Beiträge von Lilli1990

    Ich melde mich jetzt von unterwegs. Bin auf dem Weg ins Büro. Hatte heute Abend ein Gespräch, das erst ganz anders verlief, als erwartet und dann aber doch umgeschlagen ist. Bin ziemlich durcheinander. Erst war er total verständnisvoll und sagte ganz ruhig, er könne mich verstehen. Und warum ich ihm nicht schon früher gesagt hätte, was ich für Wünsche und Bedürfnisse habe. Erst als ich sagte, dass ich schon eine Wohnung in Aussicht habe, wurde es unangenehm. Er fing furchtbar an zu weinen und machte Vorschläge, was wir alles ändern könnten. Ich wollte es fast glauben, er tut mir jetzt leid. Aber ich habe mir immer wieder in den Kopf gerufen, dass sich nicht wirklich etwas ändern wird. Und wenn, dann nur vorübergehend. Und es wechselte sekündlich von weinen, auf beleidigt und Türen knallen zu verständnisvoll und dann wieder von vorne. Zum Schluss hat er damit gedroht, dass er sich jetzt besaufen will, weil ja eh alles egal ist. Als ich wieder anfing zu heulen, wollte er doch lieber nüchtern bleiben. Ich wollte tatsächlich über Nacht bleiben. Aber habe es dann nicht mehr ausgehalten. Vielleicht habe ich einiges falsch gemacht. Aber ich fühle mich gerade noch hilfloser als sonst. 😨

    Hallo ihr Lieben,
    auch wenn meine Befürchtungen eingetreten sind, geht es mir gerade erstaunlich gut. Naja, zumindest besser. Er ist total betrunken, stinkt ganz furchtbar nach Alkohol und will ständig kuscheln. 🙄 Habe ihn zwar mehrfach in den Arm genommen, aber mit dem Gedanken, dass mein Plan richtig ist. Fast bin ich froh, dass er mir wieder neue Argumente geliefert hat. Versteht ihr, was ich meine? Mein Herz klopft immer noch bis zur Decke und ich hoffe, dass er heute schnell einschläft. Aber ich warte nur noch auf die nächste Gelegenheit, wenn er mal ein paar Stunden weg ist. Dann verzichte ich eben auf die paar Möbel, Hauptsache ist doch, dass ich da raus komme.
    Und für den Hauskauf hat er mir ja auch wieder Argumente gegeben. Habe vorhin mit einer Therapeutin gesprochen. Das hat mir gut getan und ihre Tipps helfen mir.
    Ich hoffe, dass mir das alles wieder ein paar Tage Luft verschafft, um zum idealen Zeitpunkt die Sachen zu packen. Vielleicht am Sonntag schon. Ansonsten irgendwann in der nächsten Woche.
    Heute geht es jetzt. Wenn es wieder schlimmer wird, weiß ich auch, dass mir hier geholfen wird. 😊

    Nein, meine Freunde wohnen leider alle weiter weg. Wenn er wieder betrunken ist, werde ich heute Abend sowieso nicht mit ihm sprechen. Je nach Lage, werde ich aber ein paar Sachen zusammenpacken und in einer Pension übernachten.

    Vor einer Stunde hat sich seine Ex bei mir gemeldet. Seine Tochter wollte zu ihm und er hat die Tür nicht geöffnet. Auf ihre Nachricht hat er nicht reagiert. Bei uns beiden gehen dann immer alle Alarmglocken an. Man möchte nicht vom schlimmsten ausgehen, aber zwangsläufig ist es so. Vielleicht hat er sich heute doch wieder total betrunken. Es ist sehr wahrscheinlich, aber natürlich kann es auch anders ein. Das werde ich erst heute Abend erfahren.
    Wenn es so ist, haben wir eine weitere Eskalationsstufe erreicht.
    Ich habe auch Angst davor, dass ich wieder einknicke. Nicht, weil ich wieder Hoffnung schöpfe und weiter gerne mit ihm zusammenbleiben möchte, sondern weil ich krankhaft harmoniesüchtig bin und jedem Streit aus dem Weg gehe. Weil ich beruflich für alle und alles einstehen kann, aber nicht für meine privaten Bedürfnisse. Manchmal habe ich das Gefühl, dass auch in mir zwei verschiedene Menschen schlummern.

