Beiträge von Seeblick

    Hallo Dieter,

    danke für die Richtigstellung. Dennoch finde ich: Hut ab! Sich seine Trockenheit für so lange Zeit zu bewahren ist eine tolle Leistung und von den Erfahrungen können wir hier nur profitieren.

    Mich interessiert bei deinem Rückfall: Kannst du im Nachhinein sagen, dass der Rückfall im Kopf schon vor dem ersten Schluck vorhanden war. Gedanken und/oder Verhalten, die dich eigentlich hätten alarmieren müssen, eine innere Stimme, die du ignoriert hast?

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Myopie,

    willkommen hier im Forum. Dies ist ja eine online-Selbsthilfegruppe. Wenn du dich hier wohl fühlst ist das super. Es gibt einige User, die keine reale Gruppe besucht haben.

    Ein Kalter Entzug zu Hause ist nie eine gute Idee und sehr gefährlich. Gut, dass du in die Entgiftung gehst.


    Bist du abschließend noch in einer Therapie/Reha? Oder nur die Zeit in der Entgiftung? Vielleicht liege ich da falsch, aber ich kann mir vorstellen, dass die Arbeit in der Entgiftung vielleicht nicht ausreicht, um an sich zu arbeiten. Und in der Reha wirst du auch Gruppensitzungen haben. Vielleicht kannst du ja versuchen, die Gesprächsrunden positiv zu sehen und anzunehmen.

    Es lebt sich viel besser, wenn du zufrieden abstinent bist und nicht mit der Faust in der Tasche den Alkohol verbannst. Die Frage ist dabei: Was kannst du tun? Wie kannst du dein Verhalten ändern und Alternativen finden? Dazu erhälst du in der Therapie einige Lösungsvorschläge. Hier im Forum natürlich auch.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Cadda,

    das Wortspiel ist mir beim Schreiben auch aufgefallen und dachte, ach, ich lass es so stehen :) Und ja, es ist ein Gefühl von Freiheit, dass dann kommt.

    Ich bin gespannt auf die nächste Gruppe. Ich halte euch auf dem Laufenden.

    Einen sonnigen Sonntag

    Seeblick

    Hallo Forum,

    für eine Woche bin ich Dosenöffner für zwei Pflege-Katzen. Nur für eine Woche, aber als ich gefragt wurde, kam kurz ein Gedanke aufgeblitzt. Kann ich das überhaupt? Werde ich in der Lage sein, mich um die beiden zu kümmern? Morgens verkatert und abends entweder angetrunken oder in Erwartung des Drinks. Und dann erleichtert, ach ne, darüber muss ich mir ja keine Sorgen mehr machen.

    Außerdem bin ich gerade auf der Suche nach einer realen Selbsthilfegruppe. Bei einer war ich letzte Woche schon, aber das passte nicht. Kommende Woche möchte ich dann die nächste Gruppe ausprobieren.

    Ich wünsche ein gutes Wochenende

    Seeblick

    Hallo Tippi,

    es gibt immer Phasen, in den man Probleme hat. Sei es beruflich, privat, gesundheitlich, alles zusammen. Der erste, hilfreiche Punkt für mich ist, mir klar zu machen, dass ich mich Alkohol diese Baustellen nicht angehen kann. Entweder treten die Bedenken in den benebelten Hintergrund, sodass einem es egal ist. Oder man ist nicht in der Lage, die Dinge anzugehen, weil die Kraft fehlt oder man keinen klaren Gedanken fassen kann.

    Als praktischer Vorschlag: Mach dir eine Liste. Schreib auf, wo du Baustellen siehst, was getan werden muss und kann, in welcher Reihenfolge und mit welcher Priorität.

    Dann fängst du mit den wichtigen Sachen an und verlierst aber bei den anderen Dingen nicht den Überblick.

    Erledigte Dinge kannst du abhaken. Das gibt mir ein gutes Gefühl, etwas geschafft zu haben und voran zu kommen.

