Beiträge von Rispinos

    Liebe Yvonne,

    vielen Dank für Deine Nachricht und ja, ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich Dir dazu antworten soll, denn Du hast Recht.

    Ich befinde mich in einem Wechselbad der Gefühle... und am Ende der ganzen Sache steht: Eine Beziehung auf Augenhöhe ist leider nicht möglich mit ihm. Zu den Beschimpfungen - mal mehr oder weniger grob - ist es immer nur dann gekommen, wenn er getrunken hatte. Beim letzten Mal war sie gar nicht so grob, nur war das Maß da schon voll... nachdem er mich nur einen Monat vorher als Nutte und Hure beschimpft hat. Er weiß nicht, warum er das macht, das hat er mir gegenüber zugegeben. Auf meine Frage hin, wie er den reagieren würde, wenn ihm das passieren würde, hat er auch zugegeben, dass er das gar nicht in Ordnung finden würde, ich habe aber trotzdem nicht das Gefühl, dass er versteht, dass ich deshalb mit ihm Schluss gemacht habe. Ich habe das Gefühl, dass er mit zweierlei Maß misst. Ihm darf man nichts sagen und ihn nicht kritisieren, er hingegen ist sehr grob im Austeilen. Für ihn steht an erster Stelle, dass ich gegangen bin und die Beziehung mal wieder leichtfertig aufgegeben habe. Das heißt, ich hätte stillschweigend akzeptieren und dann in einem guten Moment ansprechen müssen, dass das nicht in Ordnung ist. Ich hab anders reagiert und jetzt... ist es vorbei. Es macht fast den Anschein, als wäre das gar nicht so schlimm für ihn. Er redet sich drauf raus, dass das wieder passieren wird (???!!! - wenn mir das jemand erzählt, dann ändere ich sofort was) und, dass er mir sowieso nicht das Leben bieten kann, das ich gerne hätte (Kinder und Eigenheim).

    Er hat mich "kampflos" ziehen lassen... Kein Bemühen, mit mir zu reden, kein Hinterfragen. Man könnte sagen, dass er mich nicht wirklich gern gehabt hat... Naja nein. Die Frau vor mir hat er kampflos ziehen lassen, seine Ex-Frau hat er kampflos ziehen lassen nach 15 Jahren Ehe. Er weiß nicht, warum sie sich von ihm getrennt hat. Man könnte sagen, das hat ihm das Herz gebrochen - ich glaube JEIN.

    Ich verstehe nicht, warum er mich so schlecht behandelt, wenn er betrunken ist. Ich kann es einfach nicht verstehen. Wiesehr muss er mich hassen? Und dann... kein Einsehen, keine Entschuldigung. Wenn ich das mit jemandem machen (das wird kaum vorkommen), dann entschuldige ich mich dafür. Das würde ich doch keine Sekunde so aushalten.

    Warum halte ich das also so aus? Weil er so lieb sein kann und, weil er in meiner Jugend eine große Liebe von mir war und ich wohl auch von ihm. Ich habe ihn aus Angst und Schüchternheit damals abgewiesen, er ist gegangen und nie wieder gekommen (damals schon) Ich gebe es nur ungern zu, aber ich hänge einer Jugenderinnerung nach.

    Aber er will keine Zukunft mit mir, mit niemandem - auch mit der vor mir wollte er es nicht. Zumindest nicht das, was man unter Zukunftsplanung in einer Beziehung versteht. Wir waren uns ja beide einig, dass wir zusammen sind und keine Affäre haben. Ist es da nicht legitim, dass man irgendwann mal über eine gemeinsame Zukunft nachdenkt? Zusammenziehen, eine Wohnung, ein Haus, Familie oder vielleicht auch nicht, wenn der andere schon Kinder hat. Aber man spricht zumindest mal darüber. Meine Versuche, darüber zu sprechen wurden immer wieder generalisiert.

    Als ich ihn zum Alkoholkonsum in seiner Ehe befragt habe, hat er gemeint, er hätte da jahrelang kaum einen Tropfen getrunken. Auch wenn seine Kinder zum Besuchswochenende da sind, trinkt er nichts.

    Ich frage mich, ob mir das nur einbilde und empfindlich bin, aber ich kenne es auch vorherigen Beziehungen NICHT so und schon gar nicht kenne ich, dass jemand plötzlich anfängt zu schütten, überhaupt nicht mehr aufhört und komplett die Kontrolle verliert.