    Vielen lieben Dank. Ihr helft mir wirklich sehr. Es ist so wichtig, ein Feedback zu bekommen. Heute dreht sich mir der Magen um. Ich habe seit heute morgen nichts mehr gehört und versuche mich auf die Arbeit zu konzentrieren. Genau das fällt mir aber schwer. Ich weiß nicht, was er jetzt macht. Ich weiß nicht, ob er jetzt mit aller Gewalt heute noch dort zusagen will oder ob er tatsächlich noch wartet. Aber ich will ihm doch nicht schon per WhatsApp schreiben, was mich bewegt und was ich plane. Das ist doch eher etwas, was man persönlich besprechen muss. Ich weiß nicht, ob er sich heute wieder betrinkt (unter dem Druck ist das durchaus denkbar. Vielleicht aber auch nicht, da er jetzt schon wieder einige Tage nichts getrunken hat. Ich weiß eben auch nie, wann es das nächste Mal sein wird. Er trinkt ja nicht jeden Tag.
    Bisher ist er auch nie gewalttätig geworden, aber es fliegen regelmäßig Gegenstände durch die Gegend oder er zerstört irgendwas von seinen Sachen. Mich hat er noch nicht angegriffen. Ich möchte aber auch nicht meine Hand dafür ins Feuer legen, wenn er eben keinen Ausweg mehr sieht.
    Vielleicht übertreibe ich aber auch und es ist alles gar nicht so schlimm.
    Ich weiß nur, dass ich nicht möchte, dass er dieses Haus mit der Hoffnung kauft, dass ich ihn begleite.
    Und ja, ich gehe davon aus, dass er ganz genau weiß, warum ich versuche, die Entscheidung hinauszuzögern. Dass er zumindest eine konkrete Ahnung hat.
    Mir hilft es wirklich, wenn ich mir alles einfach von der Seele schreiben kann und auch das ein oder andere Feedback bekomme.
    Sicher mache ich nicht alles richtig, vielleicht hätte ich schon längst für Klarheit sorgen sollen. Aber das fällt mir so unendlich schwer. Ich rede gerne immer um den heißen Brei herum, schaffe es nicht, mich klar auszudrücken. Zumindest nicht, wenn es um so ein Thema geht.
    Das ist mein großes Problem.

    Danke für eure Unterstützung. Ich habe ihm noch einmal eine Nachricht geschrieben, dass er sich nicht heute schon entscheiden soll, sondern übers Wochenende warten, um so etwas Luft für ein Gespräch zu bekommen.
    Ich weiß nicht, ob er sich darauf einlässt. Er wirkte in seiner Antwort nur gestresst und genervt.
    Aber im Augenblick kann ich nicht mehr tun. :(

