Hallo in die Runde,
mal zur ursprünglichen Frage, ob alle nur manipulieren und lügen: ich denke, man kann nicht alle über einen Kamm scheren. Hier gibt es viele Betroffene, die ähnliche Erfahrungen mit ihrem trinkenden Partner gemacht haben.
Aber nicht jeder Trinker ist manipulativ oder gehässig zu seinem Partner. Ich kann nur aus meiner Sicht als Alkoholikerin schreiben, aber ich habe nie meinen Mann verantwortlich gemacht oder ihm die Schuld gegeben.
Es ist richtig, dass ich ihn belogen habe, was meinen Konsum angeht (ich habe auch heimlich getrunken). Ich habe ihn mit diesem Handeln tief verletzt, sein Vertrauen missbraucht. Er hat sich sicherlich auch gefragt warum ich ihm das antue und nicht einfach aufhören kann. Aber ich habe ihn nicht zu meinen Gunsten manipuliert. Es gab keine Demütigungen oder verbale Attacken (auch keine körperlichen).
Wie Sunshine schon schreibt. Es gehören auch immer zwei dazu. Mein Mann hätte mich verlassen, egal wie sehr er mich liebt. Das hat er mir auch klipp und klar so gesagt. Er meinte, er könne es nicht ertragen und es mache ihn kaputt. Dafür ist ihm sein Leben zu schade. Und Recht hat er. Jeder hat nur seine begrenzte Lebenszeit. Er wollte sein Leben nicht mit einer Alkoholikerin verbringen und ich wollte (letztendlich) mein Leben nicht mehr dem Alkohol unterordnen. Nur so haben wie es gemeinsam geschafft.
Diese Entscheidung kannst du deinem Mann aber nicht abnehmen. Da kannst du nur auf dich schauen du sehen was du für dich in deinem Leben möchtest. Ich möchte etwas provokativ fragen: Ist es für dich nicht gerade der bequemere Weg, bei ihn zu bleiben? Soll er sich doch ändern, dann musst du es nicht tun? Ich meine das nicht böse, aber da du ihn nicht ändern kannst, muss die Veränderung bei dir stattfinden. Und das bedeutet Arbeit und ist bestimmt nicht einfach.
Viele Grüße
Seeblick