Beiträge von Kaffeetasse66

    Tut mir Leid, dass ich mich jetzt erst melde. Ich hatte viel um die Ohren und war dann im Urlaub und habe mal abgeschaltet von allem.

    Das Thema Schuld und meine Mutter ist sehr komplex. Ich habe ihr aber nie die Schuld gegeben daran, dass sie meinen Vater geheiratet hat oder länger bei ihm geblieben ist, als gut für uns beide gewesen ist. Als Kind sowieso nicht - wir waren ja beide zusammen in der Situation - und auch später beim reflektieren nicht. Meine Mama hat eine Menge Fehler gemacht - auch beeinflusst durch die Sucht meines Vaters- aber eineSchuld an all dem würde ich ihr nie geben. Eigentlich geht es nie um diese Schuldfrage. Die stellt sich mir gar nicht. Und deswegen tue ich mich so schwer damit sie zu beantworten. Vielleicht trifft es Wehmut..? Ich wünschte mir es wäre anders gelaufen. Das trifft es am besten. Ich bin ihr nicht böse und werfe ihr das nicht vor, aber ich wünschte mir wirklich sie wäre damals eine andere gewesen.

    Ich will dich nicht anlügen, wenn du ihn verlässt, wird es sicherlich anstrengend. Ich kann leider nicht in die Zukunft gucken und kenne die Situation zu schlecht um dir einen konkreten Ratschlag zu geben. Ich kann dir daher nur sagen wie es bei mir war: Es war für meine Mutter und mich super anstrengend meinen Vater zu verlassen. Es war schwierig. Aber auf lange Sicht war es wohl die beste Entscheidung die meine Mutter für uns beide jemals getroffen hat und ich bin bis heute glücklich darüber.

    Naja zurzeit geht es mir eigentlich ganz gut. Ich arbeite viel und komme im Alltag aber nur selten dazu, wirklich über Emotionen oder Gefühle nachzudenken. Und wenn dann mal was ist, habe ich das Gefühl jetzt deutlich besser mit meinen Gefühlen umgehen zu können als vor meiner Therapie. Das mag aber auch nur ein Eindruck sein. Da sich in der Zwischenzeit nicht die Gelegenheit für den großen Meltdown ergeben hat. Who knows.

    Einen Leidensdruck würde ich gerade aber nicht bejahen. Andererseits habe ich Angst vor der Zukunft, wenn ich weiter so bin wie ich bin. Ich habe Angst das meine Beziehung wieder scheitert, weil ich so wenig fühle, ich habe Angst wie ich mal mit meinen Kindern umgehen werde, wenn ich dann mal welche habe und ich habe Angst davor jede bedeutungsvolle Beziehung zu zerstören.

    Ich glaube schon, dass es sinnvoll wäre, mehr zu verstehen, warum etwas so ist wie es ist bei mir und ein Profi mir Strategien zeigt damit umzugehen.

    Ich war vor ein paar Jahren mal in Therapie und das war eine Verhaltenstherapeutische Behandlung. Das hat mir eigentlich ganz gut gefallen. Psychoanalyse beäuge ich ein wenig kritisch. Wegen der Basis auf dem das Konzept steht. Wie gesagt.. Wissenschaft ist sozusagen meine Religion.

    Vielen Dank für eure Erfahrungen und Texte.

    Den Umgang mit und Zugang zu meinen Gefühlen musste ich auch erst lernen. Ich war immer stolz auf meinen analytischen Verstand und empfand Gefühle als „gefährlich“, kann aber von mir nicht behaupten, jemals wirklich „gefühlskalt“ gewesen zu sein.

    Das würde ich übrigens utnerschreiben. Ich bin eigentlich sehr stolz auf meine analytische Denkweise. Und auch über meine Fähigkeit in Streits nicht dne Kopf zu verlieren. Viele Konflikte eskalieren ja gerade weil Emotionen im Spiel sind. Studien lege nahe, dass emotionale Entscheidungen in Streits nicht rational und tatsächlich "schlechter" sind. Selbst wenn der gegenüber Recht hat, ist man weil man so emotional aufgeladen ist nicht zugänglich für die Logik.

    Das ist zumindest mein Konstrukt gerade. Ich habe intellektuell noch nicht verstanden, warum emotionaler sein, besser sein soll. Ich merke aber dass diese Art und Weise zu reagieren im Zusammenleben offensichtlich nicht gut funktioniert.

    Ihr sprecht von professioneller Hilfe. Wo bekomme ich die? Wie mache ich das? Psychotherapeuten durchtelefonieren? Beim Hausarzt vorstellen?

    Vielen Dank für eure Zeit.

    Hallo Lillifee,

    ich habe es gerade eben unter einem anderen Post erzählt. Ich bin erwachsenes Kind von einem alkoholkranken Vater.

    Es war eine schlimme Zeit, die mich geprägt hat. Ich beginne jetzt erst zu verstehen wie sehr.