    Liebesschwüre? Hab ich nie bekommen. Dafür aber schon das Gefühl von ihm vermittelt, dass er mich sehr gerne hat - man darf nicht vergessen, es waren nur 9 Monate bei uns. Scheinbar war es mit meiner Vorgängerin aber ganz gleich - das gleiche Schema. Etwa 9 Monate, on/off. Dass ihn das nicht stutzig macht, das wundert mich schon... In meinem Fall werde ich was mich betrifft mittlerweile sehr wohl SEHR stutzig.

    Es muss in der Ehe am Anfang anders gewesen sein, sonst hätte sie nicht 15 Jahre überstanden mit 2 Wunschkindern. Und die Frauen, die jetzt nach der Ex-Frau kommen, lassen sich das halt nicht mehr so gefallen.

    Es macht mich so traurig, dass er scheinbar kein Verständnis für mich hat, sondern nur sieht, dass ich ihn verlassen und damit verletzt habe.

    Abgesehen von den Beschimpfungen im Suff hatten wir eine gute Zeit, wenn er nüchtern war... aber ich glaube derzeit nicht, dass mit ihm mehr als nur eine "Teenie-Beziehung" möglich ist, eben - wegen der fehlenden Bereitschaft, ein bisschen in die Zukunft zu planen. Wohlgemerkt ist er fast 40.

    Angeblich hat er seine Ex-Frau nie geliebt. Kinder und Ehe wurden im aufgezwungen, von ihr "berechnend" geplant, um ihn auszunutzen. Ich kann das alles einfach nicht glauben.

    Kalter Entzug einer Co-Abhängigen? Ja, ich bin mittendrin und komplett verwirrt, weil ich in Wirklichkeit nichts weiß. Und weil ich jemand bin, der verstehen möchte und Antworten braucht, macht mich das komplett wahnsinnig.

    Er lebt gerade ein Party-Leben und lenkt sich auf allen Ebenen ab und ich hänge wie ein Schluck Wasser in der Kurve und bekomme vor lauter Herzschmerz meinen Hintern nicht in die Höhe, auch wenn ich mir all das, was offensichtlich erscheint, vor Augen halte.

    :-((((((((( Sehr viel geschrieben, einfach rausgeschrieben. Aber ich weiß derzeit nicht, wem ich das alles erzählen soll...

    LG Heidi


    Kontaktabbruch zum nassen Alkoholiker hinzubekommen, bevor du von einer Selbsthilfegruppe profitieren kannst.

    Der Kontakt ist völlig abgebrochen... auch von ihm aus. Er sagt, ich bin gegangen, zum 3. Mal und jetzt ist es endgültig vorbei. Ich glaube auch nicht, dass er nochmal ankommen wird, er Typ ist er nicht. Er hat auch alle Frauen vor mir komplett kampflos ziehen lassen. Natürlich soll Liebe kein Kampf sein.. Wenn ich das sage, dann meine ich damit: Er hat die Entscheidung einfach ohne zu hinterfragen akzeptiert und leidet still vor sich hin oder auch nicht, verdrängt, lenkt sich ab und säuft weiter. Ich weiß auch, dass mich das überhaupt nichts angeht! Was er genau tut, muss ich ehrlich sagen, interessiert mich ja tatsächlich nicht.


    Co-Abhängigkeit hat auch genauso wie das Alkoholiker-Profil eindeutige Verhaltensmuster, mit denen du dich auseinandersetzen musst um
    zu begreifen, was mit dir los ist.
    Abhängigkeit ist meistens auf die fehlende Bindung in der Kindheit zurückzuführen. Sofern du den fehlenden Anteil, das Defizit an Liebe damals, noch nicht aufgearbeitet hast, es gibt auf der Welt keinen Menschen, der dich so sehr liebt, wie du es brauchst. Hattest du denn damals sonst jemanden, dem du vertrauen konntest, jemand der für dich da war?

    Selbstliebe lernen? Das versuche ich schon mein halbes Leben und scheinbar gelingt es mir nicht. Ich dachte, ich bin auf einem guten Weg. Hast Du einen Tipp, wie ich weitermachen kann?