    Guten Morgen (so gut ist der Morgen eigentlich nicht),
    jetzt wird es richtig anstrengend. Gestern kam ein Anruf, dass man sich mit dem Preis doch noch einigen könnte und er das Haus kaufen kann. Er fing gleich damit an, Pläne zu machen. Wie "wir" das alles organisieren, dass ich anfangen kann, Möbel auszusuchen, dass meine Sachen, die noch im Keller gelagert sind (bin ja zu ihm gezogen und habe meine Sachen daher größtenteils nicht gebraucht) jetzt im neuen Haus auch Verwendung finden.
    Er hat die ganze Nacht nicht geschlafen und mich heute ganz früh deshalb auch geweckt, um nochmal mit mir zu sprechen. Er sagte mir immer wieder, dass er ja jetzt ganz viel Zuneigung braucht, weil es alles für ihn so stressig ist und dass er sich ja immer so schwer entscheiden könne. Und ob das nun wirklich auch etwas für ihn ist und ob ich ihn denn auch noch lieb habe und ob ich denn mit ihm auch in das Haus will, usw. Das am frühen morgen, während wir noch im Bett lagen. Immer wieder: "Hast du mich noch lieb? Bleibst du auch bei mir? Ich will jede Nacht neben dir einschlafen und jeden Morgen neben dir aufwachen! Soll ich das Haus kaufen?"
    Natürlich habe ich ihn in den Arm genommen. Aber ich fühlte mich der Situation so ausgeliefert, mit allem überrannt und total überfordert. Er setzt mich einmal mehr unter Druck und ich habe nun überhaupt keine Ahnung mehr, wie ich reagieren soll.
    Eigentlich müsste ich ihm nun sagen, dass ich das alles nicht mehr will und dass ich bereits eine Wohnung habe und ausziehen werde.
    Aber wie mache ich das, wo gehe ich hin? Heute habe ich mich ganz früh rausgezogen und bin ins Büro gefahren. Ich weiß nicht, ob er sich heute wieder betrinkt, weil er mit dem Druck nicht umgehen kann und ich ja nicht da bin.
    Ich bräuchte auch eine Therapie, aber vor Allem brauche ich jetzt/heute jemanden, mit dem ich darüber reden kann. Ich muss es loswerden, sonst zerfrisst es mich innerlich. Am liebsten würde ich einfach nicht mehr zurückgehen. Aber meine ganzen Sachen, alles von mir ist noch dort. Und einfach abhauen ist für mich auch eher ein NoGo. Ich würde mich wie ein Feigling fühlen.
    Sorry, wenn das alles hier total chaotisch klingt, aber so sieht es im Moment in mir aus. Fühle mich total überfordert und alleine.

    Hallo Lütte,
    den Vertrag habe ich unterschrieben. Die Kaution habe ich auch zusammen. Ich würde es sehr gerne hinter mich bringen und das sofort klären. Dieses "so tun als ob" zehrt ganz schön an den Nerven. Aber da ich im Moment noch gar nicht weiß, wo ich bis zu meinem offiziellen Auszug bleiben sollte und nichts aus der Wohnung irgendwo zwischenlagern könnte, muss ich leider warten, bis ich tatsächlich die Schlüssel in der Hand halte. Das wird in der letzten Juli-Woche sein. Er arbeitet von zuhause aus und ist quasi immer da und er schleicht auch ständig um mich herum, da er bereits etwas ahnt. Vielleicht muss ich tatsächlich erst einmal mit nur ein paar Sachen "ausziehen" und die anderen Dinge später holen. Und ich kann im Moment nicht einschätzen, ob er mir dann noch Zugriff auf meine Sachen gewährt, wenn ich einmal weg bin. Ich versuche, zumindest schon einmal kleine Dinge im Büro zwischenzulagern. Was ich bei einem erneuten Rückfall mache, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht.
    Im Augenblick bin ich ständig unter Strom und hatte auch schon wieder mehrere Panikattacken. Ich wünsche mir wirklich sehr, dass das alles bald vorbei ist. Aber, ehrlich gesagt, rechne ich auch nach meinem Auszug noch mit einem großen Drama. Und damit, dass ich an allem schuld sein soll. Nicht nur aus seiner Sicht, sondern auch aus der Sicht seiner Ex und der Kinder, wenn er sich dann wieder total betrinkt.
    Es ist ein einziges Chaos in meinem Kopf. :(


    Ach Lilli,

    gibt es denn eine Möglichkeit,dass Du die letzten Wochen vielleicht bei Freunden noch unterkommen kannst?

    Hallo Lütte,
    das ist leider nicht möglich. Ich bin ja hierher gezogen und meine Freunde wohnen alle weit weg. Außerdem kann ich gerade nicht weg, weil ich ein wichtiges Projekt bearbeite und für Ende Juli erst Urlaub geplant habe.

