Beiträge von Seeblick

    Hallo Marion,

    auch von mir ein willkommen im Forum.

    Nun hast du ja gleich zwei Probleme: Deinen eigenen Alkoholkonsum und den deines Partners. Zunächst sollte deine Gesundheit im Vordergrund stehen. Sprich doch mit dem Zahnarzt. Vielleicht hat er auch wieder eine Idee für eine weitere Anlaufstelle. Es gibt hier in Deutschland ja auch telefonische oder Video-Sprechstunden. Wäre das eine Möglichkeit, um sich ärztlich begleiten zu lassen?

    Für deinen Mann kannst du leider wenig tun, wenn er keine Einsicht hat und keine Hilfe wünscht. Da ist es dann für dich wichtig, wei du dich abgrenzen kannst. Einmal um nicht selbst rückfällig zu werden und zum anderen um sich aus der Co-Abhängigkeit zu befreien. Ich finde deinen Ansatz gut, dass du dich räumlich trennst. Das ist ein guter Schritt.

    Viele Grüße

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    Hallo Andrea,

    auch von mir ein willkomen im Forum.

    Vielleicht ist es gar nicht so schlecht, dass die Gedanken an Alkohol deutlicher werden. Du bist ja schon einige Zeit trocken, da kann man unbeabsichtigt leichtsinnig werden. Der Alkohol ist in weite Ferne gerückt und durch Unachtsamkeit wird die Vergangenheit verharmlost. Da ist das erste Glas vielleicht doch näher, als man vermutet.

    Vielleicht hat deine Psychologin noch einen guten Ansatz.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Rhododendron,

    erstmal Glückwunsch zu den 14 nüchternen Tagen. Allerdings solltest du dir wirklich überlegen, solche Veranstaltungen am Anfang zu meiden.

    Deine Gesundheit sollte oberste Priorität haben. Da kann man eine Feier auch mal absagen. Das kann wirklich schief gehen und sich mit dem Alkohol zu konfrontieren ist oft der Schritt zum nächsten Drink.

    Zur Bessseren Übersicht: Schreib am Besten in dem Thema weiter, das du schon angefangen hast. Also kein neues eröffnen. Dann findet man dich besser und hat deine Beträge gesammelt.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Forum,

    anstrengende Zeiten gerade. Am Wochenende das neue Vorzelt aufgebaut, für die neue Wohnung eingekauft. Dies und das erledigt. Zu spät schlafen gegangen und zu früh wach gewesen. Der Kopf schwirrt und mein Rücken schmerzt.

    Die Selbstmedikation mit Alkohol wäre für viele eine akzeptable Lösung. Nicht für mich. Also gestern den Tag durchgehalten, Schokolade gegessen, früh ins Bett gegangen und heute morgen fit aufgewacht.

    Die To-Do-Liste nimmt zwar noch kein Ende, aber es wird. Ich achte darauf, zwischendurch Ruhepausen einzulegen und zu sortieren was gerade machbar ist und was warten kann.

    Oft denke ich: „Wenn der Umzug erstmal vorbei ist und ich mich im neuen Job eingelebt habe, dann wird es besser.“ Das wird bestimmt so sein, aber ich möchte die Zeit bis dahin auch genießen können. Nicht erst in Zukunft. Also suche ich mir die kleinen Dinge, auf oder über die ich mich zwischenzeitlich freue.


    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Hanseat,

    ich verstehe auch, was du meinst.

    Bei den Angehörigen-Themen lese ich zwar mit, halte mich aber eher raus. Nur, wenn z.B. noch keine Antwort da ist, heiße ich die Schreiber willkommen oder ich schreibe, wenn es konkret Fragen an die Alkoholiker gibt. Daher kann ich auch nicht so beurteilen, welche Hilfe dort am Besten ist und wie diese formuliert wird.

