Beiträge von Lea

    Liebe Api, es kann eins mit dem anderen zusammen hängen, es kann auch sein, dass die psychischen Probleme zuerst da waren und dann der Alkohol kam. Es kann sein, dass erst der Alkohol da war und daraus sind dann weitere Probleme entstanden und es kann sein, dass es überhaupt keinen Zusammenhang gibt.

    Niemand wird dir beantworten können, was nun wirklich der Wahrheit entspricht. Es würde aber auch nichts ändern!

    Keine Variante macht einen Unterschiede, wenn es darum geht, was die aktuellen Folgen für eure Familie sind. Gegen jede Krankheit kann man sich Hilfe holen und alles dafür tun, damit sie aufgehalten wird. Und für alles was nicht krankhaft, sondern nur nervig ist, kann man sich ebenfalls Hilfe holen.

    Die eigentliche Frage sollte sein… warum bist du weiterhin auf der Suche nach Erklärungen? Was ändert das für dich?

    Ich wünsche dir eine Brücke zwischen Herz und Verstand! Lea

    Hej Brigitt, was mir gerade einfällt… Ich hab damit angefangen ganz grundsätzlich nicht ran zu gehen, wenn meine Eltern angerufen haben. Immer auf die Mailbox sprechen gelassen und anfangs natürlich sofort abgehört und auch sofort zurück gerufen. Gerne mit ner Quatsch Ausrede, versehentlich lautlos gestellt, war gerade auf der Toilette etc. Nach und nach konnte ich dann Anrufe immer besser ignorieren, später abhören und gar nicht zurück rufen. Direkt komplett blockieren wäre vermutlich viel leichter gewesen, aber mein Weg war halt langsam und stetig ☺️

    Liebe Grüße und eine gute Nach, Lea

    Liebe Brigitt, vielleicht kannst du im ersten Schritt versuchen sanfter mit dir selbst zu sein. Du bist nämlich völlig in Ordnung!

    Was allerdings nicht stimmt, ist sein Verhältnis zum Alkohol und euer aktuelles Verhältnis zu einander. Diese Beziehung ist aber ja langsam gewachsen, genau wie deine eigene Abhängigkeit von seiner Zuneigung und wer weiß was da noch so alles rein spielt.

    Vielleicht kannst du in kleinen Schritten nein sagen üben, vielleicht brauchst du aber auch Unterstützung von einem Profi, der dir hilft besser loslassen zu können.

    Ich selbst habe mich nicht von einem Partner los gelöst, sondern von meinen Suchtkranken Eltern. Ein im Rückblick ewig langer, zermürbender Prozess. Immer wieder bin ich eingeknickt, habe mich gekümmert, bin dem Rufen gefolgt. Meine Sehnsucht nach ihrer Liebe, nach ihrer Nähe war größer, als meine Vernunft. Mir haben psychologische Unterstützung und die Zeit geholfen und irgendwann war mein Wille dann endlich stark genug.

    Sei nicht so hart mit dir selbst. Aber wenn du es wirklich willst, dann klappt es halt beim nächsten Mal!

    Liebe Grüße, Lea

    Und was macht das dann mit dir und eventuell auch mit deiner Beziehung?

    Was spricht dafür deine selbst erkannte Grenze weiterhin zu überschreiten?

    Wozu brauchst du diesen Schlüssel?

    Wenn sie dir leid tut, dann kannst du ihr deine Gesellschaft anbieten, an einem neutralen Ort. Du kannst ihr zuhören, wenn sie sich nüchtern mit dir treffen möchte. Bestimmt fallen dir Dinge ein, die du tun könntest oder eine Verantwortlichkeit an zu nehmen, die gar nicht bei dir liegen sollte.

    Liebe Sporty,

    Ich kann dich so gut verstehen, das ging mir lange Zeit ganz genauso. Allerdings fürchte ich, auch von diesen Gefühlen musst du dich befreien. Ist es nicht eigentlich egal? Woran hältst du da wirklich fest? Das sie von außen animiert wird etwas zu verändern? Das es ein erwachsen gibt?

    Lass dir doch von diesen Gedanken deine neu gewonnenen Freiheit nicht vermiesen. Erfreu dich an dem was du gewonnen hast und versuche das komplett Paket hinter dir zu lassen.

    Alles Liebe. Lea

    Für sie ist er der absolute Traummann!

    Attraktiv, sehr gebildet, einfühlsam, künstlerisch so unglaublich begabt, vielseitig interessiert und wahnsinnig gut im Bett.

    Gemeinsam genießen sie gerne mal eine zwei Flasche Wein, oft sind Freunde dabei. Unter seinen Kommilitonen ist es chic zu Kiffen, sein alternativer Lebenswandel, seine Andersartigkeit, zieht sie zusätzlich in seinen Bann. Vielleicht beschleich sie manchmal ein ungutes Gefühl, er könnte einen ungesunden Konsum haben oder sich auf Sauftour mit Freunden zu sehr gehen lassen. Eigentlich benimmt er sich aber nicht anderes, als alle anderen auch. Sie ist jung, klug, hat einen guten Beruf, steht auf eigenen Beinen. Was soll ihr schon schlimmes passieren, es ist aufregend und sie weiß genau worauf sie sich einlässt.

