Beiträge von Seeblick

    Hallo Forum,

    der Urlaub ist sehr entspannend. Gestern hat ein lieber Freund in seinen Geburtstag reingefeiert. Das war ein schöner Abend und ein schöner Morgen - auch mit weniger Schlaf fit, munter und ohne Kater in den Tag zu starten. Klasse.

    Einen schönen Sonntag

    Seeblick

    Hallo Mexico,

    das hört sich wirklich übel an. Ich kann verstehen, dass du deinem Freund helfen möchtest, aber du musst auch dich und dein Umfeld schützen.

    Und wenn du ihn dafür vor die Tür setzen und den Kontakt abrechen musst, dann mach das.

    Ich glaube nicht, dass es eine Hilfe für ihn ist, wenn du ihn aufnimmst. Er muss erstmal verstehen, dass er nüchtern und abstinent sein muss. Das kannst du aber nicht für ihn übernehmen. Es ist seine Entscheidung, wenn er sich totsaufen möchte. Und deine, dass du ihn so nicht sehen willst.

    Wie gesagt, da darfst du auch an dich denken. Kennst du den Betreuer? Vielleicht ist ein Gespräch mit ihm ja eine Möglichkeit.

    Viele Kraft bei deinem Vorhaben

    Seeblick

    Hallo Hope,

    die Einsicht ist schon ein wichtiger Schritt. Das ist super!

    Ich habe lange gebraucht, um mir einzugestehen dass ich Alkoholokerin bin.

    Ich würde dir auf jeden Fall einen Besuch beim Hausarzt empfehlen, damit dort deine Werte überprüft werden.

    Hast du einen Plan, wie du dich selbst vor dem nächsten Glas schützen kannst? Ist beispielsweise dein Zuhause alkohlfrei?

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo in die Runde,

    mal zur ursprünglichen Frage, ob alle nur manipulieren und lügen: ich denke, man kann nicht alle über einen Kamm scheren. Hier gibt es viele Betroffene, die ähnliche Erfahrungen mit ihrem trinkenden Partner gemacht haben.

    Aber nicht jeder Trinker ist manipulativ oder gehässig zu seinem Partner. Ich kann nur aus meiner Sicht als Alkoholikerin schreiben, aber ich habe nie meinen Mann verantwortlich gemacht oder ihm die Schuld gegeben.

    Es ist richtig, dass ich ihn belogen habe, was meinen Konsum angeht (ich habe auch heimlich getrunken). Ich habe ihn mit diesem Handeln tief verletzt, sein Vertrauen missbraucht. Er hat sich sicherlich auch gefragt warum ich ihm das antue und nicht einfach aufhören kann. Aber ich habe ihn nicht zu meinen Gunsten manipuliert. Es gab keine Demütigungen oder verbale Attacken (auch keine körperlichen).

    Wie Sunshine schon schreibt. Es gehören auch immer zwei dazu. Mein Mann hätte mich verlassen, egal wie sehr er mich liebt. Das hat er mir auch klipp und klar so gesagt. Er meinte, er könne es nicht ertragen und es mache ihn kaputt. Dafür ist ihm sein Leben zu schade. Und Recht hat er. Jeder hat nur seine begrenzte Lebenszeit. Er wollte sein Leben nicht mit einer Alkoholikerin verbringen und ich wollte (letztendlich) mein Leben nicht mehr dem Alkohol unterordnen. Nur so haben wie es gemeinsam geschafft.

    Diese Entscheidung kannst du deinem Mann aber nicht abnehmen. Da kannst du nur auf dich schauen du sehen was du für dich in deinem Leben möchtest. Ich möchte etwas provokativ fragen: Ist es für dich nicht gerade der bequemere Weg, bei ihn zu bleiben? Soll er sich doch ändern, dann musst du es nicht tun? Ich meine das nicht böse, aber da du ihn nicht ändern kannst, muss die Veränderung bei dir stattfinden. Und das bedeutet Arbeit und ist bestimmt nicht einfach.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Kein Problem. Hier lesen ja bestimmt auch "Frische" mit, die sich über ihren Urlaub Gedanken machen sollten.

    Bei meinem Belastungswochenende (als ich die Reha-Klinik über Nacht verlassen durfte), war ich auch auf unserem Campingplatz. Da habe ich mir vorher Gedanken gemacht: Ist der Alkohol entsorgt? Wie gehe ich dort mit Suchtdruck um? Wer ist um mich herum? Wie kann ich Alkohol ablehnen? Was gibt mir Sicherheit? Ist mein Notfallkoffer gepackt?

    Dies vielleicht als Tipp für alle, die ihren ersten, trockenen Urlaub vor sich haben.

    Lieber Hartmut,

    du machst nichts madig. Ich finde es gut, dass du einen auf mögliche Gefahren hinweist. Es ist besser, sich einmal mehr Gedanken zu machen.