    Zu deiner Frage zum Rückfall. Dieser kündigt sich häufig schon vorher an. Unbemerkte, kleine Gedanken oder unbedachte Handlungen. Ich gebe mal ein paar Beispiele:

    Du hast für Gäste Alkohol im Haus. Was ist da passiert? Wieso hast du ihn überhaupt gekauft? Hast du dir vorher Gedanken gemacht? Vielleicht entsorgst du die Reste nicht? Wäre ja schade drum/Fürs nächste Mal. "Es geht mir ja gut und ich trinke ja nicht davon". Schon bist du unaufmerksam, die Gefahr ist groß und der nächste Suchtdruck hat leichtes Spiel.

    Ein anderes Beispiel wäre, dass es dir gerade sehr gut geht. Du hast ein tolles Essen vor dir und denkst – jetzt ein Schluck Wein. Oder es geht dir gerade nicht gut und du denkst – jetzt ein kleiner Drink.

    Wenn du unachtsam bist und die Gedankenkette nicht unterbrichst, kommt schnell der Erlaubnis erteilende Gedanke. "Du hast es dir verdient, du kannst ja auch nur das eine Glas trinken, ich konnte mir doch beweisen, dass ich keinen Alkohol brauche. Bin ich vielleicht gar keine Alkoholikerin?"

    Bevor es also zum Rückfall kommt, hast du schon deine Selbstfürsorge und die vielen Strategien außer Acht gelassen.

    Kannst du damit etwas anfangen?

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Hanseat,

    zu meiner Frage nach deinem Plan für "davor und danach" habe ich mich auf deine eigene Aussage bezogen, dass du an Weihnachten und Silvester nüchtern warst, aber eben davor und danach getrunken hast. Also, damit es nicht zu Suchtdruck oder sogar zu einem Rückfall kommt, gibt es etwas was du dir alternativ vornehmen möchtest? Freunde treffen, einen bestimmten Film sehen oder etwas Neues zum Essen kochen. Wie Carl Friedrich ja auch schon geschrieben hat, es einfach auf dem Schirm zu haben.

    Ich finde es gut, dass du dir diese Gedanken machst. Der Respekt vor dem Rückfall bedeutet, dass du duch mit deiner Krankheit beschäftigst. Das heißt ja nicht, dass man einen möglichen Absturz plant, sondern diesen mit seinen eigenen Strategien zu vermeiden.

    Wobei wir dann wieder bei den Themen Achtsamkeit und Selbstfürsorge sind.

    Ich habe den Eindruck, dass du, Hanseat, darauf achtest und einen guten Weg eingeschlagen hast.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Schmerzerfahren,

    gut, dass du schon beim Arzt warst, da viele Beschwerden z.B. durch Vitaminmangel kommen können. Auch Depressionen lassen einen schlapp, müde, antriebslos werden.

    Ansonsten muss sich dein Körper vom Alkoholmissbrauch erholen. Das dauert eine Weile. Auch deine Kondition muss sich wieder aufbauen. Wenn die Ärzte also sonst nichts feststellen, musst du dich wohl noch ein wenig in Geduld üben. Ich persönlich war anfangs auch ein wenig schlapp, hatte aber massiven Eisenmangel.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Schlingel,

    auch von mir ein willkommen im Forum. Du bist seit Mai ohne Alkohol? Darauf kannst du doch aufbauen!

    Wie kannst du deine Trockenheit nun stärken? Erstmal hast du dich hier angemeldet. Ansonsten gibt es natürlich noch reale Selbsthilfegruppen oder, wie Barthell geschrieben hat, auch eine ambulante Therapie. Da kannst du dich an eine Suchtberatungsstelle wenden.

    Mir hat sehr geholfen, für die entsprechende Situation eine Alternative zum Alkohol zu finden. Bin ich traurig, erinnere ich mich an eine positive Sache, die mir an dem Tag passiert ist. Bei Langeweile gehe ich spazieren oder zum Sport. Beim Bedürfnis für eine Belohnung suche ich mir etwas "Besonderes" zu Essen oder ein anderes Getränk.

    Im Supermarkt gehe ich zügig am Regal mit den alkoholischen Getränken vorbei.

