Beiträge von franzi67

    Danke für deinen Beitrag Ste,

    ja es ist zum Verrückt werden. Ich dachte sie wäre schon am Boden, ganz unten angekommen. Sie hat vor kurzem den Führerschein verloren, wurde mit 2,4 Promille angehalten. Allein die Vorstellung, Wahnsinn.

    Sie hatte die Kurve bekommen, so dachte ich. Hatte einen neuen Job und war durch die 6 Monatsgehalts Probezeit. Rückfälle gab es an Wochenenden, bzw. Abstürze … dann begann sie auch wieder in der Woche zu trinken, auch in der Arbeit, wo sie dann Heim geschickt wurde. Jetzt ist sie schon ca. 8 Wochen „krank“ geschrieben. Ob man in ihrer Arbeit weiß was Sache ist, ich bezweifle. Sie denkt an eine Wiedereingliederung, aber das schafft sie niemals.

    Ihren Freund hat sie ebenfalls vor kurzem verloren. Sie trauert ihm sehr hinterher, macht sich noch Hoffnungen. Aber Alkohol war der Grund, warum er sie nach unendlich vielen Eskapaden hat sitzen lassen.

    Und trotz all dem, macht sie weiter. Ich weiß es ist eine Krankheit, jeder Apell an ihre Vernunft ist vergebens. Aber ich kann nicht loslassen.

    Wenn sie das Haus verlässt, da bin ich mir sicher, holt sie sich immer etwas zu trinken.

    Jetzt ist sie gerade wieder los. Sie wird sich wieder irgendwo betrinken. Sie wollte zu ihrem Ex. Bisschen quatschen. Vorher vermutlich Mut antrinken. Um nachher wieder die komplette Kontrolle zu verlieren. Mein Mann und ich sitzen zu Hauye, angespannt und voller Sorgen, wie diese Nacht endet. Meldet sich heute wieder die Polizei? Liegt sie irgendwo im Krankenhaus weil jemand den Notruf alarmiert, wenn sie irgendwo volltrunken auf der Straße liegt? Oder ist sie nachher wieder so frustriert, dass sie mir schreibt, dass sie sich das Leben nehmen möchte?

    Mein Mann wird sie nachher sicherlich wieder suchen und die bekannten Adressen abfahren. Er bringt sie dann, widerwillig nach Hause oder sie ist schon so voll, dass sie das gar nicht mehr richtig mitkriegt.

    Zu Hause kann es dann im Streit eskalieren oder sie legt sich direkt schlafen. Ich nehme ihr dann all den Alkohol weg und schütte alles weg. Wenn sie einigermaßen nüchtern aufwacht, akzeptiert sie das und bleibt dann völlig deprimiert in ihrem Zimmer. Oder sie ist noch so stark alkoholisiert, dass sie Stress macht.

    Gefühlt dreht sich mein Leben nur noch um sie. Ich verlasse das Haus am besten nur mit ihr, damit sie nicht die Gelegenheit hat, sich etwas zu holen. Verlässt sie das Haus ohne mich, drehen sich meine Gedanken wieder darum, was sie tun könnte. Ich kann nichts planen. Ist sie am Abend vorher unterwegs ist der nächste Tag gelaufen. Lasse ich sie allein, habe ich sorge um sie. Und auch um die Wohnung, schläft sie betrunken ein und lässt etwas auf dem Herd stehen?

    Einerseits wäre es richtig, sie rauszuwerfen. Aber ich hätte dann keine Ruhe. Und tut sie sich dann etwas an, würde mich das bis an mein Lebensende verfolgen. Aber klar ist, so kann es auch nicht weitergehen. Mein Mann und ich gehen an diesem Terror kaputt. Und es gibt gefühlt keinen Ausweg. All Ihre Versprechen sind leere Worte.

    Ich wüsste nicht, was passieren soll, dass es Klick macht. Gefühlt bringt sie jedes Tal nur noch weiter da rein …

    Ja es ist wirklich schwer.

    Ich handle sicher nicht so, wie ich es eigentlich tun müsste. Aber es ist meine Tochter und auch wenn ich eigentlich keine Pflicht mehr ihr gegenüber habe, so bleibt sie immer meine Kleine. Und ich möchte ihr gerne irgendwie helfen. Und wenn es nur das kleinste Fünkchen Hoffnung gibt, dann versuche ich es zu suchen.

    Ich kann es einfach nicht akzeptieren. Sie ist ein so guter Mensch, wenn sie nüchtern ist. Aber das lese ich von vielen betroffenen hier :(

    Hi,

    ich bin Franzi und habe eine alkoholkranke Tochter.

    Kurz zu mir: ich bin Mitte 50, verheiratet, habe einen 35 jährigen Sohn und eine 32 jährige Tochter.

    Meine Tochter lebt noch bei uns. Sie ist schon einige Jahre krank und ich sehe keinen Ausweg.

    Ich bemerkte vor Jahren, dass es bei ihr mehr ist, als beim Durchschnitt. Sie leidet unter Depressionen oder hat diese, wie ich vermute einfach wegen dem Alkohol.

    Sie hat schon so viel Mist gemacht. Sie hat ihren Führerschein verloren, die Arbeit verloren, ihre Beziehung vor die Wand gefahren, aber sie lernt einfach nichts daraus. Ich wurde auch schon häufiger von der Polizei angerufen, dass ich sie abholen soll oder kann.

    Ich könnte mir auch denken, was soll’s, ihr Leben, aber es ist meine Tochter. Ich würde mir wünschen, dass sie abstinent ist und bleibt.

    Ich hatte mir dem Gedanken gespielt Ihr eine Frist zu setzen, sie ist alt genug und soll alleine wohnen. Aber ich bring es nicht übers Herz. Sie droht häufig sich etwas anzutun. Und ich traue ihr das auch zu, möchte nicht mit einem solchen Gewissen leben.

    Es ist auch nicht so als könnte sie nicht ohne. Für mich macht es den Eindruck als ging es ohne. Wenn sie zu Hause ist, und ich wohlgemerkt auch, dann trinkt sie nicht. Über Tage oder gar Wochen. Aber sobald sich ihr die Gelegenheit bietet und ich zum Beispiel arbeiten muss, komme ich nach Hause und sie ist alkoholisiert.

    Ich könnte vermutlich Bücher füllen. Möchte jetzt hier in der Vorstellung auch nicht zu ausführlich werden. Aber ich bin verzweifelt auf der Suche nach Rat, Tipps oder Vorschlägen. Am liebsten nach der Wunderrezeptur um meiner Tochter zu helfen, denn dann ginge es mir besser, aber die wird es nicht geben :(