    Und die Entscheidung ist nicht mehr von mir abhängig. Er will ein Ferienhaus kaufen und ich habe schon gesagt, dass ich finanziell nichts beisteuern kann. Nun will er es alleine finanzieren, geht aber davon aus, dass ich so ja dann bei ihm bleibe. Da sie sich bisher mit dem Preis nicht einigen konnten, habe ich noch Hoffnung, dass es nichts wird. Es kommt dann schon das schlechte Gewissen durch, wenn er jetzt ein Haus kauft und ich bald gehe. Auch, wenn es seine Entscheidung ist. Vielleicht kennt ihr das. 🙄

    Jetzt muss ich erst einmal die letzten Tage/Wochen überstehen. Mit einem erneuten Rückfall vor zwei Tagen, bei denen die Kinder wieder mehr mitbekommen haben, als gut für sie ist (morgens bereits getrunken, Kinder waren zum Mittagessen dort). Und mit vielen Tränen seinerseits, weil die Mutter der Kinder nun gesagt hat, dass diese nicht mehr kommen dürfen, wenn ich nicht dort bin (das setzt mich zusätzlich unter Druck). Mit noch mehr Tränen, weil er keine Freunde mehr hat und mit keinem mehr "einfach so ein Bier trinken kann". Und weil es ihm so schlecht geht. Und mit der erneuten Aussage, dass er keine Therapie machen wird. Mit Entscheidungen, die seitdem wir zusammen sind, nie getroffen wurden und bei denen es jetzt plötzlich ganz schnell gehen soll. Die mich noch mehr unter Druck setzen, weil ich evtl. doch bereits vor der Schlüsselübergabe die Karten auf den Tisch legen muss. Ich wünschte, ich könnte das Zeitrad etwas nach vorne drehen. :(

    Hallo Morgenrot,

    meine Familie wird so ziemlich gar nichts davon wissen. Sie wohnen einfach zu weit weg und ich sehe sie zu selten, als dass sie irgendetwas merken können. Einzig mein Sohn weiß darüber bescheid. Ich bin etwas älter, als es mein Name vermuten lässt und er ist schon erwachsen. :)
    Aber wahrscheinlich hast du trotzdem recht. Ich sollte ihm den Wind aus den Segeln nehmen und meiner Familie berichten, was evtl. bevorsteht.

    Liebe Lütte,
    noch eines: Wie ging es bei dir danach weiter? Hat er versucht, dich zu "überzeugen", dass du zurückkommst? Dich mit Anrufen bombadiert? Oder hast du alles blockiert?

    Hallo Lütte,
    vielleicht muss ich es auch so machen. Auch wenn es meinem Innersten widerspricht. Weil ich mir verlogen vorkomme und feige. Weil ich normalerweise die Dinge gerne in einem Gespräch kläre. Aber nach meiner Erfahrung mit ihm wird genau das nicht möglich sein.
    Ich weiß, es klingt böse. Aber fast wünsche ich mir, er würde sich jetzt noch einmal so richtig betrinken. So, dass er mir damit einen weiteren Grund gibt, einfach so zu gehen. Ja, ich weiß: Ihr werdet sagen, dass er mir doch schon genug Gründe gegeben hat.
    Im Augenblick trinkt er aber wieder mal nichts und ist besonders anhänglich. Immer wieder gibt es kurze Augenblicke, in denen er seine eigene Unzufriedenheit zeigt und seinen Frust auch an mir auslässt. Aber nur kurz, um dann wieder total um meine Gunst zu buhlen. Und ich weiß auch, wenn ich einknicken würde, würde sich auch nichts ändern. Der nächste Rückfall ist nur eine Frage der Zeit.
    Am meisten Angst habe ich aber davor, dass er meine Familie und meine Freunde da mit reinzieht. Menschen, die nur teilweise davon wissen. Nach dem letzten Rückfall hat er damit "gedroht", sich von meiner Mutter "verabschieden" zu wollen. Er kennt sie aber kaum, hat sie nur 3mal gesehen und ansonsten auch keinen Kontakt zu ihr. Und meine Mutter ist schon etwas älter und ich will sie mit solchen Dingen gar nicht belasten. Das war eine ziemlich miese Masche. Aber ich habe keine Möglichkeit gesehen, als weiterhin erstmal bei ihm zu bleiben und so zu tun, als wäre alles in Ordnung. Inzwischen bin ich einen Schritt weiter, aber mir graut es trotzdem davor, dass er meine Familie da mit reinzieht.