    Sicher kennst mittlerweile die typischen Katz-und Mausspiele in einer Beziehung mit Alkoholproblematik.

    Ja, das kenne ich, ich habs mit dem vor ihm erlebt und es war der pure Alptraum. Er hat mich immerhin 2 1/2 Jahre gestalkt, so schlimm, dass es fast vor Gericht gegangen ist. Er wird das kaum tun - hier war eher ich diejenige, die ihn nicht in Ruhe gelassen hat und ihn quasi komplett bombardiert hat. Ich bin nicht stolz darauf, aber ich wollte Erklärungen und Antworten. Er ist derzeit also so genervt und traumatisiert von mir, dass er ganz sicher nicht ankommen wird.

    Daher hoffe für dich, dass du diesmal stark bleibst und besser für dich einen neuen Weg ausprobierst.


    Danke, ich versuche es! Mein Weg ist, dass ich mein Umfeld komplett ändere und selbst auch keinen Tropfen Alkohol mehr trinken werde. Obwohl ich mit dem aktiven Trinken selber kein Problem habe, schreckt mich das so ab, dass ich die aktive Abszinenz gerne mal ausprobieren möchte.


    Vielen Dank für Deine Worte!

    Dir auch ein schönes Wochenende,
    Heidi


    Natürlich weiß er nicht warum seine EX ihn verlassen hat, die hat ihn erkannt und ihre Schlüsse gezogern, und seine Familie wird den Teufel tun und dazu stehen, sie könnten dich ja auch noch verlieren, wenn sie die Wahrheit sagen. Solange du dich kümmerst brauchen sie es nicht.

    Ja, das nehme ich auch an, dass seine Ex ihre Schlüsse gezogen hat. Ich hab ihm allerdings sehr wohl gesagt, warum ich gegangen bin - so eindringlich, dass es nicht an ihm vorbeigegangen sein kann. Er versucht es sich natürlich auch ein bisschen "schön zu reden" und meint, dass Familie und Heim mit ihm nicht gingen. Ich bin mir nicht sicher, ob seine Familie und Freunde das wirklich in der Form checken, da der Kontakt so dünn und lapidar ist, dass seine Eltern ihn nie betrunken erleben. Familienfeiern kann ich so nicht beurteilen, ich war nur bei einer - wir waren 9 Monate zusammen. Aber da kann es ja gut sein, dass "man mal einen zuviel trinkt".

    Du kannst ihn nicht vom trinken abhalten und es ist auch völlig piepe ob du weißt was er trinkt, ist nicht deine Baustelle, nur ein Symptom deiner Sucht, der Sucht gebraucht zu werden.

    Das stimmt :(


    Nasse Alkoholiker sind Lügner und Betrüger, da kommt erst einmal der Alkohol, und dann lange nichts.
    Lass ihn machen, es ist seine Verantwortung, tue etwas für dich, das ist deine Verantwortung, denn rin anderer tut es nicht für dich. Du hast nur ein Leben.
    Ich weriß, wie schwer der erste Schritt fällt, aber es ist deine einzige Chance.

    Ja, ich befürchte es auch! Vielen Dank dafür!

    Dir auch alles Liebe
    Heidi

    Liebe Emma,


    soviel ich weiß, sollten hier im Forum "nasse Alkoholiker" erstmal einige Tage nüchtern sein und eine Erstuntersuchung beim Arzt absolviert haben, bevor sie dieser/einer Selbsthilfegruppe beitreten. Bitte korrigiert mich, wenn ich falsch liege.


    Danke für den Hinweis, ich verstehe ihn nicht ganz. Meinst Du, damit er am Forum teilnehmen kann? Das würde er kaum tun; wir haben auch gar keinen Kontakt zueinander, er hat mich auf der vollen Länge blockiert und mir sogar gedroht, die Polizei zu kontaktieren, wenn ich in seine Nähe komme (??? ich würde das nie tun, aber scheinbar hat er Angst, ich könnte ihn stalken).


    Warum bist du so anspruchslos? Lässt du erniedrigen, dich benutzen und wieder abservieren? Merkst du das denn nicht?