    Ich bin seit 1,5 Jahren abstinent. Mein Mann und ich verbringen viel Zeit auf unserem Campingplatz. An den Wochenenden und auch im Urlaub - so auch im Sommer- und Herbsturlaub im vergangen Jahr und in der Urlaubswoche in diesem Frühjahr. Alles als trockene Alkoholikerin. Ich weiß also, was mich erwartet.

    Mein Wohnwagen und der Stellplatz sind ebenfalls alkoholfrei. Ich kenne mein Umfeld und die anderen Mitcamper. Unsere Nachbarn sind zum Teil auch gute Freunde und sogar enge Verwandte. Ich kann dort sehr gut Nein sagen oder mich in meinen Bereich zurückziehen.

    Daher sehe ich das Risiko als gering an. Eben so gering, als wäre ich zu Hause.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Wir fahren "weg" (in unser zweites Zuhause auf dem Campingplatz). Dort sind wir häufig und es ist auch nicht mein erster alkohfreier Urlaub dort. Daher bleibe ich zwar wachsam, aber sehe keine große Gefahr.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Forum,

    nur noch eine Arbeitswoche, dann habe ich endlich Urlaub. Ich freue mich schon auf die Auszeit. Als mein Mann am Freitag meinte, dass wir in einer Woche schon Urlaub haben würden, wollte ich schon antworten „in einer Woche haben wir hoffentlich schon das erste Bier getrunken“. Ein komischer Automatismus. Aber es war kein Bedauern dabei, dass ich nicht trinken werde.

    Im Nachgang habe ich mich an viele Urlaube mit Alkohol erinnert. Vor allem an Zeiten, als ich schon tief in der Sucht steckte. Wie anstrengend es war auf die Uhr zu sehen wann man endlich trinken „darf“. Dass man alkoholfreie Tage einlegen „muss“. Wie oft man verkatert war und den Tag nicht genießen konnte.

    Ich freue mich auf ganz viel im Urlaub, aber nichts davon hat mit Alkohol zu tun.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Lust for life,

    den Glauben, ich könne wieder "normal" trinken, hatte ich auch mal. Ist natürlich nichts geworden.

    Ich habe dann eine Reha (stationär und ambulant) gemacht und mir hat es sehr geholfen und ich würde diesen Weg immer empfehlen, da man dort viel lernt und Feedback erhält.

    Du könntest dich bei einer Suchtberatungsstelle informieren und sehen, ob es für dich in Frage kommt.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Seregon,

    erstmal willkommen im Forum. Klasse, dass du dein Alkoholproblem erkannt und entsprechend gehandelt hast.

    An die anstrengende Zeit der Beschaffung kann ich mich auch gut erinnern und bin oft dankbar, dass ich das hinter mir gelassen habe.

    Deine aktuelle Stimmung kann ich auch gut nachvollziehen, es ist nicht automatisch alles toll. Man muss sich in der neuen Situation erstmal zurechtfinden. Der Alltag ist wieder da und man muss sich überlegen was man in seinem Leben ändern möchte, wie man die Abstinenz festigen kann. Welche Möglichkeiten sich einem bieten und was einem gefällt, Spaß macht oder was vielleicht nicht so gut läuft. Dafür wirst du ein wenig Geduld haben müssen und Dinge ausprobieren. Ich war durch den Alkohol auch depressiv und unzufrieden mit mir selbst. Da herauszukommen dauert eine Weile und man muss lernen, damit umzugehen. Die Reha wird dir sicher dabei helfen und auch diese Online-Selbsthilfegruppe.

    Du musst auch nicht enttäuscht sein. Du hast viel erreicht und wenn du Zeit brauchst, dann nimm sie dir. Versuche, dich an den kleinen Dingen zu erfreuen. Ansonsten kannst du, wie Linde schon geschrieben hat, deine Werte überprüfen lassen. Bei mir wurde ein Eisenmangel festgestellt, der behandelt werden musste und meine Müdigkeit erklärt hat.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Tellerand,

    schön von dir zu hören. Die Freizeitgestaltung wird sich schon einpendeln.

    Ich habe eine Zeit lang auch gern Comupterspiele gespielt (ohne dabei Alkohl zu trinken), aber auch das hat sich wieder mit der Zeit geändert.

    Als Kind sehr gern gemalt und vor einigen Wochen ganz leicht mit "Malen nach Zahlen" angefangen. Der Spaß wollte sich aber nicht einstellen, also habe ich es wieder gelassen. Es war ein Versuch, aber man hat ja die Freiheit, einiges auszuprobieren.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Hoffnung,

    du hattest geschrieben, dass du in einer Therapie warst, aber schnell wieder rückfällig. Woran könnte es gelegen haben? Was möchtest du denn diesmal anders machen? Planst du wieder eine Therapie oder möchtest du das erstmal mit deinem Psychater besprechen?