    Als sie versehentlich schwanger wird, beschließen beide, das sie diesen Wink des Schicksals annehmen und gemeinsam meistern werden. Sie leben in einer tollen Stadt, Arbeit gibt es genug, ihre Freunde beteuern sie zu unterstützen. So ein Kind kann ihr locker flockiges Leben sicher nur bereichern.

    Einige Jahre später trinkt und kifft der Mann praktisch täglich, probiert hier und da auch andere Drogen, er hat seinen Freundeskreis erweitert. Ein schöner Mann ist er immer noch, vielleicht etwas ungepflegt, das könnte aber auch Teil seiner Gesamtinszenierung sein. Das Studium hat er inzwischen aufgegeben, obwohl er das vor seinen Eltern und Freunden nicht wirklich eingestehen will. Er ist stolz auf sein alternatives Leben und die Kreise in denen er sich bewegt. Seine Eltern besucht er eigentlich gar nicht mehr, zu seinen früheren Freunden ist der Kontakt eingeschlafen.

    Frau und Kind haben ihn verlassen, als seine Tochter noch klein war. Kontakt zu seinem Kind wäre schon schön, aber er hält auch nichts davon Unterhalt zu zahlen oder von verbindlichen Absprachen. Die Mutter der kleinen ist eine Hexe und macht ihm durch ihre Erwartungen den Kontakt viel zu anstrengend. Außerdem findet seine neue Frau seine Vergangenheit nicht so prickelnd. Sie macht es ihm aber leicht weiter zu trinken unterstütz ihn finanziell bei verschiedenen Geschäftsideen, sorgt dafür das er sein Gesicht wahren kann. Das Leben mit ihr als Unterstützerin an seiner Seite ist so schön einfach. Er muss nichts ändern, kann sein wie er will, kann trinken wie er will.

    Als ich diesem Mann zum ersten Mal bewusst und als erwachsene Frau begegnet bin, war von dem besonderen Menschen aus meiner Erinnerung und von den Bildern von früher nicht mehr viel übrig. Das erste Treffen mit meinem Vater, nach zehn/fünfzehn Jahren war ein prägendes Erlebnis für mich als sehr junge Frau. Mein niemals endenden Traum, irgend eine Beziehung könnte sich nun doch noch entwickeln, wurde eindrucksvoll in seine Schranken gewiesen.

    Der früher so intelligente attraktive Mann, war aufgedunsen, abgemagert, zottelig und sehr ungepflegt. Er hauste in einem mülligen Zimmer und zeigte mir stolz die Diplomarbeiten, die er gegen Bezahlung, mal eben so runter schreiben konnte. Welch vergeudetes Talent. Seinem Mitbewohner hätte ich nicht im Dunkeln begegnen wollen, die anderen Räume habe ich lieber nicht betreten, aber riechen konnte ich sie. Auch er wollte wirklich einen funktionierenden Kontakt zu mir aufbauen, war ich doch eigentlich das letzte Fitzelchen Familie, dass den Kontakt noch nicht abgebrochen hatte. Er nah mich stolz mit zu seiner Arbeit, stellte mich seinen Freunden vor. Sofort wurde in munterer Runde das erste Bier geöffnet, der erste Freigang eines Anwesenden gefeiert. Ich saß schweigend in einer Ecke, beobachtete diese surreale Situation und fragte mich, wieso diese abgehalfterten alten Säcke es für eine gute Idee hielten der völlig deplatzierten jungen Frau Alkohol an zu bieten, wohlwissend, dass sie noch eine lange Autofahrt vor sich hatte. Ich bin dann gegangen, traurig über das Ende, dieses ersten Treffens nach einer Ewigkeit.

    Es folgte eine vorsichtige Phase der Annäherung, ein weiterer Besuch, einige Telefonate. Der Mann hat sich so sehr um den Kontakt bemüht, aber er war längst nicht mehr in der Lage ihn auch positiv aufrecht zu halten. Es gab nächtliche Anrufe, in denen er seine Tochter um Geld anbettelte und sie übelst beschimpfte. Sie brach dann den Kontakt endgültig ab.

    Als mein Vater Jahre später bewusstlos und vermutlich zusammen geschlagen aufgefunden wurde, lag er in einem Gemisch aus Blut, Erbrochenem und in seiner eigenen Scheiße. Der einst so faszinierende, intelligente, besondere Mann hatte sich endgültig zugrunde gesoffen.

    Man versetzte in in ein künstliches Koma und seine getrennt lebende Co Abhängige Frau machte in den nächsten Jahren einen exzellenten Job als Co. Inzwischen hat er sich zu Tode gesoffen und ist elendig verreckt. Seine Beerdigung muss eine bedrückend leere Veranstaltung gewesen sein.