    Liebe Cadda, vielen Dank für deine Antwort. Natürlich hast du recht. Den "richtigen" Zeitpunkt gibt es nicht. Das o. g. "Problem" mit dem Haus hat sich nun auch von selbst gelöst. Er kam nun doch plötzlich an und wollte, dass ich finanziell etwas dazu beitrage. Nicht für den Kauf, sondern in Form von monatlicher Miete. Da ich monatlich aber sowieso nicht mehr aufbringen kann, als ich derzeit schon zahle, war die Diskussion diesbezüglich schnell beendet. Das verschafft mir etwas Zeit dafür, in Ruhe meine Dinge zu klären. Den Termin für die Mietvertragsunterzeichnung konnte ich auf Montag verschieben. Auch das ist gut.
    Ja, ich freue mich auf die Wohnung und denke bei allen negativen Erlebnissen zuhause nun immer daran, dass es bald vorbei ist. :)
    Am Freitagabend wurden wir von Bekannten zu einer kleinen Runde im Garten eingeladen. Ganz spontan und stressfrei mit Abstand. :) Er hat es abgelehnt, dorthin zu gehen. Wie er alle Einladungen in letzter Zeit ablehnt. Natürlich, weil er dort Gefahr läuft, mit Alkohol in Kontakt zu geraten oder sich erklären zu müssen, warum er keinen trinkt.
    Ich bin alleine hingegangen, da ich mich über die Einladung sehr gefreut habe. Und auch, wenn er wieder angefressen war, dass ich ihn "alleine zuhause gelassen habe", haben mir der Abend und die netten Gespräche am Lagerfeuer gut getan.
    Noch vor einiger Zeit hätte ich auch abgesagt und wäre mit ihm zuhause geblieben.

    Trotz dieser ganzen positiven Entwicklung habe ich mächtig Angst vor dem "Gespräch". Natürlich ist jeder anders und es gibt kein Patentrezept für ein erfolgreiches Trennungsgespräch. Aber vielleicht könnt ihr mir berichten, wie ihr es gemacht habt? Gibt es hier vielleicht auch den ein oder anderen, der einfach heimlich seine Sachen gepackt hat? Ich hatte mit meinem Exfreund schonmal ein Trennungsgespräch, aber da wusste ich, dass ich offen und ehrlich mit ihm darüber sprechen konnte. Und ich wusste, dass es keinen Rosenkrieg geben wird. Wir sind auch nach der Trennung sehr respektvoll miteinander umgegangen.
    Hier wird es anders sein. Zumindest befürchte ich das. :(

    Dazu kommt noch, dass er in zwei Wochen Geburtstag hat und ich ihm eigentlich nicht als Geburtstagsgeschenk die Trennung überreichen wollte. Ich rechne sowieso damit, dass er sich nach unserem Gespräch erst einmal betrinken wird und vermutlich wird er die Schuld dafür auch mir geben. Also hatte ich alles für Mitte oder Ende Juli geplant. So, dass ich dann auch direkt gehen kann. Ein paar Tage könnte ich auch in einer Pension verbringen.
    Ich rechne mit viel Alkohol und mit vielen Anrufen und Nachrichten und Alkoholeinfluss. Und ich habe Angst davor. :(

