Guten Morgen Blume,
danke für deine Offenheit. Ich war die letzten Tage sehr sehr ehrlich zu mir selbst, hatte allerdings gestern Abend einen kleinen "Zusammenbruch" und habe einfach mal alles rausgelassen. Ich muss jetzt auch gleich zur Arbeit und meine Jungs noch wegfahren.
Daher antworte ich bestimmt erst nachher.
Ich habe gestern noch sehr lange mit meiner Schwiegermutter in spe gesprochen, bzw telefoniert und habe ihr erzählt das ich mich entschlossen habe hier ein wenig nach Rat und Menschen zu suchen, die ähnliches durch haben oder machen.
Tatsächlich ist es im Moment so, dass ich sehr gerne mit ihm reden wollen würde, ihm zu sagen wie es in mir aussieht, dass ich bereit bin die Kinder zu nehmen und mir eine Wohnung zu suchen, dass er dringend Hilfe braucht, wie sehr er sich runiniert. Also eigentlich alles was mir auf dem Herzen liegt.
Aber wann soll ich das tun? Der Pegel ist ja schon Ordentlich wenn er heimkommt und morgens steht er, wenn ich ihn wecke auf und geht 15 Minuten später zur Arbeit. Und im Halbsuff kann ich keinen Gespräch führen. Da kommt ja nichts an.
Dann war die Idee ihm einen Brief zu schreiben. Wird ihm dann die Dringlichkeit bewusst?
Mal davon abgesehen glaube ich auch nicht, dass er nach dem Gespräch aufwacht und sofort Taten sehen lässt. Nichts desto trotz muss ich dieses Gespräch führen. Für mich. Vielleicht auch damit ich weiß, ich habe es nochmal versucht. Er wird fallen wenn ich gehe, verdammt tief. Ich hoffe einfach das er es schafft.
Und ja ich liebe ihn. Ich liebe den Mann den ich vor 12 Jahren kennengelernt habe. Aber nicht diesen Mann zu den er geworden ist durch den Alkohol. Meine Mama hat mir vor ein paar Tagen gesagt, dass er keinen Grund hat etwas zu ändern, weil für ihn alles gut ist. Ich bin da, die Kinder, wir haben unser Haus und genügend Essen. Er hat noch keine finanziellen Einbußen oder merkt daß er heute nicht zur Arbeit kann. Das hat mich ziemlich erschrocken, finde aber das dort sehr viel Wahrheit drinne steckt.
Und wegen dem betrunken Auto fahren, ich habe schon so oft versucht auf ihn einzuwirken. Nicht nur die Gefahr was mit ihm passiert sondern auch mit anderen Verkehrsteilnehmern. Wie oft habe ich überlegt ihm den Schlüssel wegzunehmen.
Dann würde er wahrscheinlich mein Auto nehmen oder sich abholen lassen um in der Firma den Zweitschlüssel zu holen. Es ist verdammt gefährlich was er tut.
Deine kurzen Anrisse aus deinem Leben haben mich ganz schön getroffen. Aber ja es ist die Wahrheit. Und ich danke dir vielmals für deine Offenheit.
Liebe Grüße