    Der Mann ist zerbrochen an seiner Sucht, wen interessieren da noch die Hintergründe oder Auslöser seiner Sucht. Es ist ein weiteres vergeudetes Leben und er hat einige mit sich gerissen in diesen Abgrund. Seine Mutter starb als gebrochene Frau, für meine Mutter war er vermutlich der Einstieg in eine eigene Suchtkarriere sie hat nie mehr zurück gefunden in ihren Beruf. Seine Co hat sich bis über den Tod hinaus nicht befreien wollen.

    Ich bin EKA und werde es auch immer bleiben. Aber es endet mit meiner Generation, denn das liegt in meiner Hand!

    Liebe Chrissi,

    mein erster Impuls war: warum tut sie sich das nur an.

    Und in der nächsten Sekunde dachte ich dann aber, vielleicht war genau diese Erfahrung wichtig für dich, damit du dich in Zukunft besser abgrenzen kannst. Sowas ist ja ein Prozess und geht immer nur im eigenen Tempo.

    Nach und nach entsteht eine innere Haltung, die dir dabei Hilft einen Umgang zu finden, mit dem es dir selbst gut geht. Wie steht denn dein Lebenspartner zu der Aktion?

    Viele Grüße und weiterhin viel Kraft auf deinem Weg, Lea

    Bei mir ist das schlechte Gewissen schon lange weg. Es kommt nur ganz selten mal durch, meistens durch andere Menschen ausgelöst, aber eigentlich nie lange oder schlimm.

    Natürlich bleibt die Traurigkeit über alles was nicht sein kann. Aber selbst die erwischt mich nur ganz selten. Es ist wie es ist und für meine Kinder wähle ich ein gesünderes Umfeld, das hilft über viele andere Gefühle weg zu kommen 😊

    Liebe LunaSol,

    ein herzliches Willkommen hier im Forum. Ich bin selbst EKA und habe seit einigen Jahren fast keinen Kontakt mehr mit meiner Mutter. Es war eine schwere Entscheidung und es ist auch nicht immer leicht dabei zu bleiben. Hier im Forum wird du viele Geschichten finden, in denen du dich wieder findest und auch ganz unterschiedliche Weisen damit um zu gehen. Immer gleich ist allerdings, dass wir als Angehörige machtlos sind gegenüber der Sucht. Es ist nicht an uns etwas daran zu ändern, das kann nur der Süchtige selbst. Wir können aber entscheiden, auf welche Weise wir auf uns selbst achten wollen und was wir unseren Kindern zumuten wollen oder eben nicht.

    Schön das du jetzt hier bist und einen guten Austausch wünsche ich dir, Lea

    Hallo und herzlich Willkommen!

    Ich selbst bin EKA und gucke aus einer anderen Perspektive auf die Geschichten hier. Für mich kommen IMMER die Kinder an erster Stelle! Sie sind als einzige hilflos der Situation ausgeliefert.

    Deine Bedenken, was die ländliche Region angeht, kann ich gut verstehen. Wobei ich persönlich die Erfahrung gemacht habe, dass der Deckmantel des Schweigens wesentlich größeren Schaden Anrichten kann. Was würde denn wirklich passieren, wenn jemand erfährt, was nun einmal eure Realität ist. Vielleicht denkst du mal darüber nach, zu einer Suchtberatung in der nächsten größeren Stadt zu gehen. Dort gibt es meist auch akut Termine für die psychologische Beratung der Angehörigen. Oder Gruppen speziell für Kinder und Jungendliche.

    Viele Grüße, Lea

    Liebe JuSe, was kannst du denn aushalten? Kannst du dich so weit distanzieren, dass du ihn machen lässt was er will oder nicht will?

    Wenn der Freund meint, man könnte ihn nach den neusten Aussagen einweisen lassen, dann kann er das ja auch selbst und für sich entscheiden, diesen Weg zu gehen.

    Es ist eine schreckliche Vorstellung, aber kann eine einmalige Einweisung jemanden aufhalten, der sich wirklich ernsthaft umbringen will?

    Ich weiß, meine Perspektive ist extrem und es ist ja auch wirklich nur meins, was ich hier aufschreibe.

    Was denkst du denn, könnte der beste Weg für dich sein? Einer mit dem es dir gut geht!

    Liebe Grüße, Lea

    Liebe Alba, ich habe keine Geschwister, also bin ich lange Zeit sehr Gans mäßig allem hinterher gelaufen, was von mir weg gerollt ist. Fußbällen, Tennisbällen, Volleybällen und dem ein oder anderen knüppel harten Medizinball.

    Sie waren bunt, faszinierend, aufregend und sobald ich mal kurz aufgehört habe selbst zu rennen, haben sie mich überrollt.

    Bis mir ein knautschiger langweiliger anti Stressball begegnet ist, der rollte nicht, der lag einfach nur da und der bleibt auch da. Und immer dann, wenn mir die Langeweile nicht gefällt, dann höre ich einfach auf eine Gans zu sein. Mal bin ich ein Schmetterling, mal lieber ein Buntspecht oder eine Storchenmutter.

    Heute bin ich frei und kann das einfach entscheiden.

    Liebe Grüße, Lea