    Jetzt stehe ich wieder vor der nächsten großen Hürde. Eigentlich sind es sogar mehrere Hürden.
    Gestern habe ich die Zusage für eine Wohnung bekommen. Da man dort keine Mietkautionsbürgschaft akzeptiert, muss ich bis zum Wochenende auf die Schnelle die Kaution organisieren. Vertragsunterzeichnung soll am Wochenende sein. Ich habe keine Ahnung, wie ich es erklären soll, dass ich am "Kinderwochenende", dass man eigentlich gemeinsam verbringen will, einen "Termin" habe. Aber das ist noch die kleinste Herausforderung. Ich wollte ihm erst Mitte nächsten Monats sagen, dass ich ausziehe und habe sowieso noch keine Ahnung, wie ich es umsetzen soll.
    Mein Freund sucht nun schon seit Jahren ein Haus, teils als Wertanlage und teils um mich an sich zu binden (so empfinde ich es).
    Seit einiger Zeit hat er ein Auge auf ein kleines Häuschen in meinem Lieblingsurlaubsort geworfen. Bisher war es noch immer zu teuer. Aber erst heute kam die Info, dass der Preis gesenkt wurde. Jetzt will er es gemeinsam mit mir anschauen. Und ich habe keine Ahnung, wie ich darauf reagieren soll. Ich muss für das Haus nichts zahlen und nicht bürgen, somit habe ich keine finanziellen Verpflichtungen in der Hinsicht. Aber mein Gefühl sagt mir, dass er jetzt gerade, wo er spürt, dass ich mich distanziere, mit allen Mitteln unbedingt sofort ein Haus kaufen will. Ich fühle mich unter Druck gesetzt. Er sucht schon seit 15 Jahren, hatte bereits gemeinsam mit seinen Exfrauen schon mehrere Besichtigungen (und mit mir) und konnte sich aus diversen Gründen nie für einen Kauf entscheiden. Immer gab es andere Dinge, die nicht gepasst haben. Jetzt will er das Haus besichtigen und fordert von mir eine Entscheidung, ob es mir auch gefällt und ob ich denn auch bei ihm bleibe, usw. Und vermittelt mir, dass er das Haus ja auch für mich kauft, weil das schon immer meine Wunschheimat war und ist.
    Mein Problem ist nicht, dass ich "wieder einknicken" könnte, sondern dass ich nicht weiß, ob ich jetzt schon die Karten auf den Tisch legen soll oder einfach weiter "den Ball flach halte" und meine Pläne weiter verfolge. Letztendlich ist es seine Entscheidung und sein Geld. Wenn ich ihm aber jetzt schon offen von meinem Auszugswunsch erzähle, werden die nächsten Wochen hier extrem schwierig (das ist sicher noch untertrieben). Ich wüsste aber auch auf Anhieb nicht, wo ich hier bis zu meinem Auszug hin könnte. Meine Freunde wohnen alle viel zu weit weg.
    Ich habe gerade totales Chaos in meinem Kopf. :(

    Hallo Aurora,

    vielen Dank für deinen "Roman" :)
    Ja, ich kann daraus etwas mitnehmen. Und wenn es nur die Erkenntnis ist, dass ich mich darin so sehr wiederfinde und nun weiß, dass es auch anders geht. Ich habe vor Jahren schon zweimal eine Therapie gemacht. Weil ich, wenn ich unglücklich/unzufrieden bin, schnell zu Panikattacken und diversen Phobien leide. Die habe ich inzwischen recht gut im Griff (mit einigen kleinen Ausnahmen), allerdings ist das Grundproblem (es jedem Recht machen wollen, lieber Ja- als Nein-Sagen) noch nicht gelöst und unangenehme Begleiterscheinungen tauchen immer wieder auf.
    Und natürlich hat es auch bei mir schon in der Familie begonnen. Die Ursachen liegen, wie so oft, in der Kindheit.
    Vermutlich bin ich genau deshalb auch die perfekte Partnerin für meinen Freund. :-/
    Ich denke, ich bin intelligent genug, um zu erkennen, was hier passiert. Aber kann mich gegen den inneren Drang nicht wehren, es auch ihm immer wieder Recht machen zu wollen.
    Ich hoffe, dass es bei mir nicht zur "Explosion" kommt. Denn ich kann mir sehr gut vorstellen, dass mir das auch unangenehm wäre. Ich kann es dir aber auch nachfühlen. Manchmal habe ich auch das Gefühl, dass in mir etwas brodelt. Bisher habe ich die Wut immer ganz gut unterdrücken können.
    Obwohl ich genau weiß, dass eben das nicht gut ist. Dieses "unterdrücken"! :(

    Ich hoffe so sehr, dass es mit der letzten besichtigten Wohnung klappt. Aber da ich schon seit fast 4 Tagen keine Rückmeldung bekommen habe, schwindet meine Hoffnung.

    Das Wochenende ist wieder sehr anstrengend. Dieses Mal ohne Alkohol, dafür aber mit einem ständigen Auf und Ab der Launen. Kritik und Liebesbekundungen in einem Satz. Und das immer wieder. Vermutlich wird es jetzt auch wieder eine Zeit ohne Alkohol geben. Aber eben nur eine Weile, weil die Einsicht noch immer fehlt. Aus der einstigen Liebe/Zuneigung ist schon längst Mitleid geworden und eine Form der Abhängigkeit (helfen wollen, verantwortlich fühlen, usw.)