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Eismann,

    das hört ich nach einer knappen Geschichte an. Klar weiß man nicht, was wäre wenn, aber verkatert oder sogar mit Restalkohol wäre es vielleicht doch zu einem Unfall gekommen.

    Die Gedanken wie es einem füher in bestimmten Situationen ging, kenne ich nur zu gut. Ich überlege auch ganz oft "früher hätte ich...". In die Lücke passen dann viele Bausteine "kaum aufstehen können", "etwas trinken müssen", "Nachschub organisieren müssen", "nicht mit meinen Emotionen umgehen können",...

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Hartmut,

    das ist eine interessante Frage. Vielleicht ist der persönliche Tiefpunkt der lichte Moment in dem man wirklich erkennt: Ich kann nicht mehr!

    Ich wusste schon lange um mein Alkoholproblem. Erst wollte ich es nicht wahrhaben, dann die erste längere Trinkpause mit dem Gedanken „geht doch – jetzt kann ich ja wieder trinken“ und dann wieder das Elend.

    Aber dann konnte ich nicht mehr. Ich stand gefühlt mit dem Rücken zur Wand und wusste weder ein noch aus. Es gab für mich nur zwei Wege: Tiefer ins Elend (tiefer geht es ja irgendwie immer) oder raus aus der Verzweiflung. Erst dann habe ich den Mut gefunden, mich den Konsequenzen einer lebenslangen Abstinenz zu stellen. Je länger ich darüber nachdenke - war es vielleicht wirklich der Mut und die Kraft, etwas ändern zu wollen. Diese Energie muss man erstmal aufbringen. Ansonsten gibt man auf und der nächste Tiefpunkt kommt.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Harley,

    natürlich bist du in diesem Forum willkommen. Hier reichen dir alle die Hand, um dir auf deinem Weg zu helfen und dich zu unterstützen; ab Tag 1 deiner Abstinenz.

    Dazu gehören aber auch kritische Nachfragen und vielleicht unbequeme Antworten. Du must dich nicht rechtfertigen, wir möchten dich nur besser verstehen. Sonst funktioniert der Austausch ja nicht.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Liebe Linde,

    danke für deine positiven Erlebnisse. In der Therapie habe ich verschiedene Übungen gelernt: Eine war davon, dass ich bei jedem positiven Erlebnis eine Kaffeebohne eingesammelt habe. Das konnten auch kleine Dinge sein wie das Vorbeihuschen eines Eichhörnchens. Eine weitere war, sich am Ende des Tages eine positive Sache in Erinerung zu rufen. Ich kann mich ja mal wieder auf diese Übungen besinnen.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Forum,

    irgendwie bin ich heute ein wenig frustriert. Sind die Menschen alle egoistischer geworden? Im Moment kommt es mir so vor, als wenn alle nur auf sich achten. Jeder denkt nur an sich und bloß keinen Kompromiss eingehen. Achtsamkeit und Selbstfürsorge sind eine Sache, aber wenn alle nur das machen was und wie es ihnen passt, wieso dann überhaupt etwas gemeinsam planen? Dann kann ja jeder vor sich hinleben ohne Rücksicht auf andere.

    Wahrscheinlich nehme ich mal wieder alles zu persönlich. Aber es häufen sich die kleinen Dinge, die mir gerade so auffallen. Fremde, die auf der Straße nicht beiseite gehen, oder auch Freunde, mit denen man keinen Abend/kein Wochenende planen kann. Da heißt es dann einfach „ich mache es so wie ich es will und ihr anderen könnt euch darum herumbauen oder es lassen“.

    Wird Zeit, dass der Urlaub kommt und ich hoffentlich alles etwas entspannter sehe.

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Harley,

    Danke für die Klarstellung. Als Ärztin wirst du die Risken einschätzen können. Ich kann verstehen, dass du deinen Patienten*innen nicht begegnen möchtest. Dieses Forum ist ja auch eine Selbsthilfegruppe!

    Viele Grüße

    Seeblick

    Hallo Tellerrand,

    ich habe nicht alles komplett geändert. Anfangs habe ich einiges zur Ablenkung ausprobiert. Von Kochen, über Malen, Tagebuch schreiben, spazieren gehen usw.

    Nun hat man hat ja im Prinzip mehr Zeit, da man sich den Konsum und die Beschaffung spart und zusätzlich viel mehr Energie hat. So hat sich der Alltag (wie Twizzler beschrieben hat) so nach und nach in Kleinigkeiten geändert.

    Allerdings habe ich auch keine Hobbies, die ich automatisch mit Alkohol verbunden habe. Es gibt ja einige, die zum Beispiel nach dem Sport immer etwas getrunken haben. Oder Computer-Spiele = Alkohol, Essen kochen = Küchenwein, in der Werkstatt basteln = Bier.

    Dann würde ich ich schon dazu raten, etwas grundsätzlich zu ändern.

    Viele Grüße

    Seeblick