    Ich habe mich sehr intensiv beleuchtet und der Prozess ist noch nicht abgeschlossen. Und ich gebe Dir recht... mir ist den letzten Tagen ein Licht aufgegangen. Er ist Alkoholiker/Süchtiger Nr. 3 in meinem Leben - bei keinem der Männer war es bis jetzt so offensichtlich wie bei ihm... aber bei allen ist es erst nach einer Zeit zum Vorschein gekommen. Wo sind hier also meine Anteile? Ich merke, dass ich immer der Liebe nachrenne, tja. Der Liebe meiner Mutter "renne" ich bis heute nach. Ich frage mich, wie ich diese fehlende Liebe kompensieren kann...

    Zwar kenne ihn nicht, doch denke nicht, dass dieser Mann derzeit liebesfähig, bzw. beziehungsfähig ist.

    Ja, das kann gut sein. Ich habe leider keine Ahnung über die Beziehung zu seiner Ex-Frau. Er lässt kein gutes Haar an ihr, das ist soweit klar. Die Zusammenfassung ist, dass sie für ihn die schlechteste Person ist, die er kennt. Die Gründe, warum sie ihn verlassen hat, kennt er nicht. Ich weiß nicht, ob er vorher schon so war, wie er ist und sie ihn deshalb verlassen hat, oder, ob ihn das so tief verletzt hat, dass er jetzt so geworden ist... Ich kann es nicht sagen. Aber ziemlich wahrscheinlich war sie die Liebe seines Lebens und er ist noch nicht über sie hinweg. Das gibt mir einen Stich (ich weiß, der Komplex), aber scheinbar sind nur andere Frauen die Liebe des Lebens von Männern und ich nie.

    Denn du vergeudest nur deine Zeit, wenn du mehr seine Baustellen im Fokus hast als deine.

    Das sehe ich auch so. Und trotzdem fehlt er mir sehr. Vielleicht hilft als Erklärung, dass ich ihn schon mal verloren habe... Ich war damals 15 und er 17. Er hat sich eindeutig für mich interessiert und ich war schüchtern und hatte Angst. Nach einem "Konflikt" ist er nie wieder aufgetaucht. Damals konnte man sich noch nicht so leicht erreichen, wie heute. Ich wusste nicht wirklich wo er wohnt, seine Telefonnummer hatte ich auch nicht. Über Freunde konnte ich nur sehr wenig von ihm erfahren. Als ich ihn jetzt nach 15 Jahren wieder getroffen habe, dachte ich - jetzt gibts ein Happy End.

    Ich wünsche dir, dass du bald wieder (außer ihm) noch sehen kannst, was es sonst noch alles Schöne und Liebenswerte im Leben gibt.
    Ich wünsche dir alles Gute für die nächsten Schritte und die nötige Klarheit.

    Danke dafür!

    Alles Liebe,
    Heidi


    herzlich Willkommen in unserer Selbsthilfegruppe.

    Danke :)


    natürlich bist du lästig geworden, du hast ihn nicht in Ruhe trinken lassen, mit allen anderen Argumente versucht er nur, dir Schuldgefühle einzureden. Du bist aber nicht schuld.

    Er hat mir mal erzählt, er hätte einen Bekannten, der Streit suchen würde, um zu trinken. Das eine oder andere Mal hatte ich das Gefühl, dass er das auch tun würde. Seine Launenhaftigkeit war teilweise unerträglich und ich hatte das Gefühl, er verhält sich wie ein sturer Teenager. Kann es sein, dass Alkoholkranke, so wie andere Süchtige auch, einfach einen Teil wichtiger Persönlichkeitsentwicklung versäumen, weil Sie sich nie gestellt haben und sich immer benebelt haben?


    Es kann aber auch sein, das er dich nach 3 Trennungen nicht mehr ernst nimmt, und sich sicher ist, das du zurückkommst, war ja schließlich immer so.

    Nach jeder Beschimpfung, nach jedem Streit - wenn ich ihn nach Gründen gefragt habe - hat er haarsträubende, meines Erachtens nach überhaupt nicht wirklich zum eigentlichen Problem gehörende Gründe und Begründungen als Argumente gebracht.