    Aus meiner Position kann ich nur sagen: Die Entscheidung meiner Mutter meinen Vater zu verlassen, als ich 14 war, war das Beste was mir passieren konnte. Obwohl das super schwer war für uns. Wir sind eine Einwandererfamilie und meine Mutter war lange Hausfrau. Als Bürokauffrau hat sie keinen Job gefunden und musste umschulen auf Altenpflegehelferin. Wir mussten ein Auto abbezahlen und meine Mutter ist nebenbei putzen gegangen. Das Geld war sehr eng bei uns. Aber wir haben es geschafft. Kinder können mehr, als man ihnen zutraut.

    Auch wenn es nicht einfach war, es war eine Millionen mal besser als weiter mit meinem Alkoholiker-Vater zusammenwohnen zu müssen.

    Hoffentlich hilft dir das. Wenn du mehr darüber sprechen willst, meld dich gerne. Ich beantworte alle Fragen und erzähl gern mehr von meiner Geschichte.

    Ich wünsche dir viel Kraft für alles was da noch kommt. Du schaffst das!

    Hallo Jules,

    ich weiß nicht, ob du das hier noch liest und verfolgst, aber falls doch hilft dir das hier vielleicht.

    Ich bin in einer alkoholkranken Familie aufgewachsen. Mein Vater war Alkoholiker. Eigentlich seit ich denken kann. Ähnlich wie du das schilderst, hat mein Vater angefangen die Familie zu terrorisieren, wenn er betrunken war. Er hat geschrieben, alle beleidigt, mit Gegenständen geworfen, bis tief in die Nacht laut Musik gehört und war auch körperlich gewaltätig.

    Es war eine schlimme Zeit, die mich geprägt hat. Ich beginne jetzt erst zu verstehen wie sehr.

    Aus meiner Position kann ich nur sagen: Die Entscheidung meiner Mutter meinen Vater zu verlassen, als ich 14 war, war das Beste was mir passieren konnte. Auch für uns war es schwer. Wir sind eine Einwandererfamilie und meine Mutter war lange Hausfrau. Als Bürokauffrau hat sie keinen Job gefunden und musste umschulen auf Altenpflegehelferin. Wir mussten ein Auto abbezahlen und meine Mutter ist nebenbei putzen gegangen. Das Geld war sehr eng bei uns. Aber wir haben es geschafft. Kinder können mehr, als man ihnen zutraut.

    Auch wenn es nicht einfach war, es war eine Millionen mal besser als weiter mit meinem Alkoholiker-Vater zusammenwohnen zu müssen.

    Hoffentlich hilft dir das. Wenn du mehr darüber sprechen willst, meld dich gerne. Ich beantworte alle Fragen und erzähl gern mehr von meiner Geschichte.

    Ich wünsche dir viel Kraft für alles was da noch kommt. Du schaffst das!

    Hallo liebe Community,

    ich habe mich bereits vorgestellt. Ich bin EKA und dachte ganz lange – obowohl natürlich alles was da damals passiert ist wirklich schlimm war – das ich ohne große Spuren daraus gekommen bin. Ich bin selbst nicht suchtkrank (wenn ich auch ganz klar Tendenzen merke, und da auf jeden Fall gefährdet bin), arbeite ganz normal und führe ein ziemlich lebenswertes Leben. Ich beginne jetzt mit 28 erst zu merken, dass viele Sachen bei mir anders sind als bei anderen Menschen.

    Vor allem an meiner "gefühlskälte" möchte ich arbeiten. Alle meine Partnerinnen haben irgendwann im Streit den Satz fallen lassen: "Du bist wie ein Roboter" oder so ähnlich und meinten damit meine rationale Art mit Problemen umzugehen und in Streits zu argumentieren. Offensichtlich führt das zu Problemen in meinen Beziehungen und ich möchte das gern ändern.

    Ich habe jetzt zwei mal eine Al-Anon- Gruppe in meiner Gegend besucht und muss sagen: Das war wirklich ungewohnt. Ich war aufgeregt, ich hatte so ein komisches Gefühl in der Magengegend, hatte feuchte Augen und meine Stimme war schwach. Dinge, die ich von mir gar nicht kenne. Es war sehr nah dran an Lampenfieber.. oder Angst? Ich kann das nicht genau benennen, wenn ich ehrlich bin. Ich denke ich werde die Gruppen weiter besuchen. Ich glaube es ist sinnvoll zu üben solche Gefühle zu fühlen.

    Jemand in dieser Gruppe sagte mir: "Man muss lernen Gefühle zuzulassen." Ich habe da sehr lange drüber nachgedacht und muss sagen: Ich würde ja, nur ist da häufig eben nichts. Es ist nicht so als würde ich aktiv Gefühle wegschieben. Sondern häufig fühle ich eben einfach nichts.

    Wie siehts es mit eurem Gefühlleben aus? Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Habt ihr das vielleicht überwunden? Oder wird das für immer so bleiben?