, ein anderes, (natürliches) trockenes Umfeld, kann ich momentan nicht aus dem Hut zaubern.

    Und ein unnatürliches trockenes (wegen meiner Krankheit) Umfeld möchte ich momentan auch nicht (obwohl es mir oft angeboten wird), da ich mich darin im Moment komplett unwohl finde und sich am Ende die Gesprächsthemen nur um meine Säuferkarriere, Alkoholsucht und Verzicht drehen. Ich finde es klasse dass ein Interesse, eine Besorgtheit als auch viele Hilfsangebote bestehen, aber dieses Thema hängt mir mittlerweile zum Hals heraus, weil ich es schon oft genug um die Ohren habe wenn ich alleine, beim Arzt, beim Coach etc bin.

    Andererseit bin ich dann aber auch froh, öfters mal meine Ruhe zu haben und Zeit für mich zu haben. Diese Gefühlsschwankungen sind aber momentan bei mir extrem sprunghaft, und oft von einem Extrem ins Andere.

    Na ja, ist dann wohl auch Jammern auf hohem Niveau und irgendwann wird meine Achterbahn ja im Tal ankommen damit es wieder ein wenig bergauf gehen kann.

    Gruss,

    Mario.

    Hallo an das Forum.

    Da ich meinen Thread mir einer Wasserzahl (Schn***zahl passt eher nicht hier in den Kontext :wink: ) begonnen habe, habe ich heute festgestellt dass ich am Wochenende die 111, treffend zum Karneval *tusch* :roll: , Tage Abstinenz voll gemacht habe.

    Immerhin ein kleiner Anfang. Die Gefühlsachterbahn rattert, ähnlich wie die letzten Tage, aber leider immer noch hinunter ins Tal, wäre schon wenn sie demnächst ,wenigstens temporär, die Talsohle mal überschreiten würde.

    Irgendwie weiss ich nicht so recht was ich in meinem Thread schreiben soll, dafür lese ich aber gerne in den anderen Threads um mir Anregungen, Verbesserungen und neue Ideen für meine eigene Suchtbehandlung zu holen.

    Gruss,

    Mario B.

    Hallo Hartmut,

    Zitat von Hartmut

    Trocken sein heißt, trinken müssen verhindern.

    genau das meinte ich mit der bisher grössten Rolle des Alkohols momentan in meinem Leben. Auch wenn ich ihn aktuell nicht konsumiere, kreisen sich meine Gedanken quasi bei jedem Schritt und Tritt um ihn. Weil ich bei jeder Lebens und Verhaltensänderung immer noch abwägen muss ob es gut oder schlecht für die Abstinenz, für meine Alkoholkrankheit als auch für meinen Gemütszustand ist.

    Hier scheint der "Gut Ding will Weile haben" wie die Faust auf das Auge zu passen damit ich eines Tages halbwegs normal leben kann ohne den Zwang jeden Stein umzudrehen um zu schauen ob da nicht Kollege Alkoholsucht drunter steckt.

    Auf jeden Fall vielen Dank für deine ruhigen und besonnenen Worte.

    Gruss,

    Mario.

    Hallo Hartmut

    Zitat von Hartmut

    wenn du es dann noch tun kannst. Es geht einmal gut , zweimal, dreimal und dann?

    Der von mir geschilderte Vorfall müsste das fünfte Mal seit meiner Abstinenz gewesen sein...

    Zitat von Hartmut

    Wussten die das du Alkoholiker bist und gerade ganz am Anfang?

    Ja, sie wussten es.

    Zitat von Hartmut

    Wer zwingt mich denn dahin zu gehen?

    Niemand hat mich dazu gezwungen, ich bin aus freien Stücken dorthin gegangen. Ich wollte am Anfang absagen, aber ich konnte dem Gastgeber seine (von sich aus vorgetragene) Idee, dass er ja keinen Alkohol servieren könnte, glücklicherweise wieder ausreden. Nur weil ich nicht mit Alkohol umgehen kann, muss sich jetzt nicht die ganze Welt um mich drehen.

    Zitat von Hartmut

    Was will ich dort wenn ich weiß das es eine Gefahr für mich ist?

    Meine Freunde treffen. Das hilft mir im Moment mehr bei dem Versuch trocken zu werden als alleine zu Hause zu hocken oder krampfhaft nach einem neuen Freundeskreis zu suchen. Bei diesen Alternativen sehe ich für mich im Moment eine weitaus grössere Gefahr. Dies schliesst natürlich nicht aus dass ich das nächste Mal die Situation neu bewerten werde und mir möglicherweise eine andere Alternative suche. Dass ich einmal falsch bewerte ist natürlich auch im Bereich des Möglichen.