    Grund, warum er diesmal wirklich nicht mehr will ist, dass ich andere Lebensvorstellungen (Kinder und Eigenheim) habe. Mit ihm ginge das aber nicht. Also... auch wenn er schon 2 Kinder hat mit seiner Ex-Frau... ich sage mal, wenn man wirklich will und eine gesunde positive Einstellung zum Leben hat, geht das schon. Ich habe sehr oft das Gefühl, dass er eine sehr negative Einstellung zum Leben hat, auch wenn er das durch sein Wesen im ersten Moment sehr gut verstecken kann. Aber... er kann nichts damit anfangen, dass jemand vor sich hinträumt... er hat alle meine Wünsche für bare Münze genommen. Anstatt, mit mir zu besprechen, dass Kinder und ein Eigenheim mit ihm so schnell leider nicht möglich sein werden (unter 2 fast 40jährigen müsste das möglich sein), erklärt er mir gleich, dass die Beziehung deshalb so nicht weitergehen kann. Ich weiß nicht, ob das durch den Alkohol nicht noch verstärkt wird.


    Du bist wichtig, und du hast Probleme mit dem Trinkverhalten eines anderen Menschen, das alleine sollte dein Gradmesser sein, nicht was seine Familie denkt.
    Ich bin mir sehr sicher, das sie alle Bescheid wissen, aber in dir hat er ja jemanden, der ihnen die Sorge abnimmt.

    Ich hatte eher den Eindruck, dass diejenigen, die darauf reagiert haben, mich da nicht ernstgenommen haben. Der Kontakt zu seinem gesamten sozialen Umfeld ist so loose, dass seine Ausfälle durchaus als "ist halt mal wieder passiert" gewertet werden könnten.


    Deine Wahrnehmungen sind dier richtigen, und darauf kannst du vertrauen. Ich weiß wie schwer das sein kann, denn der nasse Alkoholiker versucht immer wieder unsere Wahrnehmungen zu zerstreuen.

    Er weiß nicht, warum seine Ex- Frau ihn verlassen hat... Also weiß ich auch nicht, seit wann das Trinkverhalten so massiv ist. Dieser Kontrollverlust... Er dürfte immer schon viel getrunken haben, aber, ob der Kontrollverlust nicht erst seit der Scheidung vor 2 Jahren da ist. Ich kann es einfach nicht nachvollziehen - man sagt doch, Kinder und Betrunkene sagen die Wahrheit... Er hält mich also für eine Nutte und Hure, er ist also stolz, wenn er mich runterbutter kann... nüchtern tut er das nicht, aber was denkt er dann von mir, dass er mich so beschimpft, wenn er betrunken ist?


    Mein XY hat Abends getrunken, wieviel weiß ich nicht, ist morgens zur Arbeit, da hatte etr mit Sicherheit noch Restalkohol, und wenn er nach Hause kam das gleiche Spiel.

    Er trinkt immer unterschiedlich viel. 3 - 4 Bier. manchmal weniger, manchmal unter der Woche auch tagelang nichts. Am Wochenende aber ganz verlässlich. Dafür, dass er so viel trinkt, verträgt er meiner Ansicht nach erstaunlich wenig, bereits mit dem 4. Bier ist der deutlich betrunken... das liegt vielleicht daran, in welchem Zeitraum er trinkt. Jedenfalls ist Alkohol sehr dominant im Leben - gemütlich ein Bier am Abend, das geht mit ihm leider nicht. Das erste Bier war noch gemütlich und fast im selben Tempo wie ich. Von Falsche zu Flasche wird er schneller. Meistens ist er mir ein Bier voraus. Wenn ich dann meines ausgetrunken habe und danach auch keines mehr trinke, ist er wahrscheinlich mit Flasche 2 fertig und öffnet Flasche 3.

    Er lügt auch, was den Konsum betrifft. Einmal war ich mir sicher, dass da noch ein Bier im Kühlschrank war -übrig geblieben ist vom Vortag. Ihn darauf angesprochen, sagt er mir, dass wir alle getrunken hätten... Ein anderes Mal waren wir am Zubettgehen und während der noch auf der Toilette war und ich im Badezimmer - ein Zeitfenster von etwa 10 - 15 Minuten, hat er sich ein weiteres Bier aufgemacht (bevor er auf die Toilette ist) das ist in der Küche gestanden, ich habe es zufällig gesehen. Als ich vom Badezimmer wieder zurückkam (nach etwas 10 Minuten), wollte ich schauen, wieviel er davon schon getrunken hat - es war leer.

    Wenn wir am Abend unterwegs waren, war es unmöglich, ein Zeitfenster mit ihm zu vereinbaren, in dem wir nachhause fahren würden. Mit meinen Ex-Partner haben wir das immer vorher vereinbart.

