Liebe Yvonne,
vielen Dank für Deine Nachricht und ja, ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich Dir dazu antworten soll, denn Du hast Recht.
Ich befinde mich in einem Wechselbad der Gefühle... und am Ende der ganzen Sache steht: Eine Beziehung auf Augenhöhe ist leider nicht möglich mit ihm. Zu den Beschimpfungen - mal mehr oder weniger grob - ist es immer nur dann gekommen, wenn er getrunken hatte. Beim letzten Mal war sie gar nicht so grob, nur war das Maß da schon voll... nachdem er mich nur einen Monat vorher als Nutte und Hure beschimpft hat. Er weiß nicht, warum er das macht, das hat er mir gegenüber zugegeben. Auf meine Frage hin, wie er den reagieren würde, wenn ihm das passieren würde, hat er auch zugegeben, dass er das gar nicht in Ordnung finden würde, ich habe aber trotzdem nicht das Gefühl, dass er versteht, dass ich deshalb mit ihm Schluss gemacht habe. Ich habe das Gefühl, dass er mit zweierlei Maß misst. Ihm darf man nichts sagen und ihn nicht kritisieren, er hingegen ist sehr grob im Austeilen. Für ihn steht an erster Stelle, dass ich gegangen bin und die Beziehung mal wieder leichtfertig aufgegeben habe. Das heißt, ich hätte stillschweigend akzeptieren und dann in einem guten Moment ansprechen müssen, dass das nicht in Ordnung ist. Ich hab anders reagiert und jetzt... ist es vorbei. Es macht fast den Anschein, als wäre das gar nicht so schlimm für ihn. Er redet sich drauf raus, dass das wieder passieren wird (???!!! - wenn mir das jemand erzählt, dann ändere ich sofort was) und, dass er mir sowieso nicht das Leben bieten kann, das ich gerne hätte (Kinder und Eigenheim).
Er hat mich "kampflos" ziehen lassen... Kein Bemühen, mit mir zu reden, kein Hinterfragen. Man könnte sagen, dass er mich nicht wirklich gern gehabt hat... Naja nein. Die Frau vor mir hat er kampflos ziehen lassen, seine Ex-Frau hat er kampflos ziehen lassen nach 15 Jahren Ehe. Er weiß nicht, warum sie sich von ihm getrennt hat. Man könnte sagen, das hat ihm das Herz gebrochen - ich glaube JEIN.
Ich verstehe nicht, warum er mich so schlecht behandelt, wenn er betrunken ist. Ich kann es einfach nicht verstehen. Wiesehr muss er mich hassen? Und dann... kein Einsehen, keine Entschuldigung. Wenn ich das mit jemandem machen (das wird kaum vorkommen), dann entschuldige ich mich dafür. Das würde ich doch keine Sekunde so aushalten.
Warum halte ich das also so aus? Weil er so lieb sein kann und, weil er in meiner Jugend eine große Liebe von mir war und ich wohl auch von ihm. Ich habe ihn aus Angst und Schüchternheit damals abgewiesen, er ist gegangen und nie wieder gekommen (damals schon) Ich gebe es nur ungern zu, aber ich hänge einer Jugenderinnerung nach.
Aber er will keine Zukunft mit mir, mit niemandem - auch mit der vor mir wollte er es nicht. Zumindest nicht das, was man unter Zukunftsplanung in einer Beziehung versteht. Wir waren uns ja beide einig, dass wir zusammen sind und keine Affäre haben. Ist es da nicht legitim, dass man irgendwann mal über eine gemeinsame Zukunft nachdenkt? Zusammenziehen, eine Wohnung, ein Haus, Familie oder vielleicht auch nicht, wenn der andere schon Kinder hat. Aber man spricht zumindest mal darüber. Meine Versuche, darüber zu sprechen wurden immer wieder generalisiert.
Als ich ihn zum Alkoholkonsum in seiner Ehe befragt habe, hat er gemeint, er hätte da jahrelang kaum einen Tropfen getrunken. Auch wenn seine Kinder zum Besuchswochenende da sind, trinkt er nichts.
Ich frage mich, ob mir das nur einbilde und empfindlich bin, aber ich kenne es auch vorherigen Beziehungen NICHT so und schon gar nicht kenne ich, dass jemand plötzlich anfängt zu schütten, überhaupt nicht mehr aufhört und komplett die Kontrolle verliert.
Liebesschwüre? Hab ich nie bekommen. Dafür aber schon das Gefühl von ihm vermittelt, dass er mich sehr gerne hat - man darf nicht vergessen, es waren nur 9 Monate bei uns. Scheinbar war es mit meiner Vorgängerin aber ganz gleich - das gleiche Schema. Etwa 9 Monate, on/off. Dass ihn das nicht stutzig macht, das wundert mich schon... In meinem Fall werde ich was mich betrifft mittlerweile sehr wohl SEHR stutzig.
Es muss in der Ehe am Anfang anders gewesen sein, sonst hätte sie nicht 15 Jahre überstanden mit 2 Wunschkindern. Und die Frauen, die jetzt nach der Ex-Frau kommen, lassen sich das halt nicht mehr so gefallen.
Es macht mich so traurig, dass er scheinbar kein Verständnis für mich hat, sondern nur sieht, dass ich ihn verlassen und damit verletzt habe.
Abgesehen von den Beschimpfungen im Suff hatten wir eine gute Zeit, wenn er nüchtern war... aber ich glaube derzeit nicht, dass mit ihm mehr als nur eine "Teenie-Beziehung" möglich ist, eben - wegen der fehlenden Bereitschaft, ein bisschen in die Zukunft zu planen. Wohlgemerkt ist er fast 40.
Angeblich hat er seine Ex-Frau nie geliebt. Kinder und Ehe wurden im aufgezwungen, von ihr "berechnend" geplant, um ihn auszunutzen. Ich kann das alles einfach nicht glauben.
Kalter Entzug einer Co-Abhängigen? Ja, ich bin mittendrin und komplett verwirrt, weil ich in Wirklichkeit nichts weiß. Und weil ich jemand bin, der verstehen möchte und Antworten braucht, macht mich das komplett wahnsinnig.
Er lebt gerade ein Party-Leben und lenkt sich auf allen Ebenen ab und ich hänge wie ein Schluck Wasser in der Kurve und bekomme vor lauter Herzschmerz meinen Hintern nicht in die Höhe, auch wenn ich mir all das, was offensichtlich erscheint, vor Augen halte.
:-((((((((( Sehr viel geschrieben, einfach rausgeschrieben. Aber ich weiß derzeit nicht, wem ich das alles erzählen soll...
LG Heidi