    Das wird dann die Zeit zeigen...

    Gruss,

    Mario.

    Hallo

    Zitat von Hartmut

    Wer will denn in einem trinkenden Umfeld dann aufstehen und gehen ? Da herrscht Gruppendynamik, da spielt der Scham eine Rolle und vieles mehr.

    Habe ich noch am Samstag gemacht. Ich war (bewusst) in einem trinkendem Umfeld, als die Trinkerei zu später Stunde Ueberhand nahm - in diesem Falle die Wahl eines Verdauungsschnaps/Likörs - habe ich mich verabschiedet und bin gegangen. Ohne Schamgefühle und ohne Zwang zur Gruppendynamik. Kann natürlich sein dass andere Alkoholiker in solch einer ähnlichen Situation eben Scham empfunden hätten oder einem Gruppenzwang nicht widerstehen hätten können, bei mir war das nicht der Fall. Ich kann da aber auch nur für mich sprechen, und da galt: Tun muss man eben auch tun.

    Gruss,

    Mario.

    Hallo Hartmut,

    Grossen Dank für deine Glückwünsche und deine Antwort.

    Zitat von Hartmut


    Sollte jedoch das Loch in Verbindung zum Alkohol bestehen

    Na ja, quasi alles was ich mache (oder eben nicht mache) resp. denke und fühle hat direkt oder indirekt mit Alkohol (oder eben den Folgen) zu tun. Ich weiss nicht wie es euch am Anfang gin, aber bei mir spielt der Alkohol eine grössere Rolle als er es je in meinem Leben getan hat. Er bestimmt momentan quasi mein ganzes Handel und Denken. Was soll ich tun, was kann ich tun, was darf ich tun, was soll ich bleiben lassen, wie soll ich denken, welche Gedanken soll ich verdängen, wie darf ich mich fühlen, und, und, und... Irgendwie ist das für mich komplett ermüdend und hängt mir momentan, gelinde ausgedrückt, bis zum Erbrechen zum Halse heraus.

    Hallo Martin,

    Zitat von Martin


    Jetzt gibt es bei mir 1 Woche nur kalt :roll:

    Vielen Dank für deine Glückwünsche. Schade, ich hätte die kalten Platten sofort genommen, bei mir wären sie mit Sicherheit nicht verdorben. :D Aber da ich komplett meine Ernährung umgestellt habe um abzunehmen (Warum? Natürlich hat es wieder etwas mit Alkohol zu tun... :roll: . Na ja, immerhin habe ich jetzt fast 8 Kilo runter ) sieht mein Speiseplan leider keine leckeren Buffets mehr vor. Zumindest keine in der Grösse, die ich, ob besoffen oder nüchtern, sonst gestürmt habe. :( :wink:

    Hallo Vollwaise,

    Danke für dein Posting.

    Zitat von Vollwaise


    Du muss mal klären, woher denn die Traurigkeit und Leere kommt, die Du manchmal verspürst. Sollte es die Scheidung oder Trennung sein, dann überlege mal, wieso es denn soweit gekommen ist.

    Wie schon in vorherigen Posts beschrieben, ist die Trennung von meiner Ex-Frau auch eine Ursache für die Traurigkeit und Leere. Der Grund für die Trennung, da braucht man nicht viel zu überlegen, war natürlich der Alkohol.

    Die Geschichte ist für mich durch, leider habe ich mit dem Loslassen Probleme. Oder besser gesagt, ich lasse konsequent in meinem Handeln und Tun los, dies ist aber für mich extrem schmerzhaft und hinterlässt dann doch bei mir eine grösse Leere. Durch Tun und Handeln Loslassen und gedanklich und gefühlsmässig Loslassen sind halt dann leider doch 2 verschiedene Paar Schuhe.

    Gruss, Mario.

    Zitat von Hartmut


    so ruhig um dich. Alles noch gut ?

    Hallo Hartmut,

    alkoholtechnisch ist alles noch gut. Habe gestern die 100 Tage Abstinenz voll gemacht.

    Gefühlsmässig geht es so lala, bin aktuell in einem emotionalem Loch. Und zum Schreiben fehlt mir momentan irgendwie die Lust. Na ja, wird auch irgendwann wieder vorbeigehen.

    Momentan möchte ich eher meine Ruhe haben und begnüge mich daher mit der Rolle des regelmässigen stillen Mitlesers, es werden auch wieder Tage kommen wo ich mehr posten werde.