    Zu deiner Angst, dass du deine Freunde verlierst: Wieso solltest du? Glaubst du, du wirst nicht mehr eingeladen, wenn du ihnen sagst, dass du keinen Alkohol mehr trinkst? Sind es denn alte Saufkumpanen, mit denen dich nur der Alk verbindet? Dann wirst du sie eventuell verlieren. Du hälst ihnen ja auch irgendwie den Spiegel vor. Wenn es gute Freunde sind, werden sie deinen Entschluss akzeptieren und dich in deinem Vorhaben eher stärken.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Schmetterling,

    willkommen im Forum. Es gibt hier viele User, die einen abhängigen Partner haben und ähnliche Geschichten erleben.

    Ich kann dir nur kurz aus meiner Sicht als Alkoholikerin schreiben.

    Ich glaube es ist schwer, von außen die alkoholgetränkten Gedanken zu verstehen. Und ich weiß auch nicht, ob das überhaupt so wichtig ist. Wichtig für dich ist, dass du keine Schuld oder einen schlechten Einfluss hast. Der Alkoholiker trinkt, weil er trinken muss. Dabei ist dann jeder Grund und jede Ausrede recht. Ich persönlich habe zwar nie meinem Mann die Schuld gegeben und ihn auch nie beschimpft oder ähnliches, aber dein Mann scheint dir die Schuld geben zu wollen. Aber das bist du nicht.

    Das Aufhören und eine lebenslange Abstinenz funktionieren nur, wenn eine Krankheitseinsicht da ist und der Wille, dem ein Ende zu setzen.

    Also was kannst du machen? Wenn er wirklich aufhören will, kannst du ihn unterstützen. Wenn nicht, kannst du nur sehen, was du für dich tun kannst. Du hast auch nur das eine Leben und du hast ein Recht darauf es so zu gestalten, dass es dir gut geht.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Tippi,

    ich habe in der ersten Zeit viel Eis gegessen und viel mehr genascht. Die angefutterten Kilos bin ich auch noch nicht ganz los. Das ist zwar besser als Saufen, aber nervt trotzdem. Da hilft wohl nur Sport und Bewegung, weniger Essen und weniger Süßes. Also kein Geheimrezept.

    Dennoch sind mir meine runderen Hüften lieber als das Elend mit dem Alkohol.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Blubbi,

    willkommen in Forum. Ich kann dir nur als Alkoholikerin schreiben, es gibt hier aber viele Angehörige, die dich unterstützen können.

    Leider wirst du für deinen Partner nicht viel tun können. Ein Alkoholiker braucht eine Krankheitseinsicht und den Willen, etwas zu ändern. Sonst wird er weiter trinken.

    Die Frage ist eher, was du für dich tun kannst. Wohnt ihr zusammen? Kannst du dich räumlich trennen?

    Auch wenn er es dir einreden will: Du bist nicht Schuld!

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Forum,

    gerade bin ich im Urlaub. Mein Mann ist in der Sauna und ich nutze kurz die Ruhe.


    In diesem Moment bin ich wieder sehr dankbar, den alkoholfreien Weg eingeschlagen zu haben. Ich kann die Ausflüge genießen, bin beim Aufstehen wach und fit. Ich muss mir keine Gedanken um den Alkohol machen. Und schon gar nicht, wie ich heimlich und unbemerkt noch an Stoff komme. Ich bin dankbar für all die Unterstützung, die ich dafür erhalten habe und ich bin stolz auf mich, dass ich den Ausweg gefunden habe.

    Ich wünsche allen eine gute Woche. Bleibt trocken und gesund


    Seeblick

    Hallo Tippi,

    natürlich ist nicht alles toll, nur weil man nicht mehr trinkt. Aber nüchtern kannst du auch diese Gefühle zulassen. Du musst sie nicht betäuben. Du kannst sie wahrnehmen und anders damit umgehen.

    Dein neues Ich: das darf wachsen, sich entwickeln und kann sich verändern.

    Kannst du für dich sagen, was dich unzufrieden macht? Vielleicht lässt sich da Abhilfe schaffen.

    Viele Grüße

    Seeblick