    Bei den Abhängigen ist die Frage, wann ein Austausch noch sinnvoll ist. Einige sind überhaupt nicht empfänglich für Hinweise, Ratschläge, Hilfsangebote oder für Rückfragen offen. Wie soll da eine sinnvolle Kommunikation zustande kommen? Soweit ich das gesehen habe, wird den Schreibern gesagt, dass sie jederzeit wiederkommen können, wenn sie Hilfe annehmen möchten. Die Tür ist also nicht ganz verschlossen und mitlesen kann man auch ohne sich angemeldet zu haben. Ich vertrau auch darauf, dass die Moderatoren gut abschätzen können, wann ein Thema geschlossen werden sollte. Wir sind ja eine Selbsthilfegruppe und wenn keine Hilfe ankommt…Schwierig.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Rhododendron,

    die Einsicht ist enorm wichtig, wenn man stabil trocken sein möchte. Sonst bleibt immer eine Hintertür auf, dass man vielleicht irgendwann doch wieder trinken kann. Wenn man Alkoholiker*in ist, geht das nicht mehr. Aber wenn du zufrieden abtinent bist, ist das überhaupt nicht schlimm.

    Hast du dir schon Gedanken gemacht, wie du deinen neuen Weg gehen möchtest? Was du für dich veränden musst? Einfach nur den Alkohol weglassen und sonst nichts verändern, wird wahrscheinlich nicht funktionieren.

    Du solltest auch zum Arzt gehen und dich durchchecken lassen und dabei direkt sagen, dass der Grund für die Untersuchung deine Alkoholabhängigkeit ist.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Forum,

    gestern war ein schöner Tag. Am meisten habe ich mich über mein neues Kleid gefreut: angenehm zu tragen, Figur schmeichelnd, preislich völlig ok.

    Ich war in der Mittagspause in einem Laden, in den ich sonst nie gehe und bin gleich fündig geworden. So ein Glück.

    Auf dem Hinweg zu dem Geschäft bin ich an einem „Weinkontor“ vorbei gelaufen. In der Sonne saß ein Paar mit einer 1L-Flasche Weißwein. Trinkend, lachend. Ich habe noch gedacht: vor einiger Zeit hätte ich im Urlaub mit meinem Mann auch so gesessen. Nun sitzen wir zwar auch trinkend und lachend in der Sonne. Das Getränk ist aber ein anderes. Nach der Arbeit führte mich mein Weg an der gleichen Stelle vorbei. Das Paar war immernoch da. Und er sprach beim Reingehen ins Lokal: „Doch nicht die Rechnung bitte. Einen nehmen wir noch“. Auch da habe ich gedacht. So wäre ich/wir auch gewesen. In dem Moment lustig, entspannt, angeregt. Bis ich in er Abhängigkeit war. Da geht es dann nur ums Trinken. Wieviel ist noch ok? Wie geht der Abend weiter? Wie den Pegel halten? Wie unglücklich ich zu der Zeit war und wie froh ich bin, dass ich das nicht mehr muss.

    Sonnige Grüße an alle

    Seeblick

    Hallo Rhododendron,

    wenn du schon in der Abhängigkeit bist, wird das so aber nicht funktionieren. Wie wäre es denn, wenn du deine Bedenken einmal mit dem Arzt besprichst oder einfach zu einer Suchtberatungstelle gehst? Du kannst dir im Internet auch die Kriterien bei einer Alkoholabhänigkeit durchlesen und dann ehrlich beantworten, wo du stehst.

    Wenn du keine Abhängigkeit hast ist es einfach: Dann lass das Trinken und lass dich von deinen Bekannten nicht überreden. Denn wenn du noch nicht anhängig bist, sollte das kein Problem für dich sein.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Rhododendron,

    willkommen hier im Forum. Gut, dass du deinen Alkoholkonsum überdenkst. Der "Kontrollverlust" ist ein Hinweis für eine Alkohlabhänigkeit.

    Wie siehst du dich denn? Siehst du dich als Alkoholiker?

    Wenn du mit dem Trinken aufhören möchtest, bist du hier im Forum richtig. Hier tauschen sich bekennende Alkoholiker*innen aus, die eine lebenslange Abstinenz anstreben. Ein "kontolliertes/normales" Trinken ist nicht mehr möglich.

    Wenn du also aus der Sucht aussteigen möchtest, steht als erstes ein Besuch beim Arzt an, um deine Entgiftung zu überwachen. Ein Kalter Entzug kann lebensgefährlich sein. Die Entgiftung kann prinzipiell auch ambulant zu Hause durchgeführt werden, aber das entscheidet der Arzt deines Vertrauens.