    Auf jeden Fall Danke der Nachfrage, das finde ich sehr nett deinerseits und habe mich darüber sehr gefreut. :)

    Gruss,

    Mario

    Hallo Hartmut,

    Zitat von Hartmut


    Da spricht die Sucht aus dir! [...]Das sind nasse Gedanken und gefährlich.

    Das sehe ich auch so. Nach nun (nur) 3 Monaten Alkoholabstinenz ist dies meiner Meinung nach aber auch irgendwie nicht verwunderlich. Ich bezweifle ob ich als Frischling meine nassen Gedanken in so einer kurzen Zeit trocken legen kann. Ich gehe mal davon aus das dies etwas länger dauern wird.

    Ich bin mir der Gefährlichkeit dieser Gedanken aber durchaus bewusst und ich gebe mir Mühe dagegen zu steuern. Ein guter Tipp den ich übrigens hier schon öfter gelesen habe und ich mittlerweile bewusst dagegen einsetze ist das weiterspinnen dieser Gedanken (Rückfall - kurzes Glück - wieder einmal kompletter Absturz - Situation noch schlimmer als beim letzten Absturz... etc).

    Zitat von Hartmut

    Nicht halbwegs, setze da deine ganze Energie rein.

    Mit "halbwegs" meinte ich nicht die Zeit an sich, Umfang oder Energie sondern die Sinnhaftigkeit selbst meiner Beschäftigungen ("Was gescheites tun... "). :wink:

    Gruss,

    Mario.

    Hallo Hartmut

    Zitat von Hartmut


    Da hast ja viel vor. Als ich nicht mehr saufen musste, war auch auf einmal sehr viel Zeit über. Gut das du die frei werdende Zeit sinnvoll ausfüllst.

    Die freie Zeit habe ich jetzt leider zu Genüge. Ich schreibe das Wort "leider" jetzt nicht weil ich ich nicht mehr trinken kann, will und darf, sondern weil ich die Zeit jetzt aufgrund der Trennung mit meiner Ex-Frau habe. Eine gescheiterte Ehe und für mich am schlimmsten, eine Tocher die jetzt ohne ein gemeinsames elterliches Zusammenleben aufwachsen wird, macht mich dann doch besonders traurig.

    Als einer der aktuell eher in der Quartalsäuferecke einzuordnen ist, ist die frei gewonnene Zeit durch das reine Nichtrinken ja eher verhältnissmässig klein.

    Zwischen meinen Abstürzen habe ich eher selten gesoffen weil ich, durch die unregelmässigen Arbeitszeiten meiner Ex-Frau als auch unseren Wunsch die freie Zeit (in der Regel die Wochenenden - wenn meine Ex-Frau nicht arbeiten musste) mit unserer kleinen Tochter zu verbingen, meine freie Zeit (wenn ich nicht gearbeitet habe) quasi komplett mit die Betreuung unserer Tochter oder mit dem Familienleben beschäftigt war. Da wir in der Zwischenzeit auch ein Haus gebaut hatten, blieb quasi keine Zeit zum dauerhaften Trinken, Alkohol fand dann halt nur auf den Familientreffen, Geburtstags und Betriebsfeiern, Urlaub usw statt (und das dann auch nur wenn ich nicht den Chauffeur spielte). Was ich dann natürlich prompt bei meinen regelmässigen Abstürzen, wo ich mich dann quasi in einen ein- oder zweiwöchigen "Urlaub" abgemeldet habe, nachgeholt habe. :roll:

    Auf jeden Fall muss ich jetzt die viele frei gewordene Zeit halbwegs sinnvoll ausfüllen, eben auch um zu verhindern dass ich aus purer Langeweile wieder zur Pulle greife. Denn mir und meinem Suchtgedächtniss traue ich (leider) locker eine Umschulung zum z.B. Pegeltrinker zu. :roll:

    Gruss,

    Mario

    Hallo Hartmut,

    Zitat von Hartmut

    oder ist da was anderes gemeint ?

    Ja.