    Das nur kurz für heute. Mal sehen, was mir der Sonntag noch so bringt.

    Zitat


    Jaaaa, das kenne ich auch so.

    Ich schlucke und schlucke und dann kommt die Explosion. Oha. Ich konnte dann damals auch ganz schnell handeln plötzlich, vorher ging es mir so wie dir. Ich war wie festgenagelt. Inzwischen habe ich aber gelernt, damit anders umzugehen. Ich versuche, meine Grenzen schneller zu setzen. Nicht immer zu nicken und zu schlucken sondern vorher "nein" zu sagen. Ein Lernprozess. Es ist unheimlich entlastend! Denn das ewige Schlucken und dann explodieren ist sehr energieraubend. Und die Explosion auch dann unangenehm, denn ich explodiere dann wirklich nur noch völlig unkontrolliert... nee, das mach ich lieber nicht mehr.

    Wie lernt man das? Mit Hilfe eines Therapeuten? Ich weiß, dass das mein Problem ist, immer zu lange zu warten. Und ich weiß, dass es mir nicht guttut. Wenn es mir schlecht geht, bin ich auch süchtig und zwar nach Schokolade. Das klingt lustig, ist es aber nicht. Ich hatte gerade wieder ein gesundes Gewicht und habe Sport gemacht und nun stopfe ich Unmengen an Schokolade in mich hinein und zusätzlich noch alles, was ich im Kühlschrank finde. Das ist reines "Frustfressen" (entschuldigt die Ausdrucksweise). :(

    Ich habe mir inzwischen bereits 5 Wohnungen angesehen. Eine wurde mir abgesagt, dreien habe ich abgesagt. Eine (und das ist die beste bisher) steht noch offen. Keine Ahnung, ob es klappt. Aber auch wenn es klappt, habe ich noch keinen wirklichen Plan, wie ich das machen soll. Offen ansprechen oder heimlich abhauen? Letzteres widerstrebt mir, da ich eigentlich lieber über die Dinge spreche (insgeheim hoffe ich immer auf Verständnis und das ärgert mich so). Aber in diesem Fall ist heimlich wohl besser, da er mich nicht einfach gehen lassen wird.

    Ich habe richtig Angst davor, nicht zu wissen, wie das ganze ausgeht. Wenn ich nur daran denke, klopft mein Herz bis zum Hals. Ich wünsche mir so sehr jemanden, der mich an die Hand nimmt und mir sagt, was ich wie und wann tun soll. Nur in diesem einen Fall. Ansonsten brauche ich das nicht, kann ganz gut für mich alleine entscheiden und stehe mit beiden Beinen im Leben. Nur bei solchen Dingen vermisse/vergesse ich mein Selbstbewusstsein.

    Warum ist das so?

    Hallo Cadda,
    du hast recht, er will nichts ändern. Er sagt, er kann nicht. Ich sage: er will nicht! Und ich ärgere mich über mich selbst, dass ich ihn trotzdem immer wieder in den Arm nehme, ihn tröste und gleichzeitig verkrampft sich alles in mir. Es ist ein innerer Kampf, ich spreche die Dinge anders aus, als ich denke und könnte mich selbst dafür ohrfeigen. Es ist nicht so, dass ich nicht wüsste, was gerade passiert, aber ich verstehe meine eigenen Reaktionen nicht, kämpfe gegen mich selbst.
    Auch am Freitag Abend dachte ich: "Ich müsste jetzt gehen!" und trotzdem bin ich wie festgewachsen sitzengeblieben. Der Geruch nach Alkohol, sein Verhalten, die ganze Situation haben mich angewidert. Am meisten war ich aber wütend auf mich selbst und doch nicht in der Lage, zu gehen.
    Ein Hoffnungsschimmer ist aber, dass ich mich sehr gut kenne und weiß, dass es plötzlich und unverhofft doch aus mir herausbricht und es dann plötzlich ganz schnell gehen kann. :)