    Im Fasching also habe ich am Vortag des Fasching-Samstag genau das angesprochen. Dass ich am nächsten Tag gerne etwas früher - gegen 22.00 Uhr nachhause würde, damit wir am Sonntag dann noch was unternehmen könnten. Er wurde ziemlich sauer und ungehalten und war beleidigt, weil ich ihm nicht vertrauen würde. Fasching? Es kam wie es kommen musste. Er war sturzbetrunken und während wir gemeinsam aufs Taxi gewartet haben, hat er mich plötzlich einfach stehen lassen und ist durch die Dunkelheit einfach weggegangen mit den Worten, er sei doch nicht bescheuert und würde auf das Taxi warten. Er ist dann mit dem Auto nachhause und - wo auch immer er Zwischenstation gemacht hat- jedenfalls später zuhause angekommen als ich.
    Keine Erwähnung am nächsten Tag, außer "Ahhh.. das Auto ist auch da".

    Ich weiß nicht, ob das mit dem Alkohol zu tun hat, oder generell mit seiner Persönlichkeit, aber, er lebt relativ ziel- und planlos in den Tag hinein. Es ist kaum möglich, was mit ihm zu planen.. Ich sag ja nichts, wenn man am Anfang des Jahres noch nicht den Sommerurlaub geplant hat (manche machen sogar das), aber er kann eine Woche vorher nicht versprechen und vereinbaren, am nächsten Wochenende etwas zu unternehmen. Er redet sich aufs Wetter raus.. Naja, klar kann es schlechtes Wetter sein, aber da kann man ja trotzdem sagen "ok, wenn kein schlechtes Wetter ist, können wir das unternehmen". Nein, er sagt gleich lieber gar nicht zu und entscheidet dann spontan am Tag selbst. Das ist enorm anstrengend, denn mit dem Mann kann man gar nichts planen. Ganz abgesehen davon, dass es sein kann, dass er verkatert erst gegen 10.00 Uhr aufsteht; für Schifahren oder wandern ist es dann schon etwas spät.


    So. Reichlich viel geschrieben... Morgenstern, wie hast Du den endgültigen Absprung geschafft? Wie lange ward ihr zusammen und hast Du noch Kontakt zum ihm?

    Alles Liebe,
    Heidi

    Danke für Deine Antwort, Karsten.

    Ich weiß nicht - aber sind meine Beweggründe, ihn zurückbekommen hier so relevant? Naja. Ich will ihn zurück, weil ich ihn sehr gerne habe.

    Ich würde gerne wissen, wie nasse Alkoholiker sich verhalten - ob es da ein "generelles" Schema gibt, weil ich mir einfach nicht vorstellen kann, das ein Mensch so tickt, wie er einfach tickt. Das wäre ja ein Wahnsinn.. immerhin hat seine Ex-Frau das 15 Jahre ausgehalten.

    Das klingt jetzt widersprüchlich - einerseits will ich ihn zurück, andererseits benimmt er sich so schrecklich...

    Naja... wenn alles gut ist, dann ist alles gut. Dann ist er witzig, lieb, spontan,... aber es gibt untertags auch Varianzen, die mich zuerst auf Narzisst haben tippen lassen, letztendlich in Kombination mit seinem Alkoholkonsum aber doch auf eben alkoholkrank.

    Er kann extrem launisch sein, er ist eher egoistisch - selten geht es nach der Laune der anderen, meistens nach seiner. Konflikt- und kritikfähig ist er ÜBERHAUPT nicht, die minimalste Kritik und wenn sie noch so objektiv formuliert ist, oder auch Dinge betrifft, nimmt er persönlich. Es ist nichts wirklich mit ihm auszusprechen. Versprechen hält er selten ein. Festlegen will er sich auch nicht - Verantwortung übernehmen, geht gar nicht. (Das hat dann meisten damit zu tun, dass er entweder weitertrinkt oder eben am Vortag getrunken hat, dass gewisse Verabredungen nicht eingehalten werden). Eine Zukunft mit ihm planen ist unmöglich, leider... weil er - so auf die Art - ja nicht mal weiß, was er morgen macht...