    Ich zitiere und verlinke mal Wikipedia:

    Zitat

    Systemaufstellung bezeichnet ein Verfahren, in dem aus einer vorhandenen Gruppe Personen stellvertretend für Mitglieder oder Entitäten (Teile, Aspekte) eines (üblicherweise sozialen) Systems gewählt und in einem realen Raum sodann repräsentativ zueinander in Beziehung (auf-)gestellt werden. [...] Primär geht es bei Systemaufstellungen um die Abbildung bzw. das Erkennen von (eventuell dysfunktionalen) Beziehungsstrukturen.

    https://beispiel.rocks/de.wikipedia.o…stemaufstellung

    Gestern kam mir auf der Arbeit in der Mittagsstunde etwas dazwischen, weiter als ein paar Definitionen gelesen bin ich jetzt auch nicht. Mein Coach hat mir das Angebot gemacht, mir auch ein wenig davon erklärt, das ganze ist mir aber so unbekannt und daher so abstrakt dass ich mir noch kein Bild davon machen konnte. Nehme mir aber die Zeit zu diesem Thema um offen dafür zu sein (sofern es mir bei meiner Sucht helfen könnte).

    Und da ich am Wochenende nicht vor hatte zu trinken, habe ich ja genug Zeit. Obwohl, ich wollte auch weiter an meinem Hobbyraum werkeln (fertig einrichten), die grosse Bilderwand mit Photos die ich in der neueingerichteten Wohnung eingeplant hatte, muss auch noch fertig gestellt werden. Zudem müsste ich mir langsam Gedanken über ein Exponat für eine Ausstellung in anderthalb Monaten machen für die ich eingeladen wurde. Nicht zu vergessen das Contentmaterial das ich für meine Web Seite (anderes Hobby) für die nächste Woche zusammensuchen und vorbereiten muss. Dabei meinten meine Aerzte ich sollte mal einen Gang zurück schalten. :roll: :wink:

    Gruss,

    Mario B.

    Hallo Hartmut.

    Zitat von Hartmut

    Meine Fragen hatten sich auf deine Post oben bezogen,da sprachst du von "man" Ich weiß zwar nicht wer man ist :wink: aber bei mir war das eben anders. Es ist besser von eigenen Erfahrungen zu schreiben und bei sich zu bleiben. Verstehst du was ich damit meine? Schön wenn es bei dir anders ist.

    Oha, wenn ich meinen geschriebenen von dir zitierten Teil lese, klinge ich ja schon fast wie die Grundbausteine. Und das als Frischling. Oh je... :wink: Das sollte ich in der Tat schleunigst ändern, in diesem Falle meinen Schreibstil ändern ("Ich" schreiben wenn ich "Ich" meine anstelle von "man") und zudem nicht von mir, ob bewusst oder unbewusst, sofort auf andere schliessen. Zudem liegt es mir fern, selbstherrlich meine Gedankengänge als auch mein Tun als das Non plus ultra und Gottgegeben in die Welt zu tragen.

    Die Tatsache dass jeder Mensch anders ist, eine andere Lebensgeschichte als auch andere Suchtgeschichte hat ist ja nicht von der Hand zu weisen.

    Mit kleineren und grösseren Schritten nähere ich mich jetzt den ersten 3 Monaten ohne Alkoholkonsum. Die letzten Tage hatte ich genug zu tun, diese ausgefüllten Tage wo die Alkoholkrankeit ein wenig in den Hintergrund rückt haben mir gut getan. Man lebt ja nicht um nüchtern sein, sondern ist nüchtern um zu leben. :wink:

    Hat hier jemand Erfahrung mit Systemaufstellungen? Eine solche zu machen wurde mir angeboten, ich bin gerade dabei mich ein wenig schlau zu machen was das überhaupt ist (sogar der Begriff war mir bis dato unbekannt) und Informationen darüber zu sammeln um abzuwägen ob ich so etwas mal in Angriff nehmen sollte.

    Vielleicht finde ich ja hier einen Thread / ein paar Posts dazu. Gehe dann mal in der Mittagsstunde die Suchmachine des Forums auf Herz und Nieren prüfen. :lol:

    Schöne Grüsse,

    Mario.

    Hallo Hartmut,

    Zitat von Hartmut

    Ist das so bei dir ? Was tust du denn um dem entgegenzuwirken?

    Nein, bei mir ist es nicht so. Ich hatte ja schon geschrieben dass bei mir Familie, enge Freunde und diverse Arbeitskollegen Gott sei Dank noch präsent sind und es, jedenfalls von meiner Seite aus, auch bleiben werden. Ich will ja, also finde ich Wege, und in diesem Fall ist es so dass ich eben die entsprechenden Passagen aus den Grundbausteinen aussortiert habe. Um es in deinen Worten auszudrücken: Tun muss man eben auch tun. :wink:

    Was natürlich nicht ausschliesst dass sich auch für mich vielleicht die Spreu von den Weizen trennt oder ich mich im Laufe der Zeit neu aufstellen werde. Das wird dann ja die Zeit zeigen...