    Danach kannst du lernen, wie du dein alkoholfreies Leben gestalten kannst. Auch, wie du mit den oben beschriebenen Situationen umgehen kannst.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Leonard,

    der große Nachteil war, dass während der stationären Reha nicht alle Angebote stattfinden konnten und die Gruppe manchmal aufgeteilt wurde. Auch bei der ambulaten Reha mussten Treffen ausfallen und es gab nur sporadisch Treffen der Selbsthilfegruppen. Daher bin ich auch zu keiner gegangen. Da erzählt man von sich und schon muss wieder alles ausfallen. Da war ich froh über das Forum. Tatsächlich habe ich hier schon lange (eigentlich Jahre) still mitgelesen. Dass mein Konsum nicht in Ordnung ist, ahnte ich ja schon.

    Der Vorteil der Corona-Pandemie: Es gabe keine Versuchungen: keine Feiern, kaum Treffen, Restaurants geschlossen. Da konnte ich meine Abstinenz stabilisieren und kann mich inzwischen auch wieder auf eine Feier wagen. Ich weiß, was zu tun ist und bin auch selbstbewusst genug, alles umszusetzen (Getränke ablehnen, Rückzugsmöglichkeit einplanen, auf Gesrpäche vorbereitet sein, uws.).

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Leonard,

    willkommen im Forum und Glückwunsch zu deinem Entschluss.

    War deine Frage, ob wir oft zu Treffen gehen oder das mit der Zeit abnimmt? Ich habe zu Beginn der Corona-Pandemie aufgehört zu trinken (was keinen Zusammenhang hatte). Die Entgiftung erfolgte ambulant mit Hilfe meines Hausarztes, dann war ich für 8 Wochen in einer stationären Therapie und danach zu den ambulanten Treffen. Die realen Selbsthilfegruppen haben sich meist nicht getroffen und auch die ambulanten Therapiestunden mussten ab und an corona-bedingt ausfallen. Daher habe ich mich hier in der online-Gruppe angemeldet und schaue fast täglich hier rein.

    Viele Grüße und einen guten Austausch

    Seeblick

    Hallo Sonne

    wenn es persönlich ist, wäre ich hier im Netz auch vorsichtig.

    In einem Podcast habe ich mal etwas über Entscheidungen gehört, was ich sehr gut fand und mir selbst hilft. Zunächst trifft man eine Entscheidung meist gut überlegt. Dann ist es zu dem Zeitpunkt auch die richtige Entscheidung. Falls man merkt, dass es mit der Entscheidung in eine Richtung geht, die nicht gut ist, kann man nachjustieren und von dem Punkt, an dem man gerade steht, neue Weichen stellen.

    Zu viel darauf herumzudenken bringt einen oft nicht weiter.


    Das ist jetzt sehr allgemein und hilft in deinem Falle vielleicht nicht unbedingt, aber vielleicht doch ein wenig. Kannst du dich sonst mit jemanden direkt austauschen?

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Sonne,

    eine Krankheit mit einer anderen zu vergleichen ist immer schwierig. Du darfst auch mal unzufrieden sein.

    Wenn sich dein Gedankenkarussell dreht, gibt es kleine Übungen die man machen kann. Du kannst ja mal ausprobieren, ob dir etwas hilft. Nicht, dass du Gefahr läufst, die "Fahrt" mit Alkohol zu stoppen. Ein paar Möglichkeiten wären: Schreibe auf, was dich beschäftigt. Vielleicht auch mit Ideen zu einer Lösung des Problems oder mit Prioritäten (Was ist wichtig? Was kann ich schnell erledigen?). Du kannst dir bewusst Zeit nehmen und über einige Sachen nachdenken. Wenn du nicht weiter kommst sage dir "Heute denke ich nicht weiter darüber nach. Für heute habe ich mir genug Gedanken darüber gemacht. Morgen nehme ich mir wieder Zeit." Kurz vor dem Einschlafen kannst du dich auf deinen Körper konzentrieren. Gehe in Gedanken vom Kopf bis zu den Zehen alles durch und spüre, wie es sich anfühlte. Oder konzentriere dich nur auf deine Atmung.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Sven,

    das ist eine wichtige Beobachtung. Pass auf dich auf, solche Situatuonen können schief gehen. Am Anfang sollte man überlegen, ob man sich generell von solchen Veranstaltungen fern hält. Das Suchtgedächtnis kann sogar einen Tag später anspringen.