    Er hat mich absolut kampflos ziehen lassen - so nach dem Motto: "Du willst gehen? Hier ist die Tür". Das ist ja nicht der erste Abbruch - nach jedem der Male hat es Tonnen an 6er Trägern Bier in seiner Wohnung gegeben... naja die Brauerei hatte ein Gewinnspiel... Alles klar. Nachdem ich ihn recht spezifisch damit konfrontiert habe, sich sein Trinkverhalten anzusehen, ist der Ofen komplett aus. Seine Familie sieht das jedenfalls nicht, oder sie schauen weg - was weiß ich. Seine Tante hat irgendwann mal gemeint "lass ih, wenn er einmal trinkt". Naja, nur sie weiß halt nicht, dass er an durchschnittlichen Abenden schon mal ganz gerne bis zu 3 Bier in Rekordschwindigkeit trinkt (1,5 - 2 Stunden, ich finde das viel).

    ETC, ETC... es gibt so viel an dem Verhalten, das ich unnatürlich finde und deshalb auf den Konsum zurückführe...


    Ich wüsste gerne von anderen Angehörigen, ob sich das Verhalten irgendwie deckt. Er will nicht zurück zu mir - weil ich ihn zu oft verlassen habe, aber ich glaube auch, dass ich lästig wurde, einfach, weil ich seinen Alkoholkonsum in Frage gestellt habe. Ich will einfach nur verstehen - ist er wirklich einfach ein Arsch oder ist es der Alkohol, der seine Persönlichkeit massiv verändert hat.

    Danke - Heidi

    Liebe Leute,

    ich bin verzweifelt. Ich habe mich nun zum 3. Mal von meinem Freund getrennt, weil er mich in seinem Rausch immer beschimpft hat. Diesmal will er mich nicht zurück... und das zerreißt mir das Herz, weil ich ihn so gerne habe. Aber für ihn steht im Vordergrund, dass ich jedesmal gegangen bin und nicht bei ihm geblieben bin.

    Er wollte gar nicht mit mir über das, was passiert ist, reden und er hat sich dann doch am Telefon zu einem letzten Gespräch bewegen lassen.

    Er weiß nicht, warum er mich so beschimpft, er hat gesagt, seitdem ich aus seinem Leben weg bin, sagt er, trinkt er kaum einen Tropfen mehr. Er hat sich dann flapsig entschuldigt und mich gefragt, ob es mir jetzt besser ginge. Er weiß, dass er zu viel trinkt, aber er gesteht sich das Problem nicht ein. Problematisch ist vor allem sein Kontrollverlust - er weiß dann gar nichts mehr. Nicht mehr, was er getan oder gesagt hat und entschuldigt dafür, auch wenn ich es ihm am nächsten Tag erzählt habe, hat er sich nie dafür entschuldigt. Auf meine Frage hin, ob er denn nicht gekränkt wäre, wenn er so beschimpft würde und ob er sich das gefallen ließe, hat er mir bestätigt, dass er sehr wohl sehr gekränkt und beleidigt wäre und dass er sich das auch nicht gefallen lassen würde. Dass das aber der Grund war für mich zu gehen, das versteht er nicht. Liebe hält sehr viel aus, aber nicht, dass man in regelmässigen Abständen wüst beschimpft und beleidigt wird. Und doch, wenn er nüchtern ist, ist er so lieb.

    Bei unserem letzten Gespräch hat er auch noch gemeint, dass das ganz sicher wieder vorkommen würde.

    Dass ich gegangen bin, hat ihn sosehr gekränkt, dass er jetzt auch sagt, dass er keine Zukunft mehr mit uns sieht. Ich kann das auch verstehen und ganz ehrlich - so will und kann ich weiterhin auch keine Beziehung mit diesem Mann führen, auch wenn ich ihn sehr sehr lieb habe. Er kann sehr lieb sein, wenn er nüchtern ist - auch wenn er da oft sehr egoistisch ist und die Bedürfnisse anderer Personen überhaupt nicht checkt.

    Ich bin hier, weil ich von trockenen Alkoholikern über ihre nasse Zeit erfahren will, weil ich von Angehörigen erfahren will, wie sie mit der Situation umgegangen sind. Das bringt mir den Mann zwar nicht zurück, aber zumindest erfahre ich mehr darüber, warum er sich so verhält.

    Ich danke Euch!

    Alles Liebe
    Heidi