    Hallo Cadda,

    Danke für dein Lob das mich sehr gefreut hat. :D

    Ich habe für mich entschieden (siehe auch meine früheren Posts) dass ich mich weder von meiner Familie, noch von meinen Freunden und auch nicht von meiner Arbeit abgrenzen werden, auch wenn das Umfeld in diesen Bereichen nicht zu hundert Prozent alkoholfrei ist.

    Hier ist es natürlich auch schon zu punktuellen Situationen gekommen wo diese Tatsache nicht vereinbar für mich war (wie z.B. Sylvester, Weihnachten) und wo ich mich dann zurückgezogen habe. Ich bewerte halt aktuell diverse Situationen jedes Mal aufs Neue.

    Und wenn ich heute im Laufe des restlichen Tages keine grössere falsche Bewertung hinlege werde ich 87 Tage trocken sein, also schon 10 Tage hier im Forum sein... Es werden aber bestimmt noch weitere hinzukommen, alleine weil ich erst einen Bruchteil dieser schier grossen Anzahl an Threads gelesen habe. :shock:

    Gruss,

    Mario.

    Hallo Hartmut.

    danke für deine Antwort.

    Weg vom Schuss ist man ja auch erst einmal auch für ein paar Wochen oder Monate wenn man die Grundbausteine zu 100% umsetzt. Die neuen Freunde und Bekanntschaften von denen hier so oft von den Langzeittrockenen berichtet wird sind ja auch nicht über Nacht vom Himmel gefallen. Ebenso wie der neue Job und die neuen Arbeitskollegen wenn man seinen Job gekündigt hat, was man ja in den meisten Fällen tun müsste / sollte so wie es die Grundbausteine suggerieren. Und um eine neue Familie (weil die alte einen wegen des Suffs verlassen hat - leider meistens die Realität- oder weil man selbst die Familie verlassen hat weil sie in keinen alkoholfreien Umfeld leben, siehe Grundbausteine) zu gründen braucht man auch mindestens neun Monate. :wink:

    Natürlich gibt es wenige Ausnahmen, aber in der Regel ist davon auszugehen, dass bei einem knallhart durchgezogenem "Es reicht nicht, nicht zu trinken" das soziale Umfeld eine Zeit lang erst einmal brach liegt. Mit Ausnahme der trockenen Alkoholiker in den Selbsthilfegruppen, den Aerzten, den Psychologen und - wenn man Glück hat - einer kleinen Anzahl Familienmitglieder oder Freunden, mit denen man früher oder später bei seiner Suchtbekämpfung zu tun bekommt. Warum also nicht diese soziale Abgeschiedenheit für eine Langzeittherapie nutzen?

    An deinen Zweifeln aufgrund der sogenannten Käseglocke gehe ich mit dir konform. Aber nicht wegen des geschützten Rahmens drum herum, sondern wegen dem was sich (wohl) im Inneren dieser Käseglocke abspielt. Im Grunde ist man ja da nur unter Frischlingen was ich persönlich dann eher als Problem sehe weil man da mit den alten Mustern quasi zusammenlebt. Ich habe im letzten Sommer freiwillig einen warmen Entzug auf einer geschlossenen Etage für Abhängige in einem Krankenhaus gemacht. Der medizinische und therapeutische Stundenplan war dort bis zum Bersten gefüllt (Einzelsitzungen, Gruppensitzungen, Ergonomie, Workshops, etc) und ähnelte sehr den Beschreibungen die ich mir auf den Webseiten verschiedener Therapieanstalten durchgelesen habe. Dieses Rahmenprogramm fand ich persönlich per se eine gute Sache, was mich aber enorm runtergezogen hat war halt dass das dieses 14tägige Sozialleben im Krankenhaus dort nur mit (dazu gezwungenen) Frischlingen bestand. Das fand ich enorm bedrückend und hat mir moralisch alles andere als gut getan. Und dies macht mir dann doch Angst (neben der Tatsache dass ich weg vom Schuss von meiner Tochter wäre - der Krankenhausaufenthalt war auch in diesem Punkt für mich eine extrem schlechte Erfahrung) wenn ich an die Möglichkeit einer Langzeittherapie denken.

    Aber ich kann natürlich auch nicht aus Erfahrung sprechen sondern mir nur Dinge und Aengste zusammenspinnen. :wink: Trotzdem schliesse ich diese Art von Therapie nicht von vornherein aus, für mich ist sie immer noch eine Option. Was dann kommt wird die Zeit zeigen. :?:

    Gruss,

    Mario