    Genieße den Sonntag

    Seeblick

    Hallo Sven,

    du kannst deine Vergangenheit zwar nicht ändern, aber es für die Zukunft besser machen. Daher ist es wichtig, nicht mit deiner Krankheit abzuschließen. Bei einer andern Krankheit kannst du vielleicht sagen, es ist alles verheilt und wieder gut. So funktioniert es beim Alkohol nicht - das Thema wird dich immer begleiten. Aber wie bei Carl Friedrich hoffentlich irgndwann nur am Rande. Es gibt viele, die nach 10 jahren vergessen, wie es einmal war, dann "ein" Bier trinken und ganz schnell wieder beim alten Konsum sind.

    Neue Blickwinkel sind doch gut? Ich stelle bei mir selbst fest, wie sich meine Gedanken bezüglich Alkohol und Abstinenz weiter entwickeln und sehe das als positiv an.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Politurat,

    deine Frau ist vielleicht auch unsicher. Kann sie dir schon wieder vertrauen? Kann sie sicher sein, dass du nicht wieder trinkst? Während des Trinkens musste sich sich um Vieles kümmern und konnte nicht auf dich bauen. Da braucht sie auch etwas Zeit.

    Wenn ich dich richtig verstehe, möchtest du mehr mit deiner Frau über deine Krankheit reden und sie findet nicht den richtigen Zugang, bzw. kann dich nicht richtig verstehen. Es gibt auch Treffen, an denen die Angehörigen teilnehmen können. Wäre das vielleicht eine Herangehensweise?

    Ansonsten kannst du hier schreiben. Es ist fast immer jemand online.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Hartmut, hallo Forum,

    für meine Entwicklung war es anfänglich schon wichtig, warum ich getrunken habe.

    Nun hatte ich kein Trauma oder Schicksalsschläge (von Tod meines Vaters abgesehen, aber auch das ist ja kein Grund zum Trinken) zu verarbeiten. Im Grunde war doch alles gut in meinem Leben: guter Job, schöne Wohnung, wundervolle Partnerschaft, keine Geldsorgen. Trotzdem habe ich getrunken. Warum? Klar, am Ende habe ich getrunken, weil ich abhängig war. Da war einem jeder Grund recht. Aber wie kam es so weit? Ich wollte meine Gefühle betäuben und gelöster sein. Jetzt komme ich nüchtern miit meeinem Leben klar. Aber das musste ich lernen. Und dazu musste ich wissen, warum ich getrunken habe. War ich gestresst, überlege ich mir nun, wie ich mich entlasten kann. War ich auf einer Feier unsicher, kann ich mich jetzt besser akzeptieren, wollte ich den schönen Moment vermeintlich noch intensiver genießen, atme ich jetzt tief ein.

    Das zu reflektieren hat mir geholfen, mich zu stabilisieren. Nun bin ich „erst“ gut zwei Jahre ohne Alkohol unterwegs, aber das Warum ist schon jetzt nicht mehr wichtig und eine Aufarbeitung auch nicht weiter. Ich kann das Vergangene nicht ändern. Daher ist das „Warum?“ am Anfang ein Ausgangspunkt gewesen, um an mir zu arbeiten. In der Therapie habe ich dazu viele Denkanstöße erhalten. Für mich war es gut, dass von außen Input kommt.

    Das ist sicher für viele nicht notwendig, aber die Frage war ja, wie es bei einem selbst ist.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Sven,

    willkommen im Forum und Glückwunsch zu den 700 Tagen!

    Wenn ich es richtig gelesen habe, hast du ursprünglich nicht ganz freiwillig mit dem Trinken aufgehört, stehst aber jetzt vollkommen hinter deiner Entscheidung? Kommst du gut zurecht oder hakt es noch an einigen Stellen?

    Ein Gedanke ist mir beim Lesen in den Sinn gekommen: Hast du mit der Vergangenheit so abgeschlossen, dass du sie auch verarbeitet hast? Oder besteht die Gefahr, dass dich alte Probeme wieder einholen?

    Einen guten Austauch wünscht

    Seeblick

    Hallo Lisa,

    ich bin nun etwas über 2 Jahre ohne Alkohol und lerne immernoch dazu, merke die Veränderungen in meinem Kopf. Wie ich in bestimmten Situationen reagiere oder mit Herausforderngen umgehe, sich meine Einstellung verändert.

    Der Lernprozess kann also durchaus andauern, aber bringt wichtige und tolle Erfahrungen.

    Viele Grüße

    Seeblick